viele von uns sehen sich gerne en femme als relativ jung, sexy und attraktiv. Dabei sind in diesem Forum ja nun einige, die die 50 Jahre mehr oder weniger deutlich überschritten haben. Ich gehöre seit einigen Jahren auch dazu. Das brachte mich auf den Gedanken, mich mit dem Thema Trans und Altern ein wenig zu beschäftigen.
Natürlich gibt es auch sehr attraktive Frauen in meinem Alter, aber ich mache mir nichts vor, en femme falle ich bestimmt nicht darunter, geschweige denn jüngere Frauen. Dazu kommt, dass ich en femme eher älter wirke als en homme. Das Alter bedeutet für mich, dass andere Themen verstärkt auf die Tagesordnung kommen. Gedanken an Sterblichkeit, nachlassende Fitness, andere mentale Grundstimmungen, mögliche Krankheiten rücken stärker in den Vordergrund. Ich halte nicht viel davon, mein Alter zu verstecken, zu verdrängen oder mich selber zu belügen. Ich werde, z.Zt. noch langsam, aber erkennbar, alt.
Aber was bedeutet das für mein Trans*-Dasein ? Im Netz gibt es zu diesem Thema extrem wenig. Das passt auch zur Grundeinstellung unserer Gesellschaft, die das Thema "Altern" gerne verdrängt. Ich empfinde Altern aber gar nicht als so negativ. Es gibt so viele gute Aspekte daran, die ich nicht missen möchte. Der eigenen "Jugend" hinterher zu laufen, empfinde ich als kontraproduktiv, weil es mir den Blick auf meine heutigen Möglichkeiten verstellt. Aber meine Haut wird trockener, körperliche Funktionen sind nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Aber ich genieße viel mehr meine Lebenserfahrungen, mehr innere Gelassenheit und mehr Bewusstsein für den Augenblick.
Was ich aber noch gar nicht einschätzen kann, ist die Frage, was das Altern mit meiner Situation als Trans-Mensch macht. Mit Ende 50 bin ich en femme definitiv nicht so attraktiv wie eine Mitte 30-Jährige (ich bezweifle, dass ich je so attraktiv war ...
Was macht Trans und Alter aus ? Gibt es Veränderungen, die in eine ganz andere Richtung weisen ? Trans und Alter wird fast nirgends thematisiert. Warum ist dem so ? Ist Trans nicht mehr wichtig oder hängt das mit dem Jugendkult unserer Gesellschaft zusammen ?
Wie geht Ihr mit dem Thema um ? Ich meine nicht so sehr Trans im Zusammenhang mit Pflegeheim/Krankheit/Tod, sondern die Zeit bis dahin. Wollt Ihr weitermachen wie bisher oder gibt es signifikante Veränderungen ? Was erwartet Ihr für die Zeit zwischen 60- und 80+ Jahren, in denen Ihr Euch noch selber versorgen könnt, vielleicht auch fit seid ?
Oder macht Ihr Euch überhaupt keine Gedanken ?
Edit:
Folgende Websiten habe ich gefunden (wird ergänzt):
https://www.rosa-alter.de/
http://www.gruene-duesseldorf.de/ags-le ... er-lsbtti/