Platz in der Gesellschaft?
Platz in der Gesellschaft? - # 2

Lebensplanung, Standorte
Exuser-2019-01-04
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 16 im Thema

Beitrag von Exuser-2019-01-04 »

Kati_nx hat geschrieben: Sa 30. Jun 2018, 23:41 Um mal wieder auf das Thema zu lenken, möchte ich meinen Beitrag um folgenden total abgedroschenen, aber nicht minder wahren Spruch erweitern, der da lautet: Es gibt nichts gutes, außer man tut es!

Gruß
Kati
Hallo Kati,

an dem Spruch ist sicher auch etwas Wahres, keine Frage, aber er führt in die Irre. M.M.n. gibt es sehr viel Gutes, ohne daß irgendwer etwas dafür getan haben muß. Z.B. die Wunder des Lebens, der Natur...
Ich wollte das nur mal einwerfen, denn im Umkehrschluß wären ja alle schlecht, die etwas nicht tun...

VG Sasha
ChristinaF
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 17 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Für mich bedeutet der Begriff Gesellschaft zweierlei. Einmal mein Leben unter Freunden, Kolleginnen/en, Verwandschaft usw. Und zum anderen dann die Leute, mit denen ich eher weniger zusammen bin. Ob nun beim Einkaufen, Urlauben oder sonst was, habe ich als Frau fast keine Probleme mit der "Gesellschaft". Ich werde akzeptiert, und freundlich angenommen. Mehr erwarte ich auch nicht.
Lg Christina
conny
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 18 im Thema

Beitrag von conny »

Kati_nx hat geschrieben: Sa 30. Jun 2018, 22:25
Deine kurzen Einzeiler, die nicht offenbaren was Du damit überhaupt meinst, kannst Du dir sparen.
Mein Beitrag von gestern 21.01 Uhr war mehr als ein Einzeiler. Aber auf den wird, warum auch immer, inhaltlich nicht eingegangen.
Kurz: ich kann mit dem hier weit verbreiteten Pessimismus und der Schwarzmalerei nun mal nicht anschließen.
Laila-Sarah
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 19 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo Kathi,
Kati_nx hat geschrieben: So 1. Jul 2018, 11:29 Manchmal wünsche ich mir so sehr, auch einer von diesen guten Menschen zu sein, die durch Zufall zu ihrer Mission gefunden haben.

Beispiele sind Anja Loven und die Hexenkinder. Als ich das gesehen habe was da passiert, musste ich so heulen.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 06285.html

Oder Stella Deetjen in Indien:

https://www.back-to-life.org/

Das sind Beispiele, dass es sehr viel Gutes auf der Welt gibt. Und wenn man wieder mal alles schwarz sieht, dann kann das wieder Hoffnung geben und Bewusstsein dafür schaffen, dass die Probleme die man hat, zumindest im Vergleich meistens sehr klein sind. Für mich sind solche Menschen wahre Engel.
Sehr gute Ansätze, aber ich frage dich warum in die Ferne schauen, wenn es bei uns so viel zu holen gibt. Es gibt so viele Flüchtlinge in diesem Land, also Menschen, die vom Krieg und Elend geflohen sind. Denen könnte man Verständnis entgegen bringen, unter die Arme greifen oder sogar aktiv helfen. Oder einfach mal etwas für die Obdachlosen in diesem Land etwas tun. Entweder mit Geld und Spenden oder einfach mal dadurch in dem man 1 Tag in der Woche z.B. bei den Täfeln mithilft. Ich habe das letztere mal eine Zeit lang getan und kann nur positives berichten. Es tut sehr gut anderen zu helfen und man fühlt sich wie ein besserer Mensch. Also ist sogar etwas Eigennutzen mit dabei. Sehr zu empfehlen falls du etwas in der Richtung bewegen möchtest :)

VlG
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Nicole Fritz
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 20 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Delfinium hat geschrieben: Fr 29. Jun 2018, 10:23 Meiner Meinung nach ist die Gesellschaft krank und verdorben, hören nichtmehr auf Ihre innersten Gefühle, lästern über andere, brauchen Statussymbole, denken sie müssen unbedingt Leistung erzielen und hinterfragen wenig. Sie sind egoistisch und machen sich um nichts Gedanken außer ihre liebsten... Obwohl wir doch alle irgendwie zusammengehören. Der moderne Mensch hat meiner Meinung nach vieles verlernt und mutiert zu einem Roboter.

Die meisten von Ihnen sind kleine Schäfchen, lassen sich mehr lenken als selbst etwas zu bewegen. Mitläufer
Hallo Delfinium,

mit Deiner Sicht auf unsere Gesellschaft sprichst Du mir regelrecht aus der Seele. Wenn ich aber lese, dass Du dich in Deiner Wohnung vergräbst und nur zwei mal die Woche aus dem Haus gehst, macht mich das sehr traurig. Das erinnert mich an das letzte Jahr in meiner Rolle als Mann. Der Mensch ist ein soziales Wesen und verkümmert, wenn er immer nur alleine ist. Was wäre, wenn mein Frauenkleider-Fetisch und damit Nicole nicht zum Leben erwacht wäre? Hätte ich mich da schon tot gesoffen, oder wäre ich noch auf dem Weg dort hin?

Meinen Platz in der Gesellschaft habe ich auch als Nicole nicht gefunden. Aber als Frau bin ich nicht mehr dieses dumme kleine A********, das immer nur das macht, was andere für richtig ansehen, und dabei immer unglücklicher wird. Wenn nun jemand gerne eine Schuld zuweisen möchte, war ich als Mann selber schuld an meinem Unglück, weil ich mich einfach nicht als die Person definiert habe, die ich wirklich bin. Ist das aber so einfach? Und wieso funktioniert das jetzt in meiner neuen Rolle als Frau? - Einfacher ist es doch nun wirklich nicht geworden.

Ich denke, mich selbst hat es in meinem Leben als Mann schlicht und einfach nicht gegeben - und damit auch kein Selbstwertgefühl. Da gab es kein Selbst, zu dem ich das Gefühl eines Wertes hätte irgendwie aufbauen können. Es gab nur eine antrainierte Selbstsicherheit, mit der ich mich immer mehr wie ein Lügner oder Verräter vorkam. So machte mich jeder Erfolg schließlich nur noch unglücklich und musste immer mit viel Alkohol "gefeiert" werden.

Aber: Es ist nicht DIE Gesellschaft krank und verdorben, sondern nur diejenigen, die zur Zeit noch der Mehrheit angehören. Doch was lange gärt, wird endlich Wut. Da stehen Du und Casa in dem Video bei Weitem nicht alleine da. Also sollten wir alle gemeinsam unsere Wut öffentlich hinaus brüllen, damit sich endlich etwas ändert. Und dafür haben wir in unserem (hoffentlich noch lange) demokratisch regierten Land ein Grundrecht in der Verfassung. Genau diesen Weg versucht jetzt Nicole einzuschlagen. Dazu muss sie aber erst ihre in Jahrzehnten heran gewachsene Sozialphobie überwinden. Und das geht nur langsam, Schritt für Schritt.

Kati hat geschrieben:
... Es gibt nichts gutes, außer man tut es!
Delfinium, du bist eine schöne junge Frau. Zeig das doch einfach diesen ganzen konservativ eingerosteten Jammergestalten, die sich letztlich nur für sinnlosen Konsum und krebsartiges Wachstum ihr Leben ruinieren. - Ich weiß, das ist nicht einfach, aber ich versuche es, obwohl es mit jung und schön bei mir lange vorbei ist.

LG Nicole
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 21 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Delfinium hat geschrieben: Fr 29. Jun 2018, 10:23 ...
Meiner Meinung nach ist die Gesellschaft krank und verdorben, hören nichtmehr auf Ihre innersten Gefühle, lästern über andere, brauchen Statussymbole, denken sie müssen unbedingt Leistung erzielen und hinterfragen wenig. Sie sind egoistisch und machen sich um nichts Gedanken außer ihre liebsten... Obwohl wir doch alle irgendwie zusammengehören. Der moderne Mensch hat meiner Meinung nach vieles verlernt und mutiert zu einem Roboter.

Die meisten von Ihnen sind kleine Schäfchen, lassen sich mehr lenken als selbst etwas zu bewegen. Mitläufer
...
Sorry, mir ist das viel zu klischeehaft. Und trotzdem muss ich Dir in gewisser Weise zustimmen. Ich beobachte sowohl in der Gesellschaft, wie auch beim Einzelnen (auch bei mir) immer wieder Widersprüche im Denken und Handeln. Und wenn ich die Geschichte betrachte, sehe ich keine wirklichen Unterschiede zu heute, was diese Widersprüche betrifft.

Für mich ist der entscheidende Punkt, wie ich mit diesen Widersprüchen umgehen und leben kann. Frei nach Watzlawick scheint mir der Satz: Man kann nicht, nicht zur Gesellschaft gehören. Auch ein "Nicht-Verhalten" beeinflusst die Gesellschaft. Aber welche Botschaft wird hier vermittelt ? Trans will nicht zur Gesellschaft gehören ? Ist das eine gute Botschaft ?

So sehr Du auch Missstände beobachtest, Du wirst die Welt nicht retten können. Ich finde das sehr entlastend, entbindet mich aber nicht, auf meiner Ebene wirksam zu werden. Dabei lasse ich mir nicht vorschreiben, was und wie ich tätig werde. Meistens ist das ein Hinterfragen von Klischees, um ein Denken anzuregen. Und wenn ich noch so sehr von meiner Meinung überzeugt bin, Aufzwingen kann man gar nichts.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 22 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Ich sehe plötzlich zwei sehr verschiedene Dinge, die aber zusammen gehören und irgendwie eins werden.
Platz in der Gesellschaft.
Da ist zum einen die Gesellschaft. Eine furchtbar schlechte, eigentlich völlig unzumutbare Gesellschaft. Aber immer noch die beste, die wir haben.
Ich denke Nicole und dunkles Sternchen sind Beispiele für Menschen, die an der Schlechtheit dieser Gesellschaft leiden.
Warum geht es mir nicht so? Ich brauch nicht weit zu schauen um Tatsachen zu sehen, die doch eigentlich garnicht auszuhalten sind.
Irgendwo in mir drin ist eine Sicherung, die all das ausblendet. Etwas, das mich in dem ganzen Chaos eine Blume am Wegesrand sehen und sie als schön empfinden lässt.
Ich bin süchtig nach diesem angenehmen Gefühl, nach Harmonie.
Schlecht für die Menschheit, weil ich dadurch als Kämpfer für eine bessere Welt ausfalle, aber gut für mich weil für mich die Welt nicht so grausam ist wie für andere.

So viel zur Gesellschaft. Und mein Platz darin?
Seit ich mich davon losgesagt habe dem männlichen Geschlecht anzugehören fühle ich mich von vielen Zwängen befreit, die mich vorher so bedrückt haben.
Natürlich bin ich mir bewusst wie ich aussehe.
Mein Passing ist wesentlich schlechter als Nicoles, ich wirke auf andere eben wie ein Kerl in Frauenkleidung, bestenfalls wie irgendwas undefinierbares.
Aber das ist mir egal, frei nach Adenauer, die einen kennen mich, die anderen können mich.
Ob man mir das anmerkt?
Ich stehe im Rock mit meinen deutlich sichtbaren Brüsten vor einem Mitarbeiter vom Baumarkt, krame mit meinen lackierten Fingernägeln in meiner Handttasche nach meinem Notizzettel und rede mit dem freundlich lächelnden Mann, der das alles als das natürlichste von der Welt zu sehen scheint.
Ich fühle mich unendlich frei!
Ich stehe im Supermarkt an der Kasse, die Kassiererin schaut mir nicht auf die Brüste, sondern in mein unrasiertes Gesicht und wünscht mir - wie immer - einen schönen Tag.
Ich fühle mich unendlich frei!
Ich sitze in meinem lieblings-Schwimmbad im Whirlpool, komme mit wildfremden Menschen ins gespräch, die mein äusseres garnicht zu bemerken scheinen.
Ich fühle mich unendlich frei!

Ja, ich habe einen Platz in dieser Gesellschaft weil diese Gesellschaft mich leben lässt wie ich bin.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 23 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Ja, dass wollte ich auch nochmal gesagt haben. Vielleicht gibt es ja für Leute wie uns keinen idealen, schönen, utopischen oder funktionierenden Platz auf der Welt. Aber innerhalb der falschen ist die BRD noch eines der besten. Ich habe mich schon öfters gefragt, warum es nicht Orte oder Siedlungen mit Transmenschen auf der Welt gibt, wo die Norm halt TS Sein oder meinetwegen CD Sein ist. Wo nur Leute herumlaufen, die das leben oder denen das bewusst ist. Interessant wäre es auf jeden Fall.
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 24 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Jul 2018, 13:45...Orte oder Siedlungen mit Transmenschen auf der Welt gibt, wo die Norm halt TS Sein oder meinetwegen CD Sein ist...
Ne, das würde ich nicht wollen.
Lieber mit jeder Sorte Mensch zurecht kommen.

Die schlimmsten Widerstände, auf die ich bisher gestoßen bin, waren alle nur in meinem Kopf.
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 25 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Joe95 hat geschrieben: Mo 2. Jul 2018, 14:25
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Jul 2018, 13:45...Orte oder Siedlungen mit Transmenschen auf der Welt gibt, wo die Norm halt TS Sein oder meinetwegen CD Sein ist...
Ne, das würde ich nicht wollen.
Lieber mit jeder Sorte Mensch zurecht kommen.

Die schlimmsten Widerstände, auf die ich bisher gestoßen bin, waren alle nur in meinem Kopf.
Mir recht, dann bleibst du halt hier unter den Hatern :)

Ich hätte keine Probleme eine Zeitlang als "normal" angesehen zu werden.

Aber jedem Tierchen sein Pläsierchen, ne war ? Also bloß kein Stress (dr)
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 26 im Thema

Beitrag von Luna »

Hallo zusammen,
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Jul 2018, 13:45 Ich habe mich schon öfters gefragt, warum es nicht Orte oder Siedlungen mit Transmenschen auf der Welt gibt, wo die Norm halt TS Sein oder meinetwegen CD Sein ist. Wo nur Leute herumlaufen, die das leben oder denen das bewusst ist. Interessant wäre es auf jeden Fall.
Aber wäre das nicht furchtbar fad? Und was wäre, wenn dort jemand leben wollte, der nicht Trans* ist? Dürfte der trotzdem dort leben? Oder hätten all die Transmenschen dann nur das Recht auf Besuch von Leuten, die nicht der Norm entsprechen? Was wäre mit den Partnern, den Familien, Freunden usw.?
Ich will in meiner ureigenen Art nicht ausgegrenzt werden und da kann es keine Lösung sein, einen geschützten Raum zu schaffen und alle anderen auszugrenzen, die nicht so sind wie ich oder die (in so einem Ort dann vorhandene) Mehrheit. Das System haben wir ja hier schon.
Ich hätte lieber einen Ort, an dem jede Geschlechtsidentität vorurteilslos akzeptiert und geschätzt wird, an dem gerade keine "Norm" vorgibt, wie sich Mänlein, Weiblein und alles was dazwischen liegt tunlichst zu verhalten haben.

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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 27 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Jul 2018, 16:24... (dr)
(dr)
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 28 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Luna hat geschrieben: Mo 2. Jul 2018, 17:29 Hallo zusammen,
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 2. Jul 2018, 13:45 Ich habe mich schon öfters gefragt, warum es nicht Orte oder Siedlungen mit Transmenschen auf der Welt gibt, wo die Norm halt TS Sein oder meinetwegen CD Sein ist. Wo nur Leute herumlaufen, die das leben oder denen das bewusst ist. Interessant wäre es auf jeden Fall.
Aber wäre das nicht furchtbar fad? Und was wäre, wenn dort jemand leben wollte, der nicht Trans* ist? Dürfte der trotzdem dort leben? Oder hätten all die Transmenschen dann nur das Recht auf Besuch von Leuten, die nicht der Norm entsprechen? Was wäre mit den Partnern, den Familien, Freunden usw.?
Ich will in meiner ureigenen Art nicht ausgegrenzt werden und da kann es keine Lösung sein, einen geschützten Raum zu schaffen und alle anderen auszugrenzen, die nicht so sind wie ich oder die (in so einem Ort dann vorhandene) Mehrheit. Das System haben wir ja hier schon.
Ich hätte lieber einen Ort, an dem jede Geschlechtsidentität vorurteilslos akzeptiert und geschätzt wird, an dem gerade keine "Norm" vorgibt, wie sich Mänlein, Weiblein und alles was dazwischen liegt tunlichst zu verhalten haben.

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Eyyyyk komm mal runter. Aaaalso, das Ganze ist eine Utopie und keine KZ für Transen. Daher Ein- und Ausreise ist jederzeit möglich. Leute die Besuchen wissen ja wen sie Besuchen daher werden sie nicht empört aus der Fassung fallen und rumgiften. Es ist nur so, dass die Mehrheit die Norm definiert also würde eine Siedlung voller CDs/TSses eine eigene Norm kreieren, an welche sich dann die Leutchen halten würden. Ich hatte mal einige (Homo) Freunde in einer Firma wo ich gearbeitet habe und die hatten mal eine Gaycruise (also Schwule Kreuzfahrt) gebucht und später geschildert, dass da über Wochen eine Gesellschaft voller Transen, Gays, Lesben etc. zusammen abfeiern. Wenn ich jetzt nicht so verbissen hetero wäre, wäre das doch eine Überlegung wert.
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 29 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Also, ich muss dazu sagen, dass ich durchaus stealth lebe und wenig Probleme habe. Ich bin vielleicht nicht unbedingt hübsch oder so, aber ich komme gesellschaftlich im Sinne "Frau" gut klar.

Vielmehr bin ich es selbst - mein Verstand, mein Charakter - der irgendwie immer wie aneckt. Ob und wieweit da das Lebens als Frau eine Rolle spielt, kann ich nur schwer einschätzen. Sicher, es hat seine Rolle, aber keine spielentscheidende. Genderbedingt werden wir nur wenig Gehässigkeiten entgegengebracht, eher eine Art Gleichgültigkeit, weil man nicht so hübsch ist.

Ich musste das durchaus schon öfter zur Kenntnis nehmen, dass hübsche Mädels/Frauen da bevorzugt behandelt werden. Ich muss 200% bringen, damit es wertungsgleich ist. Und Männer erfahren sowieso mehr Wertschätzung, vor allem in technischen Dingen. Frau sein = schlechte Karten, hässliche Frau sein = ganz schlechte Karten. Das mag durchaus leicht überspitzt sein, aber so läuft es tatsächlich und die Medien lügen da auch nicht und bringen ja hin und wieder Berichte darüber.

Und ich möchte mir auch nicht ausmalen, wie es dann läuft, wenn man erkennbar als TS lebt. Die Menschen tun immer so tolerant, aber das ist einzig und allein der Moral geschuldet, nicht etwa einer innen Handlungsweise folgend.
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Re: Platz in der Gesellschaft?

Post 30 im Thema

Beitrag von Anja »

Hallo Sternchen,

das ist ja mal ein ungewohnt positiver Beitrag von dir, gefällt mir! :-)
Du schreibst ja, das du gesellschaftlich gut klar kommst und wenig Probleme hast. Das dein Charakter aneckt, zeigt doch erstmal nur, das du welchen hast...
Jemand, der 1.000 "Freunde" hat und den alle mögen, der kann ja keinen Charakter haben. Es gibt halt immer Leute die einen so mögen wie man ist, und es gibt Leute die einen nicht mögen. Das ist völlig normal und trifft auf alle Menschen zu.
Du machst viel an deinem Äußeren fest und begründest das damit, das andere das ja auch tun. Das heißt aber nicht, das das richtig ist bzw. das man das auch so machen muss. Die schönen Frauen werden bevorzugt...
Und viele tun auch genau das nicht.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Di 3. Jul 2018, 02:35 Und ich möchte mir auch nicht ausmalen, wie es dann läuft, wenn man erkennbar als TS lebt. Die Menschen tun immer so tolerant, aber das ist einzig und allein der Moral geschuldet, nicht etwa einer innen Handlungsweise folgend.
Das möchte ich so nicht stehen lassen. Klar die Outings werden weniger, aber ich hatte ja in einem anderen Thread geschrieben, das ich am Wochenende wieder ein positives Erlebnis diesbezüglich hatte. Und daraus entstand ein sehr nettes Gespräch, so ist es bei mir schon häufig gewesen. Und ich kann nicht glauben, das mir die Akzeptanz immer nur vorgespielt wurde. Meine Frau hat da übrigens ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn sie jemandem von ihrer Frau (die mal ein Mann war) erzählt hat.
Wir haben durchweg positive Rückmeldungen bekommen. Wir gehen aber auch ganz offen mit dem Thema um.
Das, was du geschrieben hast, mag auf einige Menschen zutreffen, aber sicher nicht auf alle...

Anstatt sich immer darauf zu konzentrieren was andere Leute so denken, machen, sagen, gemeint haben könnten usw. kann man sich auch so gut finden wie man ist und die Meinung anderer ignorieren.
Und wie ich schon mehrfach schrieb, was soll das bringen sich mit geborenen Frauen zu vergleichen? Da sind wir eh grundsätzlich im Nachteil.
Die Fotos, die ich von dir kenne, zeigen jedenfalls eine hübsche Frau - für meinen Geschmack (smili)
Irgendwann erkennst du das auch!

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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