Ich war schon spät dran und kam auch wirklich zwei Minuten vor dem Termin an. Dummerweise war da etwas schief gelaufen und ich musste eine halbe Stunde warten. Hätte ich das mal früher gewusst, ich hätte nicht so eilen müssen. Egal, ich habe ein Cafe in der nähe aufgesucht und mir in Ruhe einen Milchkaffee zu Gemüte geführt. Die junge Frau, die mich bediente, war sehr freundlich und gut gelaunt. Die anderen Gäste nahmen mich kaum zur Kenntnis.
Nach meinem Termin wollte ich eigentlich gleich nach hause, aber ich hab es mir anders überlegt. Ich bin dann ins Zentrum, hab beim Karstadt in der nähe des Neumarkt geparkt. Da fand ich nix interessantes und bin dann zur Breite Straße raus. Das Wetter war nicht wirklich warm, gerade noch angenehm und trocken. Die Straßen waren voller Menschen aller Couleur. Ich war ein Mensch unter Menschen, nicht mehr besonders als viele. Und ich fühlte mich einfach nur Sauwohl. In der Hohe Straße bog ich nach rechts ab Richtung Kaufhof. Früher war ich öfter da, aber das ist lange her und ich erkannte nicht mehr viel wieder. Irgendwo da hab ich damals immer Crepe gekauft... Scheint nicht mehr da zu sein. Trotzdem war es sehr interessant, sowohl die Läden als auch die Menschen. Irgendwelche Bettlerinnen, der Hautfarbe nach hielt ich sie für Inderinnen, verteilten Rosen und wollten dann aber vier Euro "für die armen Kinder". Egoistisch wie ich bin wollte ich mein knappes Geld aber zu meinem eigenen Vergnügen ausgeben. Da half auch die Anrede "schöne Prinzessin" nicht
Beim Kaufhof dann nach rechts, am "Elefantenpxxxel" (komisch, hzab den irgendwie garnicht wahrgenommen, der wird doch nicht weg sein???) vorbei.
Auf der Schildergasse kam ich an einer Parfümerie vorbei... äh... eben nicht vorbei. Drei Angestellte standen zum kobern im Eingang. Eine bildhübsche, junge Dame sprach mich an und wollte mir - natürlich ganz unverbindlich - ihre Produkte näher bringen. Natürlich wollte ich ablehnen, aber andererseits genoss ich auch wie sie sich um mich bemühte.
"Wenn sie sich so bemühen und ich nichts kaufe habe ich nachher ein schlechtes Gewissen" sagte ich. "Nein" antwortete sie, "das ist mein Beruf und ich liebe meinen Beruf!" Sie führte mir dann ein Peeling-Gel vor, das wirklich eine sensationelle Wirkung zeigte. Das auch noch zum halben Preis. Ich hätte es glatt genommen - wenn ich denn sechzig Euro übrig gehabt hätte.
Sie hat dann auch noch dieses Foto von mir gemacht. Nachdem ich meine Crepe ja schon nicht bekommen habe gönnte ich mir etwas bei Burger King.
Die Bedienung war ebenfalls eine junge Frau. Sie schien etwas gestresst und missgelaunt, aber auch routiniert und professionel.
Ich war gut gelaunt und freundlich zu ihr. Scheinbar ist das bei ihr angekommen. Als sie mir mein Essen gab sagte sie "bitteschön, die Dame" und das klang keineswegs sarkastisch oder so.
Bald danach erreichte ich den Neumarkt und dann auch das Parkhaus.
Noch in Köln kam ich zufällig neben einer Strassenbahn zu stehen. Irgendwie war ich auf das Geschehen vor mir konzentriert. als ich dann doch zur Strassenbahn schaute stand ich direkt neben der offenen Tür. Drinnen stand eine junge Frau und telefonierte, schaute mich aber sehr interessiert (neugierig halt) an. Als sich unsere Bicke trafen mussten wir beide grinsen.
Keine Ahnung wer was über mich gedacht hat, aber ich bin unzähligen Menschen begegnet, die mich angelächelt oder wenigsten freundlich geschaut haben. Unfreundliche Blicke habe ich nur zwei mal bemerkt, einmal bei einem älteren Mann unbestimmbarer Nationalität und einmal bei einer Frau, die gerade aus einem Laden trat als ich vorbei ging. Die machte allerdings schon ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter bevor sie mich bemerkte.
Es war nur ein Vormittag, aber so einen schönen habe ich schon lange nicht mehr erlebt.