Mein Mann in Frauenkleidung
Mein Mann in Frauenkleidung - # 4

JaquelineL
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 46 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Anne-Mette hat geschrieben: So 3. Dez 2017, 14:47 insofern bitte ich um Zurückhaltung bei der Bewertung anderer Menschen.
Viele UserInnen und ihre Angehörigen haben "schwere Zeiten" hinter sich, haben diskutiert, haben geweint, habe Lösungen gesucht...
Einige haben Lösungen gefunden - und andere nicht.
Bitte nicht davon ausgehen, dass das so leicht und "mal eben" passiert ist.
interessant, dass Du Dich *jetzt* einschaltest - ich dachte zuerst, dass Du die zahlreichen, teils sehr angreifenden Kommentare im Vorfeld meintest. Wie so häufig sind die Argumente in beide Richtungen lesbar und erst durch den Bezug zum Ursprungsbeitrag dem einen oder anderen Lager zuzuordnen.

Vielleicht aber haben sich die vielen Beitragenden des Forums, ausdrücklich auch in verschiedenen jüngeren anderen, nicht zu Betty in Bezug stehenden Diskussionen, lediglich für eine harmonische Vorweihnachtszeit in Stellung gebracht und Aggressivität schon mal vorab abgelassen :cry:

Viele Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
Anne-Mette
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 47 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

auf was sich mein Beitrag bezieht, müsste doch klar sein (?)
Auf was willst Du hinaus?

Gruß
Anne-Mette
Aria
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 48 im Thema

Beitrag von Aria »

betty hat geschrieben: So 3. Dez 2017, 13:08 Mein mann und ich führen eine wertschätzende und respektvolle Ehe, und wir wissen beide, was der andere alles leistet. Ich denke auch nicht, das er sich in die Rolle der Frau flüchtet, weil er im normalen Leben den starken Mann spielen muss. Ich denke, die Zeiten sind vorbei. In der der Mann die Familie versorgen muss und der Fels in der Brandung sein muss. Das Familienbild mag es bestimmt noch geben, aber so leben wir nicht.
Es ist nach wie vor so, wenn ich versteckte Sachen von ihm finde, das ich so wütend werde und ekel empfinde, das ich mich übergeben muss.
Ich habe ihn gebeten, alles aus unserem Haus zu entfernen. Ich werde es nicht "dulden", das unsere Kinder etwas davon finden.
Natürlich würde ich mich schämen, wenn es Familie, Freunde und Nachbarn wüssten. Das hat auch nichts mit seinem passing zu tun. ( wie schon in einem Bericht vorher angedeutet wurde). Und ja, trotzdem liebe ich meinen Mann.
Ich stehe auf Männer und habe keinerlei lesbische Neigungen.
Kannst du mal ganz klipp & klar definieren, was du hier von uns und schlussendlich auch von deinem Mann willst?
¡no lamento nada!
Karla
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 49 im Thema

Beitrag von Karla »

Hallo Betty,
betty hat geschrieben: So 3. Dez 2017, 13:08 ..
Ich habe ihn gebeten, alles aus unserem Haus zu entfernen. Ich werde es nicht "dulden", das unsere Kinder etwas davon finden.
Natürlich würde ich mich schämen, wenn es Familie, Freunde und Nachbarn wüssten. Das hat auch nichts mit seinem passing zu tun. ( wie schon in einem Bericht vorher angedeutet wurde). Und ja, trotzdem liebe ich meinen Mann.
Ich stehe auf Männer und habe keinerlei lesbische Neigungen.
Kann es sein, daß Deine Scham Dein größtes Problem ist?

Ernie Reinhardt, besser bekannt als Lilo Wanders, hat die Doppelrolle recht gut hingekriegt! - Als Mann hätte "sie" manches nicht so bringen dürfen!
Conchita Wurst, Mary & Gordy, Wommy Wonder, Olivia Jones, die Liste ließe sich noch länger fortsetzen...
...das sind ein paar von denen, die mit der Doppelrolle spielen.

Ein paar, die das nicht konnten und die daher den kompletten Weg gegangen sind:
Bruce/Caitlyn Jenner: OlympiasiegerIn Zehnkampf München 1972 - und dann mit Corsage auf dem Vogue-Cover
Yvonne/Balian Buschbaum
eine Richterin am BGH
Lynn Conway
...
gibt es da einen Grund für Scham?
LG Elly
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 50 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Sorry, aber warum kann denn niemand akzeptieren, dass eine Ehefrau Ekel empfindet, wenn sie ihren Mann in Frauenkleidung sieht ? Ihr wollt ja schließlich auch in Eurem Wesen akzeptiert werden, oder ?

Betty hat offensichlich ein tief sitzendes Problem damit. Aber damit muss sie fertig werden. Und nein, sie muss es auch nicht akzeptieren. Welchen Lösungsweg sie für sich selber finden, ist ebenfalls ihre Angelegenheit. Die Alternative "Trennung" oder "Abschwören" ist viel zu sehr schwarz-weiß. Es gibt viele andere Möglichkeiten. Das ist aber mit Arbeit verbunden. Und nicht zu vergessen, dass auch den Mann von Betty sich anpassen kann. Wie die Situation weiter gehen soll, ist aber nicht unsere Sache. Ratschläge sind auch nur Schläge.

Mit dem Begriff "Transphobie" zu agieren, ist in meinen Augen ebenfalls mehr als nur unglücklich. Damit wird, je nach Interpretation, eine Störung impliziert. Ist es das, was Ihr damit meint ?

So etwas nützt niemandem und schafft nur unnötige Konflikte. Ich halte es für wesentlich sinnvoller, wenn Ihr Eure Situation beschreibt und überlasst es Betty, sich das heraus zu holen, was für sie passt und was sie nutzen kann. Alles andere ist in meinen Augen übergriffig.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 51 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich möchte gern zwei Aspekte festhalten:

1) Sie hat uns gefragt, indem sie in dem Thema, das eigentlich einen anderen Anlass hat, gepostet hat; insofern ist wohl klar, dass es auch Antworten gibt.
Dabei spreche ich von "Antworten" nicht "Lösungen".
2) Sie spricht selbst von "vielleicht Transphobie" viewtopic.php?p=183781#p183781

Gruß
Anne-Mette
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 52 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Anne-Mette hat geschrieben: Mo 4. Dez 2017, 09:02
1) Sie hat uns gefragt, indem sie in dem Thema, das eigentlich einen anderen Anlass hat, gepostet hat; insofern ist wohl klar, dass es auch Antworten gibt.
Dabei spreche ich von "Antworten" nicht "Lösungen".
2) Sie spricht selbst von "vielleicht Transphobie" viewtopic.php?p=183781#p183781
Das ist richtig, aber:

zu 1) Ich habe ja auch nichts gegen Antworten. Ich halte in diesem Kontext aber viel von "Ich-Aussagen". Hattest nicht Du geschrieben: "... da bleibt wohl nur noch eine Trennung..." Ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus Lösungen gibt, bei der sich beide entwickeln und aufeinander zugehen. Das wäre mMn die konstruktivere Antwort. Es gibt immer mehr als nur ein "Entweder-Oder". Aber die Gefahr, dass sich beide aufreiben, wenn sie auf ihren Standpunkten beharren, sehe ich auch.

zu 2) Selbst wenn sie selbst davon spricht, muss man dann in das gleiche Horn stoßen ? Ich meine nein. Unter einem transphoben Menschen würde ich jemanden verstehen, der nicht bereit ist, sich mit Trans-Themen zu beschäftigen. Genau dazu ist Betty nach eigenen Angaben bereit und macht sie wohl auch. Und das möchte ich in den Vordergrund stellen, nicht die Probleme, die sie dabei hat.

Für mich beinhaltet eine Kooperation die Fähigkeit, die Bedürfnisse des Anderen zu erkennen und zu akzeptieren. In der Paararbeit ist das die Anerkennung der Unterschiede zum Anderen. David Schnarch nennt das "Differenzierung". Man muss die Unterschiede nicht toll finden, aber man muss dann Mittel und Wege finden, damit zu leben. Das schließt die Trennung nicht aus, aber es ist auch nicht die zwanghafte Akzeptanz, die in Sätzen wie "akzeptiere Deinen Mann so wie er ist", steckt. Dieses Entweder-Oder ist mir zu einfach. Wie wäre es mit einem Sowohl-als-auch ?

:)p

Edit: Präzisierung
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Mo 4. Dez 2017, 14:10, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 53 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo zusammen,

ich finde bettys Worte hier sehr bewegend:
betty hat geschrieben: Mi 29. Nov 2017, 12:45 Es würde unser Leben um so vieles erleichtern, wenn ich es akzeptieren bzw tolerieren könnte.
Mir gefällt diese Situation, wie wir sie haben ganz sicher nicht. Es ist unglaublich traurig und belastend, wenn du jemanden liebst, aber so etwas so gravierend dazwischen steht.
Letztes Jahr hatte betty eine schlimme Zeit, nachdem sie es frisch von ihrem Mann erfahren hatte.
Sie hat es versucht, die Ratschläge von damals zu befolgen, sonst wäre sie wohl nicht auf einem Stammtisch gewesen.

Auch hier wieder kennen wir die reale Situation von betty und ihrem Mann nicht, was sie wirklich verbindet - und da gibt es wohl einiges, sonst könnten die oben zitierten Worte nicht entstehen.

Viele haben ihre Erfahrungen gemacht, sonst würde man hier nicht schreiben, dass es wohl besser wäre, sich in dieser Situation zu trennen.
Wenn man an dem Punkt ist, an dem man für sich erkennt, dass die Beziehung für beide keinen Sinn mehr macht, dann muss man handeln.
Vielleicht sind die beiden noch nicht an dem Punkt, diese endgültige Entscheidung treffen zu müssen.

Ich vermute, dass betty immer noch selbst im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht, an sich zu arbeiten und ihren Beitrag zu der Beziehung zu leisten.

Vielleicht gibt es auch noch Lösungswege auf die wir noch nicht gekommen sind.
Und es gilt zu bedenken, dass es noch einmal anders ist, ob ein Mann - warum auch immer - zeitweise in die Rolle der Frau schlüpft oder nicht mehr anders kann als 24/7 als Frau zu leben.

Wäre ich in bettys Situation und könnte nicht mehr, dann würde ich hier weder schreiben noch kämpfen, sondern mich schlicht trennen und versuchen, mein Leben neu zu finden, würde hier keine Energie mehr mit lesen/schreiben verschwenden.

Man muss auch anerkennen können, dass es Menschen gibt, die damit nicht zurechtkommen und diese so sein lassen können, wie sie sind.
Das ist schwer, besonders für mich, denn ich glaube, es gibt nichts, was man nicht lösen kann.

Es ist auch an uns, Wege zu finden, um mit Menschen mitfühlend umgehen zu können, die sich mit uns schwertun.

Die, die von Trennung geschrieben haben, sind durch ihre Erfahrungen schon durch gegangen und sehen das natürlich aus einem anderen Blickwinkel, dennoch ist es nicht jeder Verlauf gleich.

Ein besinnlicher Drache
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Gedankenstille
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Anne-Mette
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 54 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wenn es so schlimm steht, dass die Partnerin sich übergeben muss, wenn...
dann bestärkt das doch die auch von ihr vermutete Eigenschaft "Transphobie". Deutlicher habe ich das noch in keinem anderen "Fall" gesehen.
Für mich beinhaltet eine Kooperation die Fähigkeit, die Bedürfnisse des Anderen zu erkennen und zu akzeptieren.
Sie hat doch nun etliche Male und NACHDRÜCKLICH betont, dass das bei ihr nicht möglich ist.

Deshalb habe ich auch geschrieben - und ich bitte darum, dass das böse Wort Trennung nicht nur in einem eigenbewerteten Zusammenhang gesehen wird, sondern dass der ganze Satz gelesen wird:
... da bleibt wohl nur noch eine Trennung...

Entweder trennt Dein Mann sich von allem, das Dir Übelkeit verschafft - oder ihr trennt euch. So geht ihr beide kaputt.
Manchmal gibt es keine Kompromisse.

Gruß
Anne-Mette
Michi
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 55 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo,

ich fühle mich auch angesprochen ... gescholten ... dafür, dass ich die möglichen Folgen aufgezeigt habe.

Dabei ist es keineswegs so, dass ich ein Freund und Beführworter schneller Trennungen bin. Ganz in Gegenteil halte ich solch einen Schritt für die Lösung, die man nur im allerschlimmsten Falle wählen sollte.

Ich empfinde Bettys Beiträge als Hilferufe, so wie auch die liebe Drachenfrau das festgestellt hat. Ansonsten würde Betty hier nicht mehr schreiben.

Deswegen habe ich auch in der Vergangenheit versucht, das Problem von Betty und ihrem Partner aus Blickwinkeln zu beleuchten, habe auch versucht, ihr Mut und Kraft zuzusprechen. Doch nach ihrem letzten Ausbruch, wo sie drastisch ihre Gefühle beschrieb, wie angewidert sie nicht nur ihren Partner, sondern auch andere von uns sieht, wusste ich mir keinen weiteren Rat mehr, als ihr die möglichen Konsequenzen aufzuzeigen.

Ja, ich sehe es so, dass man doch irgendwann mal an einem Punkt ankommt, wo man alle Optionen auf den Tisch packen, ehrlich darüber nachdenken und eine Entscheidung treffen muss. - Es sei denn, man möchte in seinem Leid untergehen. - Nein! Es bringt Keinem etwas, sich wie Rumpelstiezlchen aufzuführen, sich keinen Milimeter zu bewegen, statt dessen nur wütend auf der Stelle zu springen und auf seiner unerfüllbaren Position zu beharren.

Ich kann nicht beurteilen, welche Intentionen hinter Bettys Beteiligung hier im Forum stehen, oder hinter dem einen Stammtischbesuch.

Grundsätzlich möchte ich ihr da keine unredlichen Absichten unterstellen, und das, obwohl(!) ich auch gegenteilige Erfahrungen gemacht habe. (Das hatte bei mir damals nicht mal was mit dem Trans-Thema zu tun.)


@Vicky

Grundsätzlich verstehe ich was du meinst. Aber ich fände es dennoch besser, sich mal nicht so auf den einen Beitrag von Anne-Mette zu fokusieren.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 56 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Grundsätzlich kennen wir ja noch nicht mal die Beweggründe des Mannes, warum er gern in die Rolle einer Frau schlüpft (oder hab ich was überlesen?).
Ist es schlicht der Spaß an der Verwandlung? Ist es ein Fetisch? Ist es vielleicht eine Art "Druckausgleich"? Steckt da vielleicht viel mehr dahinter, was jetzt so langsam ans Tageslicht kommt, was immer stärker wird?
Man weiß es nicht und von daher ist es auch schwierig, irgendwelche Ratschläge zu geben.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 57 im Thema

Beitrag von ulla »

Hallo Lea
Bin davon überzeugt ,nicht alle von uns wollen in einer Schublade Mann oder Frau eingeordnet werden.
Für mich persönlich,zählt nur der Mensch der unter seiner Kleidung steckt.
Das herüberkommen im anderen Geschlecht fällt nicht unbedingt jedem leicht.
Sollten jedoch trotzdem Wert,auf gepflegtem Äußeren legen.Dann gibt es auch Unterwegs keine Probleme.
Klar kommt es mal vor,daß Biomenschen auf uns noch neidisch werden.Sowas finde ich echt saudumm.
Wieso wir ohne der Bekleidung des anderen Geschlechts,nur bedingt leben können,ich weiß es nicht.
Sollten uns vom Mieder bis Mantel echt wohlfühlen.
Ulla
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 58 im Thema

Beitrag von Cybill »

Ähm...

Nur mal kurz zurück zur Stellungnahme von Betty. Ich sehe keine einvernehmliche Lösung für die Beziehung. Es hilft uns und Betty an dieser Stelle nicht, wenn wir uns in Wortglaubereien ergehen.

Für Betty sollte eines klar sein: es gibt keinen Weg zurück. Die Veranlagung, die ihr Gatte und auch die Meisten in diesem Forum teilen, ist weder therapierbar noch eine "Phase". Es gehört zum Betroffenen wie die Augenfarbe oder die Körpergröße.

Betty hat in ihren Beiträgen klar gemacht, dass für sie ein Kompromiss keine Option bedeutet. Ich sehe auf Grund ihrer klaren Worte an dieser Stelle auch keine Lösung.
Was jedoch klar sein dürfte ist die Tatsache, dass beide in ihrer Beziehung zutiefst unglücklich sind.

Der "godfather of" Paartherapie, David Schnarch, bringt es auf den Punkt:
"Wenn in einer Krise beide unglücklich sind, dann ist es bereits ein Erfolg, wenn einer glücklich wird."

Das kann durchaus auch in der Beendigung einer Beziehung enden. Denn erst dadurch haben beide die Möglichkeit Glück und Zufriedenheit zu finden.

Ganz nebenbei bemerkt: eine Beziehung -auch eine Ehe- als ein gemeinsames Projekt anzusehen, bei dem beide Seiten zum Zwecke des "schönen Scheines" gute Mine zum bösen Spiel machen, ist der sichere Weg ins Unglück!

Ich hoffe Betty liest noch mit.

- Cy (heute in ihrer Eigenschaft als Fachfrau für "Erleben und Verhalten")
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Mein Mann in Frauenkleidung

Post 59 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Was jedoch klar sein dürfte ist die Tatsache, dass beide in ihrer Beziehung zutiefst unglücklich sind.
Das halte ich nicht für eine Tatsache, sondern für eine mutige These. Genauer gesagt, ich mache ein Fragezeichen an den Teil "in ihrer Beziehung".

Gerade David Schnarch hat auf die Akzeptanz der Unterschiede hingewiesen und dass dadurch die Beziehung eine neue Qualität bekommt. Sie wird dadurch wesentlich entlastet, gerade weil man sich den/die Partner/in weniger aus seiner persönlichen Sicht und seinen persönlichen Wünschen sieht. Scheinbar kommt dadurch mehr Distanz in die Beziehung, aber tatsächlich befreit man sich nur von falschen Vorstellungen.

Ich meine, genau das liegt in diesem Fall vor. Die Ansichten, die Betty von ihrem Mann hat, entsprechen nicht ihren eigenen Vorstellungen oder viel mehr den Vorstellungen von denen Betty glaubt, es seien ihre eigenen. Ich glaube viel mehr, dass Betty in der misslichen Situation steckt, weil sie selber im eigenen Konflikt steht. Auf der einen Seite ihr Mann, der sich gesellschaftlich untypisch verhält und auf der anderen Seite die Erwartungen, die von anderer Seite an sie heran getragen werden. Die Frage, die sich für mich hier offenbart, ist die inwieweit Betty in der Lage ist, eine eigene emanzipierte Antwort auf den eigenen Konflikt zu finden. Die Situation mit ihrem Mann ist nur das Vehikel dazu.

Es kann durchaus sein, dass die Trennung die beste Möglichkeit ist. Das Entscheidende ist die Motivation, mit der diese Entscheidung getroffen ist. Ich interpretiere ihren Satz, dass ihr beim Anblick ihres Mannes in Frauenkleider schlecht würde, als das Bewusstwerden, dass sie dadurch in eine innere Zwangslage kommt. Dieser Anblick konfrontiert sie mit ihrem eigenen inneren Konflikt, der für sie sehr schwer wiegt. In diesem Fall wäre eine Trennung zunächst der falsche Weg. Das wäre ein Weglaufen von dem eigentlichen Problem. Mit dem nächsten Mann käme sie wieder in eine ähnliche Situation. Dann wäre der Mann vielleicht kein CD/TS, sondern er hätte wahrscheinlich etwas anderes, was nicht ihren Ansprüchen (oder besser gesagt den Erwartungen, die an sie heran getragen werden) genügt. Aus meiner Sicht ist sie es, die sich von diesen Erwartungen emanzipieren muss. Gerade ihre heftigen emotionalen Reaktionen sind Indizien, dass das dringlichste Problem in ihr selber steckt.

Beziehungen sind nicht dazu da, das man selber durch den Partner glücklich gemacht wird. Beziehungen sind der Treiber, sich mit sich selber zu befassen und zu reifen. In dieser Reifung steckt das Glück und vertieft die Beziehung, da man ehrlicher mit sich und dem anderen umgeht. Der Schlüssel sind die eigenen Emotionen, die idealerweise zur Frage führen, warum man selber emotional so stark reagiert. Erwarte ich vom Partner, dass er sich so verhält, wie ich es mir wünsche, überfrachtet die Liebe und die Beziehung. Das ist ein Kern der Schnarch'chen Sichtweise, die im Kern auch u.a. von vielen Anderen vertreten wird (Jürg Willi, Ulrich Clement, Lukas Möller etc.).
Viele Grüße
Vicky

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