Es diskutieren:
Prof. Dr. Stefan Hirschauer, Soziologe, Universität Mainz
Dr. Oliver Tolmein, Fachanwalt für Medizinrecht, Hamburg
Lucie Veith, Verein Intersexuelle Menschen, Schortens bei Wilhelmshaven
Gesprächsleitung: Michael Risel
https://www.swr.de/swr2/programm/sendun ... index.html
Gruß
Anne-Mette
Zum Hören: SWR2 Forum - Jenseits von Mann und Frau
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Anne-Mette
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Michi
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Re: Zum Hören: SWR2 Forum „ Jenseits von Mann und Frau
Vielen Dank.
Eine höchst interessante Diskussion, auch Pro und Contra Geschlechtseintrag im Geburtenregister bzw. Abschaffung der Kategorie Geschlecht.
Für alle, die sich nicht die Zeit nehmen wollen oder können, und als Einstieg in eine Diskussion hier mal eine kurze Zusammenfassung der vorgebrachten Argumente (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) und der Vesuch einer Einordnung:
Pro Kategorie Geschlecht und/oder 3. Option "Inter"
Eine höchst interessante Diskussion, auch Pro und Contra Geschlechtseintrag im Geburtenregister bzw. Abschaffung der Kategorie Geschlecht.
Für alle, die sich nicht die Zeit nehmen wollen oder können, und als Einstieg in eine Diskussion hier mal eine kurze Zusammenfassung der vorgebrachten Argumente (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) und der Vesuch einer Einordnung:
Pro Kategorie Geschlecht und/oder 3. Option "Inter"
- Wunsch nach Sichtbarmachung und Anerkennung der Andersartigkeit von Intersexuellen.
- Starker Wunsch der Mehrheit nach geschlechtlicher Einordnung.
- Zwangszuweisung Intersexueller in die Kategorie Mann oder Frau entfällt.
- Rechtssystem baut grundsätzlich auf Geschlechtskategorien auf.
- Probleme mit dem Grundgesetz befürchtet, wenn Geschlecht als Kategorie abgeschafft wird.
- Geschlechtseintrag wird gebraucht, um gegen Diskriminierung vorzugehen.
- Geschlechtseintrag ist eine rechtlich gefestigte Bastion für die "Wahrnehmung der Gesellschaft" (Was auch immer diese sein mag.)
- Die Sozialversicherungsnummer hängt am Geschlecht, ebenso ein Eintrag Krankenkassenkarte, und damit der Zugang zu medizinischen Leistungen.
- Jede Kategorisierung erzeugt automatisch einen Rest.
- Festigung der Normierung und die Zuweisung/Zuschreibung starrer Geschlechtskategorien.
- Fortsetzung der Ausgrenzung von Menschen und Minderheiten, die sich in keine der dann 3 Kategorien einordnen können oder wollen.
- Geschlechtskategorien im Rechtssystem immer weniger gebraucht.
- Grundgesetz muss sowieso geändert werden, wenn es nicht mehr nur Mann und Frau gibt. Also kann man auch Formulierungen finden, die ohne einen expliziten Geschlechtsbezug sind.
- Staatliche verordnete Sichtbarmachung des Geschlechts durch Benennung in amtlichen Dokumenten verhindert Diskriminierung nicht, sondern kann sie sogar verstärken.
- Was geht es den Staat an, welches Geschlecht man hat, wenn es doch in den allermeisten Fällen irrelevant ist.
- Privilegierung eines Geschlechts im Recht muss auch allen anderen zugestanden werden. Also ist die Unterscheidung überflüssig.
- Geschlecht ist keine Kategorie, die objektiv festgestellt werden kann.
- Beseitigung von bestehendem Unrecht.
- Hoffnung auf Beendigung der faktisch immer noch geübten Praxis geschlechtsangleichender Operationen bei intersexuellen Säuglingen und Kindern.
- Gleichheit ist ein Muss, und dahinter führt auch kein Weg zurück.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.