Aus eigener Erfahrung als Heulsuse glaube ich das es verschiedene Arten von Emotionen und Ebenen gibt, die Weinen auslösen.
Weinen unterdrücken? Wie soll den das gehen? Ich kann das nicht. Absolut nicht. Habe es nicht im Griff. Und dann geht es los. Der Klos steigt aus der Magengegend nach oben. Unaufhaltsam. Durch den Hals direkt aufs Heulzentrum und Tränendrüsen. In Situationen, in denen es nicht angemessen und unpassend ist.
Zuletzt bei einer Prüfung am Arbeitsplatz. Vor ca. 5 jahren. Da war ich 51!!! Ich hatte sie versemmelt. Und irgendwas drückte innerlich nach oben. Ich wusste, gleich gehts los. Wollte das nicht. Und weil ich das nicht schaffte, fühlte ich mich, wie häufig, als Versager. Da stand nun ein großer dicker und weißhaariger Mann da und heulte wie ein Kind!!! ----- Wegen fast Nichts!!! Gott war das peinlich!!!!!!!!!!!
Besonders krass fand ich es als meine Mutter starb. Habe nur wenig Kontakte zu anderen Menschen. Daher war die Bindung eigentlich ganz gut und wichtig. Und doch erschreckte mich die Tatsache, dass ich um meinen Hund wesentlich mehr weinte als um meine Mutter. Vielleicht lag es daran,dass sie krank war, auch das Alter hatte, in dem man damit rechnen musste. Oberflächlich funktionierte Verdrängung. Auf einer Ebene tiefer hatte man das vielleicht schon akzeptiert.
Der Hund war in der damaligen Ehe Kindersatz. Etwas, womit wir den Alltag füllen wollten. Womit wir was Gemeinsames hatten. Als er starb war die Ehe in Auflösung und mit seinem Tot endgültig (symbolisch ) in Scherben zerbrochen.
Ich bekomme häufig kurzfristige Heulanfälle, jeh nach dem welche Gedanken gerade in den Sinn kommen. Es ist meistens Trauer um Vergangenes (vergebliche Hoffnungen), das ich nicht halten konnte. Pläne, die ich, besonders in Bezug auf die Partnerin, nicht umsetzen konnte. Das Gefühl, versagt zu haben, scheint eine entscheidende Rolle zu spielen.
Auch der Plüschbär, der nun statt ihrer auf dem Beifahrersitz mit mir fährt, kann diesen Reflex auslösen....
Heute schiebe ich das Unvermögen meine Emotionen nicht im Griff zu haben einfach auf meine weibliche Seite. Dann ist es für mich erträglicher. Nur die kennt lange nicht jeder.
Zum Schluss noch was Positives, damit es nicht in Depressionen ausartet: Nächste Woche fahre ich für 7 Tage nach Holland. Mit meiner Exfrau! Ca 6 Jahre nach der Scheidung! Irgendwie macht mich das ein wenig stolz. Wir sind jetzt Freunde und sie akzeptiert sogar meine weibliche Erscheinungsform und war mit Theresa schon mal beim Chinesen essen....
Das war mal wieder was Verworrenes von mir. Ich bekomme es leider nicht besser formuliert.
Gruß
Theresa
Teilzeitfrau