Ursachenforschung
Ursachenforschung - # 3

Lebensplanung, Standorte
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Ursachenforschung

Post 31 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

wenn "weiche Bio-Männer" auch "weiche Kleidung" anziehen
Das ergibt für mich keinen Kausalzusammenhang. Ich bin nicht "weich", nur weil ich Empathie besitze. Um sie zu leben, brauche ich auch keine "weiche Kleidung". Und wer möchte, findet "weiche Kleidung" auch in der Herrenabteilung und ein BH kann auf Dauer ganz schön nerven ... (da bin ich ganz Frau ...;-)) Und es gibt viele Frauen, die sind ganz schön tough, auch ohne dass sie deshalb "Mannweiber" sind. Man denke nur an die "Trümmerfrauen" oder die Leistungen, die Frauen erbringen, wenn Männer nicht da sind ...

Als Frau von Frauen anerkannt zu werden hat schon seinen Reiz, denn hier zeigt sich eine andere Welt, als bei gemischten Gruppen oder in reinen Männergemeinschaften. Allerdings ist es mMn für die Anerkennung wichtig, dass man hier ein Original (Edit: gestrichen Unikat) ist und kein Plagiat ...
dass ich mich zu eher einfühlsamen, feingeistigen, tiefgründigen und differenzierten Menschen hingezogen fühle - weil da ein intensiver Gleichklang entsteht. Solche Menschen fand und finde ich öfter (natürlich nicht NUR) unter Frauen/Mädchen als unter Männern/Jungen.
Das dachte ich auch einmal. Aber das entspricht nicht meinen Erfahrungen die ich gemacht habe, als ich genauer hinsah. Unter Frauen gibt es jede Menge, die mich in keiner Weise ansprechen, weil deren Interessen deutlich anders als beschrieben gelagert sind. Umgekehrt kenne ich jede Menge Männer, die durchaus die genannten Prädikate verdienen. Es hing bei mir davon ab, mit welchen Menschen ich mich umgeben habe und mit welcher Einstellung ich die Menschen betrachtet habe. Es besteht immer die Gefahr, dass man sich etwas vormacht und in anderen Menschen nur das sieht, was man sehen möchte. Das dürfte sogar der Regelfall sein (betrifft auch mich).
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Lina
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Re: Ursachenforschung

Post 32 im Thema

Beitrag von Lina »

Astrid hat geschrieben:
Lina hat geschrieben: ...
Wuerdest du dir selbst ueberhaupt gefallen, wenn du cis waerst?
Auch wenn die Frage nicht an mich gerichtet war, aber meine Therapeutin hat mir dieselbe Frage auch schon gestellt und ohne lange zu überlegen war meine ganz klare Antwort: Nein!

Liebe Grüße - Astrid

... und da ergibt sich ja die Frage, was es bringen soll, die Ursache zu kennen - wenn sie sich überhaupt definieren lässt.
Denies
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Re: Ursachenforschung

Post 33 im Thema

Beitrag von Denies »

Hallo Ihr Lieben,

es schreibt euch Ulla.

Seitdem wir hier registriert sind, lese ich mich sehr viel ein und komme aus dem darüber Nachdenken kaum raus.
Manchmal denke ich, das Forum ist für ich wichtiger als für Denies, die es ja für sich selbst weit mehr als TV betrifft.

Das Thema über weshalb, wieso, warum hatten wir auch schon einmal angesprochen.

Kennt ihr den Biologen und Hirnforscher Bruce Lipton?
Er fiel mir in dem Zusammenhang ein, dass ich in diesem Thread etwas über das Bewusste und Unbewusste las. Nach seinen Erkenntnissen leben Menschen bis zu 97 % unbewusst und nur zu 3 % bewusst — doch wir sind nicht erschaffen worden, um unbewusst zu leben, sondern bewusst.
Die Frage ist, was macht es aus uns, wenn wir bewusst(er) leben? Bringt es uns wirklich zu uns Selbst?
Spannend finde ich dann auch noch den Aspekt der Quantenphysik, dass die Gedanken eines Wissenschaftlers bereits den Verlauf des Experiments beeinflussen.

Es hat lange gedauert bis ich für mich angefangen habe die Bedeutung zu erkennen, wie sehr man mir vermittelt hat: es wäre schöner gewesen, wenn du als Junge auf die Welt gekommen wärst.
Aus dem Kontext heraus, dass meine Mutter ja schon hätte ein Junge sein sollen — meine Großeltern hätten einen Jungen zum Helfen auf dem Bauernhof gewollt.
Meine Mutter hat immer versucht, den Sohn zu ersetzen — was für ein schlimmer Schwachsinn. Aber auch nicht anders als würde Mann seine Weiblichkeit nicht leben dürfen.
Doch ich fand mich als Mädchen immer gut so wie ich geboren war und konnte daran beim besten Willen nichts schlechtes finden. Erst jetzt nachdem ich viele Lehren verstanden habe, aber auch noch am Lernen bin, schaffe ich es, Stück für Stück meine Weiblichkeit wirklich voll und ganz anzunehmen.

Was hat das mit der Ursache zu tun?
Nun, meine Mutter sagte immer, im nächsten Leben wolle sie als Mann geboren sein, weil es für sie schon allein schrecklich war, ihre Periode zu haben.
Genauso habe ich auch Männer sagen hören, sie wollen lieber als Frau geboren sein, warum auch immer.

Wie viel Unzufriedenheit, Unglück und Leid liegt da in der Luft? Wenn man bedenkt, was Bruce Lipton beschreibt, sich die Hirnforschung weiter betrachtet und dann auch noch die anderen Disziplinen hinzuzieht, wie die Quantenphysik, dann ist mit uns Menschen emotional eine ganze Menge im Argen.

Über sehr viele Jahrhunderte sind die Geschlechter missbraucht worden. Egal, ob männlich oder weiblich. Marshall Rosenberg spricht bei den Männern vom Galahad Syndrom, dass sie stark sein müssen, etc.
Bei Frauen kommt die Hexenverfolgung erschwerend hinzu und dass sie "das gute Mädchen" sein sollen.

Schaue ich mir mein Leben an, so habe ich müssen weich und stark sein, schaue ich mir das Leben meines Vaters an, so hätte es ihm gutgetan, etwas weicher zu sein. Wir haben sehr viel emotionalen Ballast von unseren Vorgenerationen mitbekommen, den wir aufräumen müssen, für uns und alle anderen.
Deshalb könnte ich nichts anderes tun als Denies zu unterstützen, sie selbst zu sein, denn sie lebt ja nur, was in ihrer Seele gerade lebendig ist und was sie für ihre Entwicklung braucht.

Diana Richardson schreibt in ihrem Buch über Zeit für Weiblichkeit, dass Männer sogar ganz tief im innersten Ursprung noch feinsinniger sind als Frauen. (Sie hat auch geschrieben "Zeit für Männlichkeit ")

Gäbe es die Rollenklischees nicht, wie jemand zu sein habe, dann könnte jeder alle Facetten seines Seins, geschlechtsunabhängig, der Welt schenken und sich und alle anderen bereichern und man müsste nicht darüber nachdenken, was die Seele in Balance bringt oder sie in Balance sein lässt.
Anne-Mette hat hier im Forum einen Link gepostet zu dem Interview von Lann Hornscheidt mit "Die Zeit".
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/04/ ... iminierung
Lann möchte weder als Herr noch als Frau angesprochen werden, weil Lann sich weder so noch so fühlt und macht darauf aufmerksam, wie Geschlechter diskriminierend Sprache sein kann.

Soweit mal die queren Gedanken hierzu von mir.
Herzliche Grüße, Ulla
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.
Lina
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Re: Ursachenforschung

Post 34 im Thema

Beitrag von Lina »

Könnte ... ja.
Aber wie schlägst du vor, dass wir mit den Rollenklischees umgehten sollen, da es die ja offensichtlich noch gibt? Wie machst du das?
Denies
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Re: Ursachenforschung

Post 35 im Thema

Beitrag von Denies »

Liebe Lina,

ich kann dir nur aus meinem eigenen Lebensweg und Erfahrungsschatz heraus antworten.
Es braucht Mut und den Wunsch für sich selbst, den eigenen Weg zu gehen. Mut, sich selbst zu verändern und diese Veränderungen auch zu leben auf allen Ebenen des Lebens.
Nicht versuchen, die Welt zu verändern, sondern sich selbst (gem. Gandhi).
Mal im Leben etwas anders machen wie sonst gewohnt.
Versuchen still zu werden, um die innere Stimme wieder zu hören, die einen sicher künftig geleitet.
Eigene Methoden und Wege finden, die erkennen lassen, wo werde ich gerade wie von wem manipuliert bzw. wie komme ich mit mir selbst ins Reine und in Balance.

Nur, wenn ich anderen eine Alternative vorlebe, sehen andere Menschen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt und können sich frei dafür entscheiden.

Das krasseste Beispiel in meinem Leben, wie man verändern kann durch das, was man selbst vorlebt, ist ein junger Mann, der beschlossen hat, dass ich für ihn wie eine Mutter bin.
Ein Rebell vorm Herrn, mit 15 keine Autorität anerkennend und alles in Frage stellend. Seine geballte Rebellion traf auf mich Querdenkerin. Ich gab ihm keinen Widerstand, der ihn eingeladen hätte, seine Verteidigung zu stärken, sondern setzte mich mit ihm an den Küchentisch und wir redeten, ließ ihn teilhaben an meinen Sichtweisen.
Ich hatte dadurch die Chance zu erkennen, dass er einen überdurchschnittlichen IQ hat und in seinem Umfeld+Schule weder richtig gefordert noch gefördert war.
Es dauerte eine Weile bis er mir sagte, wie gut es war, was wir alles geredet haben. Heute 10 Jahre später ist er in seiner IT-Abteilung der Überflieger und ein kleines Genie und wir reden immer noch.
Er sagt, Ulla, mit dir kann ich einfach anders reden als mit allen anderen.
Vor ein paar Monaten gestand er mir, dass ich der erste erwachsene Mensch in seinem Leben war, von dem er etwas annehmen konnte und wie sehr er mir vertraut.
Das, was er mit mir erfahren hat, lebt er und gibt es durch sein eigenes Leben auch automatisch an andere weiter. Z. B. an seine Azubis, wie er mit ihnen umgeht, ist angelehnt an die Erfahrungen, die wir beide miteinander machten.

Ich zeigte ihm Möglichkeiten und Sichtweisen auf, die Entscheidung in welche Richtung es geht, traf er allein.

Wenn ich nicht meiner inneren eigenen Stimme gefolgt wäre, hätte ich ihn rausgeschmissen und wahrscheinlich wäre seine Karriere eine Drogenkarriere eworden.
Es wäre einfach gewesen, ihn rauszuwerfen, doch ich wollte eine eigene Meinung haben.

Liebe Lina, ich hoffe, es hilft dir ein Stück weiter.

Viele Grüße,
Ulla
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.
Lina
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Re: Ursachenforschung

Post 36 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich würde nicht ganz unterschreiben, dass das beschreibt, wie man mit den Geschlechterrollenklischees umgehen kann - aber irgend eine Art von Rollenmuster ist es schon, die du da durchmischt.

@Ich hatte dadurch die Chance zu erkennen, dass er einen überdurchschnittlichen IQ hat und in seinem Umfeld+Schule weder richtig gefordert noch gefördert war.

Das beweist zumindest, dass du auch nicht ganz blöd sein kannst, denn sonst hättest du seine Intelligenz auch nicht erkennen können. Dann hättest du dich auf irgend einen Schwachsinn wie IQ-Tests verlassen müssen ohne selber zu beurteilen.

Ich glaube übrigens auch, dass Menschen wie wir oft einen hohen Maß an kombinierbarer emotionaler und rationeller Intelligenz haben. Ist offensichtlich bei dir auch so.
Tamara

Re: Ursachenforschung

Post 37 im Thema

Beitrag von Tamara »

Hallo Mädels,
mein ersten Erinnerungen sind die an Feinstrumpfhisen meiner Mutter. Mit 6 Jahren habe ich sie mir zwischen die Beine gesteckt, vor den Augen meiner Schwester (4 Jahre alt) und meiner Mutter. Später in der Pubertät, lag mein Zimmer neben einer Abstellkammer in der so Sachen wie Röcke, Kleider, etc. gelagert wurden. Da fing das Ganze richtig an Spaß zu machen und wurde immer mal wieder gelebt.

Es gab auch Zeiten, in denen meine Partnerin so aufmerksam und zärtlich mit mir war, da war kein Verlangen nach den Sachen. Mittlerweile lebe ich wieder getrennt durch meine Neigung und ziehe die Sachen jeden Tag, drunter und Abends auch drüber.
Ich denke, das es bei mir die fehlende Zärtlichkeit meiner Eltern war, die mir dann die Kleider gegeben haben??? Da ich aber kein Psychologe bin, ist dies nur eine Vermutung?
Soweit zu meiner Geschichte.
Liebe Grüße Tamara
Denies
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Re: Ursachenforschung

Post 38 im Thema

Beitrag von Denies »

Nun ja, spezifisch beschreibt es nicht wie man Geschlechterrollen durchbricht, sondern wie ich es generell sehe, mit Klischees umzugehen. In meinem Augen ist das unabhängig, um welches Klischee oder Rolle es sich handelt, wenn man nach den natürlichen Prinzipien handelt, die das Leben, die Natur bestimmt hat. Leider bekommt man dieses Wissen nicht in der Schule vermittelt.

Man wird von anderen gerne in eine Schublade gesteckt, kategorisiert und katalogisiert, damit der Verstand etwas hat, worauf er herumkauen kann und der Verstand braucht dies scheinbar auch, "um zu verstehen". Saint- Exupéry sagte schon "man sieht nur mit dem Herzen gut".

Mein Beispiel sollte nur darlegen, dass man selbst nicht so machtlos ist, wie man sich manchmal fühlt, sondern, dass man allein durch sein eigenes Verhalten etwas bewirken und ich es mit Erfahrung belegen kann, siehe Lann Hornscheidt.
viewtopic.php?f=49&t=12845
Lann bringt durch die eigene Entscheidung weder als Frau noch als Herr angesprochen zu werden, die Köpfe ganz schön zum Qualmen, wie man Lann als Mensch weiter anspricht.

Wenn man etwas verändert, dann ist das nicht nur ein Klischee alleine, sondern das beeinflusst alle und alles.

Hätte ich mich damit nicht schon vor Jahren auf den Weg gemacht, dann hätte mir das Erleben von Denies vielleicht mehr Probleme bereitet.

Danke Lina für deine Weitsicht.

Ja, dass ich eine hohe emotionale Intelligenz habe, bekam ich schon mehrfach zu hören.
Mir ist dies auch schon aufgefallen, dass Menschen, die wie z.B. mit Transhintergrund eine andere emotionale und geistige Reife entwickeln, denn man merkt intuitiv, dass man andere nicht bewerten, be-verurteilen kann, wenn man das selbst nicht erfahren möchte.
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.
Denies
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Re: Ursachenforschung

Post 39 im Thema

Beitrag von Denies »

P.S. Ich sehe auch nicht "normale Menschen" und "Menschen, die ein Problem mit ihrem Geschlecht haben", sondern ich sehe vielfältige Menschen, die individuelle Lebenswege zu sich selbst finden wollen.
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.
exuserin-2017-01-24

Re: Ursachenforschung

Post 40 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-24 »

Bei mir war es so, dass ich überwiegend von Frauen sozialisiert wurde. Bei meiner Oma und meiner Tante bin ich in jungen Jahren immer zur Obhut gewesen. Frauen waren immer gut zu mir, die Männer empfand ich wahrscheinlich eher unbewusst als launisch und aggressiv und haben sich eh nicht viel um mich gekümmert. Dazu kommt noch, dass mein Vater tendenziell eine Redneck-Mentalität hat (Witze und Abneigung gegen Schwule usw.) und auch so etwas streng war. Es war jetzt nicht so, dass ich richtig krass unter ihm gelitten hätte, aber das Gesamtpaket hat mich eher Distanz aufbauen lassen.
Im großen und ganzen der psychologische Klassiker, wie er auch im Film von Terrence Malick - Tree of Life dargestellt wird, wo Gnade und Umsorgung durch die Mutter und Naturgewalt und Aggression durch den Vater verkörpert wird.
Im fortschreitenden Alter ist mir immer mehr bewusst geworden, dass die Welt unter viel zu viel männlicher Energie leidet, die allgemein mit Zerstörung und Macht Assoziiert wird. Die männliche Dominanz in dieser Welt, stellt für mich eine wahnhafte Angst vor Kontrollverlust dar, die sich in der weltweiten Unterdrückung der Frau und deren Energie manifestiert. Wenn man das mal in Ruhe betrachtet, ist das ein wahrer Krieg, der da gegen die Frau geführt wird.
Das gesellschaftliche Bild von Mann empfinde ich als unendlich dumm und auch deswegen suche ich Zuflucht in der Weiblichkeit.
Das heißt jetzt nicht, dass ich Frauen blind vergöttere. Denn auch unter denen gibt es schlimme Früchtchen. Gerade die, die sich in stockholmscher Syndrom-Manier unbewusst mit dem männlichen identifizieren, wo nicht wenige Feministinnen von betroffen sind.
Es geht ja sowieso um mein persönliches Bild von Frau sein und was ich schön finde. Aber all das habe ich in meiner Entwicklung nicht von Männern mitbekommen.
Siegmund Freud hat ja den Penisneid der Frau postuliert. Ich bin mir sicher, dass es da auch ein Gegenstück für den Mann gibt. Wie die Frau ihn reizen kann und er seinen Trieben unterlegen ist. Vielleicht ist das ja für mich auch ein Thema. Erlebter Machtgewinn in der Frauenrolle, wer weiß?
Michelle_Engelhardt
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Re: Ursachenforschung

Post 41 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Okay...das man schon als transidenter Mensch auf die Welt kommt, ist jetzt nicht so die große Neuigkeit. Ich denke auch, das es so ist. Allerdings habe ich auch daran geglaubt, das ein hormonelles Ungleichgewicht die Ursache wäre bzw. sein könnte. Bei mir z.b. sprachen ein eher klein ausgeprägtes Geschlechtsteil und ein nicht vorhandener (sichtbarer) Adamsapfel dafür. Offensichtlich ist dem aber nicht so...

https://www.welt.de/wissenschaft/articl ... rleib.html

Der Artikel ist bereits 2 Jahre alt, aber bisher an mir vorbeigegangen. Vielleicht interessierts ja noch jemanden. Gefunden habe ich dazu noch nichts im Forum. Sollte es sich dennoch um einen Doppelpost handeln, dann sorry (moin)


LG
Michelle
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Michi
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Re: Ursachenforschung

Post 42 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Michelle,

das Hormonungleichgewicht bzw. einen Fehler im zeitlichen Ablauf scheint es schon zu geben. Aber dieser passiert wohl schon im Mutterleib. In wie weit sich das später fortsetzt, mag unterschiedlich sein, aber die Anlagen sind dann "vorbereitet". Sei froh, dass du nicht so starke "männliche Attribute" hast. Bei mir wurde mit Testosteron "nachgeholfen", weil ich wohl nach Meinung der Ärzte nicht schnell genug in die Pubertät kam. Das Ergebnis ist dementsprechend ausgefallen, so dass ich manches Mal echt heulen könnte.

Liebe Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Janine
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Re: Ursachenforschung

Post 43 im Thema

Beitrag von Janine »

Hallo Martina,

erstmal danke für deinen interessanten Beitrag. Was du schreibst kann ich ganz gut nachvollziehen. Es bringt doch immer wieder etwas 'Licht ins Dunkel', wenn man sich Gedanken macht über die Ursachen und die Entstehung des eigenen Seins, wenn es vielleicht auch manchmal nur Spekulationen sind und die eigentliche Ursache nicht abschließend geklärt werden kann.

Ich für meinen Teil sehe stark die frühkindlichen Prägungen als starken Impuls für die eigenen Wünsche und das Verhalten an. Und diese resultieren nicht zuletzt von den Erwartungen der Eltern, die ja bereits vorhanden sind, wenn man lediglich als Wunsch und Gedanke existiert, d. h. noch nicht mal physisch am Werden ist. Wie ich im nachhinein erfahren habe wollte meine Mutter nach zwei Töchtern und einem Sohn eher noch ein Mädchen. Dass es dann doch wieder ein Junge geworden ist, war dann wohl eher enttäuschend, musste aber von ihr wohl leider so hingenommen werden. Mein Vater war wohl schon froh über einen weiteren Sohn, er hatte aber wenig mit Hausarbeit und der Pflege und Erziehung der Kinder zu tun, wie es wohl zu der Zeit so üblich war. Jetzt ist es natürlich schwierig den teils widerstrebenden Rollenerwartungen gerecht zu werden, und mir ist eigentlich erst nach dem Tod meiner Mutter vor ca. zwei Jahren etwas klarer geworden, dass sie lieber noch eine Tochter gehabt hatte, was ich natürlich nicht sein konnte. Auch meine zaghaften Versuche ab der Pubertät eher weiblich zu wirken (insbesondere durch lange Haare und ganz vorsichtig ein wenig als 'sexy' empfundene Kleidung) wurden durch sie vehement als unpassend und unmännlich verbal und energisch torpediert. War eine schwierige und nervenaufreibende Zeit :? . Naja, man muss bedenken, ich bin in einem Dorf groß geworden . So habe ich mich dann schließlich auf so ein Zwischending eingelassen, in dem 'weder ... noch', statt einem 'sowohl ... als auch'. So richtig als 'Mann' habe ich mich nie empfunden, aber auch nicht als 'Frau', es war also auch kein Grund da mich irgendwie zu 'outen', ich war ja eigentlich 'normal'. Was ich eigentlich damit sagen möchte, dass die Suche nach Ursachen für bestimmte eigene Wünsche und Erwartungen nie bei einem selbst enden sollten, sondern, dass die eigentlichen Ursachen in Zeiten zurückführen können, die überhaupt nichts mit einem selbst als Mensch zu tun haben, da man ja als körperliches und seelisches Individuum noch gar nicht existierte. Aber auch den Eltern und Geschwistern ist keinerlei Vorwurf zu machen, da auch sie in einem gewissen und oft nicht überschaubaren Spannungsfeld von Wünschen und Erwartungen leben (Familie, Gesellschaft, eigene unterbewusste Präferenzen usw.) leb(t)en.

Die Geschichte mit den ungeliebten Strumpfhosen bei Jungen, die einem zu einem 'Mädchen' machten, kenne ich auch noch sehr gut. Ich glaube, wie jeder Junge habe ich sie natürlich gehasst, weil sie doch sehr beschämend waren und sie auch noch zu klein waren und die meiste Zeit rutschten (ag) . Heute ziehe ich Strumpfhosen natürlich sehr gerne an, nicht zuletzt, weil mir einmal ein Arzt (vor nicht all zu langer Zeit) mal gesagt hat, dass ich Beine wie eine Frau habe, was ich bis dahin nicht gewusst und beachtet habe. Tja, und schöne und elegante Strumpfhosen und Stümpfe betonen das auch noch. Genauso wie kurze und mittellange Kleider und Röcke, die ich seither sehr gerne trage ... aber wer nicht in diesem Forum! (ki)

Liebe Grüße
Janine )))(:
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Re: Ursachenforschung

Post 44 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen,

also wenns nach den Erwartungen der Eltern ginge oder die irgendeinen Einfluss hätten, dann hätte es eher meinen kleinen Bruder erwischen müssen. Ich bin der Wunschsohn :lol: meiner Eltern (gewesen). Mein Bruder sollte eigentlich das Mädchen werden...
Naja, nun hab ich das mal übernommen.

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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Re: Ursachenforschung

Post 45 im Thema

Beitrag von Beatrix »

@Anja
Kommt mir bekannt vor: Geplant als Mädchen, geboren als Junge (chromosomal irgendwas dazwischen)

LG
Beatrix
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"
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