Hallo Gabi,
Möchtest Du die Ehe abschaffen?
Nein, warum? Grundsätzlich ist das doch eine gute Idee. Es geht nur darum, dass eine staatliche Regelung*, wie die der Ehe, ohne Unterscheidung nach Geschlecht, Religion, sexueller und philosophischer Orientierung usw. usf. allen Menschen gegenüber in absolut gleicher Art und Weise umzusetzen ist, wenn man Gleichberechtigung ernst meint.
Wenn eine Gesellschaft Kinder und Eltern unterstützen will, dann ist das m.E. absolut richtig und gut. Aber dann muss man eben Kinder und Eltern unterstützen, nicht Menschen die verheiratet sind und vielleicht Kinder haben könnten (oder auch nicht). Wenn man eine Partnerschaft schützen und fördern will, in der gegenseitig Verantwortung übernommen wird, ist das auch völlig OK. Aber dann darf das keine Frage des Geschlechts sein, sondern muss für alle gelten, die die entsprechende Erklärung auf dem Standesamt abgegeben haben. Und man darf beides, Kinder und Partnerschaft / Ehe, eben nicht mischen und so tun, als sei die Ehe die "Keimzelle der Gesellschaft". Das ist sie erwiesenermassen nicht. Wenn man den "Keimzellen"-Begriff überhaupt verwenden will, dann muss er Menschen meinen, die Kinder bekommen ODER Kinder erziehen ODER beides tun, unabhängig davon, welchen Geschlechts diese Menschen sind und in welcher Form von zwischenmenschlichem Verbund sie leben oder ob sie allein leben. Das Wort Ehe meint etwas anderes. Und das sollte allen gleichermassen offen stehen.
By the way: Es werden zur Zeit ein paar wenige Kinder groß und größer, die keinen binären Geschlechtseintrag im Register haben. Nach heutiger Rechtslage können die sich wohl nur untereinander verpartnern, weil sie nicht untereinander und auch keinen rechtlichen Mann und keine rechtliche Frau heiraten können und sich auch nicht mit einem Mann / einer Frau verpartnern dürfen. Im einen Fall ist die binäre Gegengeschlechtlichkeit nicht gegeben, im anderen die Gleichgeschlechtlichkeit nicht. Die 'Ehe für alle' würde dieses kommende Problem sehr elegant erledigen.
Hab es gut
Marielle
*was Glaubensgemeinschaften machen steht auf einem ganz anderen Blatt