Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"
Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!" - # 2

Ninakadin
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Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 16 im Thema

Beitrag von Ninakadin »

Gabi Bauer hat geschrieben: Mi 15. Mär 2017, 22:57 Dennoch bin ich gegen eine komplette Gleichstellung im steuerrechtlichen Bereich, da Eheleute sich auch unter dem Aspekt der Fortpflanzung zusammentun und so anders und grundsätzlicher für den Fortbestand der Gesellschaft sorgen als Homosexuelle- und die Versorgung der Kinder ganz banal auch eine ganze Menge Geld kostet.
Hallo Gabi,

da muss ich Dich enttäuschen, in diesem Bereich sind Lebenspartnerschaft und Ehe dank Bundesverfassungsgericht mittlerweile gleich gestellt.
Die Unterschiede finden sich bei der Adaption von Kindern, im Abstammungsrecht, und ein paar anderen kleinen Details. Da stellt sich doch die Frage: Warum dann nicht gleich die "Ehe für alle", warum die Zweiklassengesellschaft?

Quelle: https://www.lsvd.de/recht/lebenspartner ... llung.html

LG,

Nina
Marielle
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Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 17 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Gabi,
Möchtest Du die Ehe abschaffen?
Nein, warum? Grundsätzlich ist das doch eine gute Idee. Es geht nur darum, dass eine staatliche Regelung*, wie die der Ehe, ohne Unterscheidung nach Geschlecht, Religion, sexueller und philosophischer Orientierung usw. usf. allen Menschen gegenüber in absolut gleicher Art und Weise umzusetzen ist, wenn man Gleichberechtigung ernst meint.

Wenn eine Gesellschaft Kinder und Eltern unterstützen will, dann ist das m.E. absolut richtig und gut. Aber dann muss man eben Kinder und Eltern unterstützen, nicht Menschen die verheiratet sind und vielleicht Kinder haben könnten (oder auch nicht). Wenn man eine Partnerschaft schützen und fördern will, in der gegenseitig Verantwortung übernommen wird, ist das auch völlig OK. Aber dann darf das keine Frage des Geschlechts sein, sondern muss für alle gelten, die die entsprechende Erklärung auf dem Standesamt abgegeben haben. Und man darf beides, Kinder und Partnerschaft / Ehe, eben nicht mischen und so tun, als sei die Ehe die "Keimzelle der Gesellschaft". Das ist sie erwiesenermassen nicht. Wenn man den "Keimzellen"-Begriff überhaupt verwenden will, dann muss er Menschen meinen, die Kinder bekommen ODER Kinder erziehen ODER beides tun, unabhängig davon, welchen Geschlechts diese Menschen sind und in welcher Form von zwischenmenschlichem Verbund sie leben oder ob sie allein leben. Das Wort Ehe meint etwas anderes. Und das sollte allen gleichermassen offen stehen.


By the way: Es werden zur Zeit ein paar wenige Kinder groß und größer, die keinen binären Geschlechtseintrag im Register haben. Nach heutiger Rechtslage können die sich wohl nur untereinander verpartnern, weil sie nicht untereinander und auch keinen rechtlichen Mann und keine rechtliche Frau heiraten können und sich auch nicht mit einem Mann / einer Frau verpartnern dürfen. Im einen Fall ist die binäre Gegengeschlechtlichkeit nicht gegeben, im anderen die Gleichgeschlechtlichkeit nicht. Die 'Ehe für alle' würde dieses kommende Problem sehr elegant erledigen.

Hab es gut

Marielle



*was Glaubensgemeinschaften machen steht auf einem ganz anderen Blatt
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 18 im Thema

Beitrag von Michi »

conny hat geschrieben: Do 16. Mär 2017, 12:11 wer setzt denn die Grenzen der politischen Willensbildung? Wo werden der Allgemeinheit Werte einer Religionsgemeinschaft vorgeschrieben? Für die Allgemeinheit werden entsprechend der parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse Gesetze verabschiedet. Die Absicht, bestimmten Personen die Ehe nicht gewähren zu wollen, ist Teil der pluralistischen Meinungen und nicht das Gegenteil.
Es steht jedem frei, bzw. jeder ist aufgefordert, für seine Interessen an den entsprechenden Stellen zu kämpfen. Dabei waren und sind die Homosexuellen m.E. auf einem guten Weg.
Hallo Conny,

zu Grenzen der politischen Willensbildung fallen mir spontan die Artikel 1-3 des Grundgesetzes ein, und sicher noch ein paar andere mehr.
Die Artikel 1-20 sind übrigens besonders geschützt, und können nicht vom Gesetzgeber nach seinem Gusto verändert werden.

Es steht bestimmten Gruppierungen durchaus frei, der Meinung zu sein, sie müssten irgendwelchen Minderheiten gegen ihren Willen Rechte verwehren.
Das mag durch die Meinungsfreiheit gedeckt sein, bedeutet allerdings noch lange nicht, dass es richtig und rechtmäßig ist.

Was ist daran eigentlich so schwer verständlich? Ich komme da grad nicht mit.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 19 im Thema

Beitrag von Victoria »

Moin Anja,
Anja hat geschrieben: Do 16. Mär 2017, 10:03 Warum sollten zwei Menschen, die sich lieben, nicht heiraten dürfen?
Kann das jemand, der dagegen ist, das auch begründen, ohne von Steuervorteilen und Kindern zu labern?
...du sprichst mir aus dem Herzen! Warum darf ich eine Frau die ich Liebe nicht heiraten?! Mit allen Rechten und Pflichten1

LG
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Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 20 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Moin Anja,

danke für deine Worte,du sprichst mir aus der Seele.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Anja
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Re: Ehe für alle: "Sofort geht hierzulande gar nichts!"

Post 21 im Thema

Beitrag von Anja »

Hallo Gabi,

ich ärgere mich überhaupt nicht und persönlich bin ich auch nicht betroffen. Denn ich habe eine rechtsgültige (Homo) Ehe und zwei leibliche Kinder zusammen mit meiner Frau.
Gabi Bauer hat geschrieben: So 19. Mär 2017, 19:59 Dass sich zwei Menschen "einfach" nur lieben, reicht nach meiner Auffassung dafür im rechtlichen (nicht im moralischen!) Rahmen nicht aus.
Also bei uns uns es so. Wir haben aus Liebe geheiratet. Wir haben uns vorher weder über Rechte noch über Pflichten Gedanken gemacht, die damit einhergehen.
Wenn die Liebe im rechtlichen Rahmen nicht ausreicht, was brauche ich denn noch um zu heiraten? Also, außer das "richtige" Geschlecht in Deutschland?
Ich habe mir den Thread hier ja durchgelesen und er schweift eben immer weiter vom Kern ab. Ich habe mit "bla bla bla" nur alle weiteren Abschweifungen zusammen fassen wollen, die ich nicht davor aufgezählt habe.
In meine Beiträge fließen natürlich immer persönliche Wertungen mit ein, denn ich schreibe sie ja persönlich. Klar kann sich dann auch jemand auf den Schlips getreten fühlen. Ist ein einer Diskussion halt mal so.
Mit meinem Beitrag wollte ich den Fokus wieder auf den eingentlichen Grund der Diskussion zurückführen. Und es reicht aus, wenn sich zwei Menschen lieben. Die Übernahme von Verpflichtungen ist eine logische Konsequenz davon... Egal ob man verheiratet ist oder nicht.
Wie gesagt, es geht um die Gleichstellung. Und die allzuweiten Abschweifungen hatten für mich nun nichts mehr mit dem Thema zu tun, deswegen verwendete ich das Wort "labern". Mag man gut finden oder auch nicht. Ich meinte es jedenfalls nicht "herabwürdigend".
Aber ist ja mein Beitrag :wink:

Grüße
die Anja
Fällt der Apfel weit vom Stamm, kommt wenigstens mal Sonne dran!
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