Hallo Welt, hallo Heike,
mir gefällt die Aussage auch
Wie heißt es so schön: "Ich esse immer noch meine Lieblingsschokolade, auch wenn sie 'ne neue Verpackung hat"
Sie klingt wunderbar, doch es geht nicht um Schokolade.
Es geht darum, wenn ich als Frau die Frau in diesem Mann lieben lernen möchte, weil ich mich entschlossen habe, diesen Gefühlen in mir weiterhin mit dieser Seele Ausdruck zu verleihen, dann erfordert dies Bewusstsseinsarbeit obendrein.
Hallo!
Morgens beim Aufwachen liegt OPTISCH ein Mann neben mir. Nach dem Aufstehen, ist dieser relativ schnell verschwunden. Dee hat ja schon eine große Platte mit Haarkranz und setzt morgens eine Haube auf, weil sie sich so im Spiegel nicht mehr sehen möchte und wird dann OPTISCH mehr und mehr zur Frau.
Dies bleibt in der Regel bis abends zum Abschminken und dann liegt im Bett neben mir wieder OPTISCH der Mann.
Die Bewusstseinsarbeit liegt darin, diesen OPTISCHEN Mann dann nicht mehr als Mann wahrzunehmen, sondern ohne Haube oder Perücke, ohne Sillis, ohne weibliche Kleidung - in allem Wahrnehmen eine Frau zu sehen und diese dann auch liebevoll anzusehen.
Aber es ist ja nicht allein das Optische, was sich verändert. Denies mag Dinge, die Detlef nicht mochte und umgekehrt. Ich lerne einen neuen Menschen kennen und die Hormontherapie hat noch nicht einmal begonnen, was auch noch einmal Veränderungen bringt.
Ich bin dankbar, dass ich diesen Entwicklungsprozess mit erleben darf und dass mein Geist und mein Herz offen genug sind, diesen Prozess in mir auch zu zulassen.
Mal anders herum gedacht: stellt euch doch einmal vor, eure Partnerin käme als Mann gestylt zu euch und würde sich als Mann outen. Wärt ihr bereit von heute auf morgen für sie schwul zu werden?
Wären die Erlebnisse der Vergangenheit nicht so extrem gewesen, die mir anfingen vor 20 Jahren zu zeigen, dass nicht alles so ist, wie es zu sein scheint und das Leben mehr ist als man manchmal mit bloßem Auge wahrnehmen kann, hätte ich wahrscheinlich auch noch ganz andere Probleme mit dieser Veränderungsphase.
Wenn ein Mensch sich damit auseinander setzt, sich dadurch hier einbringt, dann ist das schon eine ganze Menge.
Derjenige, der die Freiheit möchte, sich selbst zu sein, von diesem Menschen wäre es schön, wenn er auch der Partnerin die Freiheit geben kann, sie selbst zu sein - auch wenn sie damit nicht zurecht kommt, dann gehört auch ihr eine große Portion Empathie!
Wenn eine Partnerin nach allem Ringen sich zur Trennung entschließt und vielleicht sogar mit schwerem Herzen, dann finde ich, hat sie Wertschätzung und Dankbarkeit verdient und nicht Verständnislosigkeit.
Wie will man Respekt/Anerkennung/Wertschätzung/Freiheit etc., etc., bekommen wollen, wenn man es selbst nicht schafft, diese zu geben?
Gandhi sagte: be the change you want so see.
Der fauchende Drache, Ulla