Blogbeitrag: Kritik des "Passingsâ€
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Anne-Mette
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Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Moin,
ich denke, das ist eine interessante Auseinandersetzung mit dem Thema: https://medium.com/@zoe.klingenfels/kri ... .ykzvnd69b
Gruß
Anne-Mette
ich denke, das ist eine interessante Auseinandersetzung mit dem Thema: https://medium.com/@zoe.klingenfels/kri ... .ykzvnd69b
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Anne-Mette
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Salmacis
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Hmm ja die Diskussion könnte man an sich ausweiten.
Egal ob Trans* oder CIS, entweder bist du ein absoluter Individualist oder du beugst dich gewissen gesellschaftlichen "Normen".
Eine Frau mit kurzen roten Haaren sticht aus der Masse mehr hervor als eine mit langen braunen.
Ein Mann mit 200kg erregt mehr aufsehen, also einer mit 80kg.
Ein Mädchen mit 20 Piercings im Gesicht wird wohl öfter angestarrt als eines ohne.
Und ein Junge im Rock fällt eher auf als einer in Hose.
Passing ist an sich einfach ein Nachgeben auf Norm, Anpassung an die allgemeine Erwartungshaltung. Mehr ist es nicht.
Aber ich schweife ab...
Ja, alles hat vor und Nachteile. Und auch ein Mensch, der "passt" kann unter einem großen Leidensdruck stehen.
Wenn ich nun also mein Geschriebenes und den Artikel zusammenfasse und mal kurz in zwei Sätzen übers Knie breche:
"Jeder hat sein Päckchen zu tragen, egal wie er oder sie nach außen scheint. Und niemand sollte auf Grund seines Äußeren mit Vorurteilen zu kämpfen haben, egal ob diese negativ oder positiv sind."
Egal ob Trans* oder CIS, entweder bist du ein absoluter Individualist oder du beugst dich gewissen gesellschaftlichen "Normen".
Eine Frau mit kurzen roten Haaren sticht aus der Masse mehr hervor als eine mit langen braunen.
Ein Mann mit 200kg erregt mehr aufsehen, also einer mit 80kg.
Ein Mädchen mit 20 Piercings im Gesicht wird wohl öfter angestarrt als eines ohne.
Und ein Junge im Rock fällt eher auf als einer in Hose.
Passing ist an sich einfach ein Nachgeben auf Norm, Anpassung an die allgemeine Erwartungshaltung. Mehr ist es nicht.
Aber ich schweife ab...
Ja, alles hat vor und Nachteile. Und auch ein Mensch, der "passt" kann unter einem großen Leidensdruck stehen.
Wenn ich nun also mein Geschriebenes und den Artikel zusammenfasse und mal kurz in zwei Sätzen übers Knie breche:
"Jeder hat sein Päckchen zu tragen, egal wie er oder sie nach außen scheint. Und niemand sollte auf Grund seines Äußeren mit Vorurteilen zu kämpfen haben, egal ob diese negativ oder positiv sind."
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Anne-Mette
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Moin,
hier ein Filmbeitrag, der auch etwas mit Erwartungen und Bildern zu tun hat ('Frau mit Bart):
https://player.vimeo.com/video/17651566 ... dth%3D1015
176515662
Gruß
Anne-Mette
hier ein Filmbeitrag, der auch etwas mit Erwartungen und Bildern zu tun hat ('Frau mit Bart):
https://player.vimeo.com/video/17651566 ... dth%3D1015
176515662
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Anne-Mette
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ab08
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Hallo,
vielleicht lag es am Beruf (Beamtin) ... Aber zunächst(1.) kam es mir darauf sehr an, dass rechtlich alles eindeutig geklärt ist, dass Ausweise, Geburtsurkunde usw. stimmen. -- Dann(2.) war mir wichtig, dass Menschen, die mich kennen, mir also privat & beruflich begegnen, mich korrekt ansprechen.
( Sämtliche Kontakte, die Arbeit, das Unterrichten und mein Beruf als Lehrerin machte mir nach dem CO daher täglich sehr viel Freude...)
---> Bei den Punkten spielte für mich Passing gar keine bzw. eine sehr geringe Rolle. (Diese Menschen kannten mich ja schon lange vor dem CO!!)
Für das Auftreten in der Öffentlichkeit (in der Stadt, bei Reisen usw.) geht es mir wie Daenerys (Zitat):
"Meine persönliche Meinung ist: Einerseits habe ich keinen Bock auf Spießrutenlaufen, und andererseits fühle ich mich in der "Queeren Comminty" auch nicht wohl, weil ich mich da einfach nicht wieder finde. Deshalb werde ich versuchen, irgendwann ein möglichst gutes Passing zu erreichen, auch wenn das einer Kapitulation vor überholten Normen gleichkommt, sorry.
Ich möchte einfach nur so leben, wie ich bin, als Frau."
---> In dem Bereich ist ein gewisses, angemessenes Passing für mich durchaus von Bedeutung. Daher kleide ich mich z.B. entsprechend.
Ansonsten betrachte ich mich als normale transsexuelle Frau, muss mich vor niemand verstecken und bin daher durchaus selbstbewußt:
Jeder Mensch ist unterschiedlich und gleichzeitig ebenso viel "wert", wie jeder andere. - Ich bin halt so! - Besonders wichtig nehme ich Passing nicht.
-> Wer unangemessen reagiert, weil er/sie mich als TS erkennt, muss mit entsprechenden Reaktionen rechnen,
denn er/sie trifft auf eine etablierte, wehrhafte, selbstbewußte Frau!
Liebe Grüße
Andrea
vielleicht lag es am Beruf (Beamtin) ... Aber zunächst(1.) kam es mir darauf sehr an, dass rechtlich alles eindeutig geklärt ist, dass Ausweise, Geburtsurkunde usw. stimmen. -- Dann(2.) war mir wichtig, dass Menschen, die mich kennen, mir also privat & beruflich begegnen, mich korrekt ansprechen.
( Sämtliche Kontakte, die Arbeit, das Unterrichten und mein Beruf als Lehrerin machte mir nach dem CO daher täglich sehr viel Freude...)
---> Bei den Punkten spielte für mich Passing gar keine bzw. eine sehr geringe Rolle. (Diese Menschen kannten mich ja schon lange vor dem CO!!)
Für das Auftreten in der Öffentlichkeit (in der Stadt, bei Reisen usw.) geht es mir wie Daenerys (Zitat):
"Meine persönliche Meinung ist: Einerseits habe ich keinen Bock auf Spießrutenlaufen, und andererseits fühle ich mich in der "Queeren Comminty" auch nicht wohl, weil ich mich da einfach nicht wieder finde. Deshalb werde ich versuchen, irgendwann ein möglichst gutes Passing zu erreichen, auch wenn das einer Kapitulation vor überholten Normen gleichkommt, sorry.
---> In dem Bereich ist ein gewisses, angemessenes Passing für mich durchaus von Bedeutung. Daher kleide ich mich z.B. entsprechend.
Ansonsten betrachte ich mich als normale transsexuelle Frau, muss mich vor niemand verstecken und bin daher durchaus selbstbewußt:
Jeder Mensch ist unterschiedlich und gleichzeitig ebenso viel "wert", wie jeder andere. - Ich bin halt so! - Besonders wichtig nehme ich Passing nicht.
-> Wer unangemessen reagiert, weil er/sie mich als TS erkennt, muss mit entsprechenden Reaktionen rechnen,
denn er/sie trifft auf eine etablierte, wehrhafte, selbstbewußte Frau!
Liebe Grüße
Andrea
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
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Anke
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Hallo,
meine Ansichten dazu habe ich ja schon im Thread
viewtopic.php?f=52&t=9770&hilit=PAssing+nein+danke
beschrieben.
Auch wenn ich die Motivationen fürs Passing bei vielen verstehen kann, ich halte Passing als Idee und Ziel einfach für falsch. Damit meine ich vor allem das Angleichen um des Angleichen willens und um des nichts als trans erkannt werden willens.
Dabei geht es mir überhaupt nicht um die einzelnen Maßnahmen wie Schminken, OP's oder Sprechtraining als solche. Wichtig finde ich, warum ich etwas tue. Wenn ich mich im Bad vor den Spiegel stelle, dann schminke ich mich, weil ich das Bedürfnis habe hübsch zu sein und mir selbst zu gefallen. Dazu kommt, dass es mir auch einfach Freude bereitet mich zu schminken und die Möglichkeiten zu ergründen.
Wenn dann jemandem das Resultat gefällt, dann freue ich mich und nehme ein entsprechendes Kompliment auch gerne an. Aber ich hüte mich davor, dass als Motivation für meine Schminkaktivitäten zu nehmen. Denn dann ist das Schminken nicht mehr eine Ausdrucksmöglichkeit von mir und meiner Persönlichkeit, sondern wird zu einer aufgemalten Verkleidung und damit zu etwas fremden.
Aber genau das ist ja nicht die Idee, mir geht es ja darum ich selbst zu sein und nicht von einer in die nächste falsche Rolle zu wechseln. Und wenn ich ständig die Passing-Idee im Hinterkopf hätte, dann würde ich genau da landen.
Liebe Grüße
Anke
meine Ansichten dazu habe ich ja schon im Thread
viewtopic.php?f=52&t=9770&hilit=PAssing+nein+danke
beschrieben.
Auch wenn ich die Motivationen fürs Passing bei vielen verstehen kann, ich halte Passing als Idee und Ziel einfach für falsch. Damit meine ich vor allem das Angleichen um des Angleichen willens und um des nichts als trans erkannt werden willens.
Dabei geht es mir überhaupt nicht um die einzelnen Maßnahmen wie Schminken, OP's oder Sprechtraining als solche. Wichtig finde ich, warum ich etwas tue. Wenn ich mich im Bad vor den Spiegel stelle, dann schminke ich mich, weil ich das Bedürfnis habe hübsch zu sein und mir selbst zu gefallen. Dazu kommt, dass es mir auch einfach Freude bereitet mich zu schminken und die Möglichkeiten zu ergründen.
Wenn dann jemandem das Resultat gefällt, dann freue ich mich und nehme ein entsprechendes Kompliment auch gerne an. Aber ich hüte mich davor, dass als Motivation für meine Schminkaktivitäten zu nehmen. Denn dann ist das Schminken nicht mehr eine Ausdrucksmöglichkeit von mir und meiner Persönlichkeit, sondern wird zu einer aufgemalten Verkleidung und damit zu etwas fremden.
Aber genau das ist ja nicht die Idee, mir geht es ja darum ich selbst zu sein und nicht von einer in die nächste falsche Rolle zu wechseln. Und wenn ich ständig die Passing-Idee im Hinterkopf hätte, dann würde ich genau da landen.
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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Svetlana L
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Hallo ihr Lieben,
was ich schon immer sagte: Passing wird überbewertet. Ich glaube, ähnlich wie Anke, dass man sich damit nur selbst unter enormen Druck setzt, um den Ansprüchen anderer zu genügen bzw. vor deren Augen zu bestehen. Letztendlich werden damit, dass man unbedingt als Bio-Frau durchgehen bzw. als trans*-Frau unentdeckt bleiben will, die zweigeschlechtlichen Gesellschaftsstrukturen nur bestätigt und verfestigen sich. Vielleicht sollten wir in dieser Hinsicht einfach mal mehr Mut zur Lücke (sprich zur geschlechtlichen Uneindeutigkeit) haben.
was ich schon immer sagte: Passing wird überbewertet. Ich glaube, ähnlich wie Anke, dass man sich damit nur selbst unter enormen Druck setzt, um den Ansprüchen anderer zu genügen bzw. vor deren Augen zu bestehen. Letztendlich werden damit, dass man unbedingt als Bio-Frau durchgehen bzw. als trans*-Frau unentdeckt bleiben will, die zweigeschlechtlichen Gesellschaftsstrukturen nur bestätigt und verfestigen sich. Vielleicht sollten wir in dieser Hinsicht einfach mal mehr Mut zur Lücke (sprich zur geschlechtlichen Uneindeutigkeit) haben.
Hawadehre
Svetlana
As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
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Simone 65
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Hallo. Ich habe im Bad ein grosses Foto von Simone aufgehängt. Ich wurde da professionell geschminkt. Ich versuche immer dem Ideal nahe zu kommen. Als ich als Frau wahrgenommen wurde, war es ein So schönes Gefühl. Ich versuche immer ein gutes,, Passing" zu erreichen. Ich will als Frau wahrgenommen werden. LG Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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LaraCD
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Anke hat mir da schon ziemlich aus der Seele gesprochen.
Klar ist es toll, wenn die Leute einen als Frau wahrnehmen, aber es wird wohl auch immer Leute geben, die einen anders sehen.
Wenn ich mich umstyle, dann versuche ich MEINEM Bild von meiner weiblichen Seite nahe zu kommen. Ob das andere gut finden oder modisch gerade trendy ist, spielt dabei für mich erst mal keine Rolle.
Mir ist einfach wichtig, dass ich mich wohl fühle und es für mich stimmig ist. Dafür greife ich natürlich auch auf Hilfsmittel zurück, aber einfach deshalb, weil ich mich dann wohler fühle, wenn die Proportionen besser stimmen.
Insofern kann ich Anke nur Recht geben: das Warum ist entscheidend.
Das Thema ist ja eigentlich auch nicht nur auf Trans beschränkt. Man brauche sich nur mal umzuschauen wie viele Männer versuchen einem derzeit angesagtem Männerbild hinterherzulaufen.
Da versuchen selbst Männer vom Typ Milchbubbi (nicht abwertend gemeint!) sich einen Holzfäller Bart wachsen zu lassen, nur, um besonders männlich und hip zu wirken.
Finde die Leute dann immer irgendwie bemitleidenswert. Lassen sich so von Trends und anderen Menschen leiten.
Schöner ist es doch eigentlich, wenn man seinen eigenen Stil findet und bestimmte DInge eben aus eigenem Antrieb macht.
Klar ist es toll, wenn die Leute einen als Frau wahrnehmen, aber es wird wohl auch immer Leute geben, die einen anders sehen.
Wenn ich mich umstyle, dann versuche ich MEINEM Bild von meiner weiblichen Seite nahe zu kommen. Ob das andere gut finden oder modisch gerade trendy ist, spielt dabei für mich erst mal keine Rolle.
Mir ist einfach wichtig, dass ich mich wohl fühle und es für mich stimmig ist. Dafür greife ich natürlich auch auf Hilfsmittel zurück, aber einfach deshalb, weil ich mich dann wohler fühle, wenn die Proportionen besser stimmen.
Insofern kann ich Anke nur Recht geben: das Warum ist entscheidend.
Das Thema ist ja eigentlich auch nicht nur auf Trans beschränkt. Man brauche sich nur mal umzuschauen wie viele Männer versuchen einem derzeit angesagtem Männerbild hinterherzulaufen.
Da versuchen selbst Männer vom Typ Milchbubbi (nicht abwertend gemeint!) sich einen Holzfäller Bart wachsen zu lassen, nur, um besonders männlich und hip zu wirken.
Finde die Leute dann immer irgendwie bemitleidenswert. Lassen sich so von Trends und anderen Menschen leiten.
Schöner ist es doch eigentlich, wenn man seinen eigenen Stil findet und bestimmte DInge eben aus eigenem Antrieb macht.
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Cybill
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Danke Lara!
Ein kategorischer Passing-Imperativ im Sinne: "Mache dich immer so zurecht, dass Du unmöglich als Mann (Wahlweise Frau) erkannt werden kannst." Ist für Viele undurchführbar. Nach meiner Erfahrung ist es weniger das sog. Passing, als die Art und Weise des Auftritts, dass für die Wahrnehmung des Gegenüber sorgt. Je selbstverständlicher man/frau sich in seiner Haut wohlfühlt, umso unproblematischer ist das gefühlte Passing.
-cy
Ein kategorischer Passing-Imperativ im Sinne: "Mache dich immer so zurecht, dass Du unmöglich als Mann (Wahlweise Frau) erkannt werden kannst." Ist für Viele undurchführbar. Nach meiner Erfahrung ist es weniger das sog. Passing, als die Art und Weise des Auftritts, dass für die Wahrnehmung des Gegenüber sorgt. Je selbstverständlicher man/frau sich in seiner Haut wohlfühlt, umso unproblematischer ist das gefühlte Passing.
-cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!
Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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nicole.f
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Re: Blogbeitrag: Kritik des “Passingsâ€
Ihr Lieben,
ist ja lustig, dass das Thema gerade aufkommt. Vor ein paar Wochen hatte auch mal angefangen, einen Text dazu zu schreiben. Ist noch nicht völlig rund und fertig, aber ich denke dennoch gerade passend. Ich wollte mal das Konzept des Passing etwas kritisch beleuchten, hier kommt's:
Mit Passing wird in der Trans* Szene beschrieben, wie man in der Öffentlichkeit wahrgenommen, wie man gelesen wird und in wie weit man in seinem Identitätsgeschlecht erkannt und anerkannt wird. Mit einem guten Passing kann man "setalth" erreichen, dass man also unerkannt bleibt, sozusagen unter dem Radar bleibt und unerkannt und unauffällig wie jede andere Person auch durch den Alltag geht.
Selbstverständlich erscheint ein gutes Passing und das Erreichen des Stealth-Mode zunächst als erstrebenswertes Ziele. Unser Identitätsgeschlecht entspricht voll und ganz unserer Identität und in dieser möchten wir nicht bezweifelt werden. Infragestellungen der Identität sind persönlich verletzend und auch verunsichernd. Wer würde dies also nicht gerne vermeiden wollen?
Daher möchte ich hiermit auch keinesfalls Passing und Stealth Mode verteufeln oder als falsche Ziele abstempeln. Dennoch möchte ich das Konzept infrage stellen. Denn worauf basiert dieses geschlechtliche Passing und der damit verbundene vielleicht erreichbare Stealth-Mode?
Es basiert praktisch ausschließlich auf Annahmen, die wir eigentlich infrage stellen wollen. Es basiert auf einem rein binären Geschlechtermodell, auf Rollenstereotypen, auf Klischees, denn das sind die Faktoren die bewertet werden, wenn wir anderen Menschen begegnen. Dies alleine ist auch nicht uneingeschränkt zu kritisieren, denn wir brauchen diese vorurteilsbasierte Einschätzung unserer Umgebung, um schnell unsere Umwelt erfassen, einordnen, einschätzen und darin agieren zu können.
Schlussendlich basiert all dies auf Vorurteilen, auf im Vorfeld bekannte Beurteilungen bestimmter Signale, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Je öfter wir mit diesen Eindrücken glauben richtig zu liegen, desto stärker werden diese Vor-Urteile. Wenn etwas widerwärtig stinkt, so werden wir uns instinktiv abwenden. Etwas zu essen, was einen für uns starken und schlechten Geruch verströmt, werden wir nicht essen wollen. Das Gegenteil davon zu tun erfordert Überwindung, kann aber zu durchaus positiven Überraschung führen. Gleichermaßen ist nicht alles, was schön oder wohlriechend ist auch immer gleichzeitig gut für uns. In der Natur gibt es viele Beispiele, für solcherlei Tarnungen. Vorurteile sind also gleichermaßen wichtig und gefährlich. Sie helfen und verleiten uns gleichermaßen zu voreiligen Schlüssen.
Das Konzept des Passing basiert fast ausschließlich darauf, diese Vorurteile zu bedienen. Es geht beim Passing nicht darum, dem persönlichen Selbst Ausdruck zu verleihen, sondern die eigene Fremdwahrnehmung zu beeinflussen. Es stellt sich nun aber die Frage, in wie weit die zu erreichende Fremdwahrnehmung auch der persönlichen Identität entspricht?
Es gibt hier ganz bestimmt ein Wechselwirken zwischen dem, was uns von unserer Umwelt gespiegelt wird und dem, wie wir uns selbst wahrnehmen. Wenn ich eine Eigenschaft offen zeige, mit der ich immer wieder Ablehnung oder zumindest Infragestellung erfahre, dann wird mich dies früher oder später verunsichern.
Ich gehe jedoch davon aus, dass dies auch bereits zuvor Auswirkungen auf uns hat, noch bevor wir konkrete Rückmeldungen unseres Umfeldes erfahren haben. Wir kennen unser Umfeld, wir wissen, wie es gestaltet und aufgebaut ist, wir kennen unsere Mitmenschen und haben eine intuitive Einschätzung von ihnen. Wir antizipieren damit Reaktionen und unsere Wahrnehmung durch andere. Antizipieren wir Widerstände oder negative Reaktionen, so werden wir wahrscheinlich versuchen, diese zu minimieren. Nur wenige Menschen sind dauerhaft in der Lage, gegen Widerstände anzukämpfen.
Ich bin zudem davon überzeugt, dass dies sehr oft ein unbewusster Prozess ist. Genau wie wir unbewusst im Alltag Vorurteile anwenden, um unsere Umwelt einzuschätzen, genauso unbewusst wenden wir die vorurteilsbasierte Antizipation von Reaktionen auf unser Verhalten, unsere Ansichten, Einsichten und schlussendlich auch auf unsere Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung an.
Das ganze ist auch nicht wirklich verwerflich, doch man sollte sich darüber bewusst sein und Einschätzungen, Wahrnehmungen und vor allem eben auch die eigene Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung hinterfragen und versuchen zu ergründen, inwieweit diese vielleicht eher auf Antizipation statt intrinsischer, innerer Eigenschaften beruht.
Für trans* Menschen ist dies ein ganz besonders schwerer Prozess. Alleine mit dem Zweifeln an dem uns bei Geburt zugewiesenen Geschlecht geraten wir sofort in Konflikt mit unserer Umwelt. Für alle um uns herum scheint dieses Konzept zu funktionieren, das Geschlecht ist bei Geburt eindeutig bestimmbar, die entsprechende geschlechtliche Rolle passt und wird ausgefüllt. Doch für uns? Etwas tief in uns gibt uns recht unmissverständlich zu verstehen, dass diese scheinbare Selbstverständlichkeit für uns nicht zutrifft - und damit sind wir vermutlich auch nicht alleine, doch das würde hier zu weit führen.
Wir haben also allen Anlass, an einem dieser Vor-Urteil zu zweifeln und uns bewusst in eine Kontrapositon zu unserer Umwelt begeben zu müssen. Unsere Umwelt ist, was Geschlechtlichkeit betrifft, binär dominiert, es gibt männlich und weiblich. Alles andere scheint es nicht zu geben, es ist kaum wahrnehmbar. Indem wir nun an unserem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht zu zweifeln beginnen, stellt sich sofort die Frage nach den Alternativen. Wenn das zugewiesene Geschlecht nicht zu passen scheint, was könnte dann passen? Was kenne ich von meiner Umwelt?
So ist es dann völlig nachvollziehbar, dass die einzig bekannte Möglichkeit als einzige Alternative in Betracht kommt. Diese Alternative kommt nicht nur mit einer Eigenschaft daher, es ist nicht nur eine Alternative zur Geschlechtlichkeit, sondern es hängen eine Vielzahl von gesellschaftlichen Konstrukten, Erwartungen, Bildern etc. daran.
Liebe Grüße
nicole
ist ja lustig, dass das Thema gerade aufkommt. Vor ein paar Wochen hatte auch mal angefangen, einen Text dazu zu schreiben. Ist noch nicht völlig rund und fertig, aber ich denke dennoch gerade passend. Ich wollte mal das Konzept des Passing etwas kritisch beleuchten, hier kommt's:
Mit Passing wird in der Trans* Szene beschrieben, wie man in der Öffentlichkeit wahrgenommen, wie man gelesen wird und in wie weit man in seinem Identitätsgeschlecht erkannt und anerkannt wird. Mit einem guten Passing kann man "setalth" erreichen, dass man also unerkannt bleibt, sozusagen unter dem Radar bleibt und unerkannt und unauffällig wie jede andere Person auch durch den Alltag geht.
Selbstverständlich erscheint ein gutes Passing und das Erreichen des Stealth-Mode zunächst als erstrebenswertes Ziele. Unser Identitätsgeschlecht entspricht voll und ganz unserer Identität und in dieser möchten wir nicht bezweifelt werden. Infragestellungen der Identität sind persönlich verletzend und auch verunsichernd. Wer würde dies also nicht gerne vermeiden wollen?
Daher möchte ich hiermit auch keinesfalls Passing und Stealth Mode verteufeln oder als falsche Ziele abstempeln. Dennoch möchte ich das Konzept infrage stellen. Denn worauf basiert dieses geschlechtliche Passing und der damit verbundene vielleicht erreichbare Stealth-Mode?
Es basiert praktisch ausschließlich auf Annahmen, die wir eigentlich infrage stellen wollen. Es basiert auf einem rein binären Geschlechtermodell, auf Rollenstereotypen, auf Klischees, denn das sind die Faktoren die bewertet werden, wenn wir anderen Menschen begegnen. Dies alleine ist auch nicht uneingeschränkt zu kritisieren, denn wir brauchen diese vorurteilsbasierte Einschätzung unserer Umgebung, um schnell unsere Umwelt erfassen, einordnen, einschätzen und darin agieren zu können.
Schlussendlich basiert all dies auf Vorurteilen, auf im Vorfeld bekannte Beurteilungen bestimmter Signale, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Je öfter wir mit diesen Eindrücken glauben richtig zu liegen, desto stärker werden diese Vor-Urteile. Wenn etwas widerwärtig stinkt, so werden wir uns instinktiv abwenden. Etwas zu essen, was einen für uns starken und schlechten Geruch verströmt, werden wir nicht essen wollen. Das Gegenteil davon zu tun erfordert Überwindung, kann aber zu durchaus positiven Überraschung führen. Gleichermaßen ist nicht alles, was schön oder wohlriechend ist auch immer gleichzeitig gut für uns. In der Natur gibt es viele Beispiele, für solcherlei Tarnungen. Vorurteile sind also gleichermaßen wichtig und gefährlich. Sie helfen und verleiten uns gleichermaßen zu voreiligen Schlüssen.
Das Konzept des Passing basiert fast ausschließlich darauf, diese Vorurteile zu bedienen. Es geht beim Passing nicht darum, dem persönlichen Selbst Ausdruck zu verleihen, sondern die eigene Fremdwahrnehmung zu beeinflussen. Es stellt sich nun aber die Frage, in wie weit die zu erreichende Fremdwahrnehmung auch der persönlichen Identität entspricht?
Es gibt hier ganz bestimmt ein Wechselwirken zwischen dem, was uns von unserer Umwelt gespiegelt wird und dem, wie wir uns selbst wahrnehmen. Wenn ich eine Eigenschaft offen zeige, mit der ich immer wieder Ablehnung oder zumindest Infragestellung erfahre, dann wird mich dies früher oder später verunsichern.
Ich gehe jedoch davon aus, dass dies auch bereits zuvor Auswirkungen auf uns hat, noch bevor wir konkrete Rückmeldungen unseres Umfeldes erfahren haben. Wir kennen unser Umfeld, wir wissen, wie es gestaltet und aufgebaut ist, wir kennen unsere Mitmenschen und haben eine intuitive Einschätzung von ihnen. Wir antizipieren damit Reaktionen und unsere Wahrnehmung durch andere. Antizipieren wir Widerstände oder negative Reaktionen, so werden wir wahrscheinlich versuchen, diese zu minimieren. Nur wenige Menschen sind dauerhaft in der Lage, gegen Widerstände anzukämpfen.
Ich bin zudem davon überzeugt, dass dies sehr oft ein unbewusster Prozess ist. Genau wie wir unbewusst im Alltag Vorurteile anwenden, um unsere Umwelt einzuschätzen, genauso unbewusst wenden wir die vorurteilsbasierte Antizipation von Reaktionen auf unser Verhalten, unsere Ansichten, Einsichten und schlussendlich auch auf unsere Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung an.
Das ganze ist auch nicht wirklich verwerflich, doch man sollte sich darüber bewusst sein und Einschätzungen, Wahrnehmungen und vor allem eben auch die eigene Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung hinterfragen und versuchen zu ergründen, inwieweit diese vielleicht eher auf Antizipation statt intrinsischer, innerer Eigenschaften beruht.
Für trans* Menschen ist dies ein ganz besonders schwerer Prozess. Alleine mit dem Zweifeln an dem uns bei Geburt zugewiesenen Geschlecht geraten wir sofort in Konflikt mit unserer Umwelt. Für alle um uns herum scheint dieses Konzept zu funktionieren, das Geschlecht ist bei Geburt eindeutig bestimmbar, die entsprechende geschlechtliche Rolle passt und wird ausgefüllt. Doch für uns? Etwas tief in uns gibt uns recht unmissverständlich zu verstehen, dass diese scheinbare Selbstverständlichkeit für uns nicht zutrifft - und damit sind wir vermutlich auch nicht alleine, doch das würde hier zu weit führen.
Wir haben also allen Anlass, an einem dieser Vor-Urteil zu zweifeln und uns bewusst in eine Kontrapositon zu unserer Umwelt begeben zu müssen. Unsere Umwelt ist, was Geschlechtlichkeit betrifft, binär dominiert, es gibt männlich und weiblich. Alles andere scheint es nicht zu geben, es ist kaum wahrnehmbar. Indem wir nun an unserem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht zu zweifeln beginnen, stellt sich sofort die Frage nach den Alternativen. Wenn das zugewiesene Geschlecht nicht zu passen scheint, was könnte dann passen? Was kenne ich von meiner Umwelt?
So ist es dann völlig nachvollziehbar, dass die einzig bekannte Möglichkeit als einzige Alternative in Betracht kommt. Diese Alternative kommt nicht nur mit einer Eigenschaft daher, es ist nicht nur eine Alternative zur Geschlechtlichkeit, sondern es hängen eine Vielzahl von gesellschaftlichen Konstrukten, Erwartungen, Bildern etc. daran.
Liebe Grüße
nicole
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