Geschlechtskonforme Schultüten
Geschlechtskonforme Schultüten

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
Anne-Mette
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Geschlechtskonforme Schultüten

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

nun ist es wieder so weit: entweder wird zuhause gebastelt oder Kindergärten bieten "gemeinsames Schultütenbasteln" für die Eltern der "Großen" an.
Das habe ich auch ein paar Mal gemacht )))(:

BRIGITTE weiß, wie man "Mädchen- und Jungenschultüten" gestaltet:

Kleines Extra: Die Pompon-Haarspangen schmücken am Einschulungstag die Schultüte, danach die kleine Erstklässlerin.

und

kluge Jungs kennen den neuesten Stand der Technik
Kleines Extra: Der coole Roboter lässt sich nach dem ersten Schultag von der Tüte ablösen und aufs T-Shirt bügeln.


http://www.brigitte.de/wohnen/selbermac ... n-1133450/

Gut, damals gab es noch keine Roboter - und "cool" wusste auch noch niemand einzuordnen.

Gruß
Anne-Mette
schultag-1.jpg
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Astrid
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 2 im Thema

Beitrag von Astrid »

Ich hatte zu meiner Einschulung 1977 auch eine selbstgebastelte Schultüte. Allerdings nicht von mir selbst, sondern von meiner Tante Johanna. Ich würde sagen sie war geschlechtsneutral gestaltet, aber nicht gerade in dem Stil, womit die Jungen üblicherweise auftraten.
DSC_5913_blank.JPG
Ich war damit jedoch total unglücklich, weil sie deutlich kleiner war, als die Tüten meiner Mitschüler. Und so wurde ich schon am ersten Schultag gehänselt. Zuhause habe ich dann solange Theater gemacht, bis meine Mutter losgefahren ist und mir eine "richtige" Schultüte besorgt hat.
DSC_5914_blank.JPG
Heute finde ich ganz klar die Selbstgemachte viel phantasievoller und so gesehen kann ich meiner Tante rückwirkend dankbar sein, daß zumindest sie mir keine Konformität aufgedrückt hat.

Liebe Grüße - Astrid

P.S.: Wen es interessiert: Das Fahrzeug im Hintergrund ist ein zum Bäcker-Verkaufswagen umgebauter Hanomag-Henschel F 25.
Zuletzt geändert von Astrid am Fr 8. Jul 2016, 11:31, insgesamt 1-mal geändert.
Ulrike-Marisa
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...ein Bild von meinem ersten Schultag 1960 habe ich nicht mehr präsent - ist tief vergraben in den Unterlagen meiner verstorbenen Eltern, aber es dürfte in etwa dem entsprechen von Anne-Mette, außer, das Annes Bild um Ostern war und wir in Bayern erst im Herbst dran waren.
Schultüten für unsere Jungs haben wir dann auch selbst mit Rohlingen gestaltet - thematisch nach den Interessen der Jungs damals...

Gruß, Ulrike-Marisa
Dolores59
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 4 im Thema

Beitrag von Dolores59 »

Mit der Schule konnte ich mich nie anfreunden.

Das muss ich schon bei der Einschulung geahnt haben:
Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://i35.servimg.com/u/f35/18/64/71/84/schult10.jpg


Geschlechtsspezifisch scheint die Tüte nicht gewesen zu sein.

Wer sich über die "winterliche" Kleidung wundert. Damals (1962) erfolgte die Einschulung im Frühjahr und nicht im Sommer.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
triona
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 5 im Thema

Beitrag von triona »

Bei uns waren diese Tüten damals n.m. Erinnerung noch nicht geschlechtsmäßig unterschiedlich, weder im Aussehen noch beim Inhalt. Da waren halt Schulsachen wie Bleistifte, Radiergummi usw und ein paar Süßigkeiten drin.

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://up.picr.de/26134303nb.jpg
(Foto: Ceska)

Ob das auf dem Bild meine Tüte war oder eine des Fotografen für alle, kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber auf solchen Schiefertafeln haben wir noch das Schreiben gelernt, anfangs mit Kreide, danach mit Griffel.

So einen Kult um den Schulanfang mit riesiger Familienfeier, wie das in Sachsen wohl schon seit langem gemacht wird, und heutzutage immer mehr ausufert, gab es bei uns nicht. Da werden mittlerweile von den wohlhabenderen Familien schon weit im Voraus große Gaststättensäle gebucht (wer zu spät bucht, kriegt nichts mehr), bisweilen mit Musikkapelle usw, und es hagelt Geschenke aus der ganzen Familie wie Weihnachten, Konfirmation o.ä. Selbstredend jede Schultüte möglichst größer und bunter als alle anderen. Und wer nicht "mithalten" kann, ist sozial schon draußen, bevor überhaupt der erste "richtige" Schultag angefangen hat.

Bei uns war da ein Gottesdienstbesuch und danach eine kurze formelle "Feier" in der Schulaula mit einer kurzen Rede des Direktors, und der Schulchor hat dazu ein paar Lieder gesungen. Im Anschluß der Fotografentermin reihum. Danach gingen alle nach Hause und räumten die Tüte leer und verzehrten die darin enthaltenen Süßigkeiten. Das war nach vlt 2 Stunden durch und wurde von den meisten wohl nach kurzer Zeit vergessen. Am nächsten Tag gings mit dem ersten Unterricht los.


liebe grüße
triona
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 6 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

So eine Schiefertafel mit Schwämmchen wie auf Trionas Bild hatten wir 1960 auch noch in der ersten Klasse der Bayerischen Dorfschule am Starnberger See und mit einem Griffelkasten aus Holz. Ich hatte auch schon einen alten Schultornister wie bei Anne-Mettes Bild auf dem Rücken erkennbar. der stammte aus der Verwandschaft von meiner Kusine oder meinem Vetter, dunkelbraun war er... Eine Schulranzen hatten damals noch nicht alle - und richtige Schuhe auch nicht; im Sommer gingen wir meist barfuss und im Winter kamen dann einige mit zu großen Gummistiefeln und die Kleidung der Jungs war eigentlich wie auf den Bildern von Zille; nur die Mädchen waren mit ihren Dirndl-Kleidchen ansehnlich gekleidet - schon damals mein Traum, unerfüllbar zu der Zeit...

liebe Grüße, Ulrike-Marisa
Zuletzt geändert von Ulrike-Marisa am Di 19. Jul 2016, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 7 im Thema

Beitrag von Moni-Ka »

Meine Schultüte war blau und hatte eine Dampfeisenbahn drauf. Also ganz sicher geschlechtskonform.

Liebe Grüße
Monika
"A little bit of Monica in my life" (Lou Bega, Mambo No. 5)
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 8 im Thema

Beitrag von rika »

Da gibt es ein Bild, aber wie damals üblich in schwarz-weiß. Die große Brezel war wichtiger, sie ist kurz nach der Aufnahme zerbrochen. Ich hatte ein Hemd, eine Strickjacke und eine Pepita-Hose an, die etwas zu kurz war. Wirkliche Erinnerungen habe ich nicht, da es über ein halbes Jahrhundert her ist, dass eingeschult wurde.

Der Begriff "geschlechtskonforme Schultüten" stößt mir etwas auf. Es sind 6-jährige Kinder, die diese Tüten bekommen und da sollten wir vielleicht nachdenken, ob Konformität schon eine Rolle spielt oder die Kinder voller Aufregung und Euphorie in die Schule kommen.

Und wenn ich so weiter sinniere, denke ich, dass wir die Kinder in ihrer Entwicklung und Würde besser aus diesem Forum außen vorlassen, oder? Und dann sind "geschlechtskonforme Schultüten" für mich ein Unwort.

rika
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 9 im Thema

Beitrag von lilijana »

Meine Schultüte war blau und hatte ein Mädchen mit einem Bleistift vorne drauf. Ob's geschlechtskonform ist? Ich weiß es nicht. Hauptsache es waren leckere Süßigkeiten drin.

Liebe Grüße
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.
exuserin-2017-01-16

Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 10 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Hi ich kann damit nix anfangen mein Kleiner möchte eine Zuckertüte mit Star Wars oder so etwas und die Kleine Elsa. Irgend etwas neutrales wöllten die Beiden gar nicht haben.

LG Uta
triona
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 11 im Thema

Beitrag von triona »

Ulrike-Marisa hat geschrieben:... mit einem Griffelkasten aus Holz. ...
An den kann ich mich auch noch gut erinnern. (smili)
Ich hatte ihn bestimmt bis in die 2. der 3. Klasse.

Allerdings waren in unserer Gegend im Allgemeinen schon passende und für die Jahreszeit geeignete Schuhe für alle Kinder üblich. Wobei ich von Bildern aus nicht weit entfernten Dörfern weiß, daß die Zeit auch dort erst wenige Jahre zurücklag, in der Kinder aus ärmeren Familien im Sommer noch barfuß zur Schule gingen.

Kleider und Röcke hatten allerdings nur noch ein Teil der Mädchen täglich an:

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://up.picr.de/26245645qn.jpg

Klassenbild, vermutlich 2. Klasse, 1961 oder 1962,
Mit Hilfe des ersten Bildes von meiner Einschulung dürfte es nicht allzu schwer sein, herauszufinden, welche/r ich bin. ;)
Foto: Ceska


Auch Zöpfe waren bereits stark im Verschwinden begriffen. So manch eine, der Zöpfe noch vom Elternhaus verordnet waren, freute sich klammheimlich, wenn sich ein hinter ihnen sitzender "frecher Lausbub" den "Scherz" erlaubte, den Zopf in das Tintenfaß zu tauchen, das an manchen Schulen mit älterer Einrichtung noch in die Schulbänke eingelassen war, und dieser danach "leider" abgeschnitten werden mußte. Diese Tintenfässer wurden aber auch bald nicht mehr befüllt und wenig später flächendeckend ganz abgeschafft, als der Patronenfüller seinen Siegeszug in die Schulen begonnen hatte. Damals wurde den Kindern bzw ihren Eltern noch genau vorgeschrieben, welcher Füller angeschafft werden mußte. Und wehe ein Kind hatte einen falschen, der nicht den Segen der Lehrerschaft hatte.


Eine weitere gruslige Erscheinung dieser Zeit war übrigens die "gewaltsame Umschulung" von linkshändigen Kindern auf Schreiben mit der rechten Hand. Ich kann mich noch sehr lebhaft daran erinnern, wie ein mit mir befreundeter Nachbarjunge furchtbar unter dieser "pädagogischen" Zwangsmaßnahme leiden mußte. Ich ließ mich damals sogar von Eltern und Lehrern dafür einspannen, ihm bei dieser "Umstellung" und den dadurch erforderlichen zusätzlichen und recht vergeblichen Übungsbemühungen an der Schiefertafel zu "helfen". Der Gebrauch des vorgeschriebenen Füllers blieb ihm zwar ein paar Jahre erspart. Der Erwerb einer zügigen und leserlichen Handschrift war ihm jedoch zeitlebens verwehrt.

Darüber hinaus war es wohl auch kein Zufall, daß ausgerechnet dieser Junge noch lange unter verschiedenen auffälligen seelischen Problemen zu leiden hatte. Was u.a. auch zur Folge hatte, daß er nach der 4. Klasse auf eine Waldorfschule "geschickt" (oder "abgeschoben") wurde, nachdem er die Aufnahmeprüfung zum staatlichen Gymnasium fast "erwartungsgemäß" versemmelt hatte. Ein schulischer Werdegang, der damals im Allgemeinen noch in weiten Kreisen als "sozialer Makel" angesehen wurde.


@ rika / "Unwort":
Eigentlich bin ich da mit dir. Aber leider scheint die Wirklichkeit in der letzten Zeit einen anderen Weg einzuschlagen - mit tatkräftiger Unterstützung eifriger Industrien und Handelsunternehmen.

Nicht alles, was früher war, war gut. Genauso aber ist auch nicht alles gut, was heute gemacht wird. Einiges im Schulwesen mag sich gebessert haben. Anderes hingegen hat sich eher verschlechtert.


liebe grüße
triona
Ulrike-Marisa
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 12 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

...an die Umerziehung beim schreiben von links auf rechts kann ich mich auch noch ganz genau erinnern; meine Mutter, gelernte Kindergärtnerin hatte es mir zu Hause erlaubt alles, was mit malen und Stiften zusammen hing mit links zu machen. In der Schule bin ich gleich damit dumm aufgefallen und Eingaben meiner Eltern haben damals nichts bewirkt, da es offizielle Politik war mit der Umerziehung. Da ich die gezielten Schläge mit dem Lineal schnell leid war, habe ich mich halt umorientiert aber nur was das Schreiben betraf, das habe ich tatsächlich rechts dann gelernt und mache es heute noch, manchmal schreibe ich aber auch mit links und zeichnen und kunsthandwerkliche Tätigkeiten sowieso. Auf dem Gymnasium 1964 war es dann erlaubt, so zu schreiben wie man es mochte - rechts war ich mittlerweile schneller als mit links... So ist es geblieben. In diesen Jahren war auch bei uns der Wechsel in der Kleidung bei Jungs und Mädchen - es wurde moderner - irgendwann kamen auch die Jeans auf und Schuhe hatte jede/r und die Zöpfe kamen ab; schade...
So bleibt eben alles anders mit der Zeit.
Da fällt mir gerade ein, dass bei meiner Geografie-Lehrprobe beim Staatsexamen mein links zeichnen an der Tafel als ungewöhnlich und unangemessen betrachtet wurde; 1981 war das! In der Mathe-Lehrprobe bin ich damit auch unangenehm aufgefallen: links schnell was notiert, rechts geschrieben und links wieder weiter... Na ja das hat sich mit dem Lehrerberg dann auch erübrigt...bei meinem heutigen Beruf als Landvermesserin stört es niemanden mehr - ist ja bis auf Skizzen eh alles auf dem PC...

LG, Ulrike-Marisa

...Rechtschreibfehler gibt es bei auch immer noch kostenlos :wink:
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 13 im Thema

Beitrag von triona »

triona hat geschrieben:Allerdings waren in unserer Gegend im Allgemeinen schon passende und für die Jahreszeit geeignete Schuhe für alle Kinder üblich. Wobei ich von Bildern aus nicht weit entfernten Dörfern weiß, daß die Zeit auch dort erst wenige Jahre zurücklag, in der Kinder aus ärmeren Familien im Sommer noch barfuß zur Schule gingen.

Das dürfte aber auch in den 1950-er-Jahren schon recht selten geworden sein.
Bei der Suche nach dem "Beweisfoto", an das ich mich erinnere, habe ich gerade mal mindestens 20 umfangreiche einschlägige Fotobände aus dieser Zeit (*) durchgeblättert. Und ich hab das Bild nicht mehr gefunden.

Alle Kinder hatten auch in den entlegensten Landgebieten in Bayern, Franken, Schwaben, Hessen und Westfalen bereits ordentliches Schuhwerk an, auch auf Bildern aus den 1930-er und 40-er-Jahren. Und das nicht nur auf mehr oder weniger gestellten "Repräsentationsfotos" wie Schulanfang, Klassenbilder, Konfirmation oder Kommunion. Es sei denn, es handelte sich um sommerliche Bade- und andere Freizeitbilder. Das wird wohl aber auch damit zusammenhängen, daß es nicht so einfach gewesen sein dürfte, solche Kinder aus ärmeren Familien zu fotografieren. Armut stellt niemand gerne zur Schau.

Ulrike-Marisa hat geschrieben:... bei meiner Geografie-Lehrprobe beim Staatsexamen mein links zeichnen an der Tafel als ungewöhnlich und unangemessen betrachtet wurde; 1981 war das!
Ja, manche Dinge haben sich noch merkwürdig lange erhalten.
Als ich in der Mitte der 1970-er-Jahre eine Lehrerausbildung gemacht (aber aus gutem Grund nicht beendet) habe, wurde auf den Hochschulen schon die Abkehr von solchen "pädagogischen Lernzielen" gelehrt. Aber einig waren sich die Ausbildungslehrkräfte damals noch nicht über diese für viele noch "revolutionäre" Neuorientierung.

Die alten Knochen ("Lehrmeinungsauthoritäten") hatten da noch für einige Zeit einiges zu sagen. Und bei der - damals noch auf Lebenszeit verbeamteten Schulaufsicht, wie auch bei der noch nicht ganz ausgestorbenen "Altlehrerschaft" aus den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit - haben neuere Erkenntnisse schon immer etwas länger gebraucht, bis sie sich durchgesetzt haben, als anderswo.

Und bis die "68-er" auch auf diesem Feld "durch die Instanzen marschiert" waren, sind noch einigeJahre ins Land gezogen - zeitweilige "Berufsverbote" (Stichwort: "Radikalenerlasse") mit eingeschlossen.


liebe grüße
triona


*) Anmerkung:

Diese Werke sind sehr zu empfehlen für Leute, die sich für Heimatforschung, Trachtenforschung, jüngere Geschichte u.ä. interessieren. Auf Wunsch gerne Literaturlisten, Quellennachweise und Bezugsquellen.
Ulrike-Marisa
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 14 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

...Also das mit den Schuhen war bei uns 1960 noch ein Problem in der Schule; wir hatten ein recht großes Flüchtlingslager im Dorf und zwei kleine Weiler gehörten dazu und da war es halt noch so, dass nicht jeder schon alles (wieder) hatte. Es gab auch noch Kleinsthöfe mit gefühlt einer Kuh im Stall. Wie gesagt änderte sich das ja in den folgenden Jahren des Wirtschaftswunders rasant.
Als evangelisches Flüchtlingskind stand ich damals schon recht am Rand der Gesellschaft, obwohl meine Eltern ein Haus gekauft hatten vom Lastenausgleich. Auch in der Grundschule mussten wir anfangs beim Morgengebet in der ersten Stunde rausgehen, solange die katholische Lehrerin mit den anderen Schülern gebetet hat. Meine Eltern haben auch da Krach gemacht und der Katholische Priester , ein netter älterer aber aufgeschlossener Herr hat dem Kraft Amtes, er war damals auch noch Schulaufsichtsbeamter, ein Ende bereitet; wir durften dann in der Klasse bleiben - Revolution und so.... er hat mich später auch mal eingeladen auch in der Messe als Ministant zu wirken. :wink:

Beste Grüße, Ulrike-Marisa
triona
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Re: Geschlechtskonforme Schultüten

Post 15 im Thema

Beitrag von triona »

Ulrike-Marisa hat geschrieben:Als evangelisches Flüchtlingskind stand ich damals schon recht am Rand der Gesellschaft, obwohl meine Eltern ein Haus gekauft hatten vom Lastenausgleich. Auch in der Grundschule mussten wir anfangs beim Morgengebet in der ersten Stunde rausgehen, solange die katholische Lehrerin mit den anderen Schülern gebetet hat. Meine Eltern haben auch da Krach gemacht und der Katholische Priester , ein netter älterer aber aufgeschlossener Herr hat dem Kraft Amtes, er war damals auch noch Schulaufsichtsbeamter, ein Ende bereitet; wir durften dann in der Klasse bleiben - Revolution und so.... er hat mich später auch mal eingeladen auch in der Messe als Ministant zu wirken.
Tapferer Versuch der Flüchtlingsintegration vor +/- 60 Jahren. (ap)
In unserem althergebracht vorwiegend evangelischen Städtchen waren es die katholischen Flüchtlingskinder, die in dieser ziemlich deutlichen Außenseiterrolle waren.
Heute sind es weniger die "Gegensätze" zwischen katholisch und evangelisch, die hier eine Rolle spielen, sondern andere. Daß "Integration" von Minderheiten und Menschen mit von der Mehrheit abweichenden Lebensumständen ein gesellschaftliches Problem darstellt, mit dessen Lösung sich viele sehr schwer tun, ist aber wohl geblieben. Wenn dies denn sich nicht gar noch verschärft hat.

Wobei wir von dem ursprünglichen recht eingegrenzten Schultüten-Thema mittlerweile schon recht weit abgeschweift sind. Ist wohl jetzt zu einem allgemeinen Kindheits- und Schulzeit-Erinnerungsfaden geworden, mit teilweise recht ausgedehnten gesamtgesellschaftlichen Betrachtungs- und Überlegungsansätzen. Fehlt nur noch, daß der Themenkreis um "Trans* in der Schulzeit vor 50 bis 60 Jahren" erweitert wird ... *wegduck*


liebe grüße
triona
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