Alles nur Selbstbetrug?
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Simone
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Alles nur Selbstbetrug?
Hallo zusammen,
jetzt bin ich in dieses Forum zurückgekehrt und weiß nicht so recht wie ich die geballte Erfahrung nutzen kann. Aber irgendwie muss ich ja anfangen.
Auf Grund meiner aktuellen Ehekrise, die Anlass war, hierher zurück zu kehren, habe ich entschieden, dass ich auf jeden Fall nicht mehr so weiter machen werde wie bisher. Bisher habe ich, um die Wogen des Streites zu glätten, meinen Wunsch, Frau zu sein, klein geredet, verdrängt und mir fest vorgenommen, ihm nicht wieder nachzugeben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, habe ich mich auch nicht ernsthaft um Klarheit und Wahrheit zu meiner Person bemüht. Was sein durfte, war ja klar.
Dieses Mal will ich Wahrheit und Klarheit über mich gewinnen, bevor meine Frau und ich uns Gedanken machen, ob und wie wir unsere Ehe weiter führen können. Dafür gibt es zwar gewichtige Gründe, z.B. dass wir auch Eltern sind, aber mit dem bisherigen Verhalten richten sich die Eltern gegenseitig zu Grunde und dann haben Kinder auch nichts davon. Also habe ich angefangen, im Forum zu lesen und in mich hinein zu horchen, mir eine Psychologin und Beratung bei der örtlichen Transgender SHG gesucht und zusätzlich einer Analyse meines Verhaltens durch den von meiner Frau engagierten Paartherapeuten zugestimmt.
Letzteres steht mir noch bevor. Aus dem Forum habe ich vor allem mitgenommen, dass es die eindeutigen Kriterien zur Bestimmung von verschiedenen Transformen (Formen des Translebens) nicht gibt. So ähnlich hat sich auch die Psychotherapeutin (eine Transfrau) geäußert. Sie hat mir ein authentisch feminines Auftreten bescheinigt. Die Transfrau aus der SHG hat mir vor allem allgemeine Tipps für einen Start in ein Transleben gegeben, aber auch meine Glaubwürdigkeit bestätigt.
Trotzdem stellt sich bei mir keine Sicherheit ein. Tief sitzt der Stachel des Zweifels, der nach meiner letzten Psychotherapie in mir hängen geblieben ist. Oder sagen einem die Therapeuten immer das, was man hören will. Und ich wollte damals ja am liebsten hören, dass ich mein Leben weiterführen könne wie bisher. Aber dann wären die Aussagen meiner neuen Psychotherapeutin auch nicht viel wert. Und ist der Mensch nicht wunderbar in der Lage sich selbst zu betrügen? Wie kann ich mir meiner eigenen Gefühle und Sehnsüchte je sicher sein? Nur weil sie mich seit über 30 Jahren beschäftigen? Die Richtung eines Weges wird schließlich nicht richtiger, weil man ihm länger folgt. Woher weiß ich, dass das Wohlgefühl in femininer Kleidung keine stark abgeschwächte, dauerhafte, sexuelle Erregung ist? Ist die Tatsache, dass ich keine guten Freunde habe, darauf zurück zu führen, dass ich bisher nie wirklich offen sein konnte, weil ich mit mir selbst nicht im Reinen war? Oder bin ich einfach introvertierter, komischer Typ, der hofft, wenigstens als sexy Transe noch zu ein paar erotischen Abenteuern zu kommen?
Also wie? Wie kann ich mir jemals meiner Gefühle sicher sein? Wie kann ich jemals zu der Klarheit über mich kommen, die mir die Sicherheit gibt, die brauche, um mein altes Leben zu verlassen und ein neues zu beginnen? Gegen alle Zweifel und Zweifler. Oder gibt es gar nicht so etwas wie Trans*, sondern nur den Mut zur Entscheidung sich gewissen Konventionen zu widersetzen und anders zu leben?
Ich weiß nicht weiter. Aber ich hoffe, jemandem von euch ist es bereits gelungen, einer solchen Zwickmühle zu entkommen und kann mir einen Rat geben.
Liebe Grüße, Simone
jetzt bin ich in dieses Forum zurückgekehrt und weiß nicht so recht wie ich die geballte Erfahrung nutzen kann. Aber irgendwie muss ich ja anfangen.
Auf Grund meiner aktuellen Ehekrise, die Anlass war, hierher zurück zu kehren, habe ich entschieden, dass ich auf jeden Fall nicht mehr so weiter machen werde wie bisher. Bisher habe ich, um die Wogen des Streites zu glätten, meinen Wunsch, Frau zu sein, klein geredet, verdrängt und mir fest vorgenommen, ihm nicht wieder nachzugeben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, habe ich mich auch nicht ernsthaft um Klarheit und Wahrheit zu meiner Person bemüht. Was sein durfte, war ja klar.
Dieses Mal will ich Wahrheit und Klarheit über mich gewinnen, bevor meine Frau und ich uns Gedanken machen, ob und wie wir unsere Ehe weiter führen können. Dafür gibt es zwar gewichtige Gründe, z.B. dass wir auch Eltern sind, aber mit dem bisherigen Verhalten richten sich die Eltern gegenseitig zu Grunde und dann haben Kinder auch nichts davon. Also habe ich angefangen, im Forum zu lesen und in mich hinein zu horchen, mir eine Psychologin und Beratung bei der örtlichen Transgender SHG gesucht und zusätzlich einer Analyse meines Verhaltens durch den von meiner Frau engagierten Paartherapeuten zugestimmt.
Letzteres steht mir noch bevor. Aus dem Forum habe ich vor allem mitgenommen, dass es die eindeutigen Kriterien zur Bestimmung von verschiedenen Transformen (Formen des Translebens) nicht gibt. So ähnlich hat sich auch die Psychotherapeutin (eine Transfrau) geäußert. Sie hat mir ein authentisch feminines Auftreten bescheinigt. Die Transfrau aus der SHG hat mir vor allem allgemeine Tipps für einen Start in ein Transleben gegeben, aber auch meine Glaubwürdigkeit bestätigt.
Trotzdem stellt sich bei mir keine Sicherheit ein. Tief sitzt der Stachel des Zweifels, der nach meiner letzten Psychotherapie in mir hängen geblieben ist. Oder sagen einem die Therapeuten immer das, was man hören will. Und ich wollte damals ja am liebsten hören, dass ich mein Leben weiterführen könne wie bisher. Aber dann wären die Aussagen meiner neuen Psychotherapeutin auch nicht viel wert. Und ist der Mensch nicht wunderbar in der Lage sich selbst zu betrügen? Wie kann ich mir meiner eigenen Gefühle und Sehnsüchte je sicher sein? Nur weil sie mich seit über 30 Jahren beschäftigen? Die Richtung eines Weges wird schließlich nicht richtiger, weil man ihm länger folgt. Woher weiß ich, dass das Wohlgefühl in femininer Kleidung keine stark abgeschwächte, dauerhafte, sexuelle Erregung ist? Ist die Tatsache, dass ich keine guten Freunde habe, darauf zurück zu führen, dass ich bisher nie wirklich offen sein konnte, weil ich mit mir selbst nicht im Reinen war? Oder bin ich einfach introvertierter, komischer Typ, der hofft, wenigstens als sexy Transe noch zu ein paar erotischen Abenteuern zu kommen?
Also wie? Wie kann ich mir jemals meiner Gefühle sicher sein? Wie kann ich jemals zu der Klarheit über mich kommen, die mir die Sicherheit gibt, die brauche, um mein altes Leben zu verlassen und ein neues zu beginnen? Gegen alle Zweifel und Zweifler. Oder gibt es gar nicht so etwas wie Trans*, sondern nur den Mut zur Entscheidung sich gewissen Konventionen zu widersetzen und anders zu leben?
Ich weiß nicht weiter. Aber ich hoffe, jemandem von euch ist es bereits gelungen, einer solchen Zwickmühle zu entkommen und kann mir einen Rat geben.
Liebe Grüße, Simone
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JaquelineL
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Simone,
Dir einen Rat zu geben, fällt mir ungemein schwer. Denn aus Deinen Zeilen lese ich heraus, dass Du eine externe Bestätigung suchst, im diagnostischen Sinn. Was auf eine gewisse Art auch die Übernahme der Verantwortung durch den Externen bedeutet. Wenn man Dir sagen kann, was Du bist, dann muss es ja stimmen und Du kannst Dich danach richten.
Genau daran aber scheitert jeder Psychologe: In sehr vielen Fällen kann die Psychologie zwar Antworten auf Phänomene bieten, doch die Beurteilung, ob das jeweilige Phänomen vorliegt, basiert sehr stark auf der Beobachtung des Therapeuten. Und was dieser zu sehen bekommt, liegt am Patienten.
*Ich* traue keinem Therapeuten. Meiner gibt mir nach recht kurzer Zeit das OK zur Hormontherapie, was meine Partnerin entsetzt hat: Wie kann er sich sicher sein, dass es wirklich TS ist? Kann er nicht. Sagt er mir auch. "Sie wissen offenbar recht genau Bescheid, was die HET alles anrichten kann und wollen sie beginnen - dann gebe ich Ihnen die Bestätigung der Indikation." Und schwupps, geht's los. Und kann im totalen Chaos enden.
Aber andererseits hat er auch einen Eindruck von mir gewonnen, nämlich dass ich ein entsprechendes Selbstverständnis besitze, über mich und andere nachdenke, in einer starken Partnerschaft lebe (unterstützend, aber auch fordernd) und vor allem, dass ich nicht leichtsinnig zu sein scheine. Das würde sich auch nach längerer Zeit nicht ändern, vermutlich gab es deshalb so schnell das "go".
Und in diesem Sinne stimmt Deine Aussage: Man erzählt Dir, was Du hören willst. Und gerade die Bestätigung Deiner Aussage, dass Du Dein bisheriges Leben weiterleben willst, ist ja recht unkritisch... da macht man weniger falsch, als wenn man Dich auf einen völlig neuen Weg bringt.
Es ist aber auch noch ein anderer Eindruck beim Lesen Deines Textes bei mir entstanden: Du bist nicht nur unsicher bezüglich Deines Weges. Der Druck, dem Du ausgesetzt bist, wirkt mehrschichtig. Und eines ist wohl jeder von uns bewusst: Die Transition löst nicht auf magische Weise alle Probleme... Die sollte man besser zusätzlich, vor allem aber spätestens während der Transition klären.
Wenn ich mich derzeit nicht als Trans* einordnen könnte, würde ich die erste Phase der Transition so lange laufen lassen, *bis* ich mir hinreichend sicher wäre. Und erst dann drastische Schritte einleiten. In diesem Sinne kann ich Dir nur antworten, dass es *Dein* Leben ist und *Du* vorgeben musst, wohin Deine Reise geht. Es gibt keine Diagnostik pro TS - höchstens contra. Werde Dir so sehr "sicher", dass Du Deinen Weg gehen willst, dass Du für Dich auch mit den Folgen leben willst. Dich zu unterstützen herauszufinden, was Du für Dein "richtig" hältst, *dass* ist meiner Meinung nach die eigentliche Aufgabe der Therapeuten.
Jetzt hab' ich aber mehr als genug geschrieben
Liebe Grüße
Jackie
Dir einen Rat zu geben, fällt mir ungemein schwer. Denn aus Deinen Zeilen lese ich heraus, dass Du eine externe Bestätigung suchst, im diagnostischen Sinn. Was auf eine gewisse Art auch die Übernahme der Verantwortung durch den Externen bedeutet. Wenn man Dir sagen kann, was Du bist, dann muss es ja stimmen und Du kannst Dich danach richten.
Genau daran aber scheitert jeder Psychologe: In sehr vielen Fällen kann die Psychologie zwar Antworten auf Phänomene bieten, doch die Beurteilung, ob das jeweilige Phänomen vorliegt, basiert sehr stark auf der Beobachtung des Therapeuten. Und was dieser zu sehen bekommt, liegt am Patienten.
*Ich* traue keinem Therapeuten. Meiner gibt mir nach recht kurzer Zeit das OK zur Hormontherapie, was meine Partnerin entsetzt hat: Wie kann er sich sicher sein, dass es wirklich TS ist? Kann er nicht. Sagt er mir auch. "Sie wissen offenbar recht genau Bescheid, was die HET alles anrichten kann und wollen sie beginnen - dann gebe ich Ihnen die Bestätigung der Indikation." Und schwupps, geht's los. Und kann im totalen Chaos enden.
Aber andererseits hat er auch einen Eindruck von mir gewonnen, nämlich dass ich ein entsprechendes Selbstverständnis besitze, über mich und andere nachdenke, in einer starken Partnerschaft lebe (unterstützend, aber auch fordernd) und vor allem, dass ich nicht leichtsinnig zu sein scheine. Das würde sich auch nach längerer Zeit nicht ändern, vermutlich gab es deshalb so schnell das "go".
Und in diesem Sinne stimmt Deine Aussage: Man erzählt Dir, was Du hören willst. Und gerade die Bestätigung Deiner Aussage, dass Du Dein bisheriges Leben weiterleben willst, ist ja recht unkritisch... da macht man weniger falsch, als wenn man Dich auf einen völlig neuen Weg bringt.
Es ist aber auch noch ein anderer Eindruck beim Lesen Deines Textes bei mir entstanden: Du bist nicht nur unsicher bezüglich Deines Weges. Der Druck, dem Du ausgesetzt bist, wirkt mehrschichtig. Und eines ist wohl jeder von uns bewusst: Die Transition löst nicht auf magische Weise alle Probleme... Die sollte man besser zusätzlich, vor allem aber spätestens während der Transition klären.
Wenn ich mich derzeit nicht als Trans* einordnen könnte, würde ich die erste Phase der Transition so lange laufen lassen, *bis* ich mir hinreichend sicher wäre. Und erst dann drastische Schritte einleiten. In diesem Sinne kann ich Dir nur antworten, dass es *Dein* Leben ist und *Du* vorgeben musst, wohin Deine Reise geht. Es gibt keine Diagnostik pro TS - höchstens contra. Werde Dir so sehr "sicher", dass Du Deinen Weg gehen willst, dass Du für Dich auch mit den Folgen leben willst. Dich zu unterstützen herauszufinden, was Du für Dein "richtig" hältst, *dass* ist meiner Meinung nach die eigentliche Aufgabe der Therapeuten.
Jetzt hab' ich aber mehr als genug geschrieben
Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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Sus_Pender
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Simone,
ohhh man ist das ein schwindelerregendes Thema. Es wird schwer werden Dir da einen Ratschlag zugeben.
Ich für meinen Teil, bin zu der Überzeugung gelangt, dadurch das die Gesellschaft so total intollerant ist, was unser Thema anbelangt,
versuchen Männer die sich zu ihrer femininen Seite hingezogen fühlen, sich so zu verändern das sie der BioFrau so nah wie möglich kommen.
Wir Männer brauchen doch keine Operationen oder Hormontherapien um uns als Frau ausleben zu können.
Viele wollen aber in der Menge der Frauen nicht mehr auffallen, um der Intolleranz auszuweichen.
Frauen laufen rum wie Männer und fühlen sich als Frau und werden auch so gesehen. Herbe Gesichtszüge, kaum Brust, stämmige Körper,
aber sie können Frau sein ohne es heimlich tun zu müssen. Viele Männer sehen besser aus als Frauen, auch ohne Rock und Schminke.
Hätten wir nicht diese offene Intolleranz, dann könnten wir Männer jeder für sich das tun, was uns ein gutes Gefühl gibt.
Der eine schminkt sich, der nächste rasiert die Beine, trägt eine Perücke, läst sich SilikonBusen implantieren, oder trägt nur Silis.
Kleidung trägt jeder so wie er sich wohl fühlt. Dann gäbe es nicht den Zwang sich entscheiden zu müssen. Jeder würde für den Moment das tun
was ihm gut tut.
Ich denke das gibt es nicht, das man im falschen Körper ist. Es ist nur die Frage das leben zu können was man gern möchte.
Würde man in unserer heutigen Zeit einen Menschen im Kleid mit Bart und kräftigen Armen genauso akzeptieren wie einen Menschen
in Hosen mit Brüsten und zierlichen Armen, dann gäbe es diese Zweifel und Zwangsgefühle, so wie hier gesprochen wird, nicht.
Ich weiß nicht ob ich Dir liebe Simone etwas helfen konnte, wenn nicht dann wünsche ich Dir alle Kraft wieder in ausgeglichenere Gefühle zu kommen.
LG von Susi
ohhh man ist das ein schwindelerregendes Thema. Es wird schwer werden Dir da einen Ratschlag zugeben.
Ich für meinen Teil, bin zu der Überzeugung gelangt, dadurch das die Gesellschaft so total intollerant ist, was unser Thema anbelangt,
versuchen Männer die sich zu ihrer femininen Seite hingezogen fühlen, sich so zu verändern das sie der BioFrau so nah wie möglich kommen.
Wir Männer brauchen doch keine Operationen oder Hormontherapien um uns als Frau ausleben zu können.
Viele wollen aber in der Menge der Frauen nicht mehr auffallen, um der Intolleranz auszuweichen.
Frauen laufen rum wie Männer und fühlen sich als Frau und werden auch so gesehen. Herbe Gesichtszüge, kaum Brust, stämmige Körper,
aber sie können Frau sein ohne es heimlich tun zu müssen. Viele Männer sehen besser aus als Frauen, auch ohne Rock und Schminke.
Hätten wir nicht diese offene Intolleranz, dann könnten wir Männer jeder für sich das tun, was uns ein gutes Gefühl gibt.
Der eine schminkt sich, der nächste rasiert die Beine, trägt eine Perücke, läst sich SilikonBusen implantieren, oder trägt nur Silis.
Kleidung trägt jeder so wie er sich wohl fühlt. Dann gäbe es nicht den Zwang sich entscheiden zu müssen. Jeder würde für den Moment das tun
was ihm gut tut.
Ich denke das gibt es nicht, das man im falschen Körper ist. Es ist nur die Frage das leben zu können was man gern möchte.
Würde man in unserer heutigen Zeit einen Menschen im Kleid mit Bart und kräftigen Armen genauso akzeptieren wie einen Menschen
in Hosen mit Brüsten und zierlichen Armen, dann gäbe es diese Zweifel und Zwangsgefühle, so wie hier gesprochen wird, nicht.
Ich weiß nicht ob ich Dir liebe Simone etwas helfen konnte, wenn nicht dann wünsche ich Dir alle Kraft wieder in ausgeglichenere Gefühle zu kommen.
LG von Susi
Von Nichts kommt Nichts
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Simone
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Jackie, liebe Susi,
ich weiß, dass es schwer ist, mir irgendetwas zu raten. Um so herzlicher möchte ich mich dafür bedanken, dass ihr es trotzdem versucht habt.
Ich weiß auch, dass ich die Entscheidungen treffen muss. Unpassenderweise bin ich auf der einen Seite ein Mensch, der sich wenig auf sein Bauchgefühl verlässt, immer sachliche Argumente sucht und auf der anderen Seite empfinde ich nicht den großen Leidensdruck, es sei denn meine mäßigen beruflichen und zwischenmenschlichen Erfolge wären auf meine unterdrückte Weiblichkeit zurück zu führen. Das ich keine beste FreundIn habe, geht mir schon nahe. Aber wer weiß denn, ob sich mein Leben als Mädchen anders entwickelt hätte. Ich empfinde eher so ein irgendwas stimmt nicht oder es könnte doch besser sein. sam_11 beschreibt es recht passend in ihrem Beitrag. Aber ich bin nicht in der Situation, dass ich mich ausprobieren könnte.
Die erste Phase meiner Transition ist definitiv vorbei. Die Ehekrise wird zu einer Trennung oder dem Ende von Simone führen. Die dritte Möglichkeit, eine Akzeptanz von Simone in unserer Ehe, halte ich für sehr unwahrscheinlich. In jedem Fall schließt sich eine neue Phase in meinem Leben an. Aber ich möchte in die Gespräche um unsere Ehe als die gehen, die ich bin, damit die neue Phase in meinem/unserem Leben nicht wieder von Lügen und Heimlichkeiten geprägt ist. Deshalb empfinde ich auch einen gewissen Zeitdruck. Wie wird man sich denn sicher, dass man den Weg gehen will und bestehen kann?
@ Jackie: Du schreibst, dass es vielleicht so etwas wie eine Diagnostik contra TS gibt. Wie sieht die aus?
Was passiert, wenn ich irgendwann feststelle, dass ich eine Fehlentscheidung getroffen habe? Ich werde gleich noch einmal im Forum danach suchen.
Noch einmal vielen Dank für eure Meinungen.
Liebe Grüße
Simone
ich weiß, dass es schwer ist, mir irgendetwas zu raten. Um so herzlicher möchte ich mich dafür bedanken, dass ihr es trotzdem versucht habt.
Ich weiß auch, dass ich die Entscheidungen treffen muss. Unpassenderweise bin ich auf der einen Seite ein Mensch, der sich wenig auf sein Bauchgefühl verlässt, immer sachliche Argumente sucht und auf der anderen Seite empfinde ich nicht den großen Leidensdruck, es sei denn meine mäßigen beruflichen und zwischenmenschlichen Erfolge wären auf meine unterdrückte Weiblichkeit zurück zu führen. Das ich keine beste FreundIn habe, geht mir schon nahe. Aber wer weiß denn, ob sich mein Leben als Mädchen anders entwickelt hätte. Ich empfinde eher so ein irgendwas stimmt nicht oder es könnte doch besser sein. sam_11 beschreibt es recht passend in ihrem Beitrag. Aber ich bin nicht in der Situation, dass ich mich ausprobieren könnte.
Die erste Phase meiner Transition ist definitiv vorbei. Die Ehekrise wird zu einer Trennung oder dem Ende von Simone führen. Die dritte Möglichkeit, eine Akzeptanz von Simone in unserer Ehe, halte ich für sehr unwahrscheinlich. In jedem Fall schließt sich eine neue Phase in meinem Leben an. Aber ich möchte in die Gespräche um unsere Ehe als die gehen, die ich bin, damit die neue Phase in meinem/unserem Leben nicht wieder von Lügen und Heimlichkeiten geprägt ist. Deshalb empfinde ich auch einen gewissen Zeitdruck. Wie wird man sich denn sicher, dass man den Weg gehen will und bestehen kann?
@ Jackie: Du schreibst, dass es vielleicht so etwas wie eine Diagnostik contra TS gibt. Wie sieht die aus?
Was passiert, wenn ich irgendwann feststelle, dass ich eine Fehlentscheidung getroffen habe? Ich werde gleich noch einmal im Forum danach suchen.
Noch einmal vielen Dank für eure Meinungen.
Liebe Grüße
Simone
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Aubergine
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Simone,
zum Thema Transition kann ich als Biofrau natürlich nichts sagen, möchte aber anhand deines Textes doch einiges aufzeichnen, was dir vielleicht etwas hilft.
für mich sagt das definitiv etwas über deine Wünsche aus. Du möchtest Frau sein, ob jetzt Teilzeit oder komplett ist daraus nicht abzulesen, aber dass die Frau da ist, ist unbestreitbar
Kannst du dich wirklich gegen Simone entscheiden? Dann wird ein Teil von dir für den Rest deines Lebens vergraben sein und ich glaube nicht, dass das dich oder eine Beziehung glücklicher macht.
Das du auf Grund deiner Ehekrise - bei der es vermutlich um dieses Thema geht - plötzlich unsicher sein möchtest, das ganze am liebsten unter den Tisch fegen, weil dir deine Ehe noch wichtig ist, ist verständlich.
Ich glaube jedoch, solange du verdrängst, was du möchtest, opfern möchtest um zu erhalten, wird dir kein Psychologe der Welt helfen können, denn die Entscheidung, was du letztendlich machst, liegt ganz allein bei dir. Diese Entscheidung möchtest du aber in deiner jetzigen Situation nicht treffen, da für dich auf beiden Seiten der Entscheidung viel auf dem Spiel steht und viel Unsicherheit vorhanden ist.
Die beste Lösung wäre natürlich mit deiner Frau zusammen einen Weg zu finden, aber ich glaube zwischen den Zeilen gelesen zu haben, dass das nicht möglich ist? (Vielleicht wäre das Forum auch eine Hilfe für deine Frau)?
Sonst ist es ein bitterer Kelch, aber du wirst ihn allein austrinken müssen, denn ich glaube nicht, dass dir da jemand helfen kann.
Ich wünsche dir viel Mut und Kraft für den Tag, an dem du dich entscheiden wirst/musst
LG Aubergine
zum Thema Transition kann ich als Biofrau natürlich nichts sagen, möchte aber anhand deines Textes doch einiges aufzeichnen, was dir vielleicht etwas hilft.
Meinen Wunsch Frau zu sein klein geredet, verdrängt, weil nicht sein kann was nicht sein darf.Simone hat geschrieben:
Auf Grund meiner aktuellen Ehekrise, die Anlass war, hierher zurück zu kehren, habe ich entschieden, dass ich auf jeden Fall nicht mehr so weiter machen werde wie bisher. Bisher habe ich, um die Wogen des Streites zu glätten, meinen Wunsch, Frau zu sein, klein geredet, verdrängt und mir fest vorgenommen, ihm nicht wieder nachzugeben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, habe ich mich auch nicht ernsthaft um Klarheit und Wahrheit zu meiner Person bemüht. Was sein durfte, war ja klar.
für mich sagt das definitiv etwas über deine Wünsche aus. Du möchtest Frau sein, ob jetzt Teilzeit oder komplett ist daraus nicht abzulesen, aber dass die Frau da ist, ist unbestreitbar
Sicherheit ist die eine Sache, dass man aber 30 Jahre schon den falschen Weg geht oder gehen möchte halte ich für ausgeschlossen. Wenn es nicht dein Weg wäre, woher käme dann die Sehnsucht und das Bedürfnis Frau zu sein?Simone hat geschrieben: Wie kann ich mir meiner eigenen Gefühle und Sehnsüchte je sicher sein? Nur weil sie mich seit über 30 Jahren beschäftigen? Die Richtung eines Weges wird schließlich nicht richtiger, weil man ihm länger folgt.
Kannst du dich wirklich gegen Simone entscheiden? Dann wird ein Teil von dir für den Rest deines Lebens vergraben sein und ich glaube nicht, dass das dich oder eine Beziehung glücklicher macht.
Das du auf Grund deiner Ehekrise - bei der es vermutlich um dieses Thema geht - plötzlich unsicher sein möchtest, das ganze am liebsten unter den Tisch fegen, weil dir deine Ehe noch wichtig ist, ist verständlich.
Ich glaube jedoch, solange du verdrängst, was du möchtest, opfern möchtest um zu erhalten, wird dir kein Psychologe der Welt helfen können, denn die Entscheidung, was du letztendlich machst, liegt ganz allein bei dir. Diese Entscheidung möchtest du aber in deiner jetzigen Situation nicht treffen, da für dich auf beiden Seiten der Entscheidung viel auf dem Spiel steht und viel Unsicherheit vorhanden ist.
Die beste Lösung wäre natürlich mit deiner Frau zusammen einen Weg zu finden, aber ich glaube zwischen den Zeilen gelesen zu haben, dass das nicht möglich ist? (Vielleicht wäre das Forum auch eine Hilfe für deine Frau)?
Sonst ist es ein bitterer Kelch, aber du wirst ihn allein austrinken müssen, denn ich glaube nicht, dass dir da jemand helfen kann.
Ich wünsche dir viel Mut und Kraft für den Tag, an dem du dich entscheiden wirst/musst
LG Aubergine
Dir geht's nicht gut? Du fühlst dich mies? So was kommt schnell mal vor.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
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Simone
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Aubergine,
ich habe mir auch schon überlegt, dass ich Simone nicht mehr unterdrücken kann. Sie ist zu stark geworden und fordert ihren Anteil an meinem Leben. Ich glaube, das muss ich meiner Frau in aller Offenheit sagen. Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich glücklich wäre, wenn meine Frau mir ein paar Wochenenden oder eine Woche Urlaub als Frau zugestehen würde. Ich weiß nicht, was ich sagen würde, wenn Sie mir ein solches Angebot machen würde. Es ist immerhin ein Kompromiss und viel, viel mehr als ich jemals hoffen durfte. Aber ich hatte das Gefühl, ich brauche mehr. Frag mich bitte nicht, wie ich meinen Kollegen im Büro sagen werde, dass ich zukünftig im Rock zur Arbeit komme. Aber im Moment habe ich das Gefühl, dass ich mich erproben muss mit Haut und (ohne) Haaren. Sicherlich erst einmal ohne ein komplettes Outing, aber doch mit einem inneren zu Simone stehen. Wenn ich das lese, denke ich das bist nicht du, die das geschrieben hat. Ich weiß nicht, ob ich das kann.
Vielen Dank für deine Meinung.
Sie hat mir sehr geholfen.
Lieb Grüße Simone
ich habe mir auch schon überlegt, dass ich Simone nicht mehr unterdrücken kann. Sie ist zu stark geworden und fordert ihren Anteil an meinem Leben. Ich glaube, das muss ich meiner Frau in aller Offenheit sagen. Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich glücklich wäre, wenn meine Frau mir ein paar Wochenenden oder eine Woche Urlaub als Frau zugestehen würde. Ich weiß nicht, was ich sagen würde, wenn Sie mir ein solches Angebot machen würde. Es ist immerhin ein Kompromiss und viel, viel mehr als ich jemals hoffen durfte. Aber ich hatte das Gefühl, ich brauche mehr. Frag mich bitte nicht, wie ich meinen Kollegen im Büro sagen werde, dass ich zukünftig im Rock zur Arbeit komme. Aber im Moment habe ich das Gefühl, dass ich mich erproben muss mit Haut und (ohne) Haaren. Sicherlich erst einmal ohne ein komplettes Outing, aber doch mit einem inneren zu Simone stehen. Wenn ich das lese, denke ich das bist nicht du, die das geschrieben hat. Ich weiß nicht, ob ich das kann.
Vielen Dank für deine Meinung.
Sie hat mir sehr geholfen.
Lieb Grüße Simone
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MEL
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Simone,
und vorab Dir, liebe Aubergine,
ein Kompliment für deine in meinen Augen sehr treffende Analyse und die daraus resultierenden Ratschläge!
Also auch ich stimme Aubergine in Gänze zu und kann mir beileibe nicht vorstellen, dass man 30 Jahre lang unterschwellig
einen Wunsch/Ziel verfolgt und dann glaubt, sich damit nur selbst etwas vorzumachen!
ES muss raus, die Frage ist nur, was beinhaltet ES und wie umfänglich soll ES werden?
der von dir selbst entwickelten Ideen (siehe Zitat) herangehen und versuchen,
deine Frau hieran zu beteiligen und von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen.
Mal ein Wochenende ganz en femme in den eigenen vier Wänden verleben,
vielleicht auch mal für ein paar Tage eine Auszeit nehmen (Urlaub) und dort dann ganz Frau sein (ob mit oder ohne Partnerin).
Diese Gefühle dann reflektieren und entscheiden, ob und wenn ja, wieviel mehr diese Stunden des Frauseins DIR gegeben haben
und ob du zukünftig darauf verzichten möchtest/kannst oder gar mehr davon brauchst.
In dieser "Ausprobierphase" wäre es schön, wenn deine Frau entsprechendes Verständnis aufbringen könnte,
das Ganze unter dem Aspekt, die Beziehung zu erhalten und dir eine Rückfallposition zu bieten (wenn es doch
nicht die Erfüllung für dich sein sollte .... was ICH aber nicht glaube!).
Sollte deine Frau dem nicht zustimmen können, musst Du den Weg allein gehen,
step by step, eben austesten, was Dir gut tut.
Und erst dann ans outing im gesellschaftlichen/beruflichen Umfeld gehen,
denn diese Schritte - einmal gemacht - sind nicht mehr rückgängig zu machen!!
Also wünsche dir Kraft und Mut, in den inneren Spiegel zu sehen
und dich selbst zu akzeptieren/anzunehmen!
Liebe Grüße
Mel
und vorab Dir, liebe Aubergine,
ein Kompliment für deine in meinen Augen sehr treffende Analyse und die daraus resultierenden Ratschläge!
Also auch ich stimme Aubergine in Gänze zu und kann mir beileibe nicht vorstellen, dass man 30 Jahre lang unterschwellig
einen Wunsch/Ziel verfolgt und dann glaubt, sich damit nur selbst etwas vorzumachen!
ES muss raus, die Frage ist nur, was beinhaltet ES und wie umfänglich soll ES werden?
Also bevor Du dich zu weit aus dem Fenster lehnst, solltest du an die UmsetzungSimone hat geschrieben:....
Sie ist zu stark geworden und fordert ihren Anteil an meinem Leben. Ich glaube, das muss ich meiner Frau in aller Offenheit sagen. Ich habe mich auch schon gefragt, ob ich glücklich wäre, wenn meine Frau mir ein paar Wochenenden oder eine Woche Urlaub als Frau zugestehen würde. Ich weiß nicht, was ich sagen würde, wenn Sie mir ein solches Angebot machen würde. Es ist immerhin ein Kompromiss und viel, viel mehr als ich jemals hoffen durfte. Aber ich hatte das Gefühl, ich brauche mehr. Frag mich bitte nicht, wie ich meinen Kollegen im Büro sagen werde, dass ich zukünftig im Rock zur Arbeit komme. ...
der von dir selbst entwickelten Ideen (siehe Zitat) herangehen und versuchen,
deine Frau hieran zu beteiligen und von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen.
Mal ein Wochenende ganz en femme in den eigenen vier Wänden verleben,
vielleicht auch mal für ein paar Tage eine Auszeit nehmen (Urlaub) und dort dann ganz Frau sein (ob mit oder ohne Partnerin).
Diese Gefühle dann reflektieren und entscheiden, ob und wenn ja, wieviel mehr diese Stunden des Frauseins DIR gegeben haben
und ob du zukünftig darauf verzichten möchtest/kannst oder gar mehr davon brauchst.
In dieser "Ausprobierphase" wäre es schön, wenn deine Frau entsprechendes Verständnis aufbringen könnte,
das Ganze unter dem Aspekt, die Beziehung zu erhalten und dir eine Rückfallposition zu bieten (wenn es doch
nicht die Erfüllung für dich sein sollte .... was ICH aber nicht glaube!).
Sollte deine Frau dem nicht zustimmen können, musst Du den Weg allein gehen,
step by step, eben austesten, was Dir gut tut.
Und erst dann ans outing im gesellschaftlichen/beruflichen Umfeld gehen,
denn diese Schritte - einmal gemacht - sind nicht mehr rückgängig zu machen!!
Also wünsche dir Kraft und Mut, in den inneren Spiegel zu sehen
und dich selbst zu akzeptieren/anzunehmen!
Liebe Grüße
Mel
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Andrea aus Sachsen
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
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Hallo Simone,
vor etwa einem Jahr stand ich vor der gleichen Entscheidung. Nach drei Jahren als Teilzeitfrau bekam ich zunehmend Probleme, mich auf anstehende Aufgaben zu konzentrieren. Zu oft kreisten meine Gedanken neben anderen persönlichen Problemen um das Frausein. Ja, ein Leben komplett als Frau klang verlockend, aber es blieben auch Bedenken:
"¢ Würden mit dem Männermodus auch meine psychischen Probleme verschwinden?
"¢ Kann es sein, dass mir das Frausein irgendwann mal über wird?
"¢ Wird durch das tägliche Zurechtmachen als Frau eventuell erst recht keine Arbeit fertig?
Ein wichtiger Meilenstein meiner Entscheidungsfindung war eine Gesprächsrunde, bei der sowohl CD, als auch TS zugegen waren. Für mich kristallisierte sich dabei ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal heraus: CD bzw. Teilzeitfrauen finden es phantastisch, mal in die weibliche Rolle zu schlüpfen, leiden aber nicht an Entzugserscheinungen, wenn sich mal mehrere Wochen keine Gelegenheit dazu ergibt. Bei (MzF-)TS ist das Verlangen, Frau zu sein, dagegen ständig vorhanden. Danach war für mich klar, wo ich hingehöre, die oben genannten Bedenken blieben jedoch vorerst bestehen.
Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich so weiter "gewurstelt" hätte. Ich fühlte mich jedenfalls nicht zu einer endgültigen Entscheidung in der Lage. Da kam mir eine längere Krankschreibung und spätere Arbeitslosigkeit zu Hilfe. Jetzt konnte ich fast täglich Frau sein, ein idealer Alltagstest! Die oben genannten Bedenken zerstreuten sich schnell und die Abscheu vor einer Rückkehr in den Männermodus stieg unaufhaltsam.
Was kannst du dir daraus entnehmen? Beantworte für dich die Frage, ob dein Verlangen, Frau zu sein, ständig vorhanden ist oder ob du kein Problem hast, wenn sich eine Zeitlang mal keine Gelegenheit dafür bietet! Versuche mal, eine längere Zeit am Stück (Urlaub, Kur) Frau zu sein! Wenn du danach das Gefühl hast, dass es immer so weiter gehen könnte, dann bist du wohl TS. Die Entscheidung solltest du allein nach deinem Gefühl treffen, nicht nach den Wünschen und Befindlichkeiten anderer. Die Frage, welche Konsequenzen das für das Zusammenleben mit deiner Frau und dein sonstiges Umfeld hat, kann meines Erachtens erst geklärt werden, wenn dein eigener Weg klar ist.
In diesem Sinne alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!
Hallo Simone,
vor etwa einem Jahr stand ich vor der gleichen Entscheidung. Nach drei Jahren als Teilzeitfrau bekam ich zunehmend Probleme, mich auf anstehende Aufgaben zu konzentrieren. Zu oft kreisten meine Gedanken neben anderen persönlichen Problemen um das Frausein. Ja, ein Leben komplett als Frau klang verlockend, aber es blieben auch Bedenken:
"¢ Würden mit dem Männermodus auch meine psychischen Probleme verschwinden?
"¢ Kann es sein, dass mir das Frausein irgendwann mal über wird?
"¢ Wird durch das tägliche Zurechtmachen als Frau eventuell erst recht keine Arbeit fertig?
Ein wichtiger Meilenstein meiner Entscheidungsfindung war eine Gesprächsrunde, bei der sowohl CD, als auch TS zugegen waren. Für mich kristallisierte sich dabei ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal heraus: CD bzw. Teilzeitfrauen finden es phantastisch, mal in die weibliche Rolle zu schlüpfen, leiden aber nicht an Entzugserscheinungen, wenn sich mal mehrere Wochen keine Gelegenheit dazu ergibt. Bei (MzF-)TS ist das Verlangen, Frau zu sein, dagegen ständig vorhanden. Danach war für mich klar, wo ich hingehöre, die oben genannten Bedenken blieben jedoch vorerst bestehen.
Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich so weiter "gewurstelt" hätte. Ich fühlte mich jedenfalls nicht zu einer endgültigen Entscheidung in der Lage. Da kam mir eine längere Krankschreibung und spätere Arbeitslosigkeit zu Hilfe. Jetzt konnte ich fast täglich Frau sein, ein idealer Alltagstest! Die oben genannten Bedenken zerstreuten sich schnell und die Abscheu vor einer Rückkehr in den Männermodus stieg unaufhaltsam.
Was kannst du dir daraus entnehmen? Beantworte für dich die Frage, ob dein Verlangen, Frau zu sein, ständig vorhanden ist oder ob du kein Problem hast, wenn sich eine Zeitlang mal keine Gelegenheit dafür bietet! Versuche mal, eine längere Zeit am Stück (Urlaub, Kur) Frau zu sein! Wenn du danach das Gefühl hast, dass es immer so weiter gehen könnte, dann bist du wohl TS. Die Entscheidung solltest du allein nach deinem Gefühl treffen, nicht nach den Wünschen und Befindlichkeiten anderer. Die Frage, welche Konsequenzen das für das Zusammenleben mit deiner Frau und dein sonstiges Umfeld hat, kann meines Erachtens erst geklärt werden, wenn dein eigener Weg klar ist.
In diesem Sinne alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft!
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
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JaquelineL
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Simone,
Liebe Grüße
Jackie
es gibt Leitfäden für die Begutachtung, laut derer bspw. Alkoholismus / Alkoholmissbrauch, Schizophrenie und einige andere Ursachen ausgeschlossen werden sollen. Aber auch hier gilt, dass die Therapeuten nach Anschein bewerten können - eine verdeckte Schizophrenie kann bspw. nicht eben in drei, vier Sitzungen ausgeräumt werden und wenn Du mit den richtigen Antworten kommst, wird wohl in der Regel nicht tiefer nachgebohrt. Was *ich* wiederum für richtig halte.Simone hat geschrieben:@ Jackie: Du schreibst, dass es vielleicht so etwas wie eine Diagnostik contra TS gibt. Wie sieht die aus?
Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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triona
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
JaquelineL hat geschrieben:es gibt Leitfäden für die Begutachtung, laut derer bspw. Alkoholismus / Alkoholmissbrauch, Schizophrenie und einige andere Ursachen ausgeschlossen werden sollen. Aber auch hier gilt, dass die Therapeuten nach Anschein bewerten können - eine verdeckte Schizophrenie kann bspw. nicht eben in drei, vier Sitzungen ausgeräumt werden ...
Und dann kommt es noch recht häufig vor, daß beides oder mehrere Zustände gleichzeitig vorliegen:
Depressionen, Schizophrenie, Borderline, Alkoholmißbrauch, Phobien aller Art usw plus Transexualität - und das meist auch noch in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander und mit gegenseitiger Verstärkung der Auswirkungen jedes einzelnen Zustands, von denen jeder für sich genommen schon verheerend genug sein kann. Was die Beurteilung des Ganzen nicht einfacher macht - weder für einen selbst, noch für einen Psychologen oder Psychiater.
Und 30 Jahre innerer Kampf um solche existenziellen Fragen sind auch kein Pappenstiel. Das hinterläßt auch Spuren und Narben, die man erst mal verarbeiten muß.
Und auch was deine Beziehung zu deiner Frau betrifft, kannst nur du alleine beurteilen. Da kann man von außen schlecht Ratschläge geben, wenn man die Meinung und Gefühle der anderen Seite (=deiner Frau) nicht kennt.
Ich wünsche dir, daß du in absehbarer Zeit die Kraft und die Klarheit finden kannst, daß du herausfindest, was am Besten für dich ist. Um deine Lage bist du wahrlich nicht zu beneiden. Einige - möglicherweise für dich neue - Denkansätze hast du ja in den vorausgegangenen guten Beiträgen schon bekommen.
liebe grüße
triona
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Simone
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Hallo ihr Lieben,
ich möchte mich ganz herzlich für dir von euch geschriebenen Beiträge bedanken. Allein dass ihr mir das Gefühl vermittelt, dass ihr mich mit meinen Sorgen ernst nehmt, tut mir so gut.
Gern möchte ich auf eure Meinungen einzeln eingehen.
Wenn ich irgendwas von outing schreibe, dann nur, weil ich davor Angst habe. Und nach fast 20 Jahren Ehe werden wir schon in Erklärungsnot kommen, wenn wir uns trennen. Und meine Frau lügt nicht "¦
Ich stimme mit dir voll überein und werde meine nächsten Schritte so gehen, erst kläre ich meine Person, dann kann ich mich anderen zuwenden.
Sind diese Leitfäden zur Begutachtung öffentlich? Scheinbar muss ich dann ja während meiner letzten Therapie irgendetwas gesagt habe, was die Therapeutin eine TS hat ausschließen lassen. Aber vielleicht war ich ihr nicht klar genug. Das geht mir selbst so.
Kann es nicht sein, dass ich in einem Labyrinth aus (Selbst-) Bewusstseinsstöhrungen, Phobien und Psychosen gefangen bin, in dem der Wechsel des Geschlechts der einzige Ausweg scheint?
Nicht sehr schlimm, sonst hätte ich wahrscheinlich schon irgendetwas Überraschendes gemacht, aber doch so, dass ich mich über viele Jahre mit der Suche nach einem Ausweg beschäftige.
LG Simone
ich möchte mich ganz herzlich für dir von euch geschriebenen Beiträge bedanken. Allein dass ihr mir das Gefühl vermittelt, dass ihr mich mit meinen Sorgen ernst nehmt, tut mir so gut.
Gern möchte ich auf eure Meinungen einzeln eingehen.
Genau das habe ich vor. Ich zögere nur deshalb, sofort damit zu beginnen, weil ich befürchten muss, dass schon das ein Ende unserer Ehe bedeutet. Meine Frau hat gesagt, dass ich nicht alles ausprobieren kann, um dann zu ihr zurück zu kehren. Ich kann verstehen, dass sie sich eine Entscheidung für sie wünscht. Die will ich auch gern treffen, aber ich kann heute keine Entscheidung gegen Simone treffen. Ich bin sicher, dass ich diese Entscheidung bereuen und revidieren (heimlich) würde. Ich befürchte, dass meine Frau sich nicht auf eine Testphase einlassen wird und somit auch die Erprobung in den eigenen vier Wänden schon nicht mehr rückgängig zu machende Folgen für mich haben wird. Ich habe noch ein wenig Hoffnung, dass es mir mit Hilfe des Paartherapeuten gelingt, meine Weiblichkeit als ein in gewisser Weise bereicherndes Element unserer Beziehung darzustellen. Aber das wäre dann ja so ein bisschen wie Eskimos Kühlschränke verkaufen.MEL hat geschrieben:
"¦
Also bevor Du dich zu weit aus dem Fenster lehnst, solltest du an die Umsetzung
der von dir selbst entwickelten Ideen (siehe Zitat) herangehen und versuchen,
deine Frau hieran zu beteiligen und von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen. "¦
Wenn ich irgendwas von outing schreibe, dann nur, weil ich davor Angst habe. Und nach fast 20 Jahren Ehe werden wir schon in Erklärungsnot kommen, wenn wir uns trennen. Und meine Frau lügt nicht "¦
Leider sind bei all solche Kriterien nicht besonders eindeutig. Zwar hat meine Frau behauptet, ich sei in Zeiten gemeinsamen Urlaubs reizbarer, aber ich konnte diese Zeit trotzdem genießen, auch wenn ich nur vom Frausein träumen konnte. Aber auch etwas anderes lässt mich mit einer Diagnose zögern, nämlich das Wort Entzugserscheinung. Wie kann ich eine TS von einer therapierbaren Sucht unterscheiden? Meine Mutter ist Alkoholikerin. Kann es nicht sein, dass ich einfach einen anderen 'little helper' gefunden habe, dem ich mich hingebe, wenn z.B. stressige Zeiten wegen Prüfungen anstehen?Andrea hat geschrieben:
"¦
CD bzw. Teilzeitfrauen finden es phantastisch, mal in die weibliche Rolle zu schlüpfen, leiden aber nicht an Entzugserscheinungen, wenn sich mal mehrere Wochen keine Gelegenheit dazu ergibt. Bei (MzF-)TS ist das Verlangen, Frau zu sein, dagegen ständig vorhanden. "¦
Ich stimme mit dir voll überein und werde meine nächsten Schritte so gehen, erst kläre ich meine Person, dann kann ich mich anderen zuwenden.
Jackie hat geschrieben:
"¦
es gibt Leitfäden für die Begutachtung, laut derer bspw. Alkoholismus / Alkoholmissbrauch, Schizophrenie und einige andere Ursachen ausgeschlossen werden sollen. "¦
Sind diese Leitfäden zur Begutachtung öffentlich? Scheinbar muss ich dann ja während meiner letzten Therapie irgendetwas gesagt habe, was die Therapeutin eine TS hat ausschließen lassen. Aber vielleicht war ich ihr nicht klar genug. Das geht mir selbst so.
Das Wissen um diese Möglichkeiten ist für mich die größte Nebelmaschine bei meiner Suche nach Klarheit. Weshalb ich geneigt bin dem Urteil eine Psychologen eher zu glauben als meinem Gefühl. Für mich ist es völlig unverständlich, wie ein Mensch z.B. in seiner Depression gefangen bleiben kann und irgendwann keinen anderen Ausweg mehr sieht, als sich das Leben zu nehmen.Triona hat geschrieben:
"¦
Und dann kommt es noch recht häufig vor, daß beides oder mehrere Zustände gleichzeitig vorliegen:
Depressionen, Schizophrenie, Borderline, Alkoholmißbrauch, Phobien aller Art usw plus Transexualität - und das meist auch noch in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander und mit gegenseitiger Verstärkung der Auswirkungen jedes einzelnen Zustands, von denen jeder für sich genommen schon verheerend genug sein kann. Was die Beurteilung des Ganzen nicht einfacher macht - weder für einen selbst, noch für einen Psychologen oder Psychiater. "¦
Kann es nicht sein, dass ich in einem Labyrinth aus (Selbst-) Bewusstseinsstöhrungen, Phobien und Psychosen gefangen bin, in dem der Wechsel des Geschlechts der einzige Ausweg scheint?
Nicht sehr schlimm, sonst hätte ich wahrscheinlich schon irgendetwas Überraschendes gemacht, aber doch so, dass ich mich über viele Jahre mit der Suche nach einem Ausweg beschäftige.
LG Simone
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Amadé
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Simone,
die Selbstzweifel, die du beschreibst, kenne ich sehr gut. Seit eineinhalb Jahren bin ich ebenfalls auf der Suche nach meinem Ich. Du hast schon einige ausgezeichnete Antworten erhalten, die ich gern um eigene Gedanken ergänzen möchte.
Egal wie du jetzt weiter machst, wünsche ich dir viel Kraft für deinen Weg!
Liebe Grüße
Amadée
die Selbstzweifel, die du beschreibst, kenne ich sehr gut. Seit eineinhalb Jahren bin ich ebenfalls auf der Suche nach meinem Ich. Du hast schon einige ausgezeichnete Antworten erhalten, die ich gern um eigene Gedanken ergänzen möchte.
Mit genau dieser Einstellung habe ich mich selbst Jahrzehnte lang verleugnet. Doch schon in der Forumulierung steckt drin, was alles latent vorhanden ist.Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, habe ich mich auch nicht ernsthaft um Klarheit und Wahrheit zu meiner Person bemüht.
Ich vermute, dass du mehr an den Aussagen deines letzten Therapeuten zweifelst als an dir selbst. Aber gerade dadurch, dass du deine Empfindungen gegen die Einstellung des letzten Therapeuten verteidigst, wirst du im Ergebnis sicherer für deinen Weg.Tief sitzt der Stachel des Zweifels, der nach meiner letzten Psychotherapie in mir hängen geblieben ist.
Wenn du nicht einen sehr gewichtigen Grund für deine Gefühle und Sehnsüchte hättest, würdest du als "normaler Mann" niemals auf die Idee kommen, dich mit derartigen Gedanken zu beschäftigen. Nimm sie ernst!Wie kann ich mir meiner eigenen Gefühle und Sehnsüchte je sicher sein? Nur weil sie mich seit über 30 Jahren beschäftigen?
Es kann natürlich sein, dass beide Gründe eine Rolle spielen. Daher wird möglicherweise keine Änderung eintreten, wenn du nur an einer der Ursachen arbeitest.Ist die Tatsache, dass ich keine guten Freunde habe, darauf zurück zu führen, dass ich bisher nie wirklich offen sein konnte, weil ich mit mir selbst nicht im Reinen war? Oder bin ich einfach introvertierter, komischer Typ?
Die "sexy Transe" wäre ein Rollenspiel und nicht alltagstauglich. Du kannst eine ganz normale Frau sein, die auf bestimmte andere Personen einen sexuellen Reiz ausübt. Oder ein ganz normaler Mann, der seine Reize hat. Oder ein Mensch mit einem nicht-binären Geschlecht.der hofft, wenigstens als sexy Transe noch zu ein paar erotischen Abenteuern zu kommen
Ich glaube, Klarheit gibt es in dem Moment, wenn du überzeugt bist, dass das, was du gewinnen kannst, die Arbeit rechtfertigt, die du in den Veränderungsprozess hineinstecken musst, und mehr ist als das, was du durch die Veränderungen schlimmstenfalls aufgeben wirst. So sehe ich das jedenfalls für mich.Wie kann ich jemals zu der Klarheit über mich kommen, die mir die Sicherheit gibt, die brauche, um mein altes Leben zu verlassen und ein neues zu beginnen?
Es gibt nach den verfügbaren Informationen nur einen sehr niedrigen Anteil an TS, die den vollen Weg gegangen sind und es anschließend bereuen. Dafür muss man sich im Klaren sein, dass eine Transition nicht alle Probleme löst, sondern erstmal noch weitere Probleme mit sich bringt. Daher halte ich es für wichtig, andere Schwierigkeiten gleichzeitig anzugehen.Was passiert, wenn ich irgendwann feststelle, dass ich eine Fehlentscheidung getroffen habe?
Es gibt eine Möglichkeit für eine Auszeit, wo du unabhängig von deiner Frau handeln kannst, denn du kannst wie jeder Arbeitnehmer bei der Rentenversicherung eine stationäre Reha (Kur) beantragen. Das eröffnet die Möglichkeit, sich in einem etwas erweiterten Rahmen auszuprobieren.Meine Frau hat gesagt, dass ich nicht alles ausprobieren kann, um dann zu ihr zurück zu kehren.
Dazu gibt es eine klare Antwort: Eine Sucht wird dadurch besiegt, dass das Suchtmittel nicht mehr zugeführt wird. Eine TS findet ihre Erfüllung, wenn dem Drang vollständig nachgegeben wird. TS ist keine Sucht!Wie kann ich eine TS von einer therapierbaren Sucht unterscheiden?
Der Psychologe hat Mittel, mit denen er die bekannten Krankheiten diagnostizieren kann. Das Problem ist, eine psychiatrische Krankheit oder psychische Störung von einer Nicht-Krankheit abzugrenzen, denn TS ist keine Krankheit! Selbst der bekannte Fachmann und Autor Udo Rauchfleisch sagt, dass ihm in seiner jahrzehntelangen Praxis so gut wie kein Fall vorgekommen ist, dass anstelle einer TS eine Krankheit vorlag. Was nicht ausschließt, dass psychische Krankheiten zusätzlich bestehen.Weshalb ich geneigt bin dem Urteil eine Psychologen eher zu glauben als meinem Gefühl.
Egal wie du jetzt weiter machst, wünsche ich dir viel Kraft für deinen Weg!
Liebe Grüße
Amadée
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Joa
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Liebe Simone,
ja, auch ich kann Deine Zweifel und auch Deine Verzweiflung angesichts dieser nebelhaften Unsicherheit verstehen. Ich denke mal, das ist so wie am Beckenrand zu stehen und nicht zu wissen ob Wasser das richtige Element ist und ob man schwimmen kann oder sang- und klanglos darin untergeht. Daß Dein Wunsch nach Weiblichkeit schon so lange besteht, macht ihn sehr ernst zu nehmend und sicherlich zu einem Teil von Dir, also weder zu einer reinen Marotte noch zu irgendeiner Kompensation von irgendetwas. Ich kann mich dem Tenor meiner Vorrednerinnnen nur anschliessen.
Ich hoffe sehr, daß die Paartherapie Dir und Deiner Frau vielleicht doch gemeinsame mögliche Perspektiven eröffnet oder zumindest Klarheit schafft für Eure Wege. Manchmal ist es für die Partnerin unglaublich schwer zu akzeptieren, daß es um existentielle Dinge beim Partner geht, nicht ums Tun sondern ums Sein. Das macht verständlicherweise Angst und stellt die Frage nach dem eigenen Sein und danach ob man sich gemeinsam durch so eine Terra incognita kämpfen kann und will.
Ich denke mal, das, was Du von all den Antworten hier mitnehmen kannst ist: Du bist angesichts Deiner inneren Kämpfe alles andere als verantwortungslos, Du bist nicht krank und keiner kann Dir die Entscheidung, ins Becken zu springen, abnehmen, kein Psychologe und kein Therapeut. Und eines ist sicher und auch da pflichte ich den anderen Kommentaren bei: Gegen Dich gibt es kein Glück, nicht für Dich, nicht für Deine Frau, für niemanden.
Ich wünsche Dir wie alle hier alle Kraft der Welt für Deinen, für Euren Weg!
Joa
ja, auch ich kann Deine Zweifel und auch Deine Verzweiflung angesichts dieser nebelhaften Unsicherheit verstehen. Ich denke mal, das ist so wie am Beckenrand zu stehen und nicht zu wissen ob Wasser das richtige Element ist und ob man schwimmen kann oder sang- und klanglos darin untergeht. Daß Dein Wunsch nach Weiblichkeit schon so lange besteht, macht ihn sehr ernst zu nehmend und sicherlich zu einem Teil von Dir, also weder zu einer reinen Marotte noch zu irgendeiner Kompensation von irgendetwas. Ich kann mich dem Tenor meiner Vorrednerinnnen nur anschliessen.
Ich hoffe sehr, daß die Paartherapie Dir und Deiner Frau vielleicht doch gemeinsame mögliche Perspektiven eröffnet oder zumindest Klarheit schafft für Eure Wege. Manchmal ist es für die Partnerin unglaublich schwer zu akzeptieren, daß es um existentielle Dinge beim Partner geht, nicht ums Tun sondern ums Sein. Das macht verständlicherweise Angst und stellt die Frage nach dem eigenen Sein und danach ob man sich gemeinsam durch so eine Terra incognita kämpfen kann und will.
Ich denke mal, das, was Du von all den Antworten hier mitnehmen kannst ist: Du bist angesichts Deiner inneren Kämpfe alles andere als verantwortungslos, Du bist nicht krank und keiner kann Dir die Entscheidung, ins Becken zu springen, abnehmen, kein Psychologe und kein Therapeut. Und eines ist sicher und auch da pflichte ich den anderen Kommentaren bei: Gegen Dich gibt es kein Glück, nicht für Dich, nicht für Deine Frau, für niemanden.
Ich wünsche Dir wie alle hier alle Kraft der Welt für Deinen, für Euren Weg!
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Simone
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Hallo zusammen,
ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für eure Meinungen danken. Mir hilft es sehr mit anderen über meine Situation, meine Ängst und Zweifel zu schreiben und zu lesen.
Amadee hat geschrieben:
Joa hat geschrieben:
LG Simone
ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für eure Meinungen danken. Mir hilft es sehr mit anderen über meine Situation, meine Ängst und Zweifel zu schreiben und zu lesen.
Amadee hat geschrieben:
Wenn ich diese Überzeugung habe, dann habe ich Klarheit. Die Hürde, vor der ich stehe, ist dass ich ernsthaft befürchten muss, dass meine Familie zerbricht, wenn ich mich um Klarheit bzüglich meiner TS bemühe. Das gilt übrigens auch für die von dir vorgeschlagene Kur. Das geht vielleicht, wenn ich meine Situation mit meiner Frau geklärt habe. Der Preis, den ich Klarheit zahlen muss, ist ziemlich konkret, der Gewinn im Moment eher unklar.
Ich glaube, Klarheit gibt es in dem Moment, wenn du überzeugt bist, dass das, was du gewinnen kannst, die Arbeit rechtfertigt, die du in den Veränderungsprozess hineinstecken musst, und mehr ist als das, was du durch die Veränderungen schlimmstenfalls aufgeben wirst. So sehe ich das jedenfalls für mich.
Ja, TS ist keine Sucht. Aber vielleicht ist mit mir ja auch etwas anderes. Das auszuschließen ist es, was mich zur Zeit beschäftigt. Wenn man mich für längere Zeit von jeglicher Weiblichkeit fern hält. Würde dann vielleicht meine Sehnsucht verblassen? Wenn ich dann wieder mit Weiblichkeit konfrontiert wäre, kämen die alten Wünsche sicher zurück. Wo wäre dann der Unterschied zur Sucht?Wie kann ich eine TS von einer therapierbaren Sucht unterscheiden?
Dazu gibt es eine klare Antwort: Eine Sucht wird dadurch besiegt, dass das Suchtmittel nicht mehr zugeführt wird. Eine TS findet ihre Erfüllung, wenn dem Drang vollständig nachgegeben wird. TS ist keine Sucht!
Joa hat geschrieben:
Das ist genau die Erkenntnis, die ich gewonnen habe. Ich muss gegenüber meiner Frau zu meinen Wünschen und Neigungen stehen. Ich muss mich ausprobieren können. Das kann sie mit tragen oder wir müssen die Konsequenzen ziehen. Dummerweise muss auch mein Sohn die Konsequenzen tragen. Und ihm würde ich eine Trennung ja gern ersparen, wenn es irgendwie geht. Da gibt es dann kein zurück mehr. Muss ich für ihn nicht vielleicht mit meinen Bedürfnissen zurück stehen? Nehme ich ihm nicht viel zu viel?Du bist nicht krank und keiner kann Dir die Entscheidung, ins Becken zu springen, abnehmen, kein Psychologe und kein Therapeut. Und eines ist sicher und auch da pflichte ich den anderen Kommentaren bei: Gegen Dich gibt es kein Glück, nicht für Dich, nicht für Deine Frau, für niemanden.
LG Simone
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Re: Alles nur Selbstbetrug?
Hallo Simone,
Du stellst viele Fragen, die Dir niemand beantworten kann.
Ich habe meine Partnerin bisher nicht erwähnt. Wir sind seit über 5 Jahren zusammen und sie weiß von Beginn an Bescheid (auch wenn sie es nicht mag). Sie gebe ihr in dieser Frage kein Entscheidungsrecht. Sie muss mich akzeptieren, wie ich bin. Wir klären nur, wie ich meine weibliche Seite in ihrer Gegenwart lebe. Für mich ist es elementar, dass ich für mein Leben entscheide. Aus meiner Sicht macht das Deine Frau auch. Sie sagt, was für sie geht und was nicht. Jetzt ist die Frage, wie Du Dein Leben leben willst. Was ist für Dich essentiell ? Was wäre ein "nice to have" und auf was kannst Du verzichten ?
Mir liegen Ratschläge auf der Zunge, aber es kann Dir niemand Ratschläge geben, denn sie spiegeln die Sichtweise anderer Menschen wider. Sie können sich für Dich als völlig falsch heraus stellen.
Ich habe festgestellt, dass ich mit Widersprüchen in mir leben muss. Welche Rolle die Umwelt und die Gesellschaft daran hat, ich interessant, aber nicht hilfreich in meiner persönlichen Frage. Es hilft mir nicht, dem Umfeld eine "Schuld" zuzuweisen, dass es mir nicht gut geht. Ich bin, wie ich bin und damit muss ich leben. Mir hilft es nicht, mich zu verbiegen. Ich bin dann unzufrieden, mürrisch und übellaunig. Damit ist auch niemanden geholfen.
Eine persönliche Coach sagte einmal in einem Radiointerview, dass die Lösung für die eigenen Problem in einem selber liegen und niemand Lösungen vorgeben kann. Deshalb gibt sie niemals Beurteilungen oder Ratschläge. Was sie macht, ist Fragen stellen, damit man selber zu den Lösungen kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass Euch die Paarberatung in diesem Sinne helfen kann, wenn Ihr an eine gute kommt.
Ich drücke Euch die Daumen.
Du stellst viele Fragen, die Dir niemand beantworten kann.
Vielleicht helfen Dir meine Erfahrungen. Ich bin ebenfalls seit langer Zeit (über 40 Jahre) auf der Suche nach Antworten auf meine Fragen. Ich kann nur feststellen, ich finde keine abschließenden Antworten. Ich kenne Phasen, die über Monate mir völlige Ruhe vor dem Thema geben, ohne dass ich mir etwas verkneife. Ich weiß aber, es kommen auch wieder Phasen, in denen das Thema Weiblichkeit an erster Stelle stehen wird. Ich habe gelernt, sie einfach zuzulassen und mich nicht zu wehren, da es in mir nur innere Nöte hervor ruft. Vor einigen Wochen habe ich meinen Segelurlaub komplett en femme verbracht. das war sehr schön, aber am Ende hatte ich genug. Seit dem ist Vicky auf "Tauchstation". Ich habe keine Ahnung, ob sie wiederkommt, aber wenn sie kommt, ist sie eben da. Ich habe vieles probiert und keine Lösung gefunden. Ich kann nicht ganz als Frau leben, ich kann auch nicht darauf verzichten. Aber wer sagt denn, dass ich mich zwischen beiden Polen entscheiden muss ? Ich entscheide mich einfach für beide.Wenn man mich für längere Zeit von jeglicher Weiblichkeit fern hält. Würde dann vielleicht meine Sehnsucht verblassen? Wenn ich dann wieder mit Weiblichkeit konfrontiert wäre, kämen die alten Wünsche sicher zurück. Wo wäre dann der Unterschied zur Sucht?
Ich habe meine Partnerin bisher nicht erwähnt. Wir sind seit über 5 Jahren zusammen und sie weiß von Beginn an Bescheid (auch wenn sie es nicht mag). Sie gebe ihr in dieser Frage kein Entscheidungsrecht. Sie muss mich akzeptieren, wie ich bin. Wir klären nur, wie ich meine weibliche Seite in ihrer Gegenwart lebe. Für mich ist es elementar, dass ich für mein Leben entscheide. Aus meiner Sicht macht das Deine Frau auch. Sie sagt, was für sie geht und was nicht. Jetzt ist die Frage, wie Du Dein Leben leben willst. Was ist für Dich essentiell ? Was wäre ein "nice to have" und auf was kannst Du verzichten ?
Mir liegen Ratschläge auf der Zunge, aber es kann Dir niemand Ratschläge geben, denn sie spiegeln die Sichtweise anderer Menschen wider. Sie können sich für Dich als völlig falsch heraus stellen.
Ich habe festgestellt, dass ich mit Widersprüchen in mir leben muss. Welche Rolle die Umwelt und die Gesellschaft daran hat, ich interessant, aber nicht hilfreich in meiner persönlichen Frage. Es hilft mir nicht, dem Umfeld eine "Schuld" zuzuweisen, dass es mir nicht gut geht. Ich bin, wie ich bin und damit muss ich leben. Mir hilft es nicht, mich zu verbiegen. Ich bin dann unzufrieden, mürrisch und übellaunig. Damit ist auch niemanden geholfen.
Eine persönliche Coach sagte einmal in einem Radiointerview, dass die Lösung für die eigenen Problem in einem selber liegen und niemand Lösungen vorgeben kann. Deshalb gibt sie niemals Beurteilungen oder Ratschläge. Was sie macht, ist Fragen stellen, damit man selber zu den Lösungen kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass Euch die Paarberatung in diesem Sinne helfen kann, wenn Ihr an eine gute kommt.
Ich drücke Euch die Daumen.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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