Hi, ich erkenne mich auch in vielen Dingen hier wieder.... - ich bin 21, und habe das ganze auch länger verdrängt, anfangs weil ichs nicht richtig einordnen konnte und mir nichts dabei gedacht hab, nun, seit ca. 1 Jahr, kämpfe ich mit mir selbst täglich und wills nicht wahr haben, dass ich transsexuell oder ein crossdresser bin.
es gibt Momente, in denen ich mich unter anderen (freunden oder Mitstudenten) wohlfühle, aber gleichzeitig merke, dass mir etwas fehlt und ich eben meine Weiblichkeit (oder vielleicht auch nur meine sanfte Seite) nicht richtig ausdrücken kann. Ich kann aber genauso wenig einschätzen, worauf ich beziehungsmäßig stehe: ich bin noch jungfrau, hatte zwar ein paar dates mit ein paar Mädchen (nicht sooo super viele, aber ich hatte definitiv mehrere realistische chancen) konnte mich aber am ende nie so richtig draufeinlassen, weil ich mir gedacht hab, das kannst du ihr nicht antun sie würde es sowieso nicht verstehen, mir hat auch so das letzte bisschen an dominanz gefehlt, um sie dann zu küssen, etc.
und gleichzeitig denke ich mir dann, ich muss mir erstmal über mich selbst klarheit verschaffen, bevor ich mich auf sowas einlassen kann. nur: wie wird man sich darüber klar, ob man nun doch ganz sicher transsexuell ist? - und was dann?
ich studiere grade noch, habe genauso ein auslandssemester diesen winter in einem arabischen (aber sicheren) land vor (im nachhinein vielleicht eine etwas bescheuerte idee, andererseits kann man es auch so sehen, dass es so nochmal die möglichkeit ist, in eine region zu reisen, in die man später so vielleicht nicht mehr hinkommt?) - dort müsste ich dann halt alles unterdrücken.
genauso frage ich mich: kann das nicht auch sozialer abstieg bedeuten, wenn man (angenommen ich bin transsexuell) dann als transsexuelle vielleicht gar keine arbeit bekommt (subtile diskriminierung)? - genauso frag ich mich, ob ich wenns so wäre, jetzt hormone nehmen sollte oder erst nach dem studium, aber die resultate in 2 jahren (mit dann 24 statt mit fast 22 jahren jetzt) sind wahrscheinlich deutlich schlechter? - das erdrückt mich alles wahnsinnig
Aber genauso hab ich dann auch wieder so wie ihr schon beschrieben habt, einen gewissen Zwiespalt und ein auf und ab: bei der einen jungen, hübschen Frau wird man neidisch, weil sie attraktiv und gut gekleidet ist, dann kommt jemand anderes und man denkt sich nur : oh Gott, ich will doch keine Frau sein. Ich bin mittlerweile auch sehr oft einfach nur richtig depressiv, weil ichs nicht richtig ausleben kann und niemanden habe, mit dem ich mich austauschen kann.... - ich zieh bald in ne eigene Wohnung, und hab dann zumindest mehr Freiraum für mich und Abstand von den Eltern. Meiner Mutter hatte ich es erzählt, aber sie nimmt es nicht richtig ernst. Ich will mich auch nicht länger vor ihr rechtfertigen müssen. Habe bisher nur Damenunterwäsche (auch Reizwäsche, von Mutter oder Schwester) getragen, aber mich darin auch sehr wohl gefühlt, aber zusammen mit Damenbinden (unbenutzten) das bisher hauptsächlich vermutlich als fetisch ausgeübt (es hat mich sexuell erregt) aber wahrscheinlich, weil ichs nie anders bisher ausüben konnte, und mir das als etwas speziell weibliches mit den binden erschien, ich denke aber es ist nicht nur mit dem "fetisch" sondern eben, dass ich auch das gefühl hab, dass meine persönlichkeit weiblich ist.
ich hatte aber auch nie ein einfaches Verhältnis zu meinem "sozialen" Vater, weil ich durch einen unbekannten samenspender "erzeugt" wurde. So hat mir natürlich immer die Vaterrolle etwas gefehlt, und auch ein Vorbild. Mein nicht-biologischer Vater hat mich zwar bestimmt immer geliebt, aber ich konnte das nie für ihn genauso empfinden, er war immer gewissermaßen ein "Haudegen" (verbal gemeint), er hat mich schon immer sehr eingeschüchtert seine Statur und seine Verhaltensweise, ich behaupte mal dass ich mich auch wegen ihm nicht persönlich entfalten konnte und zB mich nie getraut hab, früher meine Gedanken zB mit meiner Mutter zu teilen (ich hab mich auch lange erst gar nicht getraut zu denken, dass ich transsexuell bin, ich hab einfach gedacht, sowas darf man nicht denken). Habe auch lange basketball im verein gespielt, und musste mich da gegen genug mobbing durchsetzen, meine eltern wollten immer, dass ich basketball spiel, aber ich denke dass es nicht komplett umsonst war, ich hab mich ja schließlich nie fertigmachen lassen und mich durchgesetzt

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Andererseits ist die Vergangenheit eh vorbei, und jetzt lange anderen die Schuld zu geben, ändert ja nichts an meiner Situation, auch wenns mir oft schwer fällt positiv in die Zukunft zu sehen. Ich konnte mich auch nie richtig mit ihm tiefsinnig unterhalten, das hat mich auch immer sehr traurig gemacht. Gleichzeitig, glaube ich aber trotzdem, dass der oftmalige Wunsch, weiblich zu sein, (vor allem einen weiblichen Körper zu haben) nicht allein auf einen ungeklärten Vater Sohn Konflikt zurückzuführen ist...
boah, ist echt viel geworden, aber hat gut getan sich das alles mal von der Seele zu schreiben. Hab das alles auch schon nem Psychologen erzählt, aber bin noch in keiner Therapie. Bin offen für eure Meinungen und freue mich auch auf Rückmeldungen

- vlt ist auch noch jemand aus der Nähe Frankfurt hier dabei, idealerweise ungefähr in meinem alter, so um die 20? - ansonsten, LG an alle

- ok, habs mal formatiert^^