Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....
Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder..... - # 4

Antworten
Aurora Luna

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 46 im Thema

Beitrag von Aurora Luna »

Es ist ein ewiger Kampf bis zu dem Moment wo deine Frau merkt das Sie dich nicht so halten kann wie sie dich kennen gelernt hat und sie akzeptiert das sie im Grunde ihre aller beste Freundin geheiratet hat.
Klingt hart und ist es auch.
Nur mit dem Unterschied das wir die es betrifft unfairer Weise unseren "Frauen" mindestens einen Schritt voraus sind. Und wir uns so auf ein eventuelles Ende der Beziehung einstellen können, bevor sie es können und wir uns outen. So ging es mir.
Habe 2 Monate erst mit mir gekämpft...aber es musste raus....in dieser Zeit habe ich mich von meiner Familie (frau +2 Kinder) verabschiedet da mit meinem Outing auch meine Familie hätte sofort vorbei sein können.
Dann habe ich fast 1 Jahr mit meiner Frau gekämpft und ich muss sagen... alle Achtung vor dieser Frau und ihrer Liebe zu ihrem Mann sie hat erst sauber und dann dreckig gekämpft...und mit allen Mitteln die sie hatte.
Aber da ich mir meiner so sicher bin und alle um mich herum( auch meine Frau) merken das das was ich nun bin ...ich bin. Hat sie den Kampf langsam aufgegeben und ich kann inzwischen sagen seit drei Wochen ist ein Waffenstillstand aktiv.
Wir haben nun Intern unseren Status auf beste Freundinnen herabgestuft...wollen aber, da wir uns sonst bestens verstehen und mögen auch in der Zukunft alles zusammen machen und teilen inkl. dem Bett. ok nach 15 Jahren Ehe ist das ja auch kein Wunder.

Ich danke meiner Frau für die vielen schönen Stunden die wir bisher hatten, dafür das sie den Mann der ich nie war so sehr geliebt und um ihn so gekämpft hat.
Ich hoffe das wir zusammen als Partnerinnen noch viele harmonische Stunden verbringen dürfen.

soviel dazu eure Marie Miako Aurora Luna
exuserin-2016-12-21

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 47 im Thema

Beitrag von exuserin-2016-12-21 »

Du Arme ,dass tut mir wahnsinnig leid ,du gibst dich auf und ich weiß das deine Kinder dahinter stecken .
Das verstehe ich !! Aber sie werden ja auch mal groesser,und ich denke du bist auch wer und musst dich nicht verkriechen!!
Hat sich deine Frau mit dem Thema mal auseinander gesetzt ??Du tust mir leid ,schade für 6 Jahre Unverständnis

Ich drücke dir die Daumen für ein besseres Leben für dich und das du doch noch Glücklich irgendwann deine Weiblichkeit leben kannst!!

LG Inge
LaraCD
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 293
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 14:17
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 48 im Thema

Beitrag von LaraCD »

Hallo Ihr Lieben,

die Angst vor dem Outing kennt wohl fast jeder hier. Man macht sich Gedanken über alles mögliche, spielt Szenarien und Reaktionen durch. Überlegt hin und her, ob man wirklich den Schritt gehen soll.
Das ist eine Zeit, die sehr viel Kraft kostet und vermutlich bleibt das oft dem Partner nicht verborgen.
Meine Frau hat mir zumindest nach meinem Outing gesagt, dass ihr nun klar ist, warum ich die Tage davor so oft abwesend und in mich gekehrt gewirkt habe.

Egal, wie man sich dann letzten Endes entscheidet, für das Outing oder dagegen, was ich nicht verstehen kann:
dass die Partnerin so dermaßen ablehnend reagiert, wie zB bei Connyy.
Ich finde das sehr traurig und kann das nicht verstehen. In einer Partnerschaft will man doch eigentlich, dass der Partner glücklich ist. Natürlich muss das nicht heißen, dass man zwingend auch alles miteinander teilt, aber man sollte doch dann wenigstens dem anderen einen gewissen Freiraum zugestehen. Das man vom Partner etwas verlangt, was ihn unglücklich macht, erschließt sich mir nicht. Und das Unterdrücken der weiblichen Seite macht wohl die meisten von uns auf Dauer unglücklich.
Natürlich geht es in einer Partnerschaft auch um Kompromisse, aber es gibt doch eigentlich genug Möglichkeiten bei diesem Thema Kompromisse zu finden. Zum Beispiel nur Umstylen, wenn man alleine ist oder so.
Natürlich sind bei diesem Thema auch viele Ängste im Spiel. Die Angst den Mann zu verlieren zum Beispiel. Hier hilft einzig und allein viel Reden und viel Geduld.
Das die Partnerin das Thema aber so total ablehnt und sogar noch verlangt, dass man selbst alles unterdrückt finde ich egoistisch und hart. Wie würde es die Partnerin finden, wenn man ihr etwas wegnimmt, was ihr wichtig ist?

Ich für meinen Teil bin froh, über meine Entscheidung mich meiner Frau zu offenbaren. Momentan würde ich auch sagen, dass das unsere Beziehung sogar noch gestärkt hat. Immerhin habe ich mit ihr etwas geteilt, was bisher tief in mir verborgen war und niemand sonst kennt. Das ist ja schon auch ein Vertrauensbeweis.
Meine Frau geht auch toll damit um. Schritt für Schritt kann ich ihr mehr von meiner weiblichen Seite zeigen und vor kurzem konnte ich sogar mit ihr als Lara, mit Klamotten und Sillies aber noch ohne Makeup und Perücke, auf der Couch sitzen. Ein unbeschreiblich tolles Gefühl :)
Natürlich hat auch meine Frau Angst ihren Mann zu verlieren und dass ich immer mehr will und dann als Frau leben will. Wir reden dann darüber und mir ist es daher auch wichtig, dass sie das Tempo vorgibt, in dem sie Lara kennenlernen will. Viele schöne Momente hat uns das bisher beschert. Wir haben gelacht und auch geweint.
Ich habe ihr auch schon oft gesagt, dass sie mir sagen soll, wenn es ihr zu viel wird oder ich mich starkt einschränke. Sie sagt dann nur, wie sie das tun könnte, wenn sie doch weiß, dass es mich auf Dauer unglücklich macht. Und ich liebe sie um so mehr dafür, dass es ihr wichtig ist, mich glücklich zu sehen. Genauso wie es mir wichtig ist, sie glücklich zu sehen.

Liebe Grüße
Lara
Doreen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 309
Registriert: Do 10. Sep 2015, 11:52
Geschlecht: männlich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): 45000
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 49 im Thema

Beitrag von Doreen »

Alli hat geschrieben:
Ich bin auch zeitweise erschreckt, was sich Ehefrauen zum Tei bieten lassen und was Männer an Toleranz einfordern.

Hallo Alli,
also ich habe hier im Forum bisher niemanden mit igendwelchen erfundenen Geschichten etwas aufgetischt, so wie ich mein Crossdressing von Anfang an
erlebt habe, so ist es auch, ob in einer Partnerschaft oder wie jetzt in der Ehe. Meine Frau braucht sich nichts bieten lassen, sie hat selbst entschieden mit
mir eine Ehe einzugehen, wohlwissend dass ich Crossdresser bin, denn das habe ich ihr vor unserer Beziehung ausgiebig und behutsam erklärt. Ich fordere somit auch nichts ein
und erzwinge mir mein Recht keineswegs Frauenkleidung anzulegen, alles ist lange geklärt und meine Frau akzeptiert mich so wie ich bin.
Natürlich besteht bei ihr im Unterbewusstsein stets die Angst mich zu verlieren sollte ich den Wunsch nach einer Geschlechtumwandlung irgendwann wünschen.
Aber das kommt nicht in Frage, und das ist wichtig für unsere Ehe. Ich weiß nicht ob ich zu den wenigen Männern gehöre die wirklich eine tolerante Frau an ihrer Seite haben,
aber ich glaube den Forum-Mitgliedern welche das ebenfalls behaupten ganz einfach, wieso sollte ich der Einzige sein, und wieso sollten die anderen die ähnlich wie ich das
Glück haben eine so verständnisvolle Frau zu haben sich das schönreden?
Meine Frau weiß dass ich mich hier im Forum austausche, selbst liest sie nicht mit, aber ist interessiert was ich ihr hin und wieder berichte, gerade über gewisse Parallelen
zu meinem Transvestismus und dem der anderen Mädels.
Ich kann stolz auf meine Frau sein, wir feiern dieses Jahr unseren 16. Hochzeitstag, und seit 1995 weiß sie von meiner angeborenen Neigung. 21 Jahre mit einem Crossdresser zu leben der Tag für Tag
Damenwäsche trägt und in der Freizeit auch Oberbekleidung, ist schon des Dankes wert. Wir lieben uns, da ist es egal welches Outfit man trägt und aus welchem Material die Kleidung angefertigt ist.
Wir selbst sind es, also wir Menschen die irgendwann mal vor hunderten von Jahren festgelegt haben was männliche oder weibliche Kleidung ist und wer was tragen muss oder darf.
Im Grunde genommen müssten es die Männer sein welche Röcke und Kleider tragen sollten, schon allein der maskulinen Anatomie wegen. Ein errigiertes Glied ist unter einem Kleid nicht zu sehen, wohl aber unter einer engen Herrenhose.
So Alli, das ist mein Standpunkt zu Deiner Meinung, es gibt ganz sicher einige die gern eine tolerante Frau an ihrer Seite hätten, es gibt nichts schöneres.

Liebe Grüsse Doreen
julia21
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 109
Registriert: Do 7. Jan 2016, 13:08
Geschlecht: Transgender
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 50 im Thema

Beitrag von julia21 »

Lina hat geschrieben:Ohne mich auf jemanden bestimmten festzunageln - weil andere ja auch schon was Ähnliches geäußert haben - aber die Frage, "ja, aber was wenn das nun eine Neigung ist, die erst nach 20 Jahren Ehe zum Vorschein kommt?" Und dann der vergleich mit dem Zusammenleben mit jemandem, der z.B. bei einem Unfall schwer behindert worden ist ...
Da kann ich nur sagen, ja, gut was wenn? Es gibt ja nun mal so viele Gründe, wie Leute sich verändern können und deshalb evtl. nicht mehr zusammen passen. Ich finde es absolut daneben, wenn immer die Part, die zuerst einsieht, dass es nicht mehr passt, sich schuldig fühlen soll. Nur finde ich den Vergleich auch total daneben. Niemand hat übernacht plötzlich eine weibliche Seite, die unbedingt ausgelebt werden muss. Wäre mir zumindest ganz neu, und selbst wenn rechne ich das zu den Seltenheiten.
Das steckt sonst immer eine längere Entwicklung dahinter. Nur, erlebt man hier im Forum gelegentlich ganz erschreckende Sachen. Ich halte das zwar für extrem, aber eine gewisse Tendenz in die Richtung, merke ich schon manchmal.
Es hätte z.B. manchmal mit einem einfachen, "weißt du, manchmal hätte ich mir schon gewünscht eine Frau zu sein", anfangen können. Das hätte bestimmt in vielen Fällen etwas auslösen können, wenn es 10 Jahre früher gekommen wäre.
Das setzt natürlich auch voraus, dass eine gewisse "Kommunikationskultur" vorhanden ist, wo die Partner auch mal wirklich miteinander über tiefere Sachen reden. Aber weshalb sonst ist man als Paar zusammen? Vernunftsehe? Guten Sex?
Und eine andere Sache - wie Inge sie beschreibt: Früher wollte die Partnerin sie en femme kaum sehen - jetzt: "Sieht eigentlich gar nicht so schlecht aus."
Ich weigere mich zu glauben, dass dies nur daran liegt, dass Inges Partnerin die Einstellung geändert hat - und ich glaube auch nicht, dass es daran liegt, dass Inge extrem viel anders aussieht. Natürlich wird sie sich auch verändert haben und auch viel über gutes Styling gelernt haben - wie ich und viele andere auch.
Vielmehr liegt es wahrscheinlich daran, dass Inge viel besser weiß, was sie in oder mit der Frauenrolle überhaupt anstellen will und macht dadurch auch einen viel netteren und natürlicheren Eindruck. Da sind wir also wieder in der Ecke der non-verbalen Kommunikation - etwas, was den meisten so selbstverständlich ist, dass sie nicht darauf achten und noch weniger wahrnehmen, wie sehr sie sich verändern können ... mehr Bewusstsein darüber, würde aber den Meisten mehr bringen als viele Worte oder die beurteilung, ob die Partnerin nun "tolerant" ist oder nicht.
In einem anderen Thread fragte ich leicht sarkastisch jemanden, ob sie denn überhaupt mal mit Frauen redet - und bekam die Antwort, "Nein, warum sollte ich?"

Ich wollte darauf eigentlich nicht wieder eingehen, aber wenn ich mich schon wieder so falsch wiedergegeben finde. :roll: Du hast mich wortwörtlich gefragt: "Redest Du jemals mit Ihnen?" Und ich hatte Dir wortwörtlich geantwortet "Warum sollte ich nicht mit Ihnen reden?" Also bitte stell die Sache richtig dar.

Sorry Anne, aber das musste jetzt mal klargestellt werden. Ich lasse mich nicht verleumden! :evil:

LG Julia
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 26986
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 177 Mal
Danksagung erhalten: 1985 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 51 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

@Julia

Guten Abend,

ich frage mich, was der Beitrag hier soll...

Gruß
Anne-Mette
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 52 im Thema

Beitrag von Marielle »

Moin Moin,

seit dieser Thread steht hab' ich immer mal wieder reingeschaut und hatte dabei irgendeinen unbestimmten Ansatz im Hinterkopf, der nicht recht klar werden wollte. Ich mein', die Frage ist eigentlich einfach zu beantworten: Es gibt solche und andere Partner_innen, tolerantere und weniger tolerante.

Grade ist mir aufgegangen, woher der unbestimmte Gedanke kommt. Es gibt, nach meiner ganz persönlichen Statistik und ohne Anspruch auf Repräsentativität, eine erkennbare Diskrepanz zwischen den Berichten über das Verhalten von Partner_innen im Internet und dem was man darüber hört, wenn man 'draussen' mit Menschen spricht. Natürlich wird auch dort von mehr oder weniger Verständnis und Toleranz berichtet, aber z.B. den Fall "hab's ihr heute erzählt, sie fand es toll, morgen gehen wir zusammen shoppen" habe ich draussen so noch nie gehört. Subjektiv nehme ich auch wesentlich länger dauernde Annäherungsprozesse war, als sie im Netz oft berichtet werden. Dabei geht es (fast) nie um Tage oder Wochen, sondern immer um Monate oder Jahre, in denen viel Partnerschaftsarbeit zu leisten ist.

Vielleicht ist ein Teil der Antwort auf die Frage des Eingangsthreads daher, dass die Darstellungen des innerpartnerschaftlichen Umgang mit trans* im Internet nicht so ganz den tatsächlich notwendigen Anstrengungen zur Information über und Auseinandersetzung mit trans* entsprechen, um trans* in einer Partnerschaft 'erträglich' zu gestalten.

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Lieschen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 444
Registriert: So 17. Feb 2013, 22:23
Geschlecht: Mensch
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 53 im Thema

Beitrag von Lieschen »

Hallo Marielle,
wir wissen ja nicht, was du mit "draussen" meinst: hinterm Gartenzaun, ausserhalb deiner Zelle....
Neulich habe ich in einem größeren Rahmen meinen runden Geburtstag gefeiert. Von den 44 Gästen (Verwandte, Geschäftspartner, Freunde) wussten ALLE von Lieschen, nur zwei haben mich noch nicht live gesehen. Für ALLE war es in Ordnung.
Gleich zu Beginn unserer jetzt 39-jährigen Partnerschaft habe ich meiner Frau von meinem Transen erzählt (nein, NICHT geoutet: erzählt! Ich tue ja schliesslich nichts Schlimmes.) Ihre Antwort war damals wie heute "Du musst machen, was dir gut tut."
Neulich fand ich unter ihrem Kopfkissen einen Vibrator. Boah, was bin ich ausgerastet. Habe sie gefragt, ob ich ihr etwa nicht mehr genüge. Ob sie jetzt immer mit so'm Plastikding rummachen will. Und wenn das die Nachbarn erfahren! Ich habe sie dann vor die Wahl gestellt: entweder ich oder .... Wir haben uns dann geeinigt: sie DARF einmal im Monat. Aber ich will's nicht sehen.
Okay, war nur Spass. Denn: mit welchem Recht sollte ich ihr sowas untersagen? Die Partnerin muss das machen können, was ihr gut tut. Und so oft sie will. Genau wie ich.
Und bei Kindern ist es ebenso. Da gilt ohnehin die alte ErzieherInnenweisheit: "Kinder müssen das tun, was sie tun müssen."

Es ist natürlich richtig/wichtig, sich immer mal wieder rückzuversichern, ob noch alles in Ordnung ist, wie es ist, siehe meinen Beitrag vom 6. Februar viewtopic.php?f=22&t=11318&p=134121#p134121
Also: das machen, was einem gut tut. Und für den Partner/die Partnerin gilt: einfach drüber stehen. Und sich möglichst mitfreuen.
Lieschen
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
Lieschen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 444
Registriert: So 17. Feb 2013, 22:23
Geschlecht: Mensch
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 54 im Thema

Beitrag von Lieschen »

Dochmal eine Frage hinterher: habe ich denn nur so ein unglaubliches Glück gehabt, dass ich solch eine Partnerin gefunden habe? Das kann doch nicht sein. Es muss noch viel viel mehr solcher Partnerinnen geben.
Hm, vielleicht sollte ich mal Lotto spielen.

Lieschen
An die Rausgemobbten und/oder Ausgeschlossenen, die hier evtl. (nur) noch still mitlesen (Hugo, Darialena, Breakfast@Tiffany, ingedie2te u. A.): bitte schreibt mir doch kurz, in welchen Foren ihr euch jetzt aufhaltet.
lieschen-77ätgmx.de
Sus_Pender
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 200
Registriert: Di 2. Feb 2016, 08:58
Geschlecht: männlich
Pronomen:
Wohnort (Name): Sachsen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 55 im Thema

Beitrag von Sus_Pender »

Liebe Marielle,
ich stimme Dir voll zu. Das internet ist nicht die Realität. Man kann auch jedes andere Thema nehmen. Was wird hier im Internet alles erzählt und behauptet.
Hier ist jeder der größte, schönste und klügste. Lese mal im Internet über das Thema Bi-sexuel. Im Internet sind ja so viele Bi. Wenn man dann in der Realität danach Ausschau hält, sogar in einem Swingerclub, dann findet sich auf einmal keiner mehr. Daher finde ich es hier in diesem Forum immer sehr ehrlich, wenn jemand etwas von sich beschreibt und das auch mit einem Foto hinterlegt.
Auch ich bin, so wie man hier sagt, Teilzeitfrau. Ich habe mich bei meiner Frau nicht geoutet. Ich habe ihr einfach erzählt was ich mache und was ich daran schön finde. Ich habe ihr gesagt welchen Vorteil und welchen Genuss ich an einer Feinstrumpfhose oder an Strapsen mit Nylons finde. Ich habe ihr gezeigt welchen Unterschied es bei Männer-Unterwäsche und Frauen-Unterwäsche gibt. Ich habe mit ihr erlebt, das es in einem Kaufhaus in der Frauenabteilung hell ist und duftet und in der Männerabteilung duster ist und nur riecht. Ich bestelle mir Frauensachen/ Frauenwäsche und zelebriere am Wochenende eine kleine Modenschau, wobei meine Frau die Rolle einer kritischen Beraterin ein nimmt. Ich gehe zu ihr und bitte sie um Rat, wie ich das oder jenes machen sollte. Was ich sagen will, ich versuche sie immer mit ein zu beziehen. Sie soll nicht das Gefühl haben am Rande meiner Welt zu leben. Sie soll Bestandteil davon sein und sich aktiv daran beteiligen zu können. Da ich ein Mädchen mit Penis sein möchte, mag daher auch so sehr die Shemale, so bleibt meiner Frau diese Männlichkeit erhalten. Ich weiß, würde ich ihr das weg nehmen, dann kann sie mit mir nicht mehr zusammen sein. Denn sie ist nicht lesbisch. Sie möchte auch das ich Mann bin, wenn es um Arbeiten geht, die nun mal ein Mann besser bewerkstellen kann, ohne dabei Angst um sein MakeUP oder um seine Fingernägel zu haben. So könnte ich nun mit Beispielen weiter fahren.
Ich meine, man erwartet Verständnis von seiner Partnerin, aber stellt sich auch jemand die Frage, wie gehe ich mit meiner Partnerin um ? Wie nehme ich sie mit auf diesen Weg ? Lügen habe kurze Beine. So im Internet und auch in einer Beziehung.
Aber auch ich weiß, das Thema ist nicht so einfach, wie man es in ein Paar Sätzen schreiben kann.
Ich möchte Mut machen und manchmal ist das Leben einfacher als man denkt.
Wenn man sich nur sehen und treffen könnte, so würde das Wort eine ganz andere Bedeutung bekommen, als hier im Internet.

Liebe Grüße
von Susi
Von Nichts kommt Nichts
Marielle
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1857
Registriert: Do 11. Aug 2011, 10:52
Geschlecht: Mensch
Pronomen: ikke
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 56 im Thema

Beitrag von Marielle »

Namd zusammen, Namd Lieschen,

Glück gehabt? ....... nun ja....... ich glaub schon, dass ein bischen Glück dazugehört. Und ganz viel Partnerschaft gehört dazu. Das oben verwendete Wort PartnerschaftsARBEIT ist vielleicht etwas missverständlich. Geben und nehmen, erklären und verstehen. Wie du sagst: Sich rückversichern. Und den / die Partner_in eben auch rückversichern und sich auf dem Weg gemeinsam mitnehmen. Ich bin ziemlich sicher, dass dein Verständnis von Partnerschaft genau so funktioniert (und nehme das für mich auch in Anspruch). Es hat ja auch gut geklappt. Ich denke nur, man sollte eines nicht vergessen: Für den Satz "Du musst machen, was dir gut tut." braucht es Mut, Liebe, Respekt und Verständnis einerseits und eine verständige Ansprache und auch Mut, Liebe und Respekt andererseits.

Ich wollte also definitiv nicht sagen, dass tolerante Partner_innen eine ganz seltene Spezies sind. Es gibt 'ne ganze Menge davon. Aber auch die, grade die, verdienen einen respektablen Umgang. Und vielleicht lassen sie sich dadurch sogar vermehren.


Mit 'draussen' meinte ich nicht eigentlich 'ausserhalb meiner Zelle', also nicht da wo meine Beste, die Nachbarn und Freunde wohnen, sondern die eingezäunten Bereiche, in denen Menschen aus der Comunity über ihre Nöte und Sorgen sprechen. Dort entsteht (in meiner Wahrnehmung) ein etwas anderes Bild, als das im Netz gezeichnete. Vielleicht ist das dort, in den analogen 'Zellen' der Comunity, gezeichnete Bild etwas näher an der Wahrheit. An der Wahrheit, die viel mehr mit Mut, Liebe und Respekt zu tun hat, als mit Ansprüchen und Forderungen, vielleicht auch manchem Wunschtraum.

Habt es gut, seid glücklich und liebt

Marielle


PS: Meine Zelle ist wunderbar weich, mit Wänden wie aus Gummi und einer großen Tür, für die ich den Schlüssel habe :wink: Aber Glück ....... hatte ich auch. Das möchte ich nicht vergessen.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Lina
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4337
Registriert: Di 25. Jan 2011, 00:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 155 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 57 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich finde, dass die satirische Geschichte von Lieschen -» Di 1. Mär 2016, 19:10 - Stichwort: Vibrator unter dem Kopfkissen etwas sehr wesentliches berührt.

Das leitet mich zu der Frage an euch, die nach 10, 15 oder gar 30 Jahren erst mal das Thema "trans" bei euren Partnerinnen anspricht:
Wie flexibel seid ihr denn selber?

Ich meine, nach X-Jahren, wo ihr einen bestimmten Lebensrüthmus hindümpeln lassen habt. Evtl. die ganze Zeit in der selben Firma gearbeitet, Samstags in den Gartenverein oder abends 1x der Woche zur Freiwilligen Feuerwehr, Sonntags die Oma besuchen, Tag ein Tag aus, Woche nach Woche, Jahr nach jahr. Sex hattet ihr mal, dafür dürft ihr jetzt alleine das Familienauto aussuchen - so lange es nur ein Minivan von Opel oder VW ist.

Und dann plötzlich - schlagartig - rückt ihr damit aus. Ihr erwartet dann, dass die Ehefrau fähig sein soll, das Ganze aus einem ganz neuen unerwarteten Blickwinkel zu betrachten?

Wie flexibel seid ihr denn selber? Habt ihr denn selber mal nach so vielen Jahren zu irgendetwas in Kürze ihre Sicht auf irgendetwas drastisch geändert? Habt ihr irgendwann, nachdem ihr z.B. das ganze Leben euch deutsche Schlagermusik gehört habt, plötzlich gesagt: Jetzt will ich endlich mal rausfinden, was alles in italienischer Oper steckt. Oder: Jetzt will ich Klavier spielen lernen. Oder: Jetzt will ich mich endlich mal mit der Geschichte der Hippiebewegung beschäftigen - ich hielt die immer für langhaarige nutzlose Kiffer, aber vielleicht haben die auch was Gutes bewirkt. Oder: Ich will jetzt endlich Englisch lernen - es entgeht mir sonst einfach zuviel Information.

Oder in sonst irgend einer Weise plötzlich umdenken müssen oder wollen?

OK, wenn die Antwort dazu "nein" ist. Und ich weiß, dass von vielen von euch die Antwort "nein" sein wird, wenn ihr ehrlich seid - wie könnt ihr dann erwarten, dass die Ehepartnerin gleich schlagartig umdenken kann?

Nicht dass ich das als Entschuldigung für intolerantes Verhalten gelten lasse, denn ich halte es für tod-tragisch - beiderseits - wenn Leute so unflexibel sind, aber denkt mal darüber nach, was ihr da verlangt.
Claudia60
Kürzlich registrierte BenutzerInnen
Beiträge: 59
Registriert: Fr 19. Feb 2016, 21:33
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): Mittelbaden
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 58 im Thema

Beitrag von Claudia60 »

[quote="Lina"]Ich finde, dass die satirische Geschichte von Lieschen -» Di 1. Mär 2016, 19:10 - Stichwort: Vibrator unter dem Kopfkissen etwas sehr wesentliches berührt.

Das leitet mich zu der Frage an euch, die nach 10, 15 oder gar 30 Jahren erst mal das Thema "trans" bei euren Partnerinnen anspricht:
Wie flexibel seid ihr

Hallo Lina,

wenn man erst nach 26 Jahren wie bei mir die Absicht hat der Ehefrau von der eigenen weiblichen Seite zu beichten, hat das bestimmt mehrere Gründe auch zum Schutz der Familie. Ich erwarte mitnichten , dass sie von heute auf morgen es akzeptiert bzw. toleriert! Von schlagartigen Verstehen kann nicht die Rede sein! Es werden bestimmt zahlreiche Gespräche gefuehrt werden müssen. Wenn man 26 Jahre gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt hat , hoffe ich , dass gerade dann der Partner wenigstens versucht einen zu verstehen. Dann schaffen wir auch das. Mit Sicherheit aber nicht in kürzester Zeit. Tun wir denn wirklich etwas verbotenes und schreckliches?
Übrigens auch ich bin 36 Jahre in der gleichen Firma. Was spricht dagegen wenn alles passt und man zufrieden ist? )))(:

Liebe Gruesse, Claudia60
julia21
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 109
Registriert: Do 7. Jan 2016, 13:08
Geschlecht: Transgender
Pronomen:
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 59 im Thema

Beitrag von julia21 »

Lina hat geschrieben:Ich finde, dass die satirische Geschichte von Lieschen -» Di 1. Mär 2016, 19:10 - Stichwort: Vibrator unter dem Kopfkissen etwas sehr wesentliches berührt.

Das leitet mich zu der Frage an euch, die nach 10, 15 oder gar 30 Jahren erst mal das Thema "trans" bei euren Partnerinnen anspricht:
Wie flexibel seid ihr denn selber?

Ich meine, nach X-Jahren, wo ihr einen bestimmten Lebensrüthmus hindümpeln lassen habt. Evtl. die ganze Zeit in der selben Firma gearbeitet, Samstags in den Gartenverein oder abends 1x der Woche zur Freiwilligen Feuerwehr, Sonntags die Oma besuchen, Tag ein Tag aus, Woche nach Woche, Jahr nach jahr. Sex hattet ihr mal, dafür dürft ihr jetzt alleine das Familienauto aussuchen - so lange es nur ein Minivan von Opel oder VW ist.

Und dann plötzlich - schlagartig - rückt ihr damit aus. Ihr erwartet dann, dass die Ehefrau fähig sein soll, das Ganze aus einem ganz neuen unerwarteten Blickwinkel zu betrachten?

Wie flexibel seid ihr denn selber? Habt ihr denn selber mal nach so vielen Jahren zu irgendetwas in Kürze ihre Sicht auf irgendetwas drastisch geändert? Habt ihr irgendwann, nachdem ihr z.B. das ganze Leben euch deutsche Schlagermusik gehört habt, plötzlich gesagt: Jetzt will ich endlich mal rausfinden, was alles in italienischer Oper steckt. Oder: Jetzt will ich Klavier spielen lernen. Oder: Jetzt will ich mich endlich mal mit der Geschichte der Hippiebewegung beschäftigen - ich hielt die immer für langhaarige nutzlose Kiffer, aber vielleicht haben die auch was Gutes bewirkt. Oder: Ich will jetzt endlich Englisch lernen - es entgeht mir sonst einfach zuviel Information.

Oder in sonst irgend einer Weise plötzlich umdenken müssen oder wollen?

OK, wenn die Antwort dazu "nein" ist. Und ich weiß, dass von vielen von euch die Antwort "nein" sein wird, wenn ihr ehrlich seid - wie könnt ihr dann erwarten, dass die Ehepartnerin gleich schlagartig umdenken kann?

Nicht dass ich das als Entschuldigung für intolerantes Verhalten gelten lasse, denn ich halte es für tod-tragisch - beiderseits - wenn Leute so unflexibel sind, aber denkt mal darüber nach, was ihr da verlangt.
Weißt Du was, ich stimme Dir vollkommen zu. Wenn Du nun noch in der Lage bist postings von Usern richtig wiederzugeben ist alles ok...
Sus_Pender
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 200
Registriert: Di 2. Feb 2016, 08:58
Geschlecht: männlich
Pronomen:
Wohnort (Name): Sachsen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Gibt es nur tolerante Ehefrauen oder.....

Post 60 im Thema

Beitrag von Sus_Pender »

Es gibt so viele Dinge die sind im Leben plötzlich und man muss damit plötzlich klar kommen.
Wenn die Frau erkennt, sie ist schwanger und es dem Mann sagt, dann muss der Mann plötzlich damit klar kommen.
Wenn der Mann in der Firma gekündigt wird und es seiner Frau sagt, dann muss die Frau plötzlich damit klar kommen.
Wenn die Frau fremd geht und es dem Mann beichtet, dann muss der Mann plötzlich damit klar kommen.
Wenn die Tochter erkennt sie ist lesbisch und es den Eltern beichtet, dann müssen die damit plötzlich klar kommen.
Wenn der Mann erkennt, es tut ihm unwahrscheinlich gut Frauenkleidung zu tragen und es seiner Frau beichtet, dann muss sie plötzlich damit klar kommen.
Wenn die Frau ihrem Mann beichtet, sie hat Sex mit ihrer Freundin, dann muss der Mann damit plötzlich klar kommen..
......plötzlich regnet es......... und so fort.
Der Mensch entwickelt und verändert sich sein ganzes Leben lang.
Das Leben ist Veränderung. Stillstand ist der Tod.

Wir sollten nie vergessen :
Wenn ich an jemand Anderen etwas nicht tolerieren kann, so hat es etwas mit mir selbst zu tun.
Kann ich die Veränderung bei meinem Partner/in nicht tolerieren, so sollte ich nicht danach fragen warum sich mein Partner/in verändert hat, sondern warum kann ich selbst nicht damit umgehen.

10 Menschen erleben ein und das selbe Ereignis. 9 Menschen tolerieren das Ereignis und 1 Mensch regt sich darüber auf und kann damit nicht umgehen.
Also wo muss die Frage angesetzt werden? Das Ereignis war für alle das gleiche. Dieser 1 Mensch sollte also nicht über das Ereignis
debattieren, sondern darüber warum ausgerechnet er es als einziger nicht tolerieren kann.

So und nun schlaft schön Mädels, Morgen ist wieder ein Tag voller plötzlicher Ereignisse und Veränderungen.
LG von Susi
Von Nichts kommt Nichts
Antworten

Zurück zu „Trans- und Intersexualität: Beziehung/Partnerschaft/Familie“