Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa"
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Anne-Mette
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Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Um noch einmal darauf hinzuweisen:

Programm zur Veranstaltung

am 7. Oktober 2015 im Tagungswerk Jerusalemkirche Berlin

Ich denke, es sind einige interessante TeilnehmerInnen und RednerInnen dabei:

https://ads-veranstaltungen.bafza.de/ad ... gramm.html

https://ads-veranstaltungen.bafza.de/fi ... ktuell.pdf

Gruß
Anne-Mette
JuliaS (†)
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 2 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

Ich bin auch dort und bin gespannt.
"Tage wie diese, im hellen Sonnenschein"
Anne-Mette
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

nun kommt wieder das:
"Eine körperliche
Abweichung".
AHA,

dann müsste die ja genau zu beschreiben und zu diagnsotizieren sein(?)

Die angebliche Verleugnung transsexueller Menschen "vielerorts" ist zwar mal wieder eine bekannte Platte - oder Plattheit, aber das macht es nicht gerade besser.
die echte Vielfalt fehlt und nur trügerisch von "Vielfalt" auf den Podien geredet wird, wurde
ein zusätzliches Panel 5 geschaffen um dort transsexuellen Menschen eine Stimme und Sichtbarkeit zu geben
Dann fragt mal, welche transsexuellen Menschen euch beauftragen, ihnen eine Stimme und Sichtbarkeit zu geben. Die Erfahrungswelt transsexueller Menschen außerhalb von "vielerorts" scheint eine andere zu sein.

Schade, dass ich es an dem Veranstaltungstag nicht nach Berlin schaffe :(

Gruß
Anne-Mette
MicAme

Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 4 im Thema

Beitrag von MicAme »

Hallo.
Ja Schade das es so weit weg ist von mir. Würd ich mir auch gerne antuen.

LG Michelle
JuliaS (†)
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 5 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

So, ich war dort und meine Erwartung wurde nicht erfüllt.

Ich ging von der Annahme aus das es sich hier um einen Dialog zwischen Vertretern der ADS, Interessensvertretern und Betroffenen bzw. Interessierten handelt. Besucht habe ich neben der Einführung das Panel 1: "Diskriminierungsfreier Umgang mit Geschlechtervielfalt in Unternehmen und Verwaltung". Wie schon in der einführenden Podiumsdiskussion "Diskriminierung von Trans und intergeschlechtlichen Menschen im deutschen Recht" war dies fast ausschließlich die Beantwortung von Fragen der Moderatorin an das Experten-Podium. Fragen des Publikums wurden nur ein paar (ca 3-4) je Diskussion zugelassen. Mir drängte sich der Eindruck einer Aneinanderreihung von Statements auf. Weiterführende Fragen sollten mittels verteilten Karten an eine Pinwand zwecks späterer Beantwortung geheftet werden. Allerdings habe ich diese Karten nicht gesehen und da die Pinwand trotz erkennbarem Fragevolumen im Auditorium leer blieb, dürften auch andere Teilnehmende diese nicht gesehen haben. Auf Grund der Ansicht, das dies auch in den noch ausstehenden Teilen "Pannelergebnisse und Fragerunde" nebst "Schlusswort und Verabschiedung" nicht anderst werden würde, bin ich um ca 16:00 abgereist. Zumindest in meinem Panel fand keine für mich erkennbare Erarbeitung eines Ergebnisses unter nennenswerter Beteiligung des Publikums statt. Vielmehr drängt sich mir die Frage auf was die ADS mit dieser Tagung erreichen wollte. Die Förderung des Kennenlernens Betroffener wohl nicht unbedingt. Subsummierend ein zwar interessanter Tag aber auch der Eindruck einer Aklamation von ADS-Ansichten. Das Potential einer substantiierten Arbeit mit einem ebensolchen Ergebniss war zumindest durch die Teilnehmenden und eingeladenen Fachleute gegeben. Schade eine Möglichkeit die vertan wurde.

Schlussendlich stellt dies meinen Eindruck dar, der aber nicht unbedingt von allen geteilt werden muss.
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JuliaS (†)
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 6 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

Hallo Rosi,

entschuldige das ich dich nicht berücksichtigt habe. Ich glaube dir gerne das es bei euch anders gelaufen ist. Auch hoffe ich das die anderen Panels gearbeitet haben. Allerdings glaube ich nicht wirklich daran. Schlussendlich halte ich immer noch diese Fachtgung für nicht erfolgreich im Sinne meiner Erwartungen und ich denke nicht das euer Panel in den ADS-Unterlagen berücksichtigt wird.

Gruß

Julia
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ab08
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 7 im Thema

Beitrag von ab08 »

Herzlichen Dank, liebe Rosi, (flo)

dass Du hier "andere Stimmen/Meinungen" per Youtube zu Wort kommen läßt.
Inhaltlich stimm ich Kim und den anderen Sprechern größtenteils zu.
Über Form/Methode der Umsetzung muss sich jede/jeder selber Gedanken machen.
Authentizität ist sehr wichtig, also spielt die Person/Persönlichkeit die entscheidende Rolle... :wink:

Zum Glück schenkte mir meine Arbeit (insb. die Naturwissenschaft) das Vertrauen, dass sich Wahrheiten früher oder später durchsetzen.
Zu Beschleunigung des Vorgangs kann jede/jeder durch ihre/seine Möglichkeiten im RL beitragen.
Rechte insb. Menschenrechte müssen immer wieder erkämpft werden.

Die Vermittlung von Inhalten in Fortbildungen, Unterricht an verschiedenen Stellen, Gespräche mit Verantwortlichen, das halte ich bei mir für optimal.
Zugegeben nur kleine Schritte - aber..."Steter Tropfen höhlt den Stein". - Es gibt ja einige andere, die ähnlich vorgehen.
Bei allem Getöse sollten wir nicht nur Veranstaltungen sehen und uns weder dadurch noch durch Begriffsdiskussionen verwirren lassen.
Auch wenn hier z.Teil der Einfluss mächtiger Interessengruppen spürbar wird, nicht aufgeben.

Es geht um Freiheit - Emanzipation, neben offener Konfrontation könnten daneben auch andere Wege beschritten werden...
+ Ein kleiner Tipp für jene, die aktiv werden wollen: Am leichtesten ist es für uns stets dort, wo wir im RL kompetent/aktiv sind. :wink:

Liebe Grüße
Andrea
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 8 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen, Hallo Andrea,

was meinst du, Andrea, im Kontext dieses Threads und dieser Community mit Emanzipation? Das Wort bedeutet ungefähr 'sich von etwas frei machen'[/] oder sich aus einer Herrschaftssituation befreien bzw. daraus entlassen zu werden. Um welches 'etwas', von dem man frei werden kann oder aus dem man entlassen werden kann, geht es dir?

habt es gut

Marielle
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 9 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Marielle,

zunächst bedankte ich mich bei Rosi, dass sie durch Verlinkung des Videos anderen Stimmen Gehör verschaffte.

Zum Thema "Emanzipation":
- Heute bin ich eine emanzipierte Frau, nehme hier im Forum und im RL zu Themen Stellung, wo ich es für richtig erachte.
Besonders RL trete ich dafür ein, dass Menschen den Mut finden, sich frei zu äußern und zu sich zu stehen.
Wo nötig, schütze ich sie dann auch vor Angriffen, so gut ich es vermag.

- Früher, vor dem CO, war dies völlig anders, da stand ich nicht einmal zu meiner Weiblichkeit.
Beim CO und in der Folge hatte ich mit diversen Ungerechtigkeiten/ klaren Rechtsbrüchen (z.B. versuchter Entfernung aus dem Dienst wegen TS) #) zu tun.
Aufgrund guter Vernetzung, war mir meist klar, warum die Taten begangen wurden, kannte die Drahtzieher, zog Schlüsse und handelte entsprechend.

Manchen Menschen, insbesondere transsexuellen und intersexuellen Menschen, geht es in unserer Gesellschaft heute noch ähnlich.
Es gibt Interessengruppen *) , die aus religiösen oder ideologischen oder finanziellen oder ... Motiven durch geschickte Einflußnahme in dem Bereich verhindern,
dass diese Menschen frei und emanzipiert leben dürfen. (Nochmal --> Ich kenne Intersexuelle, Kim, und andere Betroffene persönlich und auch manche brutalen Details.)
___________________________________________________________________________________________________________________________
*) Diese Interessengruppen üben über diese Menschen (TS, IS etc.) eine zum Teil rigide Herrschaft aus. Sie zeigt sich in Gesetzen( z.B.TSG) dem Verhalten von KK usw.
Es ist eine Bevormundung bzw. eine Herrschaftssituation --> Ähnlich in unserer patriarchalischen Gesellschaft Angehörige des weiblichen Geschlechts
lange extrem bevormundet wurden. (Meine Mutter machte erst nach dem Tod den Führerschein. Er hatte ihr das immer untersagt.
In den 50er Jahren benötigte die Ehefrau noch die Zustimmung des Ehegatten.)

__________________________________________________________________________________________________________________________

Daher wählte ich den Begriff Emanzipation bewußt und
bin weiter der Meinung, dass der Begriff hier gut passt :wink:

Liebe Grüße
Andrea

P.S. #) Wer sich dafür interessiert, wie das bisweilen so abläuft, der lese bitte die beiden Bücher von Wilhelm Schlötterer
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Schl%C3%B6tterer
- Macht und Missbrauch. Franz Josef Strauß und seine Nachfolger. Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten.
- Wahn und Willkür. Strauß und seine Erben oder wie man ein Land in die Tasche steckt.
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 10 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

Werte Andrea,

auch ich halte die Verwendung des Begriffes Emanzipation in diesem Zusammenhang für angemessen und richtig. Auch ich erlebe jeden Tag wie rücksichtslose Macht- und Einflussausübung obsiegen. Was mich allerdings oftmals erschaudern lässt ist der Mangel an Interesse sich hiermit kritisch auseinanderzusetzen bzw tiefergehender zu beschäftigen. Wer nicht zu den jung dynamisch erfolgreichen Leistungsträgern zählt wird allzu oft unwidersprochen als Mensch untergeordneten Wertes behandelt. Es wird allerhöchste Zeit das die tollerante Zivilgesellschaft hier entgegenwirkt. So banal es klingt doch wenn jede/r darauf achtet sich zivilisiert und kultiviert zu verhalten, wäre schon viel gewonnen.

Eine nachdenkliche

Julia
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 11 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen, Hallo Andrea, Julia,

ich habe zwar nicht geschrieben, dass ich der Meinung sei, der Begriff Emanzipation würde "nicht passen" oder sei gar "unangemessen", aber vielleicht ist diese Lesart der gestellten Frage auch ein Teil der Antwort. Die Frage richtete sich nur darauf, zu erfahren, was mit dem Begriff an dieser Stelle gemeint ist. Die gebräuchlichste Bedeutung, die selbstbestimmte Befreiung der Frauen aus der Herrschaft der Männer, ist ja nicht die einzige Bedeutungsmöglichkeit. Man kann sich durchaus auch anderes vorstellen, wovon man sich frei machen könnte.

Lieben Dank für die Antwort, habt es gut

Marielle
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 12 im Thema

Beitrag von ab08 »

Marielle hat geschrieben: Man kann sich durchaus auch anderes vorstellen, wovon man sich frei machen könnte.
Hallo Marielle,

da hast Du völlig Recht, daher eine kleine Präzisierung meines obigen Beitrags. Den Begriff "Emanzipation" sah ich durchaus allgemeiner, eher aus historischer Sicht...
- auch das Abschütteln der Sklaverei
- die Bauernaufstände gegen die Ausbeutung durch Adel und Kirche
waren ja Emanzipationsprozesse.

Dass ich Beispiele aus dem Bereich "Emanzipation der Frau" wählte, liegt daran, dass ich eine Frau bin und aufgrund der besseren Verständlichkeit.
(Im Übrigen betrachte ich auch die "Emanzipation des Mannes" als nicht verwirklicht.) Es geht bei TS / IS ja auch nicht nur um Frauen.
Es geht um Unfreiheit und Fremdbestimmung, die gerade diese Gruppe extrem erleidet und die überwunden werden muss, also um elementare Menschenrechte.
Genau wie bei anderen Emanzipationsprozessen auch. (Farbige haben z.B. heute faktisch in den USA nicht gleiche Rechte, auch wenn es keine Sklaverei mehr gibt etc.)

Liebe Grüße
Andrea
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 13 im Thema

Beitrag von JuliaS (†) »

Hallo Marielle,

für mich bedeutet in diesem Zusammenhang Emanzipation das es den Transsexuellen Menschen endlich gelingt sich aus der Fremdbestimmung zu lösen und sie ihre Menschenrechte einfordern. Es muss möglich sein das Transsexualität in der Mitte der Gesellschaft ankommt und nicht mehr mit dem Risiko des sozialen und materiellen Abstieg verknüpft ist.

Gruß

Julia
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 14 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Abend Andrea, Julia, Guten Abend zusammen,

ich meine jetzt zu verstehen, dass du, Andrea, Emanzipation im eigentlichen Sinn, also im Sinn von 'sich von etwas (von einer Herrschaft /-sstruktur) frei machen' meintest. Dazu gehört selbstverständlich auch die noch andauernde Emanzipation der Frauen vom Patriarchat, aber eben auch andere Befreiungen, wie deine Beispiele zeigen.


Das Stigma derjenigen, die versklavt wurden, war ihre Hautfarbe. Dasjenige der Bauern, die gegen Adel und Kirche aufstanden, ihre sogenannt 'niedere' Abstammung. Jede Herrschaftsstruktur braucht ein Kennzeichen, ein Stigma, das diejenigen kennzeichnet, die unterdrückt, versklavt, herabgewürdigt oder benachteiligt werden.

Wie kommt man aus einer Situation heraus, in der man stigmatisiert, in der man beherrscht wird? Man könnte versuchen, das Stigma loszuwerden. Aber als Unterdrückte_r oder Versklavte_r die eigene Eigenschaft zu ändern, die zum Stigma wurde, ist immer auch ein Verrat an sich selbst. Wahrscheinlich hat es trotzdem eine ganze Menge an Bauern gegeben, die genauso gern selbst Adelige geworden wären, wie als freier Bauer zu leben. Vielleicht haben sich sogar ein paar dunkelhäutige Menschen eine weisse Haut gewünscht. Aber diejenigen, die die jeweiligen Emanzipationskämpfe angetrieben haben, die sie ausgefochten haben, mussten stolz auf ihre Eigenschaft, ihr Stigma, sein, um die notwendigen Kämpfe führen zu können.

Sie mussten stolz darauf sein und trotzdem gegen seine Wirkung kämpfen; für Freiheit, Gleichheit, Brüder- und Schwesterlichkeit. Man kann stolz darauf sein, ein Mann, eine Frau oder nichts von beidem zu sein: Es darf aber nicht darum gehen, ob das Stigma 'Mann' oder 'Frau' oder irgendwie genannt wird. Es geht darum, derjenigen Eigenschaft, die zum Stigma wurde, ihre Wirkmacht zu entziehen, diese Eigenschaft zu entkräften. Wenn nicht mehr wichtig ist, was vorher Stigma war, dann war Emanzipation. Unser Stigma ist das Geschlecht; als soziopraktische Kategorie.


Habt es gut

Marielle


PS @ Julia: Ich wünsche mir, dass du mir glauben kannst, dass es mir um nichts anderes geht, als du (be-)schreibst. Ich streite nicht gegen irgendjemanden hier. Ich streite nur um den Weg, der zu unserem Ziel, unserer Emanzipation, führt.
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Re: Die rechtliche Situation von Trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Deutschland und Europa“

Post 15 im Thema

Beitrag von ab08 »

Marielle hat geschrieben:Wie kommt man aus einer Situation heraus, in der man stigmatisiert, in der man beherrscht wird? Man könnte versuchen, das Stigma loszuwerden. Aber als Unterdrückte_r oder Versklavte_r die eigene Eigenschaft zu ändern, die zum Stigma wurde, ist immer auch ein Verrat an sich selbst. Wahrscheinlich hat es trotzdem eine ganze Menge an Bauern gegeben, die genauso gern selbst Adelige geworden wären, wie als freier Bauer zu leben. Vielleicht haben sich sogar ein paar dunkelhäutige Menschen eine weisse Haut gewünscht. Aber diejenigen, die die jeweiligen Emanzipationskämpfe angetrieben haben, die sie ausgefochten haben, mussten stolz auf ihre Eigenschaft, ihr Stigma, sein, um die notwendigen Kämpfe führen zu können.
Hallo Marielle,

Danke für Deinen interessanten Beitrag. - "Stigma" ist vielleicht ein Teil des Problems. Aber in meinen Augen sicher nicht der Kern.
Im Kern geht es um Anerkennung und Akzeptanz als das, was man ist!
Klartext: Ob sich z.B. eine transsexuelle Frau operieren läßt oder nicht, ist ihre private, ganz persönliche Entscheidung.
Wie diese Entscheidung ausfällt, hängt von vielem ab. Das geht niemand was an! - Diskussionen darüber geschehen aber, das ist das Problem. Das ist übergriffig.
Meine Zwangspensionierung wurde z.B. genau damit begründet (bevorstehende OP) --> Das dies menschenrechtswidrig war, sollte jedem klar sein!


Auch eine emanzipierte Frau will ja kein Mann sein und sicher nicht so gesehen werden...(Simone de Beauvoir hatte einige Liebhaber m & w.)
Auch bei der Emanzipation von TS / IS geht es Anerkennung und Akzeptanz. Also um Normalität, die frei in der Gesellschaft gelebt werden kann.

Ich bin eine Frau, das weiß ich. - Wurde falsch katalogisiert, das störte mich. - Körperliche Details stören mich auch und belasten mich durchaus psychisch.
Daher nutze ich medizinische Möglichkeiten. ABER nicht wegen der Umwelt, oder um anerkannt zu sein, sondern um mich in meinem Körper wohl zu fühlen!
"Stigmatisiert" bin ich dadurch also nicht. Das weise ich, zumindest für mich, klar zurück. Die weiteren Folgerungen (Zum "Stigma stehen", "stolz darauf sein") *) tun mir ziemlich weh und
bzw. zeigen mir, dass die Psyche/ das Denken von transsexuellen/intersexuellen Menschen sich in vielen Teilen so sehr von anderen unterscheiden, dass wir eben häufig nicht verstanden werden.

Eigentlich typisch:
Wie sich Sklaven fühlen, wurde, von ihren Besitzern auch meist nicht verstanden.
Männer verstehen Frauen auch oft nicht (Ich wurde mal ganz lieb gefragt, ob ich einen Schlag auf den Hintern als Kompliment sehen würde...!!)

Liebe Grüße
Andrea

*) Solche Aufforderungen halte ich, ebenso wie die Verengung auf körperliche Unterschiede, die vorhanden sind oder nicht, für höchst problematisch.
Wobei ich von Deiner guten Absicht überzeugt bin, aber Sätze wie "Aber als Unterdrückte_r oder Versklavte_r die eigene Eigenschaft zu ändern, die zum Stigma wurde, ist immer auch ein Verrat an sich selbst" tun mir trotzdem extrem weh, auch wenn ich weiß, das sie fern von meiner Realität sind. Nochmal: Du magst das so sehen. Ich und viele andere TS/IS aber halt nicht.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:
Zur "Eigenschaft" TS steh ich, aber der Satz kann auch anders verstanden werden - OP etc. -> dann handelt es sich um besagte Fremdbestimmung...
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