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Am Ende sitzen drei Personen, die ich noch nicht kenne. Zwei Frauen und ein Typ um die fünfzig, der mich wie Dieter Bohlen mustert. Als ich mich dem Tisch näher soll ich noch ein paar Mal umdrehen. Ich versuche das Ganze so elegant und so feminin wie möglich zu machen. Gleichzeitig versuche ich aufzupassen es nicht zu übertrieben aussehen zu lassen. Dabei darf ich natürlich nicht vergessen zu lächeln. Dann soll ich stehen bleiben, die Arme hinter den Kopf legen. Dann wieder mich umdrehen und etwas nach vorne beugen. Ich versuche es elegant aussehen zu lassen, aber es klappt nicht immer. Trotzdem scheinen die drei hochzufrieden. Nachdem wir alle durch sind, dürfen wir wieder zurück und uns umziehen. Das heißt wir dürfen den Bikini gegen unsere weibliche Kleidung tauschen. Obwohl ich diesmal keine Tipps bekomme, klappt es halbwegs gut mit dem Anziehen. Zumindest denke ich das, bis mir Hannah auf die Schulter tippt. "Du hast da eine riesen Laufmasche in deiner Strumpfhose." Dann sehe ich es auch. Sieht echt peinlich aus. Aber was soll ich tun? Aber Hannah hat mitgedacht und reicht mir ein Ersatzpaar. Diesmal konzentriere ich mich sehr beim Anziehen und als ich anschließend in den Spiegel schaue, scheint alles in Ordnung. Wobei..dieses Mädchen im Spiegel das bin nicht ich. In der Schule beim Theater habe ich manchmal ein ähnliches Gefühl gehabt, wenn ich vor dem Gang aus die Bühne in den Spiegel geschaut habe. Aber es waren immer männliche Figuren gewesen. Dann habe ich mir einfach vorgestellt, wie wäre ich als Anwalt oder König oder..
Das hat mir dann beim Spielen geholfen. Aber ich als Mädchen? Das ist irgendwie ein bisschen viel. Ich sehe so anders aus, dass ich irgendwie gar nichts von mir im Spiegel wiedererkenne. Ein wenig sehe ich meiner Schwester ähnlich, aber ein männliches Wesen kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Das wird natürlich helfen, weil andere mich garantiert auch als Frau wahrnehmen werden, mit dem Aussehen; solange es mir gelingt mich entsprechend zu verhalten. Mir wird klar, dass ich eigentlich fast nichts über die weibliche Welt weiß. Ein zwei kurze Beziehungen haben da im Grunde auch nicht viel geholfen. War halt sehr auf ein ziel fokussiert gewesen und am Ende hat es nicht lange gedauert, weil ich sie halt nicht verstanden habe, die Mädchen. Zumindest haben sie das gesagt. Ich muss versuchen, dieses Wesen im Spiegel nicht mit männlichen Augen zu betrachten. Aber wie betrachtet eine Frau eine andere? Da werden mir diese Fernsehleute noch mächtig helfen müssen, damit ich nicht auffliege. Mir schwirrt der Kopf. Bevor ich ganz durchdrehe, versuche ich mich einfach auf den nächsten Schritt zu konzentrieren. Jeder hier weiß, dass wir keine echten Mädchen sind und deshalb warte ich einfach, ab wie gut oder schlecht man uns auf die nächsten Schritte vorbereitet. Noch muss ich die Rolle gar nicht beherrschen und wenn ich nicht in den Spiegel sehe, dann merke ich auch nicht so genau, wie ich aussehe. Also gehe ich wieder herüber zu den anderen und setze mich neben Hannah. Sie lächelt mir zu. Da kommen auch schon die drei Jurimitglieder herein.
"Meine Name ist Sabrina, ich bin die Produzentin dieses Formats. Es war toll wie ihr euch bemüht habt so weiblich wie möglich aufzutreten. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Ihr hattet alle schon vorher bestanden. Aber wir wissen nun wer für euer Stiling während der Dreharbeiten verantwortlich sein wird: Lisa. Sie wird die Chefvisagistin während der Dreharbeiten sein. Wie sie Hannah und Laura hergerichtet hat, das war einfach fantastisch. Da ihr beide euch auch noch sehr natürlich bewegt habt, hatten wir zuerst gedacht man macht sich einen Scherz mit uns und ihr seid gar keine Jungs. Daher haben wir und mit Hannah noch kurz unterhalten und wenn ein Profi wie ich ganz genau hinschaut, dann sieht man halt doch den einen oder anderen sehr kleinen Unterschied. Aber ihr seht alle ganz toll aus.
Ich werde euch nun erklären wie es weitergeht. Die nächsten acht Wochen werden eure Vorbereitungszeit. Wir werden versuchen, euch das weibliche Leben so genau wie möglich nahe zu bringen. Je besser ihr seid und je mehr ihr euch darauf einlasst, desto höher wird die Gage.
Wenn ihr so bleibt, wie ihr hier sitzt bekommt ihr für jeden Monat, den ihr nicht enttarnt werdet 1.000 Grundgage. Aber auch wenn ihr nicht zu den Gewinnerinnen gehört und einfach nur bis zum Ende durchhaltet, könnt ihr noch einiges mehr verdienen. Und sein wir ehrlich"¦Bei aller Abenteuerlust, unser finanzielles Angebot ist sehr reizvoll. Studieren ist halt nicht ganz billig."
Ich bin etwas verwirrt. Mit 12.000 € bekomme ich kein Medizinstudium im Ausland hin. Und mich darauf verlassen, dass ich gewinne, kann ich auch nicht. Aber es scheint ja einen Weg zu geben.
"Wir haben an den Anfang eine kleine Mutprobe gestellt. Die mutigste Kandidatin unter euch erhält noch einen Bonus zusätzlich von 10.000 €. Ihr schaut etwas verwirrt. Nun es ist eine sehr besondere "Mutprobe". Wir testen, wie weit ihr bereit seid, euch auf Rolle einzulassen. Gleichzeitig wollen wir euer Passing optimieren. Wir wollen, dass ihr möglichst perfekt weiblich ausseht. Das heute war schon mal ein beeindruckender Anfang. Aber wenn ihr wollt, könnt ich noch ein ganzes Stück weiter gehen. Und darum geht es bei der "Mutprobe".
Ihr entscheidet gleich in einem Fragebogen, welche kosmetischen operativen Veränderungen ihr an eurem Körper für das nächste Jahr zulasst. Keine Angst, alles was wir vorschlagen, lässt sich mehr oder weniger wieder rückgängig machen und ihr könnt hinterher wieder ein ganz normales Leben als Männer führen. Die Kosten für die RückOPs übernimmt natürlich auch der Sender. Wir geben euch gleich die Fragebögen. Je aufwendiger der Eingriff ist, desto höher ist natürlich die Belohnung. Sollte mehrere Kandidatinnen alle Optionen wählen, dann Teilen wir den Bonus. Übrigens je mehr ihr euch körperlich anpasst, desto leichter wird das Leben die nächsten 12 Monate. Und nun viel Spaß beim Ausfüllen."
Mit zitternden Händen nehme ich den Fragebogen und setzte mich in eine Ecke. Das mir ter Typ mit der Kamera folgt bemerke ich in der Aufregung kaum.
Dann beginne ich zu lesen:
Einverständniserklärung:
Die Unterzeichnerin bestätigt hiermit, dass die gewählten chirurgischen und medizinischen Veränderungen an ihr vorgenommen werden dürfen. Sie bestätigt, dass die Entscheidung aus freien Stücken erfolgt. Die Produktionsgesellschaft Extreme Reality AG verpflichtet sich im gegenzug zur Zahlung der in der folgenden Liste aufgeführten Honorare sowie zur Kostenübernahme aller in der Vereinbarung beschriebenen Rückoperationen.
A) Das Stechen von Ohrlöchern:
200 €
Die Löcher werden bleiben, sind aber kaum zu erkennen.
B) Das Zupfen der Augenbrauen:
400 €
Es wird etwas dauern, bis die Brauen wieder nachwachen. Die Behaarung wird hierher etwas geringer sein.
C) Aufspritzen der Lippen mit Eigenfett:
600 €
Ein Teil des zusätzlichen Lippenvolumens wird von alleine wieder verschwinden. Das Fett läßt sich aber ohne sichtbare Narben hinterher wieder absaugen.
D) Laserepilation der Gesichtshaare:
6.000 €
Die Gesichtsbehaarung (Bartwuchs) wird durch Weglasern der Haarwurzeln endgültig entfernt. Sie werden sich ein Leben lang nicht mehr rasieren müssen. Leider ist diese Behandlung nicht rückgängig zu machen, daher die hohe Gage. Aber wenn sie eh vorhatten, wie die meisten Männer, keinen Bart zu tragen ist das Ganze eher ein Vorteil.
E) Entfernung des Adamsapfels:
3.000 €
Bei Transsexuellen ist dieser Eingriff in der Regel endgültig. In Ihrem Fall jedoch wird das Knorpelgewebe eingefroren und hinterher wieder implantiert. Diesen Verfahren wird auch in bei einigen weiteren Eingriffen angewendet. Am Ende bleibt nur eine winzige Narbe.
F) Verkleinerung der Nase:
3.000 €
Auch hier wird das entnommene Gewebe eingelagert und rückimplantiert.
G) Gesichtsoperation zur Verweiblichung der Gesichtszüge:
5.000 €
Auch hier wird entnommenes Gewebe für die Rücktransplantation gelagert. Im Prinzip bleiben auch hier nur wenige kleine Narben. Da die Veränderungen insgesamt aber stärker sind werden sie nach der Rückoperation zwar wieder ein markant männliches Gesicht haben.
Jeder wird sie widererkennen aber es wird nicht ganz das gleiche Gesicht wie zuvor sein.
H) Stimmbandverkürzung:
3.500 €
Die Operation wird von besten Chirurgen auf diesem Gebiet durchgeführt. Er wird diese Sendung als Marketing für seine Klinik nutzen wie alle anderen Ärzte auch. Daher können sie von größtmöglicher Sorgfalt und Chefarztbehandlung ausgehen. Die OP ist für den Alltag als Mädchen sehr zu empfehlen, da das rein logopädische Training sehr schwierig ist und oft nur Teilerfolge erzielt. Die Besonderheit ist, dass die Stimmbänder nicht wirklich verkürzt werden, sondern nur am Kehlkopf "angeheftet" werden. Am Ende des Jahres wird diese "Heftung" wieder gelöst und die männliche Stimme ist wieder zurück. Aber auch hier besteht ähnlich wie beim Gesicht das Risiko das die neue männliche Stimme der alten nur ähnelt aber nicht genau die klingt.
Mir stockt der Atem. Das sind schon recht heftige Dinge, die ich da lese aber auch beachtliche Summen. Mit zitternden Händen blättere ich um..
I) Brustimplantate:
6.000 €
Die verwendeten Silikonbrustimplantate sind von natürlich gewachsenen Brüsten für Laien praktisch nicht zu unterscheiden. Es entsteht eine erstaunlich kleine Narbe, die kaum zu erkennen ist. Es ist eine sehr bewährte Technik, die auch bei vielen Frauen zur Brustvergrößerung angewendet wird. Die Anschließende Entnahme der Implantate ist auch grundsätzlich ein Eingriff ohne große Risiken. Da die Haut aber über ein Jahr gedehnt worden ist, kann es zur Bildung von Hautfalten kommen, wenn man nur die Implantate entfernt. In diesem Fall muss dann auch die überschüssige Haut entfernt werden. Dadurch vergrößert sich die Narbe ein wenig, bleibt aber in der Regel kaum sichtbar.
J) Hüft- Poimplantate:
6.000 €
Die Risiken und die Vorgehensweise sind im Grunde die gleichen, wie bei den Brustimplanten.
K) Einnahme von Hormonpräparaten:
18.000 €
Hier gehen sie ein Stück weit den Weg von weiblichen Transsexuellen. Im Wesentlichen werden zwei Medikamente gegeben: Hormonblocker für männliche Hormone und eine vertretbare Dosis östrogenhaltige Präparate zur Simulation eines weiblichen Hormonhaushalts. Grundsätzlich lassen sich die Folgen dieser Behandlung hinterher vollständig wieder rückgängig machen; allerdings ist die Wirksamkeit dieser Behandlung auf gesunde heterosexuelle Männer nicht untersucht. Rein körperlich wird es zu einer Umverteilung der Fettanlagerung im Körper kommen. Die Brustwarzen werden sich eventuell vergrößern. Die Haut wird weicher und das Gesicht wird u.U. auch etwas femininer erscheinen. Mit dem Absetzen der Präparate und ggf. eine leichte Gabe männlicher Hormone wird der Ursprungszustand praktisch vollständig widerhergestellt. Sollte es zu relativ starken Fettumlagerungen kommen, werden diese anschließend operativ wieder entfernt.
Sie sollten sich aber bewusst sein, dass die Einnahme von Hormonen auf psychische Auswirkungen haben wird. Ihr Sexualtrieb wird deutlich nachlassen was die männliche Seite betrifft. Die weiblichen Hormone werden zu Stimmungsschwankungen führen und in wie fern sich bei einem gesunden Mann die sexuelle Orientierung vorübergehend etwas verschiebt ist medizinisch unbekannt. Sie können jedoch davon ausgehen, dass mit dem Ende des Jahres sich der ursprüngliche Gefühlszustand wiederherstellt.
Bei Ihrer Entscheidung sollten sie aber auch die positiven Effekte der Hormongabe in ihrer besonderen Situation mit berücksichtigen. Je ähnlicher ihre Gefühlswelt der weiblichen während der kommenden Monate ist, desto leichter wird der Alltag für Sie werden.
"Ganz schön heftig, was die das vorschlagen", denke ich. Klar es ist alles freiwillig und auch ohne große OPs wird ein nettes Taschengeld dabei herauskommen. Für das komplette Studium wird es aber nicht reichen. Also vielleicht doch ganz aussteigen.
"Lass dir ruhig Zeit", höre ich da Lisa, "und wenn du Fragen hast, dann kann ich dir gerne noch mal alles erklären" Dann lasse ich mir das mit der Rückop bei den Gesichtsveränderungen nochmal genau erklären. Ich hatte erst Bedenken, dass mein Gesicht hinter weiblicher bleibt, aber das ist nicht so. Wenn ich will kann ich es sogar etwas männlicher als vorher machen lassen. Nur gute Freunde werden halt eine Veränderung sehen, da man den ausgangszustand nicht immer 100% treffen kann, aber wiedererkennen wird mich jeder.
Normalerweise fallen mir Entscheidungen leicht. Aber ich bin einfach nur völlig verwirrt. Ich schaue zu Hannah herüber und sehe nur, wie sie strahlend lächelnd und ihren Zettel faltet und abgibt. Ich kann mir schon denken, was sie gemacht hat. Einfach überall Kreuze und nun freut sie sich wie ein kleines Kind auf Weihnachten.
Als sie sieht, wie verunsichert ich bin kommt sie zu mir herüber: "Na Laura, du bist ja schwer am Nachdenken." "Ich bin ja auch normal im Gegensatz zu dir" Sie schaut mich an. Dreht sich um und geht wortlos wieder auf ihren Platz.
Nach ein paar Minuten verzweifelten Grübelns schaue ich zu ihr herüber und sehe, dass sie Tränen in den Augen hat. Ich gehe zu ihr rüber. "Du warst die einige nette hier bislang und dann knallts du mir einfach so einen Spruch rein. Meinst du ich habe mir ausgesucht so zu sein wie ich bin. Warum gönnst du mir nicht meine Freude."
"Sorry, aber ich bin einfach mit den Nerven runter" Dann umarmen wir uns. Fühlt sich etwas merkwürdig an mit meinen Falschen Busen.
"Also", fährt Hannah fort. "Das mit der Verwirrung habe ich aus anderen Gründen schon hinter mir. So wie du dich verhälst, scheinst du ja ein ganz normaler Junge zu sein, sonst würdest du ja wie ich vor Freude strahlen. Und wenn ich mir die anderen Kandidatinnen hier anschaue, dann sind die ähnlich drauf wie du.
Und wie du so verwirrt bist, bist du ganz normal. Und normal heißt, dass du männlich bist, männlich bleiben wirst. Du bist halt ein Junge der ein Jahr lang in einem perfekten Ganzkörperkostüm eine sehr lange Vorstellung abliefern muss.
Und du musst ja nicht das ganze Paket buchen. Wenn du dir den modischen Bart offen halten willst, dann musst du dich halt jeden Tag sehr gründlich rasieren" Dann fängt sie an zu kichern. "Ich schaue gerade einem total süßen Mädchen ins Gesicht und rede über Bartmode. Das passt ja so gar nicht."
Ich kann ihr das Lachen nicht übel nehmen. Die Situation ist einfach total schräg.
" Im Grunde ist es ganz einfach. Je mehr du ankreuzt, desto einfacher wird das Jahr. Die RückOPs werden die schon sehr ordentlich machen, sonst gibt es eine schlechte Presse. Und je mehr du machen läßt, desto mehr Geld gibt es noch."
"Aber so einfach ist das nicht", antworte ich. "Wieso? Denk doch mal ganz einfach." Dann läßt sie mich mit einem Lächeln allein.
Klar, sie hat irgendwie recht. Da ist mein Traumstudium zum Greifen nahe und ich schlage nicht zu. Aber da ist auch irgendeine unterdrückte Angst in mir. Nicht mich in der Öffentlichkeit zu blamieren. Erstens ist es Unterhaltung und da ist eh alles erlaubt. Und zweitens werde ich danach erst mal einige Jahre im Ausland verschwinden.
Dann wird mir klar, wovor ich eigentlich Angst habe. Nicht dass mich jemand durchschaut oder dass ich es nicht durchhalte. Ich habe Angst, dass mir das Leben als Mädchen gefällt. Das macht meinem männlichen Ego irgendwie große Sorgen.
" Du kommst immer noch nicht weiter", höre ich da Laura in meinem Rücken. Dann erzähle ich ihr von meinen Ängsten. "Also, so wie du dich anstellst, glaube ich das einfach nicht. Aber selbst wenn. Die Hälfte der Weltbevölkerung lebt als Frau und ist damit sehr glücklich. Selbst wenn du eine Frau bleiben würdest"¦ Es ist doch völlig egal, ob du Arzt oder Ärztin wirst."
Das Wort "Ärztin" löst bei mir ein ganz merkwürdiges Gefühl aus. Ich merke, die Grenze meines Vorstellungsvermögens ist einfach erreicht und mit dem Fragebogen bin ich keinen Schritt weiter.
"Denk doch mal als Schauspielerin. So eine Rollenangebot wie die Rolle der "Laura" bekommst du wahrscheinlich nie wieder. Eine ganz besondere Aufgabe und ein riesen Publikum und wenn du willst kann das dann der Einstieg in eine Showkarriere sein."
Jetzt macht es "Klick" in meinem Kopf. Ich werde das Ganze als Rolle sehen. Und da kann man sich nicht gut genug drauf vorbereiten und einlassen. Beherzt nehme ich das Formular und weiß, was ich tun werde"¦
Als ich das Formular abgegeben habe, kommt Hannah auf mich zu: "Und? Wie viele Kreuze hast du gemacht?" "Alle!" "Wow. Ich wusste du hast Mut. Da werden wir beide viel Spaß haben. Aber bevor wir noch viel miteinander reden können werden wir in den Massageraum gerufen. Hannah und ich. Sie geht auf Hannah zu: " Da sind ja meine beiden Glücksbringer! Dann lass uns mal direkt loslegen und sie geht mit einer Art Pistole auf Hannah zu. "Oh, du hast ja schon zwei Ohrlöcher." Dann überlegt sie kurz. "Aber davon kann man nie genug haben". Dann höre ich kurz ein klickendes Geräusch und Hannah hat zwei niedliche kleine Ohringe mit einem Steinchen. Dann kommt Lisa zu mir. Ich will mir nicht anmerken lassen, dass ich etwas Angst vor dem Schmerz. Lisa reinigt meine Ohrläppchen mit Desinfektionsmittel und schon habe ich den ersten Ohrring im Ohr. Vor Überraschung bemerke ich zunächst keinen Schmerz und schon ist das zweite Ohr dran. Der Schmerz ist nicht viel mehr als ein Mückenstich. Vorsichtig fasse ich mir an die Ohren. Tatsächlich, da fühle ich die zwei kleinen Steine. Neugierig gehe ich zum Spiegel. Es sind ganz ähnliche wie bei Hannah, nur meine Steine haben einen leichten Gelbschimmer. "Passt gut", denke ich, als sie im Spiegel betrachte. Dann muss ich nur noch gut schauspielern. Ich versuche mich leicht verträumt aber doch selbstkritisch im Spiegel zu beobachten, so wie ich es bei meiner Ex gesehen habe. Die hatte nur Mode im Kopf. "Es geht noch weiter, Laura. So langsam scheinst du ja Spaß an der ganzen Sache zu bekommen. Dann darf ich mich auf den Frisörstuhl setzen und Lisa beginnt mir die Augenbrauen zu zupfen. Das tut in der Tat etwas weh. Als ich das Ergebnis sehe bin ich aber echt beeindruckt. Laura hat nicht zu viel weggenommen. Es sieht alles sehr natürlich aus, aber es lässt mich insgesamt noch um einiges femininer aussehen. So langsam bekomme ich Ehrgeiz möglichst perfekt auszusehen. Kritisch suche im Spiegel nach Hinweisen auf mein männliches Ich. Und dann sehe ich natürlich meinen wenn auch nicht allzu großen Adamsapfel. Und klar sehe ich insgesamt schon sehr weiblich aus, aber halt eher der sportliche Typ. Ich posiere etwas vor dem Spiegel. Ob die Chirugen es schaffen werden aus diesem Gesicht ein Model zu machen. Dann betrachte ich meine Beine. Insgesamt o.k., aber etwas dünner wäre nicht schlecht. Das gilt auch für meine Arme. So langsam bin ich gespannt, was man aus mir machen wird. Dann kommt eine Frau herein und stellt sich als Frau Dr. Winter vor. Sie nimmt mir Blut ab, um meine Hormonanpassung vorzubereiten.
"Klar habe ich das mit angekreuzt, denke ich." Aber das ist dann schon noch eine andere Nummer." Ich bekomme ein wenig Angst vor der eigenen Courage. Dann sind wir entlassen. Hannah möchte, dass ich noch mit in die Lobby komme, aber irgendwie war das alles etwas viel und ich gehe auf mein Zimmer. "Vergiss nicht, dich abzuschminken und dir die Haare hochzubinden bevor du dich hinlegst". Ich bedanke mich und als ich oben ankomme, merke ich, wie müde ich bin. Auf dem Bett liegt ein Nachthemd, ziemlich dünn und mit etwas Spitze. Ich beschließe, schlafen zu gehen. Im Bad bemerke ich dann ein dringendes Bedürfnis verursacht durch meine Blase. Mit Schecken fällt mir ein, dass dort zwischen den Beinen alles fein säuberlich verklebt worden ist. Ich bekomme etwas Angst. Dann taste ich vorsichtig zwischen den Beinen und bemerke, dass dort an alles gedacht worden ist. Als ich fertig bin, ist mir klar, dass Männer hier eindeutig im Vorteil sind.
Dann beginne ich mit dem Abschminken. Eigentlich habe ich keine Ahnung, aber das steht alles auf der Ablage. Es dauert dann aber doch recht lange, bis ich das Gefühl habe die Schminke vollständig entfernt zu haben. Jetzt ahne ich wieder wie ich als Junge aussehe. Ich flechte meine Haare zum Zopf, was mir nicht so wirklich gelingt. Dann betrachte ich mich mit BH und ungeschminkt im Spiegel. Es ist ein dauernder Wechsel zwischen Basti in blond und Laura die sportliche. Dann ziehe ich mein Nachthemd an ..
Ich gehe durch einen langen Krankenhausflur und folge einem Chefarzt. Plötzlich bleibt er stehen und bittet mich in sein Büro. Ich setzte mich schlage meine Beine übereinander und streich mir die Haare aus dem Gesicht. "Laura, sie können so nicht weitermachen. Sie haben schon wieder einem jungen Mann gegen seinen Willen Hormone verabreicht. Sie wollen Ärztin werden und können nicht Menschen gegen ihren Willen therapieren. Vielleicht haben sie Ihre geschlechtsangleichenden Operationen doch nicht so souverän verarbeiten, wie uns glauben machen wollen. Dann kommt Hannah ins Zimmer, sie hat riesige Brüste und schaut mich vorwurfsvoll an. "Was hast du gemacht? Solche Monsterbusen habe ich nicht gewollt"¦
Naja,
es steht ja da, dass alles rückgängig gemacht werden kann. Darauf hat sich der leichtgläubige Sebastian verlassen... Vielleicht hat er als Mediziner auch eine unkomplizierte Einstellung zu Knochensägen. (Hätte man ihm die Instrumente vorher zeigen sollen? - Besser nicht.) Und er hat nur 4 Wochen, um ohne Verbände als Laura aufzutreten, am Sportunterricht teilzunehmen und normal reden zu können. Eine weibliche Schrift wäre sicher auch von Vorteil.
Eltern, Schwester, Freundin? Vielleicht hat er Eltern, die sich nicht kümmern. Sie sind wahrscheinlich arm und es könnte Verwahrlosung vorliegen. (Wer würde als Eltern seine Kinder schon freiwillig zu einer Castingshow lassen?) Vielleicht hat er Eltern, denen alles egal ist - er ist der Einstein der Familie. Vielleicht sind seine Eltern geschieden und reden nicht miteinander. Jeder denkt dann, dass Sebastian beim anderen ist. Wenn er in eine neue Familie kommt, wäre es natürlich vom Plot schön, wenn er seine alte Familie nicht vermisst - vielleicht sogar Neues findet, was er so noch nie kannte.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weitergeht.
Übrigens habe ich in der Time, August 3, 2015, Seite 43f von Caitlyn Jenner und Jazz Reality Shows gelesen. "I am Cait" und "I am Jazz" heißen die.
Ich höre ein Klopfen an der Tür und öffne. Da steht sie vor mir Hannah in sehr engen Jeans, schwarze Stiefeletten und in einer weißen Bluse mit Spitze. Dezent aber perfekt geschminkt. Wenn ich sie unter anderen Umständen kennengelernt hätte und nichts von ihrem kleinen Geheimnis wüsste, dann würde ich mich sofort in sie verlieben. Bei dem Gedanken regt sich dann auch direkt etwas zwischen meinen Beinen, aber gleichzeitig spüre ich dort auch eine scherzhafte Enge. Sie schaut mich mit einem bezaubernden Lächeln an: "Du siehst ziemlich zerknautscht aus. Ich glaube, du könntest etwas Unterstützung bei der Morgentoilette brauchen. Dann geht sie mit mir ins Bad und beim Blick in den Spiegel wird mir klar, dass ich nicht in 10 Minuten zum Frühstück gehen kann. Irgendwie hängen mit trotz Zopf unzählige Strähnchen im Gesicht herum. Zudem ist ein kleiner Bartschatten zu erkennen. "Ich habe keine Ahnung, wie ich mich gleich unter Leute trauen soll." "Am besten als Mädchen; dann kannst du schon mal üben", antwortet sie. Zunächst einmal muss ich dann etwas gegen meine Haare im Gesicht tun. Ich schau mich um und finde dann auch Rasierzeug, aber zum Naßrasieren. Damit habe ich wenig bis keine Erfahrung. Ich will weder mit blutigem Gesicht noch mit Haaren im Gesicht in die Öffentlichkeit. Hannah schlägt vor mich zu rasieren, da sie selbst aufgrund ihrer besonderen Erfahrung sehr viel Übung hat. Ich setze mich hin und lasse mich einschäumen. Etwas Angst habe ich dann schon als ich den Rasierer an meiner Kehle spüre, aber sie macht das alles sehr sanft und vorsichtig. Anschließend beginnt sie fast übergangslos mich zu schminken. Dabei schaue ich die ganze Zeit in ihr niedliches Gesicht. Die Enge zwischen den Beinen wird fast schmerzhaft. Als sie fertig ist und ich in den Spiegel schaue, sehe ich wieder ein dezent geschminktes Mädchen im Spiegel. Diesmal beruhigt mich der Anblick. Ich habe keine Lust am Buffet direkt erkannt und begafft zu werden. Dann führt mich Hannah zum Kleiderschrank. Zu meiner Überraschung ist er gut gefüllt. Während ich mir einen frischen Slip und BH anziehe sucht mir Hannah ein passendes Outfit heraus. Sie wählt eine weiße Leggings mit einem dezenten Muster und dazu einen langen Pullover, der meine Figur dezent betont. Dann lege ich noch etwas Schmuck an und bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Nur die Schmerzen zwischen den Beinen bleiben und ich kann mich von Ihrem Anblick einfach nicht losreißen. Sie scheint etwas zu bemerken: "Du schaust mich heute sehr konzentriert an. Hast du ein Problem?" "Nein"¦äh. Ja", antworte ich und merke, wie ich etwas rot werde. Du siehst einfach toll aus. Du hast das hübscheste Gesicht und das niedlichste Lächeln, was ich je gesehen habe." Jetzt wird sie etwas rot und sagt leise "Danke, es freut mich, wenn ich dir gefalle." "Es ist mehr"¦wenn ich dir in die Augen schaue, dann habe das extreme Verlangen, dich zu küssen." Sie schaut mich an mit einem schüchternen Lächeln und flüstert fast: "und warum tust du es dann nicht einfach?"..
schöne Geschichte. Jetzt wird es ernst für Laura. Mal sehen wie es weiter geht.
Jedenfalls freue ich mich immer, wenn du einen neuen Teil geschrieben hast.
Als ich sie küsse, spüre ich wie mein Busen, ihren Busen berührt. Ich schmecke meinen eigenen Lippenstift. Als sie mich umarmt fühle ich mehr geküsst als dass ich selber aktiv bin. Deutlich fühle ich ihre Arme in meinen langen Haaren. Das alles fühlt sich auf einmal so falsch an. Ich kann es plötzlich nicht genießsen sondern es fühlt sich alles so falsch an. Ich küsse gerade einen Jungen oder genauer gesagt ich werde von ihm geküsst. Reflexartig stoße ich Hannah oder wen auch immer von mir. Es ist einfach zu viel. Ich sehe sein ihr? Überraschtes Gesicht: "war es nicht schön?" schaut sie mich mit enttäuschtem Blick an. "Geh, geh einfach. Das ist doch völlig krank, was wir hier tun", antworte ich. Dann sehe ich Tränen, wütende Tränen in ihren Augen. Wortlos verlässt sie das Zimmer.
Es dauert einige Zeit, bis ich wieder klar etwas klarer denken kann. Einfach eine Rolle spielen, so leicht ist das wohl doch nicht. Ich werde nicht ein Jahr lang meine Gefühle unterdrücken können. Mir wird klar wie spießig ich denke. Bislang war Liebe für mich eine klare einfache Sache ich bin der Junge also liebe ich Mädchen. Das tun die meisten und Schwule und Lesben, da bin ich tolerant, aber das war bislang auch sehr einfach, weil ich mit dem Thema ja nichts zu tun hatte. Aber jetzt stimmt gar nichts mehr. Wenn ich Hannah sehe und in ihr die Frau dann ist das was ich sehe eigentlich ganz normal. Eine junge attraktive Frau. Aber gleichzeitig weiß ich auch ganz genau, dass sie ein Junge ist. Ist sie das? Was ist das Transgender? Frau sein, aber den falschen Körper besitzen. Bin ich schwul, wenn ich sie küsse? Wenn ich so tolerant bin, dann müsste mir das doch egal sein. Dann auch noch meinen eignen, wenn auch falschen Busen beim Küssen zu spüren, das war dann zu viel. Aber der Kuss selber..der war unglaublich schön. Gleichzeitig schäme ich mich unglaublich, weil ich einen Jungen geküsst habe, der ja gar keiner ist. Mir wird klar, im Grunde bin ich einer von diesen intoleranten Spießern. Mir wird klar, wie weh ich ihr getan habe.
Dann sehe ich eine Nachricht auf meinem Handy: "in einer halben Stunde treffen wir uns alle im Frühstücksraum. Gruß Lisa" Ich merke, wie hungrig ich bin. Schnell gehe ich ins Bad und bringe meine Lippen in Ordnung. Dann nehme ich meine Handtasche und gehe hinunter. An Rezeption werde ich ganz normal begrüßt. Als ich in den Raum hineinkomme, sitzen die ganzen Fernsehleute zusammen an einem Tisch und reden sehr konzentriert miteinander. Dann sehe ich die anderen Kandidatinnen. Etwa die Hälfte ist ungeschminkt und hat möglichst männliche Sachen an. Sie bewegen sich auch sehr männlich. Die "Kerle" haben sich an einen Tisch gesetzt und versuchen mit dummen Witzen ihr peinliches Erscheinungsbild wegzulachen. An den anderen beiden Tischen sitzen die "Mädchen". Fast alle haben Röcke oder Kleider an und haben versucht, sich zu schminken. Das ganze schaut aber eher nach Karneval aus. Richtig wohl scheinen sie sich aber auch nicht zu fühlen. An einem von den Mädchentischen entdecke ich Hannah. Als sie mich sieht schaut sie zu Boden. Unsicher schaue ich auch erst mal weg. Ich weiß nicht so richtig, was ich tun soll und gehe erst einmal zum Buffet und nehme mir etwas Obst. Dann reiße ich mich zusammen und gehe auf Hannahs Tisch zu. Als ich mich setzte steht sie wortlos auf und setzt sich an den anderen Tisch. Es tut mir unglaublich weh, aber ich wage es nicht ihr hinterher zu laufen. "Na haben unsere beiden Turteltäubchen etwa kleine Unstimmigkeiten?" Eine Art DragQueen Karikatur in einem knallroten Kleid und extrem schlecht geschminkt grinst mich schief an. Dann erkenne ich ihn es ist "Frozen Jogurt Nils". Schweigend und mit gesenktem Blick esse ich mein Obst. Dabei stelle ich fest dass Hannah und ich die beiden einzigen sind die wie Mädchen aussehen und außer uns hat auch keine ihre Handtasche dabei. Ich fühle mich unsicher. Gerade weil ich nicht auffallen wollte, falle ich nun auf weil ich so unauffällig natürlich weiblich wirke. Gerade als ich wieder aufstehen will, bemerke ich wie die "Jungs" gemeinsam aufstehen und dann direkt zu mir rüberkommen. "Herzlichen Glückwunsch Laure. Hiermit erklären wir dich zur "Miss Breakfast". Du bist heute morgen die Hübscheste von uns. Die Wahl war knapp, aber Hannah hat so traurig geguckt." Dann übergibt er mir symbolisch die Blumen von Tisch und flüstert mir mit einem Augenzwinkern ins Ohr: " Du machst das garantiert nicht nur wegen dem Geld." Ich werde knallrot und möchte am liebsten im Boden versinken.