Doku Soap
Doku Soap - # 2

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Magdalena
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Re: Doku Soap

Post 16 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

das liest sich richtig gut. (ap) Jetzt wird es langsam ernst. Ich freue mich schon auf weiters.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 17 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Dann hilft nimmt sie die Strumpfhose aus der Verpackung und zeigt mir, wie ich die Fußspitzen der Strumpfhose fassen muss. Dann ziehe ich mir die beiden Fußspitzen zunächst wie Socken an. Anschließend ziehe ich die Strupfhose vorsichtig an den Beinen hoch bis über die Hüften. Dann streiche ich alles schön glatt. Das Gefühl der Strumpfhose auf der glatten Haut ist absolut ungewöhnlich. Gleichzeitig spüre ich wie glatt da alles zwischen den Beinen ist. Irgendwie unheimlich. Dann geht es weiter mit einem gelben Top. Auch das fühlt sich sehr glatt und etwas seidig an. Danach hatte ich eigentlich einen Rock erwartet. Stattdessen reicht sie mir ein paar weiße Shorts. Sehr kurz, aber weit geschnitten. Das Ganze sieht dann doch fast wieder wie ein Rock aus. Dann geht es zurück zum Frisiertisch. Nachdem die Haare nochmals gewaschen und gefönt wurden. Dann beginnt eine unendlich lange Prozedur in der Lisa mir einzelne lange Haarsträhnen in einem schönen gelbblond mit meinem eigenen Haaren irgendwie verbindet. Während dieser Zeit redet sie ununterbrochen. Das scheint bei Frauen scheinbar üblich zu sein. Sie fragt mich recht viele belanglose Dinge über mein Medizinstudium (das ich ja gar nicht antreten werde) aber da es ein recht unverfängliches Thema ist, antworte ich gerne.
Insgeheim werde ich dabei schon ein wenig nachdenklich. Schließlich wäre die Show meine einzige realistische Chance das viele Geld für die Ausbildung aufzutreiben. Aber ein ganzes Jahr als Mädchen zu leben, dass erscheint mir dann doch extrem abgedreht. Dann erzählt sie mir noch, dass sie selber eine Ausbildung zur Anwaltsgehilfin gemacht hat und dann ein Jurastudium abgebrochen hat, nur um Visagistin zu werden. "Man muss einfach tun, was man will. Sonst ärgert man sich hinterher. Ich find das übrigens toll, Laura, mit welchem Einsatz du dir dein Medizinstudium erkämpft. Die meisten hätten sich kurz über den Abischnitt geärgert."
Das mit der "Laura" finde ich immer noch reichlich komisch. Allein das ist eigentlich ein Grund, da nicht mitzumachen. Hinterher bleibt irgendetwas hängen und ich weiß wirklich nicht mehr was ich bin. Ich glaube davor habe ich die meiste Angst. Das ich mit der Rolle als Frau auf einmal klarkomme und hinterher nicht mehr richtig zurückkann. Am Ende haben Frauen dann vielleicht nichts Geheimnisvolles mehr für mich.
Nach endlos langer Zeit werde ich schließlich noch geschminkt, meine Fingernägel sind neu und glänzen dezent. Ich bekomme noch etwas Schmuck angelegt und Ohrringe mit Clip. Die tun zunächst ein bisschen weh, aber nach ein paar Minuten bemerke ich das Drücken nicht mehr. Dann bekomme ich ein kurzes Lederjäckchen dazu und kleine Stiefeletten mit nicht so ganz hohen Absätzen.
Ich merke wie der Kameramann wieder wach wird. Denn nun werde ich zu einem verhängten Spiegel geführt.
Mayu
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Re: Doku Soap

Post 18 im Thema

Beitrag von Mayu »

Mist schon durch. Schreib weiter - nicht meine übliche Lektüre, aber auf jeden Fall interessant :)

Übrigens ganz in schwarz sind nicht nur Emos unterwegs. (gitli)
Miley
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Re: Doku Soap

Post 19 im Thema

Beitrag von Miley »

Langsam wirds ernst, und vor allem scheint er sich mit dem Gedanken zu befassen, das komplette Jahr als Mädchen zu verbringen...

Miley
LanaX
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Re: Doku Soap

Post 20 im Thema

Beitrag von LanaX »

Sehr interessante und spannend geschriebene Geschichte! :)

Lg Lana
Melli_
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Re: Doku Soap

Post 21 im Thema

Beitrag von Melli_ »

Hallo Sandra,
das ist eine sehr schöne Geschichte mit einer tollen Grundidee. Ich bin gespannt wie es weitergeht, welche Familie Laura bekommt, welche Schule und wie die Klassenkameraden reagieren, wenn ein Kamerateam filmen will. Was passiert mit ihren "Mitbewerberinnen"? Oder ist alles nur scripted reality und Laura muss Schauspielerin sein??? Fragen über Fragen an eine gut geschriebene Geschichte.

LG, Melanie
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 22 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Im ersten Augenblick erkenne ich nicht, dass es sich um einen Spiegel handelt. Dann wird mir klar, dass das blonde Mädchen mit dem etwas verwirrten Blick ich selbst bin. Ich bewege mich etwas und das Mädchen im Spiegel tut genau das Gleiche. Total abgedreht, das man mich sofort als Junge erkennt, die Sorge müsste ich mir schon mal nicht machen, wenn ich weitermachen sollte. Wenn ich mein Spiegelbild auf der Straße treffen würde, ja dann würde ich schon hinterherschauen und ins Träumen geraten. Irgendwie sexy, aber auf keinen Fall übertrieben. Aber mit den Beinen nicht gerade unauffällig. Erst jetzt, wo sie fas runterrutscht bemerke ich die kleine Handtasche über meiner Schulter. Lisa hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Dann bemerke ich, wie sich etwas zwischen meinen Beinen regt, oder besser gesagt, versucht zu regen, so gut wie das Ding weggesperrt ist. Die Kerle werden mich umschwärmen, wie die Motten das Licht. Allein das ist schon ein Grund nicht mitzumachen. Schwul werden, kommt nicht in Frage und ein Jahr völlig ohne Aussichten auf Sex erscheinen auch extrem hart. Aber hauptsächlich bin ich völlig neben mir. Das Mädel im Spiegel sieht aus als hätte ich plötzlich eine zweite Schwester. Und dann der Typ mit der Kamera. Ich habe ihn die ganze Zeit kaum bemerkt, aber nun nervt er mich einfach unglaublich. "Kannst geiler Gaffer nicht einmal das Ding abschalten, irgendwie musst du doch merken, dass ich im Moment völlig neben der Spur bin." "Genau das wollen die Leute doch sehen", grinste er mich an. zumindest vermute ich ein Grinsen hinter diesem "Sch..gerät". Lisa rettet die Situation halbwegs: "Komm Finn; du hast schon genug Bilder. Wir lassen Laura jetzt einfach mal ein paar Minuten allein, bis sie sich etwas gefangen hat. Wir warten draußen." Ich bin heilfroh als Sie rausgehen, aber mich einfach Laura zu nennen gefällt mir gar nicht, auch wenn ich im Spiegel so gar nichts Männliches erkenne. Und dass der erste Schock eh schon im Kasten ist, gefällt mir auch nicht.
Langsam beruhige ich mit wieder etwas. Ich streiche mir die Haare aus dem Gesicht. Im Spiegel sieht das irgendwie total sexy aus. Lisa hat mich einfach perfekt zurecht gemacht. Etwas unbeholfen probiere ich zum Spaß ein paar weibliche Posen aus. Ein kleiner Kussmund, dann ein schüchternes Lächeln. "Steht mir gut", denke ich. Mir? Ihr. Dann spiele ich Model und laufe mit schwingenden Hüften vom Spiegel weg und als ich wieder darauf zu laufe, wirkt der Gang irgendwie alles andere als elegant und weiblich. Ich lasse es bleiben und gehe normal weiter, aber das geht auch nicht. Ist halt normal männlich und das passt so gar nicht zu meinem neuen Erscheinungsbild.
Dann betrachte ich mich etwas ruhiger nochmal im Spiegel. Das wäre schon irgendwo total spannend das ganze letzte Jahr noch mal aus der weiblichen Sicht zu erleben. Endlich mal zu wissen, wie die Mädels über uns Kerle denken und hinterher der perfekte Frauenversteher sein. Aber wie soll ich mit anderen Frauen über Beziehungsprobleme und meinen Ex reden. Spätestens da werde ich wohl gnadenlos auffliegen, zumindest ohne Vorbereitung. Wenn ich es nicht schaffe, kann ich ja immer noch zwischendrin abbrechen. Hey, du willst doch gar nicht weitermachen. Aber dann keimt irgendwo etwas Neugierde auf. Wie wird dieses hübsche Ding im Spiegel, klarkommen? Ist das Leben auf der weiblichen Seite wirklich so anders? Und am Ende genügend Kleingeld für ein Studium meiner Wahl. Bis ich dann mit dem Studieren fertig bin, ist die Sendung längst gelaufen und keiner wird sich an mich erinnern; schon gar nicht an meine männliche Form.
In der Schule hab ab und an schon mal bei der Theatergruppe mitgemacht. Das hat eigwentlich recht gut geklappt. Bei den "Zwölf Geschworenen", sollte ich so einen rechten konservativen Sturkopf spielen. Das hatte so gar nichts mit mir zu tun. Da bin ich einfach ein paar mal zu den Jugendveranstaltungen der Rechten im Nachbarort gegangen. War schon recht heftig, was da abging. Aber natürlich ein super Beobachtungsfeld. Hinterher bei den Proben, da hatte ich dann massig Ideen wie ich die Rolle ausgestalte. Das merkwürde war, an irgendeinem Punkt, hatte ich auf einmal das Gefühl wirklich so ein arroganter Dummkopf zu sein, nein schlimmer, die Meinung meines Charakters war in dem Moment meine eigene. Völlig problemlos und mit voller Inbrunst konnte ich für die Todesstrafe plädieren und andere Meinungen mit voller Inbrunst plattreden. Als ich das zum ersten Mal bemerkt hatte musste ich plötzlich abbrechen. Am Ende war die Aufführung dann ein voller Erfolg. Und genau vor diesem Erfolg bekomme ich nun eine Höllenangst.
Was ist, wenn ich mit einem Mal vergesse, dass ich der Basti bin und zu "Laura" werde. Wenn ich auf einmal kein Mädel mehr spiele, sondern einfach für eine Zeit lang eine Frau bin. Das wird für die "Rolle" sehr hilfreich sein und vom Schultheater weiß ich, dass ich so etwas kann. Aber wenn sich dieser Schalter umlegt und ich auf einmal Jungs mag, mir das Quatschen über Mode total Spaß macht?
Christiane04
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Re: Doku Soap

Post 23 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Eine wunderbare neue Folge! Sehr schön und einfühlsam geschrieben. Lädt ganz sehr zum Phantasieren ein.
Wunderbar - Danke.
Lg Christiane
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel
micaela
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Re: Doku Soap

Post 24 im Thema

Beitrag von micaela »

Einfach nur TOLL!!!!
SteffiCD
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Re: Doku Soap

Post 25 im Thema

Beitrag von SteffiCD »

Hallo Sandra,

auch von mir ein großes Dankeschön für diese tolle Geschichte.
Freue mich schon auf die Fortsetzungen, die hoffentlich für viele Träume sorgen.

Danke

LG Steffi
Zwischen zwei Seiten gibt es immer eine Mitte !!!
dooris
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Re: Doku Soap

Post 26 im Thema

Beitrag von dooris »

Hallo Sandra,
danke das du dir Zeit nimmst, für uns diese schönen Zeilen zu schreiben.
Sehr schöne Story. Doris
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 27 im Thema

Beitrag von sandra93 »

Bevor ich weiter nachdenken kann, heftet mir Nina ein kleines Namensschild an auf dem deutlich "Laura" steht und begleitet mich in den Nebenraum. Dort warten auch schon die anderen. Wirklich wiedererkennen kann ich niemanden. Sie sehen alle extrem verändert aus und wir haben uns am Abend vorher ja auch nur recht flüchtig kennen gelernt. Auf den ersten Blick elf junge Frauen, alle minimal overdressed, als wenn sie noch etwas vorhätten. Auffallend viele haben irgendwie ihren Hals verdeckt und die meisten wirken irgendwie etwas linkisch und unsicher.
Ein paar versuchen betont witzig zu sein, wie die Blonde mit der Lockenmähne und einer beinahe unnatürlich großen Oberweite. Zusätzlich hat sie einen knallgelben Rock, recht kurzen Rock an. "Hab ich mir alles selbst ausgesucht", prahlt sie mit einem recht übertriebenem Hüftschwung. Die anderen beiden in ihrer Nähe haben beide knallenge Miniröcke und Bauchnabelfrei Tops und lange schwarze Haare bis fast zum Po. Sie werfen Kussmündchen in die Runde. Dann führt die Blonde die beiden anderen in die Mitte. Darf ich vorstellen: Jenni und Babette. Die beiden werden bei mir im frozen Jogurt Store arbeiten, aber nur wenn sie so sexy bleiben wie jetzt. Die beiden wackeln mit dem Hintern wie Playboy Bunny Karikaturen. Ein paar von den herumstehenden Lachen etwas verunsichert. Ich verdrehe nur die Augen. Nils jetzt "Nina" braucht mal wieder Aufmerksamkeit oder er ist genau so unsicher wie die meisten, will es aber nicht zugeben. Das Ganze kommt mir alles sehr schräg vor und ich möchte am liebsten nur weg. Egal wieviel Geld die mir anbieten ohne einen gehörigen Dachschaden werde ich nicht durch dieses Jahr kommen. Dann sehe ich zwei meiner Leidensgenoss(innen?) bei Lisa stehen und heftig diskutieren. Schließlich ist sie kurz weg und kommt nach einigen Minuten wieder. Dann gibt sie jedem einen kleines Geldbündel, die beiden quittieren und sind verschwunden. Ich verstehe zunächst nicht, aber dann wird mir klar: Die beiden haben das einzig Richtige getan. Sie haben die 800 € genommen und sind weg, solange es noch geht.
Fast wie auf der Flucht stürze ich auf Lisa zu: "Ich will hier weg." Sie schaut mich mit einer Mischung aus Überraschung und Ärger an. "Laura, das kannst du nicht machen. Du siehst toll aus und ich hab mir so viel Mühe mit dir gegeben. Ich bin mir absolut sicher, dass dich nach der Schulung niemand mehr durchschauen wird. Du hast echt Potential, wenn das in der Sendung rüberkommt und da bin ich mir total sicher hast du prima Chancen in den Medien. So Mädels wie dich brauchen wir unbedingt für die Quote. Unsere drei Grazien da vorne werden trotz Trainings wahrscheinlich schon in den ersten Wochen auffliegen. Einfach zu wenig in der Birne. Die werden sich irgendwie verquatschen und ein Talent für grazile Bewegungen sehe ich auch nicht. Das ist auch irgendwo eingeplant, das ein paar Dummchen auf der Strecke bleiben. Das erhöht die Spannung. Aber du? Du hast das Zeug ganz vorne mit dabei zu sein. Du wirkst weder wie eine zweitklassige Dragqueen, noch stehst du stocksteif herum. Deine Bewegungen sind zwar noch etwas zu dynamisch für eine Frau aber nach dem ersten Schock vor dem Spiegel scheinst du dich mit dem Thema ganz gut zu arrangieren. Da ist echt Potential, Laura! Nutz das und wenn es nur für dein Studium ist!" "Genau vor diesem Potential habe ich Angst", antworte ich. Das ich nicht mehr aus meiner "Rolle" zurückfinde. Deshalb möchte ich jetzt lieber aufhören." "Ist das der Grund?". Lisa schaut mich freudstrahlend an. So etwas können nur die talentiertesten Schauspieler! Dann hast du eine ganz besondere Gabe! Lass das raus und mach etwas daraus! Und mach dir mal keine Sorgen: "Dustin Hofmann" hat nach Tootsie auch wieder problemlos in den männlichen Alltag zurückgefunden.
Gerade will ich etwas erwidern, da werde ich sanft, fast schüchtern am Arm gezogen. Mir gegenüber steht eines der hübschesten Mädchen, die ich je gesehen habe obwohl sie ja eigentlich kein Mädchen sein kann. "Hannah" lese ich auf ihrem Schild. Sie hat lange kastanienbraune schulterlange Haare, silberne Ohrringe mit einem etwas orientalisch aussehenden Muster; sie ist sehr dezent aber perfekt geschminkt. Ihr Outfit ist alles andere als aufdringlich. Eine weiße Leggings , dazu ähnliche Stiefeletten wie ich, aber mit Pfennigabsätzen. Dann einen Strickpullover ähnliches Top, das zwar viel Schulter zeigt, die Träger des schwarzen BHs aber nur erahnen lässt. Sie (ich kann bei dem Anblick einfach nicht an einen Jungen denken) lächelt an und und zieht mich beiseite. Nina zieht sich zurück, bemerke ich erleichtert. "Du siehst echt toll aus", beginnt sie. Die Stimme hört sich anders an, als beim letzten Mal, aber jetzt erkenne ich sie. Es ist Hannes, der Junge, der wahrscheinlich lieber ein Mädchen sein will.
Melli_
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Re: Doku Soap

Post 28 im Thema

Beitrag von Melli_ »

Sehr schöne Fortsetzung - jetzt kommt das Schaulaufen, oder?
Was Basti wohl denkt, wenn er am nächsten Morgen aufwacht...
Joe95
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Re: Doku Soap

Post 29 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Eine schöne Geschichte...
Bitte mehr davon...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
sandra93
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Re: Doku Soap

Post 30 im Thema

Beitrag von sandra93 »

"Wenn Lisa das mit dem Studium nicht gesagt hätte, dann hätte ich echt nicht wiedererkannt. Aber das ist ja wahrscheinlich nicht dein Problem. Du hast anscheinend Angst hinterher nicht mehr in dein altes Leben zurückzufinden. Aber jetzt denk mal nach! Was kann denn passieren? Wenn du hinterher merkst, dass du lieber eine Frau sein möchtest, dann bleibst du einfach weiblich. So werde ich es sehr wahrscheinlich machen. Und wenn mir klar wird, Mädchen sein ist doch nicht meine wahre Bestimmung, dann weiß ich das nach dem Jahr ganz bestimmt. Ich werde also in jedem Fall gewinnen. Bei dir ist es eigentlich genauso. Nur dass du hinterher sehr wahrscheinlich wieder als Mann leben wirst", Dann schaut sie mich mit einem verschmitzten Lächeln an. "Was aber sehr schade wäre, so wie du aussiehst"
Als sie merkt, wie mich vor allen die letzte Bemerkung trifft, lacht sie mir offen ins Gesicht. "Du scheinst ja tatsächlich ein wenig Angst zu haben, dass dir das Leben als Mädchen zu gut gefällt. Zu deiner Beruhigung. Die Hälfte der Menschheit wacht jeden Morgen als Frau auf und empfindet dabei keine Angst. Wenn du richtig cool wärst, würdest du das Jahr eine perfekte Show liefern und idr hinterher als Familienvater mit deinen Töchtern dir die Sendung gemeinsam angucken und ihr würdet euch zusammen weglachen. Aber du so ganz locker scheinst du ja doch nicht zu sein. Daher deine Fluchtgedanken??" Sie hat schon recht mit dem was sie sagt. Sie, der Junge, der sich nun Hannah nennt und bei dem ich nun schon nichts männliches mehr wahrnehme. Ich bin einfach nicht cool genug für diese Show. Aber genau deswegen möchte hier ja nur so schnell wie möglich weg. Ich schaue, wo Lisa steckt. Da fasst mich Hannah sanft am Arm:" Tu es für mich. Das hier ist für mich zwar die Erfüllung meines größten Traums, aber hier sind alle verrückt und ich brauche jemanden mit dem ich reden kann in diesem verrückten Jahr. Du bist so normal und recht ehrlich. Und zusammen schaffen wir das schon. Ich werde zur Frau und wirst Arzt." Mit großen verlorenen Augen schaut sie mich an. "Außerdem kannst du ja zwischendurch jederzeit aussteigen". "wie, das glaube ich jetzt nicht." "Nicht wenn du selber aufhörst, aber wenn du enttarnt wirst; und da kann man ja u.U. etwas nachhelfen. Dann gibts zwar nicht das volle Preisgeld, aber du bist wieder frei. Wäre das kein Kompromiss?" Wieder dieser Blick. Einfach zum Verlieben, obwohl ich genau weiß"¦ja weiß ich denn ob sie er was sie ist. Wenn sie transsexuell ist, das habe ich mal gehört, dann ist sie ein Mädchen, dass sich nur im falschen Körper befindet und am Ende des Jahres wäre sie dann vielleicht auch körperlich eine Frau. Und so wie sie spricht, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie hinterher als Junge weiterleben wird. Ich hab mir die genauen Regeln für das mitmachen noch nicht genau angeschaut, aber wenn es so einen Notausstieg gibt.. Wieder schaut sie mich mit ihren großen Augen an: "Ich kann ja irgendwie verstehen, dass du etwas Angst hast. Dann sieh es doch mal so: Mach einfach die ersten paar Wochen mit. Da werden wir sowieso von der Außenwelt abgeschirmt, bis wir zuverlässig als Mädchen agieren können. Wenn du dann nach ein paar Wochen auffliegst, hast du zumindest die Gage der ersten Monate sicher. Das wäre dann auch nicht zu verachten.
Dann werden wir in den Nebenraum geführt zum Umkleiden für die Bikinivorführung. Bevor ich lange Nachdenken kann werde ich zu einem Gaderobenständer geführt, wo ich meine Sachen hinhängen kann. Dann sehe ich an einem Haken zwei bunte Stoffteile. Bei genauem Hinsehen wird mir klar das ist mein Bikini und den soll ich gleich vorführen. Etwas verunsichert schaue ich zu Hannah hinüber.
Sehr sorgfältig legt sie Ihre Sachen ab und bevor sie obenrum nackt dasteht hat sie vorher schnell das Bikinihöschen angezogen. Ich tue es ihr gleich und drehe mich etwas zur Wand, um mir anschließend das Oberteil anzuziehen. Das entpuppt sich als deutlich schwieriger. Ich müsste mir selber eine Schleife auf dem Rücken binden. Schließlich bemerke ich zwei helfende Hände an meinem Rücken. Als ich mich umdrehe sehe ich Hannah. Ihr schneeweißer recht knapp geschnittener Bikini sitzt perfekt. Dann führt sie mich zum Spiegel. Wir machen beide eine ziemlich gute Figur. Mein Bikini ist knallgelb mit kleinen blauen Verzierungen. Sie fordert mich auf zu Lächeln. Ich versuche meine Schauspielkenntnisse anzuwenden und das Ergebnis ist erstaunlich. Zwei junge Frauen lächeln leicht verführerisch in den Spiegel. Mit diesem Bild vor den Augen gehe ich dann in die Schwimmhalle wo eine Art Laufsteg markiert ist. Mit schwungvollem Gang und dem gerade eingeübten Lächeln gehe ich auf die Juri am Ende des Pools zu.
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