Andrea — meine Erlebnisse - # 26
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
16.7.2015
Wieder ein ganz simpler Andrea-Tag ohne nennenswerte Besonderheiten! Das Outfit behielt ich vom Vortag bei: knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, hellblaue Bluse, hautfarbene Strumpfhose und cremefarbene Sandaletten. Nur die Jacke brauchte ich nicht, weil es wieder wärmer war.
Neben einigen Einkäufen habe ich meine Sandaletten vom Schuster geholt. Sehen ganz ordentlich aus. So dürften die Absätze noch eine Weile halten!
17.7.2015
Heute sollte es noch einmal ein richtig heißer Tag werden. Da konnte ich gleich mein neues blaues Kleid einweihen. Dazu trug ich dünne hautfarbene Strumpfhosen und die reparierten weißen Sandaletten.
Vormittags unternahm ich einen Spaziergang zum Grab meiner Eltern. Ein leichter Wind sorgte dabei für etwas angenehme Kühle, besonders unter dem leichten Kleid. Mir grauste es bei der Vorstellung, jetzt lange Hosen tragen zu müssen. Zahlreiche (Bio-)Frauen hatten sich auch für "leichte" Bekleidung entschieden, aber ich glaube nur eine gesehen zu haben, die wie ich, auch Strumpfhosen trug.
Schnell noch mal zu meiner Lieblings-Eisdiele, bevor ich mich für den Rest des Tages vor der Hitze zu Hause "versteckte".
18.7.2015
Aller guten Dinge sind drei! Heute sollte es erneut eine Begegnung mit meiner Exfrau geben. Meine Tochter hatte bei ihrem letzten Besuch etwas vergessen, was meine Exfrau heute früh vorbeibringen wollte. Da musste ich mich mit dem Schminken beeilen, denn den Anblick meines männlichen Gesichtes zusammen mit Frauenkleidung wollten ich ihr nicht zumuten. Fast wie abgesprochen klingelte es, als ich gerade fertig war.
Was jetzt folgte, war die gleiche Reaktion wie bei den vergangenen Begegnungen, nämlich gar keine. Ich mache mir jetzt nicht mehr die Mühe, über die Gründe dieses Verhaltens nachzudenken. Ich bin ja schon froh, dass es keine verbalen Entgleisungen gab.
Bei einem der Einkäufe, die noch zu erledigen waren, kam wieder meine Tochter mit. Ich staune selbst, wie locker sie meine Besonderheit inzwischen sieht und durch die gemeinsamen Aktivitäten selbst in unserer Heimatstadt das Risiko der "Entdeckung" nicht mehr scheut.
Für den Rest des Tages hieß es Koffer packen, denn am nächsten Tag geht es wieder auf eine Kurzreise. Das Besondere daran: Diesmal wird meine Tochter mit dabei sein.
16.7.2015
Wieder ein ganz simpler Andrea-Tag ohne nennenswerte Besonderheiten! Das Outfit behielt ich vom Vortag bei: knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, hellblaue Bluse, hautfarbene Strumpfhose und cremefarbene Sandaletten. Nur die Jacke brauchte ich nicht, weil es wieder wärmer war.
Neben einigen Einkäufen habe ich meine Sandaletten vom Schuster geholt. Sehen ganz ordentlich aus. So dürften die Absätze noch eine Weile halten!
17.7.2015
Heute sollte es noch einmal ein richtig heißer Tag werden. Da konnte ich gleich mein neues blaues Kleid einweihen. Dazu trug ich dünne hautfarbene Strumpfhosen und die reparierten weißen Sandaletten.
Vormittags unternahm ich einen Spaziergang zum Grab meiner Eltern. Ein leichter Wind sorgte dabei für etwas angenehme Kühle, besonders unter dem leichten Kleid. Mir grauste es bei der Vorstellung, jetzt lange Hosen tragen zu müssen. Zahlreiche (Bio-)Frauen hatten sich auch für "leichte" Bekleidung entschieden, aber ich glaube nur eine gesehen zu haben, die wie ich, auch Strumpfhosen trug.
Schnell noch mal zu meiner Lieblings-Eisdiele, bevor ich mich für den Rest des Tages vor der Hitze zu Hause "versteckte".
18.7.2015
Aller guten Dinge sind drei! Heute sollte es erneut eine Begegnung mit meiner Exfrau geben. Meine Tochter hatte bei ihrem letzten Besuch etwas vergessen, was meine Exfrau heute früh vorbeibringen wollte. Da musste ich mich mit dem Schminken beeilen, denn den Anblick meines männlichen Gesichtes zusammen mit Frauenkleidung wollten ich ihr nicht zumuten. Fast wie abgesprochen klingelte es, als ich gerade fertig war.
Was jetzt folgte, war die gleiche Reaktion wie bei den vergangenen Begegnungen, nämlich gar keine. Ich mache mir jetzt nicht mehr die Mühe, über die Gründe dieses Verhaltens nachzudenken. Ich bin ja schon froh, dass es keine verbalen Entgleisungen gab.
Bei einem der Einkäufe, die noch zu erledigen waren, kam wieder meine Tochter mit. Ich staune selbst, wie locker sie meine Besonderheit inzwischen sieht und durch die gemeinsamen Aktivitäten selbst in unserer Heimatstadt das Risiko der "Entdeckung" nicht mehr scheut.
Für den Rest des Tages hieß es Koffer packen, denn am nächsten Tag geht es wieder auf eine Kurzreise. Das Besondere daran: Diesmal wird meine Tochter mit dabei sein.
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Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Magdalena
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andera!
Da wünsche ich Dir ein paar angenehme Tage mit Deiner Tochter.
Viele Grüße Magdalena
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Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Danke Magdalena für die guten Wünsche! Mal sehen ob sie was bringen!
19.7.2015
Heute ging es also erstmals als Andrea zusammen mit meiner Tochter auf Reisen. Als Ziel hatten wir Köln ausgewählt. Dort waren wir noch nie. Das wäre dann wieder eine Stadt mehr, in der ich nur als Andrea weilte.
Beim Outfit griff ich auf Bewährtes zurück: knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, hellblaue Bluse, hautfarbene Strumpfhose und cremefarbene Sandaletten.
Nachdem wir rechtzeitig fertig waren und eigentlich gemütlich zum Bahnhof gehen konnten, passierte gleich des erste Missgeschick: Wir vergaßen wohl, unterwegs mal auf die Uhr zu sehen und merkten nicht, dass wir doch spät dran waren, bis uns der Zug vor der Nase wegfuhr.
Gut, zwei Stunden später konnten wir auch noch fahren, aber da galt der von uns gebuchte Sparpreis nicht mehr und wir hätten die Differenz zum Normalpreis nachzahlen müssen. Zwei Zugbegleiterinnen schafften es jedoch nicht, den entsprechenden Zusatzfahrschein auszudrucken und so blieb es für uns bei dem gebuchten Sparpreis.
Zwei Stunden später als geplant kamen wir schließlich doch in Köln an und da passierte beim Aussteigen gleich das nächste Missgeschick: Mir riss der Griff vom Koffer ab, mit dem ich ihn hinter mir herziehen konnte. Zu tragen ging er noch an einem anderen Griff, dabei merkte ich erst mal, wie schwer das ist, was frau auf so eine Reise mitnimmt.
In einem sehr einfachen, aber preiswerten Hotel in Zentrumsnähe haben wir uns dann erst einmal häuslich niedergelassen.
20.7.2015
Ich musste natürlich etwas eher aufstehen als meine Tochter, weil ich mehr Aufwand fürs Schminken brauchte. Zweckmäßigerweise hatte ich das Bett neben den sanitären Einrichtungen genommen. Das brachte mir bei meinen morgendlichen Verschönerungsaktionen kurze Wege und störte meine Tochter dabei nur wenig. Als ich dann fertig war, gingen wir gemeinsam zum Frühstück. Erstaunlicherweise waren wir dort die einzigen Gäste. Ich trug übrigens meinen blauen knielangen Rock, eine Bluse mit Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten.
Als erstes Ziel hatten wir uns den Dom, das Kölner Wahrzeichen, ausgesucht. Das ist in der Tat ein imposantes Bauwerk, sowohl von außen als auch von innen! Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes aber war der Aufstieg auf die Aussichtsplattform auf einem der Türme: Fast 100 Meter hoch und über 533 Stufen (habe nicht nachgezählt) erreichbar! Ein wenig außer Puste konnten wir so einen herrlichen Rundblick über die Stadt und den Rhein genießen. Wegen Fotos brauchte ich diesmal keine anderen Besucher zu fragen, ich hatte ja eine Fotografin dabei:
Wieder zu ebener Erde waren wir zunächst froh, rechtzeitig hier gewesen zu sein, denn jetzt stand am Turmaufstieg eine fast 50 Meter lange Schlange, während wir etwa eine Stunde vorher noch ohne Wartezeit drankamen.
Ebenso beeindruckend die Schatzkammer des Domes in deren Kellergewölbe: Wertvolle Kunstgegenstände aus fast 800 Jahren Domgeschichte, interessante archäologische Funde und das Ganze eingebettet in Mauerreste von Vorgängerbauten.
Nach diesem kulturhistorischen Exkurs besuchten wir eine Gaststätte in der Innenstadt um unsere knurrenden Mägen etwas zu beruhigen. Frisch gestärkt konnte es dann zu einem Einkaufsbummel gehen, allerdings weniger in die so beliebten Damenmodegeschäfte. Bei dieser Reise habe ich mich ein wenig nach den Interessen meiner Tochter gerichtet. Die Chance, selbst noch nach etwas Schönem zu schauen, hatte ich insofern selbst vertan, als ich in einem Geschäft den Schirm vergaß und noch einmal zurückgefahren bin.
Apropos Schirm: Den brauchten wir nur bei einem kurzen Regenschauer nach dem Mittagessen. Ansonsten hatten wir während der gesamten Reise schönes Wetter.
Alles in allem: Ein erlebnisreicher Tag in Köln!
Danke Magdalena für die guten Wünsche! Mal sehen ob sie was bringen!
19.7.2015
Heute ging es also erstmals als Andrea zusammen mit meiner Tochter auf Reisen. Als Ziel hatten wir Köln ausgewählt. Dort waren wir noch nie. Das wäre dann wieder eine Stadt mehr, in der ich nur als Andrea weilte.
Beim Outfit griff ich auf Bewährtes zurück: knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, hellblaue Bluse, hautfarbene Strumpfhose und cremefarbene Sandaletten.
Nachdem wir rechtzeitig fertig waren und eigentlich gemütlich zum Bahnhof gehen konnten, passierte gleich des erste Missgeschick: Wir vergaßen wohl, unterwegs mal auf die Uhr zu sehen und merkten nicht, dass wir doch spät dran waren, bis uns der Zug vor der Nase wegfuhr.
Gut, zwei Stunden später konnten wir auch noch fahren, aber da galt der von uns gebuchte Sparpreis nicht mehr und wir hätten die Differenz zum Normalpreis nachzahlen müssen. Zwei Zugbegleiterinnen schafften es jedoch nicht, den entsprechenden Zusatzfahrschein auszudrucken und so blieb es für uns bei dem gebuchten Sparpreis.
Zwei Stunden später als geplant kamen wir schließlich doch in Köln an und da passierte beim Aussteigen gleich das nächste Missgeschick: Mir riss der Griff vom Koffer ab, mit dem ich ihn hinter mir herziehen konnte. Zu tragen ging er noch an einem anderen Griff, dabei merkte ich erst mal, wie schwer das ist, was frau auf so eine Reise mitnimmt.
In einem sehr einfachen, aber preiswerten Hotel in Zentrumsnähe haben wir uns dann erst einmal häuslich niedergelassen.
20.7.2015
Ich musste natürlich etwas eher aufstehen als meine Tochter, weil ich mehr Aufwand fürs Schminken brauchte. Zweckmäßigerweise hatte ich das Bett neben den sanitären Einrichtungen genommen. Das brachte mir bei meinen morgendlichen Verschönerungsaktionen kurze Wege und störte meine Tochter dabei nur wenig. Als ich dann fertig war, gingen wir gemeinsam zum Frühstück. Erstaunlicherweise waren wir dort die einzigen Gäste. Ich trug übrigens meinen blauen knielangen Rock, eine Bluse mit Blumenmotiven, hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten.
Als erstes Ziel hatten wir uns den Dom, das Kölner Wahrzeichen, ausgesucht. Das ist in der Tat ein imposantes Bauwerk, sowohl von außen als auch von innen! Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes aber war der Aufstieg auf die Aussichtsplattform auf einem der Türme: Fast 100 Meter hoch und über 533 Stufen (habe nicht nachgezählt) erreichbar! Ein wenig außer Puste konnten wir so einen herrlichen Rundblick über die Stadt und den Rhein genießen. Wegen Fotos brauchte ich diesmal keine anderen Besucher zu fragen, ich hatte ja eine Fotografin dabei:
Wieder zu ebener Erde waren wir zunächst froh, rechtzeitig hier gewesen zu sein, denn jetzt stand am Turmaufstieg eine fast 50 Meter lange Schlange, während wir etwa eine Stunde vorher noch ohne Wartezeit drankamen.
Ebenso beeindruckend die Schatzkammer des Domes in deren Kellergewölbe: Wertvolle Kunstgegenstände aus fast 800 Jahren Domgeschichte, interessante archäologische Funde und das Ganze eingebettet in Mauerreste von Vorgängerbauten.
Nach diesem kulturhistorischen Exkurs besuchten wir eine Gaststätte in der Innenstadt um unsere knurrenden Mägen etwas zu beruhigen. Frisch gestärkt konnte es dann zu einem Einkaufsbummel gehen, allerdings weniger in die so beliebten Damenmodegeschäfte. Bei dieser Reise habe ich mich ein wenig nach den Interessen meiner Tochter gerichtet. Die Chance, selbst noch nach etwas Schönem zu schauen, hatte ich insofern selbst vertan, als ich in einem Geschäft den Schirm vergaß und noch einmal zurückgefahren bin.
Apropos Schirm: Den brauchten wir nur bei einem kurzen Regenschauer nach dem Mittagessen. Ansonsten hatten wir während der gesamten Reise schönes Wetter.
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Immer wieder schön Deine Berichte zu lesen! Danke dir dafür!
...und du findest immer jemanden der dich fotografiert, find ich toll! (Ok hier war sie dabei)
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Liebe Grüsse
Sabrina
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
21.7.2015
Wenn ich schon einmal in Köln bin, dachte ich mir, könnte ich die Gelegenheit nutzen, einige nette "Damen" aus der Gegend mal persönlich kennenzulernen. Bekanntlich gibt es bei derartigen Begegnungen viel zu erzählen. Ich denke aber, da wäre sich meine Tochter wie das berühmte "fünfte Rad am Wagen" vorgekommen.
Als Kompromiss traf ich mich nur mit einer Freundin, die ich schon gut kannte. Da gab es nicht allzu viele Neuigkeiten auszutauschen und meine Tochter hatte die Chance, auch mal zu Wort zu kommen. Doch dazu später mehr!
Zunächst galt es, ein geeignetes Outfit zu finden. Die vergangenen zwei Tage herrschte schwülwarmes Wetter vor. Da war ich abends doch ein wenig durchgeschwitzt, sodass ich die Sachen am nächsten Tag nicht noch einmal anziehen konnte. Für die Tage in Köln hatte ich trotzdem genügend Sachen zum Wechseln mit.
So musste es auch heute etwas "Neues" sein: knöchellanges blau-weißes Sommerkleid, dazu weiße Sandaletten. Auf Strumpfhosen verzichtete ich ausnahmsweise mal wieder. Heute hatte auch meine Tochter ein Kleid aus dem Koffer genommen und sich etwas "damenhaft" angezogen.
Beim Frühstück waren wir erneut allein. Aufgrund des benutzen oder bereits weggeräumten Geschirrs auf anderen Tischen und diverser Geräusche im Haus war uns aber klar, dass die anderen Gäste wohl bereits vor uns da waren.
Heute hatten wir uns einen Besuch des Kölner Zoos vorgenommen. Unser Ziel erreichten wir bereits nach wenigen Stationen mit der U-Bahn. Hier waren meine Tochter und ich allerdings bei weitem nicht die einzigen. Gerade jetzt während der Schulferien befanden sich besonders viele Kinder aller Altersgruppen unter den Besuchern. Da war meine Befürchtung vielleicht nicht ganz unbegründet, dass da mal eine Bemerkung oder Frage wegen meiner Besonderheit fallen könnte, weil Kinder erfahrungsgemäß gute Beobachter sind und sich kein Blatt vor den Mund nehmen. Aber außer den üblichen Blicken passierte nichts dergleichen.
Der Zoo selbst, obwohl doch recht groß, machte für mich einen übersichtlichen und gepflegten Eindruck. Auch die Gastronomie entsprach meinen Vorstellungen. Letztere nutzten wir aber nur begrenzt, weil wir noch andere kulinarische Erlebnisse vorhatten. Ich denke, meiner Tochter hat der Zoo auch sehr gut gefallen. Wir schafften es auch, gerade rechtzeitig unseren Rundgang zu beenden, um zum nächsten Höhepunkt aufzubrechen.
Direkt am Ufer des Rheins, unweit unseres Hotels befindet sich das Schokoladenmuseum. Dort hatte ich mich mit Vivian aus unserem Forum verabredet. Wir ließen uns zunächst im Museumscafé etwas heiße Schokolade, einen Kaffee sowie Kuchen bzw. Torte schmecken. Danach sahen wir uns die Ausstellung an. Neben interessanten Einblicken in die Herstellung, Geschichte und Verarbeitung dieser besonders bei Kindern beliebten Nascherei, wartete Vivian mit einigen Zusatzinformationen auf, da sie seinerzeit selbst an der Gestaltung der Ausstellung beteiligt war. Wir hatten gerade alles gesehen, als das Museum schloss. Danach verabschiedeten wir uns von Vivian. Für meine Tochter war es nach mir die erste Begegnung mit einer "nicht ganz echten" Frau. Wir gingen zunächst ins Hotel zurück, um ein wenig zu verschnaufen.
Auf Empfehlung von Vivian besuchten wir abends noch ein traditionelles Kölner Brauhaus. Deren Hauptprodukt, das Kölsch, ist zwar nicht mein Ding, aber es gab dort neben einem reichhaltigen Angebot an klassischen deutschen Gerichten auch alkoholfreie Getränke. Es hat auch vorzüglich geschmeckt, nur leider ermöglichte der Geräuschpegel im Lokal keine entspannte Unterhaltung.
Der größte Teil (schätzungsweise 75%) der anderen Gäste waren Männer, die einem gewissen Klischee entsprachen, mit dem ich mich überhaupt nicht identifizieren konnte. Im Männermodus hätte ich deshalb solche Lokalitäten nach Möglichkeit gemieden. Heute dagegen war die Situation anders, weil niemand erwartete, dass ich diesem Klischee entspreche. Zu dieser Erkenntnis kam ich bereits vor einigen Wochen bei einem Kabarettbesuch.
21.7.2015
Wenn ich schon einmal in Köln bin, dachte ich mir, könnte ich die Gelegenheit nutzen, einige nette "Damen" aus der Gegend mal persönlich kennenzulernen. Bekanntlich gibt es bei derartigen Begegnungen viel zu erzählen. Ich denke aber, da wäre sich meine Tochter wie das berühmte "fünfte Rad am Wagen" vorgekommen.
Als Kompromiss traf ich mich nur mit einer Freundin, die ich schon gut kannte. Da gab es nicht allzu viele Neuigkeiten auszutauschen und meine Tochter hatte die Chance, auch mal zu Wort zu kommen. Doch dazu später mehr!
Zunächst galt es, ein geeignetes Outfit zu finden. Die vergangenen zwei Tage herrschte schwülwarmes Wetter vor. Da war ich abends doch ein wenig durchgeschwitzt, sodass ich die Sachen am nächsten Tag nicht noch einmal anziehen konnte. Für die Tage in Köln hatte ich trotzdem genügend Sachen zum Wechseln mit.
So musste es auch heute etwas "Neues" sein: knöchellanges blau-weißes Sommerkleid, dazu weiße Sandaletten. Auf Strumpfhosen verzichtete ich ausnahmsweise mal wieder. Heute hatte auch meine Tochter ein Kleid aus dem Koffer genommen und sich etwas "damenhaft" angezogen.
Beim Frühstück waren wir erneut allein. Aufgrund des benutzen oder bereits weggeräumten Geschirrs auf anderen Tischen und diverser Geräusche im Haus war uns aber klar, dass die anderen Gäste wohl bereits vor uns da waren.
Heute hatten wir uns einen Besuch des Kölner Zoos vorgenommen. Unser Ziel erreichten wir bereits nach wenigen Stationen mit der U-Bahn. Hier waren meine Tochter und ich allerdings bei weitem nicht die einzigen. Gerade jetzt während der Schulferien befanden sich besonders viele Kinder aller Altersgruppen unter den Besuchern. Da war meine Befürchtung vielleicht nicht ganz unbegründet, dass da mal eine Bemerkung oder Frage wegen meiner Besonderheit fallen könnte, weil Kinder erfahrungsgemäß gute Beobachter sind und sich kein Blatt vor den Mund nehmen. Aber außer den üblichen Blicken passierte nichts dergleichen.
Der Zoo selbst, obwohl doch recht groß, machte für mich einen übersichtlichen und gepflegten Eindruck. Auch die Gastronomie entsprach meinen Vorstellungen. Letztere nutzten wir aber nur begrenzt, weil wir noch andere kulinarische Erlebnisse vorhatten. Ich denke, meiner Tochter hat der Zoo auch sehr gut gefallen. Wir schafften es auch, gerade rechtzeitig unseren Rundgang zu beenden, um zum nächsten Höhepunkt aufzubrechen.
Direkt am Ufer des Rheins, unweit unseres Hotels befindet sich das Schokoladenmuseum. Dort hatte ich mich mit Vivian aus unserem Forum verabredet. Wir ließen uns zunächst im Museumscafé etwas heiße Schokolade, einen Kaffee sowie Kuchen bzw. Torte schmecken. Danach sahen wir uns die Ausstellung an. Neben interessanten Einblicken in die Herstellung, Geschichte und Verarbeitung dieser besonders bei Kindern beliebten Nascherei, wartete Vivian mit einigen Zusatzinformationen auf, da sie seinerzeit selbst an der Gestaltung der Ausstellung beteiligt war. Wir hatten gerade alles gesehen, als das Museum schloss. Danach verabschiedeten wir uns von Vivian. Für meine Tochter war es nach mir die erste Begegnung mit einer "nicht ganz echten" Frau. Wir gingen zunächst ins Hotel zurück, um ein wenig zu verschnaufen.
Auf Empfehlung von Vivian besuchten wir abends noch ein traditionelles Kölner Brauhaus. Deren Hauptprodukt, das Kölsch, ist zwar nicht mein Ding, aber es gab dort neben einem reichhaltigen Angebot an klassischen deutschen Gerichten auch alkoholfreie Getränke. Es hat auch vorzüglich geschmeckt, nur leider ermöglichte der Geräuschpegel im Lokal keine entspannte Unterhaltung.
Der größte Teil (schätzungsweise 75%) der anderen Gäste waren Männer, die einem gewissen Klischee entsprachen, mit dem ich mich überhaupt nicht identifizieren konnte. Im Männermodus hätte ich deshalb solche Lokalitäten nach Möglichkeit gemieden. Heute dagegen war die Situation anders, weil niemand erwartete, dass ich diesem Klischee entspreche. Zu dieser Erkenntnis kam ich bereits vor einigen Wochen bei einem Kabarettbesuch.
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Vivian Cologne
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Ja, Köln ist immer eine Reise wert! Schön, dass es euch gefallen hat in der schönsten Stadt Deutschlands (jedenfalls sagt das der Stadionsprecher vor jedem Heimspiel, und der muss es ja wissen).
Euch durch das Schokoladenmuseum zu führen hat mir auch Spaß gemacht. Gerne wieder!
Für die "nicht ganz echte Frau" gibt es allerdings beim nächsten Mal eins drüber mit einer gut gefüllten Handtasche - die kann ganz schön wehtun. Kleiner Scherz ...
Vivian, ganz echt
Euch durch das Schokoladenmuseum zu führen hat mir auch Spaß gemacht. Gerne wieder!
Für die "nicht ganz echte Frau" gibt es allerdings beim nächsten Mal eins drüber mit einer gut gefüllten Handtasche - die kann ganz schön wehtun. Kleiner Scherz ...
Vivian, ganz echt
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für den netten Nachmittag und deine liebenswürdige Art, Scherze zu machen!
Und so ging unsere Köln-Reise weiter:
22.7.2015
Natürlich musste ich wieder etwa eine Stunde vor meiner Tochter aufstehen, um mich als Andrea zurecht zu machen. Heute zog ich mein rot-weißes Sommerkleid, dünne hautfarbene Strumpfhosen und cremefarbene Sandaletten an. Beim Frühstück wieder die gleiche Situation wie die Tage zuvor: Alle anderen Gäste waren bereits wieder gegangen.
Heute hatten wir uns noch einige Museen vorgenommen. Wir begannen beim Odysseum. Das ist eine Ausstellung vorrangig für Kinder, in der physikalische Phänomene im Alltag auf anschauliche Weise erklärt werden. An den meisten Stationen können Experimente, wie sie aus dem Physikunterricht bekannt sind, selbst durchgeführt werden. Eine interessante Sache, aber für uns nicht neu, da wir die meisten Exponate und Experimente von ähnlichen Einrichtungen in unserer Gegend schon kannten.
Offenbar wegen der Schulferien war, wie am Vortag im Zoo, auch hier der Andrang groß. Ich war ständig von Kindern umringt. Meine Befürchtung, dass dabei Bemerkungen wegen meiner Besonderheit fallen könnten, erwies sich erneut als unbegründet.
Aus den genannten Gründen hielten meine Tochter und ich uns nicht allzu lange hier auf und steuerten bald unser nächstes Ziel an. Nach einigen Stationen mit der U-Bahn standen wir vor dem Museum für Ostasiatische Kunst. Das bot für uns schon einige neue Einblicke in das Kunstschaffen und die Lebensweise fernöstlicher Kultur, vorrangig aus China, Japan und Korea.
Die Ausstellung in dem eingeschossigen Gebäude ist nicht übermäßig umfangreich, aber in dieser kompakten Form ist uns dieses Thema noch nirgendwo nähergebracht worden. Wir konnten in Ruhe die Kunstwerke auf uns wirken lassen.
Nach dem Rundgang war es bereit 15 Uhr und fürs Mittagessen zu spät. Wir ließen uns deshalb in der Cafeteria des Museums etwas Kaffee bzw. Milch und Kuchen schmecken und verschoben die warme Mahlzeit auf abends.
Eine Sache ging noch! Wir entschieden uns für das Rautenstrauch-Joest-Museum, weil es zu der gerade gesehenen Thematik fremder Kulturen gut passte. Dieses Völkerkundemuseum besticht durch sein ungewöhnliches Ausstellungskonzept: Entgegen der in vergleichbaren Einrichtungen gängigen Praxis, die Ausstellungsstücke nach geografischen Regionen zu ordnen, erfolgt die Einteilung hier nach Themen, die die Menschen weltweit interessieren. Es geht da zum Beispiel um Vorurteile gegenüber fremden Kulturen, Lebensweisen, Wohnräume, Kleidung, Totenkult und Religion. Ein interessantes Konzept, finde ich! Irgendwie plausibler und übersichtlicher!
Mit besonderem Interesse habe ich den Bereich Kleidung betrachtet. Ich fand dort nicht nur das, was anderswo zu verschiedensten Anlässen getragen wird, sondern auch einen intuitiv bedienbaren Monitor, bei dem interessante Informationen zu geschlechtlichen Aspekten der Kleidung abgerufen werden konnten. Möglicherweise ist er erst vor kurzem aus Anlass der derzeitigen Genderdebatte aufgestellt worden. Dort kommt unter anderem zum Ausdruck, dass die Einteilung der Kleidung in männlich und weiblich und überhaupt die Zweigeschlechtigkeit in anderen Kulturen bei weitem nicht so streng gehandhabt wird wie in der ach so fortschrittlichen westlichen Welt.
Unsere Zeiteinteilung war wie schon am Vortag perfekt. Wir waren gerade durch die Ausstellung durch, als eine Museumsmitarbeiterin die Tür abschließen wollte. Zunächst ging es ins Hotel zurück um ein wenig zu verschnaufen und das Makeup noch einmal zu kontrollieren. Dann gingen meine Tochter und ich in eine Gaststätte, um das ausgefallene Mittagessen nachzuholen. Die Auswahl an klassischen deutschen Speisen und deren Qualität war auch hier vorzüglich. Und es war gemütlicher als am Vortag in dem Brauhaus, weil nicht so laut.
Damit war die Reise nach Köln so gut wie zu Ende und es galt, die Koffer zu packen, denn am nächsten Morgen sollte es wieder nach Hause gehen und diesmal wollten wir den Zug nicht verpassen.
23.7.2015
Die Koffer hatten wir, soweit möglich, schon am Vorabend gepackt. Mein Outfit stand auch schon fest: Wegen der gemäßigten Temperaturen gestern, war ich nicht so durchgeschwitzt und konnte mein rot-weißes Kleid noch einmal tragen. Ein letztes Mal hier im Hotel schminken und den Rest einpacken. Beinahe hätte ich (wieder mal) meinen Schminkspiegel vergessen, wenn meine Tochter mich nicht darauf aufmerksam gemacht hätte.
Zum Frühstück mussten wir diesmal zeitiger gehen, als gerade alles eingedeckt war. Andere Gäste trafen wir aber auch zu dieser Zeit nicht. Diesmal schliefen sie wohl noch.
Die Heimfahrt verlief ohne Zwischenfälle, wenn ich mal von der fast einstündigen Verspätung absehe, die unser Zug "herausgefahren" hatte. Dass die vergangenen 5 Tage für mich Neuland waren, indem ich erstmals als Andrea eine mehrtägige Reise gemeinsam mit meiner Tochter unternahm, erwähnte ich bereits. Und noch etwas war neu: Zusammen mit den Tagen zuvor war ich neun Tage in Folge Andrea, solange wie noch nie zuvor!
In der Tat war das mit den Fotos diesmal einfacher. Kurioserweise sind aber so nur sehr wenige entstanden. Ungeachtet dessen werde ich aber von dieser Reise keine weiteren Fotos hier einstellen. Aus einfachem Grund: Fotos von mir allein wären diesmal nur eine "halbe Sache" und solche mit meiner Tochter möchte ich hier nicht veröffentlichen.Sabrina.P hat geschrieben:...und du findest immer jemanden der dich fotografiert, find ich toll! (Ok hier war sie dabei)
Hallo Vivian,Vivian Cologne hat geschrieben:Euch durch das Schokoladenmuseum zu führen hat mir auch Spaß gemacht. Gerne wieder!
Für die "nicht ganz echte Frau" gibt es allerdings beim nächsten Mal eins drüber ... Kleiner Scherz ...
an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für den netten Nachmittag und deine liebenswürdige Art, Scherze zu machen!
Und so ging unsere Köln-Reise weiter:
22.7.2015
Natürlich musste ich wieder etwa eine Stunde vor meiner Tochter aufstehen, um mich als Andrea zurecht zu machen. Heute zog ich mein rot-weißes Sommerkleid, dünne hautfarbene Strumpfhosen und cremefarbene Sandaletten an. Beim Frühstück wieder die gleiche Situation wie die Tage zuvor: Alle anderen Gäste waren bereits wieder gegangen.
Heute hatten wir uns noch einige Museen vorgenommen. Wir begannen beim Odysseum. Das ist eine Ausstellung vorrangig für Kinder, in der physikalische Phänomene im Alltag auf anschauliche Weise erklärt werden. An den meisten Stationen können Experimente, wie sie aus dem Physikunterricht bekannt sind, selbst durchgeführt werden. Eine interessante Sache, aber für uns nicht neu, da wir die meisten Exponate und Experimente von ähnlichen Einrichtungen in unserer Gegend schon kannten.
Offenbar wegen der Schulferien war, wie am Vortag im Zoo, auch hier der Andrang groß. Ich war ständig von Kindern umringt. Meine Befürchtung, dass dabei Bemerkungen wegen meiner Besonderheit fallen könnten, erwies sich erneut als unbegründet.
Aus den genannten Gründen hielten meine Tochter und ich uns nicht allzu lange hier auf und steuerten bald unser nächstes Ziel an. Nach einigen Stationen mit der U-Bahn standen wir vor dem Museum für Ostasiatische Kunst. Das bot für uns schon einige neue Einblicke in das Kunstschaffen und die Lebensweise fernöstlicher Kultur, vorrangig aus China, Japan und Korea.
Die Ausstellung in dem eingeschossigen Gebäude ist nicht übermäßig umfangreich, aber in dieser kompakten Form ist uns dieses Thema noch nirgendwo nähergebracht worden. Wir konnten in Ruhe die Kunstwerke auf uns wirken lassen.
Nach dem Rundgang war es bereit 15 Uhr und fürs Mittagessen zu spät. Wir ließen uns deshalb in der Cafeteria des Museums etwas Kaffee bzw. Milch und Kuchen schmecken und verschoben die warme Mahlzeit auf abends.
Eine Sache ging noch! Wir entschieden uns für das Rautenstrauch-Joest-Museum, weil es zu der gerade gesehenen Thematik fremder Kulturen gut passte. Dieses Völkerkundemuseum besticht durch sein ungewöhnliches Ausstellungskonzept: Entgegen der in vergleichbaren Einrichtungen gängigen Praxis, die Ausstellungsstücke nach geografischen Regionen zu ordnen, erfolgt die Einteilung hier nach Themen, die die Menschen weltweit interessieren. Es geht da zum Beispiel um Vorurteile gegenüber fremden Kulturen, Lebensweisen, Wohnräume, Kleidung, Totenkult und Religion. Ein interessantes Konzept, finde ich! Irgendwie plausibler und übersichtlicher!
Mit besonderem Interesse habe ich den Bereich Kleidung betrachtet. Ich fand dort nicht nur das, was anderswo zu verschiedensten Anlässen getragen wird, sondern auch einen intuitiv bedienbaren Monitor, bei dem interessante Informationen zu geschlechtlichen Aspekten der Kleidung abgerufen werden konnten. Möglicherweise ist er erst vor kurzem aus Anlass der derzeitigen Genderdebatte aufgestellt worden. Dort kommt unter anderem zum Ausdruck, dass die Einteilung der Kleidung in männlich und weiblich und überhaupt die Zweigeschlechtigkeit in anderen Kulturen bei weitem nicht so streng gehandhabt wird wie in der ach so fortschrittlichen westlichen Welt.
Unsere Zeiteinteilung war wie schon am Vortag perfekt. Wir waren gerade durch die Ausstellung durch, als eine Museumsmitarbeiterin die Tür abschließen wollte. Zunächst ging es ins Hotel zurück um ein wenig zu verschnaufen und das Makeup noch einmal zu kontrollieren. Dann gingen meine Tochter und ich in eine Gaststätte, um das ausgefallene Mittagessen nachzuholen. Die Auswahl an klassischen deutschen Speisen und deren Qualität war auch hier vorzüglich. Und es war gemütlicher als am Vortag in dem Brauhaus, weil nicht so laut.
Damit war die Reise nach Köln so gut wie zu Ende und es galt, die Koffer zu packen, denn am nächsten Morgen sollte es wieder nach Hause gehen und diesmal wollten wir den Zug nicht verpassen.
23.7.2015
Die Koffer hatten wir, soweit möglich, schon am Vorabend gepackt. Mein Outfit stand auch schon fest: Wegen der gemäßigten Temperaturen gestern, war ich nicht so durchgeschwitzt und konnte mein rot-weißes Kleid noch einmal tragen. Ein letztes Mal hier im Hotel schminken und den Rest einpacken. Beinahe hätte ich (wieder mal) meinen Schminkspiegel vergessen, wenn meine Tochter mich nicht darauf aufmerksam gemacht hätte.
Zum Frühstück mussten wir diesmal zeitiger gehen, als gerade alles eingedeckt war. Andere Gäste trafen wir aber auch zu dieser Zeit nicht. Diesmal schliefen sie wohl noch.
Die Heimfahrt verlief ohne Zwischenfälle, wenn ich mal von der fast einstündigen Verspätung absehe, die unser Zug "herausgefahren" hatte. Dass die vergangenen 5 Tage für mich Neuland waren, indem ich erstmals als Andrea eine mehrtägige Reise gemeinsam mit meiner Tochter unternahm, erwähnte ich bereits. Und noch etwas war neu: Zusammen mit den Tagen zuvor war ich neun Tage in Folge Andrea, solange wie noch nie zuvor!
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
28.7.2015
Nach den erlebnisreichen Tagen in Köln ging es erst einmal wieder etwas alltäglicher zu. Als Outfit wählte ich heute: kurzer blauer Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, blaue Strumpfhose, schwarze Pumps. Draußen zog ich noch meinen türkisen Blazer darüber. So fuhr ich nach Chemnitz zu meiner Therapeutin. Vorher blieb noch Zeit für einen kleinen Imbiss.
Danach schaute ich wieder mal im Zweithaarstudio Simone rein. Ich trage mich mit dem Gedanken, mir eine neue Perücke zuzulegen. Nicht weil ich eine andere Frisur möchte — im Gegenteil, die neue Perücke sollte genauso aussehen wie die alte, damit ich was zum Wechseln habe, ohne dass der Wechsel groß auffällt. Durch den häufigen Gebrauch in den letzten Wochen fehlte oft die Zeit zum Waschen der Perücke.
Von den Perücken, die im Laden gerade vorrätig waren, hatten drei eine gewisse Ähnlichkeit mit meiner derzeitigen. Gepasst hat aber nur eine; die anderen waren zu klein. Bei dieser Gelegenheit merkte ich aber erst einmal wieder, wie eine Perücke sitzen muss, damit sie nicht von einem kräftigen Windstoß weggeweht wird. Meine alte ist da schon mächtig "ausgeleiert" und so hatte ich zuletzt in windigen Situationen immer ein ungutes Gefühl.
Die einzige Perücke, die jetzt noch in der engeren Wahl war, wich vom Farbton etwas ins rötliche ab. Für meine Begriffe war das schon zu viel Rot. Die Verkäuferin bot mir deshalb an, noch ein paar ähnliche Exemplare zu besorgen und in ein paar Tagen noch eine Anprobe durchzuführen. Mit diesem Vorschlag konnte ich mich anfreunden und so verabschiedete ich mich erst einmal und fuhr zurück in die Innenstadt.
Ach ja und heute war auch wieder TS-Gesprächskreis im "different people", dem Treffpunkt für Trans* und andere "Randgruppen". Das letzte Mal vor der Sommerpause war das Teilnehmerfeld sehr übersichtlich. Ganze 5 Leute fanden den Weg hierher. So war es richtig gemütlich, wenn ich im Vergleich dazu mal an einige Treffen der CROSSundQUEER-Gruppe denke, bei denen es zuging wie in einem Bienenstock.
29.7.2015
Mein Outfit vom Vortag behielt ich bei. Erneut fuhr ich nach Chemnitz, diesmal zur IPL-Behandlung. Ich musste natürlich etwas eher da sein, um mich noch abzuschminken, zumindest im unteren Gesichtsteil, wo es dem Rest meines Bartes an den Kragen gehen sollte.
Heute nahm sich eine neue Mitarbeiterin meiner Sache an. Da gab es viel Gesprächsstoff. Neu war ihr die CD bzw. TS-Problematik aber nicht, da sie schon mehrere Kundinnen von dieser Sorte hatte. Danach konnte ich mich gleich im Behandlungsraum neu schminken, weil es noch etwas dauerte, bis die nächste Kundin kam.
Zum Schluss war die neue Mitarbeiterin noch so freundlich, mich vor ihrem Studio zu fotografieren:
Bevor ich wieder nach Hause fuhr, ließ ich mir im Bistro eines Einkaufzentrums noch einen Kaffee und ein Stück Torte schmecken. Den Rest des Tages verbrachte ich zu Hause.
30.7.2015
Mal wieder ein reiner "Hausarbeitstag": Ich hatte dazu meinen knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, eine weiße Bluse, schwarze Strumpfhosen und weinrote Hausschuhe an. Rausgegangen bin ich nur zum Wäscheaufhängen und -abnehmen sowie zu einem kleinen Einkauf. Dazu zog ich dann meine schwarzen Pumps an und weil es draußen noch ein wenig kühl war, meinen schwarzen Blazer darüber.
Ansonsten widmete ich mich zu Hause vorrangig diversem "Papierkram".
Wenig spektakulär so ein Tag, aber in weiblichem Outfit doch immer wieder schön!
28.7.2015
Nach den erlebnisreichen Tagen in Köln ging es erst einmal wieder etwas alltäglicher zu. Als Outfit wählte ich heute: kurzer blauer Rock, weiße Bluse mit blauen Blumenmotiven, blaue Strumpfhose, schwarze Pumps. Draußen zog ich noch meinen türkisen Blazer darüber. So fuhr ich nach Chemnitz zu meiner Therapeutin. Vorher blieb noch Zeit für einen kleinen Imbiss.
Danach schaute ich wieder mal im Zweithaarstudio Simone rein. Ich trage mich mit dem Gedanken, mir eine neue Perücke zuzulegen. Nicht weil ich eine andere Frisur möchte — im Gegenteil, die neue Perücke sollte genauso aussehen wie die alte, damit ich was zum Wechseln habe, ohne dass der Wechsel groß auffällt. Durch den häufigen Gebrauch in den letzten Wochen fehlte oft die Zeit zum Waschen der Perücke.
Von den Perücken, die im Laden gerade vorrätig waren, hatten drei eine gewisse Ähnlichkeit mit meiner derzeitigen. Gepasst hat aber nur eine; die anderen waren zu klein. Bei dieser Gelegenheit merkte ich aber erst einmal wieder, wie eine Perücke sitzen muss, damit sie nicht von einem kräftigen Windstoß weggeweht wird. Meine alte ist da schon mächtig "ausgeleiert" und so hatte ich zuletzt in windigen Situationen immer ein ungutes Gefühl.
Die einzige Perücke, die jetzt noch in der engeren Wahl war, wich vom Farbton etwas ins rötliche ab. Für meine Begriffe war das schon zu viel Rot. Die Verkäuferin bot mir deshalb an, noch ein paar ähnliche Exemplare zu besorgen und in ein paar Tagen noch eine Anprobe durchzuführen. Mit diesem Vorschlag konnte ich mich anfreunden und so verabschiedete ich mich erst einmal und fuhr zurück in die Innenstadt.
Ach ja und heute war auch wieder TS-Gesprächskreis im "different people", dem Treffpunkt für Trans* und andere "Randgruppen". Das letzte Mal vor der Sommerpause war das Teilnehmerfeld sehr übersichtlich. Ganze 5 Leute fanden den Weg hierher. So war es richtig gemütlich, wenn ich im Vergleich dazu mal an einige Treffen der CROSSundQUEER-Gruppe denke, bei denen es zuging wie in einem Bienenstock.
29.7.2015
Mein Outfit vom Vortag behielt ich bei. Erneut fuhr ich nach Chemnitz, diesmal zur IPL-Behandlung. Ich musste natürlich etwas eher da sein, um mich noch abzuschminken, zumindest im unteren Gesichtsteil, wo es dem Rest meines Bartes an den Kragen gehen sollte.
Heute nahm sich eine neue Mitarbeiterin meiner Sache an. Da gab es viel Gesprächsstoff. Neu war ihr die CD bzw. TS-Problematik aber nicht, da sie schon mehrere Kundinnen von dieser Sorte hatte. Danach konnte ich mich gleich im Behandlungsraum neu schminken, weil es noch etwas dauerte, bis die nächste Kundin kam.
Zum Schluss war die neue Mitarbeiterin noch so freundlich, mich vor ihrem Studio zu fotografieren:
Bevor ich wieder nach Hause fuhr, ließ ich mir im Bistro eines Einkaufzentrums noch einen Kaffee und ein Stück Torte schmecken. Den Rest des Tages verbrachte ich zu Hause.
30.7.2015
Mal wieder ein reiner "Hausarbeitstag": Ich hatte dazu meinen knielanger Rock mit weiß-blauem Blumenmuster, eine weiße Bluse, schwarze Strumpfhosen und weinrote Hausschuhe an. Rausgegangen bin ich nur zum Wäscheaufhängen und -abnehmen sowie zu einem kleinen Einkauf. Dazu zog ich dann meine schwarzen Pumps an und weil es draußen noch ein wenig kühl war, meinen schwarzen Blazer darüber.
Ansonsten widmete ich mich zu Hause vorrangig diversem "Papierkram".
Wenig spektakulär so ein Tag, aber in weiblichem Outfit doch immer wieder schön!
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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1.8.2015
Noch ein Tag ohne besondere Höhepunkte: Draußen wurde es wieder sommerlich warm, da holte ich mein rot-weißes Sommerkleid aus dem Schrank, dazu dünne hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten.
Beim Wäscheaufhängen habe ich erst wieder gewartet, bis meine Nachbarin weg war. Eigentlich wollte ich dieses Versteckspiel längst beendet haben, aber ich hatte fast alle bisherigen Outings mit einen vertraulichen Gespräch begonnen und damit gute Erfahrungen gemacht. Wenn frau jedoch extra auf die Gelegenheit für ein solches Gespräch wartet, scheint die wohl nie zu kommen. Da werde ich wahrscheinlich mal etwas nachhelfen müssen.
Ansonsten war auch dieser Tag neben einem kleinen Einkauf vorrangig von "Hausarbeiten" geprägt.
2.8.2015
Ich war wieder einmal zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Weil fast die gleichen Leute erwartet wurden wie vor einigen Wochen, als ich erstmals als Andrea dabei war, erübrigte sich diesmal die Frage, in welchem Modus ich hingehe. Da ließ ich mich auch nicht durch die Tatsache davon abbringen, dass auch meine Exfrau eingeladen war.
Ich wählte wie am Vortag noch einmal mein rot-weißes Sommerkleid und alles, was dazugehört.
Kurz vorher rief der Gastgeber an, dass er nicht genügend Brot vorrätig hätte und ich doch mal schnell "um die Ecke" zu dem Bäcker gehen solle, der auch am heutigen Sonntag geöffnet hat. Eigentlich kein Problem, wenn nicht einige Verkäuferinnen mich als Mann auch namentlich bestens kennen würden und ich deshalb diesen Laden als Andrea bisher gemieden hatte. Aber sollte ich jetzt kneifen und die anderen Gäste enttäuschen?
Ich hatte Glück, dass ich bei den Verkäuferinnen, die heute im Laden standen, nicht so bekannt bin, aber im anderen Fall wäre ich sicher auch nicht mehr umgekehrt.
Vor den anderen Geburtstagsgästen habe ich wegen meines Auftretens keine negativen Reaktionen mitbekommen. Auch meine Exfrau hüllte sich diesbezüglich wieder in Schweigen, zumindest mir gegenüber. Zu anderen Gästen soll sie gesagt haben, dass sie es unpassend findet, in meinem Alter noch solche Sachen zu veranstalten. Diese Meinung wird ihr niemand verbieten können, genauso wenig, wie ich mich dadurch von meinem Weg abbringen lasse.
3.8.2015
Bankgeschäfte erledige ich seit einigen Jahren fast nur noch online von zu Hause aus, obwohl die nächste Bankfiliale keine 100 Meter entfernt ist. Als ich damals wechselte, war ein Online-Konto wohl deutlich billiger.
Weil es mit einer Auslandsüberweisung Probleme gab, musste ich wieder einmal in der Filiale reinschauen. Einige Mitarbeiter(innen) dort kennen mich als Mann sehr gut und so wäre ich bis vor kurzen als Andrea dort nicht hingegangen, weil ich gleiches befürchtete, wie in der Bäckerei am Vortag.
Der Mann, der mich bediente, schien mir neu hier. Anhand meiner Bankkarte und seiner Unterlagen wird ihm aber nicht entgangen sein, dass mein eingetragener Name nicht ganz zum äußeren Erscheinungsbild passte. Er hat sich aber nichts anmerken lassen und die Auslandsüberweisung ist nun auch erledigt.
Ach und eh"˜ ich es vergesse, ich trug wieder ein sommerliches Outfit: rote lange Hose, weißes Shirt mit schwarzen Blumenmotiven, weiße Sandaletten. Sonst gab es von diesem Tag nichts Besonderes zu berichten.
1.8.2015
Noch ein Tag ohne besondere Höhepunkte: Draußen wurde es wieder sommerlich warm, da holte ich mein rot-weißes Sommerkleid aus dem Schrank, dazu dünne hautfarbene Strumpfhosen und weiße Sandaletten.
Beim Wäscheaufhängen habe ich erst wieder gewartet, bis meine Nachbarin weg war. Eigentlich wollte ich dieses Versteckspiel längst beendet haben, aber ich hatte fast alle bisherigen Outings mit einen vertraulichen Gespräch begonnen und damit gute Erfahrungen gemacht. Wenn frau jedoch extra auf die Gelegenheit für ein solches Gespräch wartet, scheint die wohl nie zu kommen. Da werde ich wahrscheinlich mal etwas nachhelfen müssen.
Ansonsten war auch dieser Tag neben einem kleinen Einkauf vorrangig von "Hausarbeiten" geprägt.
2.8.2015
Ich war wieder einmal zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Weil fast die gleichen Leute erwartet wurden wie vor einigen Wochen, als ich erstmals als Andrea dabei war, erübrigte sich diesmal die Frage, in welchem Modus ich hingehe. Da ließ ich mich auch nicht durch die Tatsache davon abbringen, dass auch meine Exfrau eingeladen war.
Ich wählte wie am Vortag noch einmal mein rot-weißes Sommerkleid und alles, was dazugehört.
Kurz vorher rief der Gastgeber an, dass er nicht genügend Brot vorrätig hätte und ich doch mal schnell "um die Ecke" zu dem Bäcker gehen solle, der auch am heutigen Sonntag geöffnet hat. Eigentlich kein Problem, wenn nicht einige Verkäuferinnen mich als Mann auch namentlich bestens kennen würden und ich deshalb diesen Laden als Andrea bisher gemieden hatte. Aber sollte ich jetzt kneifen und die anderen Gäste enttäuschen?
Ich hatte Glück, dass ich bei den Verkäuferinnen, die heute im Laden standen, nicht so bekannt bin, aber im anderen Fall wäre ich sicher auch nicht mehr umgekehrt.
Vor den anderen Geburtstagsgästen habe ich wegen meines Auftretens keine negativen Reaktionen mitbekommen. Auch meine Exfrau hüllte sich diesbezüglich wieder in Schweigen, zumindest mir gegenüber. Zu anderen Gästen soll sie gesagt haben, dass sie es unpassend findet, in meinem Alter noch solche Sachen zu veranstalten. Diese Meinung wird ihr niemand verbieten können, genauso wenig, wie ich mich dadurch von meinem Weg abbringen lasse.
3.8.2015
Bankgeschäfte erledige ich seit einigen Jahren fast nur noch online von zu Hause aus, obwohl die nächste Bankfiliale keine 100 Meter entfernt ist. Als ich damals wechselte, war ein Online-Konto wohl deutlich billiger.
Weil es mit einer Auslandsüberweisung Probleme gab, musste ich wieder einmal in der Filiale reinschauen. Einige Mitarbeiter(innen) dort kennen mich als Mann sehr gut und so wäre ich bis vor kurzen als Andrea dort nicht hingegangen, weil ich gleiches befürchtete, wie in der Bäckerei am Vortag.
Der Mann, der mich bediente, schien mir neu hier. Anhand meiner Bankkarte und seiner Unterlagen wird ihm aber nicht entgangen sein, dass mein eingetragener Name nicht ganz zum äußeren Erscheinungsbild passte. Er hat sich aber nichts anmerken lassen und die Auslandsüberweisung ist nun auch erledigt.
Ach und eh"˜ ich es vergesse, ich trug wieder ein sommerliches Outfit: rote lange Hose, weißes Shirt mit schwarzen Blumenmotiven, weiße Sandaletten. Sonst gab es von diesem Tag nichts Besonderes zu berichten.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
6.8.2015
Bei dem angekündigten hochsommerlich warmen Wetter musste ein buntes Sommerkleid her, dazu cremefarbene Sandaletten. Auch bei diesem Wetter konnte ich mir eine dünne hautfarbene Strumpfhose nicht verkneifen.
Ich ließ mir etwas Zeit beim Schminken und als ich fertig war, hatte das Thermometer draußen die 30-°C-Marke bereits überschritten. Ich entschloss mich daraufhin, erst einmal zu Hause zu bleiben und einige kleine Einkäufe und die Gartenarbeit, die ich mir vorgenommen hatte, auf den Abend zu verschieben. Genützt hat mir das nichts, denn kurz vor 18 Uhr, bevor die meisten Geschäfte schlossen, waren es draußen sogar 35-°C.
Ich hatte noch ein Rezept von meinem letzten Arztbesuch und ging dazu vorsichtshalber (warum eigentlich diese Vorsicht, es passiert doch gar nichts) in eine Apotheke, in der man mich nicht kannte. Da die verschriebenen Medikamente nicht vorrätig waren, sollte ich am nächsten Tag noch einmal wiederkommen.
Die Gartenarbeit konnte ich bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit verschieben, als es draußen etwas erträglicher wurde.
7.8.2015
Noch einmal war hochsommerliches Wetter angekündigt und ich behielt mein Outfit vom Vortag bei. Diesmal nahm ich mir vor, alle "Außenarbeiten" noch am Vormittag zu erledigen.
Zuerst holte ich meine Medikamente in der Apotheke ab. Der Apothekerin war mein männlicher Name auf dem Rezept nicht entgangen. Aber auf die Idee, dass ich das selbst war, kam sie allerdings nicht, denn sie sagte: "Hier sind Ihre Medikamente, bzw. die für Ihren Mann!"
Bei den Gartenarbeiten am Vortag war einiges an Gestrüpp angefallen, was ich heute unbedingt noch kleinhäckseln wollte, denn ab morgen ist Wochenende und da wollte ich meinen Nachbarn den damit verbundenen Lärm nicht zumuten und nächste Woche habe ich dafür keine Zeit. Die Nachbarn konnten mich bei dieser Arbeit sicher gut hören, aber weniger gut sehen, da ich mich an einer schwer einsehbaren "Ecke" aufhielt.
Ich beeilte mich, um die Sache schnell hinter mich zu bringen, denn irgendwie empfand ich die Hitze heute besonders unerträglich. Als ich nach 1-½ Stunden gegen Mittag fertig war und erstmals aufs Thermometer schaute, war mir klar, warum: 38-°C! Ich ließ erst einmal alles stehen und liegen und verkroch mich für den Rest des Tages im Haus. Die 40-°C-Marke und damit ein neuer Hitzerekord wurden dann aber doch nicht geknackt. Erst kurz bevor es dunkel wurde, traute ich mich noch einmal heraus und räumte das "Kleingehackte" und die Arbeitsgeräte weg.
6.8.2015
Bei dem angekündigten hochsommerlich warmen Wetter musste ein buntes Sommerkleid her, dazu cremefarbene Sandaletten. Auch bei diesem Wetter konnte ich mir eine dünne hautfarbene Strumpfhose nicht verkneifen.
Ich ließ mir etwas Zeit beim Schminken und als ich fertig war, hatte das Thermometer draußen die 30-°C-Marke bereits überschritten. Ich entschloss mich daraufhin, erst einmal zu Hause zu bleiben und einige kleine Einkäufe und die Gartenarbeit, die ich mir vorgenommen hatte, auf den Abend zu verschieben. Genützt hat mir das nichts, denn kurz vor 18 Uhr, bevor die meisten Geschäfte schlossen, waren es draußen sogar 35-°C.
Ich hatte noch ein Rezept von meinem letzten Arztbesuch und ging dazu vorsichtshalber (warum eigentlich diese Vorsicht, es passiert doch gar nichts) in eine Apotheke, in der man mich nicht kannte. Da die verschriebenen Medikamente nicht vorrätig waren, sollte ich am nächsten Tag noch einmal wiederkommen.
Die Gartenarbeit konnte ich bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit verschieben, als es draußen etwas erträglicher wurde.
7.8.2015
Noch einmal war hochsommerliches Wetter angekündigt und ich behielt mein Outfit vom Vortag bei. Diesmal nahm ich mir vor, alle "Außenarbeiten" noch am Vormittag zu erledigen.
Zuerst holte ich meine Medikamente in der Apotheke ab. Der Apothekerin war mein männlicher Name auf dem Rezept nicht entgangen. Aber auf die Idee, dass ich das selbst war, kam sie allerdings nicht, denn sie sagte: "Hier sind Ihre Medikamente, bzw. die für Ihren Mann!"
Bei den Gartenarbeiten am Vortag war einiges an Gestrüpp angefallen, was ich heute unbedingt noch kleinhäckseln wollte, denn ab morgen ist Wochenende und da wollte ich meinen Nachbarn den damit verbundenen Lärm nicht zumuten und nächste Woche habe ich dafür keine Zeit. Die Nachbarn konnten mich bei dieser Arbeit sicher gut hören, aber weniger gut sehen, da ich mich an einer schwer einsehbaren "Ecke" aufhielt.
Ich beeilte mich, um die Sache schnell hinter mich zu bringen, denn irgendwie empfand ich die Hitze heute besonders unerträglich. Als ich nach 1-½ Stunden gegen Mittag fertig war und erstmals aufs Thermometer schaute, war mir klar, warum: 38-°C! Ich ließ erst einmal alles stehen und liegen und verkroch mich für den Rest des Tages im Haus. Die 40-°C-Marke und damit ein neuer Hitzerekord wurden dann aber doch nicht geknackt. Erst kurz bevor es dunkel wurde, traute ich mich noch einmal heraus und räumte das "Kleingehackte" und die Arbeitsgeräte weg.
Viele Grüße
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Franka
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Hallo Andrea,
in welchem Outfit werkelst du denn im Graten rum? Ich kann mich immer nicht aufraffen das in Hosen zu tun aber FSH und Rock, sehe ich ja ein, sind auch eher ungeeignet. Also bleibt die Arebit meist liegen.
Wie löst du das denn?
LG Dahlia
in welchem Outfit werkelst du denn im Graten rum? Ich kann mich immer nicht aufraffen das in Hosen zu tun aber FSH und Rock, sehe ich ja ein, sind auch eher ungeeignet. Also bleibt die Arebit meist liegen.
Wie löst du das denn?
LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
.
Hallo Dahlia,
eine ganze Reihe von Arbeiten im Haus oder Garten gehen schon im Rock oder Kleid und das mache ich auch so. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mit schlichter "Arbeitskleidung" (einschließlich geeigneter Damenhosen) noch nicht besonders gut ausgestattet bin. So kommt es schon noch vor, dass ich mich zur Haus- oder Gartenarbeit mitunter zu elegant kleide.
Noch gar nicht gelöst habe ich das Problem ausgesprochener Dreckarbeiten und solcher, bei denen es auf festes Schuhwerk ankommt. So etwas ging bisher nur im Männermodus, aber die "Gelegenheiten" dazu werden ja immer seltener.
Hallo Dahlia,
eine ganze Reihe von Arbeiten im Haus oder Garten gehen schon im Rock oder Kleid und das mache ich auch so. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mit schlichter "Arbeitskleidung" (einschließlich geeigneter Damenhosen) noch nicht besonders gut ausgestattet bin. So kommt es schon noch vor, dass ich mich zur Haus- oder Gartenarbeit mitunter zu elegant kleide.
Noch gar nicht gelöst habe ich das Problem ausgesprochener Dreckarbeiten und solcher, bei denen es auf festes Schuhwerk ankommt. So etwas ging bisher nur im Männermodus, aber die "Gelegenheiten" dazu werden ja immer seltener.
Zuletzt geändert von Andrea aus Sachsen am So 9. Aug 2015, 13:23, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
Klamotten und Schuhe für die Frau im Garten gibts doch zuhauf. Ob nun für die kältere oder wärmere Jahreszeit. Ebenso Handschuhe, die die Nägel und die Haut schützen. Eigentlich für uns alle eine Muss.Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
Hallo Dahlia,
eine ganze Reihe von Arbeiten im Haus oder Garten gehen schon im Rock oder Kleid und das mache ich auch so. Ich muss allerdings zugeben, dass ich mit schlichter "Arbeitskleidung" (einschließlich geeigneter Damenhosen) noch nicht besonders gut ausgestattet bin. So kommt es schon noch vor, dass ich mich zur Haus- oder Gartenarbeit mitunter zu elegant kleide.
Noch gar nicht gelöst habe ich das Problem ausgesprochener Dreckarbeiten und solcher, bei denen es auf festes Schuhwerk ankommt. So etwas ging bisher nur im Männermodus, aber die "Gelegenheiten" dazu werden ja immer seltener.
Liebe Grüße
Chrissie
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Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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8.8.2015
Das Wetter blieb unverändert sommerlich warm. Da brauchte ich auch kleidungsmäßig nicht viel zu ändern. Diesmal holte ich mein blau gemusterten Sommerkleid aus dem Schrank, dazu hautfarbene Strumpfhosen und cremefarbene Sandaletten.
Ursprünglich wollte ich zu Hause bleiben, merkte aber, dass noch eine Kleinigkeit fehlte und bin so noch mal in einen Supermarkt gegangen. Als ich unterwegs an einem Damenmodegeschäft vorbeikam, konnte ich nicht widerstehen, auch dort noch mal reinzuschauen. Da ich erst kürzlich wieder einmal festgestellt hatte, dass mir noch einfache Kleidung für Haus- und Gartenarbeit fehlt, schaute ich gezielt danach. Immerhin wanderten zwei T-Shirts in meine Einkaufstasche, ein weißes mit einem Zebrakopf vornedrauf und eins in mintgrün mit der Aufschrift "LOVE".
Im Nachbarort fand dieses Wochenende das jährliche Dorffest statt. Grundsätzlich hält sich mein Interesse für solche Veranstaltungen in Grenzen, aber weil ich es in den vergangenen Jahrzehnten noch nie geschafft hatte, dort mal vorbeizuschauen, wollte ich das heute nachholen. So stieg ich am späten Nachmittag in einen der Sonderbusse, die von meiner Heimatstadt dorthin fuhren (sonst gibt es dort an Wochenenden keinen ÖPNV mehr).
Irgendwie war die Atmosphäre auf diesem Dorffest doch Neuland für mich. Die bescheidene räumliche Ausdehnung und die überschaubare Besucherzahl bewirkten, dass man bzw. frau immer wieder denselben Leuten über den Weg lief. Die "Gefahr", enttarnt zu werden, hätte kaum größer sein können. Wer es wollte, hatte mehrmals die Möglichkeit, mich zu mustern und zwischendurch Zeit zum Nachdenken, aber offenbar wollte das keiner. Ich habe jedenfalls auch hier keinerlei Bemerkungen zu meiner Person mitbekommen. Bei meinen ersten Aktivitäten in der Öffentlichkeit hätte so eine Situation aber sicher für Unbehagen gesorgt.
Als ich mich für einen Imbiss an einen der Biertische setze, nahm kurze Zeit später gegenüber ein Ehepaar Platz, die keine 100 Meter von mit entfernt wohnen und mich als Mann gut kennen. Sie grüßten mich freundlich, was natürlich Spielraum für Spekulationen bot: Kennen die mich als Andrea schon vom Sehen? Oder wissen sie, wer ich als Mann bin? Oder hätten sie jeden so begrüßt? Ich weiß, ich mache mir schon wieder viel zu viele Gedanken über Dinge, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann.
Als kulturellen Beitrag erlebte ich hier den Auftritt einer Westerntanzgruppe, der aber etwas danebenging, einerseits wegen technischer Probleme bei der Musikeinspielung und zum anderen fand ich die Moderation dazu etwas billig. Besser geklappt hat es dagegen bei einer Gruppe, die sich der Musik von Johnny Cash verschrieben hat. Ich mag die Musik dieses amerikanischen Sängers ja auch ein wenig und fand diesen Auftritt deshalb recht gut gelungen. Leider konnte ich ihn nicht ganz bis zu Ende sehen, weil ich den letzten Bus nach Hause nicht verpassen wollte.
Als ich kurz zuvor noch Appetit auf ein Eis bekam und noch etwas unschlüssig vor der Bude schaute, wurde ich gleich gefragt, was "die Frau" denn möchte. Die CD- bzw. TS-Welt ist also noch in Ordnung!
9.8.2015
Heute hatte ich mal wieder etwas mehr Zeit zum Schminken und konnte so zuvor beim Rasieren den Rest meines Bartes ein wenig in Augenschein nehmen. Ein Teil der Stoppeln, die es bei der letzten IPL-Behandlung "erwischt" hat, lösten sich jetzt mit leichtem Druck von der Haut. Stück für Stück, nein Barthaar für Barthaar, komme ich meinem Ziel einer glatten Gesichtshaut näher.
Ich habe danach mal wieder versucht, aus bisher wenig getragenen Kleidungsstücken neue Outfits zusammenzustellen. Ich kramte dabei unter anderem einen kurzen schwarz-weiß gestreiften Faltenrock hervor, den ich vor etwa drei Jahren gekauft, aber seitdem nicht mehr getragen hatte. Da passte meines Erachtens das neue mintgrüne T-Shirt ganz gut dazu - zusammen mit dünnen hautfarbenen Strumpfhosen und cremefarbenen Sandaletten ein schönes Sommeroutfit! Ich habe es am Nachmittag bei einem kleinen Spaziergang gleich mal eingeweiht und dabei meiner Lieblingseisdiele einen Besuch abgestattet.
Ansonsten war ich mit meinen Gedanken schon beim nächsten Wochenende. Da fahre ich zum Elvis-Festival nach Bad Nauheim. Ich werde an allen Tagen (Freitag bis Sonntag) dort sein und dabei natürlich mein Petticoatkleid (siehe Galerie BILD63) tragen. Doch an drei Tagen dasselbe Kleid? Ich hatte mich deshalb vor einigen Tagen in einem Modegeschäft in Chemnitz umgeschaut, wo auch Mode im 50er-Jahre-Stil angeboten wird. Schön sahen die Sachen schon aus, aber bei Blick auf das Preisschild "¦
Ich fand zum Glück eine preiswertere Alternative: meinen ersten Rock, vor etwa 40 Jahren gekauft. Wahrscheinlich habe ich ihn mir nur deswegen aufgehoben, denn wadenlang, sehr weit geschnitten und mit rot-blauem Karomuster passte er nicht so recht zu meinem heutigen Kleidungsstil. Wenn der Rock aber nur knielang wäre, so meinte ich, könnte er gut zu meinem vorhandenen Petticoat (weiß mit rotem Saum) passen. Kurzerhand griff ich zu Schere und Nähmaschine (das hatte mir meine Mutter bereits als Kind beigebracht) und kürzte den Rock passend zur Länge des Petticoats.
Von der anschließenden Anprobe war ich so begeistert, dass ich das Ganze zusammen mit einer weißen Bluse für den Rest des Tages gleich anbehielt. Abends habe ich so im Garten sogar die Beete gegossen. Das Ganze ging zwar bezüglich meines Bemühens um etwas "arbeitstaugliche" Kleidung völlig in die verkehrte Richtung, aber heute konnte ich einfach nicht anders. Ich war ganz froh, dass mich offenbar niemand von den Nachbarn so sah und für verrückt erklären konnte.
Jetzt freue ich mich umso mehr auf das kommende Wochenende beim Elvis-Festival in Bad Nauheim.
8.8.2015
Das Wetter blieb unverändert sommerlich warm. Da brauchte ich auch kleidungsmäßig nicht viel zu ändern. Diesmal holte ich mein blau gemusterten Sommerkleid aus dem Schrank, dazu hautfarbene Strumpfhosen und cremefarbene Sandaletten.
Ursprünglich wollte ich zu Hause bleiben, merkte aber, dass noch eine Kleinigkeit fehlte und bin so noch mal in einen Supermarkt gegangen. Als ich unterwegs an einem Damenmodegeschäft vorbeikam, konnte ich nicht widerstehen, auch dort noch mal reinzuschauen. Da ich erst kürzlich wieder einmal festgestellt hatte, dass mir noch einfache Kleidung für Haus- und Gartenarbeit fehlt, schaute ich gezielt danach. Immerhin wanderten zwei T-Shirts in meine Einkaufstasche, ein weißes mit einem Zebrakopf vornedrauf und eins in mintgrün mit der Aufschrift "LOVE".
Im Nachbarort fand dieses Wochenende das jährliche Dorffest statt. Grundsätzlich hält sich mein Interesse für solche Veranstaltungen in Grenzen, aber weil ich es in den vergangenen Jahrzehnten noch nie geschafft hatte, dort mal vorbeizuschauen, wollte ich das heute nachholen. So stieg ich am späten Nachmittag in einen der Sonderbusse, die von meiner Heimatstadt dorthin fuhren (sonst gibt es dort an Wochenenden keinen ÖPNV mehr).
Irgendwie war die Atmosphäre auf diesem Dorffest doch Neuland für mich. Die bescheidene räumliche Ausdehnung und die überschaubare Besucherzahl bewirkten, dass man bzw. frau immer wieder denselben Leuten über den Weg lief. Die "Gefahr", enttarnt zu werden, hätte kaum größer sein können. Wer es wollte, hatte mehrmals die Möglichkeit, mich zu mustern und zwischendurch Zeit zum Nachdenken, aber offenbar wollte das keiner. Ich habe jedenfalls auch hier keinerlei Bemerkungen zu meiner Person mitbekommen. Bei meinen ersten Aktivitäten in der Öffentlichkeit hätte so eine Situation aber sicher für Unbehagen gesorgt.
Als ich mich für einen Imbiss an einen der Biertische setze, nahm kurze Zeit später gegenüber ein Ehepaar Platz, die keine 100 Meter von mit entfernt wohnen und mich als Mann gut kennen. Sie grüßten mich freundlich, was natürlich Spielraum für Spekulationen bot: Kennen die mich als Andrea schon vom Sehen? Oder wissen sie, wer ich als Mann bin? Oder hätten sie jeden so begrüßt? Ich weiß, ich mache mir schon wieder viel zu viele Gedanken über Dinge, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann.
Als kulturellen Beitrag erlebte ich hier den Auftritt einer Westerntanzgruppe, der aber etwas danebenging, einerseits wegen technischer Probleme bei der Musikeinspielung und zum anderen fand ich die Moderation dazu etwas billig. Besser geklappt hat es dagegen bei einer Gruppe, die sich der Musik von Johnny Cash verschrieben hat. Ich mag die Musik dieses amerikanischen Sängers ja auch ein wenig und fand diesen Auftritt deshalb recht gut gelungen. Leider konnte ich ihn nicht ganz bis zu Ende sehen, weil ich den letzten Bus nach Hause nicht verpassen wollte.
Als ich kurz zuvor noch Appetit auf ein Eis bekam und noch etwas unschlüssig vor der Bude schaute, wurde ich gleich gefragt, was "die Frau" denn möchte. Die CD- bzw. TS-Welt ist also noch in Ordnung!
9.8.2015
Heute hatte ich mal wieder etwas mehr Zeit zum Schminken und konnte so zuvor beim Rasieren den Rest meines Bartes ein wenig in Augenschein nehmen. Ein Teil der Stoppeln, die es bei der letzten IPL-Behandlung "erwischt" hat, lösten sich jetzt mit leichtem Druck von der Haut. Stück für Stück, nein Barthaar für Barthaar, komme ich meinem Ziel einer glatten Gesichtshaut näher.
Ich habe danach mal wieder versucht, aus bisher wenig getragenen Kleidungsstücken neue Outfits zusammenzustellen. Ich kramte dabei unter anderem einen kurzen schwarz-weiß gestreiften Faltenrock hervor, den ich vor etwa drei Jahren gekauft, aber seitdem nicht mehr getragen hatte. Da passte meines Erachtens das neue mintgrüne T-Shirt ganz gut dazu - zusammen mit dünnen hautfarbenen Strumpfhosen und cremefarbenen Sandaletten ein schönes Sommeroutfit! Ich habe es am Nachmittag bei einem kleinen Spaziergang gleich mal eingeweiht und dabei meiner Lieblingseisdiele einen Besuch abgestattet.
Ansonsten war ich mit meinen Gedanken schon beim nächsten Wochenende. Da fahre ich zum Elvis-Festival nach Bad Nauheim. Ich werde an allen Tagen (Freitag bis Sonntag) dort sein und dabei natürlich mein Petticoatkleid (siehe Galerie BILD63) tragen. Doch an drei Tagen dasselbe Kleid? Ich hatte mich deshalb vor einigen Tagen in einem Modegeschäft in Chemnitz umgeschaut, wo auch Mode im 50er-Jahre-Stil angeboten wird. Schön sahen die Sachen schon aus, aber bei Blick auf das Preisschild "¦
Ich fand zum Glück eine preiswertere Alternative: meinen ersten Rock, vor etwa 40 Jahren gekauft. Wahrscheinlich habe ich ihn mir nur deswegen aufgehoben, denn wadenlang, sehr weit geschnitten und mit rot-blauem Karomuster passte er nicht so recht zu meinem heutigen Kleidungsstil. Wenn der Rock aber nur knielang wäre, so meinte ich, könnte er gut zu meinem vorhandenen Petticoat (weiß mit rotem Saum) passen. Kurzerhand griff ich zu Schere und Nähmaschine (das hatte mir meine Mutter bereits als Kind beigebracht) und kürzte den Rock passend zur Länge des Petticoats.
Von der anschließenden Anprobe war ich so begeistert, dass ich das Ganze zusammen mit einer weißen Bluse für den Rest des Tages gleich anbehielt. Abends habe ich so im Garten sogar die Beete gegossen. Das Ganze ging zwar bezüglich meines Bemühens um etwas "arbeitstaugliche" Kleidung völlig in die verkehrte Richtung, aber heute konnte ich einfach nicht anders. Ich war ganz froh, dass mich offenbar niemand von den Nachbarn so sah und für verrückt erklären konnte.
Jetzt freue ich mich umso mehr auf das kommende Wochenende beim Elvis-Festival in Bad Nauheim.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
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Re: Andrea — meine Erlebnisse
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13.8.2015
Ich hatte gleich mehrere Termine in Chemnitz. Der erste war bereits 8 Uhr. Da musste ich zeitig aufstehen, um rechtzeitig mit Anziehen und Schminken fertig zu sein. Das nach wie vor sommerliche Wetter erlaubte mir, noch einmal auf ein erst vor wenigen Tagen neu zusammengestellten Outfit zurückzugreifen: schwarz-weiß gestreifter kurzer Faltenrock, mintgrünes T-Shirt, dünne hautfarbene Strumpfhose und cremefarbene Sandaletten.
Zuerst traf ich mich mit einer Logopädin zwecks Trainings für eine weibliche Stimme. Sie hat schon ein wenig Erfahrung mit MzF-Transsexuellen und ich staunte, dass es sofort losgehen könne. Ich bräuchte nur eine Verordnung von einem HNO-Arzt. Die Logopädin kannte sogar eine Ärztin in meiner Heimatstadt, bei der sie gleich noch anrief und mich ankündigte. Na das ging ja schneller, als ich dachte!
Aber zunächst zum nächsten Termin in Chemnitz: Ich brauchte eine Bescheinigung von der neuen Schule meiner Tochter. Dort war ich vor etwa drei Wochen schon mal im Männermodus wegen einer anderen Sache. Die Frau im Sekretariat konnte sich daran offenbar erinnern, denn sie fragte: "Kann es sein, dass Ihr Mann schon mal hier war?" Da ich keine Zeit für irgendwelche Erklärungen hatte, bestätigte ich das einfach. Wegen der Bescheinigung musste sie aber noch einmal bei einer Kollegin nachfragen: "Hier ist gerade die Mutti einer Schülerin und möchte "¦" Wenn es mich auch ehrt, dass ihr offenbar nicht klar geworden ist, dass ich selbst schon einmal hier war, irgendwie muss ich die Sache doch einmal klären. Mit der (leiblichen) Mutter verwechselt zu werden, das möchte weder ich noch meine Tochter.
Dann ging es weiter ins Zweithaarstudio Simone. Die Inhaberin hatte inzwischen drei weitere Perücken besorgt, die meiner bisherigen möglichst ähnlich sind und das gleich in doppelter Ausführung. Meine alte Perücke ist, wie mir inzwischen klar geworden ist, nicht mehr verwendbar und so musste ich, wenn ich wegen des immer häufigeren Gebrauchs etwas zum Wechseln haben möchte, gleich zwei Teile nehmen. Von den drei verschiedenen Modellen passte, wie bereits bei der Anprobe vor zwei Wochen, nur eins richtig. Zum Glück war es genau das, welches mir auch vom Schnitt her am meisten zusagte. Bei der Gelegenheit habe ich mich gleich noch mit Wasch- und Pflegemitteln eingedeckt. Insgesamt hat das Ganze dann schon eine Stange Geld gekostet, aber was sein muss, muss sein. Zum Abschluss ließ ich mit der neuen Perücke (und dem neuen Outfit) noch ein Foto machen:
Damit hatte ich alles erledigt, was ich mir vorgenommen hatte. Jetzt konnte ich erst mal nach Hause fahren.
Aber da war noch die HNO-Ärztin. Bis 18 Uhr ging noch ihre Sprechstunde und so nutzte ich gleich heute noch die Gelegenheit zu meinem ersten Arztbesuch als Andrea. Um es kurz zu machen: Alles ging problemlos vonstatten, von der korrekten Anrede bis zur zuvorkommenden Behandlung und das, obwohl ich angeblich die erste "Patientin" dieser Art in der Praxis war.
Die Ärztin schaue sich insbesondere meinen Kehlkopf an und fand ihn geeignet für das geplante Stimmtraining. Die Verordnung konnte ich nach einer kurzen Wartezeit gleich mitnehmen. Wenn doch alles so schnell und einfach ginge!
Als letzter "Termin" stand heute noch Kofferpacken auf dem Plan, denn am nächsten Tag geht es wieder auf Reisen.
13.8.2015
Ich hatte gleich mehrere Termine in Chemnitz. Der erste war bereits 8 Uhr. Da musste ich zeitig aufstehen, um rechtzeitig mit Anziehen und Schminken fertig zu sein. Das nach wie vor sommerliche Wetter erlaubte mir, noch einmal auf ein erst vor wenigen Tagen neu zusammengestellten Outfit zurückzugreifen: schwarz-weiß gestreifter kurzer Faltenrock, mintgrünes T-Shirt, dünne hautfarbene Strumpfhose und cremefarbene Sandaletten.
Zuerst traf ich mich mit einer Logopädin zwecks Trainings für eine weibliche Stimme. Sie hat schon ein wenig Erfahrung mit MzF-Transsexuellen und ich staunte, dass es sofort losgehen könne. Ich bräuchte nur eine Verordnung von einem HNO-Arzt. Die Logopädin kannte sogar eine Ärztin in meiner Heimatstadt, bei der sie gleich noch anrief und mich ankündigte. Na das ging ja schneller, als ich dachte!
Aber zunächst zum nächsten Termin in Chemnitz: Ich brauchte eine Bescheinigung von der neuen Schule meiner Tochter. Dort war ich vor etwa drei Wochen schon mal im Männermodus wegen einer anderen Sache. Die Frau im Sekretariat konnte sich daran offenbar erinnern, denn sie fragte: "Kann es sein, dass Ihr Mann schon mal hier war?" Da ich keine Zeit für irgendwelche Erklärungen hatte, bestätigte ich das einfach. Wegen der Bescheinigung musste sie aber noch einmal bei einer Kollegin nachfragen: "Hier ist gerade die Mutti einer Schülerin und möchte "¦" Wenn es mich auch ehrt, dass ihr offenbar nicht klar geworden ist, dass ich selbst schon einmal hier war, irgendwie muss ich die Sache doch einmal klären. Mit der (leiblichen) Mutter verwechselt zu werden, das möchte weder ich noch meine Tochter.
Dann ging es weiter ins Zweithaarstudio Simone. Die Inhaberin hatte inzwischen drei weitere Perücken besorgt, die meiner bisherigen möglichst ähnlich sind und das gleich in doppelter Ausführung. Meine alte Perücke ist, wie mir inzwischen klar geworden ist, nicht mehr verwendbar und so musste ich, wenn ich wegen des immer häufigeren Gebrauchs etwas zum Wechseln haben möchte, gleich zwei Teile nehmen. Von den drei verschiedenen Modellen passte, wie bereits bei der Anprobe vor zwei Wochen, nur eins richtig. Zum Glück war es genau das, welches mir auch vom Schnitt her am meisten zusagte. Bei der Gelegenheit habe ich mich gleich noch mit Wasch- und Pflegemitteln eingedeckt. Insgesamt hat das Ganze dann schon eine Stange Geld gekostet, aber was sein muss, muss sein. Zum Abschluss ließ ich mit der neuen Perücke (und dem neuen Outfit) noch ein Foto machen:
Damit hatte ich alles erledigt, was ich mir vorgenommen hatte. Jetzt konnte ich erst mal nach Hause fahren.
Aber da war noch die HNO-Ärztin. Bis 18 Uhr ging noch ihre Sprechstunde und so nutzte ich gleich heute noch die Gelegenheit zu meinem ersten Arztbesuch als Andrea. Um es kurz zu machen: Alles ging problemlos vonstatten, von der korrekten Anrede bis zur zuvorkommenden Behandlung und das, obwohl ich angeblich die erste "Patientin" dieser Art in der Praxis war.
Die Ärztin schaue sich insbesondere meinen Kehlkopf an und fand ihn geeignet für das geplante Stimmtraining. Die Verordnung konnte ich nach einer kurzen Wartezeit gleich mitnehmen. Wenn doch alles so schnell und einfach ginge!
Als letzter "Termin" stand heute noch Kofferpacken auf dem Plan, denn am nächsten Tag geht es wieder auf Reisen.
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Andrea aus Sachsen
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