Sumpfhuhn hat geschrieben:Und was machen wir? Wir zerlegen uns bis in die letzten Splittergruppen, Transsexuelle gegen Crossdresser, die sich wiederum von vermeintlichen oder tatsächlichen Fetischisten abgrenzen.
Das geht anderen auch so. BDSM-er zerhacken sich vielleicht sogar noch viel mehr die Köpfe, virtuell. Da gibt es "true" Tops oder Subs gegen Switcher, D/s (Dominance/submission) gegen SM und ein kleines Völkchen namens "Goreaner" lehnen BDSM komplett ab, obwohl sie eigentlich nichts anderes machen, als ausgeprägtes D/s. Dann gibt es noch RACK vs SSC usw.
Und so kommt es auch, dass BDSM in der Öffentlichkeit sein Schmuddelimage nicht los wird. Und sogar der CSD verbot schon BDSM-Wagen auf seiner Demo, um sich von "Gewaltfantasien" zu distanzieren...
Leute, seid Ihr Euch eigentlich bewusst, dass in der Außenwahrnehmung allenfalls marginale Unterschiede bestehen und ein großer Teil der Bevölkerung nicht einmal unterscheiden kann, wo der Unterschied zwischen Transsexuellen und Transvestiten liegt?
Richtig, normalerweise sollte ein Crossdresser sich doch unter DWTs wohl fühlen, schließlich teilt man eine gemeinsame "Liebe", auch wenn die Ausführungen unterschiedlich sind. Aber das ist hier auch wieder ähnlich wie beim BDSM. ZB lehen viele D/s-ler SM ab, weil sie behaupten, SM ist nur zur sexuellen Befriedigung da. Und ähnlich gibt es Transsexuelle, die DWT ablehnen, weil DWT manchmal geil werden beim Tragen von Damen-Unterwäsche. Die einen sagen "es ist meine Identität, mein Lifestyle und nicht nur Masturbation".
Dabei ist es doch eigentlich völlig egal, WIESO man das tut. Man macht es, aus dem einen oder anderen Grund. Und was ist schlecht daran, wenn es der sexuellen Stimulation dient? Wahrscheinlich, weil man Angst hat, als notgeil abgestempelt zu werden, von außen, wo man die Unterschiede nicht kennt, und wo Sex immernoch etwas schmutziges, ablehnenswertes ist.
Was wollen wir eigentlich? Gesellschaftliche Akzeptanz - was auch immer das sein mag. Wobei ich durchaus zwischen Ignoranz (den meisten Mitbürgern dürfte unser Treiben herzlich egal sein), und Toleranz/Akzeptanz unterscheide.
Bei den Zahlen in dem englischen Artikel kam mir die Idee, was wohl passieren würde, würde man diese Statistik auf Werbetafeln drucken.
Etwa "Jeder zehnte Mann trägt gerne Frauenkleider, sieh dich mal um! - Crossdressing, ein harmloses Hobby von Millionen" oder "Hat dein Mann auch Röckchen und Pumps unterm Bett? - Millionen Frauen leben mit Crossdressern, ohne es zu wissen"
Das würde sicherlich gesellschaftliche Aufmerksamkeit bringen...