Andrea — meine Erlebnisse
Andrea — meine Erlebnisse - # 16

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Antworten
Kerstin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2385
Registriert: Fr 17. Feb 2012, 01:31
Pronomen:
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 226 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Hallo Andrea
Ich bin immer wieder überrascht mit welcher Selbverständlichkeit du als Frau unterwegs bist und als solche angenommen wirst.
Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
........ eine weniger erfreuliche Nachricht: Meine Exfrau macht zu Hause mächtig Stress, weil ich wegen meiner Reise angeblich die Aufsichtspflicht für meine Tochter verletze.
......
Sagmal - deine Tochter müßte doch schon so um die 16Jahre sein wenn ich deine bisherigen Beiträge richtig verstanden habe.
Und da macht deine EX einen auf Aufsichtspflichtverletzung? Geht es der noch gut??

Gib deiner Anwältin "feuerfrei". Sie soll deine Ex so zusammen falten das sie sich nicht mehr in deine Nähe draut.

Jetzt wird es aber hinten höher als vorne.


Liebe Grüße von einer Kopfschüttelnden
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Magdalena
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2717
Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Dresden
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 227 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Andrea,

wie immer schreibst Du locker von Deinen Ausflügen und Reisen. Es macht Freude alles zu lesen. Leider trübt deine Ex-Frau Dir mit Aufsichtspflichtsverletzung den Bericht. Aber wie Kerstin schreibt ist Deine Tochter schon 16 Jahre alt, da kann ich den Terror deiner Ex nicht verstehen.

Liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 228 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
27.10.2014
Heute ging es nach vier erlebnisreichen Tagen in Hamburg wieder nach Hause. Zum vorerst letzten Mal habe ich mich im Hotel geschminkt und mir folgendes Outfit herausgesucht: knielanger schwarzer enger Rock, mehrfarbige Bluse, hautfarbene Strumpfhose und die neuen schwarzen Stiefeletten. Darüber kam wieder mein grau melierter Blazer (hatte gar keinen anderen mitgenommen).
Beim Frühstück staunte ich nicht schlecht, als ich nur Frauen erblickte (7 oder 8 an der Zahl), einschließlich den beide, denen ich in den vergangenen Tagen schon mehrfach begegnet bin. Zum ersten Mal war heute (außer mir) auch eine im Rock dabei. Erst als ich gerade ging, kam ein Pärchen hinzu, was die Quote der männlichen "Fraktion" ein wenig verbesserte.
Die Fahrt verlief völlig problemlos, abgesehen davon, dass ich besorgt daran denken musste, was mich zu Hause wegen meiner Exfrau erwartete. Ich konnte bis Leipzig ohne Umsteigen durchfahren. Da nutzte ich die Möglichkeit, unterwegs Mittag zu essen und war erneut erstaunt. Im Gegensatz zum Frühstück saßen im Speisewagen nur Männer (außer mir natürlich)!
Zu Hause sagte meine Tochter (15), dass meine Exfrau in einer Stunde vorbeikäme um "wichtige Dinge" zu klären. Na das hatte mir gerade noch gefehlt! Unter diesen Umständen verspürte ich keine Lust mehr, diesen Andrea-Tag fortzusetzen und habe mich wieder zurückverwandelt, auch um nicht unnötig zu provozieren. Der ganze Disput dauerte dann über 2 Stunden, aber wie nicht anders zu erwarten, ohne brauchbares Ergebnis.
Einzelheiten erspare ich mir hier. Die Rechtslage ist zu kompliziert und verworren, als dass es hier eine einfache Lösung gäbe. Zu verstehen ist das Verhalten meiner Exfrau trotzdem nicht, vor allem, weil sich vieles auch auf dem Rücken meiner Tochter abspielt.
Es wird wohl wieder mal auf eine Vorladung vors Jugendamt hinauslaufen. Ich bin mir sicher, die werden mir, wie schon in der Vergangenheit, nichts vorwerfen (können). Es ist nur schade um die vergeudete Zeit, die ich lieber für etwas Sinnvolleres nutzen würde.
Trotz dieses grauenvollen Endes waren es schöne Tage in Hamburg. Ich war 112 Stunden ununterbrochen Andrea, das ist neuer Rekord! Eigentlich hatte ich zwar 120 Stunden (5 komplette Tage) geplant, aber es sollte eben nicht sein. Grundsätzlich werde ich mich natürlich nicht durch die Launen meiner Exfrau und deren haarsträubenden Vorstellungen von unserer Sache und Lebensweise von meinem Weg abhalten lassen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 229 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
30.10.2014
Ich war heute zum vorerst letzten Termin bei einem Psychologen in Chemnitz. Da ich noch Urlaub hatte, nutzte ich die Gelegenheit, noch einmal als Andrea hinzugehen. Beim Outfit brauchte ich diesmal nicht lange zu überlegen. Mit Ausnahme der Strumpfhose zog ich noch einmal das Gleiche wie bei meiner Heimfahrt von Hamburg an: knielanger schwarzer enger Rock, mehrfarbige Bluse, anthrazitfarbene Strumpfhose, schwarze Stiefeletten und darüber mein grau melierter Blazer. Das hat diesmal nichts mit Einfallslosigkeit zu tun. Ich wollte damit nur den vor drei Tagen abgebrochenen Andrea-Tag symbolisch doch noch "zu Ende" bringen.
Der Psychologe lobte wieder mein stimmiges Outfit und sagte zum Schluss, obwohl ich aus anderen Gründen dort war, er könne sich vorstellen, dass ich mit einem Leben komplett als Frau gut zurechtkäme. Das hat mich doch ein wenig erstaunt.
Für den Abend hatte ich mir noch einen Kabarettbesuch vorgenommen, seit über einem Jahr mal wieder ins Chemnitzer Kabarett. Zuvor blieb mir aber noch etwas Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel, natürlich wieder durch diverse Damenmodegeschäfte. Ich hielt ein wenig Ausschau nach einer Winterjacke, die auch gut zu meinen neuen Damenhosen passen könnte. Das Angebot hierzu war riesig und da ich noch keine konkreten Vorstellungen bezüglich Form und Farbe hatte, war ich hier mit der Suche völlig überfordert.
Im Sonderangebot entdeckte ich dagegen ein rot-weiß gemustertes figurbetontes knielanges Kleid. Da es hervorragend passte und sich sehr gut anfühlte, war die Entscheidung zum Kauf schnell getroffen. Farblich ist es zwar eher ein Sommerkleid, aber da langärmlig, könnte ich mir vorstellen, es auch jetzt in der Übergangszeit zu tragen.
Ebenfalls im Sonderangebot fand ich noch ein langes grünes Abendkleid. Als Alternative zu meinem roten hätte es mir sehr gut gefallen, wenn da nicht der Ausschnitt viel zu groß gewesen wäre.
Langsam wurde es Zeit, meine Kabarettkarte abzuholen. Ich staunte nicht schlecht, als die Frau an der Abendkasse mich wiedererkannte, obwohl mein letzter Besuch über ein Jahr zurücklag. Alle Achtung vor diesem Personengedächtnis! Oder hat meine Besonderheit ihr die Sache erleichtert?
Heute traten die zwei Frauen des Ensembles mit dem Stück "Senilcourage" auf. Es ging da um die großen und kleinen Probleme mit dem Älterwerden und was frau dagegen tun kann. Das war ganz lustig und auch ein Beitrag zum Crossdressing fehlte nicht: Als "Nummerngirl" trat ein männliches Ensemblemitglied im Kleid auf, sonst aber ohne Passing.
Positiv überrascht war ich, dass zu dem Stück, das schon mehrere Jahre gespielt wird, mitten in der Woche so viele Zuschauer (etwa 90% der Plätze) kamen. Da hat Sachenmeyers "Kabarettkiste", gleich um die Ecke, wo ich auch schon mehrere Veranstaltungen besuchte, ein deutlich größeres Problem mit den Zuschauern.
Nach diesem netten Abend trat ich entspannt die Heimfahrt an. Zu Hause brauchte ich die Damensachen nicht wegzuräumen, denn auch am nächsten Tag konnte ich Andrea sein. Weil es dazu aber nicht viel zu schreiben gibt, hänge ich diesen Bericht gleich hier an:

31.10.2014
Noch ein kompletter Andrea-Tag, aber ein ganz unspektakulärer! Ich blieb zu Hause, hatte mich aber trotzdem geschminkt und noch einmal das Outfit vom Vortag angezogen. Das war zwar für zu Hause etwas zu elegant, aber ursprünglich hatte ich vor, doch einmal rauszugehen und wollte mich dazu nicht extra umziehen.
Dieser Plan wurde zwar verworfen, aber ich hatte so einiges andere erledigen können, unter anderem den Bericht über meinen Hamburg-Urlaub zu schreiben und meinen Koffer für den nächsten Tag zu packen. Jetzt habe ich bestimmt einige neugierig gemacht, was morgen kommt.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Inga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3846
Registriert: Mo 19. Jul 2010, 00:32
Pronomen:
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 230 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Andrea,

jao, da hast du mich gleich neugierig gemacht, wi es in deiner "Never ending story" weiter geht.
Deine Erlebnisse lesen sich so gut, es fasziniert mich immer wieder.

Liebe Grüße
Inga
MEL
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 739
Registriert: Mi 14. Sep 2011, 01:12
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: Situationsbedingt
Wohnort (Name): 249..
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 231 im Thema

Beitrag von MEL »

Hallo Andrea,

vielen Dank für deinen sehr detailreichen und ausdrucksstarken Erlebnisbericht in Hamburg. (ap)
112 (120) Stunden am Stück en femme, das ist auch noch so ein Ziel, das ich vor Augen habe.

Okay, im Rahmen eines Forumtreffens (Strumpfhosenforum) habe ich schon mehrfach für 2-3 Tage
meine weibliche Seite uneingeschränkt ausleben können, das aber eben nur unter seines-/ihresgleichen
auf einem eigens dafür angemieteten Areal! :)

Aber mal so 5-6 Tage am Stück im "normalen" Alltag/Umfeld, das hat schon ne andere Qualität.
Momentan versuche ich meine Frau von einem Sommerurlaub (2 Wochen) zu erwärmen, der so ungefähr
zur Hälfte von mir als MEL verlebt werden sollte (im vorausgesetzt, dass ich mich vor Ort dann auch danach fühle!). (smili)

Darin eingebunden auch die Umsetzung eines in letzter Zeit häufigen Traums ... MEL im Badeanzug (oder Tankini,
da für nen Bikini wohl doch zu alt und nicht passend proportioniert).
War heute im KarstadtSporthaus und habe erstmalig sowohl nen tollen Bikini (Gr. 42 C-Körbchen, dunkelblau mit kleinen
schwarzen Punkten - hat mir entgegen meiner soeben getroffenen Aussage an mir eigentlich doch gut gefallen,
geplostertes push up Oberteil und Bikinihöschen mit eingearbeitetem Formmieder mit außen zusätzl. umlaufender
schwarzer Stoffbordüre - ähnlich einem Tankini) und danach nen dunkelblauen Einteiler mit dezent hervorgehobenen
Nähten und Raffung im Vorderteil, dazu mit Vollcorsage ausgestattet. Da meine Frau nicht mit war, habe ich die Teile
trotz vermeintlichem Schnäppchenpreis (Bikini runtergesetzt auf 34,- € und Anzug auf 49,99€) nach der Anprobe
wieder an den Ständer gehangen. :cry:

Habe heute Abend meiner Frau davon berichtet, die ist von dieser Idee "MEL in Bademoden" - trotz sonstiger voller
Unterstützung - nicht wirklich angetan, vorsichtig formuliert! :shock: :evil:

Na ja, bis zum nächsten Sommer dauert es ja noch, aber wie gesagt, die Teile wären ja ein echtes Schnäppchen, oder?! :P

Also, Andrea, bin schon auf dein nächstes happening gespannt,

liebe Grüße

MEL
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 232 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
MEL hat geschrieben:Darin eingebunden auch die Umsetzung eines in letzter Zeit häufigen Traums ... MEL im Badeanzug
Welch ehrgeiziges Ziel! Träumen tue ich ja auch gerne mal, aber das wäre mir derzeit noch eine Nummer zu groß.
Was ich mir auch noch nie getraut habe, ist im Männermodus Damensachen anprobieren (außer einmal ein Paar Schuhe). Mein Ehrgeiz, daran etwas zu ändern, geht aber gegen Null, denn im "richtigen" Modus ist es viel schöner und immer wieder ein faszinierendes Erlebnis.
Vielen Dank auch allen anderen für die netten Kommentare! Der nächste Bericht folgt in Kürze.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Kerstin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2385
Registriert: Fr 17. Feb 2012, 01:31
Pronomen:
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 233 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Andrea aus Sachsen hat geschrieben:.
...... Ich hielt ein wenig Ausschau nach einer Winterjacke, die auch gut zu meinen neuen Damenhosen passen könnte. Das Angebot hierzu war riesig und da ich noch keine konkreten Vorstellungen bezüglich Form und Farbe hatte, war ich hier mit der Suche völlig überfordert.
......
Hallo Andrea
Wenn ich mir einmal eine Anmerkung erlauben darf. An deiner Stelle würde ich eher zu einem Mantel greifen, etwa so in dieser Art (nur als Beispiel)
http://www.klingel.de/damen-a-z-maentel ... le-968719/
Oder
http://www.mia-moda.de/cape-miamoda-412401/

Von den zur Zeit modernen "Daunen"jacken würde ich eher Abstand halten.

Bleibt noch zu sagen, das es wieder viel Freude gemacht hat deinen Bericht zu lesen.

Liebe Grüße
Kerstin
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Magdalena
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2717
Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Dresden
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 234 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Andrea,

ich danke Dir für Deine ausführliche Reisebeschreibung. Es macht Lust auf eigene Unternehmungen, welche aber erst bis zum nächsten Urlaub warten müssen. Kurze Ausgänge ersetzen nicht eine längere zusammenhängende Reise. Ich kann es verstehen, im Damenmodus einkaufen zu gehen ist ein Erlebnis. Als Frau, so empfinde ich es, ist die Beratung durch die Verkäuferinnen aufgeschlossener. Dagegen, wenn ich als Mann nach Damenkleidung stöberte, wurde ich in kleineren Modegeschäften manchmal misstrauischen Blicken ausgesetzt. Nur in den großen Kaufhäusern mit vielen Kuden gleichzeitig, ging ich unter oder nur neben bei erfolgte eine Bemerkung an der Kasse. Ob es für meine Frau sei, war eine meistverwendete Floskel. Und Kerstins Tipp, es mal mit einem mantel zu den Hosen probieren, find ich gut. Da Frau mit einem Mantel eventuelle Problemzonen gut verstecken kann, und die modernen Daunenjacken einen Dicker :((a erscheinen lassen.

Liebe Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 235 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Kerstin und Magdalena,
danke für die Hinweise! Das mit dem Mantel werde ich mir mal überlegen bzw. ausprobieren.
Jetzt aber für alle, die schon ungeduldig warten, die Fortsetzung meines Berichtes:

1.11.2014
Erneut konnte ich das Wochenende als Andrea unterwegs sein. Diesmal ging es aber "nur" nach Leipzig, dafür konnte ich aber wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Aufmerksame Leser meiner Berichte können sich sicher denken, worum es geht.
Zum Schminken konnte ich mir diesmal den ganzen Vormittag Zeit nehmen und das war gut so, denn nach dem Aufstehen verspürte ich zunächst etwas Übelkeit und ich hatte Probleme mit dem Gleichgewicht. Zum Glück legte sich das bald wieder, sodass ich gegen Mittag wieder fit war. Ursprünglich hatte ich für diesen Tag in Leipzig noch ein Treffen mit einem anderen Forumsmitglied ins Auge gefasst. Unter den genannten Umständen war ich aber im Nachhinein froh, dass daraus nichts geworden ist, denn gleich früh loszufahren wäre für mich heute problematisch gewesen.
Nach dem Mittagessen konnte es dann endlich losgehen. Das Wetter war sonnig und für die Jahreszeit ungewöhnlich mild. Eine bessere Gelegenheit, gleich mein neues rot-weiß gemustertes Kleid einzuweihen gab es nicht. Dazu trug ich schwarze Strumpfhosen, meine ebenfalls noch neuen schwarzen Stiefeletten und darüber einen Blazer, auch in schwarz.
In Leipzig angekommen, machte ich mich gleich auf den Weg zum Hotel. Beim Warten auf die Straßenbahn bin wieder einmal erkannt worden. Ein Mann, der einige Meter von mir entfernt stand, schaute mich etwas länger an und flüsterte seiner Begleiterin etwas zu. Als er beim Einsteigen mir noch etwas näher kam, grüßte er mit einem kurzen "Hallo" und lächelte freundlich dazu. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass er vielleicht selbst einer von "uns" sein könnte. Wenn er das hier lesen sollte, kann er sich gern einmal melden.
Ansonsten frage ich mich, ob die Leute in Leipzig vielleicht einen Blick für unsereins haben, denn vor einem Jahr ist mir an gleicher Stelle gleich zweimal ähnliches passiert.
Im Hotel hatte ich mich dann für den kulturellen Höhepunkt des Tages zurechtgemacht. Ich zog meinen schwarzen Godetrock, eine terrakottafarbene Bluse, hautfarbene Strumpfhosen und schwarze Sandaletten an. Darüber kam dann noch mein grau melierter Blazer. Das gleiche Outfit hatte ich übrigens schon mal bei einem Opernbesuch in Würzburg an: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=8970
In der Leipziger Oper kam heute "Don Pasquale" von Gaetano Donizetti zur Aufführung. Dieses Werk wird nicht allzu oft gespielt, ist aber auch keine ausgesprochene Rarität. Da hat es mich schon ein wenig gewundert, dass selbst an einem Samstagabend das Interesse an einer solchen Vorstellung so gering ausfiel. Etwa die Hälfte der Plätze blieb leer.
An der Musik kann es eigentlich nicht gelegen haben und auch an der Inszenierung fand ich nichts Abstoßendes. Im Gegenteil: Neben der eigentlichen Handlung bot die Aufführung einen Streifzug durch 300 Jahre Modegeschichte, indem jede der 5 großen Szenen in einer anderen Epoche spielte. Das reichte vom Barock bis zur Hippie-Ära der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts — eine wahre Herausforderung an die Kostüm- und Maskenbildner! Wer noch etwas mehr zur Handlung und Entstehungsgeschichte wissen möchte, kann hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Don_Pasquale
Bei der Bekleidung der anderen Besucher(innen) herrschte wieder einmal deutlich die Farbe schwarz vor. Da ist eine Frau in einem langen grünen Abendkleid schon etwas aufgefallen. Mir ging es vor einiger Zeit mit meinem roten Kleid in der Dresdner Semperoper ähnlich. Hoffentlich lässt sie sich jetzt nicht von ihrem Kleidungsstil abbringen.
Mir hat die Aufführung sehr gut gefallen und dem Beifall nach zu urteilen, ging es den meisten anderen Zuschauern genauso. Zufrieden fuhr ich mit der Straßenbahn (diesmal ohne aufzufallen) zum Hotel zurück und legte mich zur Ruhe.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27225
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 236 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Liebe Andrea,

das ist mal wieder ein wunderschöner Bericht (ap)

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 237 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
2.11.2014
Auch diesen Tag musste ich mit dem Schminken im Hotel beginnen. Ich zog noch einmal mein neues rot-weiß gemustertes Kleid und auch sonst das gleich Outfit wie am Vortag an. Das erwies sich im Frühstücksraum schon als Farbtupfer, wo sonst eher schwarz, grau und jeansblau vorherrschten. Aber immerhin war eine Frau im Jeansrock dabei!
Leider hatte ich keine Kamera zur Hand, aber ich werde ein Foto mit meinem neuen Kleid nachreichen.
Ich verstaute alles in meinem Koffer, bezahlte die Rechnung und fuhr mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof, wo ich den Koffer im Schließfach deponierte.
Ich hatte mir vorgenommen, an einer Führung durch das Neue Rathaus teilzunehmen. Neu ist in diesem Fall relativ zu sehen, denn das Gebäude steht schon über 100 Jahre. Bis zum Beginn der Führung blieb noch etwas Zeit, sodass ich gemütlich durch die Innenstadt schlendern konnte, auch am Alten Rathaus vorbei, welches schon über 600 Jahre auf dem Buckel hat und heute das Stadtmuseum beherbergt.
Etwa 15 Leute fanden sich zur Führung ein. Diese bot interessante Einblicken in die Geschichte, Architektur und heutige Nutzung dieses imposanten Bauwerkes. Den Abschluss des fast zweistündigen Rundganges bildete die Besteigung des Rathausturmes, mit knapp 115 Metern der angeblich höchste der Welt. Von dort hat man (frau natürlich auch) einen schönen Rundblick auf die Stadt.
Wieder zu ebener Erde war es Zeit zum Mittagessen. Was lag näher, als dazu gleich in den Ratskeller unter dem Rathaus zu gehen. Der Kellner musste noch einmal nachfragen, was ich bestellt hatte, um dann doch erst einmal das falsche Essen zu bringen (hoffentlich hat ihn mein Anblick nicht verwirrt), aber als ich dann das hatte, was ich wollte, hat es sehr gut geschmeckt. Auf der Rechnung stand dann zwar wieder etwas anderes, aber der Kellner schaffte es, wenigstens den richtigen Preis im Kopf auszurechnen.
Für den Weg zurück zum Hauptbahnhof nutzte ich erstmals die neue S-Bahn durch den Citytunnel. Ich holte meinen Koffer aus dem Schließfach und wartete auf die Ankunft meiner Tochter, die von einem Verwandtenbesuch aus der Gegend von Dortmund zurückkam. Gemeinsam fuhren wir nach Hause. In unserer Heimatstadt sind wir dann allerdings getrennt gelaufen, damit meine "Tarnung" nicht auffliegt.
Jetzt galt es allerdings, sich wieder ernsten Dingen zuzuwenden. Ich musste mich auf den nächsten Arbeitstag vorbereiten und meine Tochter für die Schule. Wenn ich mich nicht verzählt habe, waren das 9 Andrea-Tage (davon 7 komplette) innerhalb von zwei Wochen. Mit Ausnahme der nervigen Aktion meiner Exfrau beinhalteten diese schöne Erlebnisse, an die ich mich jederzeit gern erinnern werde.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 238 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
7.11.2014
Heute traf sich wieder die CROSSundQUEER-Gruppe im "different people" in Chemnitz. Nach einem halben Jahr Pause hatte ich mir vorgenommen, mal wieder hinzugehen. Doch das stand aufgrund persönlicher Angelegenheiten, die kurzfristig erledigt werden mussten, bis zuletzt auf der Kippe.
Ich musste an diesem Tag freinehmen und den sonst obligatorischen Schminktermin im Zweithaarstudio Simone absagen. Mich zu Hause schminken ist ja kein Problem, aber ich musste rechtzeitig damit fertig sein. Wegen eines Lokführerstreiks gab es nur ein bescheidenes Angebot an Bus-Ersatzverkehr und der war fast doppelt so lange unterwegs und mit dem nächsten Bus zu fahren hätte sich kaum noch gelohnt.
Nachdem ich alles erledigt hatte, war ich dann aber gerade noch rechtzeitig mit dem Anziehen und Schminken fertig. Ich wählte noch einmal das gleiche Outfit wir bei meinem Leipzig-Besuch vor einer Woche: rot-weiß gemustertes Kleid, schwarze Strumpfhose und Stiefeletten und darüber einen Blazer, auch in schwarz. Hier mag sicher auch (wieder mal) Zeitmangel für das Suchen und Ausprobieren einer neuen Kombination ausschlaggebend gewesen sein, aber so konnte ich noch ein Foto von dem Outfit für meine Galerie machen lassen: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... ge_id=9635
In Chemnitz angekommen wollte ich mich, bevor ich zum Treffen ging, nach Rückfahrtmöglichkeiten erkundigen. An den Aushängen wurde ich nicht fündig. Während ich noch suchte, sprach mich ein Mann an, der sonst oft als Zugbegleiter unterwegs ist und mich als Mann bestens kennt. Ob er helfen könne, wollte er wissen und ich fragte, wann der letzte (Ersatz-)Bus nach "¦ (meine Heimatstadt) fährt. Er holte daraufhin ein ganzes Bündel (Ersatz-)Fahrpläne aus seiner Tasche (Warum hängen die nicht öffentlich aus?) und konnte meine Frage schnell beantworten. Ich fragte mich natürlich während des gesamten Gespräches, ob er vielleicht wusste oder ahnt, wer ich in Wirklichkeit bin.
Nach etwa 15 Minuten Fußweg erreichte ich das "different people", wo die ersten "Damen" gerade eintrafen. Mit etwa 10 an der Zahl war die Veranstaltung heute nicht ganz so gut besucht, wie ich es von meinen letzten Besuchen hier gewöhnt bin. Dafür waren aber auch einige aus der TS-Gruppe gekommen, die sich sonst an einem anderen Tag treffen. Diese erste gemeinsame Veranstaltung unter dem Motto "Trans* oder was?" sollte dazu dienen, in einer Diskussionsrunde Berührungsängste abzubauen.
Interessant, welche (falschen) Vorstellungen von den jeweils "anderen" da teilweise noch vorherrschten! Ich denke, dass hier durchaus einige Vorurteile abgebaut werden konnten und das gegenseitige Verständnis sich verbesserte. Erste Fragen nach einer Wiederholung der Veranstaltung kamen auf. Nicht so gut fand ich allerdings den etwas chaotischen Verlauf der Diskussion. Hier hätte meines Erachtens eine sanfte Moderation gutgetan.
Zum Abschluss des Abends kam ich noch mit einer CD-Dame ist Gespräch, die uns zum ersten Mal besuchte. Wie sich herausstellte, hat sie sich auch erst vor wenigen Tagen hier im Forum angemeldet. Mal sehen, ob sie sich hier demnächst mal vorstellt!
Die Rückfahrt in meine Heimatstadt dauerte zwar wegen des Schienenersatzverkehrs etwas länger, aber so etwas stört mich, wenn ich als Andrea unterwegs bin, meist weniger.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 239 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
16.11.2014
Demnächst findet im Chemnitzer Opernhaus die Premiere der Oper "La Cenerentola" von Gioacchino Rossini statt. Heute gab es das traditionelle "Opernfrühstück" dazu, um die neue Inszenierung näher vorzustellen.
Ich zog mir dazu meinen knielanger schwarzen Rock, eine mehrfarbige Bluse, hautfarbene Strumpfhosen und schwarze Stiefeletten an. Draußen kam noch mein grau melierter Blazer darüber. Dieses Outfit hatte ich in der Vergangenheit schon mehrmals getragen, aber heute bot sich erstmals die Gelegenheit, das Ganze fotografisch festzuhalten:
Opernfrüstück.JPG
Im Foyer des Opernhauses fanden sich neben einer Moderatorin der Regisseur, der Dirigent und die Darstellerin der Titelrolle ein, um in einem lockeren Gespräch das Werk, seine Entstehungsgeschichte und Besonderheiten der neuen Inszenierung näherzubringen. Ergänzt wurde das Ganze durch einige musikalische Kostproben mit Klavierbegleitung. Alles wurde aber nicht verraten, damit noch etwas Spannung für die Premiere erhalten bleibt.
Das Interesse an der Veranstaltung war mäßig. Schätzungsweise 80 Leute (für etwa doppelt so viele wäre Platz gewesen) hatten an diesem Sonntagvormittag den Weg hierher gefunden. Nach 90 Minuten konnte ich das Opernhaus mit einigen neuen Eindrücken verlassen.
Auf dem Chemnitzer Hauptbahnhof habe ich schnell noch etwas gegessen, bevor ich wieder nach Hause fuhr. Dort musste ich mich leider ebenso schnell zurückverwandeln, weil ich noch zu einer Geburtstagsfeier eingeladen war. Das war zwar etwas schade, diesen Andrea-Tag so schnell zu beenden, aber dafür freue ich mich jetzt umso mehr auf die Premiere von "La Cenerentola".
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2503
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Kontaktdaten:

Re: Andrea — meine Erlebnisse

Post 240 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
29.11.2014
Heute nun ging in Chemnitz die Premiere von Rossinis Oper "La Cenerentola" (Aschenputtel) über die Bühne. Als Besonderheit hatte ich diesmal dazu in Chemnitz ein Hotelzimmer gebucht. So konnte ich erstmals in Chemnitz mein langes rotes Abendkleid anziehen und brauchte bei der anschließenden Premierenfeier nicht ständig auf die Uhr zu sehen, um den letzten Zug nach Hause nicht zu verpassen.
Nachdem ich mich im Laufe des Vormittags geschminkt hatte, wählte ich aber zunächst ein alltagstaugliches Outfit: beiges Strickkleid, anthrazitfarbene Strumpfhose, schwarze Stiefeletten und darüber meinen cremefarbenen Anorak.
Ich hatte noch einige Kleinigkeiten einzukaufen und ging dazu in einen Supermarkt am Rande des Stadtzentrums, dorthin, wo meine Exfrau normalerweise nicht hinkommt. Ja, da achte ich immer noch darauf, so eine Begegnung als Andrea in der Öffentlichkeit zu vermeiden.
Ich nutzte gleich die Gelegenheit, in dem kleinen Bistro des Supermarktes etwas zu essen. Zwei Bekannte hatten wohl die gleiche Idee, aber das sah ich ganz entspannt. Nichts deutete darauf hin, dass sie mich erkannt haben könnten.
Nachdem ich die gekauften Sachen nach Hause gebracht hatte, machte ich mich auf den Weg nach Chemnitz. Auf dem Bahnhof meiner Heimatstadt ungewöhnlich viele Leute, die das gleiche Ziel hatten. Wahrscheinlich wollten die meisten davon auf den Weihnachtsmarkt, der tags zuvor eröffnet worden war. Ich aber brachte meine Sachen zunächst ins Hotel.
Etwa eine Stunde hatte ich noch Zeit für einen Stadtbummel. Ich ging zuerst in eine Buchhandlung, für die mir meine Tochter einen "Wunschzettel" mitgegeben hatte. Schnell hatte ich alles gefunden, bezahlte an der Kasse und verließ den Laden. Vor dem Laden lief mir ein Kollege über den Weg, ohne mich zu grüßen. Gut so, meine "Tarnung" hat erneut funktioniert!
Ein kurzer Besuch des Weihnachtsmarktes wäre noch drin gewesen, aber dort herrschte ein Andrang, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Das war mir zu stressig und so nahm ich mir nur eine Tüte Gebäck mit aufs Hotelzimmer.
Jetzt galt es, mich für den Höhepunkt des Tages zurechtzumachen: Noch einmal Makeup nachbessern, mein langes rotes Abendkleid, hautfarbene Strumpfhosen und schwarze Sandaletten anziehen. Für die etwa 300 Meter Fußweg zum Opernhaus zog ich noch meinen cremefarbenen Anorak darüber.
Seit langem hatte ich mich wieder einmal mit meiner Freundin Emma verabredet. Als ich mich vor dem Betreten des Opernhauses kurz umdrehte, kam sie auch schon über den Theaterplatz gelaufen. Nach über einem Jahr sollte es wieder einen gemeinsamen Opernabend geben.
Zuerst gaben wir unsere Jacken an der Garderobe ab und schlenderten ein wenig durch das Haus. Wir hatte uns viel zu erzählen, da habe ich diesmal gar nicht so genau auf die Kleidung der anderen Besucher(innen) geachtet. Mir ist nur aufgefallen, dass schwarz und andere dunkle Farben deutlich dominierten, auch bei meiner Freundin Emma. Komplett in rot war ich offenbar wieder einmal die einzige.
Zur Handlung und Entstehungsgeschichte der Oper möchte ich hier nichts schreiben, da steht hier genug: La Cenerentola
Die Chemnitzer Inszenierung selbst stach durch einige ungewöhnliche Einfälle hervor: Ein großer Teil des Bühnenbildes wurde durch Projektion auf eine Leinwand erzeugt. Dadurch waren schnelle Bildwechsel und die Einspielung kurzer Videosequenzen möglich. Auch die deutsche Textübersetzung konnte so auf originelle Art und Weise direkt am Ort des Geschehens eingeblendet werden, was besonders in textreichen Ensembleszenen die Verständlichkeit deutlich verbesserte.
Normalerweise stehe ich derartigem technischen Schnickschnack eher skeptisch gegenüber. Hier aber wurden die Möglichkeiten sehr dosiert nur in dem Maße eingesetzt, wie es der Dramaturgie dienlich war. Ähnlich wurde bei den teilweise skurrilen Kostümen nicht übertrieben, sodass das alles zusammen mit der faszinierenden Musik zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk verschmolz.
Zahlreiche Besucher(innen) sahen das wohl ähnlich und der Beifall am Schluss wollte nicht enden. Leider musste sich Emma danach von mir verabschieden. Schade, das nächste Mal nehmen wir uns etwas mehr Zeit!
Bei der anschließenden Premierenfeier musste ich feststellen, dass ich in der Chemnitzer Oper schon bestens bekannt bin: Zwei Mitarbeiterinnen grüßten mich freundlich und der Dirigent fragte sogar, wie es mir gefallen habe. "Sehr gut", konnte ich da nur antworten und wir sprachen noch kurz über die nächsten geplanten Vorstellungen.
Kurz nach Mitternacht löste sich die Veranstaltung allmählich auf. Ich holte meinen Anorak aus der Garderobe und ging zurück ins Hotel.
Zuletzt geändert von Andrea aus Sachsen am Do 4. Dez 2014, 12:47, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Antworten

Zurück zu „(Eigene) Berichte und Geschichten“