Hallo
ihr Lieben,
beim Stöbern im Forum bin ich auf diesen alten Thread gestoßen. Ich fand die Thematik sehr interessant und würde ihn gern noch einmal mit einem Bericht fortsetzen.
Ich weiß nicht, ob euch meine Geschichte langweilt, ärgert, amüsiert oder staunen lässt. Mir wird es jedenfalls guttun einmal über diese Dinge in meinem Leben zu schreiben. Ich wünsche euch auf jeden Fall gute Unterhaltung.
Dieser Bericht ist zeitlich und räumlich verwoben mit meinem Vorstellungstext in diesem Forum.
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Im Alter von 11-12 Jahren, zu Beginn meiner Pubertät, unternahm ich erste Gehversuche im Bereich Self-Bondage und Crossdressing (klingt komisch, ist aber die Wahrheit). Der Badeanzug meiner Mutter, Kleider, Kittelschürzen und die häusliche Wäscheleine mussten dafür herhalten. Da mir die
Sachen nicht gehörten, brauchte ich sie auch nicht zu verstecken. Sie mussten nur hinterher wieder ordentlich an ihrem Platz sein. Meines Wissens bin ich nie erwischt worden, denn meine Mutter hat nie etwas gesagt und das hätte sie mit Sicherheit. Sie hat mir mehr als einmal den Hintern versohlt.
Als Jugendlicher mit eigenem Zimmer hatte ich, wie so viele andere auch, große Lautsprecherboxen.
Astrid hat geschrieben: Mi 4. Mär 2015, 17:04
Die Lösung des Problems waren ein Paar schöne großvolumige Lautsprecherboxen, Marke Eigenbau.
Hinten kurz aufgeschraubt, eine Lage Dämmwolle zur Seite nehmen und der Spaß konnte losgehen. Hinterher alles wieder schön akkurat verstaut, Klappe zu und entspannt zurückgelehnt. Praktisch ohne Risiko.
Genauso habe ich es auch gemacht. Zu der Zeit war mein Interesse an CD sehr schwach, deshalb enthielten meine "Schatzkisten" nur "Spielzeug" und Pornohefte. Wie Astrid schon schrieb: völlig risikolos. Ich musste nur vermeiden das jemand ins Zimmer geplatzt wäre. Ich hatte damals ein Tisch-Billard. Einen Queue davon unter die Türklinke geklemmt und schon hatte ich Sicherheit. Eine passende Ausrede hatte ich mir damals schon im Voraus überlegt, aber da ich diese Aktionen immer nachts abgezogen habe, wenn meine Eltern schliefen, ist nie etwas passiert.
Ich wurde 18, Führerschein, die erste eigene Wohnung, FREIHEIT.

Herz was willst du mehr. Eine Beziehung hatte ich nie, ich konnte also machen was ich wollte. Meine Sammlung befand sich in einem Koffer, der griffbereit auf dem Hängeboden stand. In dieser Zeit erwachte auch wieder meine CD-Leidenschaft. Aber Mitte der 70er konnte man nicht so einfach im Laden Damenwäsche kaufen ohne misstrauisch beäugt zu werden. Das hätte ich mich auch nie getraut und auf Versandhaus-Kataloge bin ich merkwürdigerweise nie gekommen. Ich habe dann in Schmuddel-Second-Hand-Shops (Resteverwertung aus geräumten Wohnungen, meistens ältere Leute, die gestorben waren) in den Kisten gewühlt, um etwas für mich zu finden. Nur die Schuhe habe ich im Kaufhaus in der Schnäppchen-Ecke gekauft. Natürlich gab es die nicht in meiner Größe, also musste ich sie umbauen.
Es waren acht herrliche Junggesellenjahre, die ich so verbracht habe. 1982 passierte etwas das mein Leben radikal veränderte. Ich war mit Freunden auf dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest. Dabei befand sich auch jemand, den ich nur von Erzählungen kannte und dieser hatte seine Tochter mitgebracht. Wir saßen im Festzelt und immer wenn die engagierte Countryband spielte, ging die Post ab. Damals waren bestimmt die Hälfte der Gäste amerikanische Soldaten.
Ich hatte mich schon den ganzen Abend mit besagter Tochter toll unterhalten. Und dann kam der Moment in dem der John-Denver-Hit "Take me Home, Country Roads" gespielt wurde. Das war mein Lieblingsong und ich konnte es kaum glauben, mein Gegenüber sang vom Anfang bis Ende mit. Ich war völlig baff.
>>Cartoon-Modus an<< Mein Unterkiefer fiel herunter, in meinen Augen erschienen rosa Herzen, mein Blutdruck stieg in ungeahnte Höhen und in meinem Gehirn explodierte ein Feuerwerk in tausend leuchtenden Farben.
>>Cartoon-Modus aus<<
Es hatte mich erwischt. Meine Traumfrau war groß, schlank, hatte lange blonde Haare, blaue Augen und ein sehr weibliches Aussehen mit High Heels und schwingenden Röcken. Und jetzt war ich verliebt in diese hier, eher klein und stämmig, kurze dunkle Haare, braune Augen, aber mit einem herrlichen und ansteckendem Lachen. Sie trug ein burschikoses Outfit mit Jeans, kariertem Baumwollhemd und Step-Weste. Ich glaube, solange ich sie kenne, hat sie nur eine handvoll Kleider besessen.
Ich habe an diesem Abend jedenfalls nichts mehr richtig auf die Reihe bekommen, aber zwei Jahre später waren wir verheiratet. Da wir dann zusammenziehen wollten, konnte ich meinen Koffer nicht mehr benutzen. Ich wollte mich
ihr gegenüber outen, aber mein Mut verließ mich
ihr die volle Wahrheit zu sagen. So erzählte ich nur von BDSM. Sie bat mich damit aufzuhören, aber ich erklärte
ihr, dass man eine Leidenschaft nicht einfach abschalten könne. Mein Vergleich damals: "Du magst Country-Musik, bitte höre jetzt auf Country-Musik zu mögen".
Ich bin aber trotzdem auf ihre Bitte eingegangen, denn ich dachte, als angehender Familienvater könnte ich so nicht mehr weitermachen. Also entsorgte ich alles was ich besaß. Auch fast meine ganzen Möbel, nur Fernseher, Videorekorder und Stereoanlage nahm ich mit, eben typisch Mann. Dann zog ich in ihre Wohnung mit ein. Kurz danach hatten wir dann eine große gemeinsame Wohnung und anderthalb Jahre später hatten wir eine Tochter im Haus.
Aber irgendwann konnte ich meine Leidenschaften doch nicht mehr unterdrücken. Ich begann wieder im ganz kleinen Rahmen zu sammeln. Mein
Versteck war damals ein Wäschekorb, in dem nur altes Zeug lag, das niemand brauchte. Dort, ganz unten drunter, lagen meine Schätze und ich hoffte, dass meine Frau sie nie finden würde.
Irgendwann habe ich
ihr aber dann doch meine Rückkehr zum BDSM gestanden. Sie war verständnisvoll und hat es sogar ein paarmal mir zuliebe ausprobiert, konnte aber keinen Gefallen daran finden. Aber mir gab es die Gelegenheit eine bessere Unterbringung meiner
Sachen inklusive Damenwäsche (von der meine Frau damals noch nichts wusste) zu organisieren. Ein alter Schrank aus dem Jugendzimmer meiner Frau, er hatte Schiebetüren. Ich habe kurzerhand ein Schloss eingebaut und schon hatte ich meinen privaten Bereich.
Als meine Tochter älter wurde, wurde sie logischerweise auch neugierig. Als dann die Fragen kamen, was das für ein Schrank sei, was darin enthalten wäre, konnte ich sie eine zeitlang noch mit Ausreden abspeisen. Aber ich wusste, so konnte es nicht weitergehen.
Nach dem Motto "Nicht kleckern sondern klotzen" plante ich den Eigenbau eines neuen Ehebettes. Das alte hatte mein Schwiegervater aus Rohren zusammengeschweißt, denn er war Schlosser. Dieses Bett gefiel uns nicht mehr und ich konstruierte ein neues. Während eines Kurzurlaubs von Frau und Tochter ging ich dann ans Werk, das Ergebnis war dieses Bett, völlig unauffällig.
Bett - Normalzustand.jpg
Wenn man die Lattenroste mit den Matratzen nach oben klappte, kam dort die Carrerabahn meiner Tochter zum Vorschein, die wir
ihr vor Jahren mal geschenkt hatten. Dadurch entstand auch in ihrem Zimmer mehr Platz.
Bett mit Carrera-Bahn.jpg
Das Foto ist eine Montage aus zwei Bilder und wurde 2003 aufgenommen, bevor die Bahn demontiert wurde. Niemand der sie gesehen hat, wäre auf die Idee gekommen, dass sich darunter noch etwas anderes verbirgt. Nämlich zwei geheime Schubladen mit getarnten Griffen. Meine Frau hatte ich über diese Tatsache aber unterrichtet. Hier wurde der Inhalt des Fachs wegretuschiert.
Bett mit Geheimfach.jpg
Wir haben hier viele Stunden beim Autorennen verbracht und oftmals hatte sich meine Tochter auch mal auf den Teppich gelegt. Dann habe ich immer die Luft angehalten, ob
ihr irgendetwas auffallen würde, aber das war nie der Fall. Man müsste schon die Fugen und Kanten ganz genau inspizieren um etwas zu entdecken, aber wer sollte das machen?
Dieses Geheimfach ist bis heute mit meinen "Spielzeugen" gefüllt. Das zweite habe ich manchmal benutzt um Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke zu verstecken. Seitdem ich Anfang des Jahres meiner Frau von meiner CD-Leidenschaft erzählt habe, ist die Situation für mich sehr entspannt geworden. Meine Frau ist verständnisvoll und unterstützt mich sogar beim Einkauf. Meine Damenwäsche lagert in einem Koffer oben in meinem Kleiderschrank und die Kleider hängen auf Bügeln (könnten ja meiner Frau gehören). Vielleicht muss ich beizeiten mal über ein Kofferschloss nachdenken, denn unsere beiden Enkelinnen werden ja auch größer.
Ich muss jetzt mal eine Lanze für meine Frau brechen, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes "die
bessere Hälfte". Wir sind beide sehr harmoniebedürftig. In 33 Ehejahren kann man die Anzahl der richtigen Streits locker an zwei Händen abzählen. Und die waren spätestens beim Gutenachtsagen beendet, wenn wir uns ins Gesicht schauten und gleichzeitig anfingen zu lachen.
Am Anfang unseres Zusammenlebens haben wir sehr oft (bestimmt 1-2 mal in der Woche) in der selben Sekunde genau dasselbe gesagt. Das war schon fast unheimlich wie gut wir harmonierten. Später lies die Häufigkeit nach, aber auch heute kommt es ab und zu noch mal vor. Sie sagte dann immer: "Noch ein Jahr!". Irgendwoher kannte sie wohl diese Regel. Wenn das wirklich stimmt, dann müssten wir bestimmt hundert Jahre verheiratet bleiben.
Zum Schluss noch eine kleine Anekdote.
>>Romantik-Modus an<< Am Anfang unserer Beziehung haben wir uns hin und wieder einen Kuss auf die Nase gegeben und uns gegenseitig versichert, dass wir uns ganz doll liebhaben. Dieser Vorgang wurde dann ganz schnell zum abendlichen Gute-Nacht-Ritual. Da aber jeder von uns den anderen mehr liebhaben wollte, haben wir dann eine Regelung eingeführt. Am Wochenende ist "Gleichdoll liebhaben" mit gleicher Anzahl von Nasenküssen. In der Woche ist sie dreimal dran mit einem Kuss mehr pro Tag, ich nur zweimal. In der nächsten Woche wird dann gewechselt.
Ich mache mir oft einen Spaß daraus sie mit allerlei Tricks "hereinlegen" zu wollen. Das klappt natürlich nie, es gibt eine kleine verbale Kabbelei und am Ende ist wie immer Friede, Freude, Eierkuchen.
>>Romantik-Modus aus<<
Diese Beschreibung von Liebe und Harmonie

könnte ich noch endlos weiterführen, aber ich glaube, das gehört in einen anderen Thread.
Für heute soll es das gewesen sein. Ich hoffe,
ihr habt euch amüsiert, über Kommentare würde ich mich sehr freuen.
Es grüßt euch alle sehr herzlich
Conny-Andrea
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