Hemmungen beim Crossdressen
Hemmungen beim Crossdressen - # 2

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Cybill
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 16 im Thema

Beitrag von Cybill » Fr 9. Dez 2011, 11:34

Eine Abschweifung:
muc.muc hat geschrieben:Moin,

"... selbst viele "Bio-Frauen" verzichten in der Dienstzeit auf ein allzu auffälliges Outfit."

... Ein zu auffälliges oder weibliches Outfit wird im Beruf gerne mit fachlicher Inkompetenz gleichgesetzt....
Anderer Länder, andere Sitten: Geh mal nach Russland! Oder sieh nach Frankreich!

und zurück zum Thema:

Hemmungen habe ich auch nicht. Vielleicht hätte ich es besser als "Bequemlichkeit" bezeichnen sollen. Ich bin nun mal in einer Altersregion, in der ein vernünftiges (und natürlich Schickes) "Passing" nur mit längerem Restaurierungsarbeiten möglich ist.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

martina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 17 im Thema

Beitrag von martina » Fr 9. Dez 2011, 15:44

hemmungen beim crossdressen ... hmmm ... wenn ich indoor bin, probiere ich mich aus, komplett mit weiblicher kleidung, perücke, schminke. dabei habe ich keine hemmungen.

anders ist es outdoor. damit hab ich erst vor kurzem angefangen. da hämmert immer die frage im hirn, ob ich als frau wahrgenommen werde, dass ich zumindest unauffällig unterwegs bin, dass ich nicht als mann und vor allem nicht als ich erkannt werde. die intensität dieser frage hat zwar gegenüber den ersten malen ein wenig nachgelassen, aber sie ist da. ich stelle fest, dass die meisten leute, die einem begegnen, an einem vorbei schauen. das gibt zumindest ein bisschen bestätigung, dass mein erscheinungsbild unauffällig ist.

dann gibt es auch die ebene, dass ich als mann damenklamotten trage, aber da nur sehr verhalten. strumpfhosen sind gar kein problem, auch bei damenjeans, cardigans, damenjacken und auch unauffälligen pullis bestehen keine hemmungen. da zieht der umstand: ich trage das, was mir gefällt.

in geschäften als mann durch damenabteilungen zu gehen und zu schauen und auch einzukaufen, bedeutet zumindest in solchen läden kein problem, in denen ich nicht damit rechnen muss, von einer verkäuferin angesprochen zu werden. ich stelle aber auch immer wieder fest, wenn ich als mann in herrenabteilungen unterwegs bin, dass ich dann lieber meine ruhe habe und nicht angesprochen werden möchte.

ferner ist immer wieder die frage gegenwärtig, warum ich das eigentlich mache. was macht das alles für einen sinn? ich weiss es nicht und finde keine antwort darauf. diese frage tritt manchmal mehr, manchmal weniger im vordergrund.

lg martina
Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

Lina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 18 im Thema

Beitrag von Lina » Fr 9. Dez 2011, 18:22

Cybill hat geschrieben:Interessanterweise habe ich heute manchmal mehr Hemmungen, als früher.

Von 1999 bis 2006 habe ich fast nur en femme gelebt und empfand das als völlig ok.

Im Moment kann ich mir dieses Gender-Bending beruflich nicht erlauben. Daher habe ich auf Teilzeitfrau umgesattelt und selbst da sind die Momente seltener geworden.
Altersbedingte Regression zur Männlichkeit? - Keine Ahnung!

Altersbedingt ... ? Ich glaube nicht, dass du das nötig hast - oder im Ernst meinst. Es gibt viele ältere Frauen, die elegant und "sehenswert" sind. So kannst du bestimmt auch irgendwann sein. Berufsbedingt kann ich es aber nachvollziehen.

exuser-08-07-2013

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 19 im Thema

Beitrag von exuser-08-07-2013 » Fr 9. Dez 2011, 20:19

Hemmungen beim Crossdressen?

Ich glaube da muss man unterscheiden zwischen den Hemmungen von außen und den eigenen, die sich mehrheitlich im Kopf abspielen.

Die Hemmungen von außen, sei es Beruf, familiäres Umfeld oder sonst etwas kann man nur schwer beeinflussen und muss man halt einfach so akzeptieren.
Das gilt zumindest für die, die sich nicht outen wollen oder können.

Das fängt schon dabei an, dass nur die wenigsten Nichtgeouteten wohl einfach die Türe aufmachen und losspazieren. Meistens ist es doch mit einer längeren Autofahrt verbunden um einen halbwegs „sicheren Ort“ zu finden.

Anders sieht es mit den eigenen Hemmungen aus. In den eigenen vier Wänden kann es keine Hemmungen geben, da kann man tun und lassen, was einem gefällt oder eben nicht. Jeder hat da seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

Falls jedoch die Zeit kommt, sich auch draußen zu bewegen und zu zeigen wird es extrem schwierig.

Ich bin in der Situation, dass ich fast mein halbes Leben in den eigenen vier Wänden oder in der Einsamkeit der Nacht verbracht habe – zufrieden war ich damit nie.

Die Hemmschwelle, sich anderen Menschen en femme zu zeigen war riesengroß und für mich ein unüberwindbares Hindernis. Mir hat einfach der Mut gefehlt.

Nun mache ich Schritt für Schritt.

Im Moment ist durch die Fußgängerzone zu stöckeln und Shoppen en femme für mich ein neues und erhebendes Gefühl, bei dem ich auch noch viele Erfahrungen sammeln muss, um sicher zu sein.

Ich muss mich halt da selbst noch austesten.

Wenn ich jetzt noch meinen Fetisch, immer extrem hohe Hacke tragen zu wollen loswerden könnte, würde ich mich vermutlich viel viel leichter tun, weil ich dann weniger auffalle.

Meine nächste Shopping-Tour werde ich ganz dezent, und möglichst unauffällig bestreiten. Mal sehen, wie mir das dann gefällt.

Die nächsten Schritte betrachte ich jetzt eigentlich nicht mehr so sehr als Hemmung, sondern eher als Herausforderung um neue Erfahrungen zu sammeln.

Wohin mein Weg geht? Keine Ahnung – bin selbst gespannt.

@ Martina:

Die Frage nach dem Sinn stellt sich bei mir nicht. Wichtig ist, dass ich mich wohlfühle dabei.

exuser-08-07-2013

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 20 im Thema

Beitrag von exuser-08-07-2013 » Fr 9. Dez 2011, 20:43

Nach nochmaligem Lesen meines Beitrages und der Vorbeiträge ist mir doch eine Hemmung eingefallen:

Die von Cybill angesprochenen Restaurierungsarbeiten und der damit zusammenhängende extreme Zeitaufwand ist doch eine nicht zu unterschätzende Hemmschwelle.

Mal kurz ins Auto und weg - geht halt nicht - Planung ist für die Frau angesagt - und da bin ich doch ganz Frau.

Chrissie
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 21 im Thema

Beitrag von Chrissie » Sa 10. Dez 2011, 15:33

lucy f hat geschrieben:Hemmungen beim Crossdressen?
Das fängt schon dabei an, dass nur die wenigsten Nichtgeouteten wohl einfach die Türe aufmachen und losspazieren. Meistens ist es doch mit einer längeren Autofahrt verbunden um einen halbwegs „sicheren Ort“ zu finden.
...
Falls jedoch die Zeit kommt, sich auch draußen zu bewegen und zu zeigen wird es extrem schwierig.
...
Die Hemmschwelle, sich anderen Menschen en femme zu zeigen war riesengroß und für mich ein unüberwindbares Hindernis. Mir hat einfach der Mut gefehlt.
..
Nun mache ich Schritt für Schritt.
..
Im Moment ist durch die Fußgängerzone zu stöckeln und Shoppen en femme für mich ein neues und erhebendes Gefühl, bei dem ich auch noch viele Erfahrungen sammeln muss, um sicher zu sein.
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Wenn ich jetzt noch meinen Fetisch, immer extrem hohe Hacke tragen zu wollen loswerden könnte, würde ich mich vermutlich viel viel leichter tun, weil ich dann weniger auffalle.
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Meine nächste Shopping-Tour werde ich ganz dezent, und möglichst unauffällig bestreiten. Mal sehen, wie mir das dann gefällt.
..
Die nächsten Schritte betrachte ich jetzt eigentlich nicht mehr so sehr als Hemmung, sondern eher als Herausforderung um neue Erfahrungen zu sammeln.

Wohin mein Weg geht? Keine Ahnung – bin selbst gespannt.
Hallo zusammen,

zusammengefasst kann man sagen : Das Problem ist in unseren Köpfen, weil einfach das Selbstvertrauen fehlt.

Bei mir war es früher ähnlich. Wenn unterwegs dann raus fahren, irgendwo umziehen, und dann eine Spritztour im Auto und höchstens auf einem verlassenen Parkplatz mal aussteigen.

Ich habe dann eine Gruppe in Düsseldorf gefunden, die in einem ganz normalen Cafe einmal im Monat ihren Stammtisch abhält, dort ist jeder gern willkommen - sowohl als Frau als auch als Mann.
Dort begannen dann die ersten Schritte in die Freiheit. Inzwischen wissen meine wichtigsten Freunde von Chrissie und ich gehe auch so direkt aus dem Haus. Das Umziehen unterwegs war mir einfach zu umständlich, hinzu kam noch die Erkentniss :
Ich mache nicht Verbotenes, Ich mache nichts wofür ich mich schämen müsste, ich bin einfach so, wie ich bin. Ebenfalls ein Auslöser war, dass ein Freund in meinem Alter von jetzt auf eben an einem Herzinfarkt verstarb. Da habe ich gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann und mich gefragt, ob es unter dieser Sichtweise eigentlich noch Sinn macht sich nach Anderen zu richten und seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Die Antwort lautet - Sofern ich keinem anderen Schaden zufüge : NEIN! Es gibt keinen Sinn sich nur nach anderen zu richten.
Wer das nicht verstehen WILL ist in meinen Augen kein echter Freund und auf solche falschen Freunde kann ich gern verzichten.

Ich habe mich zwar nicht in der Nachbarschaft komplett geoutet, gehe aber bewusst das "Risiko" ein, dass es durchaus dazu kommen kann, wenn ich als Chrissie aus dem Haus gehe.
Für solche Zwecke habe ich mir einen Flyer mit Informationen über Transgender "gebastelt" Hintergründe, Geschichtliches etc und bin bin auch gern zu Gesprächen bereit.
Denn was kann passieren ? Einige werden vielleicht mit dem Kopf schütteln und mich zukünftig meiden. Nun auf die kann ich getrost verzichten, das wären sowieso nie wirkliche Freunde geworden. Einige werden einfach darüber hinweggehen und einige werden Interesse zeigen. Nun ich bin bei Interesse gern zu einem Gespräch bereit, da ich viele Bücher über das Thema gelesen habe und jeden Dokumentarfilm darüber sehe.

Wichtig ist bei Ausflügen : nichts extrem Auffälliges anziehen und nicht dort spazieren gehen, wo Bio-Frauen zu diesen Zeiten nicht anzutreffen sind, wenn sie nicht zum ältesten Gewerbe gehören.
Mit der Zeit wird dann das Selbstvertrauen grölßer und irgendwann wirst auch Du so direkt das Haus verlassen.

Viéle liebe Grüße

Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.

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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 22 im Thema

Beitrag von Chrissie » Sa 10. Dez 2011, 15:33

lucy f hat geschrieben:Hemmungen beim Crossdressen?
Das fängt schon dabei an, dass nur die wenigsten Nichtgeouteten wohl einfach die Türe aufmachen und losspazieren. Meistens ist es doch mit einer längeren Autofahrt verbunden um einen halbwegs „sicheren Ort“ zu finden.
...
Falls jedoch die Zeit kommt, sich auch draußen zu bewegen und zu zeigen wird es extrem schwierig.
...
Die Hemmschwelle, sich anderen Menschen en femme zu zeigen war riesengroß und für mich ein unüberwindbares Hindernis. Mir hat einfach der Mut gefehlt.
..
Nun mache ich Schritt für Schritt.
..
Im Moment ist durch die Fußgängerzone zu stöckeln und Shoppen en femme für mich ein neues und erhebendes Gefühl, bei dem ich auch noch viele Erfahrungen sammeln muss, um sicher zu sein.
...
Wenn ich jetzt noch meinen Fetisch, immer extrem hohe Hacke tragen zu wollen loswerden könnte, würde ich mich vermutlich viel viel leichter tun, weil ich dann weniger auffalle.
..
Meine nächste Shopping-Tour werde ich ganz dezent, und möglichst unauffällig bestreiten. Mal sehen, wie mir das dann gefällt.
..
Die nächsten Schritte betrachte ich jetzt eigentlich nicht mehr so sehr als Hemmung, sondern eher als Herausforderung um neue Erfahrungen zu sammeln.

Wohin mein Weg geht? Keine Ahnung – bin selbst gespannt.
Hallo zusammen,

zusammengefasst kann man sagen : Das Problem ist in unseren Köpfen, weil einfach das Selbstvertrauen fehlt.

Bei mir war es früher ähnlich. Wenn unterwegs dann raus fahren, irgendwo umziehen, und dann eine Spritztour im Auto und höchstens auf einem verlassenen Parkplatz mal aussteigen.

Ich habe dann eine Gruppe in Düsseldorf gefunden, die in einem ganz normalen Cafe einmal im Monat ihren Stammtisch abhält, dort ist jeder gern willkommen - sowohl als Frau als auch als Mann.
Dort begannen dann die ersten Schritte in die Freiheit. Inzwischen wissen meine wichtigsten Freunde von Chrissie und ich gehe auch so direkt aus dem Haus. Das Umziehen unterwegs war mir einfach zu umständlich, hinzu kam noch die Erkentniss :
Ich mache nicht Verbotenes, Ich mache nichts wofür ich mich schämen müsste, ich bin einfach so, wie ich bin. Ebenfalls ein Auslöser war, dass ein Freund in meinem Alter von jetzt auf eben an einem Herzinfarkt verstarb. Da habe ich gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann und mich gefragt, ob es unter dieser Sichtweise eigentlich noch Sinn macht sich nach Anderen zu richten und seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Die Antwort lautet - Sofern ich keinem anderen Schaden zufüge : NEIN! Es gibt keinen Sinn sich nur nach anderen zu richten.
Wer das nicht verstehen WILL ist in meinen Augen kein echter Freund und auf solche falschen Freunde kann ich gern verzichten.

Ich habe mich zwar nicht in der Nachbarschaft komplett geoutet, gehe aber bewusst das "Risiko" ein, dass es durchaus dazu kommen kann, wenn ich als Chrissie aus dem Haus gehe.
Für solche Zwecke habe ich mir einen Flyer mit Informationen über Transgender "gebastelt" Hintergründe, Geschichtliches etc und bin bin auch gern zu Gesprächen bereit.
Denn was kann passieren ? Einige werden vielleicht mit dem Kopf schütteln und mich zukünftig meiden. Nun auf die kann ich getrost verzichten, das wären sowieso nie wirkliche Freunde geworden. Einige werden einfach darüber hinweggehen und einige werden Interesse zeigen. Nun ich bin bei Interesse gern zu einem Gespräch bereit, da ich viele Bücher über das Thema gelesen habe und jeden Dokumentarfilm darüber sehe.

Wichtig ist bei Ausflügen : nichts extrem Auffälliges anziehen und nicht dort spazieren gehen, wo Bio-Frauen zu diesen Zeiten nicht anzutreffen sind, wenn sie nicht zum ältesten Gewerbe gehören.
Mit der Zeit wird dann das Selbstvertrauen grölßer und irgendwann wirst auch Du so direkt das Haus verlassen.

Viéle liebe Grüße

Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.

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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 23 im Thema

Beitrag von Regina » Sa 10. Dez 2011, 16:39

Chrissie hat geschrieben:Da habe ich gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann und mich gefragt, ob es unter dieser Sichtweise eigentlich noch Sinn macht sich nach Anderen zu richten und seine eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen. Die Antwort lautet - Sofern ich keinem anderen Schaden zufüge : NEIN! Es gibt keinen Sinn sich nur nach anderen zu richten.
Absolut richtiger Ansatz, Chrissie. Es macht nicht nur unter dieser Sichtweise keinen Sinn, es macht überhaupt keinen Sinn sich nach anderen zu richten. Wir leben nicht für andere. Wir leben für uns. Was nützt es uns wenn unser Leben allen gefällt nur uns selbst nicht.
Der oder die einzige mit dem wir uns arrangieren müssen ist unsere Partnerin. Ansonsten gibt es wirklich nichts wofür wir uns schämen müssten. Also immer raus ins Getümmel.

Viel Spaß dabei.


Liebe Grüße,
Regina

Ulrike

Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 24 im Thema

Beitrag von Ulrike » Mo 12. Dez 2011, 10:29

So sehe ich es auch!! Was nützt es uns, wenn wir uns nach anderen richten, aber uns selbst nicht wohlfühlen?! Wenn wir uns selbst mögen und gut fühlen, dann strahlen wir dies auch nach außen hin und die Menschen um uns herum merken dies. Also achtet auf euch und nicht auf die anderen]Dessous

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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 25 im Thema

Beitrag von Mona Schwindt (†) » Mo 12. Dez 2011, 10:38

Ulrike hat geschrieben:Also achtet auf euch und nicht auf die anderen
So ist es. Da füge ich nichts hinzu.

Gruß Mona Schwindt
(flo) )))(: )):m
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.
" Guy de Maupassant"

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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 26 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-01-30 » Mo 12. Dez 2011, 12:43

Moin Regins!
Regina cd hat geschrieben:... es macht überhaupt keinen Sinn sich nach anderen zu richten. Wir leben nicht für andere. Wir leben für uns. Was nützt es uns wenn unser Leben allen gefällt nur uns selbst nicht.
Der oder die einzige mit dem wir uns arrangieren müssen ist unsere Partnerin. Ansonsten gibt es wirklich nichts wofür wir uns schämen müssten.
Da macht Du Dir die Sache doch ein bißchen leicht, handelst ja auch nicht wirklich so wie Du es hier beschreibst. Sicher ist es für uns selbst gut, wenn wir so leben können, wie wir es uns wünschen. Nur geht das eben einfach nicht, diese Freiheit hat niemand. Wenn alee nur auf sich selbst achten, dann bricht jedes Sozialgfefüge auseinander.

Die Rücksichtnahme auf die Partnerin hast Du ja schon erwähnt, also richten wir uns da in eigenem Inetresse nach jemand anderem. Bei Familie und Freunden ist das nicht nötig? Vielleicht wirklich nicht, aber dann sind wir möglicherweise sehr schnell sehr einsam. Und so tun sich immer mehr Bereiche auf, in denen wir uns doch nach anderen richten. Warum machst Du Dein Crossdressing "nur" in der Freizeit? Wenn der Job in Gefahr geraten könnte, ist es mit dieser absoluten Freiheit auch schnell vorbei. Wie steht es mit der persönlichen Stärke, wenn es schräge oder höhnische Bemerkungen der Umwelt gibt? Ein bißchen hält man die aus, aber auch auf Dauer?

Es geht mir nicht darum, die Offenheit und den recht freien Umgang mit zu blockieren. Aber solche pauschalen Bemerkungen finde ich äußerst gefährlich. Schämen müssen wir uns wirklich für nichts, aber ein wenig nach anderen richten wohl schon. Hier muß jede für sich ganz genau hinsehen und prüfen, was denn lebbar ist und was nicht. Und auch bewerten, was sie zu opfern bereit ist. Und da sind wir an dem Punkt, wo wir dann wirklich ganz allein sind und uns nach niemandem richten dürfen: Entscheiden wie wir leben wollen in vollem Bewußtsein der Folgen müssen wir ganz allein.

Tschüß
Claudia
Freiheit nutzt sich nur ab, wenn man sie nicht benutzt.
(Reinhard Mey)

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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 27 im Thema

Beitrag von Mona Schwindt (†) » Mo 12. Dez 2011, 12:55

Claudia hat geschrieben:Aber solche pauschalen Bemerkungen finde ich äußerst gefährlich
Es darf ja nicht bei diesem Grundsatz bleiben.
Auf die anderen nicht achten, heißt für mich ja nicht, dass ich sie nicht beachte oder nicht achte.
Ich habe es vielmehr für mich so verstanden, ich achte nicht so sehr auf die Meinung der anderen sondern ich habe vielmehr auf mich acht.
Also für mich ist der Standpunkt der Betrachtensweise äußert wichtig.

Gruß Mona Schwindt

(flo)
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.
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Regina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 28 im Thema

Beitrag von Regina » Mo 12. Dez 2011, 17:34

Hallo Claudia,

sicher hast Du Recht. Ich habe da schon sehr pauschalisiert. Natürlich wäge ich ab was für mich und für mein Leben wichtig ist. Und wie Du schon sagst richten wir in unserem eigen Interesse auch nach anderen. Die Frage ist doch aber, ob ich mir von anderen Vorschreiben lassen wie ich mich zu verhalten habe. Wenn von mir in meinem Job verlangt wird Anzug und Krawatte zu tragen (als Banker z.B.) und das für den Job eine Bedingung ist, sollte ich mich besser danach richten. Oder ich trage die Konsequenzen. In meiner Freizeit aber, kann ich doch tragen was ich will.
Wichtig finde ich immer, dass ich die Rechte anderer Menschen nicht verletze. In diesem Rahmen kann ich mich doch aber gut bewegen. Es gibt ganz andere Dinge die man nicht an die große Glocke hängen wollen, weil sei eben niemanden etwas angehen. Aber dennoch hat man die Freiheit in dem Rahmen alles zu tun. Wenn ich zum Beispiel an SM Praktiken denke. So hat früher niemand darüber gesprochen. Aber auch das wird immer gesellschaftsfähiger, weil es ja jeder für sich selbst entscheiden muss was er tut. Wer bin ich den, darüber zu urteilen was jemand in seinem Liebesleben macht.
Genauso nehme ich für mich das Recht in Anspruch mich in meiner Freizeit zu kleiden wie ich möchte. Im Beruf habe ich eine Position auszufüllen. Das wird von mir erwartet und dafür bekomme ich bezahlt. Aber in meiner Freizeit?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Musik wir hören?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Bücher wir lesen?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Filme wir sehen?
Sollten wir uns vorschreiben lassen welche Menschen wir toll finden?
Mit Sicherheit: Nein!
Worauf ich hinaus möchte ist, dass diese Angst aufhört: Was werden die Leute sagen...? Was geht mich die Meinung der Leute an? Aber Du hast Recht. Ich bin nicht der rücksichtslose Bulldozer Typ. Ich glaube aber auch nicht, dass vom Crossdressing gleich das Sozialgefüge auseinander bricht.

Liebe Grüße,
Regina
Zuletzt geändert von Regina am Mo 12. Dez 2011, 18:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 29 im Thema

Beitrag von Pama » Mo 12. Dez 2011, 17:49

Claudias Auffassung, dass wir ganz allein unter Berücksichtigung der Folgen die Entscheidung zu treffen haben, wie wir leben wollen, teile ich.

Als langjährig im Haus geduldete "Teilzeitfrau" mit immer noch sonderlichem Drang, habe ich heute noch Hemmungen, mich hier im Forum, also in einem gewissen Bereich der Öffentlichkeit, näher zu outen. Ein Verlassen des Hauses ist mir daher gar nicht möglich und zur Zeit auch nicht gewollt. Selbst der gelegnentliche Wunsch, Strumpfhosen und Mieder unter der Altagskleidung häufiger zu tragen, wird aus Angst vor Feststellung meiner Neigung unterdrückt. Ich liebe es zwar, eine Frau zu sein, bin aber auch gern ein Mann, der nicht nur in der Familie ein Ansehen hat, welches ich nicht verlieren nöchte.

Regina
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Re: Hemmungen beim Crossdressen

Post 30 im Thema

Beitrag von Regina » Mo 12. Dez 2011, 18:56

Hallo zusammen,

dann sind wir doch alle einer Meinung. :D
Pama hat geschrieben:... dass wir ganz allein unter Berücksichtigung der Folgen die Entscheidung zu treffen haben ...
Du entscheidest unter Berücksichtigung der Folgen.

Was aber die Folgen angeht kannst Du ja nur spekulieren. Und hier fängt es eben an nebulös zu werden.
Es gab ja einmal Zeiten, da durfte man bestimmte Bücher nicht lesen, bestimmte Radiosender nicht hören. Das war sogar von Gesetzt her verboten. Dennoch haben Menschen sich davon nicht einschüchtern lassen. Obwohl die Konsequenzen verheerend waren.
Nun denn, Crossdressing mit dem Hören von Feindsendern im 3. Reich zu vergleichen ist sicher ein wenig weit her geholt. Was aber die Folgen angeht wenn wir auffliegen, denke ich, sind die Ängste bei vielen einfach zu groß.
Aber richtig: Jeder entscheidet selbst.

Weiterhin viel Spaß dabei.

Liebe Grüße,
Regina

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