Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?
Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert? - # 2

allgemeiner Austausch
Elvira
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 56
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 13:40
Pronomen: sie/er/es
Wohnort (Name): Heidelberg
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 16 im Thema

Beitrag von Elvira »

Danke, daß Du darauf hinweist. "Unsere" Sprache wird ja immer ungenauer, seit Jahren schon.
Ausgrenzung erfahren aber nicht nur die Leute, die nur durch den Fetisch erregt werden, sondern eben auch DWT, die nicht in Transition sind, sich dessen (noch?) nicht bewußt sind oder sich eben nicht als Frauen stylen, sondern die Sachen deshalb "heimlich" tragen.
"Andere" (über)betonen daher den Aspekt, "ganz normales Kleidungsstück", "muß sie tragen wegen blablabla" (Stützstrümpfe, BH, Mieder), "gehört zum Frau-Sein dazu" und wollen bloß nicht mit denen verwechselt werden, die es tun, weil sie es mögen. (Welchen Grad der Erregung das auslöst,lassen wir mal beiseite.)
Wer sich abgrenzt von Jenen, grenzt Jene eben aus und so erfährt der DWT damit eine Abwertung.
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 19520
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 1250 Mal
Danksagung erhalten: 11357 Mal
Gender:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 17 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Elvira hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 17:08 sondern die Sachen deshalb "heimlich" tragen
Wie kann man Menschen ausgrenzen, die etwas heimlich tun oder tragen?
Was erwartest du eigentlich?
Unterwäsche ist ja nun auch in den meisten Fällen keine "öffentliche Kleidung"; es sei denn, du gehst zu einer "Unterwäsche-Party".
... und nach den Schilderungen in deinem anderen Thema werden da u.U. Fantasien in Gang gesetzt, die in weiten Kreisen unerwünscht sind.
(bei allem Respekt, aber als Eltern hätte ich doch so meine Sorgen und Gedanken, wenn mein Kind sich mehrere Strumpfhosen über den Kopf zieht und so schläft
Zitat aus deinem Thema: "Ich hatte so etwa 10 Nylons meiner Mutter und die trug ich manchmal alle 10 (über dem Kopf) in der Nacht. Ich habe aber nur ein einziges mal von meinem Vater ein besorgtes "bekommst Du denn noch genug Luft?")
Das sind ja auch gerade Befürchtungen von Frauen und Frauengruppen; denn viele Frauen wollen nicht begafft werden oder dass man sich an ihren Sachen zu schaffen macht und sexuelle Fantasien füttert.

Wenn du mein sich entwicklendes Missbehagens als Ausgrenzen empfindest, kann ich das nicht verhindern.
Sollten weitere Beiträge dieser Art kommen, werde ich mir stark überlegen, die freizuschalten.
Die Beiträge stehen in einem öffentlichen Raum. Manche Parnerinnen oder andere Familienmitglieder schauen hier rein, aber auch Kinder - und andere Menschen, die sich informieren wollen.
Elvira
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 56
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 13:40
Pronomen: sie/er/es
Wohnort (Name): Heidelberg
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 18 im Thema

Beitrag von Elvira »

Anne-Mette hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 17:30
Elvira hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 17:08 sondern die Sachen deshalb "heimlich" tragen
Wie kann man Menschen ausgrenzen, die etwas heimlich tun oder tragen?
Ja, das ist natürlich schwer zu beantworten. Was macht man heimlich und warum?
Mir geht es darum, über etwas zu reden, reden zu können, was man nicht mehr allein tragen kann oder tragen will.
Ich hoffe ja nicht, daß ich hier irgendjemanden mit meinen Berichten verstöre.
Ich habe eine SHG gegründet für Menschen, die ähnliche Probleme haben wie ich. Es soll besser werden auf dieser Welt!
Mich haben meine Eltern mit dem Problem allein gelassen, wahrscheinlich waren sie mit dem Problem auch allein gelassen. Weitergekommen bin ich ja auch erst durch eine Therapie (näheres siehe Elviras große Fahrt).
Ich will Dir natürlich keine zusätzliche Arbeit (Du hast ja bestimmt nicht zu wenig davon, Danke Dir dafür!) aufhalsen, aber ich fände es vollkommen in Ordnung, wenn Du Dinge "zensierst", die Deiner Meinung nach Probleme bei anderen verursachen können. Ich habe bestimmt meine Scheuklappen und sehe manche Dinge nur durch meine "Brille".
Plisseedreher70
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1151
Registriert: Mo 17. Feb 2014, 15:34
Geschlecht: Männlich
Pronomen: Er
Hat sich bedankt: 548 Mal
Danksagung erhalten: 567 Mal

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 19 im Thema

Beitrag von Plisseedreher70 »

Ich glaube, die meisten Männer haben ein erotisches Fetisch, angefangen von Schuhen,
Lederbekleidung, Glanzstoffe u.v.m.
Schon als junger Kerl rannte ich Mädels hinterher, die einen glänzenden Rock trugen und ich war da hin und weg. Es kam dann wie es kommen musste...selbst solche Röcke anzuziehen.
Das liegt nun ca. 50 Jahre zurück. Und heute? Ende immer noch nicht in Sicht!
Bis heute bin ich ein reiner DWT, Frau sein nur in Ausnahmefällen!!! Satinkleider/Röcke und auch anderes zu tragen ist für mich sehr lustvoll und steigert erheblich meine Lebensqualität. Deshalb kann ich nur jedem raten, sein ICH auszuleben, egal ob es in die Gesellschaft passt oder auch nicht.
Schönen Sonntag
Plissi
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!
Martina-NB
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 55
Registriert: Fr 12. Feb 2021, 10:02
Geschlecht: non-binary
Pronomen:
Wohnort (Name): Vaterstetten
Hat sich bedankt: 61 Mal
Danksagung erhalten: 20 Mal
Gender:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 20 im Thema

Beitrag von Martina-NB »

Plisseedreher70 hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 22:22 Ich glaube, die meisten Männer haben ein erotisches Fetisch, angefangen von Schuhen,
Lederbekleidung, Glanzstoffe u.v.m.
Und ich sage, die wenigsten Menschen haben einen echten Fetisch.
Man möge doch bitte zwischen Fetisch und Vorliebe/Leidenschaft/... unterscheiden.

Aber ich fürchte, das gehört nicht hier her und ist eh sinnlos.
Der Witz ist in meinen Augen ja nur, dass sich Leute ständig selbst als Fetischist bezeichnen und sich damit in der "Öffentlichkeit" etwas ins abseits stellen.
tina75
schau
Beiträge: 34
Registriert: Mo 18. Apr 2022, 03:46
Pronomen: beides er/sie
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 37 Mal

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 21 im Thema

Beitrag von tina75 »

Elvira hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 19:24
Mich haben meine Eltern mit dem Problem allein gelassen, wahrscheinlich waren sie mit dem Problem auch allein gelassen. Weitergekommen bin ich ja auch erst durch eine Therapie.
war dieses Verhalten, zwanghaft oder nicht, denn nicht auch ein unterbewusster Hilferuf. Nach Beachtung oder Hilfe? Zumindest nach mehr Interesse. Nichts schmerzt doch mehr, als wenn deine liebsten Vertrauenspersonen (egal ob Eltern oder Partner) die "offen" gezeigte Vorliebe einfach nur "hinnehmen". Man hat schnell das Gefühl "es ist egal- also bin ICH egal".
Ich verstehe Elvira insoweit, das diese Unsicherheit des "bin ich überhaupt von Interesse?" sie bis heute, bis in dieses Forum getragen hat.

Wiegesagt: meine Meinung, meine Interpretation.

Und an Mette- Anne gerichtet: Mich verstört an den Texten nichts und es schafft auch keinerlei sexuellen Fantasien. Ich denke, als erwachsener Mensch komme ich mit sowas gut zurecht. Es zeigt eher, wohin "wegschauen" führt.


liebe Grüße an euch alle, eure Tina 🍀
würde, wäre, wenn- einen Schritt nach dem anderen...🍀
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 19520
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 1250 Mal
Danksagung erhalten: 11357 Mal
Gender:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 22 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

tina75 hat geschrieben: So 15. Mai 2022, 10:16 Und an Mette- Anne gerichtet: Mich verstört an den Texten nichts und es schafft auch keinerlei sexuellen Fantasien.
Das beruhigt mich.
Ich hatte auch eine andere Zielgruppe im Auge.
tina75 hat geschrieben: So 15. Mai 2022, 10:16 Ich denke, als erwachsener Mensch komme ich mit sowas gut zurecht. Es zeigt eher, wohin "wegschauen" führt.
Das finde ich nicht schlüssig, wohin soll Wegschauen führen und wer "schaut hier weg?"
Und ganz davon ab: ich meinte eher die "Opfer".
tina75
schau
Beiträge: 34
Registriert: Mo 18. Apr 2022, 03:46
Pronomen: beides er/sie
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 37 Mal

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 23 im Thema

Beitrag von tina75 »

Anne-Mette hat geschrieben: So 15. Mai 2022, 10:44
tina75 hat geschrieben: So 15. Mai 2022, 10:16 Ich denke, als erwachsener Mensch komme ich mit sowas gut zurecht. Es zeigt eher, wohin "wegschauen" führt.
Das finde ich nicht schlüssig, wohin soll Wegschauen führen und wer "schaut hier weg?"
Und ganz davon ab: ich meinte eher die "Opfer".
Ich als Elternteil zweier Kinder schaue sehr genau hin, mit welchen Hilfsmitteln unsere Kinder ihre "Wohlfühl- und safezone" aufbauen. Mehrere Strumpfhosen oder eine Plastiktüte über dem Kopf wäre mehr als nur ein Grund zum Hinterfragen. Das wollte ich damit ausdrücken, Entschuldigung falls das missverstanden wurde.
Ein gesundes Vertrauensverhältnis und offene Kommunikation sollte für jedes Eltern- Kind Verhältnis selbstverständlich sein. Ist es nur leider nicht.
würde, wäre, wenn- einen Schritt nach dem anderen...🍀
kendra
Beiträge: 15
Registriert: Sa 27. Feb 2021, 20:07
Geschlecht: divers
Pronomen: was auch immer
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal
Gender:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 24 im Thema

Beitrag von kendra »

Hallo Mädels!
Wenn ich darüber nachdenke, dann glaube ich, dass der Wunsch oder die Sehnsucht nach Akzeptanz oder Willkommensein ziemlich weit geht und vielen Menschen möglichweise zu viel abverlangt. Ich wäre schon zufrieden, wenn ich ohne Angst vor dummen Sprüchen, Beschimpfungen oder werweisswas enfemme aus dem Haus gehen könnte! Und mir wird klar, dass ich es abgesehen vom Hamburger Tuntenball niemals ausprobiert habe. Da war/ist einerseits die Angst vor Entdeckung und andererseits der Wunsch endlich "erwischt" zu werden. Manchmal ist es zum Heulen.
Blossom
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2786
Registriert: Sa 18. Jan 2020, 21:09
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waltrop
Hat sich bedankt: 6004 Mal
Danksagung erhalten: 5678 Mal
Gender:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 25 im Thema

Beitrag von Blossom »

kendra hat geschrieben: Mo 16. Mai 2022, 21:15 Da war/ist einerseits die Angst vor Entdeckung und andererseits der Wunsch endlich "erwischt" zu werden. Manchmal ist es zum Heulen.
Na, dann solltest du deine "Angst" schlicht überwinden und dich "erwischen" lassen ... denn das befreit ungemein und müsstest nicht mehr "Heulen".
»Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.«
Billie Jean King (*1943)
tina75
schau
Beiträge: 34
Registriert: Mo 18. Apr 2022, 03:46
Pronomen: beides er/sie
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 55 Mal
Danksagung erhalten: 37 Mal

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 26 im Thema

Beitrag von tina75 »

Blossom hat geschrieben: Mo 16. Mai 2022, 21:34 Na, dann solltest du deine "Angst" schlicht überwinden und dich "erwischen" lassen ... denn das befreit ungemein und müsstest nicht mehr "Heulen".
wenn man es genau betrachtet, ist das bewusst in kauf genommene Risiko des "erwischt werdens" auch nur eine Strategie der Problemlösung. Ist doch nix schöner, als die ausbleibende oder gar positive Reaktion des '"Erwischenden".


vielleicht lass ich mich auch mal erwischen... 😉
würde, wäre, wenn- einen Schritt nach dem anderen...🍀
Vicky_Rose
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2777
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Hat sich bedankt: 445 Mal
Danksagung erhalten: 2583 Mal
Kontaktdaten:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 27 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Moin,

ich versuche die verschiedenen Aspekte einmal mit meinem Erfahrungshorizont zu verstehen. Vieles ist mir nämlich nicht ganz unbekannt ...

Ich glaube, es ist eine tiefe Sehnsucht in uns, "erwischt zu werden", was ich als ein Synonym für Anerkennung verstehe. Dabei liegt das ständig im innere Konflikt mit dem eigenen Gefühl, das eigene "Treiben" als "minderwertig zu sehen. Ich habe den Verdacht, und da gehe ich von mir aus, dass bei vielen eine fehlende Anerkennung der eigenen Person in der Kindheit der Hintergrund ist. Damit meine ich nicht nur die Anerkennung im Sinne des Tran*-seins, sondern eine ganz allgemeine Anerkennung. Ein Kind, das von den Eltern vorbehaltslos akzeptiert wird, kann mMn gar nicht mit einem Gefühl in die Welt gehen, dass es grundsätzlich abgelehnt wird. Demnach wäre es von Bedeutung, am eigenen Selbstbewusstsein zu arbeiten.

Die Erfahrung der Ablehnung erfahren alle Menschen irgendwann einmal. Die Frage ist, wie geht man damit um ? Beeinträchtigt es mein persönliches Selbstempfinden ?

Mir ist klar, dass es Menschen gibt, die in einem Umfeld leben, das eine Ablehnung signalisieren könnte. Ich habe diese Erfahrung nicht gemacht. Für mich persönlich habe ich erkannt, das die Ablehnung nur "gefühlt" war. Sie war reines Kopfkino. Klar reagieren Menschen gelegentlich, wenn ich en femme unterwegs bin. Aber das sind eher die Ausnahmen. Und die Reaktionen sind oftmals nicht negativ.

Erwarten wir nicht zuviel von unserer Umwelt, wenn wir voraussetzen, dass sie uns lieben sollen, wie wir sind ? Wir müssen unserer Umwelt auch die Chance geben, dass sie uns kennenlernen, wie wir sind. Woher sollen sie wissen, wir wir sind ?

Mein Geschlechtsempfinden ist ziemlich fluid. Ich kenne kaum eine harte Grenze zwischen weiblich und männlich und mag mich keiner Seite wirklich zuordnen und so schwankt sie mal mehr zur einen, dann zur anderen Seite. DIe Kleidung, die ich trage, ist Ausdruck meines Empfindens. Ich trage sie nicht, um mich "als Frau" zu fühlen. Hier wird gerne Ursache und Wirkung vertauscht. Und ja, ich kann in schönen Dessous auch Lust empfinden. Geht es vielen "Bio"-Frauen nicht ebenso ?

Kleidung ist ein Statement. Kleidung ist Kommunikation. Dabei kann ich ehrlich sein oder lügen. Aber wen belüge ich, wenn nicht die Kleidung trage, die meine Gefühle ausdrückt ? Lüge ich, wenn ich meinen männlichen Körper weiblich verhülle oder lüge ich, wenn ich dem anderen nicht zeige, wer ich bin ?

Belüge ich mich nicht selber, wenn ich mich nicht so kleide, wie es mir gerecht wird ? Warum ist mir die Meinung anderer wichtiger als die eigene ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Elvira
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 56
Registriert: Mi 4. Mai 2022, 13:40
Pronomen: sie/er/es
Wohnort (Name): Heidelberg
Hat sich bedankt: 40 Mal
Danksagung erhalten: 35 Mal

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 28 im Thema

Beitrag von Elvira »

Martina-NB hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 08:37 Was [...] Grundsätzliches[...]zum Thema Fetisch. [...]
Ich finde, der Begriff wird heute inflationär benutzt,[...] kann man doch nur von einem Fetisch sprechen, wenn für die konkrete Person eine erhebliche sexuelle Erregung davon aus geht. - Oder im engeren Sinne das entsprechende Objekt sogar zwingend notwendig ist für eine sexuelle Erregung.
Liebe Martina-NB,
Du hast vollkommen recht! Ich werde mir in Zukunft den Gebrauch des Wortes Fetischist verkneifen. Denn ...
es stimmt ja so nicht für mich. (Zwingend notwendig für eine sexuelle Erregung) und (erhebliche sexuelle Erregung) das trifft ja so nicht zu. Wenn ich die "Wäsche" trage habe ich zwar ein sehr positives Gefühl, aber in dem Sinne erregt, bin ich nicht.
Ich habe halt nur die Erfahrung gemacht, daß es zwei, drei oder mehr Gruppierungen gibt, die sich davon distanzieren, überhaupt eine erotische Komponente bei ihrem Kleidungsverhalten zu erkennen.
-- muß Stützstrümpfe tragen, weil medizinisch begründet
-- sind schön warm (umgekehrt im Sommer zu warm, dann werden sie eben nicht getragen)
-- ganz normales Kleidungsstück

Ich wollte mit meiner Aussage "Ja, sicher, ich bin Fetischist" auf etwas anderes hinaus:
Ich habe mir schon lange das Eingeständnis gemacht, daß ich eine erotische Beziehung zu dieser Wäsche habe.
Ich trage sie eben nicht, weil sie eine medizinische Notwendigkeit ist.
Auch nicht, weil sie gut wärmt.
Und sie ist/sind kein "normales" Kleidungsstück.

Insofern stehe ich zu der erotischen Komponente. Zu meiner Erotik. Die besteht darin, daß ich möglichst viel Zeit mit den Stoffen angezogen verbringe, die mich glatt, fest und eng umschließen. Erregt? Das wäre eine Definitionsfrage. Aufgeregt? Schon eher. Bei jedem Schritt sich und die "Sachen" spüren. Ja! Ich sein, vor allem! Meinem Bedürfnis nachgeben.
Ich will hier niemandem persönlich etwas unterstellen, aber ganz allgemein gesagt, sind sich doch nur wenige Menschen voll bewußt, was sie tun.
Meine Motivation als Junge: ich habe immer gebetet, lieber Gott laß' mich morgen als Mädchen aufwachen!
Vordergründig wollte ich auch diese tolle (Unter)wäsche tragen. "Legal" sozusagen, in der Öffentlichkeit (bestimmt nicht, um mich zu "erregen").
Was da so der Hintergrund war, ist mir noch nicht so ganz klar. Wird es vielleicht auch nie ganz sein.

Aber eins weiß ich ganz genau, ich will dazu stehen, wie ich fühle, wie ICH bin, keinen Schritt zurück.
Blossom
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2786
Registriert: Sa 18. Jan 2020, 21:09
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waltrop
Hat sich bedankt: 6004 Mal
Danksagung erhalten: 5678 Mal
Gender:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 29 im Thema

Beitrag von Blossom »

Elvira hat geschrieben: Di 17. Mai 2022, 10:10 die sich davon distanzieren, überhaupt eine erotische Komponente bei ihrem Kleidungsverhalten zu erkennen.
Sehe ich anders ... es muss ja keine diesbezügliche, in meinen Augen unbequeme Unterwäsche als erotische Komponente sein. Die kann ich mit entsprechender Oberbekleidung auch setzen, oder etwa nicht?
»Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.«
Billie Jean King (*1943)
EmmiMarie
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2278
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bad Krozingen
Hat sich bedankt: 1873 Mal
Danksagung erhalten: 2365 Mal
Gender:

Re: Sind wir (DWT) irgendwo willkommen oder akzeptiert?

Post 30 im Thema

Beitrag von EmmiMarie »

Elvira hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 17:08 "Andere" (über)betonen daher den Aspekt, "ganz normales Kleidungsstück", "muß sie tragen wegen blablabla" (Stützstrümpfe, BH, Mieder), "gehört zum Frau-Sein dazu" und wollen bloß nicht mit denen verwechselt werden, die es tun, weil sie es mögen. (Welchen Grad der Erregung das auslöst,lassen wir mal beiseite.)
Wer sich abgrenzt von Jenen, grenzt Jene eben aus und so erfährt der DWT damit eine Abwertung.
Hallo Elvira,


als ich diesen Satz gelesen habe, habe ich mich spontan gefragt "hä?"

Auch wenn es für mich ganz normale Kleidungsstücke sind, ist einfach so,
mag ich sie doch trotzdem gerne. Ich ziehe doch nichts an, was ich nicht gerne mag.
Hab ich nie und werde ich auch nie..
und ich sehe nicht, wie ich damit eine Person ausgrenze die auch ein bestimmte Form
von Kleidung mag, nur halt aus einem anderen Grund.
Und entschudlige wenn ich das so sage, da ist schon ein Unterschied zwischen DWT
und (trans) Frau, das heisst aber auch nicht, das ich dich als Person ausgrenze.

Kann es vielleicht sein, das du das Gefühl haben möchtest ausgegrenzt zu werden?
Wenn du Kleidung als Begrenzung brauchst, was übrigens nicht so eine absonderliche
psychosoziale Entwicklung ist-kann das auch an anderen Stellen so sein.
Im Sinne von Grenzen spüren und sich dann erkennen...
Du betonst das ja selbst öfter, bist sogar mit der Thematik, soweit ichs gelesen habe
in das Forum gestartet.
Und du grenzt ja auch die aus, die sagen da ist kein erotischer Aspekt in der Kleidung,
verstehst nicht warum ich das beispielsweise sage. Eben, wenn ich ein leichtes Sommerkleid
trage mache ich das in allererster Linie weil es mir warm ist-nicht das sich der
Nachbar dran aufgeilen kann und wenn, ist es mir persönlich egal, solange er mich
in Frieden lässt und bisher war das auch so..

Also zieh an worauf du Lust hast und gut ist ohne dir gross den Kopf zu zerbrechen.

Alles Liebe Marie (flo)
Always be a unicorn

A heart that hurts is a heart that works <3
Antworten

Zurück zu „Crossdresser Transgender DWT Portal“