Outdoor im Hybrid-Modus
Outdoor im Hybrid-Modus - # 4

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Rusza
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 46 im Thema

Beitrag von Rusza »

Hallo...ich versuche ausnahmslos alles männliche zu verdecken.Nur so habe ich draußen das Gefühl der Sicherheit.Die Leute können ruhig sehen,das ich eine Transfrau bin.Sie sollen aber keinesfalls einen Mann in Frauenkleidern sehen.Zur Langhaarfrisur trage ich immer noch ein Kopftuch.Auch vermeide ich es Bein zu zeigen.So trage ich nur knöchellange Baumwoll-oder Jeansröcke.Ohne Make up geht mittlerweile auch nichts mehr.Hybrid-Modus ? Niemals.Da bin ich einfach zu ängstlich und zweitens will ich so weiblich wirken wie es nur geht.
Viele grüsse Rusalka
Kim93
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 47 im Thema

Beitrag von Kim93 »

Hallo,

Ich habe mich letztens auch mal an das Thema gewagt.
Eine gute Freundin hat mich am Abend auf ein Tässchen Kaffe eingeladen. Da hab ich mir meine Skinny Jeans, eine schlichte schwarze Langarmbluse und meine Budapester von Tamaris angezogen. Sie hat mich nicht großartig gemustert und hat auch nichts gesagt. Ich habe auch mal meinen Spitzenstring deutlich rausblitzen lassen, trotzdem kam keine Reaktion. Meint ihr sie hat es nicht gemerkt oder einfach nicht getraut etwas zu sagen?

Hier noch mein Outfit:

Die Bluse

https://m.zalando.de/opus-sikrit-bluse- ... x-q11.html

Die Hose

https://m.zalando.de/gina-tricot-molly- ... m-k15.html

Die Schuhe

https://m.zalando.de/tamaris-schnuerer- ... l-q11.html
spacecy
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 48 im Thema

Beitrag von spacecy »

Warum hast Du Deine Freundin nicht einfach darauf angesprochen und ihr die Sachlage erklärt. Ich mache immer wieder die Erfahrung, nichts ist einfacher als sich Freunden gegenüber zu "outen". Habe noch nie eine negative Reaktion erhalten. Es gab jedes mal ein Gespräch zu warum, wieso usw. und immer Verständnis für meine Veranlagung. Ich trage nur noch weibliche Kleidung und Brüste Cup C als Mann mit Vollbart..........
Glücklich ist, wer vergißt was nicht zu ändern ist (aus "Die Fledermaus")
sbsr
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 49 im Thema

Beitrag von sbsr »

Kim93 hat geschrieben: Di 6. Jul 2021, 03:47 trotzdem kam keine Reaktion. Meint ihr sie hat es nicht gemerkt oder einfach nicht getraut etwas zu sagen?
Am wahrscheinlichsten erscheint mir, es war ihr schlichtweg egal. Wir neigen dazu, unser Crossdressing wesentlich wichtiger zu nehmen, als es für unser Umfeld ist.

Ich erinnere mich immer noch an die Situation, in der eine Bekannte fast beleidigt war, weil sie nicht verstand was daran jetzt besonders sein soll und warum sie etwas dazu hätten sagen sollen.

Falls Du ihre Einstellung dahingehend in Erfahrung bringen willst, warte auf eine Gelegenheit und sprich das Thema ganz beiläufig an. Gespräch auf das Wetter lenken und dann anmerken, Stoffe wie diese Bluse sind bei den Temperaturen ja total angenehm. Irgendwie so. Das ist unverfänglich, das Gegenüber hat die Wahl darauf einzugehen oder nicht, und Du lieferst einen Einsteiger.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 50 im Thema

Beitrag von Helga_CD »

Tolles Interview und Shooting mit Mark Bryan (kennen viele vielleicht von Instagram).
Also wenn schon die VOGUE, wie ich finde offen und konstruktiv, das Thema Crossdressing (sie nennt es "geschlechtslose Mode") behandelt, sind wir ja alle auf dem richtigen Weg.
Zumindest bestätigt der Bericht viele meiner eigenen Erfahrungen und weckt in mir die Lust, doch öfter mal wieder ein Ründchen in Rock und Heels durch die Stadt zu drehen.

https://www.vogue.de/mode/artikel/mark- ... e-shooting
Helga_CD
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 51 im Thema

Beitrag von Helga_CD »

Für alle lesefaulen aber vor allem für mich selbst, zitiere ich mal die Aussagen von Mark Bryan, die mich persönlich am meisten tangieren, da ich mich damit sehr gut identifizieren kann:
...ich habe mich selbst nie als Crossdresser gesehen. Das Wort impliziert ja schon per se eine Grenzüberschreitung. Wenn ich aber keine Grenze zwischen den Geschlechtern sehe, welche sollte ich dann überschreiten? Ich war immer der Meinung, dass Röcke und High Heels für alle da sein sollten, die sie tragen wollen.
Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann, dass Menschen durch mich lernen, dass Kleidung nichts mit sexueller Orientierung zu tun hat. Früher lautete mein Credo “clothes have no gender”, also “Kleidung hat kein Geschlecht”, aber das habe ich mittlerweile erweitert zu “clothes have no gender and no sexuell orientation.
...wenn Frauen traditionell maskuline Elemente in ihre Garderobe einbauen, wird ihnen eine “starke” Ausstrahlung zugeschrieben, umgedreht gilt das aber nicht, wenn Männer etwas traditionell feminines tragen. Da spielen in vielen Köpfen alte Muster noch eine große Rolle. Letztlich ist es doch aber so: Wir alle können stark sein, egal was wir tragen. Indem wir uns von Stereotypen befreien, befreien wir uns von einer großen Last. Dafür ist es nie zu spät.


Ich will einfach der sein, der ich wirklich bin: ein Mann, der gerne Röcke und High Heels trägt.


Ja, das bin ICH (smili)

Bild
Zuletzt geändert von Helga_CD am Di 6. Jul 2021, 13:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 52 im Thema

Beitrag von Lucky70 »

@Kim93: Ehrlich, meine Erfahrung mit Damenjeans ist, dass das keinem auffällt. Sind ja Jeans. Auch das Oberteil ist nicht besonders auffällig, die Schuhe sind doch typisch männlich. Also würde ich da sagen: gar nicht bemerkt, dass da was weiblich - oder besser: nicht männlich ist. Maximal: oh, ungewöhnliches Outfit für einen Mann.

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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 53 im Thema

Beitrag von GuidoB »

Hallo Kim,

auch ich habe ein paar Oberteile von Opus. Einige fallen gar nicht so auf und ich trage sie häufiger, allerdings meist einer Jacke, in der Öffentlichkeit.
Gefühlt, kommen ein paar Blicke,ja, aber ich weiss echt nicht, ob ICH das nicht überinterpretiere.
Bei Bekannten habe ich da aber noch keine Reaktion bekommen, vielleicht ist das aber auch die freundliche Zurückhaltung :lol: ?
Wenn Du wissen möchtest was sie denkt, frag sie doch mal :wink:

Gruß Guido
ExuserIn-2021-08-21

Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 54 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-08-21 »

Hallo Klaudia -

da ich erst seit zwei Tagen dabei bin, kann ich erst etwas verspätet meine Erfahrung und Meinung dazu beitragen.

Zunächst - wenn ich unterwegs bin, dann versuche ich auch, wie andere auch jedes verräterische männliche Detail zu kaschieren - denn das ist mein Wunsch, als Frau gesehen und wahrgenommen zu werden...

Als nach außen sichtbarer Mann ist das anders - da möchte ich auch eben so wahrgenommen werden.
Was ich allerdings dann gerne mache, ist dass ich - nicht sichtbar - kleine Akzente nur für mich setze.
Das kann eine schöne Unterhose oder sehr gerne eine tolle Strumpfhose sein...

Jetzt die andere Seite - ich bin schon häufiger "Kollegen*innen" auf der Straße begegnet, die als nach außen deutlich agierender Mann mit unterschiedlichsten Sachen deutliche weibliche Akzente gesetzt haben (lackierte Nägel, Damenschuhe, MakeUp,...). Und das hat mich - trotz meiner fast 30 Jahre langen CD-Passion immer verunsichert...
Ich habe den Mut bewundert - das aber für mich selbst immer ausgeschlossen.

Aber letzten Endes steht doch immer der eigene Wunsch, das eigene Wohlbefinden und das eigene (Selbst)Bild im Zentrum des Handelns.

Deswegen - geh das raus und zeig der Welt wer Du bist!

Das muss nicht das Eine oder das Andere sein - es kann und muss eigentlich beides in Einem sein...

So weit bin ich noch nicht - ich bin (zumindest äußerlich) noch bei entweder / oder...


In diesem Sinne - Dir und allen Anderen hier eine schöne Zeit!

Elena
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 55 im Thema

Beitrag von GuidoB »

Hallo Elena,

Wenn im Kopf nicht dieses verflixte "was wäre wenn" existieren würde....

LG Guido
Swenja
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 56 im Thema

Beitrag von Swenja »

Na ja jetzt meine Meinung dazu,meine Bekleidung kommt nur noch aus der Frauen Welt klar.Dann gibt's bei mir auch den Unterschied Crossdresser nur feminine gekleidet aber dezent also kein Rock, Perücke, Pumps.
Dann natürlich das ganze Programm ,aber wohlfühlen zu ich mich in beiden Kleid stillen. Natürlich hat meine Frau die leichte Crossdresser Variante lieber.
Aber egel wir gekleidet ich auf die Menschheit zu gehe bin ich ich also Swen ja und nur darauf kommt es an .
Also ich muss mich wohl fühlen und das ist wichtig
ExuserIn-2021-08-21

Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 57 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-08-21 »

Hallo Guido - hallo alle Anderen...

Ich denke, dass es echt schwierig ist Tipps zu geben, da es so viele verschiedene "Spielarten" unseres Faibles gibt, die es unterschiedlich schwer da draußen haben...
Von der perfekten Frauenerscheinung des sowieso schon androgynen Typs über den 2,10 großen Crossdresser bis hin zum vollbärtigen Minirock-Liebhaber sind wir ja ein durchaus eher inhomogenes Grüppchen - und die "Akzeptanz" da draußen ist ja eher auf die gängigen Stereotype gepolt...
Will heißen - je eindeutig weiblicher jemand rüberkommt, desto akzeptabler.

Deswegen ist es echt schwer Tipps für da draußen zu geben.

Aber, um die Gedanken und Ängste loszuwerden, muss man glaube ich einfach immer wieder positive Erfahrungen sammeln - also rausgehen und nach und nach seinen Platz inmitten alldem finden...

Wir sollten doch das was wir tun auch genießen - oder?


Liebe Grüße - Elena
Wally
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 58 im Thema

Beitrag von Wally »

Hi Alle,

Ich habe jahrzehntelang im Alltag eine Gratwanderung geübt: gerade so viel Weibliches (unauffällige Damenhosen, flache, dezente Damenschuhe, weite, unauffällige, kaschierende Oberteile über so viel Busen, dass es gerade so eben aufzufallen begann, beidseitig Ohrstecker), dass es im Gesamtbild gerade noch als "männlich" (und eben nicht "tuntig") durchgehen konnte. Ich habe geglaubt, es so machen zu müssen, um Komplikationen zu vermeiden (mußte ich wohl auch wirklich, das waren ja z. T. noch ganz andere Zeiten) - und habe dann ständig bedauert, dass diese Gratwanderung in der Wahrnehmung durch meine Umgebung schlicht GARNICHTS bewirkt hat: in der Außenwirkung kam ich damit strikt digital als "Mann" an. Wohldosiert und zu meinem Naturell passend eine weibliche Komponente hineinzumischen erwies sich als unmöglich: entweder 100% Mann - oder 100% "Tunte", sobald ich auch nur einen Millimeter zuviel riskierte. Das kippte dann jäh und vollständig um.

Richtig en femme ging ich nur äußerst selten raus - und wenn, dann so perfekt wie nur irgend möglich: vor allem nie ohne Perücke, obwohl ich den Fifi immer gehasst habe. Nur geschminkt habe ich mich auch dann nicht, weil ich das auch an Frauen nicht mag, ich find's schlicht hässlich. Aber mich durch meine Stirnglatze schon auf 50 Meter Entfernung als "verkleideter Mann" zu outen hätte ich niemals gewagt.

Dann ging ich in Rente, und dann kam Corona: aus dem halben Jahr, das bei mir üblicherweise zwischen zwei Friseurbesuchen verging, wurden Lockdown-bedingt inzwischen anderthalb Jahre. Ich nutzte die Gelegenheit, mir mit den nun längeren Haaren (im Nacken stutzte sie mir meine liebe Frau) die Stirnglatze kunstvoll zuzudecken. Sobald ich draußen bin, weht mir zwar der erste Windstoß die Frisur in alle Richtungen - aber vom Blick in den Spiegel im windstillen Bad bewahre ich mir einfach die Illusion einer Damenfrisur auch ohne die lästige Perücke :-)

Das war für mich die Initialzündung, um auch mein Kleidungsverhalten grundlegend zu ändern; als Renterin brauche ich ja keine Rücksichten mehr zu nehmen, ich bin von niemandem mehr abhängig, und meine Frau kennt und akzeptiert mich eh in weiblicher Kleidung genauso wie in männlicher. Ich begann also vor einem halben Jahr, konsequent auch in der Öffentlichkeit eindeutig weibliche Kleidung zu tragen: Röcke oder geblümte oder rosafarbene Hosen, verspielte Damenblusen, die durchaus auch mal sexy körpernah sitzen oder leicht durchsichtig sein dürfen und einen hübschen BH durchschimmern lassen, Nylons, Pumps mit halbhohem Absatz, große Ohrhänger. Die Perücke bleibt im Schrank, weil ich mich damit nicht wohlfühle; aber als "Gegengewicht" zum deutlich zur Schau gestellten Busen trage ich IMMER dicke Hüftpolster (die gibt's ja mittlerweile günstig zu kaufen), damit wenigstens die Körperlinie harmonisch weiblich wirkt. Ohne die gefalle ich mir selber nicht und fühle mich einfach unvollständig.

Klar sieht man, dass ich biologisch ein Mann bin; den Tunteneffekt kriege ich mit meinem Vierkant-Halbglatzenkopf so oder so nicht weg, auch nicht mit unendlich viel Mehraufwand. Aber immerhin gefällt mir seitdem das, was ich morgens im Spiegel sehe - und es macht mir jeden Morgen von Neuem einen Riesenspaß, herumzutüfteln, dies und das und jenes in immer wieder neuen Kombinationen zu probieren, mit größeren oder kleineren Silis im BH, bis ich beim Blick in den Spiegel sagen kann: "Ja, so gefällt's mir, so will ich mich heute zeigen." Ein Vergnügen, das ich in männlicher Kleidung nie kannte...

Das mache ich jetzt seit einem halben Jahr - und zwar wirklich konsequent: ich habe in diesem ganzen Zeitraum seit Januar kein einziges Mal mehr männliche Kleidung getragen und kürzlich die allermeisten meiner Männerklamotten weggegeben, weil ich mir inzwischen sicher bin, sie nicht mehr zu brauchen.

Reaktionen in der Umwelt? Keine. Wirklich NICHT EINE EINZIGE, seit einem halben Jahr! Die Leute gehen freundlich und höflich mit mir um wie schon immer und haben auch keinerlei Scheu, aktiv auf mich zuzugehen, um mich mich in irgendwas mit einzubeziehen. Gegenüber ein paar Freunden die das nicht sowieso schon an mir kannten, mußte ich das Thema aktiv ansprechen, damit es überhaupt mal zur Sprache kam: das waren dann ein paar wenige, erklärende Sätze, warum und wieso - und gut war's.

Das Einzige, was sich seitdem wirklich geändert hat: ICH fühle mich seitdem sehr viel wohler.
Das Einzige, was ich bereue: Warum, zum Teufel, habe ich das nicht schon viel früher gemacht?

Soviel von mir zum "Hybrid-Modus" :-)

Herzliche Grüße
Wally
Herzliche Grüße
Wally
GuidoB
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 59 im Thema

Beitrag von GuidoB »

Hallo Elena,
Elena Maric hat geschrieben: So 18. Jul 2021, 19:01 Aber, um die Gedanken und Ängste loszuwerden, muss man glaube ich einfach immer wieder positive Erfahrungen sammeln - also rausgehen und nach und nach seinen Platz inmitten alldem finden...

Wir sollten doch das was wir tun auch genießen - oder?
Der Wille ist auch da, leider ist der Kopf (und das Grummeln im Bauch) noch stark....aber lieben Dank für Deine aufmunternden Worte.

Lg Guido
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Re: Outdoor im Hybrid-Modus

Post 60 im Thema

Beitrag von sbsr »

Wally hat geschrieben: So 18. Jul 2021, 21:49 den Tunteneffekt
Ein interessantes Wort in dem Zusammenhang! Ich weiß nicht wie ich das folgende formulieren soll, damit es nicht falsch verstanden wird, ich probier's einfach mal.

Gerade im "Hybrid Modus" ist ein stimmiger Look besonders wichtig. Als offensichtlich Mann in Damenkleidung fallen kleine Modesünden viel stärker auf, als sie das bei cis Mädels vermutlich täten. Ich bin manchmal verwundert, wie weit man doch gehen kann, und welch vermeintlich unverfängliche Teile doch ziemlich schnell "tuntig" aussehen. Das sind oft Kleinigkeiten.

Pauschal könnte man sagen, feminin ist nicht das Problem, sondern wenn es zu girly oder ausgefallen wirkt. Zu einem guten Passing en femme gehört es dazu, entsprechend gekleidet zu sein, so wie sich cis in der Situation auch anziehen. Das gleiche gilt mal Faktor 20 für hybrid. Ich denke da gerade an die Werbung eines Paketdienstes mit der Drag Queen im roten Glitzer Fummel im Paketshop.

Ich will damit niemanden absprechen, im Pailletten Kleid in den Paketshop zu gehen. Mit entsprechendem Selbstbewusstsein mag das ein Spaß sein. Aber wer sich langsam an den hybriden Look ran traut, dem sei meine ganz persönliche Empfehlung, es ist nicht entscheidend, ob die Kleidung unauffällig ist, im Sinne von man erkennt nicht, dass es Damenkleidung ist. Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, dass das Outfit in sich zusammen passt, zum eigenen Typ und der jeweiligen körperlichen Konstitution passt, und entsprechend der Lage der Dinge angemessen ist. Dann wird auch ein Mann mit Vollbart, Bluse und Plissee Rock nicht tuntig wirken.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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