Alltagstest
Alltagstest - # 3

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VanessaL
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Re: Alltagstest

Post 31 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 17. Mai 2019, 13:12

Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:41
Wer bestimmt denn, dass ich diesen "bestehe"?
Antwort: Du selbst (quasi)

Indem Du zeigst, dass Du als Transfrau gesellschaftlich bestehen kannst.
Nicht, dass ich Dich und Deine Gefühle nicht verstehen könnte, aber halte doch mal inne und schau auf die Wege, die sich bieten. Nimm nicht alles gleich als Kontra auf. Sehr schwer, ich weiß! Grade am Anfang, wenn alles einer katalytischen Reaktion entspricht ...
Stell Dir vor, es gäbe keine HRT, keine GAOP. Was würdest Du tun? Als (Trans)Frau? Dein Leben leben, oder verzweifeln? Da Du Dir sicher bist, fang an Dein Leben als Frau zu leben. Oute Dich und steh zu Dir selbst. Der Alltagstest entfällt, denn er ist dann Dein (neues) Leben. Die Hoffnung, dass Hormone oder OPs Dich mehr zur Frau machen, als Du innerlich bist, ist trügerisch! Lass Dich dadurch nicht verführen.
Dein Weg ist da und liegt vor Dir, geh ihn einfach. Ein Jahr ist keine lange Zeit. Aber wenn es Dich drängt, bist Du dort falsch und Du musst Dir wohl jemanden Anderen suchen. Ob das richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, kann eh nur die Zeit entscheiden.
Mein Rat ist. Gehe in Dich und finde die Frau, die Du bist und sein kannst. Versuche nicht etwas zu sein, was Du nie sein wirst und orientiere Deine Gefühle nicht an idealisierten Vorbildern! HRT und GAOP sind nicht die Ziele, sondern möglicherweise Hilfen, wenn Du Dein Ziel erreicht hast .... Ich weiß, dass viele das anders sehen ...

Liebe Grüße
und alles Gute auf Deinem Weg!

Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

Wir brauchen mehr Gelassenheit und weniger Binärität.

Toni Smith
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Re: Alltagstest

Post 32 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Fr 17. Mai 2019, 13:59

VanessaL hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 13:12
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:41
Wer bestimmt denn, dass ich diesen "bestehe"?
Antwort: Du selbst (quasi)

Indem Du zeigst, dass Du als Transfrau gesellschaftlich bestehen kannst.
Nicht, dass ich Dich und Deine Gefühle nicht verstehen könnte, aber halte doch mal inne und schau auf die Wege, die sich bieten. Nimm nicht alles gleich als Kontra auf. Sehr schwer, ich weiß! Grade am Anfang, wenn alles einer katalytischen Reaktion entspricht ...
Stell Dir vor, es gäbe keine HRT, keine GAOP. Was würdest Du tun? Als (Trans)Frau? Dein Leben leben, oder verzweifeln? Da Du Dir sicher bist, fang an Dein Leben als Frau zu leben. Oute Dich und steh zu Dir selbst. Der Alltagstest entfällt, denn er ist dann Dein (neues) Leben. Die Hoffnung, dass Hormone oder OPs Dich mehr zur Frau machen, als Du innerlich bist, ist trügerisch! Lass Dich dadurch nicht verführen.
Dein Weg ist da und liegt vor Dir, geh ihn einfach. Ein Jahr ist keine lange Zeit. Aber wenn es Dich drängt, bist Du dort falsch und Du musst Dir wohl jemanden Anderen suchen. Ob das richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, kann eh nur die Zeit entscheiden.
Mein Rat ist. Gehe in Dich und finde die Frau, die Du bist und sein kannst. Versuche nicht etwas zu sein, was Du nie sein wirst und orientiere Deine Gefühle nicht an idealisierten Vorbildern! HRT und GAOP sind nicht die Ziele, sondern möglicherweise Hilfen, wenn Du Dein Ziel erreicht hast .... Ich weiß, dass viele das anders sehen ...

Liebe Grüße
und alles Gute auf Deinem Weg!

Vanessa
Das ist genial!

Ja mir ging es auch so. Ich habe die HRT und GaOP, VÄPÄ als Ziele begriffen. Das tun denke ich viele. Dann wenn sie alle "Ziele" erreicht haben taumeln sie in eine Leere. Manche meinen dann diese Leere mit neuen Zielen aufzufüllen (zum Beispiel Gesicht-OP, Stimmband-OP) und die kommen nie wirklich an.

Anja
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Re: Alltagstest

Post 33 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 17. Mai 2019, 14:00

Moinsen (moin)
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:41
Ich brauche ihn nicht, denn ich bin mir mehrr als sicher, dass das nicht meinen späteren Alltag widerspiegeln würde, sondern das "worst case-Szenario" eines "Mann trägt Frauenkleider" bedeutet.
Also wenn dein Profilbild auch nur annähernd der Realität entspricht, brauchst du dir da glaub ich wenig Sorgen drum zu machen (he)

Grüße
die Anja
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Anja
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Re: Alltagstest

Post 34 im Thema

Beitrag von Anja » Fr 17. Mai 2019, 14:11

Moinsen (moin)
VanessaL hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 13:12
HRT und GAOP sind nicht die Ziele, sondern möglicherweise Hilfen
So ist es. Und jeder muss selbst für sich entscheiden, was ihm wichtig ist. Manche haben das Ziel "stealth" zu leben, also quasi in allen Bereichen als "Bio" durchzugehen. Das ist natürlich nahezu unerreichbar. Klar, diese sind es dann, die man auf YouTube findet, aber mit der Durchschnittstransfrau hat das ungefähr soviel zu tun wie ein Cover-Girl mit einer Durschnittsfrau.
Für mich war es das Wichtigste als Frau zu leben. Daraus folgte für mich die Konsequenz einer VÄ/PÄ. Die fehlende Oberweite störte mich an meinem Gesamteindruck. Es sind zwar "nur" die sekundären Geschlechtsmerkmale, aber die sieht man nun mal deutlich, auf jeden Fall mehr als den Schoß. Meine Oberweite hat sich in den 3 Jahren HET gut entwickelt, ich bin zufrieden. Und das ich noch keinen weiblichen Schoß habe, hat mir im Alltag noch keine Probleme beschert. Es fällt eben nicht so auf wie die Oberweite...
Auch was meine Stimme angeht, verspüre ich keinen Druck, daran irgendwie zu "arbeiten".
Manchmal kommt der Wunsch in mir hoch, der Vollständigkeit halber, auch den Schoß angleichen zu lassen, aber momentan ist die Angst vor der OP immer noch größer als das Verlangen nach einem weiblichen Schoß...
Momentan ist alles gut so wie es ist. Also abwarten.
Ich mache weiter nach Gefühl :wink: Mein Bauch war schon immer ein besserer Ratgeber als mein Kopf :idea:

Grüße
die Anja
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Toni Smith
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Re: Alltagstest

Post 35 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Fr 17. Mai 2019, 14:30

Jaddy hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:56
JanaH hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:24
Sorry, mit Verweis auf diese, so denn vorhanden, „Gruppe“ eine wie auch immer aussehende Einschränkung meiner Selbstbestimmung zu fordern ist im besten Fall arrogant!
Ich möchte es mal überspitzt andersherum formulieren (als Toni): "Regretter" zeichnen sich offenbar häufig dadurch aus, dass sie alle anderen für ihr Unglück verantwortlich machen, als dass sie ihre eigene Verantwortung für sich ausreichend wahrgenommen haben.

Und wenn sich dieser Satz für irgendwen - Toni, Sternchen - unangenehm anfühlt: Genau so fühlt es sich an, von "innerhalb" ständig als "Trender" oder ähnliches bezeichnet zu werden, die andere "anwerben" oder bedrängen.

In allen möglichen Alltagsdingen wird ganz selbstverständlich von jedem Menschen Eigenverantwortung verlangt. Und was für Jobwahl, Bausparverträge und Familienplanung gilt, sollte ja wohl auch für Hormone, Personenstand und OPs gelten. Und klar kann da was schief gehen. Da sind aber nicht diejenigen für verantwortlich, bei denen es gut geht.
Ich finde es schon speziell. Mit dir bin ich häufig einer Meinung. Und ja auch hier stimme ich dir zu, dass Detransitionierende häufig anderen die Schuld geben. Und ich kann mich davon auch nicht frei sprechen. Manchmal überkommt es mich. Aber anders als bei Transitionierenden, kommt bei Detransition kein "das ist dein Weg und du hast dich dafür entschieden es so zu machen, kann sein dass du irgendwann anders denkst aber momentan ist das so dein für dich richtig erscheinender Weg".

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Re: Alltagstest

Post 36 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 » Fr 17. Mai 2019, 15:13

Anja hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 14:11
Moinsen (moin)
VanessaL hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 13:12
HRT und GAOP sind nicht die Ziele, sondern möglicherweise Hilfen
So ist es. Und jeder muss selbst für sich entscheiden, was ihm wichtig ist. Manche haben das Ziel "stealth" zu leben, also quasi in allen Bereichen als "Bio" durchzugehen. Das ist natürlich nahezu unerreichbar. Klar, diese sind es dann, die man auf YouTube findet, aber mit der Durchschnittstransfrau hat das ungefähr soviel zu tun wie ein Cover-Girl mit einer Durschnittsfrau.
Für mich war es das Wichtigste als Frau zu leben. Daraus folgte für mich die Konsequenz einer VÄ/PÄ. Die fehlende Oberweite störte mich an meinem Gesamteindruck. Es sind zwar "nur" die sekundären Geschlechtsmerkmale, aber die sieht man nun mal deutlich, auf jeden Fall mehr als den Schoß. Meine Oberweite hat sich in den 3 Jahren HET gut entwickelt, ich bin zufrieden. Und das ich noch keinen weiblichen Schoß habe, hat mir im Alltag noch keine Probleme beschert. Es fällt eben nicht so auf wie die Oberweite...
Auch was meine Stimme angeht, verspüre ich keinen Druck, daran irgendwie zu "arbeiten".
Manchmal kommt der Wunsch in mir hoch, der Vollständigkeit halber, auch den Schoß angleichen zu lassen, aber momentan ist die Angst vor der OP immer noch größer als das Verlangen nach einem weiblichen Schoß...
Momentan ist alles gut so wie es ist. Also abwarten.
Ich mache weiter nach Gefühl :wink: Mein Bauch war schon immer ein besserer Ratgeber als mein Kopf :idea:

Grüße
die Anja
ich geh einfach mal hierauf ein, weil ich dazu auch am meisten beitragen kann und ich sehe, das du so ziemlich genau so denkst wie ich, ich bin echt erstaunt und finde es auch wirklich toll wie realistisch du bist :)

ich verstehe HRT auch nicht als ziel, wann soll das ziel schon erreicht sein, nach 2 jahren? nach 3 jahren? nach 10 oder 20? viel mehr ist es eine lebenslange reise und das sollte man sich klar machen und hier trifft es absolut zu: der weg ist das ziel. wie ich schon an anderer stelle geschrieben habe, seit ich die HRT begonnen habe, hat sich mein denken auch verändert. habe ich früher viel auf ziele hingearbeitet, ohne nach links und rechts zu gucken (indikationsschreiben habe ich auch als zwischenziel verstanden), so hat es sich komplett gedreht. ich bin viel ruhiger, genieße mehr und mehr jeden einzelnen tag, kann an der geschwindigkeit wie sich mein körper verändert sowieso nichts ändern, auch nicht viel am zwischenergebnis nach 12, 24 oder 36 monaten und genieße so viel mehr die stetigen änderungen und was ich alles neues erlebe. mein alltag hilft mir dabei, einerseits einen fixpunkt zu haben und andererseits lerne ich damit auch als frau zu leben, was ich vorher als mann getan hab.

aktuell ist es bei mir auch so, das es in schüben kommt, wo ich mir denke, eine GaOP machen zu lassen und dann kommen wieder tage, wo ich angst vor operationen habe. ist noch ein hin und her, wann und ob ich was machen lasse steht gar nicht fest. eins steht fest, lass ich es machen, wirds die "kleine lösung", nachdem ich mir darüber intensiv gedanken gemacht habe, da mir die große lösung, wenn ich soweit bin, viel zu invasiv ist und viel zu viel nachpflege benötigt, das würde mich auf dauer kaputt machen. VÄ/PÄ schon, wobei ich mich dazu auch noch nicht bereit fühle, aber das kommt dann irgendwann, machen werde ich das auf jeden fall, ist aber auch nur ein zwischenziel, das mehr eine hilfe ist, später man, das ich nicht ständig als frau mit einem männlichen namen bezahlen muss usw.

ich habe jedenfalls absolut keine ambitionen irgendwas an den stimmbändern, gesicht oder sonst wo operieren zu lassen. Selbst wenn am Ende nur ein A-Körpchen rauskommen sollte, ist mir das gleich. das wichtigste für mich hab ich bereits erreicht. ich fühle mich durch mein outing, dadurch das ich nun das tragen kann, was mir gefällt und auch durch die medikamente so befreit und soviel besser und kompletter, das ich jede weitere sache, wie oberweite wächst, fettverteilung ändert sich, körperhaare werden weniger der totale bonus für mich ist. Und wenn man sich frauen ansieht, sind doch alle auch so verschieden, das es DAS PERFEKTE FRAUENBILD doch gar nicht geben kann. Meine Nachbarin macht mir jedenfalls immer wieder komplimente für meine schönen beine :)

cheers :) (drink) )))(:
Liebe Grüße Jasmin

P.S.: Ja, die Haare sind echt :D (weil ich inzwischen dauernd überall gefragt werde ;))

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Re: Alltagstest

Post 37 im Thema

Beitrag von Diva » Fr 17. Mai 2019, 19:56

Toni Smith hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 07:59
Die HRT hat nicht das passing verbesserr. Ich vermute eher das es die Kleidung zusammen mit der Frisuer und der Brille sowie der Epilation war. Denn immer wenn ich Mütze oder Schal getragen hab wurde das passing schlagartig besser. Mein Gesicht ist eh etwas androgyn mit der neuen Brille wurde dies auf die weibliche Seite gekippt.
Danke für ein kleines Schmunzeln, das sogar mir diese Erklärung entlockt hat! Wenn ein obendrein bebrilltes Gesicht bis zur Nasenspitze durch Mütze und Schal vermummt wird, kann man dahinter so ziemlich alles vermuten - vom Insekten-Alien über Zombie bis hin zu einem Menschen jeglichen Geschlechts ... super!
Toni Smith hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 08:46
Mir geht halt diese regelrechte Transwerbung auf den Keks. Wo dann ein Bild vermittelt wird als wäre alles toll und das auch über Jahre hinweg.
Ich kenne nur Werbung von Trans-portfirmen, Speditionen. Transition wird m.E. nirgends beworben. Oder meinst du die Schönfärberei in Foren? Selbst das würde ich nicht als Werbung, sondern eher als Selbtsbetrug bezeichnen. Vielleicht solltest du nicht nur die ersten Google-Treffer anklicken. Es gibt jede Menge sehr differenzierte, kritische und realistische Blogs von Menschen in Transition.
Toni Smith hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 08:46
Die wenigsten sehen so aus wie auf Instagramm oder auf Youtubetimelines. Und wenn sie gut aussehen dann nur weil sie massig an Geld für nicht enden wollende OPs hingeblättert haben. Oder sie retuschieren was das Zeug hält.
Da brauchst du gar nicht anderswo zu schauen. Wenn hier Modell-like Avatars eingestellt werden, während die Betroffene zugleich postet, wie sie draußen ständig angepöbelt, ausgelacht und mit dem Handy gefilmt wird, erscheint mir das gelinde gesagt - suspekt.
Toni Smith hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 08:46
Der Transweg kann einen kaputt machen. Er kann dein sozial Leben zerstören, deine Finanzpolster und deine Gesundheit. Eine Happyness Garantie gibt es nicht.
Ja - ja und nochmals ja. Aber: Wer zum Henker gibt denn eine 'Happyness Garantie'? Ich kenne niemanden. Im Gegenteil wird allerortens gewarnt und ständig betont, dass sämtliche Maßnahmen von HET bis OP's maximal unterstützen können. Eine Erfolgsgarantie gibt keine(r). Nicht umsonst unterschreibst du im Krankenhaus allerlei Zeug, bei dem unterm Strich rauskommt, dass dich auch ein dressierter Schimpanse zerlegen könnte und du verzichtest auf sämtliche Rechtsmittel und Forderungen, wenn's schief geht. Alle sind abgesichert, nur du nicht.
Toni Smith hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 08:46
Viele Trans Personen müssen ihr leben lang mit körperlichen Merkmalen leben die sie immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt (Stimme, Schultern etc.). Selbst nach rechtlicher Angleichung und kompletter Verleugnung der Vergangenheit durch Umzug und anderen Maßnahmen (eine Freundin wollte ihre Biografie im transgeschlecht unschreiben) kann der alte Name irgendwo wieder auftauchen und das holt ein dann wieder zurück in die Realität.
Streiche das letzte Wort 'Realität' und ersetze es durch 'Vergangenheit'! Es geht nicht darum, die gelebte Realität zu verleugnen, sondern nicht ständig - meist völlig überflüssig - mit der Vergangenheit konfrontiert zu werden.
Das ist der Knackpunkt, den niemand begreift, den ich kenne. Die erfolgreich transitionierte Person steht meist durchaus zu ihrer Vergangenheit, nur kann die Umwelt damit größtenteils nicht umgehen und ändert ihr Verhalten radikal. Die Folge ist, dass die Vergangenheit besser im Verborgenen bleibt, weil KollegInnen, FreundInnen und potentielle PartnerInnen damit Probleme haben, nicht die Trans*Person! Hier wird die 'Schuld' nur allzu gerne umgedreht und der bösartige Vorwurf geäußert: 'Du stehst nicht zu deiner Vergangenheit!'
Stehen denn die 'normalen' Menschen dazu? Wird bei ihnen bei jeder Gelegenheit verbreitet, dass sie z.B. bis zur 3. Klasse Bettnässer waren, heimlich gekokelt haben usw.? Wahrscheinlich eher nicht.
Toni Smith hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 08:46
Wenn man darüber stehen kann und seinen Weg dennoch geht, Hut ab, das sibd Leute die sind angekommen und die gehen den Weg auf einer realistischen Basis. Wer aber meint auf dem Regenbogenpfad ins rosarote glitzer Land zu sein, der wird ne fette Überraschung erleben.
Den realistischen Weg zu gehen, stellt eine Lebensaufgabe dar. Schade nur, dass dieser ohnehin schwere Weg von Seiten der Politik und aktuellen sowie geplanten Gesetzen sowie der (Un-)Rechtssprechung kräftig bombardiert wird.
Aber jetzt kommst du schon wieder mit maßlosen Übertreibungen: Wer hat dir denn ein 'rosarotes Glitzerland'
versprochen? War das etwa Lexi? (Spaß im Zusammenhang mit dieser Assoziation:)
lexes hat geschrieben:
So 24. Mär 2019, 00:03
... wenn dann aber Lexi-Zeit ist schlage ich mental immer über die Stränge und möchte gleich 100 Einhörner, meine pinken Gedanken und eine Wahenladung Glitzer-Glimmer-Sternen-Staub....
Toni Smith hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:01
Transwerbung findet ja auch nicht aktiv sondern passiv statt. Stichwort Influenca. Influence bedeutet beeinflussen und genau das passiert, wenn trans. Leute über sich berichten. Man ist fasziniert vom Thema und schaut sich die Videos und Beiträge an und irgendwann sickert es dann langsam in einen ein.
Hab zwar schon 2003 in einer Doku was über Transgender erfahren, habe da aber noch gedacht, betrifft mich nicht. Dann 2016 haben sich immer mehr auf Youtube gezeigt. Als dann eine Person die ich Jahre vorher verfolgt habe, plötzlich nach einem Jahr Youtubeabstinenz wieder gemeldet hat und verkündete, dass sie nun ein Transition macht. Ab da an habe ich mir auch so gedacht, ok wenn die das machen, kann ich das ja auch mal versuchen.
Ja, dann schau dir nicht nur die extrem positiven Berichte an! Es gibt genug kritische Stimmen, auch wenn diese sogar in diesem Forum oftmals ignoriert werden. Aber du musst sie nicht ignorieren. Alles hat zwei Seiten.
Dein letzter Satz klingt, als würde sich jemand dazu entscheiden, ab morgen nur noch 2 unterschiedliche Schuhe links und rechts anzuziehen, weil es ein Influencer so gemacht und 1 Milliarde Likes dafür bekommen hat. Irgendwo (ich bin jetzt leider zu faul, den Post zu suchen) hast du mal geschrieben, dass die Tendenz bestünde, für jedes Scheitern die Schuld bei anderen zu suchen. Mir scheint, du bist momentan selbst nicht völlig frei von dieser Tendenz.
Divas have to do drama, love, high passions ... and suicide.

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Re: Alltagstest

Post 38 im Thema

Beitrag von Aria » Fr 17. Mai 2019, 20:21

Mina_35 hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:00
Oh btw: ich wurde auch nicht beworben Trans* zu werden, ich war es schon immer, mir mussten nur die Augen geöffnet werden und selbst dann hat es noch lange gedauert, inkl. mehr oder weniger den "5 Stufen der Trauer", wobei ich Stufe 2 (Zorn) und Stufe 4 (Depression) ausgelassen habe und Stufe 3 als Übergang zwischen Leugnen und Akzeptanz gebraucht habe. Verhandelt habe ich aber eher in dem Sinne mich komplett zu hinterfragen, wieviel da dran ist und wie groß mein Leidensdruck in Wahrheit ist. Geholfen, um mir klar zu werden, hat auch ein USA Urlaub von 3 Wochen, an dem ich mich testen wollte, wie lange ich es aushalte im Mann-Modus rumzulaufen, bis der Leidensdruck wieder steigt. Es hat 1,5 Wochen etwa gedauert Manchmal ist es aber gut einen Schritt zurückzutreten und von außen alles nochmal nüchtern zu betrachten. Jeder muss für sich selber entscheiden, was am besten ist.
Diese Zeilen könnten genau so gut von mir stammen. Dass irgendwas in mir brodelte, merkte ich von Jahr zu Jahr, Monat zu Monat mehr, bis ich mich aufraffte und mir Hilfe suchte. Doch auch dann brauchte ich noch einige Zeit, um wirklich zu realisieren was mit mir los ist - die Phasen der Trauer mit eingeschlossen. Siehe dazu auch meinen Beitrag

Ich habe ebenfalls mehrfach den Schritt zurück gemacht und versucht, so lange es geht im Männermodus durchs Leben zu gehen. 5 Tage, länger habe ich es nicht ausgehalten.
Meine Bartepilation habe ich auch schon vor der Indikation begonnen. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, dieses Gestrüpp im Gesicht wachsen zu haben.
Man hört ja immer, echte TS habe einen enormen Leidensdruck. Bist du sicher, dass du den ebenso hast? Willst du dir das nicht alles noch mal überlegen. Fakt ist aber, jeder hat eine andere Leidenstoleranz und ich würde meinen, das meine ziemlich hoch ist. Ich habe schon viel mitgemacht und dementsprechend ein "breites Kreuz". Und trotzdem haben mir diese Umstände gezeigt, dass ich daran leide, auch wenn ich es nicht an die grosse Glocke hänge - im besonderen mir gegenüber. Doch auch ich musste mir eingestehen, dass es nichts anderes als das ist: Leid. Und so sollte Leben nicht sein.
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

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Re: Alltagstest

Post 39 im Thema

Beitrag von Britt » Sa 18. Mai 2019, 11:38

Hallo zusammen,
irgendwie verstehe ich hier die ganze Diskussion nicht. Darüber das Hormone nicht von der KK genehmigungspflichtig sind gibt es je schon genug Beiträge. Das gleiche gilt für den Alltagstest. Tobt euch doch bitte dort aus.

Hallo Manuela,
schön das du dich in deiner neuen sozialen Rolle wohl fühlst. Wie andere schon geschrieben haben, gehen wir oft in der Menge unter. Die meisten merken nicht einmal das wir trans sind. Wenn jemand guckt, kann dies auch einen anderen Grund als haben.
Allerdings ist es auch so, dass es immer wieder Menschen gibt die nicht mit uns klar kommen. Üblicherweise ignorieren diese uns.
Naja und dann gibt es noch ein paar die uns das leben schwer machen wollen. Das liegt einfach daran, dass dies Arschlöcher sind ..,,

Solange du dich wohl fühlst, machst du alles richtig.

Liebe Grüße,
Britt

heike65
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Re: Alltagstest

Post 40 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 18. Mai 2019, 20:07

VanessaL hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 13:12
Michaela_mit_a hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 11:41
Wer bestimmt denn, dass ich diesen "bestehe"?
Antwort: Du selbst (quasi)

Indem Du zeigst, dass Du als Transfrau gesellschaftlich bestehen kannst.
Nicht, dass ich Dich und Deine Gefühle nicht verstehen könnte, aber halte doch mal inne und schau auf die Wege, die sich bieten. Nimm nicht alles gleich als Kontra auf. Sehr schwer, ich weiß! Grade am Anfang, wenn alles einer katalytischen Reaktion entspricht ...
Stell Dir vor, es gäbe keine HRT, keine GAOP. Was würdest Du tun? Als (Trans)Frau? Dein Leben leben, oder verzweifeln? Da Du Dir sicher bist, fang an Dein Leben als Frau zu leben. Oute Dich und steh zu Dir selbst. Der Alltagstest entfällt, denn er ist dann Dein (neues) Leben. Die Hoffnung, dass Hormone oder OPs Dich mehr zur Frau machen, als Du innerlich bist, ist trügerisch! Lass Dich dadurch nicht verführen.
Dein Weg ist da und liegt vor Dir, geh ihn einfach. Ein Jahr ist keine lange Zeit. Aber wenn es Dich drängt, bist Du dort falsch und Du musst Dir wohl jemanden Anderen suchen. Ob das richtig oder falsch, gut oder schlecht ist, kann eh nur die Zeit entscheiden.
Mein Rat ist. Gehe in Dich und finde die Frau, die Du bist und sein kannst. Versuche nicht etwas zu sein, was Du nie sein wirst und orientiere Deine Gefühle nicht an idealisierten Vorbildern! HRT und GAOP sind nicht die Ziele, sondern möglicherweise Hilfen, wenn Du Dein Ziel erreicht hast .... Ich weiß, dass viele das anders sehen ...

Liebe Grüße
und alles Gute auf Deinem Weg!

Vanessa
Danke Vanessa, besser kann man es nicht formulieren

Tatjana_59
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Re: Alltagstest

Post 41 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Sa 18. Mai 2019, 23:46

Anja hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 09:36
Moinsen (moin)

was Wunder, andere Menschen haben andere Bedürfnisse.
Vielleicht muss ich noch mal etwas mehr ins Detail gehen. Ich brauchte keinen Therapeuten um mir sicher zu sein / werden. Ich suchte den Therapeuten auf, weil ich wusste, das ich eine Frau bin. Diese Erkenntnis hatte ich vorher. Die Psychologin brauchte ich, um die Indikation für die HET zu bekommen, um es mal ganz nüchtern auszudrücken. Ich für mich hätte nicht eine Therapiestunde gebraucht. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits in der Familie und zu einem großen Kreis unter den Kollegen geoutet.
Meine Frau wusste von Beginn unser Beziehung an Bescheid und hatte auch mit mir als Vollzeit Frau keine Probleme. Auch meinen Job würde ich durch den Geschlechtswechsel nicht verlieren. Ich hatte überhaupt keine "Baustellen" die es aufzuarbeiten galt. Aber die Psychologin musste mich natürlich erstmal kennenlernen. Das war für mich auch nachvollziehbar. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon weit über 200 Frauentage auf dem Buckel. Sogar nachweisbar, denn ich habe so eine Art kleines Tagebuch geführt.
Ich war auch bereits in Hormontherapie, allerdings über meinen Hausarzt und auf Privatrezept. Mit der Indikation wollte ich nur die rechtliche Grauzone verlassen und zur "offiziellen" HET wechseln.

Ich würde von einem Psychologen, niemals erwarten, das er mir aufzeigt, wer ich bin. Oder welcher Weg richtig für mich ist. Das war mir selbst schon längst klar.
Da ich meine Psychologin auch darüber in Kenntnis setzte, das ich bereits unter Hormonen stand und schon mehr als 250 Tage als Frau verbracht habe (darunter z.B. auch Urlaube von 2 Wochen) war die Indikation nur reine Formsache.
Natürlich hat sie mich danach "behalten" wollen und mich Dinge aus meiner Kindheit gefragt usw. Da ich keine weitere Indikation benötige (die GaOP ist mir aktuell nicht wichtig) und ich wie gesagt, keine Baustellen hatte, hab ich die Therapie eigenmächtig beendet.

Jeder von uns trifft seine eigenen Entscheidungen. Geht seinen eigenen Weg. Für dich (Toni) hätte der Alltagstest vielleicht etwas mehr Erkenntnis gebracht, für die meisten wäre und ist er Bevormundung, Fremdbestimmung und ein Spießrutenlauf...

Wenn du (Toni) dir unsicher bezüglich deiner Gechlechtsidentität gewesen bist, wäre es dein Job gewesen, dir Wege zu suchen, Sicherheit zu erlangen, nicht der deines Therapeuten. Der kann dich auf deinem Weg begleiten. Aber die Richtung bestimmst allein du. Oder hat dir jemand die HET aufgezwungen?
Ich persönlich hätte niemals Hormone genommen, wenn ich mir nicht vollkommen sicher gewesen wäre, das ich genau das brauchte.
Es tut mir leid, das es bei dir so mies gelaufen ist mit der HET bzw. der Transistion.
Damit bist du aber die Ausnahme, für die meisten, mich eingeschlossen, ist sie ein Segen.

Und nur als Randbemerkung: Was hätten mir da Sport und / oder Ernährungsumstellung in diesem Zusammenhang bringen sollen :?:
Da komme ich nun echt nicht mehr hinterher...

Grüße
die Anja
Danke für dein Post Anja.
Dieses kann ich von Anfang bis Ende für mich übernehmen.
Jeden einzelnen Satz.
Einziger Unterschied, ich lebte schon etwa 2-3 Jahre komplett als Frau vor Besuch des Therapeuten, natürlich komplett geleitet.
Ich brauchte den Therapeuten nur wegen Indikationen wegen HET und Indikationen zu den Op's.
Auch mein Weg war vollkommen richtig.


LG Tatjana
Der Kopf denkt und gibt Rat.
Das Bauchgefühl gibt Rat.
Doch das Herz spricht, höre auf dein Herz!

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