Der Frust danach
Der Frust danach - # 2

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Frieda
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Re: Der Frust danach

Post 16 im Thema

Beitrag von Frieda » Mi 2. Jan 2019, 20:58

Hallo Eva, ich möchte mich gern redlich bemühen um besser verstanden werden zu können.

Ich wiederhole nochmal, dass ich gegen Marie's Idee/Vorschlag nichts einzuwenden habe, weil ich es so wie Marie beschrieb und ich es in meiner Wahrnehmung verstanden habe, die Short's oder T-Shirt's als einen Stimmungsaufheller, "einen Rettungsschwimmring" verstehe. In meiner ersten Reaktion nannte ich es Krücken, was ich auch nach wie vor so sehe.

Nun auf Bianca bezogen, sehe ich im Hier&Jetzt die Idee der Short's und T-Shirt's positiv, damit Bianca nicht in ein emotionales Tief fällt, weil die Abstände womöglich zu groß sein könnten, in denen Sie Rücksicht auf Ihre Frau nimmt, bevor Sie wieder Zeit für sich allein als Bianca haben kann.
In der mittelfristigen Etappe, ich sage mal etliche Monate in der Bianca evtl die "Krücken" ziemlich regelmäßig benutzt, im Sommer zB wo es kaum der Außenwelt auffällt das Sie Frauenkleidung trägt, könnte Bianca mittelfristig ihr Selbstwertgefühl stabilisieren und evtl auch herausfinden, wie stark der Wunsch in ihr ist, oder ob er sogar noch stärker wird, so wie Andere von euch es schon beschrieben haben.
Langfristig möchte ich allerdings etwas zaghaft behaupten, dass die Krücken schnell drohen könnten weg zu brechen. Denn falls Bianca feststellt, dass ihr Wunsch immer mächtiger wird, denke ich, werden die wenigen kostbaren Zeitfenster ihr nicht mehr reichen, und die Beschränkung auf Short's und T-Shirt die nicht zu offensichtlich Fraulich sind, ihr auch nicht ausreichend das gute Gefühl schenken können.
Und wenn es ganz schlimm kommt, könnte in dieser späten Phase es durchaus passieren, dass das emotionale Tief noch schmerzhafter für Bianca wird, als es jetzt schon ist.

Fazit! Eigentlich, sry🙈 (ich sage es wirklich ruhig und respektvoll) ist es ein Aufschieben, ein vor sich her schieben ...was Ok ist, wenn Bianca damit Kraft sammeln KANN.

Namaste🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
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Re: Der Frust danach

Post 17 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mi 2. Jan 2019, 21:10

evacampelli hat geschrieben:
Mi 2. Jan 2019, 20:39
Hallo Michi,
Hm. Frieda hat geschrieben das sie hoffe verstanden worden zu sein.
Ich hab sie nicht verstanden.
Was ist denn da unschön.
Lg
Eva
Ich habe nicht verstanden, was du nicht verstanden hast. Erkläre du doch noch mal.

Michi

PS: Merkst du was? (Alles freundlich gesprochen.)
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Re: Der Frust danach

Post 18 im Thema

Beitrag von Whoopy Highfly » Mi 2. Jan 2019, 21:13

Hallo,
Ich habe noch eine Damenhose mitgenommen in der gleichen Farbe auch eine Herrenhose. Ich werde nachher mal die Damenhose anziehen, weil mir danach ist.
Frust habe ich vorher weil ich nich anziehen kann was ich möchte.

GLG
Boyfriend von Steffi
Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine Spuren.
Mein Motto: Ich werde glücklich.

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Frieda
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Re: Der Frust danach

Post 19 im Thema

Beitrag von Frieda » Mi 2. Jan 2019, 21:36

Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 2. Jan 2019, 17:32
... aber was ist mit dem Verlust der Kinder ?
Liebe Laila-Sarah, bei diesem Thema "fängst" du mich.

Für mich ist es nicht leicht auf diese Worte zu reagieren und möchte ich es doch so sehr.
Diese Frage wird 100%-ig auch auf Michi&mich zukommen, und JA ich beschäftige mich jetzt schon damit.
Beiträge wie von Vincent letztens viewtopic.php?p=226428#p226428 ..sind mir eine Motivation.
Ich finde deine Frage sehr berechtigt Laila.👍

Mein momentanes Denken geht in diese Richtung, dass deine Frage zB schon voraussetzt, dass dies so passieren wird. Und ganz ehrlich, dort möchte ich nicht ansetzen. Ich ganz persönlich ich, möchte meine Kids JETZT SCHON dahin lenken, dass Sie offen für, und zu allen Wesen auf unseren Planeten sind. Ob es der sehr freundliche Kassierer an der Kasse mit stechend lila+blauen Haaren ist (heute erst erlebt), oder ob es irgendwann Michi sein wird.

Die Trennung der Eltern, das zeigen des wahrhaftigen ICH's eines Elternteil's muss doch nicht zwangsläufig darin enden, dass die Kinder das Elternteil ablehnen!?
Ich, als Mama will meinen Kids lehren, dass es der größte Vertrauensbeweis eines Wesens ist, wenn es sich traut dir deine verletzlichste Seite zu zeigen.
Für mich gibt es kein größeres Lob, keinen größeren Dank, und fast kein größeres zeigen von Liebe!
Und in meiner Wahrnehmung können Kinder dieses lernen, lernen zu verstehen, lernen anzunehmen, da sie selbst auch angenommen und geliebt werden wollen genauso wie sie sind!
Und genau darauf arbeite ich jetzt schon hin!

Was am Ende geschehen wird, werden zB Michi&ich einfach herausfinden müssen und wollen.😊
Namaste🙏
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Re: Der Frust danach

Post 20 im Thema

Beitrag von conny » Mi 2. Jan 2019, 21:58

Frage an dieThreaderöffnerin binaca,
war die Diskussion bis hierher für Dich hilfreich?

Vincent
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Re: Der Frust danach

Post 21 im Thema

Beitrag von Vincent » Mi 2. Jan 2019, 23:47

Frieda hat geschrieben:
Mi 2. Jan 2019, 21:36
Ich, als Mama will meinen Kids lehren, dass es der größte Vertrauensbeweis eines Wesens ist, wenn es sich traut dir deine verletzlichste Seite zu zeigen.
Für mich gibt es kein größeres Lob, keinen größeren Dank, und fast kein größeres zeigen von Liebe!
Das hast Du sehr schön formuliert, Frieda! Offenheit ist ein Vertrauensbeweis seinen Kindern und vor allem dem Partner gegenüber.

Und trotzdem: Der Wunsch oder die Tatsache anders zu sein, anders auszusehen, sich anders zu kleiden als die meisten, sollte keinen Vertrauensbeweis erfordern.

Ich versuche meinen Kindern zu vermitteln, dass jeder ist wie er ist und sein kann wie er will, so lange er keinem anderen damit schadet - und, dass das auch nicht erwähnenswert ist.

Sie sollen sich freuen über jede neue Facette an Menschen die sie kennenlernen und sich selbst und ihren Weg finden, mit dem sie selbst glücklich werden, unabhängig davon was "die Gesellschaft" als Normen bereit hält.
LG

Vincent

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Re: Der Frust danach

Post 22 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Mi 2. Jan 2019, 23:54

Frieda hat geschrieben:
Mi 2. Jan 2019, 21:36
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 2. Jan 2019, 17:32
... aber was ist mit dem Verlust der Kinder ?
Liebe Laila-Sarah, bei diesem Thema "fängst" du mich.

Hallo liebe Frieda,

deine Gedanken finde ich sehr interessant aber ich denke ich meinte etwas anderes:

Meine Frau weiß noch nichts von Laila-Sarah. Angenommen ich würde sie mit einweihen und sie wäre ganz und gar nicht so verstanden mit der Situation und würde nicht mehr als Partnerin zur Verfügung stehen. Das Sorgerecht der Kinder ist stets bei der Mutter. Wenn alles maximal dumm läuft, hätte ich keinen Zugang zu den Kindern (wie z.B. bei Semele von früher). Das sind für mich die größten Bedenken.

Es muss hier aber nicht durchdiskutiert werden. Schließlich ist das Thema hier ein wenig anders.

VlG
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Rabea-Marie
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Re: Der Frust danach

Post 23 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Do 3. Jan 2019, 06:04

Hallo alle zusammen!

Was Frieda annimmt kann ich so aus eigener Erfahrung bestätigen.
In der mittelfristigen Etappe, ich sage mal etliche Monate in der Bianca evtl die "Krücken" ziemlich regelmäßig benutzt, im Sommer zB wo es kaum der Außenwelt auffällt das Sie Frauenkleidung trägt, könnte Bianca mittelfristig ihr Selbstwertgefühl stabilisieren und evtl auch herausfinden, wie stark der Wunsch in ihr ist, oder ob er sogar noch stärker wird, so wie Andere von euch es schon beschrieben haben.
Langfristig möchte ich allerdings etwas zaghaft behaupten, dass die Krücken schnell drohen könnten weg zu brechen. Denn falls Bianca feststellt, dass ihr Wunsch immer mächtiger wird, denke ich, werden die wenigen kostbaren Zeitfenster ihr nicht mehr reichen, und die Beschränkung auf Short's und T-Shirt die nicht zu offensichtlich Fraulich sind, ihr auch nicht ausreichend das gute Gefühl schenken können.
Und wenn es ganz schlimm kommt, könnte in dieser späten Phase es durchaus passieren, dass das emotionale Tief noch schmerzhafter für Bianca wird, als es jetzt schon ist
Meine Frau ist zwar von Anfang eingeweiht, aber trotzdem eher semi begeistert. Sie toleriert es, ist aber jetzt auch nicht Happy über eine neue beste Freundin...
Anfänglich hatten wir das Arrangement "einmal im Monat Rabea".
Nach einiger Zeit, ungefähr ein Jahr, merkte ich aber dass mir das nicht reicht. Also baute ich auch "Krücken" ein.
Auch das hat tatsächlich nicht lange geholfen. Irgendwann wurde der Drang so unerträglich dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren konnte. Alles wurde davon überschattet, und negativ beeinflusst. Das Verhältnis zu meiner kleinen Tochter, unser Zusammenleben, Freunde und auch die Arbeit.

Jetzt ganz aktuell leben wir das gemeinsam spontan aus. Heißt wenn ich Rabea sein muss, reden wir kurz was ich konkret möchte und dann machen wir das.

Hierhin zu kommen hat aber einige lange Gespräche gebraucht und auch ihre eigene Einsicht, dass ein unterdrücken unser Familienleben noch schlimmer macht als wenn hier ab und zu mal eine zweite Frau rumläuft.
Außerdem mussten alle eingeweiht werden die mal spontan "auf nen Kaffe"bei uns vor der Tür stehen könnten. Meine Eltern und der engste Freundeskreis.

Es war ein steiniger Weg über Monate, mit viel Tränen, Wut und Enttäuschung. Zwar bleibt das Ende immer offen, weil man eben nie weiß was das Leben für einen bereit hält. Aber ich kann sagen dass es mir jetzt wesentlich besser geht! Allein die Gewissheit zu haben dass ich so sein kann wie ich bin wann immer ich es brauche, hat viel Belastung von mir genommen, so dass der Drang wesentlich geringer ist als vorher noch.

LG Rabea

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Re: Der Frust danach

Post 24 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Do 3. Jan 2019, 07:02

bianca hat geschrieben:
Mi 2. Jan 2019, 13:30
Hallo ihr Lieben!
Grade bin ich wieder mal tief frustriert. Ich hatte heute wieder mal Gelegenheit, Bianca rauszulassen, wenigstens zuhause in den eigenen vier Wänden. Jetzt ist leider der Moment gekommen, wo ich wieder die verhassten Männersachen anziehen muss, weil meine Frau bald nachhause kommt (die ich sehr liebe, mit der aber über das Thema CD ÜBERHAUPT NICHT zu reden ist).
Geht es jemandem ähnlich: Es fällt regelrecht schwer, die schönen Sachen (Slip, BH, FSH, Kleid....) auszuziehen und diese widerwärtigen männlichen Sachen (Unterhemd, Socken, Hose, Hemd...) anzulegen. Da bricht gefühlt jedesmal eine Welt zusammen. Und ich freue mich schon jetzt auf ein nächstes Mal.
Liebe Grüße, Bianca.
Hallo Bianca,

wie schon einige vor mir gepostet haben, beschreibst Du die Symptome, nicht die Ursache.
Dass Du Deine Mädelsachen gegen die Männersachen tauschen musst, frustriert Dich.
Die Ursache Deines Dilemmas liegt woanders, viel tiefer.

Was heisst, Du kannst mit Deiner Frau über das Thema CD überhaupt nicht reden? Heisst es, Du hast es noch nicht versucht, oder sie toleriert Dich nicht als Bianca?
Mein Rat wäre auch, versuch mit ihr zu reden, erzähl ihr von Dir, von Deinen Gefühlen und vielleicht auch von Deinen Ängsten.
Dabei wünsche ich Dir viel Kraft und Geduld!

Dass Du nur verstohlen (entschuldige bitte den Ausdruck) und im geheimen Bianca sein darfst ist ganz sicher keine Dauerlösung.

Lieben Gruß
Bea
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Re: Der Frust danach

Post 25 im Thema

Beitrag von cdsteffi » Do 3. Jan 2019, 11:40

Hallo zusammen,

ich denke, das was Rabea und Frieda geschrieben haben, trifft Biancas Gefühlsleben auf den Punkt. Man bedient sich anfänglich dessen, was in der momentanen Situation möglich ist, um ins Innere Gleichgewicht zu gelangen. Am Anfang reicht es eventuell, aber auf Dauer gesehen ist es halt nicht befriedigend. Kenne ich auch irgendwie! Vielleicht muss Bianca für sich klären, was sie ist: CD, TV, TS oder, oder, oder....

Das miteinander Sprechen funktioniert aber auch nur in einer intakten Beziehung - dieses Thema kann nur auf gleicher Augenhöhe von beiden Seiten geführt werden. Und wenn das nicht gegeben ist, wird es sehr schwierig. Und was wir leider vergessen, wie geht es damit meiner/m Partner/in...

@Rabea: Ich bewundere deinen Mut, der letztendlich bezahlt wurde! Hast Du dadurch Freunde verloren? Gerne per PN.

LG Steffi

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Re: Der Frust danach

Post 26 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Do 3. Jan 2019, 12:23

Hallo nochmal!
@Rabea: Ich bewundere deinen Mut, der letztendlich bezahlt wurde! Hast Du dadurch Freunde verloren? Gerne per PN.
Laila-Sahra schrieb glaub ich etwas in der Art dass wir nicht nur die positiven Aspekte eines Outings hervorheben sollten, sondern auch auf mögliche negative Konsequenzen hinweisen...

Deshalb, ganz öffentlich und nicht privat...

Ja, einen langjährigen Freund hab ich dabei "verloren".

Aber der Reihe nach. Aus dem anfänglichen Mut ist später Verzweiflung geworden.
Hab ich doch recht früh damit angefangen meine engsten Freunde einzuweihen, kam das ganze dann ins Stocken... Nachdem ich es besagtem langjährigen Freund erzählt hatte und er das, zwar mit dem Hinweis "für ihn würde sich nichts ändern" als Einbildung und Hirngespinnst abgetan hatte, hat mich der Mut verlassen mich weiter zu outen.

Von ihm hab ich mich teils zurückgezogen. Denn obwohl sich "für ihn nichts ändert" hat diese Reaktion das für mich sehr wohl. Das Vertrauensverhältnis ist erschüttert, mir fehlt der Wille und das Vertrauen mich ihm als Rabea zu zeigen. Da dies aber mittlerweile einen nicht unerheblichen Teil meines Lebens ausmacht, hab ich mich zurückgezogen.

Nun warum jetzt Verzweiflung?
Zwischen dem letzten Outing und dem jetzt erst erfolgten Outing bei meinem besten Freund und meinen Eltern liegt jetzt ca 1 Jahr.
Und wenn ich ehrlich bin hab ich mir nur weiter geoutet weil der Drang so unerträglich wurde, wie oben beschrieben, damit dieses "Ich kann Rabea sein wann immer ich das brauche" überhaupt funktioniert.
Sonst hätte das gehießen, noch mehr verstecken, noch weiter zurückziehen und mit der Zeit wäre dann spätestens daran eine weitere wertvolle Freundschaft oder gar das Verhältnis zu meinen Eltern kaputt gegangen. Also ok es war nicht ganz nur der Drang, mir wurde einfach bewusst, machst du so weiter wie bisher oder ziehst dich gar nochmehr zurück geht sowieso alles kaputt. Geht es daran kaputt dass genannte Personen damit nicht leben können, hätte ich mich wenigstens nicht mehr verstecken müssen.

Und was kam dabei raus?
Ich war mit meinen Cis-Freunden in einer Cis-Disco als Rabea und wir hatten eine menge Spaß!
Meine Eltern sagen sie stehen zu mir und werden mich immer lieben egal was ich mache.
Klar, ich hatte großes Glück! Mit meiner Frau, meinen Eltern und meinen Freunden.
Aber gerade letzte Phase welche ich als Verzweiflung nannte, hat mir etwas gezeigt. Du kannst dich nicht verbiegen für andere, irgendwann wird das Leid so groß dass du das nicht ohne Schaden an dir selbst überstehen kannst und dann muss man die Menschen die einen nicht begleiten hinter sich lassen. Klingt total abgebrüht ich weiß, aber keiner hat was von jemanden der nur noch eine leere Hülle ist. Das hat mir meine Frau erst klargemacht...

LG Rabea

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Re: Der Frust danach

Post 27 im Thema

Beitrag von bianca » Do 3. Jan 2019, 18:54

Hallo ihr da draußen!

Zuerst einmal herzlichen Dank für die vielen Beiträge und Euer Interesse. Ich habe gar nicht gedacht, damit so eine Diskussion auszulösen, mit teilweise tiefgründigen Betrachtungen und Lösungsvorschlägen. Zum besseren Verständnis der Situation noch ein paar Infos zu mir und meiner Partnerin:

Wir sind seit 34 Jahren verheiratet, und zwar meist sehr glücklich. Wir haben in diesen Jahren einiges erlebt und ein paar knackige Probleme gelöst, die ohne meine Frau wahrscheinlich nicht so gut ausgegangen wären. Die beiden Kinder sind aus dem Haus und gut im Leben angekommen. Wir müssen uns keine Sorgen um unsere materielle Zukunft machen. Eigentlich alles bestens, wenn da nicht DIESES EINE Thema wäre: Crossdressen. Ich trage das eigentlich schon das ganze Leben mit mir rum. Eine Zeit lang dachte ich, das 'Problem' sei ausgestanden. Aber schleichend kam es wieder. Vor vielen Jahren (irgendwann in den 1990ern) hatte ich zum Fasching (zuhause in der Wohnung) dann mal einen Rock, Bluse und Strumpfhose angezogen. Perücke brauchte ich nicht, weil ich damals eine ziemliche Mähne dran hatte, ähnlich wie Wolle Petry. Die Reaktion war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte (hoffentlich ist das nur heute mal so; ist schon bisschen abartig...).
Nach einiger Zeit (das Verlangen nach Weiblichkeit in mir wurde immer stärker) versuchte ich das Gespräch vorsichtig auf das Thema zu bringen. Beispielsweise als eine Show mit Georg Preusse alias Mary im Fernsehen lief. Auch hier wieder totale Ablehnung. Mit der Zeit habe ich das dann gelassen und mich mit meinem Schicksal abgefunden.
Beruflich war ich im Außendienst, der mir ein paar Freiräume bot. Nun bin ich 'Schreibtischtäter' und habe keine Gelegenheit mehr, als Bianca unterwegs zu sein. Höchstens zuhause mal, wenn ich aus irgendwelchen Gründen alleine bin.

Also keine Sorge, ich lebe schon lange im Heimlichen und hoffe, nicht dran zu zerbrechen. Trotzdem bleibt da immer der Traum vom erfolgreichen Outing, um aus der Heimlichkeit heraus zu kommen. Ich will auch nicht komplett als Frau leben, nur hin und wieder eben gern mal.

Als ich den Beitrag schrieb, war halt wieder mal so ein Tag allein zu Haus, und der Zeitpunkt der Zurückverwandlung war gekommen. Daher der spontane Wunsch, mich mal 'auszuheulen'.

Wie eingangs gesagt: Herzlichen Dank für all die Tipps und gut gemeinten Vorschläge. Aber zu ändern wird da nix mehr sein.

Liebe Grüße, Bianca.

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Re: Der Frust danach

Post 28 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 7. Jan 2019, 12:33

bianca hat geschrieben:
Do 3. Jan 2019, 18:54
Aber zu ändern wird da nix mehr sein.
Hallo Bianca,

so hart es klingt, aber ich sehe das fast genau so, und kann Deine Gefühle gänzlich nachempfinden. Jedes Mal, wenn ich nach dem Stammtisch heim komme und eine halbe Stunde später mein blödes Männergesicht im T-Shirt vor dem Spiegel stehen sehe.

Langfristig brauchbare Behelfslösungen gibt es nicht. Ein hübsches Wäschestück oder ein Spitzentop unter der Alltagskleidung können manchmal helfen. Auf die Dauer kann nichts das ersetzen, auf was wir alles verzichten müssen.

Leider, wie ich feststellen musste, ändert auch ein Outing nicht unbedingt etwas an der misslichen Lage. Einmal im Monat "dürfen" ist besser als nichts, doch die restlichen 29 oder 30 Tage bleibt bestenfalls die Vorfreude, wem's hilft.

Nun zum "fast". Wir können etwas ändern, Ausbrechen. Vielleicht geht es gut und hinter der Tür wartet das blühende Leben. Vielleicht führt die Türe aber auch in ein großes schwarzes Loch. Mir ist das Risiko zu groß, deshalb versuche ich so gut es geht den hässlichen Typen zu ignorieren, dort im Spiegel wo vorher noch das halbwegs ansehnliche Mädel stand.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

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Re: Der Frust danach

Post 29 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Mo 7. Jan 2019, 13:11

Hallo Svenja,

ich kann ein wenig nachvollziehen, das Dir das Risiko zu groß ist. Hast Du aber schon mal über das gesundheitliche Risiko nachgedacht? Was denkst Du, wie viele Jahre es gut geht unglücklich zu leben und 29 oder 30 Tage im Monat den Typ im Spiegel zu ignorieren. Ich rede jetzt vom psychischen Gesundheitsrisiko und daraus resultierend dann früher oder später auch die physische Gesundheit. Versteh mich nicht falsch.....ich will Dir absolut nix böses und schon gar nicht will ich Dir vorschreiben, wie Du Dein Leben gestalten sollst.
Ich habe selbst etwas mehr als 40 Jahre meine weibliche Seite unterdrückt und glaube daher, bei dem Thema mitreden zu können. Es heißt natürlich auch nicht, das Du zwangsläufig TS bist, aber ein unglückliches Leben mit unterdrückten Gefühlen führt früher oder später zum großen Knall.....wie auch immer der dann aussehen mag. Ein Leben "für andere" kann schön sein, aber nur wenn man dabei nicht selbst auf der Strecke bleibt.

Denk mal drüber nach (smili)
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Re: Der Frust danach

Post 30 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mo 7. Jan 2019, 13:58

Moin,

...was sagten die Punker doch so treffend vor Jahrzehnten schon: du hast keine Chance, also nutze sie!
Genau dass tue ich auch, denn wie schon oft beschrieben hat meine Familie nur ein sehr begrenztes Verständnis für meine Situation und Gefühlslage. Wir leben mit einem Status Quo, der gewisse Freiheiten für mich bietet außer ein Outing im Dorf und näheren Umfeld. Ich kann ständig DW tragen mit Schmuck, Ohrringen etc. und versuche, meine Kleidung möglichst androgyn zu gestalten, wenn ich keinen Rock trage, das ansonsten das no go Kleidungsstück zu Hause ist, nicht aber auf der Arbeit im Büro oder auf Dienstreisen. Zu Hause habe ich dann im Winter oft nur Wollstrumpfhose und langes Hemd an, besonders abends, wenn der Kaminofen im Wohnzimmer brennt. So nutze ich meine Freiräume ständig und allen Ortes, um mich möglichst ständig so fühlen zu können, wie ich eigentlich bin, als Frau.

LG, Ulrike-Marisa :wink:

...ich bin das, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen glauben...

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