Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?
Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit? - # 3

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MichiWell
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 31 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 14. Sep 2017, 13:58

Hallo Vincent,

dass dein Sohn diese Kleidungsstücke nicht mehr tragen will, kann alle möglichen Gründe haben. Vielleicht hat er wirklich kein der Bedürfnis mehr, oder er gibt dem normativen Druck der von der Gesellschaft vorgegebenen Geschlechterrollen nach, und daran ändert dann im Moment auch dein Vorblid nichts. Mir jedenfalls ging es bis auf das fehlende Vorbild genau so. Ich hätte so gerne Strumpfhosen, Kleider und Röcke gehabt, und habe mich doch bei den wenigen Gelegenheiten dagegen gewehrt, wo ich mal die Gelegenheit gehabt hätte. Beispielsweise bekam ich mit 10 oder 11 eine Strumpfhose geschenkt, die ich liebend gern angezogen hätte. Und doch habe ich total dagegen geblockt und abgewehrt, nur um bei niemandem einen Verdacht zu wecken, dass mir das mir Mädchenkleidung gefällt.

Was deinen Sohn angeht: Einfach abwarten, und schauen, was sich irgendwann ergibt.

Liebe Grüße
Michi
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Anja
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 32 im Thema

Beitrag von Anja » Do 14. Sep 2017, 14:26

Moin Vincent,
Vincent hat geschrieben:
Do 14. Sep 2017, 13:11
Mein Sohn besitzt ein paar Kleidungsstücke, wie ein Kleid, einen Badeanzug, Leggings und glitzernde Schuhe, welche auf sein Drängen angeschafft wurden, und die er gerne getragen hat. Nach und nach will er Sie nicht mehr tragen - erst in der Öffentlichkeit, dann vor Freunden, Großeltern und dann gar nicht mehr.
Naja, Toleranz ist eben keine Einbahnstraße. Wir als Eltern können akzeptieren das z.B. unser Sohn sich auch aus der Damenabteilung bedient. Und genauso sollten wir es auch akzeptieren, wenn er das nicht möchte. Das heißt ja nicht, das du weniger Vorbild für ihn bist. Nur haben sich seine Interessen vielleicht mit der Zeit geändert. Bei uns geht es ja darüber hinaus. Man kann ja schlecht von seinem Kind erwarten, das es sich bei ihm genauso verhält...
Ich würde das ganz entspannt sehen. Ich finde ja auch nicht alles gut, was mein Sohn so tut. Da darf mein Sohn auch Dinge doof finden, die ich gerne mache )))(:

Grüße
die Anja
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Vincent
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 33 im Thema

Beitrag von Vincent » Do 14. Sep 2017, 15:07

Hallo,
klar kann mein Sohn tragen was Wer will, und ich werde ihn auch nicht drängen was zu tragen was er nicht will.
Mir ist nun sein Verhalten aufgefallen, in engem zeitlichen Bezug zur Kritik an meiner Kleidung.
LG

Vincent

MichiWell
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 34 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 14. Sep 2017, 16:19

Hallo Vincent,

dann ist es wohl so, dass er gerade irgendwie aufgenommen hat, dass Männer Männerkleidung tragen sollen, und Frauen Frauenkleidung.

Liebe Grüße
Michi
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Vicky_Rose
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 35 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 15. Sep 2017, 08:21

Hallo Vincent,

ich denke, kleine Kinder saugen erst einmal alles auf wie ein Schwamm. Da sie nichts haben, womit sie etwas vergleichen oder an etwas messen können, sind sie unkritisch. Das entwickelt sich erst mit der Zeit. Dann kommt langsam die Zeit, in der sie das Beobachtete als Wertmaßstab anwenden. Sie werden kritischer. Dazu kommt, dass sie sich zunehmend als eigene Persönlichkeit wahr nehmen. In der Pubertät kommen dann noch die Veränderungen im Hormonhaushalt hinzu. Ich denke immer, man muss die Aussagen dann nicht so auf die Goldwaage legen. Erst später bekommen sie eine gefestigte Persönlichkeit. Dazwischen probieren sie alles mögliche aus. Hier haben Einflüsse von außen eine große Wirkung. Eltern werden immer wegen irgendwelcher Dinge kritisiert. Ich denke, das ist wichtig, um sich zu distanzieren. Ob das Einstellungen oder Kleidung sind, ist vielleicht gar nicht so wichtig, Hauptsache "Anti-Eltern". Vor allem darf man nicht zu viel persönlich nehmen. Kritik ist Teil der Selbstfindung. Sie suchen neue Grenzen und es ist wichtig, ihnen diese Grenzen zu zeigen und sie müssen neue Freiräume erarbeiten und erkämpfen. Man darf sie ihnen nicht schenken, denn sonst haben sie keinen Wert.

Insofern würde ich mir nicht viele Sorgen machen. Vielleicht ist es gut, wenn Du gerade jetzt Deinen Weg weiter gehst. Damit können sie mMn weit mehr anfangen (auch wenn es ihnen nicht gefällt) als wenn Du jetzt "umfällst" und Dich nach ihnen richtest. Dann fehlt ihnen die Orientierung und sie verlieren den Respekt.

Aber das ist nur meine Sicht der Dinge.
Viele Grüße
Vicky

Nur Mannsein ist mir zu wenig, nur Frausein (noch) zu viel ...

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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 36 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 2. Okt 2017, 11:25

Moinsen,
Anja hat geschrieben:
Di 29. Aug 2017, 12:08
Gestern hab ich unseren Großen aus der Kita abgeholt. Er wollte gerne noch mal auf die Schaukel (wer Kinder hat, weiß, dass abholen auch mal etwas länger dauern kann) Während ich ihm auf der Schaukel noch Anstoss gab und mich mit ihm unterhielt kam ein kleines Mädchen an und sagte zu mir:
Du siehst aus wie eine Frau!
...Daraus folgt für mich, als Mann identifiziert, da sie sich über mein (weibliches) Aussehen gewundert hat.

So nun ziemlich genau einen Monat später, waren wir am vergangenen Wochenende auf einer Hochzeit eingeladen. Ein 4,5 Jahre altes Mädchen zeigte Interesse an mir, sprach mich häufiger an (nichts wichtiges, womit sie gerade spielt oder ähnliches.) Mit der Mutter bin ich gut bekannt und wir warteten nun darauf, das sich ihre Tochter in irgendeiner Form über mich äußert.
Irgendwan kam es dann. Die Kleine kam wieder zu mir und sagte:
"Du hast eine männliche Stimme! Aber es gibt ja Frauen, die ne männliche Stimme haben..." Ich habe ihr darauf geantwortet: "Ja, ich zum Beispiel" :lol:

... Daraus folgt für mich, als Frau identifiziert, da sie sich über meine (männliche) Stimme gewundert hat.

Ein noch viel schöneres Kompliment als letztens im Kindergarten (he)

Grüße
die Anja
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 37 im Thema

Beitrag von Beatrix » Mo 2. Okt 2017, 15:39

@Anja
An die Fragen, der Kinder, beim abholen aus der Kita oder bei meinem ältesten aus der OGS (offene Ganztagsschule) kann ich mich noch gut erinnern (ist ja erst 2 Jahre her). Die häufigste Frage damals (ca 3-6 Monate vor dem Outing) war: "Bist Du die (zweite) Mama oder der Papa?" Kinder können ja so herzerfrischend ehrlich sein. (he)
Nach dem Outing haben meine Kinder mich, auf meine Bitte hin, in der Öffentlichkeit immer mit Beatrix angesprochen. Einmal hat sich einer meiner Jungs beim spielen weh getan, daraufhin sprach er mich mit Papa an. Ein, in der Nähe stehendes Mädchen (11 Jahre), blieb darauf hin öfter in meiner Nähe stehen und fragte nach ca 10 Minuten ihre Mutter: "Mama, wieso heißt die Frau Papa?" Da die Eltern mir bekannt waren, sagte die Mutter nur: "Frag sie doch!" Gesagt getan, ich habe dem Kind alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet. 5 Minuten später, spielte das Mädchen weiter als wäre es (ich) das normalste auf der Welt.

LG
Beatrix
Zuletzt geändert von Beatrix am Mo 2. Okt 2017, 16:03, insgesamt 1-mal geändert.
Nachdem Gott mich geschaffen hatte, sagte er: "Ups, da ist mir doch
ein Fehler passiert. Na egal, den müssen andere wieder ausbügeln. :-)"

MichiWell
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 38 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 2. Okt 2017, 15:51

Beatrix hat geschrieben:
Mo 2. Okt 2017, 15:39
"Mama, wieso heißt die Frau Papa?"
Hallo Beatrix,

danke, jetzt habe ich mich grad köstlich amüsiert. (ki)
Einfach herrlich, was manchmal aus dem Kindermund kommt. Ein Glück, dass diese Welt auch so schöne Seiten hat.

Liebe Grüße
Michi
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Re: Von Kind "ertappt", spontane Aufklärungsarbeit?

Post 39 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 2. Okt 2017, 16:16

Hallo Beatrix,

wir sind ganz bewusst bei "Papa" für mich geblieben. Mama möchte ich nicht genannt werden (das fände ich irgendwie anmaßend) und was besseres ist uns auch nicht eingefallen. Außerdem können unsere Kinder so "ganz normal" von Mama & Papa gegenüber anderen Kindern sprechen, wenn es um das Thema Eltern geht. Ich möchte glauben, das sie es so vielleicht etwas einfacher haben...

Ich kann dir nur zustimmen, Kinder sind da, meiner Erfahrung nach, ganz offen und unvoreingenommen. Ich versuche auch, sichtbar zu sein bzw. zu bleiben und lasse mich, wann immer es mir möglich ist in der Kita sehen. Sei es zum Bringen, Abholen oder Elternabend. So komme ich auch mit anderen Eltern in Berührung und sie lernen mich als ganz normale Frau kennen. Die Eltern unserer Gruppen wissen natürlich Bescheid. Aber von jemandem wissen oder ihn live zu erleben sind eben doch 2 Paar Schuhe. Für die Kinder ist es sowieso kein Problem. In der Kita sind sie noch "unversaut". Da gibt es keine Probleme.
Ich bin gespannt was die Schulzeit dann für neue Herausforderungen für mich (oder wegen mir) bringt.

Grüße
die Anja
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