Angriff: Blutige Nase bekommen
Angriff: Blutige Nase bekommen - # 5

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Michelle_Engelhardt
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 61 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Do 18. Okt 2018, 04:51

Sahara65 hat geschrieben:
Do 18. Okt 2018, 02:05
warum hast du dich nicht gewehrt ?
warum kein foto von dem kerl gemacht ?
ich meine: wo ein wille ist ist auch ein weg.
Sorry Sahara, nehms mir nicht übel, aber manchmal habe ich das Gefühl, das Du das Einfühlungsvermögen einer Tube Zahnpasta hast.
Auf die Idee, dass man nach einem unerwarteten Schlag ins Gesicht erstmal geschockt und handlungsunfähig ist kommst Du nicht, hm?

Was die Anzeige betrifft, bin ich vollkommen Deiner Meinung.

Falls Du mal eine aufs Maul bekommst, was ich Dir um Gottes Willen nicht wünsche, hoffe ich für Dich, das Dir keiner so dämliche Fragen stellt.

Michelle
klingt komisch, ist aber so

Svetlana L
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 62 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Do 18. Okt 2018, 05:33

Cybill hat geschrieben:
Mi 17. Okt 2018, 22:55
als Vollzugsbeamtin bin ich verpflichtet, sobald mir eine Straftat zur Kenntnis kommt, diesselbe anzuzeigen.
Okay, danke für die Klarstellung! Ich hatte da so interpretiert, dass ihr euch im SC trefft und du dann auf Steffi einwirkst, dass sie doch eine Anzeige erstattet.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Astrid
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 63 im Thema

Beitrag von Astrid » Do 18. Okt 2018, 06:21

Schlimm, was da wieder passiert ist. Ich wünsche Dir Steffi, daß Du das auch psychisch möglichst schnell wieder wegstecken kannst.

Aber wie so oft stelle ich auch hier die Frage: Waren denn zu dem Zeitpunkt keine Passanten in der Nähe, die helfend hätten eingreifen können? Und wenn es darum gegangen wäre die Polizei und vorsorglich einen Sanitätsdienst zu rufen, um dann eine Anzeige aufnehmen zu lassen und eine Erstversorgung zu gewährleisten.
Als Gewaltopfer unter Schock ganz auf sich allein gestellt wundert es mich nicht, daß Du ohne Anzeige zu stellen nach Hause gegangen bist.

Ich gewinne immer mehr den Eindruck, daß Gewalttäter, die auf offener Straße zu normaler Verkehrszeit zuschlagen, schon damit kalkulieren, daß eh kein Passant in irgendeiner Weise etwas Helfendes unternimmt.
Und diese Entwicklung fände ich mindestens genauso beängstigend, wie die Zunahme derlei Gewalttaten an sich.

Liebe Grüße - Astrid

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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 64 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Do 18. Okt 2018, 06:45

Hallo Astrid,

Tja, es heisst zwar immer noch Gesellschaft, "Ansammlung egoistischer Individuen" wäre wohl zutreffender. Leider!
Und leider entwickeln sich auch Familien immer mehr in diese Richtung.

Nachdenkliche, liebe Grüsse
Bea
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 65 im Thema

Beitrag von Cybill » Do 18. Okt 2018, 08:11

@ Sahara65
Aus der Ferne über das Verhalten anderen urteilen ist leicht und unprofessionell. Ich gehe mal davon aus, dass Du an dieser Tatörtlichkeit vermutlich grundsätzlich Schnappatmung haben würdest, denn es handelt sich um einen hoch kriminalitätsbelasteten Ort.
Schwadronierte daher nicht aus deiner provinziellen Geborgenheit über Situationen, die du nicht kennst.

- Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 66 im Thema

Beitrag von sbsr » Do 18. Okt 2018, 08:40

Keine Anzeige zu erstatten heißt den Täter absichtlich unbescholten davon kommen zu lassen. Klar hilft die Anzeige rückwirkend nicht mehr, die Straftat ungeschehen zu machen, auch eine Verhaftung des Täters würde das nicht. Es ist verständlich, dass Opfer von Gewalttaten diese lieber vergessen wollen, als das ganze durch eine Zeugenaussage noch einmal aufzuwühlen. Doch in den wenigsten Fällen gelingt dieses Vergessen. Für das Opfer selbst bringt die Anzeige nicht viel, sondern kostet überdies noch Kraft, aber für alle anderen potentiellen Opfer kann es helfen zukünftige Straftaten zu verhindern.

Cybill bitte korrigiere mich, falls ich falsch liege. Wenn die Polizei einen Täter im Verdacht hat, bereits mehrfach Straftaten in der Art begangen zu haben, es aber keine Beweise gibt, hilft jede Anzeige weiter ihn vielleicht wenigstens für diese Tat dingfest zu machen.

Steffi, Dir alles Gute, sowohl für die körperliche Genesung, als auch dass Du psychisch schnellst möglich darüber hinweg kommst.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 67 im Thema

Beitrag von steffiSH » Do 18. Okt 2018, 09:46

Sahara65 hat geschrieben:
Do 18. Okt 2018, 02:05
steffi,
ntürlich ist es unschön was dir wiederfahren ist, aber: warum erstellst du keine anzeige statt hier solch eine teilweise verwirrung hervor zu rufen ?
Hallo Sahra, es tut mir Leid Dich verwirrt zu haben, die meisten Anderen habe ich aber nicht verwirrt sondern so ist eine Diskussion über unsere Gesellschaft entstanden, wie wir zusammenleben wollen. Das finde ich ok.
sum sum sum - no Latein

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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 68 im Thema

Beitrag von steffiSH » Do 18. Okt 2018, 10:07

Sahara65 hat geschrieben:
Do 18. Okt 2018, 02:05
steffi,
ntürlich ist es unschön was dir wiederfahren ist, aber: warum erstellst du keine anzeige statt hier solch eine teilweise verwirrung hervor zu rufen ?
ein Typ, ca.25Jahre, sah nordafrikanisch aus
mit dieser aussage solltest du wissen worauf es hinaus läuft.

um mitleidsbekundungen geht es dir dabei nicht.
auch nicht um unwissenheit was zu tun ist.
zielgerichtet gegen dich als transsexuelle person war es auch nicht.

warum hast du dich nicht gewehrt ?
warum kein foto von dem kerl gemacht ?
ich meine: wo ein wille ist ist auch ein weg.

ich kann auch nicht nachvollziehen in wie weit eine anzeige schlechte erinnerungen hervor rufen kann.
du schneidest alles nur an.
ein bild davon machen kann ich mir trotzdem nicht.
unschön war für eine blö. Beschreibung
Na Du Allwissende: Um was geht es mir denn bitteschön ?
apropos wehren, foto , wille ich weiß das man Situationen nie so beschreiben kann daß sie jede versteht. Deswegen habe ich da auch überhaupt kein Versuch unternommen, denn auch dann gibt es Leute wie Dich.
- Entschuldigung, ich muß jetzt erst mal wieder meine Hutschnur suchen - bis bald. (ki)
sum sum sum - no Latein

Nobbi56
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 69 im Thema

Beitrag von Nobbi56 » Do 18. Okt 2018, 20:24

Hallo SteffiSH,

auch ich möchte Dir von Herzen meine Solidarität und mein Mitgefühl bekunden und hoffe, dass die Verletzung schnell und gut und ohne bleibende Schäden verheilt.

Was den Vorfall betrifft, schließe ich ich voll und ganz der Auffassung von sbsr an: Auf der einen - der emotionalen - Seite ist es nachvollziehbar, dass man so ein schlimmes, womöglich traumatisches Erlebnis am liebsten ganz schnell aus der Erinnerung (wenn schon nicht aus der Biografie, was ja nicht möglich ist) tilgen und aus dem Bewusstsein verdrängen möchte. Auf der anderen - der rationalen - Seite erscheint es doch unbefriedigend, dass so eine Straftat ganz ohne Konsequenzen bleiben soll. Man kann als Opfer wenig tun, aber was man tun kann ist immerhin, den Angriff zur Anzeige zu bringen. Nicht ganz ausgeschlossen ist ja, dass es sich um einen Mehrfach- bzw. Wiederholungstäter - mglw. auch wg. anderer Delikte z. B. Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht, Drogenhandel o. ä. - handelt, der irgendwann doch in die Fänge der Justiz gerät und dann kann es für die Strafverfolgung wichtig sein, wenn diese Tat aktenkundig gemacht wurde.

Letztlich musst Du aber natürlich ganz für Dich allein entscheiden, was das Beste ist. Und Du solltest die in Berlin sicher vorhandenen Angebote nutzen, die sich um Opfer von Gewalttaten kümmern.

Ich wünsche Dir alles Gute und Liebe (dr)

Norbert

Vicky_Rose
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 70 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 19. Okt 2018, 07:13

Nobbi56 hat geschrieben:
Do 18. Okt 2018, 20:24
und aus dem Bewusstsein verdrängen möchte. Auf der anderen - der rationalen - Seite erscheint es doch unbefriedigend, dass so eine Straftat ganz ohne Konsequenzen bleiben soll.
Das ist leider so. Mir wurde einmal im Büro aus meiner Jackentasche mein Geldbeutel gestohlen. Ich habe keine Ahnung, wer das war, da wir neben den Mitarbeitern auch Studenten, Putzpersonal und gelegentlich auch Externe im Haus haben. Aber ich nehme an, der oder die Täter wussten, wo sie suchen mussten und da ich an diesem Nachmittag für 2 Stunden in einer Besprechung war, kann man Insiderwissen vermuten. Das Schlimme war aber nicht der materielle Verlust, sondern der Vertrauensverlust. Ich konnte für lange Zeit nicht mehr im Büro sein ohne an diesen Vorgang zu denken und habe mich ständig gefragt, wer das wohl gewesen sein könnte. Auch wenn es äußerlich nicht dramatisch ist, was in einem passiert, ist es schon, da das Vertrauen für mich eine wesentliche Basis eines menschenwürdigen Lebens ist.

Letztlich habe ich mich erst dann wieder auf ein "normales" Büroleben einlassen können als ich bewusst beschlossen habe, die Dinge auf sich beruhen zu lassen. Es ist mir egal, wer das war. Ich lasse mich auf das Risiko ein, dass es nochmal passiert. Für mich ist es wichtig, dass ich mich von solchen Dingen nicht wesentlich beeinflussen lasse und deshalb Einbußen in meiner Lebensqualität hinnehmen muss.

Ich tue solchen Menschen nicht den Gefallen und lasse mir mein Leben versauen.

Verdrängen bedeutet mMn nichts anderes, als die Dinge im Hintergrund wirken zu lassen. Ich habe nichts davon, ob diese Straftat Konsequenzen für den Täter hat oder nicht. Für mein Seelenleben sind andere Dinge wichtig. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob Sühne oder Vergeltung für die Gemeinschaft hilfreich ist. Denn was ist eine Gemeinschaft wert, die nur durch Sanktionen funktioniert ? Es wäre eine angstbasierte Gemeinschaft und das ist aus meiner Sicht suboptimal. Ist denn die Sanktion nicht auch eine Form der Gewalt gegenüber dem Täter ? Macht sie sich denn dadurch nicht auch "schuldig". Wer definiert denn, dass die Reaktion angemessen ist ? Es sind die Regeln der Gemeinschaft. In unserem Kulturkreis sagen wir, dass das Handabhacken für einen Dieb nicht in Ordnung ist. Aber ist das Einsperren nicht das gleiche auf einer anderen Ebene ? Welche Reaktion wäre denn richtig in Steffis Fall ? Ich denke, die Meinungen dürften hier weit auseinander gehen und auch die Hautfarbe dürfte eine wichtige Rolle spielen. Aber was wäre hier Gerechtigkeit ?

Klar, meine Gedanken sind utopisch. Aber sich die Dinge einmal unvoreingenommen durch den Kopf gehen zu lassen, ist jenseits der ersten Reflexe meiner Ansicht nach wertvoll. Was würde ich an Steffis Stelle tun, wenn man mir den Täter, der mich geschlagen hat, vor mich stellen würde und die Gelegenheit hätte, alles mit diesem Menschen zu tun, was ich will ? Was wäre für mein Innenleben das beste ?
Viele Grüße
Vicky

Never regret something that make you smile ...

Frieda
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 71 im Thema

Beitrag von Frieda » Fr 19. Okt 2018, 08:18

Das Thema "Anzeige" findet in meiner Wahrnehmung in diesem Thread hier keine Ruhe und ich habe wirklich die Gedanken in mir, dass manch Eine mich mit meinem Post 50 evtl nicht richtig verstanden haben könnte.

Worauf ich emotional reagierte, war, dass es doch eine Selbstverständlichkeit sein sollte/müsste, den Täter anzuzeigen. Und das Statistiken mit relevant (aus Opfersicht unmittelbar nach der Tat) sind.
Ich möchte ausdrücklich wiederholen, dass ich diese Einsicht als Unbetroffene wohl auch habe! Und ich im Fall meiner Tochter zB, als sie bei einem Schulauftritt sexuell belästigt wurde, auch die Polizei eingeschalten habe.

Worum es mir geht!!!!!!
Es ist KEINE Selbstverständlichkeit, dass ein Opfer zur Polizei geht, oder zum Arzt geht um ihre Wunden dokumentieren zu lassen!!!!!!
Wer bitte war Opfer, mit den Umständen, komplett alleine auf sich gestellt zu sein???
In meiner Wahrnehmung sieht es so aus, das Opfer die ohne jeden Halt und ohne emotionalen Beistand sind, diesen Weg seltener gehen. Weil unsere Sichtweise in diesen Momenten eine vollkommen andere ist, als der der Unbeteiligten!

Trotz aufgewühlt sein und einem Gefühl des sich hier verteidigen müssens, verkrieche ich mich jetzt.


PS: Vicky...ich finde deine Gedanken nicht utopisch. Im Gegenteil fühle ich mich persönlich WIEDER sehr wohl beim lesen deiner Worte! Danke!🙏
Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.

Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. (Mahatma Gandhi)

Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

Svetlana L
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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 72 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 19. Okt 2018, 09:22

Frieda hat geschrieben:
Fr 19. Okt 2018, 08:18
Das Thema "Anzeige" findet in meiner Wahrnehmung in diesem Thread hier keine Ruhe und ich habe wirklich die Gedanken in mir, dass manch Eine mich mit meinem Post 50 evtl nicht richtig verstanden haben könnte.
Doch, ich habe deinen Post 50 schon verstanden (und ihn vorsichtshalber gerade nochmals gelesen). So wie du ihn geschrieben hast, hört sich das sehr absolut an, gerade so, als würdest für alle Opfer sprechen. Dabei ist das lediglich deine subjektive Meinung. Und du betonst ja selber, dass dieses in dem Moment (also zum Zeitpunkt der Tat) einen "feuchten Furz" (das hört sich so gar nicht nach der Frieda an, die ich bisher hier im Forum gelesen habe) interessiert. Die Erstellung einer Anzeige ist m. E. nicht an eine bestimmte Frist gebunden (Cybill?), also kann diese auch nach einer "Nacht drüber schlafen" noch gestellt werden. Und weil du es in deinem neuen Post 71 erwähnst, auch die ärztliche Dokumentation der Verletzungen kann durchaus hilfreich sein. Dafür haben wir hier in Berlin seit 2014 eine Spezialambulanz für Opfer von Straftaten: Gewaltschutzambulanz der Charité. Dort werden Verletzungen gerichtsfest (und vor allem kostenlos) dokumentiert, falls es später doch zu einem Gerichtsverfahren kommen sollte.

Vielleicht, weil ich auch beruflich im Bereich Queer tätig bin, bin ich nach wie vor der Auffassung, dass eine Anzeige sinnvoll ist - und ja, in meinen Augen auch selbstverständlich sein sollte. Wie gesagt, dass ist meine ganz persönliche Meinung - ich spreche nicht für andere!
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 73 im Thema

Beitrag von sbsr » Fr 19. Okt 2018, 10:24

Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 19. Okt 2018, 07:13
Mir wurde einmal im Büro aus meiner Jackentasche mein Geldbeutel gestohlen.
...
Denn was ist eine Gemeinschaft wert, die nur durch Sanktionen funktioniert ? Es wäre eine angstbasierte Gemeinschaft und das ist aus meiner Sicht suboptimal. Ist denn die Sanktion nicht auch eine Form der Gewalt gegenüber dem Täter ?
Erst kürzlich hat sich herausgestellt, dass ein Vereinsmitglied über längere Zeit kleinere Geldbeträge aus unserer Getränkekasse entwendet hat. Der Vorstand hat zur Wahl gestellt, einen glaubhaften Betrag zurück zu zahlen, oder Anzeige zu erstatten. Letztlich kam es nicht zur Anzeige, sondern zur Einsicht.

Es müssen nicht immer Sanktionen wie Gefängnis sein. Aber wenigstens Schadenersatz oder Schmerzensgeld an das Opfer, auch wenn man körperliche und seelische Gesundheit nie gegen Geld aufrechnen kann.

Ohne Sanktionen für unrechte Handlungen wird keine Gemeinschaft funktionieren, das wäre illusorisch. Leider brauchen manche Mitmenschen erst eins vor den Kopf, damit sie (hoffentlich) begreifen, dass ihr Unrechtsbewusstsein sich nicht mit den in unserer Gesellschaft herrschenden Wertvorstellungen deckt.

Und ja, es ist tatsächlich die Angst vor dem Knöllchen, die uns ordentlich parken lässt. Das Schild mit "nur in gekennzeichneten Flächen parken" alleine hilft nunmal nicht. Natürlich wissen wir alle, dass man niemanden schlagen darf, und es ist definitiv der bessere Weg es nicht zu tun, weil man kapiert hat dass es falsch ist. Trotzdem bin ich mir sicher, dass so mancher öfters mal seiner Meinung mit Fäusten Nachdruck verleihen würde, müsste man dafür keine Sanktionen befürchten.
LG, Svenja

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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 74 im Thema

Beitrag von Sasha » Fr 19. Okt 2018, 11:38

Aria hat geschrieben:
Di 16. Okt 2018, 20:07
MichiWell hat geschrieben:
Di 16. Okt 2018, 20:03
Aria hat geschrieben:
Di 16. Okt 2018, 19:49


.....und das ist jetzt eine Information, die dem ganzen mehr Nachdruck verleiht, oder was??? :roll:
Soll ich beim nächsten Mal erst ausführlich nach der Nationalität fragen, wenn mich mal wieder jemand bedroht? Oder was hast du für ein Problem?
(wema)
Nein, natürlich nicht!!! Aber dir scheint es ja wichtig zu sein, dass an Nationalitäten festmachen zu wollen.
Du wurdest bedroht. Welche Nationalität der/die Bedroher hat, spielt dabei keine Rolle, oder (für dich) doch?!?
Es macht leider insofern einen Unterschied, daß zunehmend kulturelle Unterschiede in der Betrachtung des Wertes von Menschen, besonders auch Frauen, spätestens dann zum Problem werden, wenn es zur eigenen Kultur gehört, den Wert von Menschen z.B. an deren "Ungläubigkeit" oder deren Nationalität, oder sogar an deren Schwachheit (im kulturellen Sinne) fest gemacht wird...
Es ist ja nicht so, daß nur wir bösen Deutschen per se Rassisten sind, die gibts auch woanders.
Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich (K. Adenauer)
Eigentlich bin ich ganz anders, doch ich komme viel zu selten dazu (Ö. von Horváth)
Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch anders zu sein (S. de Beauvoir)

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Re: Angriff: Blutige Nase bekommen

Post 75 im Thema

Beitrag von Sasha » Fr 19. Okt 2018, 11:43

Aria hat geschrieben:
Di 16. Okt 2018, 20:55
Michelle_Engelhardt hat geschrieben:
Di 16. Okt 2018, 20:40
Viele Menschen sind, wie man so schön sagt, mit der Gesamtsituation unzufrieden. Das könnte eine Ursache sein. Die wirtschaftliche und politische Entwicklung mag da einen Anteil daran haben, weiß nicht. Leiharbeit, Billigstlöhne, Zukunftsängste, Perspektivlosigkeit, zunehmender Schwund der Mittelschicht nenne ich jetzt mal so als Schlagwörter.

Liebe Grüße
Michelle
Liebe Michelle, ich will jetzt daraus keine Grundsatzdiskussion entstehen lassen, aber mit welcher Gesamtsituation sind wir hier in D unzufrieden???
Wir sitzen auf einer wunderschönen Insel, in der jeder recht gut leben kann, ohne Angst haben zu müssen, dass er kein Dach überm Kopf hat und nicht weiss, wie er seine Familie ernähren soll.
Ich finde, dass hier auf allerhöchsten Niveau gejammert wird. Aber das ist Teil der deutschen Kultur, nehme ich mal an. Nie zufrieden sein, mit dem, was man hat. Immer noch mehr haben wollen.
Nun ja, ob diejenigen Menschen, die unverschuldet eine sehr niedrige Rente bekommen, die obdachlos sind, die mehrere "Jobs" brauchen, um sich und ihre Familie zu ernähren, auf hohem Niveau jammern und einfach nur immer mehr haben wollen, denke ich eher nicht. Du denn, liebe Aria???
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