EG 23 Die Turnhalle (4), der MädchenUrlaub (2)
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santorlm
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EG 23 Die Turnhalle (4), der MädchenUrlaub (2)

Post 1 im Thema

Beitrag von santorlm » Mi 15. Jan 2014, 11:27

In der letzten Folge hatte ich über das Tour Ziel und die mögliche Streckeneinteilung berichtet. Weiterhin darüber, dass ich als Mädchen auf Tour gehen sollte ohne eine Rückzugsmöglichkeit in Jungenklamotten zu haben. Ich würde 8-10 Tage total als Mädchen leben müssen. Das erregte und verunsicherte mich gleichermaßen, denn ich war ja bisher eigentlich ein „Stuben-Mädchen“, immer im Haus, aber noch nie outside. Es verwunderte mich über mich selbst, wie sehr ich nach dieser Situation gierte. Ich verlor so langsam den Wunsch, ein Junge zu bleiben, aber ich verdrängte den Gedanken anders zu sein.

Nun wieder zu unserer Tour. Liebe Mädels, um weiter planen zu können müssen wir jetzt das Zeitfenster festlegen, wann wir fahren wollen. Eigentlich kommen dafür nur die Großen Ferien in Frage, also Vorschläge. Wir legten den 29.07. bis 15.08. fest. In diesem Zeitraum sollte die Tour stattfinden, beeinflusst durch mögliche Buchungsschwierigkeiten bei Pensionen bzw. Hotels.

Jetzt jaulten drei der Mädchen auf, u.a. auch Sandra. Wir haben das schon befürchtet bzw. erwartet, dass sich ein 10-Tage-Termin mit unseren persönlichen Verpflichtungen nicht vereinbaren lässt. Ich war auch tief enttäuscht, dass Sandra nicht mitfahren konnte. Ihre Eltern hatten bereits vor Monaten eine Reise auf einem Kreuzfahrtschiff gebucht. Das ließe sich nun wirklich nicht ändern. Sandra und ich schauten uns an. Wir verstanden uns auch ohne Worte. Wir hatten uns so sehr darauf gefreut, 10 Tage ohne jegliche Kontrolle der Eltern miteinander zu verleben, und weiterhin hatten wir uns darauf gefreut, dass ich ausschließlich als Mädchen unterwegs sein sollte – Sandra wollte mich am liebsten nur noch als Mädchen sehen, aber auch darauf, dass die 10 Nächte für uns unbeschreiblich intim und grenzenlos hätten werden können. Diesen Zeitraum konnten wir auch nicht „vor arbeiten“, denn die Toleranz unserer beiden Elternpaare war ja schon etwas begrenzt. Zwar war es möglich, ab und zu, also selten, mal gemeinsam zu übernachten, aber ein intensives „Beischlaf-Verhältnis“ wurde nicht geduldet. Und die akrobatischen Verrenkungen in unserem Familienauto, welches ich manchmal nutzen durfte, waren nicht gerade prickelnd.

Ich fasse jetzt die Vorbereitungen für den MädchenUrlaub nur kurz zusammen. Großspurig hatte ich den Mädchen zugesagt, dass ich mit dem Wettergott Sonne und Wärme fest vereinbart hätte. Einzelheiten zur Vorbereitung sind hier nicht so interessant. Nur einige wichtige Eckpunkte: azyklisch reisen, also nicht gerade mit den Veranstaltern „samstags“ über die Wege zu hetzen und auch nicht deren häufig gebuchten, überteuerten Hotels anzusteuern. Lieber wollten wir jeweils 2-3 Kilometer ins Landesinnere fahren und dort einen gemütlichen Landgasthof aufsuchen. Das sicher intimer und auch preisgünstiger. Große Ansprüche an die Pensionen hatten wir nicht. Hauptsache sauber, Essensmöglichkeiten und die Möglichkeit draußen zu sitzen wie in einem Biergarten.

Lisa und ich hatten unserer Mutter natürlich von allem berichtet. Bei der Information, dass ich ausschließlich als Mädchen teilnehmen sollte, schaute sie mich lange an. Dann schmunzelte sie, oh oh, hoffentlich fallen dir beim Befahren einer holprigen Strecke nicht deine Einlagen-Brüste aus dem BH. Da muss ich etwas tun. Lisa und ich verstanden nichts.

Je näher der Urlaubstermin kam, um so grummeliger wurde es mir. Nein, nicht nur Schmetterlingsgefühle sondern regelrecht Angst. Würde das alles klappen, würde ich mich blamieren? Ich wurde von Tag zu Tag unruhiger. Zu meinem Ärger amüsierte sich meine Schwester köstlich darüber. Aber das legte sich eigenartiger Weise drei Tage vor dem Start durch eine Begebenheit, die meine Mutter auslöste. In Anwesenheit meiner Schwester sagte meine Mutter plötzlich zu mir, Christiane bitte mache den Oberkörper frei und leg dich hier auf die Couch. Häh, was soll das denn? Ich tat aber wie gewünscht. Dann kam die Prozedur, bei der ich „vom Glauben abfiel“. Auch meine Schwester war völlig baff. Mutter klebte mir mit einem Spezialkleber neue, perfekt geformte Brüste (Cup B) auf meine Hühnerbrust. Bleib bitte 10 Minuten liegen, dann ist alles gefestigt. Dein neuer Busen hält etwa 5-6 Wochen und ist auch Wasser resistent, d.h. du kannst ruhig duschen und auch schwimmen gehen. Ich möchte diese drei Tage vorher testen, ob das wirklich hält. Entgeistert schaute ich an mir runter. Diese neuen Dinger waren wirklich toll. Es waren keine Übergänge zu meiner Haut zu erkennen (aus 1 m Entfernung). Ich besaß nun optisch einen netten Busen. Lisa schaute auch nur und meinte, Christiane, jetzt ist alles top. Das heißt aber auch, ab jetzt musst du immer einen BH anziehen, und in den nächsten Tagen auch so rumlaufen.

Wie in Trance zog ich einen BH an und saß das noch so rum. Ich hatte kürzlich mal beschrieben dass es irgendeinen Klick in meinem Kopf gegeben hatte, jetzt hatte es einen Doppelklick gegeben mit dem Button „speichern“. Jegliche Unsicherheit fiel von mir ab. Ich fühlte mich einfach grandios. Morgen wollten sich alle Mädchen zwei Tage vor der Abfahrt noch einmal treffen um noch einmal alles abzustimmen. Ich war ja mental jetzt über dem Berg, also zog ich mich einfach weiblich an. BH und Slip waren selbstverständlich. Aber jetzt zog ich ein Spagetti-Top und einen mittelkurzen Jeansrock und meine Ballerinas an und ließ mich von meiner Schwester zum Treffpunk bei Bianca fahren. Dort angekommen wurde ich erst einmal betrachtet, na, übst du schon? Lisa verpetzte mich und flüsterte leise gegenüber Bianca, Christian hat neue feste Brüste. Was sage ich, es dauerte nicht lange, da musste ich mich der Neugier der Mädels beugen und mich „obenrum“ zeigen. Sie kicherten alle: fast echt.

Dann die Reise.
Wir fuhren mit dem Zug nach Passau um dort die erste Übernachtung zu machen und dann morgen die Fahrräder zu übernehmen. Unser jeweils geringes Gepäck transportierten wir z.B. in eine Tennis- oder sonstigen Sporttasche. Denn alles was wir mitschleppten musste ja in die Satteltaschen der Fahrräder passen. Bei dem Fahrradverleiher konnten wir auch unsere Taschen bis zur Rückkehr nach dem Umladen einlagern. Guter Service.

Die erste Übernachtung war für mich schon ein Freudenfest. Unsere Mädchengruppe bestand aus 12 Mädchen, inkl. mir, also brauchen wir ‚mathematisch‘ sechs Doppelzimmer. So wurde auch unsere gesamte Reise von den Mädchen geplant und gebucht. Aber nun stellte sich ‚überraschenderweise‘ heraus – 11 echte Mädchen und Christiane. Watt nu? Ich war wohl völlig integriert in die Gruppe, aber so mit mir ein einem Doppelbett? Keine wollte sich die Blöße geben und sich jauchzend bereitwillig erklären mit mir das Zimmer zu teilen. Da ergriff in der Grübelrunde Rebecca ein. (Rebecca und ich hatten uns ja bei dem Mädchenabend die Sehnsucht nach einer gemeinsamen Nacht erklärt). Rebecca hatte bei ihren Freundinnen den Ruf etwas distanziert und unnahbar zu sein. Rebecca sagte (wohl bewusst) unterkühlt, also ich erkläre mich bereit mit Christiane das Zimmer zu teilen. Und schmunzelnd, ich habe das schon im Griff. Und das bleibt so die ganze Reise, damit nicht jeden Abend darüber diskutiert wird.

Ich hatte das Gefühl, das einige der Mädels durchaus Interesse daran hatten mit mir das Zimmer zu teilen, aber offen zugeben wollten diese das dann wohl doch nicht. In einem unbeobachteten Moment kniff mir Rebecca ein Auge zu. Ich dachte nur, einfach genial wie Rebecca das gedeichselt hat. Ich verspürte in Vorfreude wie eine Erregung in mir aufstieg. Ups, jetzt bloß kein „Zelt bauen“. Dass Lisa mit Anna zusammenzog, war selbstverständlich. Später revanchierte ich mich gegenüber meiner Schwester für ihre kleinen Frotzeleien in der Vergangenheit und bemerkte süffisant, jetzt kannst du 10 Nächte mit Anna deine neue sexuelle Ausrichtung ausleben. Unglaublich, meine Schwester wurde etwas ärgerlich und boxte mich gar. Als sie sich wieder eingekriegt hatte, sagte sie nur: na und, nichts ist endgültig, man muss alles ausprobieren. Ich sah ein, dass ich etwas zu frech zu meiner Schwester war, ich gab ihr einen kurzen Kuss auf den Mund und es war wieder gut.

Ich will jetzt nicht die ganze Reise erzählen, ist ja auch nicht weiter interessant. Sondern zusammenfassend nur die Highlites. Auch muss ich erzählen, welche Klamotten ich während des Radelns trug. Natürlich einen kurzen relativ weiten Rock, jedoch über einem schönen Miederhöschen. Ich hatte von meiner Mutter aus ihrem Bestand zwei softe rosafarbene Miederhöschen bekommen. Sie sprach aus Erfahrung: wenn du einfach so im Rock auf dem Fahrradsattel sitzt, kannst du davon ausgehen, wird dieser nach zwei Tagen ausgebeult und unansehnlich ist. Setz dich einfach direkt mit dem Miederhöschen auf den Sattel und lass den Rock ruhig flattern. Das wird den Mädchen Spaß machen und vor allen Dingen, es sieht gut und manchmal auch etwas erotisch aus. Danke Mama für den Tipp.

Zuerst muss ich bemerken, dass mein Flehen beim Wettergott wohl auf Verständnis gestoßen war. wir hatten alle Tage traumhaftes Wetter. Bedingt durch die geplanten sehr kurzen Etappen konnten wir trödeln. Je nach Lust und Laune konnten wir rasten, unsere Beine in die Donau hängen oder aber auch uns nur in die Sonnen legen und träumen. Da ich ja Besitzer eines Busens war, musste ich natürlich auch mit Oberteil sonnen. Wer mir den vorgefundenen Bikini in die Urlaubssachen geschmuggelt hatte, konnte ich durch Anblick meiner Schwester schnell erkennen. Das Höschen hatte einen „Rio-Schnitt“, also an den Seiten sehr hoch geschnitten, vorn gerade mal so breit, dass ich meine primären Organe so gerade unterbringen konnte. Der dazugehörige BH hatte nicht abnehmbare Träger, sodass mir bewusst wurde, die Sonne würde mich sehr auffällig brandmarken. Es störte mich gar nicht. Ich war mental auf dem Weg irgendwohin. Ich wollte das nicht zu Ende denken.

Die Nächte mit Rebecca waren gigantisch. Die kühle unnahbar erscheinende Person entwickelte ein Einfühlungsvermögen und Feuer wie ich es mir nicht habe vorstellen können. Sie behandelte mich als Mädchen und als Mann. Ich war drauf und dran mich an Rebecca zu verlieren. Sie merkte das natürlich und behandelte mich noch liebevoller. Ich flüsterte Rebecca zu, es sind nur 10 Nächte aber ich wünschte mir es würden 10-tausend Nächte. Sie lächelte nur kurz und meinte sybillinisch, mal sehen was die Zeit bringt.

Die Abende in den Pensionen/Gasthäusern waren immer großartig. Wir saßen immer draußen an einem großen Tisch und ließen es uns gut gehen. Es gab nur eine unangenehme Situation. Direkt neben unserem Tisch hatte sich eine Gruppe junger Männer niedergelassen, die offensichtlich mit uns flirten wollten. Einige aus unserer Mädchengruppe waren wohl ganz angetan. Einer der Jungmänner hatte wohl bei der Disziplin „einarmiges Reißen“ einen zu viel getrunken und fing an Bianca zu betatschen. Die anderen Jungens wollten noch beruhigen. Lass da Hendrik, mach keinen Scheiß und versau uns nicht den Abend. Hendrik wollte aber nicht so recht hören, da mischte ich mich ein. Lass deine Finger von Bianca, du hast zu viel getrunken. Was willst du blöde Kuh denn, halt die Schnauze. Jetzt war’s genug. Ich stand auf und ging zu dem Trottel. Wie im ersten Kapitel ja mal beschrieben, war ich mit meinen 18 Jahren durchtrainiert bis in die Haarspitzen. Obwohl ich ein Gegner von Gewalt bin, aber jetzt musste es sein. Eine Doublette, Leber und Magen, ließ den Typ eine höfliche Verbeugung vor mir machen. Komisch, er bekam wohl keine Luft mehr. Ich hätte durch ein, zwei Aufwärtshaken den Kerl übel zurichten können. Aber ich ließ ihn einfach stehen. Die anderen Jungens waren baff, fingen sich aber schnell und sagten, das war gut so. Wir bringen Hendrik zum Ausnüchtern auf sein Zimmer. Nach ein paar Minuten beruhigte sich alles wieder und es wurde geflirtet was das Zeug hielt. Ich glaube da ist zwischen einigen Mädels durchaus was gelaufen. Aber bitte, ging mich nicht an. Kicher, ich war mit Rebecca voll ausgelastet und erfüllt.

Ich muss noch meine Seele beschreiben. Ich fühlte mich in dem Kreis der Mädchen super wohl. Es gab keinerlei Anspannungen bzw. Unsicherheiten seitens meiner Person. Ich lebte in meiner Mädchenrolle richtig auf. Die anderen Mädchen bemerkten das natürlich und eines Abends, wir saßen alle zusammen beim Abendessen, bemerkte Anna wie so nebenbei, liebe Christiane, wenn wir hier alle vor der Fahrt gedacht hatten, wir sollten /müssten dich feminisieren, dann muss ich hier bekennen, das ist gar nicht möglich. Du verhältst dich 100% wie ein Mädchen, mittlerweile mit weichen Bewegungsabläufen und weiblicher Art, das ist einfach unglaublich. Und weiter, komm doch komplett auf unsere weibliche Seite. Ich war Stimmungsmäßig völlig von der Rolle. Ich konnte nur flüstern, ich denke darüber nach. Anna sagte noch, wir werden nach unserem gemeinsamen Urlaub dafür sorgen, dass du voll als Mädchen leben kannst., -- und, wir haben uns alle hier abgesprochen, dass wir dir den Weg ebnen sollten, damit du frei entscheiden kannst wie du leben möchtest. Aber warte bis wir wieder zu Hause sind. Lisa und ich schauten uns an, wie soll das denn funktionieren.

Mit Wehmut ging die Tour zu Ende. Alle waren sehr begeistert. Das sollten wir nächstes Jahr wieder machen, soweit wir nicht wg. Studium in ganz Deutschland verteil sind.

Zu Hause angekommen berichteten Lisa und ich unseren Eltern über die Reise und wie toll alles gelaufen sein. Wie selbstverständlich hatte ich volle Mädchenkluft an. Unterwäsche und Oberbekleidung. Meinen tollen Busen hatte ich auch noch. Mein Vater gaffte mich unentwegt an. Und wenn ich mich wiederhole, Christiane, du bist als Mädchen wirklich zauberhaft. Was willst du denn nun machen. Ich weiß noch nicht Papa. Dann Mutter, wenn ich dein glückliches Gesicht sehe, möchtest du deinen Busen bis Ferienende behalten. Ja Mama. Dann noch, ist dir eigentlich bewusst, dass wir in zwei Wochen das jährliche große Familienfest in unserem Dorf haben? Ja Mama. Mama: dann soll es so sein. Ich bin gespannt auf die Reaktionen unserer lieben Verwandtschaft, und zum Vater gewandt: hast du Einwände oder Bedenken? Nein, wenn Christiane es so will ziehen wir es auch durch.

Übrigens, da haben vorhin drei Mädels von eurer Tour angerufen und gefragt, ob sie morgen gegen 15:00 Uhr mal vorbeikommen dürften. Ich weiß zwar nicht worum es geht, aber ich habe dem zugestimmt. Dann gibt es mal Kaffee und Kuchen mitten in der Woche. Lisa und ich schauten uns an, was wird das denn. Lisa war nicht über den Grund dieser Selbsteinladung informiert.

Am nächsten Nachmittag besuchten uns dann Anna, Bianca und Kerstin, die immer sehr lieb zu mir war, mit der ich aber nichts hatte. Dann übernahm Anna die Wortführerschaft, wer sonst, und sprach: alle Mädchen der Tour, außer Lisa, die galt ja als befangen, haben uns zusammengesetzt und beschlossen Ihnen folgendes vorzutragen und zu empfehlen. Christiane sollte ihr letztes Schuljahr voll als Mädchen verbringen. Was ist denn schon dabei, wenn sie einen Rock trägt. Ein paar hämische Bemerkungen wird es geben, ja und? Das wird sich legen. Alle Mädchen sind der Überzeugung, dass Christiane in Mädchenkleidung leben will. Mit Stolz trug sie während des Urlaubes die perfekten Brüste. Wohin die Reise mit Christiane geht wissen wir auch nicht. Wollen aber auch keinen Vorschlag dazu machen. Das ist allein die Entscheidung von Christiane. So, jetzt ist es raus.

Ich war tief bewegt und fing an zu heulen, dass ihr mich so lieb habt, das vergesse ich euch nie.

Mutter und Vater gingen raus in die Küche. Man hörte sie nur kurz reden, noch nicht einmal diskutieren. Dann kamen sie beide wieder ins Wohnzimmer. Jetzt übernahm mein Vater ganz pragmatisch das Wort. Mutter und ich haben uns entschieden. Wir machen jetzt auch „Nägel mit Köpfen“. Ich habe gesehen, dass der Rektor der Schule, Herr Meier, noch in seinem Arbeitszimmer ist. Ich rufe ihn an und bitte ihn zu uns zu kommen. Es ist zu erwähnen, dass mein Vater trotz der unterschiedlichen Stellung zu Herrn Meier beide miteinander ein gutes, freundschaftliches Verhältnis pflegten.

Herr Meier kam nach ca. 10 Minuten zu uns und fragte ganz erstaunt meinen Vater, der ihm die Tür geöffnet hatte: was gibt es denn so kurzfristig Wichtiges zu besprechen. Dann sah er uns alle im Wohnzimmert sitzen. Er begrüßte meine Mutter, Lisa und mich, dann auch noch überrascht Anna, Bianca und Kerstin. Sind waren doch in der letzten Abiturklasse und haben die Schule ja verlassen. Und schmunzelnd, was wird das denn hier. Dann erzählte Mutter Teile meines weiblichen Werdegangs und dem Mädchenurlaub. Zum Schluss berichtete sie Herrn Meier von der Empfehlung der Mädchen hinsichtlich meines Lebens als Mädchen in der Schule und dem damit verbundenen Kleidung.

Herr Meier war erst einmal verblüfft. So einen Fall hatte ich in meiner Schullaufbahn noch nicht. Es gibt zwar keine Kleiderordnung im Schulwesen, aber es gilt die Regel, dass durch extreme Darstellung bzw. sexistische Kleidung der Schulbetrieb nicht gestört werden darf. Und wie will Michael denn in der Schule erscheinen? Ich sagte: so wie jetzt zum Beispiel und stand auf .Ich stand nun in Schlabberpulli (damit mein Busen nicht so deutlich war) und Jeansrock, Handbreite über dem Knie, vor Herrn Meier. Herr Meier war erstaunt, das hatte ich bei der Begrüßung tatsächlich nicht bemerkt. Also, ich will nicht vorgreifen, denn ich möchte noch die Lehrerschaft darüber informieren, denn ich will nicht den Eindruck erwecken, so einfach „Ordre per Mufti“ das entschieden zu haben. Aber von meiner Seite gibt es nach diesem Erscheinungsbild keine Einwände – auch wenn es wirklich ungewöhnlich ist. Dann wandte sich Herr Meier direkt an mich: Michael, möchtest du so leben? Ich nickte stumm. Und weiterhin: Michael, du musst sicherlich mit Häme und Anfeindungen rechnen. Ich sagte dann nur, wenn mir dieser Lebensweg eröffnet wird, nehme ich das in Kauf. Ich habe bereits so viele Kontakte zu Mädchen, die mich in Mädchenkleidung kennen, ich werde mich halt denen näher anschließen.

Vor dem ersten Schultag nach den Ferien hatte ich schlichtweg „Schiss“. Konnte ich wirklich mögliche Anfeindungen und die damit verbundene Verachtung ertragen? Lisa war mir wirkliche eine Hilfe und sprach mir immer wieder Mut zu. Es war verabredet, dass Herr Meier und der Klassenlehrer eine kurze Erklärung abgeben wollten. Dann sollte ich in Mädchenkleidung den Klassenraum betreten. Mit zitternden Knien betrat ich den Raum. Ein Raunen ging durch den Raum. Plötzlich fingen alle Mädchen an zu klatschen. Ich glaube nicht, dass alle Mädchen ‚näher‘ an mir interessiert waren, aber sie fanden es gut, dass ich den Mut hatte, meinen Weg zu gehen. Es fielen sogar einige Komplimente, denn Meine Mutter und Lisa hatten sich Mühe gegeben, mein Erscheinungsbild mädchenhaft zu gestalten, aber dabei ‚neutral‘ auszusehen. Das betraf neben der Frisur auch die Kleidung. Mein geliebter Busen musste ja nicht unbedingt sofort erkannt werden. Die Mädchen haben es aber doch gesehen -- und lächelten. Ich stellte mich 15 Sekunden vorn an die Tafel, dann ging ich zu meinem Platz, wo Sandra schon auf mich wartete. Und die Jungen? Wie zu erwarten, zwar nicht lautstark, aber überwiegend abfällig. Worte wie schwul, tuntig, Transe fielen im Beisein des Rektors Herr Meier nicht, aber das holten sie später auf dem Schulhof nach. Erstaunlicherweise ging mir das „am Arsch vorbei“.

So lebte ich die nächsten zwei Monate als immer Mädchen, auch in der Schule. Die negative Anmache hatte sich auf fast Null reduziert, es war auch für dien Jungens Alltag geworden. Gut, ich wurde etwa ausgegrenzt, aber das machte mir nichts aus. Im Gegenteil, die rüden Machosprüche hatte ich noch nie gemocht.

Aber zu meinem Seelenleben. Ich verbrachte unruhige Nächte, träumte wachte häufig auf und grübelte und grübelte. Wo will ich hin. Dann entschied ich mich. Eines Nachmittags war ich allein mit meiner Mutter im Wohnzimmer. Ich trat auf sie auf sie zu und nahm sie fest in meine Arme und seufzte. Mutter nahm mein Gesicht in ihre Hände und fragte leise: was ist? Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und flüsterte leise: Mama, ich will einen richtigen Busen, so wie du, und ich möchte auch ‚unten rum‘ so sein wie du oder Lisa. Jetzt war es raus. Meine Tränen flossen. Mutter schaute mich lange an: ich habe es geahnt, nein ich habe es gewusst, dass du eines Tages diesen Wunsch verspürst. In dem Moment betrat mein Vater das Wohnzimmer und sah meine Mutter und mich eng verschlungen beieinander stehen. Christiane ist was? Mutter klärte ihn auf, so dass er auch an uns herantrat. Wir bildeten eine Dreier-Umarmungsgruppe.

Am Abend saß dann die ganze Familie im Wohnzimmer und besprach das neue, weit reichende Thema. Mutter berichtete gleich, ich hatte das schon vorausgesehen und hatte mich schon einmal schlau gemacht, wie denn solch eine Prozedere ablaufen kann. Klar, wir müssen alle möglichen medizinischen Stellen aufsuchen. Und lächelnd: die Vorschrift ein Jahr als Frau zu leben hast du ja nun locker erfüllt. Ich denke die Voraussetzungen sind nur noch Formsache und du könntest nach dem Abi deinen neuen Lebensweg beschreiten. Das sind nur noch ein paar Monate. Aber nun noch einmal die letzte Frage: willst du das? Ja, Ja, Ja. Nun gut, dann soll es so sein.

In der nächsten Woche rief ich die Mädchenklicke zusammen und verkündete meine Entscheidung. Es herrschte erst einmal Stille, dann beglückwünschten sie mich dazu. Ja, komm endgültig in unsere Mädchenwelt. Du wirst erkennen, wie viele Möglichkeiten und Freiheiten du als Mädchen hast. Und etwas spöttisch: als Mädchen darfst du dir fast alles erlauben. Außerdem: du warst uns in den letzten Monaten eine wirklich liebe Freundin, wir haben manchmal gar nicht daran gedacht, dass du eigentlich ein Jungen bist.

Etwas Wehmütiges ist dann doch passiert. Sandra und Rebecca, die beide voneinander wussten, zogen sich langsam zurück. So als Mädchen mit den sanften Umgangsformen und dem weiblichen Erscheinungsbild und vor allen Dingen mit dem nutzbaren Rüssel, das hatte ihnen gefallen. Und wenn der jetzt weg ist, hmm, dann fehlt ihnen was. Rebecca sagte mir mal ganz deutlich: ich mag dich zwar wirklich, aber ich brauche einen Schwanz.

Dafür ergab sich aber etwas Neues, etwas, was eine viel größere Bedeutung hatte. Anna besuchte mich eines Nachmittags und sagte: ich will dir etwas beichten und dich etwas fragen: du weißt, ich war ab und zu mit deiner Schwester lesbisch zusammen. Ich habe meinen Weg nun auch gefunden. Ich will nie etwas mit „Kerlen“ zu tun haben. Und nun zu dir. Ich möchte dich auf deinem Weg begleiten. Und nun die Frage. Wenn du dann ein richtiges Mädchen bist, möchte ich mit dir zusammenziehen. Langfristig möchte ich, dass du meine Frau wirst. Möchtest du das? Ich küsste Anna und gab mich ihr hin.

Immer wieder lese ich gern meinen Personalausweis: da steht jetzt Christiane Femelle, geb. Michael Berger. Ich war bei mir angekommen und bemühte mich, eine gute Ehefrau zu sein.

Eure Christiane


Copyright by santorlm, 01.2014. Diese Geschichte darf ohne schriftliche Genehmigung durch santorlm in keiner Form, weder ganz noch teilweise außerhalb dieses Forums, weitergegeben werden.

PS. Hier erst einmal Schluss, ich habe mich so in diese Rolle reinversetzt, dass ich jetzt mental erschöpft bin. Ich glaube, wenn ich noch einmal 19 Jahre alt wäre, mit der seelischen Erfahrung von heute – ich glaube ich würde es machen.
LG santorlm

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Re: EG 23 Die Turnhalle (4), der MädchenUrlaub (2)

Post 2 im Thema

Beitrag von ChristaK » Mi 15. Jan 2014, 15:29

Heftig schön................ (ap) (ap) (ap) (ap) (ap)

monika-renate
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Re: EG 23 Die Turnhalle (4), der MädchenUrlaub (2)

Post 3 im Thema

Beitrag von monika-renate » Mi 15. Jan 2014, 18:26

Schade, das die Geschichte schon zu Ende ist. ich würde gerne wissen, wie es weiter ging mit Christiane und ihrer Verwandlung zur Frau.

Lea Michele
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Re: EG 23 Die Turnhalle (4), der MädchenUrlaub (2)

Post 4 im Thema

Beitrag von Lea Michele » Di 21. Jan 2014, 09:50

Sehr Schön!!!!!!!!! (ap)
Ich würde es toll finden, wenn die Geschichte mit Christiane eine Fortsetzung hätte.
LG Lea Michele (ki)
Das Leben ist perfekt, wenn man sich wie eine Frau fühlen und leben kann!

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