Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet
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Samira-St
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Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 1 im Thema

Beitrag von Samira-St » Mi 14. Aug 2019, 19:34

Hallo Ihr Lieben

das ist ein guter Beitrag!

wie auch einige schon sagten in Kommentaren. Bin auch ein Transgender, auf Hormone und auf dem Weg die Op zu beantragen.
Ist ein schwerer Weg für mich auch gewesen, aber an Transgender mit Behinderung habe ich ehrlich gesagt nie gedacht
Ich kann mir auch vorstellen das es Menschen mit Behinderung noch etwas schwerer haben weil die Gesellschaft der Meinung ist :“Er/Sie ist ja behindert (poli)

https://sexabled.de/2019/08/09/transgen ... jPWJtgSnls

LG Samira
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Martin-a
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Re: Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 2 im Thema

Beitrag von Martin-a » Mi 14. Aug 2019, 20:14

Hallo Samira

Interessanter Link. Ich gehöre zu den handicapierten Rock- und Kleidträgern, aber habe den "Vorteil", dass man mir mein Handicap nicht ansieht.
Die Menge der (sichtbaren) behinderten Transgender dürfte ziemlich klein sein. Wobei die Dunkelziffer der versteckten behinderten Transgender vermutlich grösser ist, als die der sichtbaren (Stichwort Vermeiden des Auffallens).

LG Martin-a
Eigentlich schwimme ich nicht gegen den Strom. Ich stehe am Rand des Stromes und schaue den anderen Normalos zu, wie sie der Masse hinterherschwimmen und der erste in einem Wettbewerb sein wollen, den sie nicht gewinnen können.

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Re: Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 3 im Thema

Beitrag von Heike-Rebecca » Mi 14. Aug 2019, 20:51

Hej Samira,

danke für den Link. Ich selber habe auch einen gewissen Grad der Behinderung zugesprochen bekommen. Mir sieht man es nicht an und nach längerer Odyssee (Jahrzehnte) habe ich das auch medizinisch soweit im Griff. Mogelpackung eben. Wie alles. Genaugenommen stellten meine Behinderungen eine meiner Hürden auf dem Weg dar, die ich auszuräumen hatte, um mich überhaupt bereit für meine Transition zu fühlen.

Zuletzt ist mir das Thema Trans und Behinderung über den Weg gelaufen, als ich von meinem Kontaktmenschen bei einer Organisation zur Entwicklungshilfe von der Trans Pride Cologne gehört habe.
https://transpridecologne.wordpress.com/

Jedenfalls zeigt das Thema einfach mal wieder, wie unendlich die Möglichkeiten des Seins sind. Wie gehen wir damit um? Wie gehen wir mit uns um? Wie gehen wir miteinander um?
Spannend...

Sorry, leicht philosophisch abgedriftet,
Eure Heike

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Re: Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 4 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Do 15. Aug 2019, 09:22

Danke, liebe Samira,
für den interessanten Link, der auf die Bedeutung von Kreuzdiskriminierungen und dem Gedanken der Intersektionalität beweist https://de.wikipedia.org/wiki/Intersektionalit%C3%A4t.
Meine Erfahrung aus vierzig Jahren queerem Leben als zunächst schwuler Mann haben mir gezeigt, wie schwer es für Menschen mit Behinderung oder auch anderer Herkunft ist in der queeren Welt beachtet zu werden und wie spät sie wahrgenommen werden.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

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Re: Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 15. Aug 2019, 10:16

Moin,

...auch ich habe rechtlich einen Behindertengrad, man kann es so nicht sehen, bestenfalls an Narben am Arm und wenn ich die Teekanne komisch halte...
Das Thema ist doch im Kreis der Betroffenen schon aufgrund de vermutlich geringen Zahl sichtbarer Behinderungen etwas, was zwar alle angeht, selbst vermutlich aber nur ungern erwähnt wird; ein Randthema eben. Das Thema Behinderungen in der Gesellschaft, denke ich, ist schon angekommen, siehe Medien und Anzahl der Beiträge dazu, Inklusion in der Schule und Diskriminierungsverbote in der Arbeitswelt. Die Notwendigkeit eines respektvollen und einfühlsamen Umganges mit Behinderungen und Behinderten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und damit auch jedes Einzelnen Bürgers in diesem Lande. Da kann sich niemand vor drücken. Dass es auch Trans-Menschen mit Behinderungen gibt, ist doch keine Frage, sondern Normalität. Die Frage, ob und in wieweit betroffene Behinderte sich outen und auch wahrgenommen werden ist eine ganz andere wegen der geringeren Anzahl und erlebter auch sonstiger Schwierigkeiten, das Leben mit Behinderungen zu meistern. Die Grundfrage bleibt m.E. nach nicht klar beantwortbar.

Gruß, Ulrike-Marisa

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Re: Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 6 im Thema

Beitrag von steffiSH » Do 15. Aug 2019, 10:44

Auch ich bin Eigentümerin einer nicht auf den ersten Blick sichtbaren Behinderung. Der Vorteil der B. ist, daß man das Crossdressertum einem Behinderten eher zugesteht, eventuell mit dem Hinergedanken: "Das ist halt Seine Befriedigung". Aber das ist nur eine Vermutung von mir.
sum sum sum - no Latein

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Re: Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 7 im Thema

Beitrag von Samira-St » Do 15. Aug 2019, 12:44

hallo alle zusammen

es gibt einige unter uns mit anerkannter Behinderung. Das finde ich gut das ihr offen drüber schreibt, es ist wirklich schade das so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet und Berichtet wird.

LG Samira
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Re: Warum wird so selten über Transgender mit einer Behinderung geredet

Post 8 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 16. Aug 2019, 10:59

Ich glaube, dass das Thema Queer und Behinderung/Alter/Pflege in den kommenden Jahren noch wesentlich mehr an Bedeutung gewinnen wird. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die Camino-Studie "Que(e)rschnitt Inklusion" hinweisen, die sich genau mit diesem Thema auseinandersetzt. Darin geht es um eine Bestandsaufnahme der inklusiven queeren Infrastruktur in Berlin und die Bedarfe queerer Menschen mit Behinderung.

Download der Studie
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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