Was wäre, wenn...?
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Michelle_Engelhardt
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Post 1 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Sa 10. Aug 2019, 07:35

Achtung Politikthema!!
Ich weiß, das solche Themen in Foren einen gewissen Zündstoff enthalten und bitte euch, respektvoll miteinander zu diskutieren. Es wäre schön, wenn dieser Thread, ungeachtet möglicher Animositäten einzelner UserInnen untereinander, sachlich diskutiert und nicht erneut durch endlose Wortgefechte jenseits des ursprünglichen Themas kaputt geschrieben würde. Vielen Dank (ki)

Guten Morgen,

eine Meldung hat mich heute beim ersten Kaffee aufgeschreckt: "AfD laut Umfrage bei der Landtagswahl in Brandenburg stärkste Kraft".

Da ich mich persönlich nicht so sehr mit Politik beschäftige, war diese Schlagzeile für mich eine unangenehme Überraschung. Okay, Brandenburg ist von mir aus sehr weit weg, aber darum geht es nicht. Der "kleine Gefreite" hat damals auch im süddeutschen Raum seine zweifelhafte Karriere begonnen, was ebenfalls weit von mir entfernt ist.

Jedenfalls schoss mir direkt ein Gedanke durch den Kopf: Heute Brandenburg und morgen.....? Wie würden die Menschen reagieren, wenn die "Alternative fürs Denken" bei den Bundestagswahlen plötzlich die Regierung stellen könnte?
Erstmal abwarten und gucken was passiert? Hoffen, das alles nicht so schlimm wird? Auf die Strasse gehen und demonstrieren? Auswandern?

Wie würdet ihr reagieren?

Liebe Grüße
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

It´s only my heart talking

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 2 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Sa 10. Aug 2019, 08:36

Liebe Michelle,
das ist wirklich eine hochexplosive Frage.

Mir gehen dabei zwei Gedankenrichtungen durch den Kopf:
Was bedeutet es für verletzliche Gruppen?
Ich verwende hier bewusst einen schwammigen Begriff. Frauen sind verletzlich durch die Art, wie sie, auch von sich selbst, bewertet werden.
Verletzlich werden wir durch Abwertung in unseren eigenen Augen und den Augen anderer.

Die zweite Gedankenrichtung ist die, dass die Alternative fürs Denken nicht (noch Nicht?) mit den Nazis gleichzusetzen ist.
Diese Gleichsetzung, die Du, dass weiß ich auch, nicht meinst, verharmlost die Jahre zwischen 1933 und 1945. Du meinst ja die Wurzeln, die in den Deutsch-Nationalen Kräften und im anderen Wissenschaftsverständnis der gesamten Gesellschaft lagen. Du meinst die Veränderung und Radikalisierung, die durch die Art der Diskussion, die Sprachwahl und die Ausweitung des sagbaren in ganz Europa stattfand.
Ich finde, es ist ein oft nicht genannter Fakt, dass in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts der Faschismus in Deutschland in der Form des Nationalsozialismus zwar die widerlichste Ausformung erhielt, aber alle vom europäischen Denken der Spätaufklärung beeinflussten Staaten erfasst hatte.
Da gibt es deutliche Parallelen zur heutigen weltweiten Entwicklung, weswegen Antworten auch nicht wirklich national gegeben werden können. Hier denken wir meines Erachtens nach deutlich zu klein.
Für mich ist das Nationalstaatliche Denken, dass in den Demokratiebewegungen im 18. und 19. Jahrhundert begründet liegt und damals als Schaffung von der Bevölkerung her gedachter Herrschaftsräume unabhängig von Herrscherhäusern seine Berechtigung hatte in seiner ins extreme gehenden Form die politische Grundlage des Faschismus. Ich stelle hier bewusst nicht die Frage nach dem wirtschaftlichen System. Das ist in meinen Augen weltweit kapitalistisch und Machtorientiert. Es ist in dieser Hinsicht egal, ob Manager oder Funktionäre das Sagen haben.

Gleichzeitig liegt eine große Gefahr darin, das wir alle die Verurteilung von der Herabsetzung von Menschengruppen auf die Verurteilung von AfD, Pegida, Identitären und anderen national-Konservativ bis rechtsextremen Strömungen auslagern.
Dabei sehen wir nicht die bestehende Gefahr, dass das zugrundelegende Denken in allen Parteien und Gruppen, auch den selber als minderwertig/ schwächer beurteilten, vorhanden ist.

Sind die Ideen Einzelner in Linken Partein, die einen nationalen Bezug des Sozialismus fordern, ungefährlich?

Sind Frauen, die unter Berufung auf erreichtes in Bezug auf Gleichberechtigung den Islam und alle, die an diesen Glauben,verteufeln ungefährlich?

Sind Schwule Männer, die alle Trans*Personen wegen der Überforderung der Mehrheitsgesellschaft durch die Ideen einer auf die Geschlechtsidentität bezogenen freien Denkens für die Stärkung der AfD, Trumps, Erdogans, Orbans und ähnlicher präfaschistischer Richtungen verantwortlich machen, ungefährlich?

Sind nicht Schwule, Trans*Idente Menschen, Frauen, Türkisch-Deutsche, Russland-Deutsche und Angehörige ähnlicher, äußerer Abwertung ausgesetzter Gruppen nicht ebenso präfaschistisch, wenn sie die Verantwortung der hoch industrialisierten Gesellschaften für Kolonialismus und den bis heute bestehenden Strukturen und Folgen leugnen, genau so gefährlich wie die AfD, unabhängig ob sie diese wählen oder nicht?

Wichtig ist es, wie wir verhindern, dass das Sagbare und damit auch das Machbare sich immer mehr von den Werten entfernt, die sich aus jeder Ethik, den grundlegenden Menschenrechten, ergeben.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 3 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Sa 10. Aug 2019, 08:40

Hallo Michelle,

Also, ich würde erstmal abwarten und beobachten.
Auf die Straße gehen und demonstrieren, vielleicht. Erwarte mir aber davon nicht viel, unsere etablierten Parteien nehmen sehr oft Demonstrationen von uns Bürgern auch nicht ernst, so ist mein Eindruck.
Eine wirkliche Alternative zur AFD sind unsere Etablierten Parteien leider auch nicht, sie bedienen viel zu oft Interessen der Finanzindustrie und Investoren und übergehen die Sorgen und Ängste der "kleinen Bürger".
Soll aber auch nicht zu pessimistisch klingen. Insgesamt wünsche ich mir sehr viel mehr Bürgereinfluss, also Demokratie, damit weiche ich jedoch von der Fragestellung ab.
Zum Abschluss, um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen, für mich ist die AFD auch keine Alternative.

Liebe Grüße
Bea
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Re: Was wäre, wenn...?

Post 4 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Sa 10. Aug 2019, 08:46

Was mir noch dazu einfällt: Wo liegt die Verantwortung der alten Bundesrepublik und der weiter starken Lobbygruppen? Ich sage nur noch heute vorhandene Tarifverträge Ost, Entwertung von Lebensleistungen und und und...
Dazu ein Artikel in der heutigen TAZ: https://taz.de/Archiv-Suche/!5614479/
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Re: Was wäre, wenn...?

Post 5 im Thema

Beitrag von Mara » Sa 10. Aug 2019, 08:51

Guten Morgen Michelle,

die Freiheit und vor allem die Gedankliche ist unser höchstes Gut. Auch zu leben wie man möchte, sagen was man denkt. Eine Errungenschaft die es zu verteidigen gilt. Man sieht es gerade in Hongkong. Hat man einmal Freiheit erfahren, möchte man sie nicht mehr hergeben. Ich würde versuchen dies zu verteidigen und hoffen, dass viele an meiner Seite stehen.
Die Alternativen zum Auswandern werden ja eher weniger...

Schönen Tag Dir
Gruß Mara (flo)

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 6 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Sa 10. Aug 2019, 09:40

Bea Magdalena hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 08:40
Hallo Michelle,
....
Eine wirkliche Alternative zur AFD sind unsere Etablierten Parteien leider auch nicht, sie bedienen viel zu oft Interessen der Finanzindustrie und Investoren und übergehen die Sorgen und Ängste der "kleinen Bürger".
Soll aber auch nicht zu pessimistisch klingen. Insgesamt wünsche ich mir sehr viel mehr Bürgereinfluss, also Demokratie, damit weiche ich jedoch von der Fragestellung ab.
Zum Abschluss, um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen, für mich ist die AFD auch keine Alternative.

Liebe Grüße
Bea
Liebe Bea,
bei dem oben gesagten muss und kann ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Als es in den frühen achtzigern letztes Jahrhundert um die Angleichung des Mindestalters für einvernehmliche Sexualität ging, war ich noch in der SPD. Unsere Initiative vom Unterbezirk Münster ging bis nach ganz oben durch. Das erst 1994 die Gleichstellung erreicht wurde, verdanken wir allerdings der DDR...

Es ist aber eine Tatsache, dass wir über Mitarbeit in den Parteien diese bewegen können. Dafür müssen wir uns einbringen, Kompromisse schließen, Bündnispartner*Innen suchen... die Ochsentour halt...

Dann könnten wir auch direktere Bürgerbeteiligung durchsetzen. Aber auch da wieder: Bündnispartner*Innen suchen, sich einbringen... die DDR hat es 1989 vorgemacht... :wink:
Marlene

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 7 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Sa 10. Aug 2019, 10:18

Liebe Marlene,

(yes)

Parteimitglied war ich nie. War einmal fast dabei, in die SPD einzutreten.
Heute bin ich froh, das nicht gemacht zu haben, würde mich sonst vermutlich mitverantwortlich für die unheilvolle Agenda 2010 fühlen.

Glaube Dir sehr gerne, dass manchmal doch einiges bewegt werden kann, die großen Themen (Renteneintrittsalter, Energiewende, ...) sind meiner Meinung nach aber nur finanzorientiert.
Über Mehrheiten in den Parteien diese zu bewegen klingt überzeugend. So gesehen müssten möglichst viele der AFD beitreten, da ist meiner Meinung nach das größte "Bewegungspotential".
Ich glaube, ich könnte nicht mehr die nötige Kraft aufbringen, mich so politisch aktiv einzubringen.

Aber wir kapern Michelles Thread

Liebe Grüße
Bea
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Re: Was wäre, wenn...?

Post 8 im Thema

Beitrag von Marie216 » Sa 10. Aug 2019, 10:21

Ich sehe die AFD auch nicht als Alternative an. Wenn sie aber in Brandenburg stärkste oder vielleicht fast stärkste Kraft wird, bewegt dieses vielleicht auch ein umdenken über die Sachen womit die Bevölkerung nicht zufrieden ist. Des Weiteren wählen dann vielleicht die protest Wähler doch wieder eine andere Partei aus Angst das die AFD wirklich mit in der regierung sitzt.

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 9 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Sa 10. Aug 2019, 11:28

Nöö, tun wir nicht. Wir sind doch mitten im Thema

Was können wir beitragen, damit Freiheit und Demokratie nicht gefährdet werden?

Das heißt ja nicht, dass jede*r von uns alles machen muss. Aber wir müssen den Popo hochkriegen und sichtbar und laut sein. Die AfD und Pegida und Konsorten sind das sowieso...

...und dann heißt es nicht "Was wäre, wenn..." sondern...
Marlene

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 10 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Sa 10. Aug 2019, 11:50

Marie216 hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 10:21
Ich sehe die AFD auch nicht als Alternative an. Wenn sie aber in Brandenburg stärkste oder vielleicht fast stärkste Kraft wird, bewegt dieses vielleicht auch ein umdenken über die Sachen womit die Bevölkerung nicht zufrieden ist. Des Weiteren wählen dann vielleicht die protest Wähler doch wieder eine andere Partei aus Angst das die AFD wirklich mit in der regierung sitzt.
DAS Spiel mit dem Feuer ist schon Mal für 12 Jahre sehr gründlich in die Hose gegangen...
Marlene

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 11 im Thema

Beitrag von Vincent » Sa 10. Aug 2019, 12:09

Liebe Michelle,
die Frage hat mich, als politisch aktiven Menschen, schon öfters beschäftigt.
Ich denke, würde eine AfD Teil einer Regierung sein, würde das ähnlich laufen wie in Österreich und Italien. Mittel-und langfristig eine spannende Angelegenheit, weil viele Politikbereiche nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind, wie z.B. Finanzen, Renten, Umwelt sondern nur vorübergehend Stimmen naiver Wähler generieren sollen.

Gehe ich von einer Alleinregierung aus, bei der, auch in der AfD vorhandene, demokratische Kräfte die Oberhand behalten, sehe eine ähnliche Entwicklung, nur verschärft, des Weiteren würde vermutlich wie in Polen und Ungarn die Demokratie und LGBTQ* Rechte langsam ausgehöhlt und die Macht der Regierenden verfestigt. Außerdem würde sich vermutlich die Gesellschaft immer stärker polarisieren, wie man das in den USA beobachten kann. Eine Stimmung von gegenseitigem Misstrauen und Hass würde um sich greifen.

Denke ich an Wahlergebnisse wie bei der Europawahl, zeichnet sich die Polarisierung schon jetzt ab.

Rechte haben gewonnen und vor allem die Grünen. Viele Leute mit denen ich gesprochen habe, haben nicht die Grünen aus grüner Überzeugung gewählt, sondern weil es die einzige Partei ist, die den Rechten Widerstand entgegen setzt, und nicht deren Themen aufgreift um wieder ein paar Stimmen zurück zu gewinnen.

Was wäre, würde der rechte Flügel übernehmen, kann man voll umfänglich den Geschichtsbüchern entnehmen.

Bezogen auf den Osten jetzt, halte ich es für denkbar, dass die AfD eine Regierung stellt, wird sich auch da die gesellschaftliche Grundstimmung verändern, was sich dadurch konkret in der Politik ändern würde kann ich nicht sagen, die Wahlprogramme der AfD geben regelmäßig nur über Willensbekundungen und Vorhaben Aufschluss, machen aber keine Aussagen über die Umsetzung und Finanzierung , was in realer Politik aber essentiell ist.
Manche Probleme wie ausreichend Arbeitsplätze würden sich sicher noch verstärken, weil eine derartige politische Lage für Investoren, egal woher, abschreckend wirkt.

Ich gebe aber auch zu, dass ich als Bewohner der Metropole mit dem höchsten Ausländeranteil, der geringsten Arbeitslosigkeit und dem höchsten Durchschnittseinkommen die Stimmung nicht nachempfinden kann, sondern nur Zahlen auf dem Papier sehe.

VG
Vincent
LG

Vincent

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 12 im Thema

Beitrag von ascona » Sa 10. Aug 2019, 13:17

Bea Magdalena hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 08:40
Eine wirkliche Alternative zur AFD sind unsere Etablierten Parteien leider auch nicht, sie bedienen viel zu oft Interessen der Finanzindustrie und Investoren und übergehen die Sorgen und Ängste der "kleinen Bürger".
Marie216 hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 10:21
Ich sehe die AFD auch nicht als Alternative an.
Das sollte man sich mal klar machen !

Beispiele gefällig für die Gemeinsamkeiten ?
- Rentenpolitik: der "demokratische Flügel" um Herr Meuthen lehnt die gesetzliche Rentenversicherung ab, er will möglichst alles über private Versicherungen. Neoliberalismus pur.
- Steuerpolitik: hat etwa jemand mal was davon gehört, daß AfD etwas gegen Steuervermeidung a la Amazon, Google, Facebook etc unternimmt ?
- Umweltpolitik: menschengemachter Klimawandel wird schlicht geleugnet (Regierung leugnet zwar nicht, tut aber auch nichts). Autos haben freie Fahrt, Gemeinschaft zahlt für Schäden.
- Militär: das irrsinnige 2% Ziel für Milärhaushalt: einig mit CDU,FDP teilweise Grüne und SPD
- selbst in der "Flüchtlingspolitik": Fluchtursachen sind kein Thema bzw haben keine Konsequenzen. Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien/ Krieg gegen Jemen wird gefördert, damit noch mehr Menschen die Flucht ergreifen. Augen zu.

Ist das etwa für "die kleinen Leute "?

Der Unterschied ist nur: die AfD bietet Schuldenböcke an: Flüchtlinge, Hartz4 ... nach dem Motto: da sind noch welche, die sind weniger wert als ihr, die sind schuld ! (und laßt die Mächtigen unbehelligt) Haut auf die drauf, dann geht's euch gut.
Die AfD zielt auf den Bauch und nimmt dafür die etablierten (verlogenen) Muster, die uns von den meisten Medien (nicht nur den sozialen !) geliefert werden: "der Staat zockt ab" "wir müssen mehrfach und zu hoch versteuern" "die privaten machen alles besser" "Verbrechen werden nicht verfolgt"

Meine Reaktion: ich versuche in der Diskussion mit Argumenten aufzuklären, dazu muß man auch die Verantwortung der derzeit Regierenden benennen.
Michelle hat schön gesagt AfD = Alternative für's Denken. Also versuche ich: andere am Bauch fassen, kritisieren und zum Denken anregen.
Denken würde auch den Anhängern anderer Parteien nicht schaden !!
Ich diskutiere im Alltag, wenn ich auf Dumpfbacken (nicht nur AfD !) stoße : Freundeskreis, S-Bahn, Arztpraxis ...
Demonstrationen - bei Gelegenheit.

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 13 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Sa 10. Aug 2019, 15:22

ascona hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 13:17
Bea Magdalena hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 08:40
Eine wirkliche Alternative zur AFD sind unsere Etablierten Parteien leider auch nicht, sie bedienen viel zu oft Interessen der Finanzindustrie und Investoren und übergehen die Sorgen und Ängste der "kleinen Bürger".
Marie216 hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 10:21
Ich sehe die AFD auch nicht als Alternative an.
Das sollte man sich mal klar machen !

Beispiele gefällig für die Gemeinsamkeiten ?
- Rentenpolitik: der "demokratische Flügel" um Herr Meuthen lehnt die gesetzliche Rentenversicherung ab, er will möglichst alles über private Versicherungen. Neoliberalismus pur.
- Steuerpolitik: hat etwa jemand mal was davon gehört, daß AfD etwas gegen Steuervermeidung a la Amazon, Google, Facebook etc unternimmt ?
- Umweltpolitik: menschengemachter Klimawandel wird schlicht geleugnet (Regierung leugnet zwar nicht, tut aber auch nichts). Autos haben freie Fahrt, Gemeinschaft zahlt für Schäden.
- Militär: das irrsinnige 2% Ziel für Milärhaushalt: einig mit CDU,FDP teilweise Grüne und SPD
- selbst in der "Flüchtlingspolitik": Fluchtursachen sind kein Thema bzw haben keine Konsequenzen. Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien/ Krieg gegen Jemen wird gefördert, damit noch mehr Menschen die Flucht ergreifen. Augen zu.

Ist das etwa für "die kleinen Leute "?

Der Unterschied ist nur: die AfD bietet Schuldenböcke an: Flüchtlinge, Hartz4 ... nach dem Motto: da sind noch welche, die sind weniger wert als ihr, die sind schuld ! (und laßt die Mächtigen unbehelligt) Haut auf die drauf, dann geht's euch gut.
Die AfD zielt auf den Bauch und nimmt dafür die etablierten (verlogenen) Muster, die uns von den meisten Medien (nicht nur den sozialen !) geliefert werden: "der Staat zockt ab" "wir müssen mehrfach und zu hoch versteuern" "die privaten machen alles besser" "Verbrechen werden nicht verfolgt"

Meine Reaktion: ich versuche in der Diskussion mit Argumenten aufzuklären, dazu muß man auch die Verantwortung der derzeit Regierenden benennen.
Michelle hat schön gesagt AfD = Alternative für's Denken. Also versuche ich: andere am Bauch fassen, kritisieren und zum Denken anregen.
Denken würde auch den Anhängern anderer Parteien nicht schaden !!
Ich diskutiere im Alltag, wenn ich auf Dumpfbacken (nicht nur AfD !) stoße : Freundeskreis, S-Bahn, Arztpraxis ...
Demonstrationen - bei Gelegenheit.
Hallo Ascona,

dadurch, dass Du auszugsweise zitierst, wird der Gedanke meines Postings falsch wiedergegeben!

Schönen Gruß
Bea
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Re: Was wäre, wenn...?

Post 14 im Thema

Beitrag von ascona » Sa 10. Aug 2019, 15:34

Bea Magdalena hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 15:22
Hallo Ascona,
dadurch, dass Du auszugsweise zitierst, wird der Gedanke meines Postings falsch wiedergegeben!

Schönen Gruß
Bea
Hallo Bea,
das war nicht meine Absicht, hatte ich nicht den Eindruck, könnte auch dein ganzes posting unterschreiben. Tut mir leid.

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Re: Was wäre, wenn...?

Post 15 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Sa 10. Aug 2019, 15:53

Hallo Ascona,

alles guti

Schöne Grüße
Bea
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