Berlins Erzbischof Koch über Homoehe
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Anne-Mette
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Berlins Erzbischof Koch über Homoehe

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 30. Mär 2017, 17:42

Moin,

das gehört eigentlich in die "schwarze Ecke (Metal)".

Ach ja, "Homo-Ehe" steht so in der Überschrift; ich mag den Begriff nicht, sondern würde "Ehe für alle" sagen und schreiben )))(:

In der taz heißt es: "Heiner Koch hat auch gar nichts gegen Homosexuelle. Nur eine Ehe sollen sie nicht führen dürfen."

Im weiteren Text heißt es:

"Ich sage homosexuellen Paaren, dass sie die volle Sexualität nicht leben können. Denn sie können nicht Eltern, können nicht Vater und Mutter werden."

Nun gut - solche Hirten sind für mich nicht zuständig - und wer glaubt, braucht auch nicht so eine kirchliche Organisation ganz bestimmt nicht.
Nur: warum fühlen sie sich berufen, uns etwas über Ehe und Sexualität erklären?

In dem ausführlichen Interview werden auch noch andere Themen angesprochen:

http://www.taz.de/Berlins-Erzbischof-Ko ... /!5375413/

Gruß
Anne-Mette

Svetlana L
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Re: Berlins Erzbischof Koch über Homoehe

Post 2 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Do 30. Mär 2017, 18:36

Ich habe nichts gegen ... , aber ...
Noch unverhohlener kann man ja wohl kaum diskriminieren.

Ich werde nie verstehen, warum ein schwuler Mann oder eine lesbische Frau nicht Vater bzw. Mutter werden können sollen. Wird da mit "der Entscheidung" schwul oder lesbisch zu sein automatisch die Fortpflanzungsfähigkeit abgeschaltet?
Ehe ist für uns, wenn Mann und Frau sich versprechen, ein Leben lang zusammenzubleiben.
Ja, da frage ich mich doch gleich, wieviel Ehen es denn tatsächlich so gibt, die dieses Kriterium auch erfüllen? Ach so, stimmt ja, versprechen kann man ja viel. Hinterher wartet dann vielleicht das Fegefeuer, wenn man dieses Versprechen gebrochen hat. Aber warum können sich das dann nicht auch schwule und lesbische Paare versprechen? Ich bereite gerade meinen Austritt aus diesem Verein vor, das kann man ja nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren, was die so an Hass von sich geben.
Der Salzburger Weihbischof Laun ist ja auch gerade vor ein paar Tagen als Hassprediger bezeichnet worden, vollkommen zu Recht in meinen Augen und frei nach Dunja Hayali: "Wenn Sie Hass predigen, dann sind Sie verdammt noch mal ein Hassprediger"
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

conny
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Re: Berlins Erzbischof Koch über Homoehe

Post 3 im Thema

Beitrag von conny » Do 30. Mär 2017, 21:08

Hat Koch etwas spektakulär Neues gesagt? :roll:

Jasmine
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Re: Berlins Erzbischof Koch über Homoehe

Post 4 im Thema

Beitrag von Jasmine » Do 30. Mär 2017, 21:26

Nun hat er sich in der Presse schön profiliert.
Man sollte ihn mal fragen, ob er weiss, was er mit seinen Worten verursacht.
Wenn ich schon höre:

Zitat:
Erzbischof Koch, Sie sind der Fachmann der deutschen katholischen Bischöfe in Sachen Familie, der sogenannte Familienbischof.

in meinen Augen ist er ein Theoretiker der nicht akzeptieren will, das es auch andere Lebensmodelle gibt.

Liebe Grüße Jasmine
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Re: Berlins Erzbischof Koch über Homoehe

Post 5 im Thema

Beitrag von Marielle » Do 30. Mär 2017, 23:50

conny hat geschrieben:
Do 30. Mär 2017, 21:08
Hat Koch etwas spektakulär Neues gesagt?
Hat er überhaupt etwas neues gesagt?

Wieviele Menschen gibt und gab es, insbesondere nach 1945, die von Kindern als ihre Eltern angesehen und akzeptiert wurden und werden, ohne das sie irgendetwas mit der (Er-)zeugung dieser Kinder zu tun haben? Es ist bedauerlich, dass ein Bischof nicht in der Lage ist, zwischen gelebter Elternschaft und der blossen Reproduktion zu unterscheiden.

Er sollte sich mal mit folgender Definition* von Familie beschäftigen: "Familie ist dort, wo verschiedene Generationen füreinander Verantwortung übernehmen." Dann würde er vielleicht auch verstehen, dass Eltern wirklich Eltern und Reproduzenten oft eben nur Reproduzenten sind.

Habt es gut, macht es besser

Marielle

*) Ich finde die Quelle grade nicht, aber die Definition stammt, wenn ich mich nicht sehr irre, aus der EKD.
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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Re: Berlins Erzbischof Koch über Homoehe

Post 6 im Thema

Beitrag von Atalanta » Fr 31. Mär 2017, 00:51

Anne-Mette hat geschrieben:
Do 30. Mär 2017, 17:42
In der taz heißt es: [...]

Im weiteren Text heißt es:

"Ich sage homosexuellen Paaren, dass sie die volle Sexualität nicht leben können. [...]"
Das nicht-Wissen über menschliche Sexualität und ihre natürlichen Varianten ist bei katholischen Bischöfen wohl so eine Art Déformation professionnelle.
It comes with the job ...


Wenn er wissen wollte, dann könnte ihm sofort die Kenntnis diverser gleichgeschlechtlicher Paare vermittelt werden, die seit Jahrzehnten oder Jahren zusammen sind und auch vieler, die wunderbare Kinder gemeinsam haben und diese oft verantwortlicher erziehen als so manches Heteropaar.

Wer Wissen mutwillig verweigert – bei vorhandener Intelligenz und Fähigkeit (und daher der ethischen Verpflichtung), sich zu bilden – handelt in meinen Augen böswillig oder einfach böse.
Der Bischof handelt so.

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Re: Berlins Erzbischof Koch über Homoehe

Post 7 im Thema

Beitrag von conny » Fr 31. Mär 2017, 10:18

Marielle hat geschrieben:
Do 30. Mär 2017, 23:50

Er sollte sich mal mit folgender Definition* von Familie beschäftigen: "Familie ist dort, wo verschiedene Generationen füreinander Verantwortung übernehmen." Dann würde er vielleicht auch verstehen, dass Eltern wirklich Eltern und Reproduzenten oft eben nur Reproduzenten sind.


*) Ich finde die Quelle grade nicht, aber die Definition stammt, wenn ich mich nicht sehr irre, aus der EKD.
Moin Marielle,

du irrst nicht, es steht irgendwo hier:

https://www.ekd.de/EKD-Texte/orientieru ... chaft.html

Dort heisst es auch:

"Ein normatives Verständnis der Ehe als „göttliche Stiftung“ und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Schöpfungsordnung entspricht nicht der Breite des biblischen Zeugnisses. Wohl aber kommt bereits in der Schöpfungsgeschichte zum Ausdruck, dass Menschen auf ein Gegenüber angewiesen sind, an dem sich die eigene Identität entwickelt. In diesem Sinne ist die Ehe eine gute Gabe Gottes, die aber, wie das Neue Testament zeigt, nicht als einzige Lebensform gelten kann. Die den Kindern Gottes zugesagte gleiche Würde jeder und jedes Einzelnen jenseits von Geschlecht und Herkommen und die erfahrbare Gemeinschaft in Christus in all ihrer Unterschiedlichkeit fordert die vorfindlichen Ordnungen immer neu heraus. Deswegen versteht die Reformation die Ehe als „weltlich Ding“; sie ist kein Sakrament, sondern eine Gemeinschaft, die unter dem Segen Gottes steht."

Wenn die Ehe - zurecht - als "weltlich Ding" (Luther) verstanden wird, dann ergeben sich für alle weiteren Fragen zu Ehe und Familie natürlich völlig andere Schlussfolgerungen, als die der kath. Kirche.

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