Gendersternchen
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Jasmine
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Post 1 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ich finde Herrn Merz unsympathisch. Gerade so sollte sich ein Politiker nicht äußern.

https://web.de/magazine/politik/frauofr ... k-35729734

Zitat:
Auf seinem Twitter-Profil veröffentlichte sein Team am Samstag spöttische Aussagen des CDU-Politikers über Gendersternchen und Co.:
"Grüne und Grüninnen? Frauofrau statt Mannomann? Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Mutterland? Hähnch*Innen-Filet? Spielplätze für Kinder und Kinderinnen? Wer gibt diesen #Gender-Leuten eigentlich das Recht, einseitig unsere Sprache zu verändern?"

:((a
Liebe Grüße Jasmine
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Nicole Fritz
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Re: Gendersternchen

Post 2 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Jasmine,

das vernünftigste wäre, wenn ganz einfach niemand diesen Herrn Merz beachten würde. Dieser Schwachsinn auf unterstem Kindergarten-Niveau soll doch nur von wirklich wichtigen Problemen ablenken.

LG Nicole
-Alexandra-
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Re: Gendersternchen

Post 3 im Thema

Beitrag von -Alexandra- »

Hallo,
Ich mag zwar weder die CSU/CDU, noch den Merz, aber ich halte auch nix von diesem ganzen ...innen und Sternchenzeug. Ich möchte z.B. kein Buch lesen, das so geschrieben ist🙄
Ausgesprochen hört es sich richtig dämlich an.
Es gibt halt einfach Wörter/Sätze bei denen nur die männlicheForm passt. Ist zwar vielleicht nicht ganz optimal, aber stört mich nicht wirklich.
Ich finde es sollte jeder schreiben und sprechen wie er will, aber ich halte nichts davon, wenn diese Schreib- und Sprechweise zur Norm wird...
Vielleicht entwickeln sich ja mit der Zeit mehr geschlechtsneitrale Wörter und Umschreibungen🙂

LG
Alexandra )))(:
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Gendersternchen

Post 4 im Thema

Beitrag von SusiS »

Möglicherweise kommt demnächst ein Platz in der Gemeinde Haar einen Namen mit Gendersternchen.

https://www.merkur.de/lokales/muenchen- ... 59361.html
Merkur.de hat geschrieben:„Bürger*innenplatz“: Genderwahnsinn oder geniale Idee? Gemeinde-Mitglieder sollen abstimmen.
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Re: Gendersternchen

Post 5 im Thema

Beitrag von Mirjam »

-Alexandra- hat geschrieben: So 18. Apr 2021, 16:42 Ich möchte z.B. kein Buch lesen, das so geschrieben ist
Ich denke mal, das kommt auf das Buch an Alex. In einem Roman, einer Kurzgeschichte oder ähnlichem fände ich es auch zumindest schwierig, in einem Sachbuch, vielleicht noch mit entsprechendem Hintergrund, kann es aber durchaus passend oder sogar angebracht sein. Meine Gedichte sind bis jetzt noch alle völlig frei davon ;)
-Alexandra- hat geschrieben: So 18. Apr 2021, 16:42 Es gibt halt einfach Wörter/Sätze bei denen nur die männlicheForm passt.
... oder zur Abwechslung mal nur die weibliche? "Generisches Femininum" sozusagen -- ja ich weiß, "offiziell" gibt es das nicht, und es ist im Endeffekt auch nicht "gerechter" als das generische Maskulinum. Aber es könnte doch den einen oder anderen dezenten Hinweis darauf geben, dass unsere Sprache so, wie sie derzeit ist, eben Männer bevorzugt. Und damit will ich mich als bekennende Emanze nicht so einfach abfinden :P

LG, Mirjam )))(:
Nicole Fritz
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Re: Gendersternchen

Post 6 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Mirjam hat geschrieben: So 18. Apr 2021, 17:23 Meine Gedichte sind bis jetzt noch alle völlig frei davon
Ich versuche gerade mal eins meiner Gedichte mit Sternchen uns so genderneutral um zu formulieren:

Allein im Wald lebt ein*eine Bärin*Bär
der*die mehr als Bär*Bärin gerne wär,
ein*eine Erdbär*bärin oder Stachelbär*Bärin,
ein*eine Himbär*bärin, Brombär*bärin, Heidelbär*bärin,
....
ein*eine Tanzbär*bärin oder gar Transbär*bärin,
....

Also ich glaube, es reicht jetzt. Man kann sich irgendwie auch lächerlich machen. Die Original-Version seht hier:
viewtopic.php?p=221266#p221266

Liebe Grüße
Nicole
Jaddy
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Re: Gendersternchen

Post 7 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Nicole Fritz hat geschrieben: Di 4. Mai 2021, 23:58 Also ich glaube, es reicht jetzt. Man kann sich irgendwie auch lächerlich machen.
In der Tat. Zum Beispiel dadurch, das System entweder nicht verstanden zu haben, oder aber es bewusst lächerlich machen zu wollen.

1. Geht es bei genderinklusiver Sprache - also den Formen mit *, :, •, ' - immer um Fälle, in denen das Gender der betreffenden Personen (oder fiktiver Figuren) nicht bekannt ist, nicht relevant ist oder bewusst offen gelassen wird. (Ein völlig anderer Fall sind explizit nicht-binäre Personen/Figuren, die nicht genderinklusiv werden, sondern mit eigenen, nicht-binären Formen.)

2. Ist die sogenannte Beidnennung, egal ob mit "/" oder "*", denn das ist da oben eine solche, keine neutrale oder gendergerechte Schreibung, da a) nur binär und b) darin eine gewisse Nachrangigkeit eines Genders steckt. Bär/in, Leser/in: "in", das Anhängsel, die vernachlässigbare Abweichung vom "männlichen Normal".

Mit "*" geschrieben müsste es also so aussehen:
Allein im Wald lebt ein*e Bär*in
der*die mehr als Bär*in gerne wär,
ein*e Erdbär*in oder Stachelbär*in,
ein*e Himbär*in, Brombär*in, Heidelbär*in,
....
ein Tanzbär oder gar Transbär*in,
....
Und mit der letzten Zeile gewinnt es sogar eine interessante Zusatzbedeutung.
Da steht bewusst Tanzbär weil offenbar hier das Geschlecht, bzw in diesem Fall sogar das Gender - weil Fabelfigur - gezielt angesprochen werden soll.
Wenn d* Autor*in möchte, könnte es auch eine Tanzbärin sein, die gerne Tanzbär*in wäre.

Generell ist es aber schon ein eher flache Provokation durch bewusste Missachtung selbst der grundlegendsten Gedanken, wenn Lyrik ohne Not derart geschrieben wird, und nicht zum Beispiel anders genderfrei. Wenn sie denn überhaupt entgendert sein soll. Bisher wurde nämlich nirgendwo gefordert, dass Lyrik oder Prosa überhaupt genderinklusiv oder -neutral zu schreiben. Erstens, weil Sprachkunst Teil der Literatur ist. Es reicht ja nicht, einfach etwas zu schreiben. Höchstens für Gebrauchsanweisungen. Literatur bedeutet auch von kunstvolle und reflektierte Sprache. Das hebt sie ab von simplen Ge- und Verbrauchstexten. Zweitens sind fast alle literarischen Figuren weder genderneutral, noch abinär. Was schade ist. Mehr selbstverständlich abinäre Charaktere, die auch in der Schriftsprache entsprechend abgebildet werden, wären toll. Eine wunderbare Herausforderung an Autorys, das kunstvoll und ästhetisch zu schreiben.

Während andere nicht mal eine witzige Polemik hinbekommen.
Nicole Fritz
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Re: Gendersternchen

Post 8 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Jaddy hat geschrieben: Mi 5. Mai 2021, 01:21 Mehr selbstverständlich abinäre Charaktere, die auch in der Schriftsprache entsprechend abgebildet werden, wären toll. Eine wunderbare Herausforderung an Autorys, das kunstvoll und ästhetisch zu schreiben.
Hallo Jaddy,

ich habe so eine ähnliche Antwort erwartet, als Du gestern lange in diesem Thema anwesend warst. Ich wollte die Antwort eigentlich einfach nur ignorieren, bin Dir aber jetzt irgendwie dankbar dafür.

Ich bin bei Facebook in einer Autoren-Hilfe-Gruppe, wo sich derzeit eine Diskussion zu Gender neutraler Sprache auf erheblich niedrigerem Niveau, als ich es hier etwas zynisch anbrachte, mit gegenseitigen Beschimpfungen tot läuft. Ich bin stinksauer, weil man offensichtlich diese Problematik vorschiebt, um die Menschen wütend zu machen und damit von viel wichtigeren Problemen abzulenken.

In einer anderen FB-Gruppe "Gender gerecht (Romane) schreiben" läuft es dagegen sehr konstruktiv. Ich schreibe seit längerem an einem Sci-Fi-Roman, wo Astronauten, die vor 15.000 Jahren die Erde besuchten, beide Geschlechter haben. Ich habe mich zunächst bemüht Pronomen möglichst durch Namen zu ersetzen und sonst wenn möglich zu umschreiben. Das geht recht oft, aber keinesfalls immer. Sonst kommt leicht so etwas dabei heraus: "Elian betritt den Kommandostand. Elian schaut auf die Bildschirme. Plötzlich drückt etwas Elian in Elians Rücken. ... " Elian - Elian - Elian, umschreibt man es aber irgendwie, liest es sich auch nicht besser.

Die nächste Version. Wie wäre es mit eine X-Sprache zum charakterisieren der Außerirdischen? Also: ".. Xe schaut auf die Bildschirme. Plötzlich drückt etwas xien in xen Rücken."

Ich habe das mit einem längeren Text präsentiert. Kommentar: "Ich musste das drei mal laut lesen ...". Sonst habe ich den Roman in ganz normalem Deutsch geschrieben. Da wirken dann solche Passagen wie Rechtschreibfehler.

Aktuell gefällt mit diese Variante am besten: ".. Er..sie schaut auf die Bildschirme. Plötzlich drückt etwas ihr..ihm in seinen..ihren Rücken." - oder einfach ".. in den Rücken .." Der ganze Rest, wo es um die Erde und die Menschen geht oder allgemein beschrieben wird, bleibt in normalem Deutsch.

Wenn es mit der X-Form passen soll, müsste ich den gesamten Roman aus einer völlig anderen Perspektive heraus neu schreiben. Vielleicht versuche ich das einmal mit einer Kurzgeschichte zu diesem Thema.

Das bestehende Gedicht umschreiben zu wollen war natürlich völliger Blödsinn. Da könnte man sich höchstens etwas neues einfallen lassen:

Wenn xien was auf die Nerven geht,
und xe xen Welt nicht mehr versteht,
was soll xe dann mit xen Frust machen,
als einfach über sich zu lachen?

Liebe Grüße
Nicole
Jaddy
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Re: Gendersternchen

Post 9 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Nicole Fritz hat geschrieben: Mi 5. Mai 2021, 13:20Ich habe das mit einem längeren Text präsentiert. Kommentar: "Ich musste das drei mal laut lesen ...". Sonst habe ich den Roman in ganz normalem Deutsch geschrieben. Da wirken dann solche Passagen wie Rechtschreibfehler.

Aktuell gefällt mit diese Variante am besten: ".. Er..sie schaut auf die Bildschirme. Plötzlich drückt etwas ihr..ihm in seinen..ihren Rücken." - oder einfach ".. in den Rücken .." Der ganze Rest, wo es um die Erde und die Menschen geht oder allgemein beschrieben wird, bleibt in normalem Deutsch.

Wenn es mit der X-Form passen soll, müsste ich den gesamten Roman aus einer völlig anderen Perspektive heraus neu schreiben. Vielleicht versuche ich das einmal mit einer Kurzgeschichte zu diesem Thema.
Super! Genau so meinte ich das. Kreative Auseinandersetzung, auch sprachlich. SciFi eignet sich natürlich besonders gut als Reflektionsfläche für irdische Fragestellungen.

Die Wayfarer-Bücher von Becky Chambers haben zum Beispiel nicht-binäre Wesen drin. Sehr gut beschrieben, komplett mit Neopronomen. Auch manchmal etwas verwirrend, denn eine Spezies wechselt zyklisch die körperlichen Geschlechtsmerkmale inklusive einer Zwischendrinphase, so dass auch die Pronomen für die gleiche Figur über die Zeit wechseln. Ich hoffe, das wurde auch gut übersetzt, falls sie wer auf deutsch liest. Die englischen Originale sind recht gut zu lesen.

(Ich empfehle sie auch wegen einer viel freundlicheren Sicht auf mögliche Umgangsformen und ausserirdischer Spezies mit interessanten sozialen Gruppen, an denen zum Beispiel Polyamorie und die Entwicklung von Wahlfamilien über die Lebenszeit gespiegelt werden)

Bei https://nibi.space/pronomen gibt es neben der X-Form weitere, die dir vielleicht besser klingen. Ich persönlich hab meine Lieblingsgenderung mal ins Blog geschrieben, damit ich einfach den Link verteilen kann.
Nicole Fritz
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Re: Gendersternchen

Post 10 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Jaddy hat geschrieben: Mi 5. Mai 2021, 13:41 ... mal ins Blog geschrieben ...
Hier meine derzeitige Alternativ-Pronomen Liste:

er, sie, es - xier, sier, en
der, die, das - xe, de
ein, eine - einx, eins
sein, seine, ihr, ihre - xen, ens
ihm, ihr - xien, em
mein, meine - meinx, meins

Wie Du siehst, ist dein Blog da schon eingeflossen.

Zum generischen Maskulinum meine ich, dass ein nicht binäres Pronomen völlig ausreichen sollte um kenntlich zu machen, dass es nicht nur männlich gemeint ist. Also statt "Hallo Ärztys" "Hallo ihrs Ärzte" oder so ähnlich.

Letztlich habe ich hier etwas zum "Schnneex" oder "Schneemenschy" kommentiert. Warum nicht einfach "de Schneemann"? Sonst ist meinx/meins Schornsteinfeger einx/eins Frau.

LG Nicole
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Re: Gendersternchen

Post 11 im Thema

Beitrag von Blossom »

hab's mal ansatzweise in einem Roman versucht - anschließend rückgängig gemacht. Denn ehrlich: es ist kaum noch lesbar und Testleser kamen zum gleichen Ergebnis.
Man kann halt alles übertreiben und ad absurdum führen. Ich möchte, dass meine Romane gelesen werden, sich verkaufen und nicht wie Blei im Regal liegen. Auch gehöre nicht zu denen, die gleich durch die Decke gehen, wenn sich jemand mal in der Anrede o.d.g. vertut.
»Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.«
Billie Jean King (*1943)
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Re: Gendersternchen

Post 12 im Thema

Beitrag von Topsy »

Die wichtigsten Punkte wurden ja schon angesprochen. Sprache hat sich immer weiterentwickelt und heute spricht auch niemand mehr wie im Mittelalter. Ich stelle mich gegen jede Art des Konservativen und möchte mich vielmehr für Gleichbehandlung einsetzen. Deshalb werde ich (wenn ich neben Lyrik überhaupt mal wieder was Prosaisches schreibe) keine Prosa mehr ohne Gendersternchen verfassen und ältere Texte dementsprechend überarbeiten. Wenn es jemand nicht lesen möchte, weil eine persönliche Aversion gegen Gendersternchen vorliegt, würde die/der Leser*in sowieso nicht meiner Zielgruppe angehören. Und das soll jetzt auch nichts damit zu tun haben, dass ich keine Motivation habe, irgendeine Art von Popularität zu erreichen, die auch vollends unrealistisch wäre. Abgesehen davon bin ich verspielt und liebe die Sternchen. Und natürlich spreche ich auch das Gendersternchen im Alltag aus.

Ja, bei Lyrik ist es problematischer. Da vermeide ich Sternchen und umschreibe lieber. Ist vielleicht nicht sonderlich schwierig, wenn eher über Natur und kaum über Menschen geschrieben wird, wie das bei mir der Fall ist. Bei Wildtieren dürfte eine Umschreibung oder ein Gendern wohl nur Sinn machen, wenn diese irgendwie vermenschlicht dargestellt werden. Und Katze oder Kater, na ja, da gibt es die entsprechenden Formen schon und da muss nicht zusätzlich gegendert werden.

Aber irgendwie müssen wir das Patriarchat ja mal bekämpfen.

Liebe Grüße
Topsy )..)c
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