Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen
Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen - # 2

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Anke
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 16 im Thema

Beitrag von Anke » Mi 12. Jun 2019, 09:06

Hallo Bea,
Bea Magdalena hat geschrieben:
Mi 12. Jun 2019, 07:10
Hallo Anke,

sry, hab mit Geschlechtswechsel nur das Gespräch wiedergeben
so hatte ich es auch verstanden. Ich gehe mal davon aus, dass die die hier bisher geschrieben haben, wissen worüber sie schreiben.

Liebe Grüße

Anke
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MichiWell
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 17 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mi 12. Jun 2019, 19:37

Luna hat geschrieben:
Mi 12. Jun 2019, 06:49
Dazu noch ein netter Bericht von gestern:
https://www.google.com/url?sa=t&source= ... R5iLitc0Nc
Zitat Artikel:
Die Kirche habe nicht geirrt, als sie noch den Standpunkt vertrat, dass die Ausübung der Todesstrafe zulässig sei, wenn sie "wirklich notwendig ist, die gerechte Ordnung von Gesellschaften" aufrecht zu erhalten, heißt es in einem von ihnen veröffentlichten Dokument, wie Kathpress am Dienstag berichtete.
Ach du Schei** .. denen geht es ja auch Jahrhunderte später immer noch einzig um Rache und Abschreckung. :evil:

Zitat Artikel:
Franziskus änderte 2018 den katholischen Katechismus und erklärte diese Form der Bestrafung für "unzulässig", weil sie "gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person" verstoße. In der bis dahin gültigen Fassung hatte es geheißen, die Kirche schließe die Todesstrafe unter bestimmten Bedingungen nicht aus, wenn dies der einzige Weg wäre, Menschen vor einem Aggressor zu schützen.
Wenn man das aufmerksam liest, dann war die Todesstrafe schon gemäß der vorherigen Fassung des katholischen Katechismus faktisch nicht mehr zulässig, da unsere Gesellschaften mit Haft oder Sicherungsverwahrung bis zum natürlichen Lebensende hinreichende Möglichkeiten haben, die Menschen vor den Tätern zu schützen.

Aber ja, man will die Schafe gerne in Angst und Schrecken halten, denn es geht den Kirchenleuten immer wieder nur um Macht .. übrigens auch um die Macht des Mannes über die Frau, wie man im Artikel lesen kann.
:((a
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Mina_35
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 18 im Thema

Beitrag von Mina_35 » Mi 12. Jun 2019, 19:44

das war schon früher die abmachung zwischen staat und kirche: halt du sie dumm, ich mach sie arm. wie heute auch noch.. :D

Toni Smith
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 19 im Thema

Beitrag von Toni Smith » Do 13. Jun 2019, 04:55

Meine Einschätzung:
Der Vatikan riskiert zurzeit seine größte zahlende Gemeinde, nämlich Deutschland.

Mit Maria 2.0 wird deutlich, die Engagierten sind weiter als die Kirche vermutet.

Gerade die deutsche Kirche kann es sich nicht leisten auf die zahlreichen progressiven Engagierten zu verzichten. Denn ohne sie gebe es kaum kirchliche Angebote.

Sie muss sich also entscheiden, teil der Vatikan-Kirche bleiben und damit ihre Handlungsfähigkeit eindampfen oder einen Neuanfang wagen. Möglicherweise als eine neue gesamtdeutsche Kirche zusammen mit den Protestanten.

Der Vatikan verlöre damit seine zahlungskräftigste Gemeinde aber die Mitglieder stecken woanders.

Jasmine
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 20 im Thema

Beitrag von Jasmine » Do 13. Jun 2019, 07:50

Toni Smith hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 04:55
...............
Sie muss sich also entscheiden, teil der Vatikan-Kirche bleiben und damit ihre Handlungsfähigkeit eindampfen oder einen Neuanfang wagen. Möglicherweise als eine neue gesamtdeutsche Kirche zusammen mit den Protestanten. .........
Das wird es meiner Meinung nach nicht geben. Begründung: Die gewachsenen Strukturen zu durchbrechen, wem sollte das gelingen? der Vatikan ist weltweit aktiv, also ziemlich gross und mächtig. Ausserdem kann und will ich mir eine nationale Kirche in einer Zeit der Globalisierung nicht vorstellen. Gerade mit dem internationalen Netzwerk hat die deutsche Kirche meiner Meinung nach auch Vorteile.
Ich möchte hier nicht die Kirche und ihre Strukturen verteidigen, auch ich bemängele hier einiges in unserer Gemeinde. Aber ich sehe derzeit auch Ansätze, die Änderungen herbeiführen könnten.
Liebe Grüße Jasmine
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Vicky_Rose
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 21 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 13. Jun 2019, 08:33

MichiWell hat geschrieben:
Mi 12. Jun 2019, 19:37
denen geht es ja auch Jahrhunderte später immer noch einzig um Rache und Abschreckung
Das tut unser Strafrecht auch, ist aber relativ differenziert. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Strafzwecktheorie

Was die Kirche betrifft, wird mMn hier viel zu viel in einen Topf geworfen. Die protestantischen Kirchen bemühen sich sehr um queere Menschen. Sie haben in ihrem Organ eine eigene Rubrik für queer eingerichtet (https://www.evangelisch.de/kreuzundqueer).

Wie schon anklang, die katholische Kirche agiert weltweit. Deshalb steckt sie ja auch in einer Zwickmühle. Sie kann nur sehr zeitverzögert reagieren und muss mit ihren Aussagen die ganze Welt abdecken. Die Katholiken in Deutschland sind da nur ein sehr kleiner Teil (ca.1,8%). Anders als bei uns, laufen die Menschen in vielen Ländern bei größeren oder kleineren Problemen in die Kirche. Das habe ich vor 30 Jahren in einer politischen Krisensituation in Chile erlebt. Da waren die Kirchen übervoll. Die Progressivität vieler Menschen in unserem Land lässt sich nicht so ohne weiteres auf die Welt übertragen. Alles was die Kirche hier sagt, wird auch in wesentlich konservativeren Ländern gehört. D.h. die Kirche riskiert ständig ein Auseinanderbrechen bei zu viel, aber auch zu wenig Progressivität. Es geht mit Sicherheit auch um Macht und Einfluss. Aber diese Frage sehe ich zuerst innerhalb des Vatikans.
Gerade die deutsche Kirche kann es sich nicht leisten auf die zahlreichen progressiven Engagierten zu verzichten. Denn ohne sie gebe es kaum kirchliche Angebote.

Sie muss sich also entscheiden, teil der Vatikan-Kirche bleiben und damit ihre Handlungsfähigkeit eindampfen oder einen Neuanfang wagen. Möglicherweise als eine neue gesamtdeutsche Kirche zusammen mit den Protestanten.
Die "deutsche Kirche" gibt es nicht. Du meinst wahrscheinlich den katholischen Teil. Und dieser ist fest in die Strukturen des Vatikans eingebunden. Die Menschen folgen ja in vielen Dingen auch der Kirche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wegen queeren Themen zu einer Kirchenabspaltung kommen wird. Ich halte es auch für eine Fehleinschätzung, dass nur die progressiven unter den Kirchenmitgliedern zu kirchlichen Angeboten kommt. Im Gegenteil, ich glaube eher, dass es in vielen Fällen die eher konservativ eingestellten Menschen sind, die das Kirchenleben hoch halten.

@Mina:

das war schon früher die abmachung zwis ... noch.. :D

Sorry, aber das finde ich ziemlich platt. Oder habe ich da die Ironie nicht verstanden ?
Zuletzt geändert von Vicky_Rose am Do 13. Jun 2019, 11:00, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

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Ulrike-Marisa
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 22 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Do 13. Jun 2019, 09:04

Moin,
gerade ist wieder eine längere Antwort in den Weiten des Internets technisch hier im Forum verloren gegangen, schade habe nicht die Zeit, das alles noch mal zu schreiben.
kurz: Maria 2.0 finde ich eine berechtigte und unterstützenswerte Forderung und Bewegung der Mehrheit der Mitglieder der Katholischen Kirche, Frauen.
Der gesellschaftliche Wandel wird auch Formen des Lebens und Glaubens erfassen. Die Deklaration der Menschenrechte und der Gleichstellung der Geschlechter/Varianten in allen Lebenslagen ist die Grundlage für Maria 2.0 und das wird die Zukunft sein.
Nur wer sich anpasst an die Veränderungen des Lebens und der Zeit wird überleben; das hat Darwin erkannt und daran hat sich bis heute nichts geändert; d.h. auch die Kirchen müssen sich der Veränderung stellen, sonst gehen sie unter, Geschichte hin oder her.
Es gibt auch andere formen des Glaubens, Religionen, in anderen Teilen der Welt, wo die Menschen Dinge ganz anders sehen. Haben die weniger Recht als Christen, das wage ich mal zu bezweifeln.
Der Ökomenische Ansatz zur5 Überwindung der Kirchespaltung halte ich für ein gebotenes Ziel in der Zukunft, um als Christliche Glaubensgemeinschaft zu überleben. Die Argumente von vor 500 Jahren, gelten sie heute noch? gibt es nicht mehr vereinendes als trennendes?
Nun, das sind meine persönlichen Gedanken dazu....

Grüße, Ulrike-Marisa=^=Maria :)

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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 23 im Thema

Beitrag von Keks-Marie » Do 13. Jun 2019, 09:36

Ich finde ja der Vatikan sollte sich aus dem Leben der Menschen raus halten...
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Nicole Doll
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 24 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Do 13. Jun 2019, 10:32

Ulrike-Marisa hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 09:04
... gerade ist wieder eine längere Antwort in den Weiten des Internets technisch hier im Forum verloren gegangen, ...
Hallo Ulrike-Marisa,

ich schreibe längere Antworten immer in einem anderen Editor (Open Office Writer) und kopiere sie hier hinein. So ist der Text auf meiner Festplatte und kann nicht verloren gehen.

Nun noch kurz zum eigentlichen Thema:

Es zeigt sich wohl in beiden christlichen Kirchen eine große Kluft zwischen der Führungsebene und denen, die bei Gemeindearbeit aktiv sind. In manchen Grundsätzen ist die evangelische Kirche strenger als die katholische. Man kann ja nicht einfach mit der Beichte die Absolution erteilt bekommen, wenn man gesündigt hat. Während der leitende Pfarrer unserer evangelischen Gemeinde mich überhaupt nicht beachtet, treten mir die meisten Mitglieder und auch eine junge Pfarrerin freundlich gegenüber.

Als bekennende Heidin ist für mich das evolutionäre Prinzip nach Darwin mit allen seinen Varianten Bestandteil der so genannten Schöpfung. Und für etliche in der evangelischen Gemeinde gilt das offensichtlich auch. Nur die Führungsebene hält nach wie vor wörtlich an dem fest, was angeblich als göttlich und damit außerhalb jedes Zweifels in der Bibel steht. Wer nun nicht bereit ist über diese Kluft hinweg zu sehen, geht der Gemeinde als Mitglied verloren. Und daran wird sich bei der evangelischen Kirche nichts ändern, bevor die Führungsebene in Rente geht. Bei den Katholiken kommt erschwerend hinzu, dass dort alles ausgehend vom Papst von oben herab verordnet wird.

Wenn ich mich also in der Gemeinde sozial einsetzen möchte, muss ich ständig gegen etwas ankämpfen, was meiner Überzeugung entgegen steht. Das kostet viel Kraft. Und viele sind nicht (mehr?) bereit diese aufzubringen.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Vicky_Rose
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 25 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 13. Jun 2019, 10:57

Salut Nicole,

Du vermischst hier ja einiges.
In manchen Grundsätzen ist die evangelische Kirche strenger als die katholische. Man kann ja nicht einfach mit der Beichte die Absolution erteilt bekommen, wenn man gesündigt hat.
Die evangelische Kirche kennt keine Beichte und keine Absolution, weil sie die persönliche Verantwortung des Menschen anerkennt. Es reicht eben nicht, sich mit einer Beichte "rein zu waschen". Das ist mMn nicht strenger, sondern liberaler. Damit ist es eher umgekehrt. Die relative größere Strenge der katholischen Kirche ergibt sich mMn aus der Kontrollfunktion der Beichte.
Während der leitende Pfarrer unserer evangelischen Gemeinde mich überhaupt nicht beachtet
Wie ist das zu verstehen ? Ignoriert er Dich ? Das ist dann aber eine persönliche Haltung und nicht die offizielle Stellungnahme der Kirche.
Und für etliche in der evangelischen Gemeinde gilt das offensichtlich auch. Nur die Führungsebene hält nach wie vor wörtlich an dem fest, was angeblich als göttlich und damit außerhalb jedes Zweifels in der Bibel steht.
Das ist nicht richtig. Gerade die evangelische Kirche legt großen Wert auf eine zeitbezogene Interpretation der Bibel. D.h. sie wird im Kontext mit der jeweiligen Zeit verstanden und auf die heutige Zeit angewendet.
Wenn ich mich also in der Gemeinde sozial einsetzen möchte, muss ich ständig gegen etwas ankämpfen, was meiner Überzeugung entgegen steht.
Das ist Deine Sicht. Ich bin auch nicht gläubig und auch in keiner Kirche, aber das hat mich nicht gehindert, unbeschwert und mit viel Freude Gemeindearbeit durch persönlichen Einsatz zu unterstützen. Es hing nur an den Menschen, mit denen ich zu tun hatte. In anderen Gemeinden wäre das definitiv anders, aber was hat das mit der offiziellen Kirche zu tun ?
Viele Grüße
Vicky

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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 26 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Do 13. Jun 2019, 11:36

Hallo Vicky_Rose,

ich spreche hier nicht von der evangelischen Kirche allgemein, sondern von unserer Gemeinde in Simmern / Hunsrück. Und da sind einige wie auch der erwähnte Pfarrer, der mich ignoriert, sehr konservativ eingestellt.

Mit der Beichte hast Du natürlich im Prinzip recht. Manche Katholiken wollen aber die Kontrollfunktion nicht recht wahr haben und nutzen die Absolution zum rein Waschen ihres Gewissens. Der Protestant muss sich aber gegenüber Gott und seinen Geboten (die ich als Heide respektieren kann aber nicht muss) rechtfertigen und kann sich seinem Zorn nicht entziehen. Deshalb ist er in Glaubensfragen oft strenger (zu sich selbst). Statt Absolution drohen da das Jüngste Gericht und die Hölle statt dem Paradies.

Liebe heidnische Grüße
Nicole
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 27 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 13. Jun 2019, 14:07

Nicole Doll hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 11:36
Der Protestant muss sich aber gegenüber Gott und seinen Geboten (die ich als Heide respektieren kann aber nicht muss) rechtfertigen und kann sich seinem Zorn nicht entziehen. Deshalb ist er in Glaubensfragen oft strenger (zu sich selbst). Statt Absolution drohen da das Jüngste Gericht und die Hölle statt dem Paradies.
Hallo Nicole,

das entspricht in keiner Weise meinen Erfahrungen, die ich in und mit der ev. Kirche gemacht habe. Über viele Jahre war ich in der Gemeindearbeit an verschiedenen Orten tätig und mir ist solch eine Einstellung, wie Du sie beschreibst nie, auch nur im Ansatz, begegnet.

Ich will ja auch nicht bezweifeln, dass es das gibt, z.B. Evangelikale. Aber das ist eher eine Bewegung innerhalb der Kirchen und nicht die Kirche selber. Was ich meine ist, dass einzelne persönliche Erfahrungen, die ich nicht bezweifle nicht mit der Kirche verwechselt werden sollten. Die evangelische Kirche bemüht sich mMn recht intensiv darum, nahe an den Menschen zu sein. Die Bibel ist eher eine Richtlinie denn zwingende Vorgabe.

Genau genommen muss man aber zwischen den unterschiedlichen ev. Kirchen unterscheiden. Es gibt hier die verschiedensten Kirchen im Geiste der Reformation.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 28 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 13. Jun 2019, 18:26

Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 08:33
MichiWell hat geschrieben:
Mi 12. Jun 2019, 19:37
denen geht es ja auch Jahrhunderte später immer noch einzig um Rache und Abschreckung
Das tut unser Strafrecht auch, ist aber relativ differenziert. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Strafzwecktheorie
Genau. Unser Strafrecht ist da differenziert, und das finde ich auch gut so. Deswegen verwendete ich oben auch ganz bewusst das Attribut 'einzig' in Verbindung mit Rache und Abschreckung. Ich denke, dass grundsätzlich jeder straffällig gewordene Mensch die Chance auf Resozialisierung haben sollte, wenngleich um so strengere Maßstände angelegt und genauere Prüfung erfolgen sollte, um so schwerer die Straftat war. Außerdem ist es wichtig, dass Fehlurteile (die man nie ausschließen kann) umgehend korrigiert, und die zu Unrecht Verurteilten angemessen*) entschädigt werden. Auch das stärkt das Vertrauen in das Rechtssystem.

*) Da besteht allerdings noch Verbesserungsbedarf.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 08:33
Was die Kirche betrifft, wird mMn hier viel zu viel in einen Topf geworfen. Die protestantischen Kirchen bemühen sich sehr um queere Menschen. Sie haben in ihrem Organ eine eigene Rubrik für queer eingerichtet (https://www.evangelisch.de/kreuzundqueer).
Ähm .. falls du mich meinst .. ich habe da nichts in einen Topf geworfen. Aus dem verlinkten und zitierten Artikel ging klar hervor, dass es um den Vatikan und die katholische Kirche geht.

Im Übrigen ist die generelle Aussage: "Protestanten gut. Katholiken böse." ebenfalls nicht richtig. Fortschrittliche und Ewig-Gestrige gibt es hier wie da. Allenfalls die Verteilung ist unterschiedlich.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 08:33
Wie schon anklang, die katholische Kirche agiert weltweit. Deshalb steckt sie ja auch in einer Zwickmühle.
Da darf ich mich jetzt aber mal zurück lehnen und sagen, dass das nicht mein Problem ist. So lange alte Zöpfe immer noch das größte Gewicht haben, hat die katholische Kirche .. so leid es mir tut .. den falschen Ansatz und alle progressiven Menschen unter den Katholiken sollten sich bewusst machen, dass sie hier eine Sysiphus-Arbeit leisten, die ihnen faktisch niemand dankt.
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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 29 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 14. Jun 2019, 07:59

MichiWell hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 18:26
Ähm .. falls du mich meinst
Nein, Dich meine ich dabei nicht. Mir geht es auch mehr um den Punkt, dass man sich gelegentlich selber an die eigene Nase fassen möge. Die Verallgemeinerungen a la "ich kenn da einen Priester in Hintertupfingen, der hat ein schlechtes Wort gesagt, deshalb sind alle Kirchen schlecht" nützen niemanden.
Im Übrigen ist die generelle Aussage: "Protestanten gut. Katholiken böse." ebenfalls nicht richtig.
Sehe ich auch so. Aber die protestantischen Kirchen (nicht alle, aber die zahlenmäßig wesentlichen) bewegen sich deutlich mehr als die katholische. Erstgenannte sind i.d.R. näher am Menschen. Mir ist dieser Unterschied sehr wichtig. Ich habe den Eindruck, dass sie viel näher an der Kernbotschaft des neuen Testaments dran sind. Nebenbei bemerkt, es ist hoch interessant, wie sehr man "heutige" Erkenntnisse von Psychologen, Coaches und Lebensberater bereits im neuen Testament lesen kann, wenn man es nicht dogmatisch betrachtet. Wenn Christus nicht als Gottes Sohn sieht, sondern ihn als Menschenkenner, Philosoph und Psychologen sieht, wird es vielleicht klarer, wie revolutionär sein Denken und Handeln war. Übersetzt man den Satz, "er ist für uns am Kreuz gestorben und hat die Sünden von den Menschen genommen" mit " er hat sein Leben einer Wahrheit gewidmet und ist auch dafür gestorben. Es liegt an uns, mit diesem Wissen eine Welt zu errichten, die friedvoller und respektvoller ist. Wir haben zu jedem Augenblick die Möglichkeit, diesen Weg einzuschlagen."

Das bedeutet nicht, das wir jetzt alle einen Gott anbeten und in die Kirche rennen sollen. Ich verstehe darunter, dass ich die Verantwortung für mein Leben und meine Umgebung übernehme. D.h. dass ich erkenne, wo mein egoistisches Handeln mir und anderen schadet und wo ich einen Beitrag für ein höheres Ziel leisten kann. Das kann z.B. der Schutz der Umwelt, ein bewusster Umgang mit Lebensmittel oder der Umgang mit anderen Menschen sein. So verzichte ich weitgehend auf den Konsum von Fleisch, weil es mir zuwider ist, wie mit Lebewesen umgegangen wird. Oder ich verzichte so weit wie möglich auf Plastiktüten oder ich bemühe mich um Respekt für jeden Menschen. Es geht nicht darum, dogmatisch auf alles zu verzichten oder irgendwelche Regeln einzuhalten, sondern Ziel ist mein Handeln so zu gestalten, dass ich auch mit meinen unvermeidlichen Widersprüchen leben kann. Letztlich habe ich den Geist meiner Erkenntnisse auch im neuen Testament gefunden. Das bedeutet nicht, gläubig zu werden oder in die Kirche zu rennen, sondern ich erkenne nur an, dass bereits vor Jahrhunderten die Menschen die Dinge wussten, die wir heute zu erkennen glauben.

Einfaches Beispiel: Wann wird eine Arbeit im Team erfolgreich ? Wenn sie einem "höheren Ziel" dient, also etwas, dass jenseits meiner eigenen Interessen liegt und die Menschen ihr Handeln auf dieses Ziel auslegt und dabei auch die anderen Teammitglieder im Auge haben. Das ist Kooperation im Wortsinn. Genau das ist der Tenor, der sich durch das ganze neue Testament zieht und z.B. der Bergpredigt einen Höhepunkt findet. Man Gott als Richter sehen, aber auch als den eigenen inneren Richter verstehen. Wenn ich Dinge erkannt habe und danach handle, geht es mir gut, wenn ich gegen meine Überzeugungen handle, geht es mir schlecht.

Es geht nicht darum, nach Regeln zu leben, sondern zu erkennen, was mir wirklich im Inneren gut tut, was meine innere Wahrheit ist und danach zu leben. Mir geht es gut, wenn ich andere Menschen unterstützen kann und es ist wie ein warmer Regen, wenn ich merke, dass mich andere unterstützen. Dabei geht es nicht um den eigenen Vorteil, sondern um ein Ziel, dass jenseits meines Egoismus liegt, so zu sagen der heilige Geist (passt gerade gut zu Pfingsten). Ich verstehe darunter den "Spirit", der heil und ganz macht. Und das ist gerade das Handeln nach der inneren Wahrheit.

Im übrigen gibt es ganz viele evangelische Kirchen und nicht nur eine.

Jetzt habe ich wieder mehr geschrieben als ich wollte ... ;-)
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.

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Re: Vatikan warnt vor Gendertheorie an Schulen

Post 30 im Thema

Beitrag von Frieda » Fr 14. Jun 2019, 08:20

Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 14. Jun 2019, 07:59
Jetzt habe ich wieder mehr geschrieben als ich wollte ... ;-)
Und ich bin dir lieben Vicky riesig dankbar für jeden Absatz, jeden Satz und jedem Wort was du geschrieben hast, weil ich mich so sehr darin wiedergefunden habe❣️

Daaaanke dafür 🙏💖

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*

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