SALZBURG24 Vom Mann zur Frau: Erfahrungen einer Salzburgerin
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Anne-Mette
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SALZBURG24 Vom Mann zur Frau: Erfahrungen einer Salzburgerin

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 31. Jul 2018, 12:24

Moin,

wer noch nicht müde ist, solche Artikel zu lesen, kann das hier tun: http://www.salzburg24.at/vom-mann-zur-f ... in/5313554

Gruß
Anne-Mette

Ulrike-Marisa
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Re: SALZBURG24 Vom Mann zur Frau: Erfahrungen einer Salzburgerin

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Di 31. Jul 2018, 12:56

Moin,

Transidentität zeigt sich meiner Meinung nach und ich glaube auch meiner eigenen Erfahrung nach schon sehr früh im Kindesalter. Mal davon abgesehen, dass ich als ich klein war im Garten zu Hause die Kleidchen und Hängerchen von meiner älteren Cousine aufgetragen habe, meine Mutter hatte sich immer eine Tochter gewünscht, war es im Kindergarten mit etwa vier Jahren schon so, dass ich am liebsten mit den Mädchen Kränze aus Gänseblümchen geflochten habe, als mit den Jungs mit einem Ball zu spielen. Es war ein DRK-Kindergarten und die Schwestern haben mir erlaubt in der Küche zu helfen, einen Stuhl mit einem alten Topf hingestellt und mit einem alten Kochlöffel habe ich dann gekocht und mittags geholfen, das Essen auszugeben... Also das hat alles ganz früh also von Anfang an bei mir angefangen mit einer zumindest teilweisen weiblichen Identität. Alles andere später war gesellschaftlich geforderte Sozialisation, hin bis zur Heirat und Familie. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es keinen anderen Weg gibt. Das kam erst jetzt im Alter und mit den nötigen Informationen aus dem Netz.

Beste Grüße, Ulrike-Marisa :)

heike65
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Re: SALZBURG24 Vom Mann zur Frau: Erfahrungen einer Salzburgerin

Post 3 im Thema

Beitrag von heike65 » Mo 2. Dez 2019, 19:15

Der Artikel schreibt von 5 Betroffenen von 100000. Woher sind die Zahlen, vom Inhalt ganz zu schweigen. 500 bis 1000 sind nach aktueller Forschung TS, also das 100 bis 200 fache.

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Re: SALZBURG24 Vom Mann zur Frau: Erfahrungen einer Salzburgerin

Post 4 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mo 2. Dez 2019, 23:15

Moin,

gut, der Artikel ist von 2018. Die Zahlen, die genannt werden, besagen, dass in Deutschland ca. 1% der Bevölkerung transident sein, d.h. also ca. 830000 Menschen und das ist doch wirklich eine ganze Menge täte ich mal sagen wollen. Genauere Zahlen sind mir bisher für Deutschland so noch nicht bekannt.

Grüße, Ulrike-Marisa

Andrea aus Sachsen
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Re: SALZBURG24 Vom Mann zur Frau: Erfahrungen einer Salzburgerin

Post 5 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Mi 4. Dez 2019, 00:09

.
Schätzungen zufolge betrifft das etwa fünf in 100.000 Personen. …

Befragungen in Deutschland, den USA und Niederlanden kamen zu dem Schluss, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung eines Landes transident sei, …
Wenn ich diese Zahlen sehe, komme ich regelmäßig ins Grübeln. 1% transidente Menschen – da müsste es in meiner Heimatstadt (ca. 15000 Einwohner) etwa 150 davon geben! Tatsächlich scheine ich aber die einzige hier zu sein, weil sämtliche Ärzte, Ämter, Behörden, Firmen und andere Einrichtungen des öffentlichen Lebens hier vor Ort über mich zum ersten Mal mit dem Thema Transsexualität in Berührung kamen. Eine von 15000 (=0,0067%) – das kommt den oben zitierten 5 von 100000 (=0,005%) sehr nahe, was ich deshalb auch für realistisch halte.
Wie bei fast allen Umfragen, erfährt man leider auch hier nicht, welche konkrete Frage in diesem Fall von 1% der Befragten mit „Ja“ beantwortet wurde. Um diejenigen, die ihre Transsexualität öffentlich ausleben, kann es offenbar nicht gehen. Sollte es etwa eine viel größere Anzahl betroffener Menschen geben (ca. 200x mehr als die „Öffentlichen“), die sich im „falschen Körper“ fühlen oder sonstwie mit ihrem angeborenen Geschlecht nicht klarkommen, es aber mehr oder weniger problemlos schaffen, ihr bisheriges Leben weiter zu führen?
Ich möchte den Gedanken nicht fortsetzen. Es wäre Wasser auf die Mühlen der Transgegner:
Wenn über 99% der Betroffenen mit ihrer falschen geschlechtlichen Identität leben können, warum macht ihr dann so ein Aufsehen und wollt unbedingt eine „Geschlechtsumwandlung“?
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

Ralf-Marlene
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Re: SALZBURG24 Vom Mann zur Frau: Erfahrungen einer Salzburgerin

Post 6 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Mi 4. Dez 2019, 11:23

Hallo, Mädels,
lasst Euch doch von den Zahlenspielen nicht beeindrucken.

Als ich 1979, also gut dreißig Jahre vor meiner Geburt :oops: , als junger Mann mein schwules Coming Out hatte, waren die Wissenschaftler überzeugt, dass es ein Prozent rein gleichgeschlechtlich liebende Menschen gibt. Heute würde jeder den Kopf schütteln. Damals waren, anders als in den Zeiten vor 1933, auch Menschen mit anderen im sozialen Geschlecht abweichenden Identitäten nicht wirklich wahrnehmbar. Zwar war der Schwule an sich in der erfüllten und der zugeschriebenen Rolle noch stärker auf der weiblichen Seite und wollte nicht mit Gewalt als dem gängigen Männerbild entsprechend wahrgenommen werden wie oft heute, war aber auch keine Transperson.

Heute bemühen sich sehr zu meinem Leidwesen beide Seiten die bestehenden Schnittmengen zu ignorieren. Beide Seiten übersehen dabei, dass wir denselben Kampf gegen die Verachtung allen als weiblich gewerteten führen. Aber das war jetzt nur eine Abweichung vom Thema.

Ich bitte alle Mädels und Jungs oder einfach queere Menschen zu sehen, dass Zahlen veränderbar und oft von dere eigenen Wahrnehmung gefärbt sind.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

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