Ehe für alle
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natürlich männlich und weiblich
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Olivia
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Ehe für alle

Post 1 im Thema

Beitrag von Olivia » Fr 12. Jun 2015, 11:18

Hallo in die Runde:

Im Newsletter der Giordano-Bruno-Stiftung habe ich folgendes gelesen:

Frau Merkel, öffnen Sie die Ehe für alle!“: Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt den Aufruf des LSVD

Auf der Konferenz „Give Peace A Chance“, die vom 22.-24. Mai in Köln stattfand (siehe vorangegangenen Newsletter), haben Vertreter der Giordano-Bruno-Stiftung zusammen mit irischen Säkularisten den sensationellen Erfolg des Referendums zur Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften in der Ehe gefeiert. Wenige Tage später startete der Lesben-und Schwulenverband Deutschland (LSVD) zusammen mit „Campact!“ eine entsprechende Initiative für Deutschland, die von der Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt wird.

Weitere Informationen:

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/m ... -fuer-alle

Gruß in die Runde

Anne-Mette
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Re: Ehe für alle

Post 2 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 10. Jul 2015, 13:43

Moin,

hier ein aktueller Text, der beschreibt, wie der Bundesrat, unsere Ländervertretung dazu steht:

Länder fordern Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Lebenspartner

Die Länder haben in ihrer Sitzung am 10. Juli 2015 den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bereinigung des Rechts der Lebenspartner beraten. In ihrer Stellungnahme machen sie deutlich, dass der Entwurf begrüßenswert aber nicht ausreichend ist, da er die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare in wesentlichen Rechtsgebieten – wie zum Beispiel dem Adoptionsrecht – ausspart. Die Länder halten die Öffnung der zivilrechtlichen Ehe für geboten, um alle rechtlichen Diskriminierungen abschließend zu beenden. Sie verweisen daher auf ihre am 12. Juni 2015 gefasste Entschließung für eine vollständige Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Paaren (BR- Drucksache 274/15 (Beschluss)).

Die Stellungnahme geht nun an die Bundesregierung, die sie mit einer Gegenäußerung an den Bundestag weiterleitet.

Gruß
Anne-Mette

Olivia
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Re: Ehe für alle

Post 3 im Thema

Beitrag von Olivia » Mi 29. Jul 2015, 21:05

Hallo,

in einer Diskussion zum Thema habe ich folgendes gelesen:
"Wenn das Thema Ehe für alle aufgegriffen wird, sind, wie immer, wenn man es in letzter Zeit las, mit "allen" dann doch nur wieder monogame hetero- oder homosexuelle Paare gemeint. Polyamoren Menschen, die in aus mehr als zwei Personen bestehenden Beziehungskonstellationen leben, sollen der staatliche Segen und die damit verbundenen materiellen und juristischen Privilegien in diesem Modell der "Gleichberechtigung" ebenso verwehrt bleiben, wie Paaren, die aus den unterschiedlichsten Gründen zwar zusammenleben, aber nicht heiraten können, wollen oder dürfen. Die größte Gruppe, die durch das Konzept der Ehe für alle diskriminiert wird, sind aber die Singles. Menschen, die ungewollt oder aus eigener Entscheidung heraus allein leben, sind dadurch benachteiligt. Fazit: Echte Gleichberechtigung kann es mit einer Ehe für alle nicht geben, sondern nur mit einer "Ehe für niemand".

Fand ich einen interessanten Aspekt...

Liebe Grüße von Olivia

LanaX
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Re: Ehe für alle

Post 4 im Thema

Beitrag von LanaX » Mi 29. Jul 2015, 22:25

Mal eine ganz einfache Frage:

Warum ist die "Ehe für alle" so erstrebenswert? Bzw. warum kann dieser Begriff "Ehe" nicht bleiben
wie er mal "entworfen" wurde und für neue Entwicklung denkt man sich eben ein anderes Wort aus, mit
rechtlicher, steuerlicher... etc. Gleichstellung?
Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin sehr für Gleichstellung, Gleichberechtigung und vor allem
Gleichbehandlung, aber manchmal glaube ich auch, dass heute einfach über alle Traditionen drübergebügelt
wird...
Ich bin auch kein Christ und hänge auch nicht im Speziellen an der Tradition "Ehe", aber für mich ist
es ein gutes Beispiel für eine eher beunruhigende Entwicklung:

Gleichgeschlechtliche Paare waren in der Vergangenheit stark benachteiligt. Bedeutet dies jetzt, dass
alles nach ihrem Willen gleichgestellt werden sollte ohne Rücksicht auf andere Mitmenschen?
Damit will ich sagen, dass es doch ein Kompromiss wäre, wenn jeder eine "eingetragene Lebensgemeinschaft"
(oder eine besser klingende Bezeichnung) mit allen Rechten (Adoption, Steuerkram etc...) und Pflichten
eingehen darf, aber die "Ehe" bleibt dann eben die Bezeichnung für Mann und Frau (dann sind hoffentlich
auch die Konservativen zufrieden).

Hm, irgendwie hab ich mich gerade einfach nur gefragt, ob ein konservativer Mensch nicht auch das Recht
hat, konservativ zu sein und zu bleiben? Vielleicht hat mich auch der Sonnenanbeter-Thread etwas beschäftigt
gerade...

Ich bin eben für mehr Toleranz in unserer Welt. Toleranz gegenüber Leuten außerhalb der Norm, wie z.B. uns
in diesem Forum ;) ,aber eben auch Toleranz von unserer Seite für andere Sichtweisen!

Oops, das sollte wirklich eigentlich nur eine kurze Frage werden :D

Vielleicht könnt ihr mit meiner Philosophiererei ja etwas anfangen ;)

Liebe Grüße
Lana

Olivia
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Re: Ehe für alle

Post 5 im Thema

Beitrag von Olivia » Mi 29. Jul 2015, 22:38

Hallo Lana,

ich sehe es so: Bei der Diskussion der "Ehe für alle" und bei meinem vorhin geschriebenen Diskussionsbeitrag, der mit "Ehe für niemand" endet, geht es ja im Kern um die Frage der Gleichberechtigung. Nur ist das eben nicht so einfach, insbesondere dann, wenn die bisher Privilegierten nun die Gleichstellung mit dem Rest der Gesellschaft nicht wahrhaben möchten und sich deshalb oder auf Grund konservativer oder religiöser Weltanschauungen mit Änderungen nicht wirklich anfreunden können.

Liebe Grüße von Olivia

Andrea aus Sachsen
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Re: Ehe für alle

Post 6 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Mi 29. Jul 2015, 22:55

.
LanaX hat geschrieben:Warum ist die "Ehe für alle" so erstrebenswert? Bzw. warum kann dieser Begriff "Ehe" nicht bleiben
wie er mal "entworfen" wurde und für neue Entwicklung denkt man sich eben ein anderes Wort aus, mit
rechtlicher, steuerlicher... etc. Gleichstellung?
Lana hat hier das ausgesprochen bzw. aufgeschrieben, was ich mir schon lange denke. Gleiche Rechte und Pflichten für jegliche Art von Lebenspartnerschaft: ja. Der gleiche Begriff dafür: nein.
In bestimmten Situationen ist es doch erforderlich zu differenzieren und da wäre meines Erachtens ein neuer prägnanter Begriff sinnvoller als immer nur von traditioneller, gleichgeschlechtlicher und eventuell noch anderen Formen der Ehe zu sprechen.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

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Re: Ehe für alle

Post 7 im Thema

Beitrag von LanaX » Do 30. Jul 2015, 08:45

Genau, Andrea! Für mich sind Gleichstellung und Differenzierung eben keine Gegensätze...
Ansonsten bedeutet Gleichstellung nämlich Gleichmachung! Ähnliche Entwicklungen gibts
meiner Meinung nach bei der Emanzipation... Gleichberechtigung von Mann und Frau und allen
Menschen JA! Aber Gleichmachung NEIN! Mann und Frau sind nun mal unterschiedlich und das
bereichert in meinen Augen die Gesellschaft.

@Olivia: Ich finde bei dieser ganzen Diskussion sollte man auch bedenken, dass das Konzept der
Ehe schon auch noch irgendwie der Fortpflanzung dient. Zumindest von der idealisierten Idee her,
dass sich hier zwei Menschen aneinander binden um gemeinsam etwas aufzubauen (inklusive Kindern).
Daher passen Singles meiner Meinung nach nicht in diesen Vergleich.

Liebe Grüße
Lana

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Re: Ehe für alle

Post 8 im Thema

Beitrag von LanaX » Do 30. Jul 2015, 11:13

Liebe Kornelia,

deine Aussagen hier sind mindestens so weit von einem guten Kompromiss entfernt wie meine...
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Jemanden mit transsexueller Vergangenheit, Transmann oder
Transfrau zu nennen, ist Diskriminierung, es sei denn, der oder diejenige bezeichnet sich selbst
so. Also ist deine Beispiel-These nicht nur unausgegoren, sondern völlig daneben...

Ein gleichgeschlechtliches Paar ist erkennbar zu unterscheiden von einem Paar bestehend
aus Mann und Frau (ja auch mit transsexueller Vergangenheit...). Warum kann man nicht einfach von
Partnerschaft sprechen statt von Ehe? (mal so als Beispiel) Und wie du vielleicht auch gelesen hast, geht
es mir nicht um die Ehe, sondern um den Unterschied zwischen Gleichstellung und Gleichmachung
beim Abbau von Diskriminierung generell...

Und was die Biologie angeht, danke, dass du nochmal die Lehrmeisterin für mich gespielt hast, ich
hatte fast vergessen, wie das mit der Fortpflanzung funktioniert...

Was du bei deinem Zitat weggelassen hast, ist der nächste Satz, indem ich von einer "idealisierten Idee",
nicht von einer allgemeingültigen sprach. Man kann natürlich immer, wenn es eine abweichende Meinung
gibt, alle Passagen heraussuchen, die man umdrehen kann und zynisch oder beleidigend werden.

Das ist aber nicht zielführend...

In diesem Sinne wünsche ich dir und allen anderen hier noch einen schönen Tag
Lana

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Re: Ehe für alle

Post 9 im Thema

Beitrag von LanaX » Do 30. Jul 2015, 13:12

Du siehst wirklich nur deine Seite der Medaille. Warum gleichgeschlechtliche Paare erkennbar sind?
Fragst du das ernsthaft?

Dir ist klar, was das Wort "erkennbar" bedeutet und, dass dies nichts mit Diskriminierung zu tun hat?

Ein Rollstuhlfahrer ist auch "erkennbar", weil man dies nun mal sieht. Und um es dir gleich vorweg zu
nehmen, das ist nur ein Beispiel und soll nicht heißen, dass ein Zusammenhang zwischen gleichgeschlechtlicher
Ehe etc. und einer Behinderung besteht.
Kornelia hat geschrieben:
Die Frage, die sich mir stellt, warum ist ein gleichgeschlechtliches Paar erkennbar zu unterscheiden von einem Paar bestehend
aus Mann und Frau (ja auch mit transsexueller Vergangenheit...)? Eine Ehe oder auch eine Lebenspartnerschaft ist Bund zweier Menschen, ob transsexuell oder nicht, ist hier irrelevant!
Damit hast du dich gerade selbst disqualifiziert. Ich habe geschrieben, dass Transsexualität hierbei irrelevant ist (Kommentar in Klammern).
Du wolltest daraus lesen, dass Transsexualität jetzt auch noch wieder unterschieden werden muss...
Dein Absatz beginnt aber mit der Thematik von gleichgeschlechtlichen Paaren. Da müsste es doch zumindest korrekt heißen:

"ob homosexuell, heterosexuell oder transsexuell ist hier völlig irrelevant..."

Witzigerweise sind wir uns bei dem Ziel einer möglichst diskriminierungsfreien Welt einig. Ich musste das jetzt trotzdem nochmal
loswerden, da ich deine Art in dieser Diskussion sehr herablassend und überheblich finde...

Lana

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Re: Ehe für alle

Post 10 im Thema

Beitrag von LanaX » Do 30. Jul 2015, 15:04

Tut mir Leid, aber ich finde in deinen Beiträgen keine Fragen außer:
Kornelia hat geschrieben:ähm .... Maskulinisten anywhere?
und
Kornelia hat geschrieben: Die Frage, die sich mir stellt, warum ist ein gleichgeschlechtliches Paar erkennbar zu unterscheiden von einem Paar bestehend
aus Mann und Frau (ja auch mit transsexueller Vergangenheit...)? Eine Ehe oder auch eine Lebenspartnerschaft ist Bund zweier Menschen, ob transsexuell oder nicht, ist hier irrelevant!
Letztere habe ich beantwortet mit einem Beispiel, was für mich
Erkennbarkeit bedeutet.

Nun zu deiner letzten Frage:

Wie ich jetzt mehrfach geschrieben habe, warum z.B. beim Thema
Ehe, gleichstellen und trotzdem anders nennen?
LanaX hat geschrieben:Für mich sind Gleichstellung und Differenzierung eben keine Gegensätze...
Ansonsten bedeutet Gleichstellung nämlich Gleichmachung!

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Re: Ehe für alle

Post 11 im Thema

Beitrag von LanaX » Do 30. Jul 2015, 15:33

Ich finde es auch erstaunlich, dass du meine Antwort scheinbar nicht verstanden hast/verstehen willst.
Deine letzte Antwort zeigt mir außerdem, dass du an einer Diskussion gar nicht interessiert
warst... Viel Spaß bei deinem Suaheli-Kurs.

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Re: Ehe für alle

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 30. Jul 2015, 15:41

Moin,

so - nun reicht es wohl )))(:

Gruß
Anne-Mette

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Re: Ehe für alle

Post 13 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 30. Jul 2015, 19:00

Irgendwie läuft da einiges durcheinander und nebeneinander her. Erstmal der Bezug zu "wie es schon immer war" oder schlimmer noch "wie Gott sie gewollt hat". Sorry, aber die Beschränkung auf die heterosexuelle EInehe ist da schon in der mehrtausendjährigen Geschichte der abrahamitischen Religionen eine ziemlich neue Erfindung. Von anderen Kulturen mal ganz zu schweigen.

Darum geht es aber nicht. Es geht um die eheliche Lebensgemeinschaft nach BGB, denn daran hängen Rechte und Pflichten der EhepartnerInnen. In D gibt es die Zivilehe erst seit 1876 und wurde häufig genug angepasst. Nicht zuletzt nach 1969. Seitdem sind Ehefrauen in Job-, Konto- und anderen Fragen nicht mehr der Gnade ihres Gatten unterworfen.

Traditionell, also aus der eingeschränkten, verallgemeinerten Sicht früherer bürgerlicher Mehrheiten, wurden zwei verschiedene Themenbereiche in den Rechten und Pflichten zusammengefasst:
1) Die Fürsorge der Eheleute füreinander (steuerliche Regelungen, Vollmachten, Gütergemeinschaft, Rente, Erbrecht, Besuchs- und andere Rechte im Krankenhaus, etc.),
2) Die gemeinsame Erziehung von Kindern.

Wer also rational gegen die "Ehe für alle" im Sinne von "zwei mündige Erwachsene egal welchen Geschlechts schliessen einen Vertrag nach BGB" argumentieren will, muss schlüssig darlegen, welche Rechtsgüter diese Freigabe verletzen würde oder welche Nachteile den bisherigen Hetero-Ehepaaren oder anderen entstehen würden.

Bei Punkt 1 sehe ich keinen einzigen Ansatzpunkt. Es kostet niemanden irgendwas mehr. Es entlastet sogar Pflegesysteme aufgrund gegenseitiger Fürsorgepflicht - und es erspart Paaren und anderen viel Leid und Ärger, beispielsweise im Krankheitsfall.

Punkt 2 wird immer wieder von Konservativen angeführt. "Ein Kind braucht Vater und Mutter", "Rollenvorbilder beider Geschlechter", etc. Allein, erstens sieht die heutige Realität anders aus: Alleinerziehende, Geschiedene mit gemeinsamem Sorgerecht, etc. Die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie ist nicht mehr die Norm und es wäre idiotisch, alle anderen Formen zu ignorieren.

Zweitens braucht es in der Tat "ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen", also mehr als zwei Bezugspersonen. Das sind Großeltern, Familien, Freunde der Eltern und Kinder, Eltern, Gleichaltrige und deren Familien, etc.

Drittens hat bisher jede seriöse Untersuchung zum Thema Kindeswohl in gleichgeschlechtlichen Paaren ergeben, dass der wichtigste Faktor für das Kind nicht das Geschlecht der direkten Bezugspersonen ist, sondern a) deren Zuneigung und b) die Qualität ihrer Partnerschaft.

Anders gesagt ist der Stand der Wissenschaft: Im Mittel geht es einem Kind in einer liebevollen Homobeziehung besser, als in einer konfliktgeprägten Hetero-Ehe.

Inzwischen werden die Gesetze und Vorschriften bzgl Kindesfürsorge nach und nach aus dem Ehebezug gelöst, um Alleinerziehende und Patchwork-Familien besser abzudecken. Ich halte das für sinnvoll, wenn es tatsächlich um die Kinder geht um nicht um ein Bauchgefühl wie bei Merkel.

Welche Fälle von Kindern in Ehen könnten jetzt auftreten?
a) einer der Partner hat eigene Kinder und geteiltes Sorgerecht. Easy. Das bleibt so, solange der andere biologische Elternteil auch das Sorgerecht hat.

b) einer der Partner hat eigene Kinder und das alleinige Sorgerecht. Das wäre übrigens auch bei einzeln adoptierten oder (bei Frauen) anonym gezeugten Kindern der Fall. Hier wäre es ja wohl sinnvoll, genau wie bei Heteroehen zu prüfen, ob durch Adoption o.ä. der Ehepartner nicht auch sorgeberechtigt ist. Alles andere führt zu überflüssigem, alltäglichem Chaos, angefangen vom zur Schule bringen bis zu Arztbesuchen.

c) beide sind kinderlos und möchten Kinder adoptieren. Ja warum nicht? Adoption ist hierzulande so reglementiert und überprüft, dass nicht mal alle Heteropaare die Voraussetzungen erfüllen.

Fazit: Gegen eine Freigabe der Zivilehe für zwei erwachsene, mündige Menschen beliebigen Geschlechts spricht aus meiner Sicht kein einziges rationales Argument. Gegenseitige Fürsorge nimmt niemandem etwas, nützt dem sozialen Frieden und dem individuellen Wohl, und alles was Kinder betrifft muss sowieso schon wegen der vielen nicht-hetero-Einehe-Erziehungs-Strukturen von der Ehe getrennt werden.

Was die Kirchen und Religionen machen, wen sie also religiös verehelichen, ist ohnehin deren und eine ganz andere Sache.

Jaddy

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