Das Geschenk
Das Geschenk - # 3

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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robotobo

Re: Das Geschenk

Post 31 im Thema

Beitrag von robotobo » So 18. Okt 2009, 08:12

Hallo Freundinnen,

die story geht weiter. Viel Spaß weiterhin.

))):s LG Robotobo )..)c


Ein Wiedersehen

Das Telefonat mit der psychologischen Praxis hatte länger gedauert. Der Assistent der Psychologin bot mir einen Termin im August an. So lange wollte ich nicht warten. Mein Fall war dringend. Ich redete mit Frauenzungen auf ihn ein, skizzierte kurz meine Folter, meinen Angsttraum, schilderte die Gefahr meine Kindheitserinnerung zu verlieren. Kurz, ich blockierte die Leitung. Das missfiel dem Assistenten wohl. Plötzlich hatte ich die Psychologin am Apparat. Sie klang wie ein Echo im Hochgebirge, alles was ich hektisch hinauswarf kam mit kurzer Verzögerung kühl zurück. Letztlich bekam ich einen Abendtermin noch am Freitag derselben Woche; zum besonderen Preis. Es war mir sehr recht.

Danach war die Zeit knapp. Die Geschäfte würden in neunzig Minuten schließen. Ich fuhr mit dem Honda in unser zentrales Kaufhaus, parkte in der Tiefgarage und eilte zum Fahrstuhl. In der Damenabteilung, 2. Stock, trat ich wieder aus. Mir direkt stand eine groß gewachsene Verkäuferin. Sie lächelte mich mit großen Augen an. Ich musste wohl sehr staunen. Sie legte ihren Kopf ein wenig schief und lächelte weiter. Irgendwie süß, so kannte ich sie gar nicht. Es war Doreen. „Doreen, was machst du denn hier?“ – „Na, ich arbeite hier, Charly.“ – „Wie kommt es dazu?“ –„ Ach, die Stelle hier war wohl frei. Meine Sachbearbeiterin auf der Agentur schob sie mir zu. Eine alte Bekannte, eigentlich hätte sie so ´nen Hartz-IV-Fall loswerden müssen. Nun alte Verbundenheit zahlt sich aus. Letztlich war es Zufall. Wenn ich am Telefon verkaufen kann, dann auch hier direkt an den Kundinnen.“ Sie lachte. Ihre Fröhlichkeit steckte mich an. Das tat mir richtig gut. „Hast du mich erwartet.“ – „Ja, schon seit einer Stunde schau ich immer mal wieder hier am Aufzug nach. Heike hatte mir eine SMS geschickt. `Charly kommt nachher; als Frau!´ Das hat mich neugierig gemacht.“ – „A – ha“ Sie hakte mich unter, zog mich mit und erklärte, „du brauchst einen schicken Stiftrock. Ist vielleicht etwas ungewohnt, aber ein tolles Sekretärinnen-Dress. Als weiteren Rock empfehle ich dir einen in der A-Linie geschnittenes Modell, ohne Falten, aber mit Seitenschlitz. Dazu suchen wir dir schicke, interessant geschnittene Blusen aus.“ - „Wird das nicht furchtbar teuer?“, fragte ich mit einem Stirnrunzeln. „Lass das, gibt Falten. Du, das bezahle ich mit meiner Karte. 30% billiger – Personalpreis. Ich hab gehört, du hast dich für mich beim Alten eingesetzt. Danke, das zu hören, tat mir gut.“ Sie gab mir einen Kuss auf die Wange.

Wir hatten viel Spaß. Sie schleppte verschiedene Modelle an, Blusen in vielen Farben, mit Fransen, Bändern, Raffungen und Falten. Ich musste immer wieder wechseln, vor ihr hin und her gehen. „Charly, du hast einen Klasse Schenkelschluss. Die Hüften noch ein wenig mehr einsetzen. Das gibt einen schönen Po - In diesem Rock kommt dein Gang am besten zur Geltung.“ Ich kaufte, wir kauften, einen violetten Rock in A-Linie und ein klassischen Stiftrock im damals modischen Fischgrätdesign. Zum violetten Rock eine schwarze Bluse mit einer Schmetterlingsraffung. Weitere Stücke wie ein Twinset, weiße Blusen und Shirts mit langen und kurzen Armen kamen hinzu. Doreen bezahlte mit ihrer Karte. Ich gab ihr das Geld gleich zurück. „Vielleicht noch eine neue Perücke?“ Doreen betrachtete mit Skepsis meinen Kopf. So bist du zu altbacken. Dieses Wort hatte ich lange nicht mehr gehört. „Nur woher um diese Zeit?“ – „Eine alte Bekannte von mir, betreibt nach 20 Uhr noch ein Zweitgeschäft im HInterraum ihres Geschäfts. Versuchen wir es dort." Ich stellte schnell fest, Doreens Bekannte kannte auch ich: Melly. Schon als wir in meinem Honda fuhren, war mir Melly in den Sinn gekommen. Von meinem letzten to go Besuch erinnerte ich mich an einen Blick auf ein Seitenfenster. Perücken wurden in den Auslagen präsentiert.

„Ach Charly, Hallo Doreen“, Melly begrüßte uns wie alt bekannte Stammkundinnen. Doreen ergriff die Initiative: „Unsere Charly sollte besser performen können. Ich dachte, hier finden wir eine schicke Perücke für sie.“ –„Na, klar – ich helfe euch gerne.“ Melly blickte auf meine Hände: „Na, etwas länger könnten die Nägel wohl sein. Setz dich ruhig in, ich mach mich gleich dran. Doreen sucht dir inzwischen neues Haar aus. Oh, sie hat wirklich Gespür für das passende Teil.“ Ich konnte gar nichts sagen. Melly griff mir um die Hüfte, zog leicht an mir und bugsierte mich sanft in Richtung der wohlbekannten Hüftschale. Ich saß wieder sehr bequem. Sie massierte mir die Schläfen, ich entspannte, sackte leicht weg und Melly verschönerte meine Hände. „Du wirst dich schnell daran gewöhnen, damit zu tippen. Dein Chef wird das sicher sexy finden.“

Doreen kam mit zwei Modellen zurück; einem blonden und einem rothaarigen. „Ich würde dir das rote Haar empfehlen. Das harmoniert sicher bestens mit deinem Hautton.“ Der tizianrote Ton gefiel mir, die Haare reichten bis an den Hals und hinten bis zum Nacken. Der Pony war leicht gefranst. Das sah frisch und dynamisch aus. Nachdem die Fingernägel getrocknet waren, probierte ich sie an. Doreen stieß spontan ein, „Schön“ aus, trat hinter mich und flüsterte mir ins Ohr, „am Liebsten ginge ich mir dir gleich in ein Separée“. Ich ging dann an die Kasse und bezahlte Melly. Sobald ich mein Portemonnaie aus meiner Handtasche gezogen hatte, wurde mir mein baldiger finanzieller Engpass bewusst. Meine Laune verschlechterte sich. „Was ist mit dir, war ich zu frech, entschuldige.“ Doreen hatte es wohl bemerkt. „Hast du noch Zeit für ein Bier. Dabei erzähle ich dir, was los ist.“ Und ob Doreen Zeit hatte.

Wir fuhren in einer unserer städtischen Kneipen. Wir fanden noch einen kleinen Tisch in einer hinteren Ecke. In schummeriger Beleuchtung, umgeben von einem Stimmengewirr, welches noch von lauter Musik übertönt wurde, begann ich mit meiner Geschichte. Dass sie die Musik in den Kneipen aber auch immer so laut einstellen mussten. Ich rückte nah an Doreens linkes Ohr, sonst hätte sie kaum etwas verstanden. Ich erzählte ihr meinen Urlaub und wie es dazu kam, dass er in meinen Alltag hinein verlängert werden musste. Sie staunte. „Das hätte ich dir nicht zugetraut. Echt mutig, so beim Alten aufzulaufen.“ Sie hatte allen Grund so zu reden, und hätte sicher noch tiefer in ihren Fluchschatz greifen können. „Ja weißt du, das fiel mir vorhin beim Bezahlen ein, jetzt kürzt er mir den Lohn und ich weiß nicht wie ich weiterhin auskommen soll. Auf das Einkommen meiner Frau scheine ich auch nicht zurückgreifen zu können. Ich weiß nicht einmal, wo sie gerade ist.“ –„Ach, mach dir mal nicht allzu viele Gedanken. Die kommt bestimmt wieder. War wohl zu viel für sie. Jetzt muss sie sich erst einmal ein bisschen ausheulen und dann steht sie wieder vor deiner Tür. Wirst ´de sehen.“ Ich würde es gerne glauben. Wir tranken noch etwas, plauderten über Modestile – genauer Doreen machte auf Modesünden aufmerksam, die ich besser nie … - wir lachten. Spät kam ich nach Hause; für einen Arbeitstag zu spät. Auf dem Küchentisch lag eine Notiz von Carmen: „Wo bist du? Komme morgen Abend kurz vorbei.“



Nachricht von Carmen

Wo trieb sich Charly nur rum? War er wirklich zur Arbeit gefahren; mit seinen Brüsten als Frau? Die Vorstellung, wie er sich so unter seinen Kollegen aufhalten würde, war eine komische. Ich musste sofort in mich hinein kichern. Was blieb mir schon zu tun? Ich schrieb ihm schnell eine kurze Nachricht.

Sonntag hatte Nicole mich am Morgen abgeholt. Den Tag mit Charly verbringen zu müssen, das hätte ich mir nicht vorstellen können. Hätte er nicht anhalten können, musste er bei Rot über die Ampel ziehen? Von der Polizei verhaftet worden zu sein, auf widerliche Weise von einer hämisch grinsenden Polizistin, die einem Halloween-Verleih entsprungen zu sein schien, das war ganz übel. Wie die mich körperlich durchsucht hat! Mit einem feisten Grinsen zog sie sich die Latexhandschuhe und ging mir zwischen die Beine: „Wollen mir mal sehen, wie wir dein Kalb zu fassen bekommen, du blöde Kuh.“ Besonders widerlich fand ich die zweite Durchsuchung. Anschließend bekam ich wieder Handschellen angelegt und wurde ins Krankenhaus gefahren; zum Röntgen. Was hatte ich Panik, dass mich die Kollegen erkennen würden. Zum Glück war die Nachtschicht in der Röntgenabteilung neu und wir mussten nicht durch die chirurgische Ambulanz. Dass mich keiner sehen konnte, wusste ich aber erst hinterher, als ich wieder im Fond des Polizeiwagens saß und durch die Vergitterung nach vorne blickte. „Das nützt dir alles nichts. Dein Schätzchen wird sicher auspacken. Da bist du mit dran!“ Die Polizistin freute sich über ihren Coup.

Nicole war ganz entsetzt, als sie hörte, sie müsse mich bei der Polizei abholen. Als ich ihr alles erzählt hatte, unter Schluchzen und Weinkrämpfen, war sie noch mehr entsetzt. Sie spendete mir Trost, nahm mich in ihre Arme, streichelte meinen Kopf, massierte meinen Rücken. Ich spürte, an mir sei noch alles dran, und ich fühlte, ich war gut dran. Wir schliefen wieder zusammen. Ich war wieder lebendig. An Charly mochte ich nicht denken.

Als ich am Montag wieder in der Ambulanz anfing, sprachen weder der Ober-, noch der Chefarzt mich auf den Vorfall von Samstagnacht an. Diese Peinlichkeit blieb uns allen erspart. Meine Kollegin konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Das war schon in Ordnung. Am frühen Abend fuhr ich bei Charly vorbei. Ich wollte nur kurz sagen, wo ich war und sehen wie es ihm ging. Die Mätzchen aus dem Urlaub, ihn als Frau anzureden, wollte ich nicht mehr mitmachen. Aber er war nicht da. Obwohl ich dachte, ich sei in Nicole verliebt – nein, ich war es ganz sicher – spürte ich ein klein wenig Eifersucht; Alte Gewohnheit halt.


Neue Arbeit

In den nächsten Tagen ereignete sich nicht so viel. Mein Chef rief mich kurz vor der Frühstückspause in sein Büro: „Schick siehst du heute wieder aus. Der Rock und die schwarze Bluse gefallen mir an dir. Ich würde solch einen Fummel ja nie anziehen. Mancher Kerl sieht darin ganz schnuckelig aus, so wie du.“ Und er grinste breit. „Dreh dich mal!“ Warum nur kuschte ich so vor Autoritäten? Ich tat es. „Klasse, Figur - sogar mit Taille.“ – „Was wollen sie denn überhaupt von mir?“ – „Ach Charly, ich bin ja kein Unmensch. Kurz, du brauchst sicher mehr Geld.“ Wollte er mir plötzlich doch mein altes Gehalt fortzahlen. „Die Kürzung kann ich nicht zurücknehmen. Ich könnte aber hier im Büro, zumindest zeitweise, eine Sekretärin brauchen. Nach Feierabend kommst du her und tippst mir Geschäftsbriefe, legst Excel-Dateien an und tippst meine Buchführung. Halber Riese extra, ohne Steuern?“ Überstunden als Schwarzarbeit? Ich nickte, „gut Chef“. – „Na dann bis heute Nachmittag, und mach mir die Frauen hinten nicht kirre“, er lachte laut. Immerhin, auf diese Weise käme ich wohl erst mal so einiger Maßen über die Runden.

Heike und Kathy erzählten mir, wie sie Doreen eingeweiht hatten. Wir alberten mit einigen Kunden, hatten aber so viel zu tun, dass wir kaum Zeit für anders hatten. Selbst mithören, war an dem Tag nicht. Das sollte an den nächsten Tagen nicht anders werden. Es schien so, als hätte es sich in unserer Kundschaft verbreitet, es gäbe da eine neue, interessante Stimme in der Hotline von virbusters. Nach Feierabend ging ich ins Büro des Chefs. Heike und Kathy merkten davon nichts. Sie hatten etwas früher Feierabend gemacht. Ich war entsprechend noch abgekämpft, von den vielen Beratungen, die ich noch in der letzten halben Stunde entgegennehmen musste. Bei den meisten Problemen verstand ich nicht, warum die Jungs sich nicht selbst zu helfen wussten. Mein Chef wies mich kurz in die Arbeit ein. Ich tippte drei Stunden lang Daten aus einem Aktenordner in verschiedene Excel-Dateien ein. Der Chef schaute mir immer wieder über die Schulter. Ich war aber so vertieft in die Arbeit viel merkte ich nicht.

Abends kam Carmen kurz vorbei. Sie sagte nur, sie wohne bei Nicole. Sie sei verliebt. Sie wisse nicht, was würde. Sie wünschte mir Glück. Sie würde sich wieder melden. Irgendwie war mir das ziemlich gleichgültig. Hinterher, als sie wieder weg war, fühlte ich mich schäbig. Was es aus zwischen uns? Ich würde mir eine neue Wohnung suchen, das Haus gehörte den Eltern von Carmen. Für alle Fälle würde ich mir eine neue Wohnung suchen. Ich duschte mich noch ausgiebig. Ich genoss es mich einzucremen. Ich verwöhnte meinen Körper. Ich strich die Anspannungen des Tages aus mir heraus. Ich klopfte die Härte der Überstunden weich. Ich Schlafzimmer setzte ich mich nackt aufs Bett und betrachtete mich im Spiegel. Mit der neuen Perücke und meinen hübsch hängenden Brüsten sah ich sehr feminin aus. Die leisen Selbstgefühle als Frau meldeten sich wieder, diesmal etwas kräftiger. Ich berührte zart meine linke Brust und schloss kurz meine Augen. Ein wonniges Gefühl wogte hinter meiner Stirn. Ich spürte mehr, dass beglückte mich. Ich stellte die Perücke auf ihren Ständer, entledigte mich des Perückencaps, zog mein Nachthemd an und schlief bald ein.


Die beiden nächsten Tage verliefen in einem merkwürdigen Trott. Meine morgendliche Gesichtspflege ging mir flott durch die Hände. Das Hantieren mit Cremes, Pinselchen, Puder und Lippenstift fiel mir leicht. Ich hatte Spaß daran, mich zu verwandeln. Zum Schluss kontrollierte ich mich im Spiegel. Was ich sah, gefiel mir gut; So frisch, so wach, so ausdrucksstark. Im Büro verstand ich mich weiter gut mit meinen Kolleginnen. Die Jungs in der Technik rissen weiter ihre Sprüche und gelegentlich grinsten sie dreckig. Die Schwarzarbeit machte den Tag lang.

Freitag fuhr ich wieder zum Pilates. Mit meinem Chef hatte ich ausgemacht, dass ich die Mittagspause vorziehen könnte und die Fehlzeit nacharbeiten würde. Er war unerwartet kooperativ gewesen. Ich sollte den Preis noch bezahlen müssen, nachlöhnen. Lioba fragte mich in der Umkleide vor den anderen Mädels, „na Charly, hat dir das Dirndl gepasst?“ Allgemeines Gelächter. „Wir hätten dir natürlich auch passendere Röcke anbieten können. Du sahst nur so süüß aus in dem Dirndl.“ Sie lachte noch einmal. „Der Spaß musste sein. Letzte Woche hast du uns doch ziemlich genarrt. Wir fanden viel ist nicht passiert. Also Schwamm drüber. Schön, dass du wieder da bist.“ Es war nicht ganz so, wie beim letzten Mal. Die Frauen betrachteten mich eindringlich. Auch nach der Stunde waren sie etwas zurückhaltender, dabei aber nicht unfreundlich. Sie duschten nicht, sondern zogen sich rasch um und verabschiedeten sich. Lioba wollte mich am Abend anrufen.

Ich ging in die Dusche und betätigte den Warmwasserhebel. Ich hörrte die Tür zur Dusche leicht quietschen. Eileen, unsere Trainerin, trat herein. „Hallo Charly, du duschst gerade?“ Sie ging auf die Dusche neben meiner zu. Ich sagte hallo und duschte weiter. Im nächsten Moment spürte ich Eileens Hand an meiner Hüfte, meinen Bauch betastend. „Die Muskeln könnten strammer sein.“ Sie umarmte mich von hinten und flüsterte mir ins Ohr. „Das habe ich auch mit den anderen gemacht. Du willst doch in meiner Gruppe bleiben?“ Ich hätte einfach nur die Dusche ausstellen müssen und gehen können. Warum tat ich es nicht? Konnte ich mich Frauen nicht entziehen, die einen dominanten Ton in ihrer Stimme trugen? Wie kam das? Eileen hob meine Brüste an. „Fühlt sich echt an. Ich hab gehört, du wärst eine Gefakte. So eine hatte ich noch nie hier.“ Sie griff mir an den Po. „Knackig ist er schon, geht aber noch mehr. Wenn du schön werden willst, musst du wiederkommen.“ Sie streichelte meinen Po und wiederholte den letzten Satz tranceartig. Ich fühlte mich ein wenig entrückt. Sie drehte mich vor sich, griff mit beiden Händen auf meinen Kopf und drückte ihn hinunter. Ich glitt ihren Busen hinab, ihren kräftigen Bauch entlang – sie hatte ihr Powerhouse angespannt – „jetzt bläst du mir einen.“ Sie hielt meinen Kopf zwischen ihre Schenkel und bewegte ihr Becken vor und ein wenig zurück. Mit einer Hand stellte sie das Duschwasser an. Ich wusste nicht, was mir geschah. Ich merkte nicht, wie lange es dauerte, wie in Trance. Als sie mit mir fertig war, hob sie mich wieder auf und gab mir einen Kuss. „Willkommen in meinem Club.“

Ich musste mich eilen, noch einigermaßen pünktlich zur Arbeit zurück zu kommen. Kathy blickte mich verwirrt an, nachdem ich mein Headset aufgesetzt hatte. „Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“ Die Geschichte konnte ich nicht erzählen. „Setz wenigstens dein Set gerade auf.“ Da merkte ich, dass es nur links auf meinem Ohr saß, rechts hing es noch darüber. Mein Chef gab mir früher frei. Die Überstunden fielen aus. Ich fuhr nach Haus. Abends würde ich zur Psychologin fahren. Ich hatte das bitter nötig.


Psycho – Rätsel

Ich duschte mich, cremte mich ein, kleidete mich mit dem violetten Rock und einer weißen Bluse. Dazu trug ich neue violette Ballerinas. Am Nachmittag hatte ich sie mir noch gegönnt. Die Psychologin öffnete mir selbst. Ihr Assistent hatte frei. „Sind sie sicher, dass sie bei mir richtig sind. Ich bin nicht als Gutachterin für Transsexuelle tätig.“ War ich doch so auffällig. „Den scharfen Blick bringt mein Beruf mit sich. Sie sind schon sehr überzeugend. Nur nicht für mich. Vergessen Sie nicht, wir haben telefoniert.“ Sie lachte und hatte meine Irritation bemerkt. „Nein, nein“, setzte ich ein. „Nein, ich glaube nicht, dass ich das Geschlecht wechseln will. Ich brauche vor allem sehr schnell Hilfe. Ich fühle mich bedrängt. Etwas in mir drängt mich. Ich möchte wissen, was es ist. Und wohin es mich drängt. Und vor allem zunächst, warum bin ich plötzlich so passiv, in manchen Situationen so gelähmt.“ - „Nicht so schnell junger Mann, oder soll ich lieber sagen junge Frau?“ Ich überlegte kurz, es sprang aus mir raus: „Junge Frau, bitte junge Frau.“ – „Na ganz so jung sind wir nun auch wieder nicht.“ Sie bat mich auf ihre Couch und setzte sich an meinen Kopf. In Filmen hatte ich solche Szenen einst gesehen, ich suchte den Raum mit meinen Augen nach einer Kamera ab. Wo war der Regisseur?

„Fangen Sie an zu erzählen.“ Ich weiß auch heute nicht, woran es lag. Brachte es die entspannte Lage auf dem Rücken mit sich, dass ich ins Reden kam. War ist die mir abgewandte Psychologin, die sehr wohl aufmerksam zuhörte, die ich aber nicht sah. So schien es bald, als redete ich zu mir selbst. Ich entschied mich, zunächst von meinem Duscherlebnis zu erzählen. „Sie sind sicher, dass dies keine Halluzination war?“ –„Sie meinen ich habe alles nur geträumt, eine Art Tagtraum unter der Dusche?“ – „Nein, irgendwie fühle ich mich von dominanten Frauen angezogen, in der letzten Zeit ist mir das deutlich geworden.“ – „Gab es einen Anlass?“ Ich erzählte ihr von meinen Kindheitserinnerungen. „Dass haben sie plötzlich erinnert? Sind sie sicher, dass sie nicht zu viel Freud gelesen haben, und dass nun mit einer lebhaften Phantasie auf sich beziehen. Spaß am Verkleiden scheinen sie ja zu haben.“ Ich protestierte entschieden. Ich betonte, die Erinnerungen hätten mich mit nachhaltigen Wirklichkeitsgefühlen zurückgelassen.

„Nun, sie sind also als Kind ihrer Schwester als Schwester zur Seite gestellt worden. Diese Gouvernante hat sie entsprechend bestraft? Und dann ist der Kontakt zu ihrer Schwester unterbunden worden?“ –„Ja, und so habe ich wohl alles allmählich vergessen. Andere Jugendtaten haben sich darüber gelegt.“ – „Nun gut, lassen wir das vorerst. Erzählen Sie mir, haben diese Anwandlungen, sich in Frauenkleidung zu schmeißen, erst vor kurzem angefangen oder haben sie es immer mal wieder gemacht, seitdem sie es als Kind zwangsweise tragen mussten?“ – „Nein, es muss jetzt gut ein Jahr her sein. Ich hatte plötzlich Lust – ach, sie wissen vielleicht, wie das ist.“ – „Nein, was, erzählen sie mir, bitte.“ Ich setzte fort. „So mit vierzig, vielleicht etwas später, fangen die Gedanken an. Jetzt sterbe ich jeden Tag ein wenig. Bis ich nicht mehr da bin. Und das soll alles gewesen sein?“ – „Sie sterben jeden Tag ein wenig – ist das nicht stark übertrieben für die midlife-crisis.“ – „Ich wollte nur sagen, eine tiefe Langeweile legt sich mit mächtigen Schatten auf mich.“ – „Und da entdeckten sie die Kleidung ihrer Frau?“ – „Ja, ich probierte zunächst Strumpfhosen an, die fühlten sich sexy an. Ich muss zugeben, es erregte mich zunächst.“ – „Ging sonst nichts mehr?“ Ich lachte, „nein, das war - ist kein Problem. Ich meinte auch nicht sexuell erregt, nur es fühlte sich aufregend an. Das legte sich aber schnell. Ich zog dann immer mal wieder einen der Röcke meiner Frau an, besorgte mir einen BH und betrachtete mich im Profil im Spiegel.“ – „Ah, ich verstehe.“ – „Immer wenn ich trüber Stimmung war, und meine Frau gerade nicht zu Hause, dann schlüpfte ich in die andere Kleidung. Fühlte mich neu, ein wenig als Frau. Ich wusste aber immer, hey du bist ein Mann.“ – „Das hat ihnen aber insgesamt Freude bereitet?“ – „Ja.“ – „Ich verstehe. Das was sie da gerade tragen, ich meine ihre künstlichen Brüste, ich kann gar nicht erkennen, wo die Übergänge sind, warum tragen sie die Brüste jetzt?“ – „Nun, dass ist eine lange Geschichte.“ Ich erzählte alles und die Zeit verstrich. „Das ist eine spannende Geschichte und sie sind sich sicher, dass sie nicht das Geschlecht wechseln wollen?“ – „Auch wenn mir das `Frausein´ aktuell Spaß bereitet, so fühle ich doch auch Unbehagen, weil ich immer mehr die Erfahrung mache, dominanten Personen, dominanten Frauen ausgeliefert zu sein. Aktuell denke ich auch, ich habe mich vor Jahren in meine Frau verliebt, weil ich intuitiv deren Dominanz gespürt habe.“ – „Sie bringen das alles mit ihrer Kindheit in Verbindung?“ – „Ich weiß es nicht so genau – deswegen bin ich ja auch hier. Ich bin mir nicht sicher, ob das alles nicht auch mit Persönlichkeitsveränderungen verbunden ist, welche mit meiner virtuellen Gestalt zusammenhängen.“ – „Sie meinen die Maskerade formt ihre Seele? Da kann ich sie beruhigen.“ – „Nicht die Maskerade, die neue Körpererfahrung, die veränderte Art mich zu bewegen, die neuen Tätigkeiten, die ich ausübe, ich spüre das verändert mich.“ – „Ich würde gerne mehr über ihre Kindheit wissen. Erzählen sie mir von ihrer Mutter.“ Da musste ich passen, ich erklärte warum. „Ich verstehe“, hörte ich wieder. „Schildern sie mir bitte noch einmal genauer, was sie unter der Ausgeliefertheit an Dominanz verstehen.“ – „Na ja, meine Frau z.B. hat mich in der ersten Woche schon fühlen lassen, unter ihrer Führung zu sein.“ – „Das hat sie geärgert.“ – „Sicher, ja. Aber das hat irgendwie nachgelassen. Ich füge mich in Anweisungen, in Entscheidungen anderer, ich scheine zu treiben und nur wenig Kontrolle zu haben.“ Ich erzählte nicht von meinem Duscherlebnis. „Das ärgert sie und sie können sich nicht dagegen wehren?“ – „Ja, so ist es. Ich kann nicht mal protestieren.“ – „Das ist alles nicht so schön. Nun gut, wir werden sehen, inwieweit ihnen noch mehr aus ihrer Kindheit einfallen wird. Lassen sie uns weitere Termine verabreden.“

Am späten Abend rief Lioba noch an. Wir plauderten eine Weile. Sie erzählte davon, wie sie mit einigen der anderen Mädchen im Programmkino war – Schokolade, ein Film mit Johnny Depp – davon, wie köstliche Pralinen zubereitet wurden. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Wir lachten ein wenig zusammen in die Hörer. Beiläufig entschuldigte sie sich für die Dirndl-Aktion. Ich verzieh ihr. Dann fragte sie mich plötzlich: „War Eileen heute bei dir in der Dusche?“ Ich bejahte erstaunt und zurückhaltend. „Bei einigen der anderen und mir war sie auch schon. Du hast dich aber gewehrt, so als Mann?“ – „Ich konnte irgendwie nicht, als Mann, bin ich denn einer?“ – „Meinst du zwei Wochen mit Brüsten an deinem Körper machen dich schon zur Frau?“ – „Nein, aber irgendwie fühle ich mich dazwischen – so wie Dornröschen im Glassarg.“ – „Vielleicht eher wie die Zwerge davor? – Entschuldige, das wollte ich nicht. – Du, das mit Eileen, irgendwie macht uns das zu einer besonderen Gruppe, du gehörst jetzt dazu. Sie kommt kein zweites Mal. Das ist vorbei. Doch jetzt hast du uns.“ Am Telefon kehrte Stille ein. „Bist du noch dran?“, fragte ich. „Ich fühl mich gerade so furchtbar allein.“ – „Das kenne ich.“ – „Versteh das bitte nicht falsch, kann ich zu dir kommen?“ Ich schluckte. Das war direkt. „Versteh es bitte nicht falsch.“ Ich lud sie ein.

Eine halbe Stunde später klingelte es. Wir setzten uns noch ins Wohnzimmer, tranken ein wenig roten Wein, blickten in abbrennende Kerzen. Lioba hatte die Idee, eine Phantasie zu entwickeln. Sie begann den Satz einer Geschichte und ich musste diesen ergänzen. Dann war sie wieder an der Reihe. So erzählten wir eine Urlaubsreise an der italienischen Riviera. Später gingen wir ins Bett. In unseren Nachthemden kuschelten wir uns aneinander. Lioba blickte mich zärtlich an. „Danke, das war schön.“ Wir schliefen ein.
Zuletzt geändert von robotobo am So 18. Okt 2009, 14:37, insgesamt 1-mal geändert.

Cynthia

Re: Das Geschenk

Post 32 im Thema

Beitrag von Cynthia » So 18. Okt 2009, 13:03

Hallo Robinchen,

man merkt, wie Du immer mehr Übung bekommst. Dein Schreiben wirkt jetzt richtig professionell!
Mach bitte weiter so!
Keine hat ihre Geschichte bisher so konsequent durchgezogen wie Du! Die meinsten haben dann irgendwo "schlapp gemacht". Schade eigentlich!

Bin schon ganz gespannt auf die Fortsetzung! Lass uns nicht so lange warten!

Bis bald

Christina37

Re: Das Geschenk

Post 33 im Thema

Beitrag von Christina37 » So 18. Okt 2009, 13:39

Ja auch von mir wieder ein Komplient , robinchen .

LG Christina

robotobo

Re: Das Geschenk

Post 34 im Thema

Beitrag von robotobo » So 25. Okt 2009, 07:26

Hallo Freundinnen,
schönen Dank für die neuen Komplimente.
Und hier geht es weiter. Die Geschichte nimmt wieder Fahrt auf Halloween.

:)p LG Robotobo :)p )..)c )))(:

Sonntagswonnen

Am nächsten Morgen wachte ich früh auf. Lioba lag immer noch eng angeschmiegt. Ich genoss ihre leisen Atemzüge und hörte das Gezwitscher einiger Vögel aus meinem Garten. Schließlich entzog ich mich mit Vorsicht sanft Lioba. Sie drehte sich im Schlafen weg und ich betrachtete kurz ihren Körper. Sie hatte ihre Beine leicht angewinkelt. Mir gefiel vor allem der kräftige Aufschwung ihrer Hüfte, der ihre Taille schmal erschienen ließ. Ich musste eine Weile so da gesessen haben. „Gefällt dir, was du so vertieft anblickst?“ Lioba war erwacht. „Oh, ja.“ – „Komm, leg dich noch ein wenig zu mir.“ Ich umarmte sie vom Rücken und sog den Duft ein, der hinter ihrem Ohrläppchen in ihren Haaren lag. Das war mir noch nie passiert; Im doppelten Sinn. Noch nie hatte sich eine Frau eingeladen zu mir zu kommen. Und noch nie hatte ich mit einer Frau erstmals in einem Bett geschlafen, ohne dass es zu körperlichen Vertiefungen gekommen wäre. Auch in diesem Augenblick fühlte ich mich nicht sexuell erregt, zumindest die Spannung fehlte, die ich zuletzt im Zusammensein mit Carmen gespürt hatte. Hatte ich meine Libido verloren oder empfand ich für Lioba tatsächlich nur schwesterliche Gefühle?

„Ich find es schön mit dir zu Kuscheln; Einfach nur kuscheln.“ Lioba brach in meine Gedanken ein und nahm meine Fragen mit ohne Antworten zu hinterlassen. „Ich habe große Lust den Sonntag mit dir zu verbringen Charly.“ Sie roch so fein, sie fühlte sich toll an, wir verstanden uns gut: „Du, ich auch.“ Lioba flüsterte noch etwas, was ich kaum verstand: „Wenn du Dornröschen im Glassarg bist, vielleicht bin ich dein Prinz.“ – „Vielleicht bin ich doch nur einer der Zwerge, die davor standen“, hörte ich mich sagen. Lioba löste sich aus meinen Armen, drehte sich zu mir, umarmte mich ihrerseits und legte ihren Kopf auf meine linke Schulter. „Lassen wir uns überraschen.“ Wir lagen so noch eine Weile.

Ich musste dann irgendwann später aus dem Bett und ging nicht zurück. Ich duschte mich. Lioba kam ins Bad und sah mir zu. „Darf ich dich abtrocknen?“ Das ließ ich mir gefallen. Ich cremte mich ein. Wieder sah sie zu. „Stört dich das?“ – „Nein, nicht wirklich.“ – „Aber ein bisschen.“ – „Nun ja, es ist ungewohnt und ungewöhnlich.“ Es ging mir durch den Kopf. Warum war sie gestern zu mir gekommen. Was wollte sie? War es wie ein Besuch im Zoo, beim verwaisten kleinen Eisbär? Fand sie mich irgendwie niedlich? Oder trieb sie etwas anderes? „Du weißt du, auf diese Weise habe ich noch nie – oder besser lange nicht mehr mit einer Frau im Bett gelegen. Zuletzt, ach da war ich noch in einer Schule, war es mit meiner besten Freundin.“ Wollte Lioba mir eine Antwort geben? „Ich frage mich gerade, was ich an dir anziehend finde. Und sei sicher, da ist etwas. Ich finde dich schön, so wie du bist. Das irritiert mich auch.“ –„Ich verstehe und verstehe auch nicht.“ – „Du, lass mich weiterreden. Ich möchte dir mehr sagen.“ Lioba unterbrach mich und das störte mich überhaupt nicht. Sie fuhr fort: „Du sprachst gestern am Telefon dazwischen zu sein, dich wie eine Frau zu fühlen und doch zu wissen, als Mann zu existieren. Ich hatte schon in der ersten Pilatesstunde den Eindruck, du seiest eine, na wie soll ich sagen, besondere Frau, manches schien mir recht maskulin. In der Dusche dann sah deine Scheide, ehm, nun ja, etwas ungewöhnlich aus, aber eindeutig nicht männlich. Und gestern Abend, fühlte ich mich so zu dir hingezogen, die Vorstellung deines Körpers und der Klang deiner Stimme. Ich spürte mit einem Mal wie allein ich bin und ich fragte dich. Dieses Ineinander von Mann und Frau, das erregte mich wohl und, nun dass war mir schnell klar, ich mochte dich sehr gern, vom ersten Lächeln an.“ Sie war mit diesen letzten Worten in die Dusche gestiegen. „Du kannst mir auch gern zusehen.“

Das Wasser über ihren Körper rinnen und in Perlen sich entschleunigend zu sehen, war schön. Ich stellte mir vor, es seien meine Fingerspitzen, die so über ihren Körper glitten. Lioba bewegte sich nicht, als inszenierte sie sich vor mir. Ich fand, ihre Körperpflege sah ganz ungekünstelt aus. Ich sprach weiter: „Du ich fand das gestern Abend auch prickelnd und ich wundere mich noch, dass wir nicht miteinander geschlafen haben.“ – „Unser zärtliches Wortspiel auf dem Sofa ging mir gestern richtig unter die Haut. Vielleicht wenn ich dich eindeutig als Mann, aber dann wäre ich wohl kaum so auf dich zugegangen, nein. Ich wollte es bei zärtlichem Kuscheln belassen. Und ich fand ich es schön, dass von dir nichts Zudringliches kam. Heute Nacht habe ich wirklich gut geschlafen, so eng an dir.“ – „Du Lioba, hast du Lust gleich den Cafe aufzusetzen. Ich hole dann eben Brötchen.“ Ich beendete unsere Duschgespräche, wartete ihre Antwort gar nicht ab, sondern machte mich auf den Weg zum Bäcker.


Lioba öffnete mir die Tür und nahm die Brötchen entgegen. „Setz dich schon mal auf eure Terrasse. Ich komme auch gleich.“ Sie ging in die Küche. Als ich unsere Terrasse betrat, war ich erstaunt. Lioba hatte unseren Gartentisch gedeckt. Sie hatte eine petrolfarbene Tischdecke aufgelegt, überdeckt mit einigen beerenfarbigen Serviettentüchern, auf denen von Hand ein gelber Blumenstängel mit zwei stilisierten Blättern, sowie eine spiralförmige dunkelviolette Blütenlinie aufgemalt waren. Zwei zitronen- und aprikosenmelierte Gedecke harmonierten prächtig in diesem Farbensemble. Lioba hatte auch einige Gräser und Blumen in unserem Garten gefunden, die sie über den Tisch gestreut hatte. Ich setzte mich und genoss den Anblick, die frühsommerliche Morgenluft, das Gezwitscher der Vögel im Garten. „Gefällt es dir?“ Lioba trat mit einem Tablett heraus, brachte Kaffee, Brötchen, Marmeladen und Honig mit. „Oh, ich finde es phantastisch. Wie hast du das gemacht.“ – „Schön, dass es dir gefällt. Nun ich habe mir gedacht, wenn ich tatsächlich über Nacht bleiben sollte, dann möchte ich auch schön mit dir frühstücken.“ – „Das hast du alles schon mitgebracht gehabt?“ – „Ja, bist du jetzt bösen, ich wollte dich überraschen.“ – „Das ist dir gelungen. Es ist eine wirklich schöne Überraschung.“ – „Dann lass uns jetzt frühstücken.“ Sie goss mir Café ein, holte noch heiße aufgeschäumte Milch und Zucker, dann setzte sie sich.

Sie hatte einen weichen Glanz in ihren Augen, sie lächelte mich an. „Du siehst wunderschön aus, so glücklich“, das ging mir so über die Lippen. „Du hast das hier wunderbar gestaltet.“ - „Ich bin auch überrascht, wie schön mir das gelungen ist, und ich freue mich riesig, dass es dir so gut gefällt. Willst du?“ Lioba hielt mir ein Croissant hin, das sie in ihren Café getunkt hatte. Ich streckte meinen Mund entgegen und biss ab. Ich drehte den Spieß um und reichte ihr ein Marmeladenbrötchen, auch sie aß mir aus der Hand. Wir alberten eine Weile herum. Aus vollem Lachen heraus fragte sie: „Willst du nicht doch eine Frau werden?“ – Es wurde still. Nun gut, das Vogelgezwitscher hielt nicht inne. „Ist das jetzt wichtig für dich?“ –„Ich glaube. Ich habe vorhin, während ich hier allein war, über den Abend, die Nacht und die Dusche nachgedacht.“ Was sollte ich sagen? Eingestehen, dass auch ich so etwas wie eine erotische Spannung gefühlt hatte?

Nach kurzem Überlegen entschied ich mich anders. „So wie ich mich in meinem Körper fühle, würde ich sagen, ich wandle mich allmählich zur Frau. Ich bin überrascht, wie schnell das geht. Es sind jetzt ja mal gerade zwei Wochen. Je mehr ich meine Brüste fühle, und inzwischen auch meine Hüften, je öfter ich mich im Spiegel betrachte, so mehr sehe ich eine Frau heranwachsen.“ –„Ich kann mir nicht vorstellen, mit einer Frau, aber so mit dir, in dem Dazwischen, das ist für mich auch noch ein Abenteuer“, sie legte eine Hand auf meinen rechten Arm, „vielleicht …“. Sie neigte ihren Kopf leicht abwärts und schwieg in sich versunken. „Mir ist auch noch nicht klar, wie das mit mir und Eileen im Duschraum war. Das mich eine andere Frau … nie in den Sinn gekommen.“ Ich entzog meinen Arm und legte meine Hand auf ihre. Ich strich über ihren Handrücken. „Du ich wusste auch nicht, wie mir geschah, es war wie ein Sog – und warum bist du überhaupt noch in dem Kurs?“ – „Ja, ich weiß, das ist völlig irre, abgedreht – als es vorbei war und ich wieder zu Hause rief ich erstmal Karla an. Sie kam schnell zu mir und holte mich in die Behütung zurück – so würde ich das sagen wollen – und sie erzählte mir, dass ihr selbst das vor einigen Wochen ähnlich geschehen sei. Körperlich war das kein Trost für mich. Ich fühlte mich elend. Ich duschte viel und schrubbte sehr. Die Gespräche mit Karla bewirkten dann aber auch, so etwas wie die Einsicht, dass dieses Geschehen eine veränderte Selbstwahrnehmung ausgelöst hat – den anderen schien es ähnlich zu gehen – eine Bereitschaft, eine Lust, mich körperlich mit anderen Frauen zu befassen, in einem weiten, zärtlichen Sinn – nicht körperlich sexuell. So entstanden unsere Duschspiele und mehr war nie. In deiner Gegenwart fühle ich mehr Bereitschaft.“ –„Weil ich nicht ganz Frau bin? So ein exotischer Typ? Mann mit Brüsten?“ – „Charly, nein, ich bin hier nicht als zoologische Entdeckerin unterwegs. Als ich dich erstmals sah, fand ich dich schon sehr, sehr sympathisch. Und so, wie dein Penis an dir geformt ist, bist du kein sexueller Mann, vielleicht ist es gerade aber das, dieses Dazwischen, das mich besonders anspricht.“ - „Ich weiß nicht, ob das die richtige Wahrnehmung ist. Ich hatte vorhin noch etwas ausgelassen. Meine Erfahrungen. Ich merke, ich werde passiver, ich werde beruflich deklassiert, das sind durchaus Demütigungen, die mich schon darauf hinweisen – als Mann bin ich was anderes?“ – „Was Besseres?“ Mit diesem Satz schien ich Liobas Stimmung gekippt zu haben. „Nein, verstehe mich nicht falsch, nichts Besseres, aber wohl doch etwas besser Gelittenes – zumindest beruflich. Meine Erlebnisse mit euch, meine veränderte Kommunikation – da merke ich schon, es geht mir besser. Ach ich weiß nicht.“ Eine Weile schwiegen wir. „Ich weiß nicht, ob ich in dieser Uneindeutigkeit leben kann. Es scheint so, viele nehmen mich als Frau wahr. Meine körperliche Silhouette sieht feminin aus. Mein Chef, meine Kollegen und Heike und Kathy, die wissen, ich bin es nicht. Die Spannung, ich weiß nicht, ob ich die aushalten kann oder ob die bald verschwinden wird.“ – „Vielleicht solltest du woanders hinziehen, die die Wohnung in einer anderen Stadt suchen. Einen Job, so als Frau, fändest du bestimmt auch.“ – „Da bist du aber sehr optimistisch.“ – „Vielleicht bin ich das. Zurück zur Eindeutigkeit hieße für dich doch Brustamputation. Eine aus unserer Gruppe hat so ein Problem hinter sich bringen müssen. Ich sage nicht wer. Sie hat uns sich mal ohne Prothese gezeigt. Die Narbenbildung fällt kaum noch auf und bei dir wüchse doch wieder Haar drüber. Das sollte dich nicht beunruhigen.“ - „Meinst du, zurück zum Mann wäre für mich das Beste?“ – „Das musst du schon selbst wissen. Ich selbst weiß auch nicht richtig, lieber so wie du jetzt bist, oder eine neue Eindeutigkeit? Vielleicht ändern wir uns gerade beide in unseren Selbstgefühlen und ahnen bereits intuitiv, wo uns das hinführt.“ - „Lust auf ein Glas Sekt?“ Das Gespräch wurde mir zu intensiv. Lioba nickte. Ich ging in die Küche und holte einen Piccolo. Als ich den Korken öffnete, schoss dieser in einem Bogen hoch in die Luft und landete zwischen den Schenkeln Liobas. Wir mussten beide Lachen. Die Spannung war raus. Wir prosteten uns zu, saßen noch ein wenig beisammen, und tauchten in den sommerlichen Morgen ab.

Es gefiel uns beiden, den Sonntag miteinander zu verbringen. Wir fuhren hinaus vor die Stadt und gingen in den Flussauen lange spazieren. Wir redeten über Romane, die wir beide kannten, summten uns Lieblingsmelodien vor, pflückten Blumen im Gras, lagerten uns an einer schönen Uferstelle, an einem kurzen Sandstrandabschnitt und genossen das Plätschern des träge vorbei ziehenden Flusses. Wir hatten spät gefrühstückt, kehrten am frühen Abend in eine Pizzeria ein und beendeten unser Zusammensein mit einem ausgiebigen Abendessen. Danach trennten wir uns, sie fuhr in meinem BMW nach Hause und ich in ihrem Honda.


Neuer Stress im Büro

Am nächsten Morgen wachte ich gut gelaunt auf. Mein Body-Remake legte ich routiniert hin. Als ich die Brüste mit der Bodylotion einmassierte spürte ich erstmals fast die ganze Brust. Nur der Vorhof um die Spitzen war noch nicht empfindsam. Die kreisenden Bewegungen meiner Finger lösten irre Gefühle aus. Selbstvergessen muss ich eine Weile so bewegt gewesen sein. Ich schlüpfte dann fix in Slip, Strumpfhose, violetten Rock und weiße Bluse. In der Küche schob ich schnell ein paar Toasts in den Toaster, schaltete die Cafemaschine ein und frühstückte französisch. Mit leichter Verspätung kam ich ins Büro. Kathy und Heike begrüßten mich mit fröhlichen Hallos. Sie erzählten mir von ihren Wochenenden, den Filmen, die sie gesehen hatten und ihre Unternehmungen in den Nachtclubs unserer Stadt. „Hey, komm doch am nächsten Wochenende einfach mit. Wir haben bestimmt viel Spaß zusammen.“ Kathys Einladung wollte ich mir überlegen.

Ich begab mich an meinen Arbeitsplatz, setze mich an meinen Schreibtisch und öffnete die untere Schublade. Ein DIN-A4-Blatt lag oben auf: „Please Parton – ize for us! We love you!” Ich verstand überhaupt nichts. Ich hob den Zettel hoch und wollte ihn in den Papierkorb schmeißen. Auf diese Weise enthüllte ich zwei Kunstbrüste recht großen Maßes. Jetzt verstand ich. „Ach du Scheiße“. Mir fiel der Stress ein, den Marleen vor meinem Urlaub in unserer kleinen Firma gehabt hatte. „Diese Idioten“, entfuhr es mir. Heike und Kathy waren neugierig geworden. Sie beugten sich über ihre Tische doch ich schob schnell den Schub zu. „Was war denn?“, fragte Kathy. Heike hatte meine Schließbewegung bemerkt. „Lass bitte mal sehen!“ Sie kam um ihren Tisch und öffnete meinen Schub. „Die spinnen wohl!“ Sie hielt eine der Brüste hoch und Kathy musste lachen. „Was die sich so denken!“ – „Quatsch denken, die sind von Natur Vergewaltiger, die sind nur triebgesteuert.“ Heike war richtig sauer. „Beruhig dich, ich ignoriere das. Ich hau die Teile in die Tonne.“ – „Wenn du dich nicht wehrst, werden die nicht aufhören. Willst du kündigen?“

Später musste ich auf die Toilette. Ich war auch froh, aus dem Büro zu kommen. Über uns dreien lag seit meiner Entdeckung eine Spannung. Ich stand am Waschbecken, blickte in den Spiegel und wusch mir die Hände. Die Tür öffnete sich. Ich wollte ich Spiegel sehen, welche der beiden Frauen mir gefolgt war. Es ging aber alles ganz schnell. Zwei kamen herein. Einer hielt mich von hinten und zerrte mich vom Waschbecken weg. „Wollen wir uns die Tunte mal ansehen. Geht hier aufs Frauenklo. Da macht das Pissen im Stehen wohl mehr Spaß.“ Kurts Stimme klang brutal, verächtlich. Er riss mir die Bluse auf und den BH runter. Mit seinen Händen griff er nach meinen Brüsten. Es schmerzte. Ich verzog mein Gesicht. „Meine Zärtlichkeiten gefallen dir nicht, Sissy? Ich dachte, du willst hart genommen werden.“ Der Typ hinter mir lachte blechern. Kurt rüttelte an meinen Brüsten. „Die Titten müssen doch runter gehen. Wie hast du die denn festgeklebt? – Oder sind die echt?“ Er riss mir den Rock runter, mitsamt meinem Slip. „Oh, Scheisse, Charly ist operiert. Der Schwanz ist ab. Ich glaub es nicht. `Ne Transe. Igitt.“ Er stieß sich scheinbar angeekelt ab. Plötzlich schlug er mit seiner Faust in meinen Bauch. Ich sackte zusammen. Ein Schlag von oben auf den Kopf. Ich fiel auf den Boden, weil der Typ hinter mir mich los ließ und nach mir trat. Noch ein weiterer Tritt von vorne, gegen meine Schultern, dann ließen sie mich liegen. Ich lag benommen auf den kalten Fliesen. Nach einer Weile kam Kathy herein. „Oah, was ist denn hier passiert? Wie siehst du denn aus?“ Ich blutete aus der Nase. Sie half mir auf und stützte mich. Ich erzählte grob, was mir geschehen war. „Oh, Shit, was machen wir denn jetzt? Warte, ich hole eben Heike. Die weiß immer Rat.“

Ich besah mich im Spiegel und erschrak. Ich blutete aus der Nase, mein Kinn war verschmiert. Ich wusch mich. Heike kam mit Kathy zurück. „Diese Schweine, du hättest dir das nicht gefallen lassen dürfen, die Brüste, meine ich.“ Sie blickte auf Kathy und bemerkte, „so kann sie nicht raus. Hol mir bitte aus meinem unteren Schub einen Slip. Der müsste Charly passen. Dann besorg aus dem Kaufhaus gegenüber Rock, Bluse, BH 90B und Strumpfhose.“ Sie wandte sich wieder mir zu: „Charly, wegen des Slips, ich habe immer einen als Ersatz mit. Kann ja schon mal vorkommen, dass …“. Auch wenn mein Kopf noch schmerzte, ich verstand, worauf sie anspielte. „Oh Mist, tut das weh.“ – „Zeig mal.“ Heike befühlte vorsichtig meine Nase. „Scheint nichts gebrochen zu sein, wahrscheinlich nur geprellt, oh diese Schweine.“ Die Blutung hatte aufgehört und Heike nahm mich in ihre Arme. „Lass nur, du frierst doch bestimmt.“ Ich lehnte mich ein wenig zurück. Heike fragte mich nach einer Weile: „Du, machst du in letzter Zeit etwa Überstunden? Ich habe neulich mal unten auf dich gewartet, und du kamst nicht raus. Ich wollte dich noch was fragen, letzten Donnerstag war´s wohl, glaube ich.“ – „Hmm, ja, der Chef bot mir einen Nebenjob als seine persönliche Assistentin an. Nachdem er mit das Geld gekürzt hatte, bin ich auf einen Nebenverdienst angewiesen.“ –„Oh, das hatte ich noch gar nicht bedacht, klar wir Talkies werden ja schlechter bezahlt als die Technos. Hättest du uns schon erzählen können, was los ist.“ –„Ich wusste nicht wie, und ich hatte ein schlechtes Gewissen.“ – „Schlechtes Gewissen?“ –„Ja, weil er mich und nicht zuerst euch gefragt hatte.“ –„Ehrlich gesagt, so scharf wäre ich nicht gewesen bei dem noch nach Feierabend zu sitzen.“ –„Reicht dir dein Geld.“ –„Nöö, mein Freund unterstützt mich ein wenig und gelegentlich jobbe ich an Wochenenden auf Hochzeiten oder Firmenjubiläen als Kellnerin.“ –„Ach, ja, ist bestimmt auch anstrengend.“ – „Ja, sehr, weil es geht ja meist bis in die Nacht hinein.“ –„Ja, das ist bestimmt anstrengend.“ Langsam fröstelte es mir, auch wenn Heike sich warm anfühlte. „Du, sag mal Charly, wie hast du denn das gemacht, du unten bei dir, das sieht ja wie eine echte Vagina aus, na fast. Willst du nicht doch eine Frau werden?“ Ich schüttelte schwach mit meinem Kopf. Kathy kam zurück. Sie hatte alles besorgt. Sie half mir in den BH und hakte ihn hinten zu. Sie lief um mich herum, befühlte meine Brüste im BH und rief aus: „Passt wunderbar.“ Strumpfhose, Rock und Bluse waren schnell angezogen. Als wir aus der Toilette gingen, raunzte mir Heike noch ins Ohr: „Pass bloß auf beim Chef, ich habe kein gutes Gefühl.“ Wir gingen in unser Büro zurück. Alle Signallampen blinkten an den Rechnern. Die Warteschleife war wohl schon vor einer dreiviertel Stunde angelaufen. Als ich mein Head-Set aufsteckte, und einen Kanal öffnete, hört ich: „Mensch, Süße, wird aber auch Zeit, mein Rechner spritzt gleich ab.“ – „Dann zieh ihm doch ne Tüte über!“ Ich wechselte den Kanal und sprach trocken den nächsten Kunden an. Der Chef hatte von allem nichts gemerkt. Er war den ganzen Vormittag auf einem Außertermin.

Kurt, und wer immer der zweite gewesen war, weiß ich heute noch nicht, war die nächsten beiden Tage nicht im Büro zu sehen. Immer, wenn ich nach vorne ging, um einen Auftrag an einen der Techniker zu übermitteln, war er nicht da. Krank gemeldet, wie die anderen betonten. Die Spannung zwischen mir und den beiden anderen Mädels hatte sich aufgelöst. Der Vorfall in der Toilette hatte uns wieder zusammengebracht. Wir arbeiteten wieder, mitunter mit Scherzen, gut gelaunt zusammen. Manche Kunden hatten unter unserer Fröhlichkeit zu leiden.
Mittwoch am Nachmittag änderte sich meine Stimmung wieder. Nach Feierabend betrat ich wieder einmal das Büro vom Chef. Mürrisch blickte er auf und reichte mir einen Aktenordner. „Tipp das in die Buchhaltungsdatei ein!“ Er telefonierte und ich hörte ihn mitunter ungehalten reden. „Shit, ich versuch gerade einen Wartungsauftrag mittlerer Größe von einem Firmenkunden zu akquirieren. Jetzt hat die Konkurrenz Wind bekommen und unterbietet meine Preise.“ Ich blickte auf. „Tipp weiter.“ Nach einer Weile stand er auf und schritt um seinen Schreibtisch herum. Dabei rührte er an ein Stapel Papier und stieß es so vom Tisch. „Pass doch auf. Heb das wieder auf.“ Sein Ton war barsch. Ich zuckte zusammen, erhob mich von meinem Platz und bückte mich, um die Papiere einzusammeln. Er trat vor mich. „So Süßer, jetzt wird es Zeit für einen Sonderdienst. Gibt auch einen fünfziger extra.“ Er öffnete seinen Gürtel und ließ seine Hose herab. Er umfasste mit seinen Händen meinen Kopf und richtete ihn auf. „Du kannst dir denken, was ich will. Ich brauch jetzt Entspannung.“ Er schob seinen Slip runter und sein Glied hing schlaf im Schritt. „Blas mir einen.“ Er führte meinen Kopf an sein Glied. Es berührte meine Lippen. Mir wurde schwarz vor Augen. Ich atmete flach. Ich spürte, wie er sein Glied an meinen Lippen, an meiner Nase rieb. Es wurde hart und er drängte es zwischen meine Lippen. Ich war hellwach und angeekelt „Mach schon Kleiner, oder willst du fliegen? Da stehst du doch drauf. Das seh ich dir doch an.“ Er drängte. Ich spürte seine Feuchtigkeit. Er griff mit seinen Fingern nach meinen Kiefergelenken, presste hinein und mein Mund öffnete sich. Sofort schob er mit Druck sein Glied ein. „Saug dran, ja so ist es gut.“ Ich versuchte es mit meiner Zunge wieder rauszudrücken. Das gelang nicht. Stattdessen schob er sein Glied tiefer ein. Ich musste seine Eichel im Mund haben, die schob sich gegen meine Zunge. Ich versuchte weiter, sie wieder rauszupressen. Das Glied rutschte etwas zurück und presste wieder vor. „Oh, ich fick dich, das ist gut, das ist gut.“ Schnell war es vorbei, auch wenn es mir wie zehntausende Sekunden vorkam. Er hatte mich fest in seinem Griff. „Jetzt runterschlucken, los schluck.“ Er hielt mir den Mund zu, nachdem er fertig war. Es gelang mir, mich nach hinten fallen zu lassen und spuckte aus. Er lachte. „Wenn du so daliegst und ich dir unter den Rock gucken kann, siehst du scharf aus. Ich könnte gleich noch mal.“ Er lachte weiter. „Na, gib schon zu, du Schlampe, das hat dir auch gefallen. Der Lutscher vom Chef schmeckt süß.“ Ich hatte nicht alles ausspucken können. Manches hatte sich wohl mit meinem Speichel vermischt. Es schmeckte sauer in meinem Mund. Ich lag kurz auf die Seite gebeugt. Der Chef zog sich wieder die Hose hoch, fuhr in seine Gesäßtasche und kramte aus seinem Portemonnaie einen rostroten Schein und warf ihn in meine Richtung. „Hier du Nutte, das nächste mal ist mehr drin.“ Er ging hinaus.

Ich lag eine Weile auf dem Boden, weinte. Später stand ich auf, schaltete den Rechner nicht ab, ließ das Geld liegen und fuhr nach Hause. Ich hätte Lioba anrufen können, nur was hätte ich ihr, wie hätte ich es ihr sagen können. Schon den Vorfall in der Toilette hatte ich ihr verschwiegen, aus Angst ihre gute Laune zu vermiesen. Heute weiß ich, das war nicht richtig. Ich putze mir die Zähne, gurgelte, duschte lange und schrubbte mich. Mir war elend. Ich war ohne Appetit. Nachts träumte ich, Frau Strass hätte mich wieder in einen Rock gesteckt, einen Tampon im Po und mein Chef stünde daneben und ließ seinen Hosen runter. „Heute wird das schlimme Mädchen bei dir bezahlen.“ Bevor er sich an mir bediente, zog er noch den Tampon mit einem Ruck heraus, so dass es schmerzte und lachte, „wirklich ein schmutziges Mädchen.“ Kurz bevor er sein Glied einschob, wachte ich schweißgebadet auf. Dieser Traum riss mich in dieser Nacht immer wieder aus dem Schlaf.

Am nächsten Morgen blieb ich im Bett. Ich ging nicht zur Arbeit. Ich meldete mich nicht im Büro. Ich schlief wieder ein. Frau Strass stand an meinem Bett und zog die Decke zurück. „Schmutziges Mädchen, Zahltag!“ Und sie lachte blechern. Sie hatte mich wohl an die Bettpfosten gefesselt und wedelte mit einem Tampon. Eileen schwebte vorbei und hielt einen Duschkopf in der Hand, der aussah wie das Gesicht der Polizistin Tilla und mein Chef steckte allen Geld zu. Frau Strass hantierte an meinem Po, plötzlich rauschte Eileens Dusche. Ich wachte wieder auf und war noch ganz gebannt. Es dauerte, bis ich merkte, alles nur ein Traum. In deinem Bett bist du sicher. Ich stand auf, ging ins Bad und duschte mich wirklich mit klarem, heißem Wasser. Ich stellte das Wasser mit der Zeit immer heißer ein. Die Luft wurde feucht. Dampfschwaden waberten durch mein Bad. Ich cremte mich ein, massierte besonders intensiv, Beine, Po, Bauch, Brüste und Arme. Ich strich die Erinnerung an die Träume aus meinen Poren. Das heiße Wasser und die Creme, zeitigten ihre Wirkung. Ich entspannte mich. Ich zog einen fliederfarbenen Slip an und den neuen, schlicht weißen BH. Ich würde mir einen neuen besorgen müssen.

Ich ging in die Küche und brühte mir einen Café auf. Das Telefon klingelte wiederholt. Ich ließ es läuten. Ich schloss die Tür zum Wohnzimmer und drehte die Musik im Radio lauter. Der Duft von Café, Wiener Melange, durchzog die Küche. Zwei Brötchen, die vom Wochenende übrig geblieben waren, legte ich auf den Toaster und buk sie auf. Plötzlich fuhr ein Wiener Fiakerl durch meine Küche. Ich sah mich darin neben einer anderen Person sitzen. Ich sah alles nur leicht flimmernd vor mir. Ich erkannte nicht, wer da neben mir saß. Ich war doch noch arg von der Rolle. Halluzinationen, hatte ich noch nie gehabt. Der Café war fertig und ich fand keine Pferdeäpfel in der Küche. Das musste eine Halluzination gewesen sein. Ich wurde unsicher. Hatte mein Chef mich wirklich sexuell genötigt? Oder war auch das nur eine Halluzination? Mein Gefühl, an dominante Personen ausgeliefert zu sein, hatte es mich in die Situation mit dem Chef hineinphantasiert? Dann war ich mir wieder sicher, es sei passiert. Mein Körper meldete sich spontan. Ich schaffte es gerade noch zum Klo. Ich erbrach mich. Irgendwas musste raus. Die Entspannung war dahin. Die Brötchen vertrockneten auf dem Toaster.

Ich ging ins Wohnzimmer und versuchte mich mit Fernsehen abzulenken. Das Telefon hämmerte wieder dazwischen. Vielleicht ist es die Mailbox, dachte ich. Ich nahm also ab. „Sie haben zwei neue Nachrichten. Um ihre Nachrichten abzuhören, drücken sie bitte die 1.“ Die erste Nachricht war von Heike. „Morgen, Charly, wo bleibst du? Bist du krank oder ist es noch wegen gestern? Kurt ist nicht da. Hat wohl einige Tage Urlaub. Meld dich doch kurz, wenn du wirklich krank bist.“ – „Charly, war doch schön gestern und heute machst du schlapp?“ Es war er. Die Stimme war mein Chef. „Hey du, ich hab unsere Szene gefilmt. Wenn du morgen nicht wieder da bist, lade ich die bei youtube hoch und schicke dem Team einen link. Also komm.“ Ich musste wieder zum Klo. Keine Halluzination.

Ich überlegte lange, lag stierend auf meinem Sofa. Ich nahm das Telefon und tippte die Nummer von Lioba ein. Das war mehr ein Reflex als eine gezielte Wahl. Am anderen Ende knackte es. Ich hörte ihre Stimme. „Hallo?“ Da lief es runter. Die Tränen waren nicht zu stoppen. Ich heulte ins Telefon. „Hallo, wer ist denn da – bist du es Charly, was ist denn los?“ Sie klang besorgt. Ich schniefte und sagte kümmerlich, „Ja.“ – „Kann ich helfen, soll ich kommen?“ – „Ja.“ Mein Ja war kaum zu hören. „Bis gleich.“ Es dauerte etwa zwanzig Minuten. Sie klingelte an der Tür. Ich hatte die Tür schon angelehnt und lag weinend auf dem Sofa. Sie fand von selbst herein und mich elend vor. „Hey Charly, du weinst ja immer noch. Soll ich nicht besser den Notarzt verständigen? Der kann dir ein Beruhigungsmittel geben.“ Ich schüttelte den Kopf. Sie setzte sich neben mich auf den Boden und streichelte meinen Kopf. Nach einer Weile sagte sie: „Ist vielleicht doch zu viel für dich, das Leben einer Frau. Na ja, wenn du das nicht von klein auf gewohnt bist. Als Mann wäre ich wohl auch überfordert.“ Ihre Nähe hat auch mich öffnend gewirkt. Der Schmerz, die Wut auf mich selbst, ließ mich los. Pausen legten sich wie Dämme in die Tränenflut. Lioba streichelte meinen Kopf und meine Arme. „Als Frau gefällst du mir gut. Ich mag dich.“ Nachdem ich tatsächlich wieder beruhigt hatte, dankte ich für ihr Kommen und fragte, „hast du heute frei?“ – „Oh nein, du hast Glück gehabt, heute fange ich erst um 13 Uhr an. Ab und zu baue ich Überstunden auf diese Weise ab.“ Ich erzählte ihr grob, was mir geschehen war. Der Schrecken wusch ihre Gesichtsfarbe aus. „So etwas soll ja vorkommen in Betrieben. Das gerade dir das passieren muss. Oh, Shit.“ Sie nahm mich an die Hand. Wir gingen ins Schlafzimmer. Sie legte sich neben mich und umarmte mich fest. Ich legte meinen Kopf in ihre Halsbeuge. Sie roch so gut. Sie war so warm. Als ich aufwachte, war sie gefahren. Eine kleine Notiz fand ich vor. „Ich komme heute Abend. Muss jetzt zur Arbeit.“ Ich duschte mich noch einmal. Am frühen Nachmittag rief ich im Büro an. „Du Heike, hast du ein Ohr frei?“ – „Hey, Charly, was ist los, wo bist du?“ – „Gestern - der Chef – im Büro – Hose runter“ – „Oh Scheibenkleister, Charly, das ist doch nicht wahr?“ – „Doch.“ – „Scheisse, klar dass du nicht kommst.“ –„Ich muss aber wieder.“ – „Wieso?“ – „Der hat `nen Film darüber.“ –„Was ein Film?“ – „Ja, behauptet er.“ – „Was machst du jetzt?“ – „Weiß noch nicht.“ – „Du, wir kommen heute Abend zu dir und überlegen was.“ Ich wusste nicht, ob das eine gute Idee war. Heike wurde energisch. „Ich dachte, ich hätte dich gewarnt. Du solltest beim Chef doch aufpassen. Ich hätte, es dir wohl deutlicher sagen müssen. Ich will das wieder gut machen.“ Ich stimmte schließlich zu.

Christina37

Re: Das Geschenk

Post 35 im Thema

Beitrag von Christina37 » So 25. Okt 2009, 11:48

Hallo robinchen ,
Wieder einmal ein sehr guter Teil . Bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt .
Nur die zwei Szenen in der Danentoilette und im Büro vom Chef gefielen mir nicht so gut .

LG Christina

Cynthia

Re: Das Geschenk

Post 36 im Thema

Beitrag von Cynthia » So 25. Okt 2009, 20:39

Hallo Robinchen,

habe auch diesen Teil wieder mit Genuss verschlungen.
Du läßt sie ja eine hartet Schiene fahren, mein lieber Mann!!
Könnte mir aber vorstellen, das es sowas gibt.
Hier zeigt sich wieder, das es nicht schlecht ist, wenn man sich mit etwas Kampfsport zu wehren weiß!!
Ich mache schon sehr lange Judo und die meisten auf der Arbeit wissen das. Es gibt einem, wenigstens ein Stück weit, ein sicheres Gefühl.
Bin mal gespannt, wie es weiter geht. Weiter viel Spaß beim Schreiben.


Bis dahin ))):s

Michaela Smile
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Re: Das Geschenk

Post 37 im Thema

Beitrag von Michaela Smile » Mo 26. Okt 2009, 19:49

Wow, ne echt spannende Geschichte. ich werde, glaub ich, zum echten Fan :-).

Bitte, bitte weiterschreiben. Ich kann kaum erwarten wie´s weitergeht.

Grüßle
Michaela
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robotobo

Re: Das Geschenk

Post 38 im Thema

Beitrag von robotobo » Sa 31. Okt 2009, 07:08

Hallo heute ist Halloween, gruselt euch schön

)))(: LG Robotobo :))b

Wie es weitergeht!

Ich brauchte noch etwas neue Kleidung. Der Rock, den Kathy besorgt, hatte war mir etwas zu schlicht. Ich wollte etwas Ausgefalleneres. Ich fuhr in das Kaufhaus, in dem Doreen arbeitete. Ich hatte mich sorgfältig geschminkt. Die Zeichen meiner Verletztheit und meines Traurig-Seins waren überzeichnet. Vielleicht würde mich der Einkauf ablenken und mir über den Nachmittag helfen. Ich parkte den Colt in der Tiefgarage. Ich fand Doreen in der Damenabteilung. Sie kam mit einem Lächeln auf mich zu und begrüßte mich herzlich. Sie trug einen schwarzen Hosenanzug, ein violettes Hemd mit Manschettenknöpfen und eine schwarze Weste; dazu schwarze Schnürschuhe. „Du ich brauch einen neuen Rock, einen schicken.“ – „Na, anders als schick, verkauf ich dir doch nicht.“ Sie zog mich mit sich. Wir gingen einige Schritte. „Schön, dass du hier reinschaust. Heute war nicht allzu viel los.“ Sie zeigte mir einen petrolfarbenen Mini, dazu sollte ich eine champagnerfarbene Wollstrumpfhose tragen. In der Schuhabteilung stellte sie mich dann noch in schwarze Pumps mit 9 cm Absatz. „Da kommst du schon mit klar. Du bist doch ein Naturtalent. Und das gibt einen sexy- Gang. Du willst doch schön sein, oder?“ Ihr Charme, ihr Lächeln brachten mich in eine andere lockere Stimmung. Es war kaum zu glauben. „Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber in der langen Zeit heute, in der hier nicht so viel los war, wünschte ich mir, jemand Bekanntes käme vorbei. Und nun bist du hier.“ - „Ja, ich kann auch etwas Abwechslung gebrauchen.“ Doreen schaute auf. „Los, dort ist eine Umkleide, zieh alles an und zeig dich!“ Sie reichte mir noch eine Bluse in apricot mit Fransenärmeln. Ich schlüpfte in alles, stieg in die Pumps und trat aus der Umkleide. „Geh ein Stück auf und ab.“ Ich bewegte mich. „Du machst das wieder sehr gut. Deine Hüften die schwingen schön mit. Der Rock wogt in anziehender Weise.“ Ich hätte schwören können, sie flirte mit mir. Nun gut, das war wohl ihre Verkaufsstrategie. Die beherrschte sie gut. „Noch eine Jacke in petrol und alles ist perfekt.“ Ich wollte alles wieder ausziehen. „Ach behalte das doch gleich an, ich entferne die Etiketten und du kannst so aus dem Haus gehen.“ Ich fand, es war eine gute Idee. An der Kasse bezahlte ich alles und Doreen begleitete mich nach draußen. „Warte einen Moment, ich checke kurz aus und komme mit.“ – „Mitkommen, wohin.“ – „Ich dachte, wir spazieren ein wenig in der Stadt.“ –„Ja, das ist eine gute Idee.“ Ich brachte meine alte Kleidung in den Wagen in der Tiefgarage und dann traf ich Doreen vor dem Eingang des Kaufhauses.

Sie hakte sich bei mir ein und führte mich weiter in die Stadt hinein. Wir schleckten Eis, wir bewunderten die neuen Blüten im Stadtpark, und setzten uns dort auf eine Bank und plauschten unbefangen über Alltägliches. Meinen Stress hatte ich völlig vergessen. Die Zeit war mir auch aus den Augen gerutscht. Plötzlich sagte Doreen. „Lass uns etwas Verrücktes machen.“ – „Etwas Verrücktes?“ – „Du hast meinen Tagwunsch erfüllt und ich finde dich sexy. Lass uns einen Quickie machen. Ich habe Lust auf dich.“ Doreen war direkt, ungewohnt frank. Im ersten Moment schluckte ich. Da hatte sie schon eine Hand hinter meinem Rücken durchgeschoben und mich von der Taille an zu sich her gezogen. „Du hast so einen schöne Körper, einen hoch interessanten Körper. Das spielt in meine Phantasie hinein. Seit dem letzten Abend mit dir. Komm, ich mach es dir schön.“ Ich schluckte weiter. Doreen hatte ihre Stimme etwas absinken lassen. Der Alt-Ton umwirrte mich. Ich sank ihr entgegen. Sie nahm meinen Kopf, dreht ihn zu sich und küsste mich auf den Mund. Sie presste sich an mich und glitt dann mit ihren Lippen auf meinen ganz sanft und wenig hin und her. Es drohte mir die Luft zu nehmen. Ich sank völlig in mich hinein und genoss es. So hatte ich mir die Ablenkung nicht vorgestellt, aber sie wirkte hinreißend. Doreen löste sich nach einer Weile, blickte mich mit ihren dunklen Augen an, legte einen Silberblick auf und wiederholte. „Komm mit.“ Sie stand auf und zog mich mit sich. Umschlungen gingen wir weiter.

Doreen führte mich in ein Hotel. Sie nickte zum Portier und er gab ihr einen Schlüssel. Ich registrierte all das nur am Rande. Ich war noch ganz eingewirrt. Doreen legte mich auf das Bett im Hotel, zog mir Rock und Bluse aus, öffnete den BH und zog mir den Slip aus. „Schön siehst du aus.“ Dann entkleidete sie sich vor mir. In Hemd und Slip sah sie recht männlich aus. Sie zog in Hemd hoch und über den Kopf. Ich sah nur sehr kleine Brüste, ein Ansatz wie bei Männern in besten Jahren. Als sie ihren Slip runter zog, sah ich einen kleinen – Penis -, es sah so aus wie auf dem Foto, das in unserem Büro kursiert war. Ich musste wohl gestutzt haben. „Charly, du siehst überrascht auf. Das ist meine Klitoris, die ist nur etwas groß gewachsen. Und weil meine Brüste nicht so groß gewachsen sind, wurde ich früher im gehänselt. Nun, das hat bis heute nicht aufgehört. Aber ich fand es toll, zu hören, du habest dich für mich eingesetzt.“ – „Was ist eine Klitoris?“ Ich hatte ja schon erwähnt, an Aufklärung hatte ich nicht viel Teil gehabt. Doreen lachte. „Das ist der Penis der Frau, nur normal kleiner. Meine ist halt gewachsen. Fand ich ganz schön. Du wirst sehen, damit können wir viel Spaß haben.“

Sie legte sich zu mir und streichelte mich. „Bleib einfach liegen, lass mich.“ Sie streichelte meine Brüste, sanft und zart um die Warzen, etwas angedrückter in deren Umkreis. Sie fuhr mit den Händen runter zum Bauchnabel und wieder rauf zwischen die Brüste. Sie beugte sich über mich und küsste mich. Sie streichelte mich weiter. Meine Oberschenkel massierte sie leicht mit ihren Fingerspitzen. Sie küsste mich wieder, schob ihre Zunge in meinen Mund und berührte meine, die mit ihrer tanzte. Ihre Hand ging zwischen meine Schenkel und spreizte sie. Dann legte sie sich über mich, und bewegte sanft ihr Becken. Ich fühlte etwas Festes an meiner Vagina. „Das hatte ich noch nicht, ich passe so gut an dich, in dich“, haucht Doreen mir ins Ohr. Sie bewegte ihr Becken leicht ab und auf. Sie gab mir etwas ihrer Feuchtigkeit. Ich fühlte mich erregt. Ich hob mein Becken leicht an. Sie griff mit einer Hand unter mich und schob mir einen Finger ein. Während sie ihre Klitoris in meiner Vagina rieb, massierte ihr Finger mich im Anus. Das erregte mich ungemein. Ich stöhnte. Sie ließ ein wenig nach und bewegte ihr Becken weiter. Dann intensivierte sie wieder ihre Handarbeit. Ich spürte ihre stärkere Erregung, sie atmete lauter. Ihr Stöhnen wurde länger und tönender. Ich fühlte mich auch einem hohen Woge entgegensegelnd. Der Wind den Doreen in mir angerührt hat, wuchs sich zu immer frischeren Böen hoch. Ich hob mein Becken mit ihrer Bewegung und wir sanken zugleich zurück. Plötzlich waren wir gemeinsam in einem kräftigen Sturm. Unsere Leidenschaften entluden sich. Wir gaben uns beide Körperflüssigkeiten. Wir bewegten uns noch eine ganze Weile mit langsam zurückwellender Lust.

„Das war schön mit dir.“ Doreen lag neben mir und ich schmiegte meinen Kopf an ihre Brust. Es war ungewohnt. Keine warme Haut auf einem weichen Kissen. So, stellte ich mir vor, könnte es wohl auch neben einem Mann sein. „Das hat mich alles vergessen lassen.“ – „Lass uns jetzt nicht so viel reden. Genießen wir noch etwas unseren Augenblick.“ Sie streichelte eine Warze. „Spürst du das nicht?“ – „Nein, so weit ist sie noch nicht entwickelt.“ – „Aha.“ -„Oh Mist, wie spät ist es?“ – „Warum? Gleich sieben.“ – „Ich muss schnell los.“ Ich drückte Doreen leicht sanft von mir. „Ich bekomme gleich Gäste.“ – „Schade, ich hätte Lust auf mehr.“ – „Nein, ich muss jetzt wirklich.“ Mit Schrecken dachte ich auf ein Mal an Lioba. Wo war ich da nur rein geraten. Hatte Doreen weitere Absichten oder war das hier nur ein Abenteuer, ein schönes Abenteuer. „Entschuldige, dass ich so einen Stress mache.“ – „Ist schon in Ordnung.“ Ich zog mich rasch an. Ich gab Doreen noch einen Kuss und verließ das Hotel. Der Portier rief mir ein „Auf Wiedersehen“ hinterher.

Ich stoppte meinen Colt vor meiner Haustür, da rauschte auch schon mein BMW von hinten an. Lioba hielt hinter mir und stieg mit Tüten bepackt aus. Gerade noch rechtzeitig, dachte ich. Ich rief Hallo. „Oh, geht es dir schon wieder besser? Heute Morgen wirktest du noch ganz anders.“ War ich wirklich so voller Freude meines Erlebnisses der letzten Stunde? Irgendwie hatte mich Doreen auf ein anderes Niveau gehoben. „Ich habe versucht alles zu vergessen, das scheint mir gelungen zu sein.“ So ganz gelogen war das nun nicht. „Du, gleich kommen noch meine Kolleginnen. Sie wollten mit mir bereden, wie ich weiter gegen den Chef vorgehen soll oder wie ich mich im Betrieb verhalten könnte.“ –„Du, ich habe ein paar Snacks mitgebracht. Die reichen auch für einen Imbiss zu viert.“ Wir gingen ins Haus. Lioba ergriff die Initiative. Ich half ihr beim Schneiden und Auftragen. Wir bereiteten einen Tischimbiss im Wohnzimmer vor. Ich holte noch Wasser und Orangensaft aus dem Flurregal. Anschließend klingelte es an der Tür. Ich öffnete. Heike und Kathy waren überpünktlich. „Wir wollten dich nicht so lange warten lassen. Wir dachten du seiest allein.“ Sie hatten Lioba entdeckt. Ich stellte sie einander vor. „Lioba, das sind Heike und Kathy.“ Sie begrüßten sich flüchtig und Lioba lud zum Essen ins Wohnzimmer. „Führt sie dir den Haushalt?“, fragte mich Kathy im Vorbeigehen. „Nein, sie ist eine gute Freundin.“ Im Wohnzimmer reichte mit Lioba eine Tüte. Ich wollte dir noch eine Freude machen. Wenn es dir nicht gefällt, kann ich es gleich noch umtauschen. Dann hättest du Zeit allein für deine Kolleginnen.“ – „Oh, danke“, sagte ich. „Du würdest uns, glaube ich, nicht stören.“ Heike blickte zu Kathy und diese schüttelte den Kopf. Ich hatte inzwischen in die Tüte gepackt und ein BH-Set herausgeholt. „Ich hoffe, es passt. Ich wollte dir zeigen, dass ich dich auf dem richtigen Weg finde und dir etwas schenken, dass dich wieder aufheitert.“ Heike und Kathy blickten sich an. Sie dachten sicher, Lioba sei mehr als eine gute Freundin. Sie hatten sofort erkannt, dass dieses BH-Set etwas Besonderes war. Grüntöne überwiegten und auf den Slip war ein Blumenmuster aufgestickt, er fühlte sich sehr seidig an. Der BH fügte meine Brüste zu einem schönen Dekoltee zusammen. Ich betrachtete mich im Spiegel meines Schlafzimmers. Es gefiel mir alles ausnehmend gut und ich fand mich sexy. „Komm mal runter damit, und zeig dich.“ Sie johlten als ich die Treppe hinab kam. „Den Mann in dir erkennen wir fast überhaupt nicht mehr, oder Kathy?“, Heike schüttelte leicht den Kopf. Ich zog mir dann noch einen Rock an und eine Bluse über. Nach dem Essen besprachen wir mein Problem.

„Charly, du kannst das nicht übergehen“, eröffnete Heike den Reigen. „Du hast ja Recht, aber was kann ich denn machen? Er hat doch das Video. Wenn ich nicht kusche, hängt er mich auf.“ Kathy schloss sich an: „Das ist ein großes Problem. Du könntest ihm ja in den Rechner pissen, `tschuldigt , aber ist doch wahr, der doch hat bestimmt irgendwo Kopien.“ – „Ja, den müssen wir anders drankriegen!“, merkte Heike wieder an. „Zieht Charly nicht so stark mit rein, als Lockvogel etwa.“, mahnte Lioba an. „Wir passen auf deine Liebste auf.“ – „Nee, nicht deswegen, wir sind nicht, falls du das meinst, er ähm sie hat schon genug mitgemacht, ich fürchte viel kann sie nicht mehr verkraften, sag doch auch was.“ Lioba blickte mich an. „Irgendwie habe ich Angst, wieder zur Arbeit zu gehen. Am liebsten würde ich kündigen. Ich brauch aber auch das Geld.“ Es ging eine Weile hin und her. Heike setzte sich engagiert für Rache ein. Kathy suchte nach brauchbaren Lösungen. Lioba äußerte immer wieder ihre Besorgnis, und versprach sich nach einem anderen Job für mich umzusehen. Ich wurde wieder etwas trübseliger. „Zieht dich unser Gespräch runter?“, Kathy hatte das wohl zuerst bemerkt. „Irgendwie kommen die Bilder zurück. Das fühlt sich nicht gut an.“ – „Wir fahren jetzt besser“, sagte Kathy daraufhin mit Blick auf Heike.

Als die beiden gegangen waren, ohne dass wir eine Lösung gefunden hätten, fragte mich Lioba beim Aufräumen. „Charly, hast du was dagegen, wenn ich noch mal bliebe?“ Ich blickte sie mit einem Lächeln an und dachte, was war das heute mit Doreen und wie bringe ich das mit Lioba zusammen. Solche Probleme kannte ich aus meinem Leben als Mann nicht. Ich musste schnell antworten. „Nein, am Wochenende hat mir es gut gefallen. Ich glaube heute Nacht kann ich dich gut als Gesellschaft gebrauchen. Das war lieb von dir, heute Morgen zu mir zu kommen. Ich glaube, du hast mir sehr geholfen.“ Sie lächelte, kam zu mir rüber und nahm mich in den Arm. Wir drückten uns eine Weile. Ich räumte noch den Geschirrspüler ein, verlosch das Licht in den Räumen der unteren Etage und ging dann ins Bad. Lioba hatte sich inzwischen fürs Bett fertig gemacht und lag schon darin. Ich legte mich in meinem Nachthemd neben sie. Als ich die Bettdecke hob, sah ich sie war unbekleidet. „Leg dich hin“, flüsterte sie. Mein Herz pochte. Was würde werden und was sollte ich ihr sagen. „Du ich hab dich heute mit Doreen in der Stadt gesehen. Ich weiß aus unserem Pilatesclub, dass die ab und zu spontan Frauen aufreißt. Ich weiß nicht, aber ich wünsche, mit dir war das allenfalls ein Quickie.“ Ich war platt. „Komm küss mich.“ Sie zog mich an sich heran und ich küsste sie. An diesem Abend war nicht viel mit Kuscheln. Wir lagen eng umschlungen aneinander und küssten uns intensiv. Lioba ließ ihre Zunge mein Gesicht streicheln und immer wieder tauchte sie ein und umschlängelte meine. Sie streichelte besonders meinen Po und meine Hüften. Nach einem besonders heftigen Kuss legte sie eine Pause ein. „Ich würde gern mehr, aber ich weiß nicht so, mit dir als Frau, wie – vielleicht magst du mich beglücken. Ich fände das sehr schön.“ Ich verstand ihren Hinweis und rutschte an ihr abwärts. Dabei küsste ich ihre Brüste. Sie hielt meinen Kopf und steuerte ihn an eine der Warzen. Ich umwölbte den Nippel mit meinen Lippen und saugte daran. Sie stöhnte auf. Ich ließ meine Zunge weiter abwärts gleiten, umspielte ihren nicht so tief gefallenen Bauchnabel. Sie schob mich mit ihren Händen sanft tiefer zwischen ihre Schenkel und hielt ihn sacht fest. Ich begann. Sie öffnete die Schenkel weiter und ich glitt an ihnen abwärts und wieder aufwärts bis zu ihren Lippen. Ich massierte sie mit meinen, ich leckte und rieb meine Nase daran. Ich spürte ihre Feuchtigkeit, ich schmeckte sie. Sie bewegte ihr Becken leicht aufwärts und ließ es wieder sinken. Ich versuchte ihren Rhythmus zu finden und mit ihren Hub- und Senkbewegungen tiefer in ihre Vagina zu kommen, dabei stieß ich immer wieder an ihre feste Klitoris. Jedes Mal schien sie ein Schauer zu durchzucken. Mit einem Mal atmete sie heftiger und presste meinen Kopf mit mehr Druck an ihre Vulva, mir schien fast in. Mitunter blieb mir der Atem weg und ich schien in ihrer Flüssigkeit zu schwimmen. Sie bewegte ihr Becken jetzt mit intensiverem Druck aber nicht mit rascherer Folge. Es erregte mich und als ich hörte wie sie kam, merkte ich es auch. Es schwoll aus ihr heraus und mein Gesicht war sehr feucht geworden. „Oh, Charly, das war wundervoll. Das habe ich so noch nicht erlebt.“ Sie zog mich zu sich hoch. Ich rutschte wieder runter. Ich wollte das Atmen ihres Venushügels fühlen. Sie streichelte meinen Kopf. Wir redeten nicht mehr. Ich schlief so ein. Am nächsten Morgen hörte ich den Wecker und fand mich etwas tiefer zwischen ihren Schenkeln wieder. Meine Füße ragten leicht über den Rand des Bettes.

Es war ein Mittwoch. Lioba schien noch fest zu schlafen. Ich zog mich langsam und vorsichtig aus dem Bett. Im Bad duschte ich rasch, dann bereitete ich unser Frühstück vor. Dabei bemerkte ich, dass es mal wieder an der Zeit wäre im Haus zu putzen. Nun die regelmäßigen Hygiene-Maßnahmen hatte ich gewissenhaft erledigt. Staub auf Türzargen, im Buchregal und an der Heizung war zu sehen. Die Böden mussten mal wieder gewischt werden. Ich nahm gerade die ersten Weißbrotscheiben aus dem Toaster, da hörte ich Liobas verschlafene Stimme: „Charly, komm noch mal ins Bett. Ich möchte nicht so allein aufwachen.“ Ich hatte mich nach dem Duschen nicht weiter angekleidet. In neuem BH-Set kam ich ihrem Wunsch nach. „Du siehst richtig sexy darin aus. Das florale Muster lässt in mir Gärtnerinnenwünsche wachsen.“ Ich legte mich neben sie. Sie umarmte mich, drehte mich auf den Rücken und legte sich auf mich. „Du, ich fand das total schön gestern Abend.“ Sie küsst mich auf eine wunderbar zärtliche Weise. „Lass uns heute zu spät zur Arbeit kommen.“ Ich hatte nichts dagegen einzuwenden. Mein Büro lockte mich nicht. Mit ihren Küssen drang sie weiter auf mich ein. Ja, wie hatte er es in der Schule gelernt? Halb sank er hin, halb zog sie ihn. Wie sie so auf mir lag, schob sie ihre Hände unter meinen Po und zog mein Becken an sich ran und ließ es wieder los. Dann fand einer ihrer Finger, das, was Carmen zuletzt meinen Kitzler genannt hat. Als sie mich daran berührte, spürte ich starke Erregung. „Oh, das gefällt dir.“ Mit ihren Oberschenkeln drückte sie sich zwischen meine Schenkel. Im Wechsel schob sie ihr Becken nach und streichelte an meinem Kitzler. Dann hob sie mein Becken an und schob ihres leicht zurück. In Wellen zuckte die Erregung durch mich. Ihre schienen höher zu wogen. Bei jeder Berührung meines Kitzlers glaubte ich, gleich ginge es los. Und dann wieder nicht. Es steigerte sich ins Unerträgliche und ich unterstützte ihre Bewegungen, damit der Wechsel sich beschleunigte. Sie hielt dagegen. „Langsam Charly“, sie stöhnte es mir mehr ins Ohr, als dass sie es mir gesagt hätte. Bald darauf entluden sich unsere Spannungsbögen in lauten Tönen. Mein Kitzler war danach unempfindlich. Ich spürte, wie Lioba mit etwas Festem in meiner Vagina lag. Ich war dort wieder feucht geworden. Lioba keuchte noch in langen Atemzügen. „Oh, das war wieder schön.“ – „Sind wir jetzt ein Paar?“ Meine Frage schoss mir durch den Kopf und sauste von meiner Zunge. „Ach, Charly, ich finde das ja total schön mit dir, so alles – nur ich weiß nicht. Magst du Katzen?“ Ich verstand nicht so Recht, was diese Frage bedeuten sollte. „Ich hatte noch nie eine.“ – „Verstehe. Und wie ist das mit Doreen.“ – „Mit Doreen?“ –„Na, hast du mit der auch geschlafen.“ – „Sie hat mich verführt.“ – „Sag ruhig, vernascht. Dafür ist sie bei uns im Club bekannt.“ In welche Richtung würde das Gespräch jetzt gehen. Hatte Lioba sich so schnell ausgetobt und würde sie auf Distanz gehen? Ich wusste ja selbst nicht, was ich wollte. Doreen, Lioba, das war wieder so über mich gerollt. Auch wenn es schöne Brandungen waren, von denen ich überspült wurde. „Du, Lioba, das ging alles so schnell, das war nicht so wie mit dir.“ Da hatte ich nicht gelogen. Doch wenn ich ehrlich gewesen wäre, hätte ich wohl sagen müssen, der Sex mit Doreen war für mich wilder gewesen. „Na, ist mir auch egal. Mit dir körperlich aktiv zu werden, das hat mich umgehauen. Nur ich weiß nicht, ob ich das kann, mit einer Frau oder einer die dazwischen ist. Das ist mir bei Tag zu viel. Vielleicht noch. Ich weiß nicht. Lassen wir die Dinge laufen.“ Das schien also geklärt. Sie entzog sich mir. Als sie aufstand, sah ich ihre Klitoris war immer noch versteift. Sie ragte zwischen ihren Lippen hervor. Ich war beeindruckt, sagte aber nichts. Sie verschwand in der Dusche. Ich machte mich unten noch einmal schnell frisch und legte mein Make-up an. Wir frühstückten kurz und fuhren dann getrennt zur Arbeit. Ich im Colt und sie im BMW.

Die Arbeit war an dem Tag unspektakulär. Mein Chef beachtete mich nicht weiter. Kurt war auch nicht da. Heike und Kathy begrüßten mich freudig und versprachen auf mich aufzupassen. Kurz vor Mittag kam der Chef in unseren Bereich. Heike war vorne in der Technik und Kathy musste dringend aufs Klo. Das nutzte er wohl aus. „Will mal sehen, wie du hier zu Recht kommst. Scheint gut zu sein. Beschwerden liegen nicht vor. Die Warteschleife ist nicht mehr allzu lang, wenn überhaupt.“ Während er das sagte, schlich er um rum. Plötzlich beugte er sich vor und steckte mir was in die Bluse. „Hast du wohl vergessen. Heute liegt nichts an. Morgen Früh kommst du kurz in mein Büro, was tippen.“ Und schon war er wieder verschwunden. Nein das war keine Halluzination. Ich fischte einen 50Euro-Schein aus meiner Bluse – dieser Widerling. Ich schmiss das Geld in den Papierkorb. „War was?“ Heike kam zurück. „Der Alte war hier.“ – „Oh, und.“ – „Nichts, soll morgen früh in sein Büro kommen.“ – „Na da sind wir ja auch hier, wir passen auf dich auf.“

Wir verließen unser Büro und gingen zur Mittagspause in ein in der Nähe gelegenes Bistro. Dort trafen wir auf zwei meiner Pilates-Freundinnen. „Hey, Charly“, sie winkten mich an ihren Tisch. Ich blickte auf die beiden anderen. „Ach geh nur. Wir haben uns ja den ganzen Tag.“ So setzte ich mich zu den beiden. Ich sah Heike und Kathy angeregt die Köpfe zusammenzustecken. Sie schienen mich nicht so sehr zu vermissen. „Du Charly, wir reden grad über unsere Freunde. Kannst ruhig zuhören, du kennst sie nicht und wir haben im Duschraum ja auch keine Geheimnisse.“ Fiona, ihr Name fiel mir ein, als ich ihre Stimme länger hörte. Andrea, so hieß die andere, fügte hinzu: „Es ist ein bisschen heikel, du wirst das schon verkraften.“ Fiona sprach weiter: „Seit unserem letzten Gespräch ist einiges geschehen.“ – „Bei mir auch.“ Ich ließ die beiden reden, worauf sie wohl hinauswollten. Ich war neugierig. Fiona erzählte von Internet-Recherchen. So ganz konnte ich nicht folgen. Es waren auch mehr Andeutungen. „Dann habe ich es mal ausprobiert. Meiner war ja auch oft etwas ruppig zu mir und erwartete ja auch Sex in Momenten, in denen ich eigentlich zu müde war.“ –„Mach es nicht zu spannend, ich weiß, was Henry für einer ist.“ Fiona setzte neu an: „Also ich habe ihn erst mal in meinem rosa Negligée angemacht. Er blickte vom Fernseher auf und folgte meinen Bewegungen in unser Schlafzimmer. Ich hob das Negligée an und zeigte meinen String. Ich konnte sehen, wie seine Hose beulte. Er ließ sie an seinen Beinen ab gleiten. Ich holte hinter meinem Rücken zwei Handschellen hervor und sagte: `Heute mal was Neues´?“ – „Und er hat eingewilligt.“ –„Er war leicht angetrunken und ahnte nichts. Er legte sich aufs Bett. Ich legte ihm eine an seine rechte Hand und dann hob ich seinen Arm an, zog an der Handschelle, er folgte meiner Armbewegung und schwupps war er am linken Pfosten angekettet. Da guckte er das erste Mal verdutzt. Ich legte mich über ihn und küsste ihn. `Du gehst heute aber ran`, hörte ich. Es war ihm wohl unbequem geworden und er hatte seinen linken Arm unter seiner Brust durchgezogen. Schnell befestigte ich die andere Handschelle und kettete die linke Hand an den rechten Pfosten. Jetzt hatte ich ihn fast da, wo ich ihn haben wollte. Ich stand auf und holte, was ich noch brauchte. Er konnte es nicht sehen. Ich nahm zwei weitere Handschellen und kettete beide Beine an die unteren Bettpfosten. Ich nahm das Gleitmittel, betünchte einen Tampon, sagte ihm, es sei Hygiene und schob im das Tampon hinten rein. Er beschwerte sich, wollte wissen, was ich gemacht habe. Ich sagte es ihm. Er fluchte. Ich lachte. Das Fädchen guckte noch raus. Ich knotete noch ein etwas Längeres daran. Streifte mir ein Kondom über den Zeigefinger meiner rechten Hand und setze mich neben ihn. Als ich meinen Finger einschob und den Tampon tiefer drückte, beobachtete ich ihn. Er biss die Zähne zusammen. Ich schob meinen Finger hin und her. Seine Miene änderte sich. Es schien ihm zu gefallen. Ich zog etwas an dem Faden des Tampons. Er fluchte. Es schien zu schmerzen. So schlimm konnte es nicht sein. Bei mir ist es auch manchmal unangenehm. Muss sich halt erst richtig voll saugen. Ich rieb wieder und suchte die beste Stelle. Ich merkte sofort als ich sie gefunden hatte. Du hättest auch geglaubt er sei ein verkappter Schwuler. Der hat am ganzen Körper gezuckt und mir seinen Po entgegengestreckt. Ich wechselte den Fingerdruck. Ich hatte ihn voll unter Kontrolle. Er war mit total unterlegen. Das habe ich genossen. Dann habe ich es ihm gegeben. Es dauerte fünf Minuten, dann hatte er einen Orgasmus. Ich zog danach den Tampon raus. Da war zwar Gegendruck, die Fäden hielten aber. Nach kurzer Zeit war es draußen. Ich steckte ihn in das Gummi, welches ich mir dabei vom Finger streifte. Ich hätte auch noch auf das andere Spiel Lust gehabt. Du weißt schon. Ich wollte das Bett nicht einsauen. Ich legte ihm das Gummi vor die Nase. Ich sagte ihm, es sei sein Dildo gewesen. Er hat es echt geglaubt. Die Fesseln habe ich erst kurz davor gelöst, bevor er mich stark angefleht hatte, weil er aufs Klo müsse. Das war nicht gelogen.“ – „Und hinterher?“ – „Ich bin schnell in meine Wohnung gefahren. Er hatte mir schon auf die Mailbox gesprochen. Wir könnten das ruhig wiederholen. Da war ich baff.“ – „Bei nächsten Mal musst du es halt machen, wie ich am Sonntag mit Kurt.“ Oh, war Andrea die Freundin von unserem Kurt? Ihre Geschichte erklärte zumindest, warum er gefehlt hatte. „Ich hab mir ein Umschnalldildo besorgt. Als ich in ihm drin war, spürte ich auch einiges an mir. Der Dildo funktionierte nach beiden Seiten. Ich ließ es langsam angehen. Ich merkte, er bewegte seinen Po mit, er streckte ihn mir entgegen. Du in den Experimenten mit den Ratten in unserem Büro, da machen das die Weibchen ganz ähnlich. Der Gedanke schoss mir durch den Kopf. Die strecken auch ihren Po etwas hoch und wippen zurück. So wie Kurt. Nach einer Weile wurde ich intensiver und wir kamen fast zur gleichen Zeit. Hinterher war es ihm peinlich, von der Freundin gevögelt worden zu sein und das in der unterlegenen Position. Hab ich ihn halt missioniert. Mal sehen, was daraus wird.“ Was hatten die mir da erzählt. Sie sahen mich beide verschmitzt an. „Na Charly, hast du Lust auf einen Dreier? Wir sind Expertinnen.“ Sie lachten beide. Trieben sie ihren Spaß mit mir? „Nimm es nicht so ernst“, sagte Fiona, „das war nur ein Scherz.“ Im Büro war danach zwar viel Arbeit, aber es ereignete sich nichts Ungewöhnliches. Abends telefonierte ich mit Lioba. Irgendwie war da ein wenig die Luft raus. Vielleicht war ich aber auch nur paranoid und überdreht. Ich beschloss früh schlafen zu gehen.

Der Donnerstag war ein Katastrophentag. Mein Frühstück war kurz aber herzlich. Ich genoss den Morgenkaffee und war dann pünktlich im Büro. So gegen 10 Uhr telefonierte mich der Chef ab und zitierte mich in sein Büro. Ich gab Kathy und Heike ein Zeichen. Sie würden abwechselnd am Büro vorbeikommen. Wenn sie etwas Verdächtiges hören sollten, würden sie sofort intervenieren. Der Chef gab mir einige Akten, die ich in das Word-Format übertragen sollte. Ich legte los. Alle geschätzten fünf Minuten trappelten draußen auf dem Gang Schritte. Den Chef schien das nicht zu irritieren. Er stand aber von seinem Tisch auf und ging zur Tür, rüttelte am Griff. Ich hatte gedacht, er würde hinausgehen und nicht so auf ihn geachtete. Das Rütteln hatte ich gehört. Ich kam gut voran. Mein Chef fing an zu sprechen. „Charly, das hat mir mit dir gefallen. Schade, dass du die Nerven verloren hast. Na, der verlorene Sohn ist ja wieder da. Mit den Tussen von hinten hätte ich so was nie gemacht. Die hätten noch zugebissen. Ich steh auf Jungs. Hast du das nicht gewusst? Ich dachte, das wäre klar. Jetzt weißt du es.“ Ich tippte emsig weiter und versuchte nicht so richtig zuzuhören. Was er weiter sagte, hörte ich nur in Versatzstücken. Plötzlich stand er hinter mir. „Heute richtig.“ Ich drehte mich erstaunt um. Er fasste mich unter den Armen und riss mich hoch. Draußen an der Tür rüttelte jemand. Die Tür ging nicht auf. Er musste sie verschlossen habe. Er drückte meinen Oberkörper über den Schreibtisch. „Wehr dich nicht, dann tut es nicht weh.“ Reflexartig hatte ich am PC den Voicerecorder eingeschaltet. Er hob meinen Rock an, riß den Slip auseinander und drängte mit seinen Beinen zwischen meine. Was weiter geschah, weiß ich nicht genau. Ich musste ohnmächtig geworden sein. Als ich wieder zu mir kam, war er verschwunden. Mein Slip lag auf dem Boden und ich blutete am After. Mir wurde wieder ohnmächtig. In dem Moment kamen Kathy und Heike. Ich hörte nur noch, „wir haben schon die Polizei verständigt.“ Hinterher erzählte sie mir, Kathy habe an der Tür gerüttelt. Als diese sich nicht öffnen ließ, sei sie schnell zu Heike gerannt. Die habe sofort die Polizei angerufen und vor Wut gegen ihren Computer getreten.

Als ich wieder zu mir kam, knieten eine Polizistin und ein Notarzt neben mir. Die Polizistin fragte den Arzt: „Sie ist doch transportfähig.“ – „Ja, ist zwar ungewöhnlich, aber ich würde bestätigen, anal vergewaltigt.“ – „Wer vergewaltigt denn eine Frau anal?“, fragte die Polizistin. „Sieht zwar fast so aus, sie durchlebt auch ähnliche negative Erfahrungen, ist aber keine.“ Der Notarzt klärte die Polizistin auf. Sie erschrak wohl ein wenig. „Ach ist doch egal, vergewaltigt ist vergewaltigt.“ Dieses Wort erschrak mich. Der Notarzt half mir auf. Kathy lieh mir einen Slip, den hatte sie wohl zuvor angehabt. “Unter der Hose brauche ich den nicht unbedingt. Ich fahr gleich nach Hause. Hier arbeite ich nicht mehr.“ Sie reichte mir auch eine Binde, die ich hinten einlegte, um die Blutungen aufzusaugen. Der Chef wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Die Polizistin fuhr mich ins Krankenhaus. Es wurde ein ärztliches Gutachten benötigt. Die einzige Expertin für solche Fälle war eine Gynäkologin. Im Untersuchungsraum bat mich die Krankenschwester tatsächlich auf den Stuhl. Ich musste den Slip ausziehen und die Beine hochlegen. Die Ärztin kam herein. „Ach sie sind das, wieder festgeklebt.“ Es war die Ärztin, die Carmens und mein Malheur hatte begutachten sollen. So sah man sich wieder. Sie zog sich Handschuhe über und betastete meinen After. „Eindeutig Gewalteinwirkung, Hämatome, die Vorhaut ist auch eingerissen und am Anus sehe ich auch kleine Risse. Rabiates Vorgehen. Schwester, machen sie sie fertig.“ Die Ärztin grinste als sie ihren Bericht schrieb. Die Krankenschwester legte eine Binde an und tapte die fest. Ich durfte meinen Slip wieder einziehen. Ich dachte noch, wie entwürdigend auf diesem Stuhl. Ich befürchtete, gleich holte die Ärztin eine Spritze hervor und würde mich, wie ich es im Fernsehen schon mal gesehen hatte, gleich einem Tierarzt inseminieren. Ich war froh, den Untersuchungsraum verlasssen zu können. Draußen auf dem Flur wartete Lioba. „Die beiden haben mich verständigt. Ach, Scheiße, was verfolgt dich nur?“ Die Ärztin schrieb mich zwei Wochen krank. Nun, immerhin. Da ich ohnmächtig gewesen war, hatte ich nichts miterlebt. Es schmerzte zwar, und auch das Gefühl missbraucht, als Instrument genommen und mit Gewalt behandelt worden zu sein, das legte sich wie eine Ölpest auf meine Seele. Trübsinnigkeit zog in mir auf. „Heute kommst du mal mit zu mir.“ Sie brachte mich zu sich. Ich stand ziemlich neben mir. Sie half mir mich auszuziehen, lieh mir ein Nachthemd und ich legte mich hin. Ich spürte noch, dass sie sich ankuschelte, dann schlief ich. Den nächsten Tag blieb ich bis zum frühen Nachmittag bei ihr.

Zu Hause zurück räumte ich erst mal auf. Nachdem ich mich beim Staubwischen, Saugen und Wischen ein wenig ausgepowert hatte, rief ich meine Psychologin an. Sie hatte sogar etwas Zeit. Ich erzählte, was mir widerfahren war. „Das ist ja entsetzlich. Das kann man nicht mit ihrem Ausgeliefertsein an Dominanzen erklären. Das dürfen sie sich nicht einreden. Das ist ganz eindeutig kriminelle Gewalt.“ Sie erzählte mir noch, dass sie in meiner Sache überraschend ein wenig weitergekommen sei. Sie fragte weiter, ob ich mich inzwischen genauer an meine frühe Kindheit erinnern könnte, ob ich etwas Fotos gefunden habe. Ich verneinte, und erklärte ich noch einmal, dass es bis zum zwölften Lebensjahr keine Fotos von mir gebe. Nach Auskunft meines Vaters sie mal bei. einer Aktenentsorgung aus Versehen geschreddert worden seien. Daraufhin sagte meine Psychologin etwas, das ich nicht so genau verstand. Sie sei auf etwas gestoßen. Sie habe eine Kollegin aus der Forensik in Hellerschmausen getroffen und ihr, selbstverständlich anonymisiert, von meinem Fall erzählt. Irgendetwas kam ihr bekannt vor. Sie wollte in ihren Akten noch einmal nachsehen und mich dann informieren. Unser Gespräch endete dann bald. Abends telefonierte ich noch mit Doreen und wir verabredeten uns für den nächsten Morgen zu einem Frühstück in einem netten Café in der Innenstadt. Später rief auch noch Lioba an und wollte wissen, wie es mir ginge und wie ich den Nachmittag verbracht habe. Sie erzählte auch, dass sie sich mit uns viel in Gedanken beschäftigt habe. Sie wünschte mir ganz sanft und lieb eine gute Nacht.
Zuletzt geändert von robotobo am Mi 4. Nov 2009, 20:59, insgesamt 2-mal geändert.

robotobo

Re: Das Geschenk

Post 39 im Thema

Beitrag von robotobo » Sa 31. Okt 2009, 07:09

Am nächsten Morgen wachte ich spät auf und kam hektisch in den Tag. Seltsamerweise hatten mich in den beiden letzten Nächten keine wilden Träume verfolgt. Es sollte sich als Ruhe vor dem Sturm herausstellen. Es klingelte an der Tür. Eine Krankenschwester stand draußen. In voller Schwesternkleidung hielt sie mir eine Sammelbüchse hin und stellte sich kurz vor. Ihre Stimme klang sanft. Sie bat um eine Spende für die Kinderkrebsklinik. Ich hätte mir ihren Sammelausweis vorzeigen lassen müssen. Ich dachte nicht daran. Ich war in Eile. Doreen erwartete mich zum Frühstück. Ich hatte ihr schon eine SMS geschickt, ich käme gleich. Sie hasste Unpünktlichkeit. So wandte ich mich kurz ab, griff zu meiner Handtasche und zippelte am Reissverschluss. Ich spürte einen Stich im Arm. Mir wurde schwarz vor Augen.


Mein Schädel brummte als ich wieder aufwachte. Es war sehr dunkel. Die Stille war unheimlich. Ich lag mit angewinkelten Beinen auf dem kalten Boden. Ich tastete mit meinen Armen um mich. Wände waren nicht zu fühlen. Ich versuchte aufzustehen. Dabei kam ich nicht recht voran. Ich wurde hellwach und panisch. Ich spürte etwas lag um meinen Hals. Ich betastete es mit den Händen. Ich trug ein Halsband. Daran war eine Kette befestigt. Ich rüttelte daran und zog an meinem Fuß. Daraus schloss ich, dass die Kette an meinem Fuß befestigt war. Da schaltete sich das Licht ein. Es wurde grell. Ich war stark geblendet. Laute Musik erklang; Das Staccato bassigen Technosounds. Dann wieder Dunkelheit und Stille. In meinen Ohren dröhnte es noch. Ich betastete mich weiter. Auch von meinem anderen Fuß führte eine Kette zu dem Halsband. Das Licht schaltete sich schon wieder ein. Es wurde wieder sehr laut. Plötzlich stand jemand vor mir, zog mir eine Mütze über den Kopf und rammte mir ein Knebel in den Mund. Es fühlte sich wie ein face-former, den ich früher bei logopädischen Übungen benutzen musste. Die Person, die hereingekommen war, schwieg. Sie befestigte etwas an meinem Halsband. Sie schien sich wieder von mir zu entfernen. Ich bemerkte einen starken Zug an meinem Hals. Fast wurde ich hinterher gezogen. Ich versuchte hochzukommen. In dem Moment zog es stärker an meinem Hals. Fast automatisch kam ich in den Vierfüßerstand, wohl mehr –gang. In dieser unbequemen Art der Fortbewegung spürte ich wie meine Brüste gegen die Oberarme wippten. Zwischen den Oberschenkeln spürte ich allmählich das Kitzeln eines Fadens. Wo war ich hingeraten und warum gerade ich? Ich fürchtete mich.

Ich wurde in einen anderen Raum geführt. Plötzlich spritzte kaltes Wasser auf mich, sehr kaltes Wasser. Ich bibberte, ich zitterte, ich fror. Die Person lachte. Es musste eine Frau sein. Ohne mich abzutrocknen trieb mich die Frau mit leichten Stockschlägen auf den Po aus dem Raum raus. Es ging über einen längeren Flur. Zumindest vermutete ich das. Meine Knie begangen zu schmerzen und ich konnte mir nicht vorstellen, dass es einen so großen Raum geben könnte. Ich wurde lange geführt. Irgendwann stoppte die Frau. Sie trieb mich in einen anderen Raum. Dort musste ich auf etwas hinaussteigen. Es war wohl ein Bett. Danach bekam ich einen Schlag auf den Hinterkopf und verlor das Bewusstsein.


Mein Schädel schmerzte als ich wieder aufwachte. Ich lag auf einem Bett – nackt, zugedeckt, an Armen und Beinen mit Strumpfhosen am den Bettpfosten fixiert. Ich blinzelte um mich. Neben meinem Bett saß eine junge Frau. Sie kam mir bekannt vor. Ich öffnete weit die Augen. Es war Elisabeth. Wie kam sie hierher? Was hatte das zu bedeuten? Erkannte sie mich nicht? Ich spürte meine Perücke war vom Kopf. Meine kurzen Haare kitzelten im Nacken. Das Cap war also auch ab. Sie musste meinen Kopf doch erkennen. Ich rief sie an. „Halt deinen Mund, schmutziges Ding!“ Das war ja – die Stimme schoss mir ins Mark – das war ja, Frau Strass. Ich konnte sie nicht sehen. Ihre Stimme erklang hinter mir. Das alles war doch dreißig Jahre her. Was sollte das? Inzwischen hatte ich Elisabeth genau erkannt. Sie war aufgestanden und lächelte. Ein déja vu? Elisabeths Augen schienen glasig zu sein. Stand sie unter Drogen? Sie lächelte. Frau Strass zog die Decke hoch. Mir wurde kühl. Sie beugte sich vor und berührte mich am Po und zog etwas heraus, hielt es hoch und zeigte es triumphierend Elisabeth. „Ich wusste es genau. Du hast dich nicht geändert, schmutziges Mädchen!“ Sie sprach dann zu Elisabeth: „Deine Schwester ist schmutzig. Da sieh!“ Sie hielt ein Tampon hoch. Ich konnte es sehen, als ich den Kopf auf die andere Seite legte. Ich sah, wie Frau Strass zu Elisabeth ging. „Jetzt, du!“ Elisabeth hob ihren Rock hoch. Warum trug sie einen Rock. Ich wusste, sie hasste Röcke, sie trug lieber Hosen. Unter dem Rock trug sie nichts. Ein blaues Bändchen ragte kurz aus ihrer Vagina. Frau Strass zog daran. Wieder hielt sie ein Tampon hoch. „Du bist sauber!“ Ein Lachen huschte durch ihr Gesicht. „Dein Tampon ist nicht schmutzig.“ Hatte sich das genauso in unserer Kindheit ereignet? Hatte ich das Detail mit Elisabeth vergessen. Oder hatte Frau Strass Elisabeth in ihrem Zimmer untersucht? Ich konnte mich nicht erinnern. Frau Strass nahm meine Schwester in den Arm und knuddelte sie durch. Ja, knuddeln ist das richtige Wort, so war es. „Wir müssen deine Schwester bestrafen!“

Frau Strass setzte sich neben mich und steckte einen ihrer Finger energisch in meinen Anus. Das brannte. Ich stöhnte kurz auf. „Das gefällt deiner Schwester immer noch. Vor Jungs brauchen wir Frauen keine Angst zu haben.“ Ihre Stimme klang eisig. Ihr Finger ruckte hin und her. „Schmutzig, schmutzig“, skandierte sie monoton. Plötzlich stoppte sie. „Ach, das Bestrafen ist von nun an deine Aufgabe, Elisabeth.“ Sie zog Elisabeth zu sich heran. „Setz dich her. Hier nimm den Tampon und führe ihn in deine Schwester ein. Schieb es weit rein! So ist es hygienisch. Du bist ja ein sauberes Mädchen.“ Elisabeth war gehorsam. Frau Strass holte von einer Kommode eine Schüssel. Sie tauchte eine Hand von Elisabeth kurz ein und stellte die Schüssel zurück. Ölig glänzend zog Elisabeth ihre Hand zurück. „Hab keine Angst. Das tut nicht weh.“ Sie strich Elisabeth über den Kopf und dann legte sie Elisabeths Hand auf meinen Po. Die Hand fühlte sich warm an. „Hinein den Finger, nur zu, das tut nicht weh.“ Sie half nach. Schließlich steckte Elisabeths Finger in mir. „Jetzt ziehst du ihn etwas raus, und wieder rein.“ Frau Strass saß hinter Elisabeth. Sie umarmte sie, hatte ihr unter die Bluse gegriffen und schob ihre Brüste in dem Rhythmus des Rein und Raus hoch und runter. „Du bist mein liebes Kind. Früher bist du in mein Bett gekrochen“, ihre Stimme klang plötzlich so sanft wie die der Krankenschwester an meiner Tür, „du hast deinen Kopf auf meinen Bauch gelegt und ich habe dich gestreichelt. Wir waren glücklich. Ich habe deine Schwester bestraft und du hast zugesehen. Bis dein Vater …“. Sie brach ab, stand auf und ging ums Bett. Vor dem Kopfende stapelte sie ein paar Matratzen auf. Sie legte sich darauf und spreizte ihre Beine. Sie schob sich mir näher. Sie schob ihre Füße neben meine Hüften, die Knie standen neben meinen Schultern. Der vordere Saum ihres Schwesterkleids fiel in meinen Nacken. Sie trug einen Knopfbody. Sie öffnete die Knöpfe. „Elisabeth, heute bezahlt deine Schwester bei mir. Morgen wieder bei dir. Mach nur weiter. Strafe muss sein.“ Die Stimme war wieder hart. Der Geruch, der mir entgegen kroch, erinnerte mich an die Nacht im Gefängnis. Frau Strass rückte näher. „Heb deinen Kopf, fang an!“ Ich blickte hoch, zwischen den aufgestellten Beinen ihrer Vagina entgegen. Was blinkte da? Wie hatte sie das gemacht? Ihre Schamlippen trugen innen stählerne Gebissprothesen. Mit welcher Haftcreme immer sie befestigt waren, als Frau Strass ihr Becken vorschob, gingen die Lippen auseinander; die Zahnreihen öffneten sich. „Fang endlich an!“ Was würde geschehen, wenn ich es täte? Die gezahnte Vagina schreckte mich. Frau Strass robbte mir etwas entgegen. Ihre Hände reichten an meinen Kopf. Sie zog an meine Ohren und versuchte mich ran zu ziehen. Sie gab Elisabeth die Anweisung mich etwas vorzuschieben. Ich sperrte mich dagegen. Elisabeth trieb ihren Finger ruckartig tief in mich hinein. Ich machte einen kleinen Satz nach vorne. Es war ein Reflex. Ich war jetzt der Gebiss-Vagina sehr nahe. „Fang an, kleines Ding, Frau Strass kann es nicht länger erwarten.“ Der Ton wurde herrisch.

In dem Moment hörte ich ein Krachen. Ganz andere Gerüche drangen an meine Nase. Laute Kommandos wurden gebrüllt. Ein S.E.K. befreite mich. Doreen musste die Polizei alarmiert haben. Nachdem sie eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte, stellte sich heraus, dass Frau Strass wohl meine Handtasche mitgenommen hatte. Aus welchem Grund auch immer. So konnte mein Handy geortet werden. Später erfuhr ich, dass ich drei Tage lang entführt war. Frau Strass war aus der forensischen Klinik in Hellenschmausen ausgebrochen. Sie hatte einen Freigang genutzt. Als die Polizei hörte, dass Doreen mich vermisste, schalteten die Beamten wohl sofort. Vermisstenanzeigen wurden nicht so schnell bearbeitet. Was war in meinem Fall anders. Warum hatte die Polizei so reagiert? Das fragte ich mich erst am Abend. Nachdem Frau Strass abgeführt worden war, kümmerten sich Beamtinnen um mich und meine Schwester. Sie wurde kurze Zeit später mit dem Notarzt ins Krankenhaus gefahren. Die Beamtin löste meine Fesseln, reichte mir eine Decke. Meine Kleidung war nicht auffindbar und hätte ohnehin noch von der Spurensicherung untersucht werden müssen. Doreen kam herein. „Charly, meine Charly“. Sie war den Tränen nah. So hatte ich sie noch nicht gesehen. Doreen nahm mich in ihre Arme und drückte mich fest an sich. Ich fühlte ihre Tränen an meiner Schläfe. „Ich hatte solche Angst um dich.“ Da löste sich meine Spannung, der starre Schrecken fiel von mir, ich heulte haltlos. „Ja wein nur, wein nur.“ Doreen hielt mich umschlungen. Es dauerte eine Weile. Schließlich bat uns eine junge Beamtin schließlich aus dem Raum. Die Spurensicherung war da. Doreen trug mich hinaus. Sie hob mich an, ich legte meine Hände um ihren Nacken, sie ihre Arme unter meine Schulter und meine Oberschenkel. Vor dem Gebäude aus dem ich getragen wurde, wartete ein Krankenwagen. Zur genaueren Untersuchung wurde ich ins Krankenhaus gefahren. Wieder durfte die Gynäkologin an mich ran.

Im Krankenhaus, ich lag in einem Zweibettzimmer, das andere Bett war leer, suchte mich die junge Beamtin vom Tatort auf und befragte mich. Ich konnte ihr nicht allzu viel sagen. Ich erfuhr von ihr, dass es in dem Haus keinen langen Flur gab. Ich musste länger im Kreis durch verschiedene Räume geführt worden sein. Als die Befragung beendet war, tauchte ein Gedanke in mir auf. Ich fragte die Beamtin nach Tilla. „Tilla, ach die ist in der letzten Woche endlich vom Dienst suspendiert worden. Sie wurde erwischt, wie sie einen Untersuchungshäftling misshandelt hat. Auf wirklich eklige Weise. Da steht wohl noch einiger Ärger an.“ Mit solch einer Nachricht hatte ich nicht gerechnet. So etwas wie Genugtuung spürte ich. Als Doreen wieder ins Zimmer kam, bemerkte sich wohl eine Veränderung an mir. „Geht es dir wieder besser?“ - „Ja, es ist ja vorbei. Endlich vorbei.“ Ich musste den nächsten Termin bei meiner Psychologin unbedingt vorziehen. Unbedingt. Ich bat Doreen auch noch Lioba zu verständigen. „Lioba, wer ist Lioba? Muss ich mir Sorgen machen?“ Mir dämmerte es. Da standen noch andere Probleme vor mir. Verletzte Gefühle? Überschätzte Gefühle? Unbekannte Entwicklungen? Das Beruhigungsmittel wirkte. Ich schlief ein.

Am nächsten Morgen wachte ich auf. Ich hatte völlig die zeitliche Orientierung verloren. Ich fragte die Schwester, die hereinkam nach dem Wochentag. Sie lächelte mich an und fragte erst einmal wie ich angeredet werden wollte. Ich läge auf der Frauenstation, ob es O.K. sei, wenn sie mich als Frau anrede. Ich nickte. In einer stillen Viertelstunde müsse ich ihr etwas von mir erzählen. Solch eine Frau hätten sie noch nie auf ihrer Station gehabt. Ich musste aufstehen. Das gelang mit etwas Mühe. Meine Muskulatur musste sich sehr verspannt haben. Wie lange ich wohl in der Fesselung hatte verharren müssen? Die Schwester bezog das Bett neu und brachte mir Frühstück. So gegen 10 Uhr, ich hörte die Zeitansage im Krankenhausradio, kam die Gynäkologin zu mir. „Wir behalten sie zur Beobachtung noch zwei Tage hier. Solch ein Erlebnis bringt oft posttraumatische Folgen mit sich. Wir haben sie hier untergebracht, bei ihrer Oberweite hätte sie auf der Männerstation nur Klamauk ausgelöst. Wir dachten, es sei in ihrem Sinn.“ Ich nickte. Sie sprach weiter. „Ich möchte mich erstmal bei Ihnen entschuldigen. Die Szene vor einigen Wochen ist mir im Nachhinein sehr unangenehm. Auch ihre letzte Untersuchung war wohl nicht so schön für sie. Tut mir leid, ich war kurz vor Schluss vor einer 36Stunden-Schicht und offensichtlich nicht so sehr emphatisch. Ich habe mich inzwischen mit den Hintergründen der Transsexualität befasst und kann ihre Intention besser verstehen. Haben sie inzwischen überlegt, ob sie sich operieren lassen wollen. Diese Uneindeutigkeit brächte mich doch immer wieder in Schwierigkeiten, dass müsste ich doch sehen.“ – „Nein, über solche Maßnahmen habe ich noch nicht nachgedacht. Ich wüsste auch nicht was ich operieren lassen sollte.“ –„Ja, da haben sie Recht. Als Mann ist das Leben doch auch sehr schön, vielleicht sogar immer noch etwas einfacher.“ Was immer sie sich dabei dachte. Ich sagte ihr, ich würde mich mit meiner Psychologin besprechen. „Ja gut, wenn sie danach mehr wissen, geben sie einfach Bescheid. Wir haben neuerdings einen Chirurgen hier im Haus, der in diesem Bereich viele Erfahrungen hatte. Er wollte zwar nicht mehr. Es widere ihn an, sagte er. Aber Brust-OP´s macht der ganz routiniert. Da bräuchte ich mir überhaupt keine Sorgen machen.“ Danach ging sie aus dem Zimmer.

Kurz darauf wurde eine weitere Patientin in das Krankenzimmer geschoben. Sie nicht bei Bewusstsein. Sie schlief wohl noch. „Frisch operiert“, sagte die Schwester, die sich als Lisa vorgestellt hatte, zu mir. Sie kam an mein Bett. „Vielleicht können wir uns gleich in der Cafeteria treffen. Sie dürfen aufstehen. Und ein Café wird ihnen wohl tun.“ Einerseits war das ein schöner Hinweis, ich war mir aber nicht sicher, ob sie an mir ihre Neugierde auf das Leben einer Außerirdischen befriedigen wollte. Ich überlegte nur kurz und sagte dann zu. Ich stieg aus dem Bett und sah, dass ich ein rosafarbenes Nachthemd mit Spitzen trug. „Ihre Freundin hat ihnen dieses süße Nachthemd gebracht. Ich habe es Ihnen im Schlaf übergezogen.“ Sie reichte mir noch einen dünnen Morgenmantel aus weißer Seide. „Ihre Freundin hat wirklich Sinn für Geschmack.“ – „Wen bitte meinen sie?“ – „Haben sie mehrere?“ – „Ich bin Single.“ – „Da haben sie aber eine besondere Freundin, diese große, ich glaube ihr Name war Doreen. Sie hat in der ersten Nacht an ihrem Bett gesessen.“ Da war ich erstaunt. Ich hätte es eher von Lioba erwartet. Doch, da fiel es mir ein, hatte sie überhaupt irgendwer benachrichtigt? Ach, ja, ging es mir nach einem kleinen Moment durch meinen Kopf, ich hatte doch Doreen darum gebeten. Die dunkle Wolke verzog sich. Schwester Lisa verabschiedete sich und ging in Richtung Schwesternzimmer, wies mir aber zuvor noch die Richtung an, in die ich zur Cafeteria kommen würde.

Schwester Lisa hatte vollauf Recht, die Bewegung hatte ich bitter nötig. Bei jedem Schritt schmerzten die Muskeln in den Beinen und im Rücken. Meine Schultermuskulatur war auch noch reichlich verspannt. Nach wenigen Schritten musste ich mich an einem Stuhl abstützen, der auf dem Flur stand. Ich legte eine kurze Pause ein und ging weiter. Schwester Lisa hatte mich rasch eingeholt. „Das geht ja gar nicht. Macht Ihnen etwas besondere Beschwerden?“ Ich erklärte ihr kurz mein Befinden. Schon sackten mir die Beine weg. Schwester Lisa konnte mich gerade noch auffangen und abstützen. „Warten sie. Setzen sie sich hier. Ich hole einen Rollstuhl.“ Was war das bloß? Das konnte doch nicht an den verspannten Muskeln liegen. Lisa brauchte nicht lange und hatte mich auch souverän in den Rollstuhl gesetzt. Ich unterstütze so gut ich konnte. „Das wird wohl so etwas sein, wie posttraumatischer Stress. Ihre Beine spielen im Moment einfach nicht mit. Ich glaube, sie brauchen vor allem noch mehr Ruhe. Gut das sie hier liegen können.“ Auf dem Weg zur Cafeteria eröffnete sie unser Gespräch. „So in dem Nachthemd, mit diesem schicken Morgenmantel wirken sie überzeugend als Frau.“ Sie flüsterte über mich gebeugt. „Hier auf der Frauenstation hat das noch niemand bemerkt, außer mir der Gynäkologin. Die anderen sind nicht eingeweiht. Und ihre Akte liegt unter Verschluss bei Frau Dr.“ Sie richtete sich wieder auf und wechselte wieder auf normale Lautstärke. „Wollten sie schon immer zu sein?“ Ich hatte keine Schwierigkeiten zu antworten. „Eigentlich nicht. Oder, ich weiß nicht. Da habe ich früher nicht so nachgedacht. In den letzten Wochen erst ist mir aufgefallen, dass es durchaus Gründe in meiner Jugend gibt, die mich schon früher zu dieser Veränderung hätten führen können.“ – „Verzeihen sie mir meine Neugier und hoffentlich bin ich nicht zu aufdringlich. Könnten sie etwas genauer werden.“ – „Ich weiß es selber nur grob. „Ich habe mich nie so für Technik interessiert, kaputte Fahrräder oder Mofas oder wie Automotoren von innen aussehen. Technik musste funktionieren. Und so mit männlichem Sport – ich hab zwar ganz gut Handball gespielt, gehörte aber nie zu richtig zu meinem Team. Die Sprüche in der Umkleide, die interne Konkurrenz, die giftige Einstimmung auf die gegnerischen Mannschaften, cholerische Trainer, die vielen Fouls, die wir absichtlich, taktisch, begehen sollten. Ich hab da immer so Distanz gehabt.“ – „Sie reden ja wie ein Wasserfall. Sind das die neuen Hormone?“ Sie lachte kurz auf. „Café?“ Wir waren in der Cafeteria angekommen. „Milchcafé“, gab ich zurück. Sie ging an den Tresen und kam mit zwei Milchcafé zurück. „Das geht doch vielen Männern ähnlich. Nun ich kenne zumindest einige, die sich nicht so für Sport interessieren und Technik, na gut Autos, da sind sie stark interessiert, aber sonst so, wenn ich mal wen zum Anbohren brauche, finde ich eher eine Freiwillige unter meinen Freundinnen. Nee so eine wie sie, ist mir neu.“ Sie legte eine Pause ein. Ich schlürfte einige Schlücke meines Café runter. „Wie fühlen sie sich denn so?“ – „Nun, das war ja gar nicht richtig geplant, mehr so eine Art Unfall, na ja ist recht kompliziert. Es lief dann auch nicht so toll an. Ich lernte viele unangenehme Seiten kennen.“ Ich erzählte ihr von meinem ersten Schwimmbaderlebnis. „Ja gut, so sind die Kerle halt manchmal. Mit ein bisschen Gewöhnung geht das schnell in die Nichtbemerkung über.“ – „In meiner neuen Körperlichkeit habe ich mich eingelebt. Manches konnte ich genießen. Doch in der letzten Woche prasselten wieder sehr unangenehme Dinge auf mich ein.“ – „Haben Sie denn auch innere Veränderungen gemerkt? Haben sie jetzt mehr Spaß an Kommunikation?“ –„Das schon. Das liegt aber wohl auch daran, dass die sexuelle Spannung raus ist und Frauen, die mich für Frauen halten, schnell auf mich eingehen und mit mir über dies und das so reden.“ –„Unter Frauen ist keine Erotik im Spiel, meinen sie das.“ – „Es wird wohl auch geflirtet, erotische Spannung? In der Regel nein, das glaube ich nicht.“ – „Na wie sie meinen. Wir müssen jetzt zurück. Gleich gibt es Mittagessen und ihre Psychologin wollte sie dringend sprechen. Sie kommt so gegen 13 Uhr.“ Sie fuhr mich zurück und half mir in mein Bett. Dabei blickte sie auf mein Dekolltee. „Wow, die sind wirklich überzeugend echt“, flüsterte sie mir z u. Im Bett nebenan die Frau war erwacht, hatte sich weggedreht und schluchzte. „Brust-OP“, flüsterte mir Lisa noch zu. „Es musste plötzlich schnell gehen und es war sonst kein Bett mehr frei.“ Was sollte ich neben einer solchen Zimmernachbarin, ich mit meinen – na ja so künstlich waren sie ja auch nicht mehr. Mir war irgendwie mulmig.

Das Mittagessen schmeckte nicht so besonders. Pappiges Kartoffelpuree, lauer Rotkohl und eine Scheibe Schweinebraten, auf einem Plastiktablett, auf einem altweißen Keramikteller. Fleisch hatte ich länger nicht mehr gegessen. Irgendwie hatte ich den Appetit darauf verloren. Ich aß ohne besondere Lust. Kurz nachdem eine neue Schwester, die sich als Carola vorstellte, mein Tablett abgeräumt hatte, kaum meine Psychologin herein. „Ich weiß, ich bin etwas früh. Ich kam schneller durch den Stadtverkehr, als ich es mir vorgestellt hatte, entschuldigen sie.“ Ich sagte, es sei schon in Ordnung. „Nun ich habe wichtige Neuigkeiten für sie.“ Sie rückte näher an mich heran, vergewisserte sich, dass die Frau im anderen Bett weiterhin schlief und sprach leise - aber nachdrücklich. „Sie werden wahrscheinlich weiter nichts über ihre Kindheit erfahren haben? Nun, wie sollten sie auch, in den letzten Tagen. Hatte Sie in ihrer Pubertät, nachdem sie allein mit ihrem Vater gelebt haben, noch irgendein besonderes Erlebnis, eine Krankheit, einen Klinikaufenthalt oder etwas in der Richtung? Nein?“ Ich konnte mich beim besten Willen an nichts erinnern. Ich war normal zur Schule gegangen, an den Wochenenden hatte ich meist widerwillig, auf Druck meines Vaters, mit Sportveranstaltungen zu tun. In den Ferien besuchte ich weitläufige Verwandte oder unternahm Jugendreisen. Nichts weiter Auffälliges. „Nun nach Aktenauskunft muss es, da sollten Sie so vierzehn gewesen sein, da müssen sie für ein paar Tage entführt worden sein. Hier schauen sie mal.“ Sie reichte mir ein erstes Foto. Ich erschrak. Wo hatte sie das her. Ich war darauf zu sehen; Ich als Jugendlicher. Und es war ein Doppeltes, was mich erschrecken ließ. Ich sah mich in einem roten Bustierkleid, mit einer Perücke und Mädchensandalen mit hohen Absätzen. Hatte ich früher schon mit dem Crossdressing angefangen? Und wie konnte ich es völlig vergessen? „Ist das ein echtes Foto? Wo haben sie es her?“ – „Nun, ich weiß nicht so recht, nun gut im schlimmsten Fall sind sie ja hier gut betreut. Ich habe das Foto aus den Akten ihrer Mutter.“ Da war ich baff. „Meiner Mutter? Die ist doch tot!“ Ich war erregt und sprach laut. Erschrocken blickten wir beide zur Seite. Meine Nachbarin regte sich nicht. „Im bürgerlichen Sinn ist sie das. Ihr Vater hat sie entmündigen lassen, da waren sie 12. Biologisch ist sie noch sehr lebendig. Zuletzt ist sie ihnen als Frau Strass begegnet.“
Mein Herz pochte bis unters Kinn, mein Mund begann zu zittern. „Sie werden ja ganz bleich, ich glaube – wir hören besser auf und ich rufe schnell die Schwester, bevor sie mir hier ohnmächtig werden.“ – „Nein, lassen sie. Es geht schon wieder.“ Ich versuchte tief zu atmen, ballte die Faust unter der Bettdecke, spürte den sanften Stoff meines Nachthemds und beruhigte mich. „Dann war sie meine Gouvernante?“ –„Ja, so war es. Ihre Mutter hat eine handfeste borderline-Störung, die jetzt wohl in eine massive paranoide Schizophrenie umgeschlagen ist. Die Schwangerschaft mit ihnen und ihre Geburt muss sie sehr traumatisch erlebt haben und ihre Persönlichkeit ist allmählich in zwei Teile zerfallen. Der gefährliche Teil war Frau Strass. Als ihr Vater einsah, dass sie Behandlung brauchte, kam sie erstmals in eine Klinik. Da waren sie vier. Die Ärzte behandelten sie mit Medikamenten und sie durfte nach einem kurzen Aufenthalt wieder nach Hause fahren.“ Daran erinnerte ich mich plötzlich. Ich sah mich und meine Schwester im Auto unseres Vaters in einen großen Park fahren. Aus der Ferne sahen wir eine Frau im Rollstuhl. Unser Vater sprach mit einer Pflegerin oder war es eine Ärztin und winkte uns heran. Hinterher hatte Elisabeth einen Glanz in ihrem Lächeln. „Woran hat denn mein Vater die Entwicklung meiner Mutter bemerkt?“ – „In den Akten bemerkt er, er habe festgestellt, sie wolle aus ihrem Sohn eine zweite Tochter machen. Er kam wohl eines Tages etwas früher von der Arbeit und muss sie in einem Dress gesehen haben, in das sie zwangsvoll hineingesteckt worden waren. Sie hätten auf dem Küchenboden gesessen und Linsen aufgelesen.“ Ich spürte in mir, es könnte stimmen. Ein Bild von einem Mann, der brüllt, tobt und an mir herumreißt tauchte schemenhaft vor meinen Augen auf. „Sie müssen das alles verdrängt haben. Posttraumatische Amnesie würde ich vermuten.“ Sie pausierte. „Wollen wir einen Café trinken?“ Ich willigte ein und klingelte nach der Schwester. Ausnahmsweise würde sie uns einen Café bringen. Meine Psychologin nahm in der Zwischenzeit etwas aus ihrer Tasche, das wie ein Tagebuch aussah und blätterte darin. Sie sah skeptisch aus. „Nun, ich muss ich noch mehr erzählen. Dies hier ist das Tagebuch ihrer Mutter. Sie hat ihre eigene Verhaltensänderung selbst dokumentiert. Hier schauen sie mal, sie hat auch Fotos eingeklebt.“ Sie reichte mir die in Packpapier gehüllte Kladde. Ich sah Fotos von einem kleinen Mädchen, in Rüschenkleidern mit rosa Strumpfhose, kurzen Röcken sowie Latzkleidern. Auf einer anderen Seite, einem späteren Eintrag sah ich ein Bild mit zwei Mädchen. Das größere trug ein rosa Blumenkleid und schob in einem Buggy ein Kleinkind vor sich. Das war ja ich, das große Mädchen. „Es sieht ganz so aus, als habe ihre Mutter sie hinter dem Rücken ihres Vaters schon als Baby und dann als kleines Kind stets wie ein Mädchen angezogen. Aber nicht nur das. Geben sie mir die Kladde bitte zurück. Ich lese ihnen etwas vor. Wenn die zeitliche Datierung stimmt, waren sie da ungefähr ein halbes Jahr alt. `Die Kleine will immer noch saugen. Es schmerzt so in meiner Brust. Ich kann nicht mehr´. Einen Woche später. `Es wird mir zuviel. Ich dachte, könnte ich sie doch zurückstecken. Ich schob die Kleine zwischen meine Beine und legte ihren Kopf unten auf. Da hat sie wohl meinen Nippel gefunden und daran gesaugt, das war schön entspannend. Das tat mir gut´. Wie immer, sie hat sie eindeutig sexuell missbraucht. Das scheint sie später auch mit ihrer Schwester gemacht zu haben. Ihr Vater bekam von all dem nichts mit. Er arbeitete hart, machte viele Überstunden und kam erst spät abends zurück. Da schliefen sie alle oft schon. Das hat er zumindest so den Ärzten und später vor Gericht so ausgesagt. Was ihn zuerst stutzig gemacht habe, seien tiefe Depressionen gewesen. Situationen, in den ihre Mutter völlig sinnentleert in der Küche gesessen haben muss und durch nichts für irgendetwas zu bewegen gewesen wäre. Nun gut, an das Weitere haben sie sich ja erinnern können. Für eine Weile lag Stille über uns. Was ich gesehen und gehört hatte, ein glatter Durchschuss schwerer Worte und irritierender Bilder, hatte mich niedergedrückt. „Aber wie, wie konnte mein Vater sie als Gouvernante einstellen?“ – „Nun, das ist das Gefährliche an der Borderline-Störung. Mitunter dissoziiert die Persönlichkeit so stark, das die zweite Person nicht mit der ersten identifiziert werden kann. Veränderte Körperhaltung, andere Stimme – und da gibt es ja auch Mittel der Maskerade. Ihre Mutter ist es, ungefähr ein halbes Jahr nach ihrer Einweisung in die geschlossene Psychiatrie, gelungen, wieder freizukommen; aufgrund eines schweren Fehlers des Personals. Ihr Vater hat sie als Frau Strass eingestellt. Ihm ist nichts aufgefallen. Nun, er hatte auch eine bizarre Sexualität und Frau Strass wird wohl gewisse Bemerkungen in diese Richtung gestreut haben. Sie konnten ja auch nächtlich etwas Dergleichen beobachten. Irgendwann ist es ihm dann doch aufgegangen. Den Teil der Geschichte kennen sie ja auch.“ Ein Punkt war noch offen geblieben. Was war das mit meiner Entführung? „Ihrer Mutter ist später erneut die Flucht gelungen und hat sie, insbesondere sie, auf dem Weg von der Schule abgefangen. Ihre Störung hatte sich gefährlich weiter entwickelt. Bei ihrer Befreiung fand die Polizei einen Umschnalldildo und sie hatten Verletzungen im, na sie können sie es sich denken.“ Es schoss mir plötzlich ein Bild vor Augen. Ich lag auf dem Bauch und ein größerer, ein schwererer Körper lag auf mir, deckte mich zu, drückte mich nieder und irgendetwas stach hinten in mich ein, ich hörte die Worte: `Mein Mädchen liegt unten. Mein Mädchen liegt unten´. Mein Herz schlug wieder bis zum Kinn. „Sie mussten danach eine Zeit lang eine Psychotherapie aufsuchen. Beunruhigend war nur, dass sie keine posttraumatischen Folgen zeigten. Es ist nicht auszuschließen, dass ihre persönliche Entwicklung in den letzten Wochen damit zusammenhängt.“ Ich atmete schnell. Ich wurde ohnmächtig.

Christina37

Re: Das Geschenk

Post 40 im Thema

Beitrag von Christina37 » Sa 31. Okt 2009, 11:17

Hallo robinchen ,
wieder ein sehr gelungener Teil . würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen .
LG Christina

Bianca D.
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Re: Das Geschenk

Post 41 im Thema

Beitrag von Bianca D. » Sa 31. Okt 2009, 22:36

Hallöchen,

Super spannend!An dir ist wirklich ein Schriftsteller verloren gegangen!

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial

luna

Re: Das Geschenk

Post 42 im Thema

Beitrag von luna » Fr 6. Nov 2009, 17:35

Hallo,
war lange nicht hier. habe heute deine geschichte gelesen und finde sie wie immer superklasse. Mach weiter so.
Lg luna

robotobo

Re: Das Geschenk

Post 43 im Thema

Beitrag von robotobo » Do 12. Nov 2009, 23:32

Hallo Freundinnen,

hier kommt der vorerst vorletzte teil. Eine weiter Fortsetzung wird es noch geben.

Viel Spass beim Lesen.

)..)c Robotobo )..)c

Die Entscheidung

Vor meinen Augen geschah so viel und es kam mir alles so wirklich vor. Ich schwebte der gezahnten Vagina entgegen, im nächsten Moment lag wieder ein massiger, weicher Körper auf mir, dann stieß ein Glied gegen meinen Mund, es wurde dunkel, meine Schwester hob ihren Rock. Ich wurde geduscht, kalt und von Tilla. Alles ging durcheinander. Ich schwebte im Strudel der Bilder, die sich in rascher Folge ab wechselten. Ein heftiger Stich und alles stürzte ins Schwarze ab.

Als ich wieder aufwachte, saß Doreen an meinem Bett und wirkt sehr besorgt. „Sie kommt zu sich.“ Ich blinzelte und bemerkte die Dunkelheit des frühen Abends. Ich hatte eine Weile geschlafen. Schwester Carola kam an mein Bett. Sie musste am Nebenbett beschäftigt gewesen sein. „Was war denn das vorhin? Wir mussten sie ruhig stellen. Es wirkte beinahe, wie ein epileptischer Anfall. Sie zuckten und krampften in ihrem Bett, unheimlich. Jetzt scheint es ihnen besser zu gehen“. Doreen nahm meine Hand und drücke sie. „Das war wohl doch alles viel. Der Stress zeigt jetzt sein Gesicht. Was wollte denn die Psychologin. Hatte sie Neuigkeiten für dich?“ Ich drehte meinen Kopf zur Seite. „Hey, was ist denn? Du machst mir richtig Angst.“ Ich bekam keinen Satz heraus. Ich konnte einfach nicht. Ich fühlte mich so leer. Sie streichelte über mein Haar. „Wir lassen dein Haar wachsen und verpassen dir dann eine schicke Frisur, Melly hat ein Händchen dafür.“ Ich schluchzte und begann zu weinen. Ich konnte nicht aufhören. Doreen legte sich neben mich und umarmte mich. Als die Schwester wieder rein kam, schaute sie irritiert, Doreen hat mir das später erzählt, als sie aber meinen Zustand sah, winkte sie ab und nickte. Langsam, ganz allmählich verebbten meine Tränen. Schwester Carola kam ins Zimmer und wies auf das nahende Ende der Besuchszeit hin. Doreen löste sich sanft, stieg aus dem Bett und ging zur Schwester. Ich hörte ihre Stimmen, konnte aber nicht verstehen, was sie besprachen. Doreen kam zurück. „Ich kann über Nacht bei dir bleiben. Allerdings soll ich dann neben dir sitzen. Das werde ich wohl machen. Ich kann dich so nicht allein lassen.“ Sie ging aus dem Zimmer. Sie wollte in der Cafeteria einen Café trinken.

Ich legte mich auf die andere Seite und blickte auch das Bett meiner Zimmernachbarin. Sie schlief. An ihrem Bett stand auf dem fahrbaren Seitentisch ein Strauß Blumen, gelbe und weiße Nelken. Sie hatte also Besuch gehabt. Weswegen sie wohl dort lag? Ich sah über das Bett hinweg durch das Fenster die Lichter unserer Stadt. Ich folgte ein wenig den bewegten Blenden des Verkehrs und sann nach. Wie würde ich das Krankenhaus verlassen? Wieder eindeutig als Mann? Sollte ich Doreen die Neuigkeiten aus meiner Kindheit erzählen? Waren es die Folgen der Handlungen meiner Mutter, die den Wunsch Kleider des anderen Geschlechts zu tragen in mich gepflanzt hatten? Oder schlummerte tatsächlich ein anderes Ich in mir? Wer war ich wirklich? Wie könnte ich das feststellen? Ich war so tief in Gedanken versunken, dass ich Doreens Rückkehr überhört hatte. „Der Café hat gut getan. Du sagst ja gar nichts? Wie geht es dir?“ Ich spürte noch einen dumpfen Kopfschmerz und sagte es ihr. „Soll ich nach Tabletten fragen?“ Ich verneinte. „Das wird schon werden. Vielleicht sollte ich mehr Wasser trinken.“

Doreen rückte den Stuhl so zurecht, dass sie mich anblicken konnte. „Irgendetwas bewegt dich doch, ich sehe es dir an?“ Waren mir meine Gedanken so deutlich anzusehen. „Ich denke über das nach, was mir die Psychologin mitgeteilt hat.“ – „Magst du davon erzählen?“ – „Ich weiß nicht, es war sehr heftig. Sag mir doch bitte erst, was dir an mir wichtig ist.“ – „Oh, da muss ich auch erst überlegen, eins weiß ich, auch wenn das oberflächlich ist, ich mag deine Brüste an dir besonders. Die sind so schön geformt. Und einem weiblichen Mann wie dir, stehen sie gut.“ –„Wünschtest du mich mehr als Frau, soll ich so bleiben oder wieder eindeutig Mann werden?“ –„Wenn du in deinem Körper, so wie er jetzt ist, zufrieden bist, gut in ihm leben kannst, dann bleib so wie du bist. Als Frau würdest du sicher auch toll auf mich wirken. Als eindeutiger Mann weniger – da würde mir körperlich was fehlen und anderes zu stark präsent sein. – Heike und Kathy haben mir mal in einer Mittagspause erzählt, sie würden oft vergessen, dass ein Mann mit Ihnen arbeitet. So wie du redest, mit den Kunden umgehst, Anteil an ihrer Arbeit zeigst, verstehen sie dich als Kollegin.“ – „Ach weißt du Doreen, ich weiß, dass ich nichts weiß. Anfangs waren es Fluchten aus meinem Alltag, aus meiner Unzufriedenheit, wenn ich an Carmens Kleiderschrank ging und mich dort bediente. Die leichten Stoffe schmeichelten meiner Haut und meine durch einen BH veränderte Körperform fand ich auch schön. Als ich dann mit Carmen meinen Urlaub plante und den Ausflug ins andere Geschlecht begann, stiegen viele Unsicherheiten in mir auf. Auch Carmens Behandlung, die eine mir bis dahin so nicht gekannte Dominanz zeigte, gehörte dazu. All die weiteren Hinnahmen dominanter Handlungen gegenüber mir, kann ich mir jetzt erklären. Was die Psychologin mir erzählt hat, macht es mir verständlich. Jetzt weiß ich nur nicht mehr, wer das Ich ist, das ich bin.“ Ich erzählte Doreen nicht alle Einzelheiten, aber recht viel von dem, was ich gehört hatte. Sie griff nach meiner Hand und sackte in sich zusammen. „Das ist ja alles schrecklich. Ich dachte, meine Kindheit sei furchtbar gewesen. Meine Mutter, die mir alle Varianten von push-up-BH´s und Wonderbras anbrachte, damit ich wie ein junges Mädchen aussehe, die mich verprügelte als ich mein langes Haar abschneiden ließ; Ich dachte, sie wäre eine Monstermutter. Was ist dann denn deine für eine? - Schrecklich.“ Sie stand auf, ging ans Fenster, blickte eine Weile nach draußen, kam zurück und sagte: „Wer das Ich ist, das du bist, musst du selbst herausfinden. Mir scheint nur, die Frau in dir ist eine liebevolle.“ –„Ach Doreen, ich weiß nicht weiter. Ich werde versuchen zu schlafen. Vielleicht kann ich morgen klarer denken.“ Plötzlich zuckte Doreen zusammen. „Oh, das habe ich ganz vergessen. Jetzt fällt es mir wieder ein. Ich habe Lioba gar nicht Bescheid gegeben. In all der Aufregung habe ich das völlig vergessen.“ Die Medikamente schienen immer noch zu wirken, ich war schnell in einen Halbschlaf getrudelt und hatte Doreens Erinnerung nicht mehr so deutlich verstanden. „Lioba? Was ist mit Lioba?“ Doreen streichelte mir über die Stirn, öffnete ihren Mund und ging zur Tür. Die Augen fielen mir zu.

Ich träumte wirr. Ich sah mich in einem roten Cocktailkleid mit gefranstem Saum an einer Bar sitzen. Um die Stirn trug ich ein schwarzes Seidenband mit einer golden glänzenden Brosche. An der Bar war meine Schwester Elisabeth als Barkeeper in Hosenanzug mit Weste tätig. Sie zog gerade einen Teebeutel aus einem mit rotem Tee gefüllten Glas und schob das Glas der Person zu, die neben mir saß. Diese Person hob das Glas gegen das Licht und sprach: „Schmutzig, wusste ich es doch.“ Es war die Stimme meiner Mutter. Sie blickte mich an und lachte blechern. Dann griff sie nach einer Gerte, drohte mir und ich musste mich niederknien. Meine Mutter hielt die Gerte unter mein Kinn und richtete meinen Blick auf. Sie pfiff und Tilla kam aus dem Dunkel, von hinten, bekleidet mit einem bauchfreien Top. Sie stellte sich mit breiten Beinen vor mir auf, zeigte mir ihre Vulva und beugte ihr Becken vor. Mir blinkte ihre Vagina entgegen. Sie schaffte es ihre Schamlippen so zu kontraktieren, dass die Zähne klapperten. An diesem Punkt wachte ich auf und starrte ins Dunkel. Nach und nach erkannte ich das Krankenzimmer. Ich beruhigte mich und der Traum ging wieder los. Die Personen tauschten die Rollen. Mal hatte meine Mutter, mal Tilla, mal Carmen, mal Elisabeth – ja auch Eileen kam vor – mal hatten alle die gezahnten Vaginas und stets wachte ich auf. Erst in der Morgendämmerung ließ der Traum nach. Ich schlief kurze Zeit; bis zum Morgendefilée der Krankenschwester. Schwester Lisa schaltete das Licht ein und klapperte ins Zimmer. Doreen war nicht da. „Guten Morgen“. Sie stützte mich auf dem Weg zum Klo, meine Beine wollten noch nicht so recht. „Die Ärztin hat Ihnen ab heute Ergotherapie verordnet. Die Therapeutin holt sie nach dem Frühstück ab. Ihre Freundin ist gestern am späten Abend doch schon gegangen.“ Ich fragte, ob ich schon mal einen ersten Café haben könnte. „Na ja, ausnahmsweise.“

Der Café beruhigte mich. Ich saß auf meinem frisch bezogenen Bett und schaute auf die erwachende Stadt. Der Verkehr auf den Straßen belebte sich. Die Abendbeleuchtung verlöschte, graue Wolken zogen über blauen Morgenhimmel. Meine Bettnachbarin hatte sich von mir weggedreht. Ich hörte sie wimmern. War wohl nicht so einfach für sie. Und für mich? Würde es mir leicht fallen, mich von meinen Brüsten zu trennen? Oder war die Frau in mir schon so stark, dass sie nur mit viel Trauer zu beerdigen sein würde? Ich war ratlos und versuchte meine Gedanken zu ordnen. Wie war das noch? Was entschied darüber das ich ein Mann war? Mein männliches Aussehen? Der Penis? Kam mein Interesse an Frauenkleidung nur durch den sexuellen Missbrauch meiner Mutter zustande? Hatte ich nicht in Internetforen gelesen, andere Männer hätten im Jugendalter den Kleiderschrank ihrer Mütter geräubert? Hatten nicht immer die Mütter damit zu tun? Und warum gab es so viele Männer, für die das überhaupt nie ein Thema war? Ich versuchte mich an die schönen Tage als Frau zu erinnern? Zuletzt hatte ich oft Momente erlebt, da kam ich einfach glücklich nach Hause, nachdem ich eine Weile abends allein durch die Stadt spazieren gegangen war. Gelegentlich schauten Jugendliche mich genauer an, doch allgemein schien ich als Frau akzeptiert zu sein. Und ich war so froh im Kleid oder im Rock. An die andere Art der Schuhe hatte ich mich auch gewöhnt. Mit Strumpfhosen waren sogar die eher unbequemen Pumps gut zu tragen. Es kamen aber auch die düsteren Gedanken zurück. Das Gegrabsche im Schwimmbad, die Erniedrigung durch Eileen und durch die Kollegen; Die Vergewaltigung durch den Chef. In dem Moment musste ich daran denken, dass ich neue Arbeit brauchen würde. Schließlich saß mein ehemaliger Chef in Untersuchungshaft. Seine Firma würde wohl bald insolvent sein. Wir brauchten alle neue Arbeit; Kathy und Heike auch. Hoffentlich waren die nicht sauer auf mich. All diese Gedanken arbeiteten in mir. Nebenan die Frau hörte nicht auf zu wimmern. Wie sollte ich da klar denken? Wie sollte ich eine Entscheidung fällen? Musste ich das überhaupt? Meine Psychologin musste noch mal kommen. Ich bat Schwester Lisa, das zu arrangieren. Sie moserte zwar, willigte schließlich aber doch ein.

Nach dem Frühstück stürzte Lioba ins Zimmer. „Was machst du nur für Sachen. Und ich dachte, du hast dich abgesetzt. Willst nichts mehr von mir wissen.“ Sie setzte sich auf mein Bett. Schnell schickte sie eine Hand unter die Bettdecke und tastete in meinem Schritt. „Uff. Alles noch da. Ich fürchtete schon, jetzt machst du ernst.“ – „Hat Doreen dir nichts erzählt?“ – „Gestern Abend kam ihr Anruf. Sie sagte nur mit Tränen in der Stimme, du lägest seit einigen Tagen im Krankenhaus. Mehr weiß ich nicht. Was ist denn los? Du siehst so blass aus? Und warum liegst du hier auf der Frauenstation?“ Zur letzten Frage hatte sie sich nah an mich gebeugt und geflüstert. „Weil ich halt recht feminin aussehe und hier mehr meine Ruhe hätte, meinte wohl die Ärztin.“ Ich erzählte ich grob, warum ich eingeliefert worden sei. „Du warst das. Ich las von dem Fall in der Zeitung. Da möchte ich aber doch mehr wissen, falls es dich nicht stört.“ Ich überlegte, wie ich es erzählen sollte. „Ich habe mir echt Sorgen gemacht, als du dich nicht mehr bei mir gemeldet hattest. Ich fragte mich, ob ich was falsch gemacht hätte. Ich wurde mir auch über meine Gefühle für dich klarer. Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt.“ Sie strahlte mich mit ihrem Frühsommermorgenlächeln an. Ich wusste, ich würde sie enttäuschen, aber ich sprach aus, was mich bewegte: „Lioba, tut mir leid, wenn es so aus mir herausplatzt, für meine Gefühle gegenüber dir oder Doreen, habe ich jetzt keinen Kopf. Mir geht ganz anderes in meinen Gedanken herum. Wer bin ich und was bin ich.“ Ich erzählte ihr, von dem Bericht meiner Psychologin. Viel Zeit hatte ich nicht mehr dafür. Die Ergotherapeutin kam mit einem leeren Rollstuhl ins Zimmer und entführte mich in das Reich der Gymnastikräume.

Die Übungen dauerten eine halbe Stunde. Ich musste einige Dehnungsübungen über mich ergehen lassen und danach ging ich gestützt zwischen zwei Barren 15 Minuten hin und her. Zuletzt empfand ich es als anstrengend und geriet ins Schwitzen. Zum Schluss schmunzelte die Ergotherapeutin und meinte mit ironischem Unterton: „Als Frau müssten sie deutlich beweglicher sein. Insbesondere die Öffnung der Oberschenkel müsste weiter auseinander geschert sein können. Wir werden das in der nächsten Zeit besonders üben. Zu Hause können sie das dann allein fortsetzen.“ Sie brachte mich wieder auf mein Zimmer zurück.

Lioba war noch dort. Sie hatte meine Abwesenheit genutzt, um rund um mein Bett einige Blumenbuketts zu platzieren. Es sah wahrhaft malerisch aus. Ich freute mich. „Schön, das es dir gefällt. Ich wollte die Tristess hier ein wenig durchbrechen.“ Sie strahlte mich wieder mit ihrem Frühsommermorgenlächeln an. Das war zum Zerschmelzen geeignet. Ich lächelte zurück. Sie half mir aus dem Morgenmantel. „Das rosa Nachthemd steht dir gut. Wo hast du das her?“ – „Doreen hat es mir geschenkt.“ – „Ich glaube, ich muss mir wirklich Sorgen machen.“ Hatte sie meinen letzten Satz vor dem Hinausgehen zur Ergotherapie überhört? „Lioba, glaub mir, im Moment kann ich meine Gefühle nicht sortieren. Ob ich mich dir oder Doreen näher fühle, ob ich Liebe in mir spüre, das ist seit letzter Woche verschüttet. Als wer und mit welchen Gefühlen ich unter diesem Schutt wieder hervorkommen werde, kann ich beim besten Willen nicht abschätzen.“ – „Ich wünschte, ich könnte dir irgend wie helfen. Es hat mich ganz schön aufgewühlt, als ich einige Tage nichts von dir gehört habe. Ich dachte nach, was ich wohl falsch gemacht hätte. Und je länger diese Gedanken in mir kreisten, je deutlicher spürte ich meine Gefühle für dich. Die Harmonie, die zwischen uns zuletzt existierte, die habe ich so noch nie mit einem anderen Menschen gespürt.“ Sie beugte sich zu mir vor und flüsterte. „Das Kuscheln mit dir und unser Sex waren wunderschön.“ Sie gab mir einen intensiven Kuss. Ich blinzelte hinterher zu meiner Bettnachbarin. Sie war wieder eingeschlafen und hatte wohl nichts mitbekommen. Der Kuss selbst ging mir nicht so durch Mark und Bein. Ich steckte noch zu tief unter meinem Seelenschutt. Lioba redete mir weiter zu: „Vielleicht hilft es dir ja, wenn ich dir jetzt sage, dass ich mir gut vorstellen kann, dass du bleibst, wie du bist. Charly, ein Mannweib mit ungewöhnlichen Genitalien und einer schönen, gut entwickelten Brust. So schillernd zwischen den Geschlechtern. In deinen Röcken sahst du immer schön aus. Ich würde dich gern einmal in einem Abendkleid erleben und so mit dir tanzen gehen.“ –„Ach Lioba, ich glaube ich brauche Ruhe, um nachzudenken und ein Gespräch mit meiner Psychologin. Vielleicht atme ich dann wieder freier und habe etwas von meinem Seelenstaub abgeschüttelt.“ Mit diesen Worten deutete ich ihr an, sie möge mich allein lassen. Lioba verstand diesen Wink. „Na gut, ich fahre dann mal zu meiner Arbeit. Am frühen Abend komme ich aber wieder. Ich überlasse dich nicht einfach so Doreen.“ Sie lächelte verschmitzt und verließ mein Zimmer.

Allein sah ich ein wenig den Wolken nach, die ich durch das Fenster über die Stadt ziehen sah. Sie veränderten so schnell ihre Form. Manchmal sah ich bärtige Gesichter und im Nu hatten sie wieder zarte Züge. Ich sah ein Hin- und Herwandern zwischen den Geschlechtern. Ich berührte meine Brüste, fühlte nach, und merkte, wie schwer sie geworden waren. Sollte ich mich davon wieder trennen? War mein Spiel zu gewagt? Brachte es Elemente meines Charakters an die Oberfläche, die mich in meiner Selbständigkeit behinderten, mich meiner Unabhängigkeit beraubten und mich schwach und ausgeliefert fühlen ließen? Bein meinen Gängen durch die Stadt hatte ich mich nie von Männern angezogen gefühlt. Als richtige Frau hätte ich doch empfindlich sein müssen für ihre Flirtversuche und für ihre begehrlichen Blicke? Einem Mann körperlich nah zu kommen, konnte ich mit nicht vorstellen. War ich also doch nicht so weiblich wie ich dachte? War meine Unzufriedenheit, mein Unbehagen in der männlichen Rolle, was ich seit meiner Kindheit verspürt hatte, ein Produkt der Handlungen meiner Mutter? So sehr ich mich auch bemühte, ich konnte mich nicht erinnern, wie ich mich in den demütigenden Situationen gefühlt hatte. Vielleicht hatte ich ja auch Anteile der bizarren Sexualität meines Vaters geerbt und war daher empfänglich für weibliche Dominanz.

Meine Gedanken gingen hin und her. Ich lag im Krankenhaus auf einer Frauenstation. Ich war also als Frau in gewissem Sinn akzeptiert. Auch wenn ich biologisch keine war. Mit meiner Weiblichkeit hatte ich mich zuletzt versöhnt gehabt. Ich war aber überwiegend als Mann erzogen worden und ich versprach mir auch beruflich als Mann besser vorankommen zu können. Wenn alles nur eine Chimäre meiner schicksalhaften Kindheit war, würde ich dann nicht eindeutig zur Männlichkeit zurückkehren müssen? Ich wusste es nicht. Ich war nicht fähig einen Entschluss zu fassen. Ich berührte noch einmal meine Brüste und da durchzuckte es mich. Meine Brustwarzen, die ich kurz zuvor noch nicht berührt hatte, waren empfindlich geworden. Die Natürlichkeit meiner Brustentwicklung war vollendet. Ich genoss es. Es war schön. Ich spielte eine Weile an den Warzen rum. Vielleicht doch lieber Mannweib bleiben, so wie es Lioba gesagt hatte?

Meine Bettnachbarin erwachte. Sie setzte sich auf und fragte klingelte nach der Krankenschwester, die sie um eine Flasche Wasser bat. Etwas später, als Schwester Lisa die Flasche gebracht hatte, trank sie ein Glas Wasser. Sie blickte zu mir herüber und fragte mich nach meiner Krankheit. Darauf war ich nicht gefasst. Es dauerte bis ich eine Antwort gefunden hatte. „Unterleibsgeschichten. Es ist nicht ganz klar, woher meine Beschwerden kommen. Ich werde noch untersucht. Ich habe wiederkehrende Schmerzen. Das Gehen fällt mir auch sehr. schwer.“ – „Einer Schwägerin von mir, mussten aufgrund ähnlicher Beschwerden die Eierstöcke entfernt werden. Seitdem muss sie Hormone schlucken. Ihre größte Sorge ist, die ist natürlich übertrieben - ich habe mich informiert - sie könnte einen Bart bekommen.“ Wollte sie mich erschrecken? Brauchte sie eine Nachbarin, die sich elender fühlen sollte als sie? Nun ja, Angst meine Eierstöcke zu verlieren, musste ich wahrlich nicht haben. Ich blieb gelassen. „Ich glaube so arg wird es bei mir nicht kommen. Was haben sie denn, wenn ich das überhaupt fragen darf.“ Sie brach wieder in Schluchzen aus. Unter Tränen gestand sie mir ein: „ Eigentlich darf ich hier gar nicht mehr liegen. Ich bin doch keine Frau mehr. Mit nur noch einer Brust. Und ob ich die andere behalten darf, entscheidet sich erst noch, haben die Ärzte gesagt. Doch auch mit nur einer intakten Brust bin ich doch ein Freak, aber keine Frau mehr.“ Sie weinte weiter. Was sollte ich dazu sagen? „Das ist sicher schwer für sie. Aber sie haben so ein schönes Gesicht. So ein Gesicht kann nur eine Frau haben. Besser sie leben mit einer Brust und ihrem schönen Gesicht als Frau weiter, als dass sie ihr Gesicht verlieren und die Brüste bewahren.“ Das war sicher noch zu plump. „Sie müssen Geduld mit sich haben. Sie werden sich wieder finden. Schliesslich werden sie froh sein weiterzuleben. Haben sie einen Freund oder sind sie verheiratet?“ – „Mein Mann mag nicht herkommen. Er hat wohl Angst so einen Freak wie mich zu sehen. Er war so vernarrt in meine Brüste.“ – „Sie übertreiben sicher. Vielleicht fühlt er sich überfordert, mit ihrem Seelenschauder umzugehen.“ – „Schon in den Wochen vor der OP, seit der Diagnose Krebs, war ich verändert, traurig, verbittert, depressiv. Er hat versucht mich zu trösten. Vielleicht habe ich so weit von mir weggehalten. Zuletzt schlief er schon einmal im Hotel. Jetzt wünschte ich, er wäre da.“ Sie fiel wieder in ihre Tränen zurück. Ich redete auf sie ein. Zuletzt erfand ich die Geschichte von einer Freundin, der beide Brüste amputiert werden mussten. Und davon, wie sie aus ihrer Depression gefunden hatte, als sie von befreundeten Krankenschwestern Tipps über naturechte Silikonbrüste erhalten hätte. Ich erzählte, wie es ihr schwer gefallen war, die Silikonbrüste anzulegen und wieder einen BH zu tragen. Und dass sie sich schnell daran gewöhnt habe, und diese Brüste sich sehr echt anfühlten und mit etwas Camouflage kaum von biologischen Brüsten unterschieden liessen. Ich weiß nicht, was alles bei ihr ankam. Ich merkte nur, ihre Tränen liessen nach. Sie schlief wieder ein.

Kurz darauf trat meine Psychologin ins Zimmer. „Da bin ich noch einmal. Sie wollten mich noch mal sprechen. Schwester Lisa hat mich angerufen. Ich habe extra einige Termine umgelegt. Ihr Fall ist selbstverständlich von besonderer Bedeutung.“ – „Ich würde gern mit ihnen darüber sprechen, inwieweit meine weibliche Seite eine pathologische Folge meiner Kindheit ist.“ – „Das ist ein weites Feld. Sie sind sicher traumatisiert. Gerade ihre jüngsten Erlebnisse reichen dafür aus. Kein Wunder, dass ihr Körper jetzt erst mal streikt. Es steht aber zu vermuten, dass ihre Mutter sie schon von der Geburt an als Mädchen aufgefasst hat. Aus ihren Tagebucheinträgen geht eindeutig hervor, dass sie schon während ihrer Schwangerschaft mit Ihnen immer von dem Mädchen im meinem Bauch geschrieben hat. Es steht zu vermuten, dass sie sie von den ersten Tagen ab ihrer Geburt als Mädchen behandelt hat. Die Art und Weise wie sie sie gepflegt hat, gebadet, gewickelt, an die Brust gelegt, gekleidet, gespielt. Das dürfte schon vor ihren ersten Misshandlungen, ihrer Zwangsfeminisierung den Grund ihrer Weiblichkeit gelegt haben. Die männlichen Anteile ihres Charakters hatten es besonders schwer durchzudringen. Ich würde nicht sagen, dass ihre späteren Wünsche zum Crossdressing durch ihre traumatischen Erlebnisse angeregt wurden. Ich denke, das Weibliche in Ihnen wollte endlich wieder ausbrechen. Ich habe mir andere Geschichten von Crossdressern und so genannten Transgendern angeschaut. Ich bin oft auf Fälle gestoßen, in denen Männer erst im fünften Lebensjahrzehnt ihr Interesse an Frauenkleidung entdeckt haben. Vielleicht ist die Midlifecrisis ein Moment individueller Entwicklung, in der bei manchen Männer verdrängte Weiblichkeit protestiert und mit ihrem Protest Erfolg hat.“ Dieser Monolog brachte mich erneut ins Nachdenken. „Sie glauben nicht, dass mit der Geburt und den biologischen Geschlechtsmerkmalen die Geschlechtsidentität entschieden ist?“ –„Ganz so einfach ist das nicht. Es sind ja nicht nur die unterschiedlichen Möglichkeiten der Beteiligung an der Fortpflanzung bedeutend. Sondern die Selbstwahrnehmung der eigenen Gefühle, der eigenen Interessen ist ebenso wichtig. Die Verhaltensweisen sind heutzutage zwischen den Geschlechtern nicht mehr so unterschiedlich. Sie können gleiche Berufe ergreifen, gleiche Sportarten treiben. Das sind die individuellen Variationen viel unterschiedlicher. So gesehen gibt es keine sozialen Gründe um zu sagen, weil ich z.B. mich nicht für Technik interessiere, lieber tanze als boxe und gerne koche muss ich eine Frau sein, obwohl ich körperlich ein Mann bin. Sie verstehen, was ich meine?“ – „Glauben sie denn, ich kann auch als Mann Frauenkleidung tragen?“ – „Das ist sicherlich immer noch ungewöhnlich. Krank ist an diesem Wunsch überhaupt nichts. Krank sind eher die Vorurteile der Gesellschaft.“ – „Wie wäre es, wenn ich mich entschlösse, mich total zu feminisieren.“ – „Sie wollen sich operieren lassen?“ –„Nein, dazu habe ich mich nicht entschlossen. Ich halte es auch nicht wirklich für denkbar. Die Frage interessiert mich dennoch.“ –„Wenn so ein Wunsch aus ihrer Geschichte erwächst, dann ist das sicher auch eine denkbare Möglichkeit. Bedenken Sie nur, sie müssten lebenslang medikamentiert werden und sich tatsächlich für das Leben als Frau entscheiden. So wie sie jetzt in diesem Zwischenraum von Mann und Frau leben, das hat doch auch etwas für sich.“ –„Also ein kranker Wunsch, der auf eine psychische Störung schließen ließe wäre es nicht?“ – „Es wäre ein Wunsch, der einer ungewöhnlichen psychischen Entwicklung entsprechen könnte.“ Es entstand ein Pause des Schweigens. „Spüren sie noch einmal ihren Gefühlen nach, die sie in den Wochen vor ihren jüngsten Traumatisierungen als Frau erlebt haben. Wie ging es ihnen? Überwogen die positiven Gefühle? Wenn sie das eher als unangenehm erinnern, dann würde ich ihnen raten, kehren sie zurück zur Männlichkeit.“ Sie verabschiedete sich kurze Zeit später. Schwester Lisa brachte auch schon das Mittagessen.

Nach dem Essen schlief ich auch erst einmal. An Träume kann ich mich nicht erinnern. Ich wachte also ausgeruht auf und an meinem Bett saß Doreen. „Hallo Charly, du hast im Schlaf gelächelt. Das sah süß aus.“ Doreen lächelte mich an. „Wer hat dir denn die schönen Blumen gebracht?“ –„Lioba war da.“ Doreen legte ihre Stirn in Falten. „Lioba? Will die was von dir.“ – „Du, Doreen, ich habe keine Lust auf Eifersuchtdramen. Lioba hat mir gesagt, sie liebe mich und ich habe ihr geantwortet, diese Liebe könne ich nicht erwidern.“ – „Das will ich auch gehofft haben.“ – „Doreen, ich kann im Moment überhaupt nichts über meine Gefühle aussagen. Ich weiß nicht, wer ich bin.“ –„ Charly, du bist Charly, der Mann vom Frauenstern. Aus einer fernen Galaxie zu uns gestoßen. Dort sehen die Männer so aus wie du. Unauffällige Genitalien und schöne Brüste, androgyn eben.“ –„Doreen, das hilft mir auch nicht wirklich weiter. Ich fühle schon noch die Schwerkraft der irdischen Geschlechterordnung und das bei mir was nicht stimmt.“ –„Wer sagt denn, bei dir stimmt was nicht? Die Psychologin, ich traf sie im Gang und habe sie kurz angesprochen. Sie berief sich aber auf ihre Schweigepflicht.“ –„Ich fühle mich halt nicht rundum wohl, wo wie ich bin.“ –„Habe ich dir nicht gezeigt, wie gut ich mit dir zurechtkomme, was ich für dich empfinde, so wie du bist. Von mir aus kannst du einen Schritt weiter gehen, aber bitte keinen zurück. Ganz Mann passt nicht zu dir.“ – „Auch, wenn ihr mich beide bedrängt. Ich finde deine Unterstützung ja auch sehr lieb, aber ich kann mich nicht entscheiden. Vielleicht muss ich schlichtweg den gordischen Knoten durchhauen und hinterher mit dem Resultat klarkommen.“ –„Und das heißt?“ Doreen nervte mich mit ihrem Bemühen mich festzuklopfen. Fast schon aus Trotz sagte ich: „Die Brüste kommen ab und ich bin wieder der alte Charly.“ –„Das ist doch nicht dein Ernst. Da gib mir sofort das Nachthemd zurück.“ –„Erpressen lass ich mich nicht.“ Ich zog das Nachthemd aus und Doreen sah meine versteiften Brustwarzen. „Sag bloß, die empfinden jetzt was? Dann bist du ja noch mehr Frau. Die dürfen nicht ab, Charly. Das wäre ein Verbrechen.“ Sie gab mir das Nachthemd zurück und streifte über meine Brüste. „War nicht so gemeint. Am liebsten würde ich jetzt zu dir ins Bett kommen und“, sie senkte ihre Stimme ab und sprach leise, „an den Nippeln zärtlich saugen. Die Vorstellung dich so zu erregen, die erregt mich.“ Mein Blick fauchte zurück. Sie sollte es bloß nicht wagen. „Keine Sorge, ich versteh es mich zu benehmen.“ Meine Bettnachbarin war wieder erwacht. „Ach du hast wieder Besuch. Schön.“ Sie seufzte wieder. Doreen fragte mich leise. „Was hat sie denn?“ Ich erklärte es ihr. „Und du willst das freiwillig auf dich nehmen?“ –„Was glaubst du, was wäre, wenn sie wüsste, wer ich wirklich bin?“ –„Na und?“ – „Sie fällt dann doch erst recht in Depression.“ – „Du übertreibst.“ Unser Gespräch ging noch eine Weile hin und her. Die Luft war aber irgendwie raus. Der Gedanke an den gordischen Knoten hatte mich in Richtung einer Entscheidung gebracht. Ich spürte es erstmal. Würde es mich die Freundschaft mit Doreen kosten? Doreen ging dann irgendwann. Sie hatte keine Ahnung, wie sie mich wieder sehen würde. Es sollte alles sehr schnell gehen.

Abends kam noch Lioba. Ich sprach mit ihr über meinen Entschluss. „Du bist die erste, der ich davon erzähle.“ –„Das bedeutet mir was. Werden nicht hässliche Narben zu sehen sein.“ –„Willst du mich noch einmal umstimmen?“ –„Nein, ich weiß, da kann dir keine reinreden. Ich weiß nur nicht, ob ich mit dir als Mann auch so gut klarkomme. Wir werden das sehen. Sicher tut dir die Eindeutigkeit gut.“ Ich klingelte nach Schwester Cora, die inzwischen Dienst hatte und fragte nach der Gynäkologin. Sie hatte noch Dienst und würde kurz zu mir rauf kommen. Lioba umarmte mich zum Abschied und wünschte mir eine gute Nacht. Sie würde morgen wiederkommen. Sie wusste nicht, dass sie mich dann im Erwachen aus der Narkose antreffen würde.

Die Ärztin kam kurz nach dem Abendessen. „Sie wollten mich sprechen?“ –„Ja, ich habe mich für die von ihnen empfohlene OP entschieden. Und würde es schnell hinter mich bringen.“ –„Das ist eine gute Entscheidung. Eindeutigkeit ist wichtig. Das bringt sie vom Grübeln ab und ist auch anderen eine Erleichterung. Sie entrinnen vor allem der Gefahr sich lächerlich zu machen. Bleiben sie morgen früh nüchtern. Ich gebe den Schwestern entsprechende Anweisungen. Die werden sie für die OP vorbereiten. Das ist alles Routine hier im Haus. Sie werden hier gut versorgt.“ Sie gab mir die Hand und ging wieder hinaus. Das war es also. Der Zug war abgefahren. Er setzte sich langsam in Bewegung. Ich lag noch einige Zeit aufgeregt im Bett. Ich dachte über mein Leben nach. Ich war mir gar nicht sicher, ob die Entscheidung richtig sei, ich spürte nur, es war gut, mich überhaupt entschieden zu haben. Deshalb hatte ich zur Eile gedrängt. Längeres Nachdenken hätte mich nur wieder ins Zwielicht des Grübelns gebracht. Ich schlief ein. Der Tag war lang, aufregend und auch anstrengend gewesen.

Am nächsten Morgen wachte ich auf. Ich erinnere mich noch daran, dass ich gar nichts geträumt hatte. Ich nahm das als ein positives Zeichen war. Und war diese plötzliche Entschlussfähigkeit nicht ein ausgezeichnetes Merkmal meiner Männlichkeit? Schwester Lisa kam herein: „Heute die OP. Schade. Ich fand sie als Frau sympathisch. Dann werden sie ja auch unsere Station verlassen. Die Narben werden kaum zu sehen sein. Da kommen sie auch auf der Männerstation zurecht. Wirklich schade.“ Sie gab mir eine Beruhigungsspritze und rollte mich mit dem Bett aus dem Zimmer. Ich stand einen Moment auf dem Flur und merkte, wie ich wieder weg sank. War die Entscheidung doch falsch? So viele Frauen fanden mich als Frau sympathisch. Als Mann war mir das nicht passiert. Schwester Lisa schob mich in den OP-Bereich und zog mich aus und legte mir ein OP-Kleid an. Ich sah noch wie ich durch die Tür geschoben wurde. Eine vermummte Gestalt beugte sich über mich, schloss mich an einen Tropf an und ich wurde bewusstlos.

Christina37

Re: Das Geschenk

Post 44 im Thema

Beitrag von Christina37 » Sa 14. Nov 2009, 10:41

Hallo robinchen ,
Wieder ein schöner Teil Deiner Geschichte .
Ich finde nur schade , dass Charly sich cen Busen entfernen lassen will .

LG Christina

joana
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Re: Das Geschenk

Post 45 im Thema

Beitrag von joana » Sa 14. Nov 2009, 12:58

Hallo Robinchen
Hat mir gefallen deine Fortsetzung der Geschichte .Ich hätte allerdings vermutet das Charly so bleibt wie er ist
bin gespannt wie es weiter geht und was mit seiner Ehefrau weiter ergibt.Die hat das ganze ja losgetreten

Gruß Joana

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