Das Geschenk
Das Geschenk - # 2

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Bianca D.
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Re: Das Geschenk

Post 16 im Thema

Beitrag von Bianca D. » Di 6. Okt 2009, 19:58

Hallöchen,

Mal gut daß das nur eine erfundene Geschichte ist!Habe beim Lesen doch so Gedanken entwickelt,die der Partnerin nicht gut bekommen
würden-den eigenen Mann so vorzuführen.
Aber trotzdem weiter so!

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial

martina
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Re: Das Geschenk

Post 17 im Thema

Beitrag von martina » Di 6. Okt 2009, 21:38

hallo,
super geschichte, ich hab mich gekrümmt vor lachen :-)
ich bin ganz gespannt auf den nächsten teil.
liebe grüsse
martina
Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

robotobo

Re: Das Geschenk

Post 18 im Thema

Beitrag von robotobo » Mi 7. Okt 2009, 19:15

Hallo Freundinnen, es geht weiter. Ihr lernt Charlys Familie ein wenig kennen und schaut in die Abgründe seiner Seele. Ich hoffe, Ihr habt weiter viel Spass beim Lesen.
:)p LG robotobo :)p


Fortsetzung: Das Geschenk

Und wieder: Sonntag

Ich wachte auf. Das Nachthemd war verrutscht. Eine Brust war freigelegt. Ich hob sie an und ordnete alles wieder. Sie fühlte sich ganz zu meinem Körper gehörig an; warm und weich. Ich schloss noch einmal die Augen. Ich berührte beide Brüste mit meinen Händen. Ich massierte sie mit leichten Knetbewegungen meiner knapp zur Faust gewölbten Fingern. Meine Hände vermittelten mir ein haptisches Vergnügen, die Sensoren meiner Fingerspitzen sandten mir das Signal einer weiblichen Brustberührung. Das hatten sie immer gefühlt, seit sie erstmals einer Frau unters T-Shirt oder die Bluse gingen. Doch jetzt war ich diese Frau. Ich nahm diese Silikonbrüste in mein Selbstbild mit hinein. Ich begann in diesem Augenblick mich als Frau zu fühlen.

Ich stand auf und wollte in die Dusche gehen. Da sah ich Carmen liegen. Sie schlief noch. Nur sie hatte sich kaum ausgezogen. Sie steckte noch in ihrer Hose. Sie hatte es nur noch geschafft die Gürtelschnalle zu öffnen. Mein Hemd, das sie immer noch trug, verströmte den Geruch von Zigaretten, Trockeneisnebel und Bier. Da bemerkte ich den Mief unseres Schlafzimmers. Ich schüttelte den Kopf. Was mochte nur in Carmen vorgehen? Ich duschte und cremte meinen Körper ein. Ich nahm einfach eine Körperlotion von Carmen. Ich massierte die milchige Substanz besonders intensiv auf meine Hüften und meine Brüste. Ich schaute mich dabei immer wieder im Spiegel an. Eine Selbstzufriedenheit wuchs in mir. Mein Körperbild im Spiegel und meine Berührungen auf der Haut konnte ich gut zu einem weiblichen Selbstgefühl zusammenführen.

Nach dem gestrigen Tag hätte ich solch eine Entwicklung überhaupt nicht erwartet. Das war aber auch ein Stress gewesen. In den hohen Absätzen zurechtkommen. Meinen Körper vorzuzeigen. Die schmerzhaften Modellierungen zur Frau. Kaum zu glauben, dass Frauen solche Prozeduren – Fingernagelverlängerung, Augenbrauenzupfen, Körperhaarentfernung – freiwillig über sich ergehen ließen. Ich wusste damals nicht, wie schnell ich danach süchtig werden sollte. Und dann dieses Ausgestellt - Werden. Carmen hatte mich im Schwimmbad ganz bewusst auf einem Tablett serviert. Diese notgeilen Jungs gierten mir so aufdringlich hinterher, das grenzte an Nötigung. Als ob der Typ im Fahrstuhl nicht schon genug gewesen wäre. Ich kontrollierte im Spiegel, ob ich am Po oder an der Hüfte einen blauen Fleck aufwies. Ich atmete auf. Mein schöner Körper hatte keinen Schaden genommen. Meine Seele war nicht so leicht davon gekommen.

Ich konnte mich an einen Traum erinnern, während ich einen meiner neuen Slips abzog und den schöneren der beiden BH´s anlegte. Ich war allein in der Dusche im Schwimmbad, nackt, mein Bikini hing am Duschhaken. Da kamen vier Jungs rein. Einer sagte: „So billig kommst du uns nicht davon. Erst scharf machen und dann abhauen. Haltet Sie.“ Die drei anderen kamen auf mich zu, legten mich auf den Rücken. Derjenige, der mich angesprochen hatte – er war etwas kleiner als ich – öffnete seinen Hosenlatz, ließ die Hose in die Knie rutschen und legte sich auf mich. Er versuchte seinen Lümmel in mich zu stecken. Das war wohl nicht zu seiner Zufriedenheit. Er fasste mir in den Schritt. Dann sagte er entsetzt: „Die Nutte ist eine Transe.“ Sofort traten die anderen mit ihren Füßen nach mir. Das schmerzte. Ihr Chef, das war er wohl, sagte: „Dreht die Transe um, der zeigen wirs.“ Als er seinen Lümmel einpresste, wachte ich auf. Ooh, war das im Schwimmbad widerlich. Es schauderte mich bei dem Gedanken daran. Kein Wunder, dass gestern nicht so viele Frauen und im Grunde fast nur Jüngere im Bad gewesen waren.

Ich machte mich an mein Make-up, Rasieren, Cremen, Pudern; Melly hatte mir alles eingeprägt. Die war wirklich nett, wenn auch mit gewissen frechen Attitüden. Aber das gefiel mir. Etwas beunruhigter, in meinem Kopf ging es hin und her, war ich über Carmens Verhalten. Als sie gestern so neben mir stand, breitbeinig neben mir, sich über mich vorbeugte und von oben herab mich anherrschte; diese Dominanz kannte ich bis dahin nicht an ihr. Wo sollte das hinführen? Welche Rollen bildeten sich in unserem Urlaub allmählich heraus? Ich wollte mein Kleid anziehen, da sah ich es war schmutzig geworden. Nun ich ging an Carmens Kleiderschrank, leise ich wollte sie nicht wecken und nahm die beiden anderen heraus. Oh, die waren ja beide dekoltiert, und beide recht tief. Ich nahm das rubinrote. Das sah zu meinem schwarzen BH, dessen Spitze zu sehen sein würde, am besten aus. Ich war gerade ins Kleid geschlüpft, da klingelte es an der Tür. Oh, Mist – das hatten wir ja total verdrängt. Wir hatten ja zu einem Geburtstagsbrunch eingeladen. An der Tür klingelte mein Vater. Er wollte uns abholen.

Ich lief rasch ins Schlafzimmer. Mein Vater mochte es nicht warten zu müssen. Ich sah auf meinen Wecker. Es war bereits nach zehn. Ich stupste Carmen an. Sie öffnete mürrisch ein Auge. „He“, konnte sie gerade herauspressen. „Steh auf, mein Vater!“ – „Mach du das. Is Frauensache.“ Was sollte das? Ich hatte keine Zeit. Mir blieb nichts anderes über. Was sollte ich Ihnen erklären? Würden sie mich nicht erkennen? Ich öffnete die Tür. „Wer sind sie denn? Und wo ist Charly? - Was machen sie hier?“, schob mein Vater hinterher, als ich nicht schnell genug antwortete. Er musste immer alles kontrollieren. Immerhin ich war nicht aufgeflogen. „Ich bin Charly eine alte Schulfreundin von Charly. Wir haben gestern ein wenig gefeiert. Ich konnte hier übernachten. Im Gästezimmer.“ Mein Vater war aufs erste beruhigt. In seiner charmanten Art schubste er mich mit seinem massigen Körper bei Seite. „Wo ist mein Junge?“, brüllte er in den Flur. Davon musste Carmen oben im Schlafzimmer wach werden. „Ja, Ja wir kommen ja gleich“, hörte ich sie brummen. Was dachte sie sich dabei? Woher sollte Charly denn kommen? „Oh, das weiß Carmen noch gar nicht. Da war vorhin ein Anruf, aus dem Büro glaube ich.“ – „Ja und, ja und“, die Stimme meines Vaters klang in dem Moment wie das verstockte Bellen seines Schäferhundes. Ich musste grinsen. „Er ist zu einem dringenden Auftrag nach London abgerufen worden.“ – „An einem Sonntag.“ – „Das ist wohl die Globalisierung. Die Firma in London arbeitet nach indischer Zeit. Sonntag ist den Hindus nicht heilig.“ Ich wusste gar nicht, ob das stimmte, das mit den Hindus. Aber ich wusste, der Globalisierung traute mein Vater alles zu. „Ja und jetzt, ja und jetzt.“ Da war er wieder dieser bellende Ton. „Keine Sorge, die Tische waren reserviert, da feiern wir halt ohne ihn. Das hat er sich so gewünscht.“ Es bereitete mir an diesem Morgen überhaupt keine Schwierigkeit, meinen Tenor zu vermeiden. Meine Stimme rief keinen Zweifel hervor. Als Carmen kurz darauf herunter kam – sie hatte lediglich den Gürtel geschlossen und etwas - ich roch noch mal in ihre Richtung, ja tatsächlich – sie hatte mein altes After-Shave aufgetragen. Das war alles. Unter den Achseln müffelte sie ein wenig. Da half auch das After-Shave nicht drüber hinweg.

„Junge Frau“, jetzt legte mein Vater, „seinen Arm um meine Hüfte. Lassen sie sich zur Begrüßung umarmen.“ Ich konnte mich nicht entziehen. Ich fand das reichlich unverschämt, jetzt erst die Freundin des Hauses begrüßen zu wollen. Ich kannte den alten Schwerenöter. Er hatte inzwischen mein Dekoltee entdeckt und wollte meine weichen Brüste an sich spüren. Er nutzte immer noch jede Gelegenheit. Sein fetter Bauch ekelte mich an. Sein Geruch war widerlich, eine Mischung aus Mottenpulver und Tabac; dieser Altherrenduft. Sein Doppelkinn lag auf meiner nackten Schulter. Boa, war das ekelhaft. Er löste sich, legte seine Grabschhand auf meinen Po – unterm Kleid – und schob mich hinaus. „Steigen sie schon mal in den Mercedes, junges Fräulein.“ Ich nahm hinten Platz. Carmen folgte mir bald. Sie blickte mich schelmisch an.

Die Fahrt zum Restaurant war kurz. Hans, der Inhaber, des spanischen Restaurants, erkannte mich nicht. „Na da kommt ja eine hübsche Senorita“, gellte er mir entgegen. „Herein spaziert.“ – „Carmelita – wo ist dein Mann?“
- „Auf dem Weg zum Flughafen. Er hat einen dringenden Job in London.“ – „Mensch ihr kommt rum. Da werde ich ja neidisch – London.“ Hans schäkerte kurz mit Carmen. Dann wies er uns die Richtung an, in der wir unsern Tisch finden würden. Meine Schwester saß schon da, mit ihren Kindern. Das hatte ich wohl zuvor nicht bedacht. Carmen wies mir einen Platz neben Elisabeth an und stellte mich als alte Schulfreundin von Charly vor. „So wie heißen sie denn? Alte Schulfreundin?“ Elisabeth war auf dieselbe Schule wie ich gegangen. Nur zwei Klassen tiefer. Sie war halt drei Jahre jünger. Und klug. „Charly. An den Namen kann ich mich gar nicht erinnern. Und ein Mädchen dieses Namens war nie bei uns zu Hause. – Aber gut, dass hätte Vater auch nie zugelassen und Mutter hat ja immer gekuscht, bis zu ihrem Tod.“ – „Mein richtiger Name ist Charlotte. Charly nennen mich meine Freunde.“ Sie versuchte mich zu entlarven. Sie hatte schon lange den Verdacht, dass es in meiner Ehe nicht zum besten Stand. Weil Carmen keine Kinder wollte, hielt Elisabeth sie ohnehin für eine verkappte Lesbe. Die beiden mochten sich nicht. Carmen saß die ganze Zeit an der Bar, trank dort Sekt und Espresso und flirtete die ganze Zeit mit dem Barkeeper rum. Allmählich begriff ich, dass Elisabeth glaubte, Carmen hätte ein Verhältnis mit mir. Nachdem sei genug Fragen gestellt hatte, gab sie entnervt auf, rief ihre Kinder zur Ordnung und aß ein paar Tapas.

Die Kinder nervten wirklich. Nervenbündel waren das. Sie hatten hier die Chance sich mit Fanta und Pommes sowie Eis abzufüllen, tobten aber vor allem um die Tische. Und der Junge war drauf und dran, den Kellnerinnen an die Röcke zu gehen. Aber da hatte Elisabeth ein strenges Auge drauf. Sie rief den Jungen herbei und kündigte ihm an: „Wenn das nicht gleich aufhört, da gibt es heute Abend stramm was auf“ Mehr sagte sie nicht. Ihre Augen funkelten. Der Junge nahm die Schultern zurück und kuschte. Es war unglaublich.

Das erinnerte mich an unsere Kindheit. Elisabeth war die jüngere, aber das glich sie durch Forschheit und Intelligenz aus. In der Schule rückte sie mir rasant nahe. Meinen zwei Jahresvorsprung zu halten, kostete mich viel Zeit und Energie. Aber das war nicht das Entscheidende. Im Alter von neun, ich war 12 und kurz vor der Pubertät, kam sie abends zu mir. „Ich kann nicht schlafen“. Und huschte in mein Bett. Dann grabbelte sie an mir rum. „Was hast du denn da?“ – „Sie hatte ihn in der Hand und kniff hinein.“ – „Autsch“. Ich wollte sie stets hinausjagen. Sobald ich es versuchte, herrschte sie mich: „Ich sag´s Papa.“ Eines Abends kam sie wieder. Es war kurz vor ihrem zehnten Geburtstag. Unsere Mutter war gestorben. Sie legte sich neben mich, nahm meine Hand und legte sie an ihre Scheide. Sie bewegte ihr Becken ein wenig. Dann schubste sie die Hand weg. Kurz darauf – daran erinnere ich mich noch heute genau – schaute sie mich an, herrschte mich an: „Ich sag´s Papa. Du hast mich schmutzig gemacht. Leck es wieder sauber.“ – Ich antwortete. „Du spinnst.“ – „Leck es wieder sauber!“ Genau an diesen Ton hat mich gerade ihre Ermahnung des Jungen erinnert. Wie es weiterging. Nun es ist mir sehr peinlich. Diese Neunjährige zog mich an den Haaren und zerrte meinen Kopf unter die Bettdecke: „Leck es wieder sauber.“ Der Zug an den Haaren ließ erst wieder nach, als ich anfing. Dafür hielten ihre beiden Hände meinen Kopf in Position. Sie schmeckte nicht gut. Das ging eine Weile so. Ich fand, es war widerlich. Zwei Wochen nach ihrem Geburtstag hörte es auf. Wir hatten eine Gouvernante erhalten und Elisabeth hatte sich verändert. Während der nächsten Jahre war sie ein schamhaftes Mädchen, das ihre Energie ins Lernen steckte. Jungengeschichten hatte sie keine. Zumindest konnte ich mich an keine erinnern. Was diese Geschichte mit mir gemacht hat? Nun ich wusste von da an, ich sei leicht zu dominieren. Ich suchte mir für meine Freundschaften Mädchen, die einen burschikosen Ton hatten. Den meisten war es eine Freude, mich zu öffentlich vorzuführen und sie bestimmten, wie lang die Küsse waren und vor allem an welchen Stellen. Und so lernte ich Jahre später Carmen kennen.

Unser Brunch ging recht rasch vorbei. In unserer Familie redeten wir nicht viel mit einander. Und ich war ja nicht da. Mein Vater bestand auf der Rückfahrt darauf, dass ich mich neben ihn setzen sollte. Ich konnte ahnen warum. Ich schloss meine Beine und streifte das Kleid glatt. Carmen nahm wieder im Fond Platz. Sie saß auf der Fahrerseite. Sie wollte mich im Blick behalten. Sie wusste warum. Ich hatte offensichtlich nicht mit der Durchtriebenheit meines Vaters gerechnet. Er machte keine Anstalten mir an die Schenkel zu gehen. Er schob seine rechte Hand hinter meinen Po und drückte sie an. Mit der Linken steuerte er das Fahrzeug. Ich konnte nicht wegrücken und ich wagte nicht ihn anzukeifen. Carmen grinste. Das sah ich im Rückspiegel meines Sonnenschutzes. „Es ist doch gar nicht sonnig.“ Mein Vater klappte den Schirm wieder hoch und legte seine rechte Hand wieder dorthin, wo sie mich störte. Carmen machte dem ein Ende. Sie rief plötzlich: „Du kannst uns hier rauslassen, wir wollen noch ein wenig im Park spazieren.“ Mein Vater zog seine Hand raus, stoppte den Wagen, beugte sich an mein Ohr und flüsterte: „Ich wusste, das gefällt dir.“ Ich löste schnell den Gurt und stürzte fast aus dem Wagen. Mein Vater hupte als er wieder losfuhr. Jetzt erkannte ich wo wir angehalten hatten; vor der Wohnung von Nicole. „Wir holen deine Strickjacke ab, Schatz.“ Und Carmen klingelte schon an der Tür.

Nicole kam mit der Jacke heraus und gab sie an Carmen. Zu mir rief sie mit süffisantem Blick: „Du siehst süß aus in dem Kleid Charly, und mit den Schuhen.“ Dann umarmte sie Carmen zum Abschied und wir liefen nach Hause. Carmen hatte eine Schirmmütze über ihren Kopf gezogen. In der weiten Hose und mit meinem Hemd, sah sie von hinten aus wie ein schmächtiger Mann. Mit meinen hohen Absätzen überragte ich Carmen. Carmen legte ihren Arm um meine Taille. Wir gingen umschlungen. Das war überraschend. Man konnte uns in diesem Moment wohl für ein Liebespaar halten. Kurz wir gingen nach Hause. Ich machte mich frisch und dann rief mich Carmen hoch. Als ich die Treppe hinaufging, fiel mein Blick auf unser Bad. Die Tür stand offen, Carmen mit heruntergelassener Hose und nacktem Po unserer Kloschüssel zugewandt. Sie pisste im Stehen. Es spritzte rundum. Sie drehte ihren Kopf mir zu und sagte: „Das kann ich auch. Du hast Putzdienst. Das Klo wirst du wohl in dieser Woche mehrmals täglich putzen.“ Ich fragte sie, was das nun solle. Sie spottete nur zurück: „Ich habe dich so oft gebeten im Sitzen zu pinkeln. Wie hat mich deine Ignoranz geärgert. Jetzt musst du es. Und das finde ich richtig gut. In dieser Woche kannst du mal sehen, was es heißt ein Klo zu putzen, auf dem Männer nicht sitzen, wenn sie ihr kleines Geschäft erledigen.“ Ich war bedient. Beim Herausgehen drückte sie mir einen Putzlappen in die Hand: „Du kannst gleich anfangen. Aber zieh dir erst den Putzkittel dahinten über. Latexhandschuhe findest du im linken Badeschrank.“ Der Tag endete disharmonisch. Carmen surfte noch im Internet, ich putzte erst das Klo und schaute dann ein wenig Fernsehen. Hunger hatte ich keinen mehr. Ich ging früh zu Bett.


Wochentage

Gestern Abend hatte ich noch mit Nicole im Internet gechattet. Der Samstagabend war doch echt toll gewesen. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Nicole hatte mich in einen Frauenclub geführt. Da hatten Männer keinen Zutritt. Samstags war da Disco. Nicole hatte ein rotes Bustierkleid angezogen und trug sehr hohe High Heels. Das Bustierkleid zeichnete ihre Körperschwung wunderbar nach. Sie war so ein toller Blickfang. Ich in meinem Aufzug bildete das herbe Kontrastprogramm. Wir tanzten zu tollem Funk und gutem Discosound. Immer wieder tanzten mich andere Frauen an, umgarnten meinen Körper. Aber ich hatte nur Augen für Nicole.

Immer wenn wir in die Schwaden des Trockeneises tauchten, wurde langsame Kuschelmusik gespielt. Und jede Frau griff sich die nächste und es wurde gekuschelt. Der Nebel war so dicht, wir sahen uns kaum genau. Aber wir spürten uns umso genauer. Ich fühlte einige tolle Frauenkörper. Und wenn Nicole mich packte, dann wusste ich es sofort. Wir hatten viel Spaß. Da kam mir auch die Idee mein Toilettenverhalten zu ändern. Die hatten da nämlich ein Pissoir zur Auswahl. Nicole und ich tranken an diesem Abend viel. Es rutschte schnell durch und wir liefen immer wieder prustend zur Toilette und pissten im Stehen um die Wette. Wir kamen uns zwar ziemlich albern vor, aber wir ließen uns gehen.

Hinterher gingen wir noch zu ihr. Das muss so gegen ein Uhr gewesen sein. Morgens wachte ich dann doch in meinem Bett auf. Dann hatten wir Charlys Familie am Hals. Das hätte ich Ihr gar nicht zugetraut, sein Verschwinden so einfallsreich zu erklären. Die hatten überhaupt nichts gemerkt. Ich hatte mir noch mal genau angesehen, wie Charlys Vater auf der Rückfahrt drauf war. Dessen Gegrabsche bestätigte mich. Dieser Kotzbrocken hatte nichts gemerkt. Er ging seinem Sohn an die Wäsche, weil er ihn für eine Frau hielt.

Der Montag verlief ruhiger. Das Ärgerlichste waren Carmens Toilettengänge und jedes Mal rief sie: „Schatz, sauber machen.“ Das genoss sie. Das war wohl ihre Strafe für meine Sturheit vor dem Klo. Das geschah mir recht so. Es war eklig, die Pisse anderer wegzuwischen, auch wenn es die der eigenen Frau war. Auf solche Spielchen stand ich überhaupt nicht. Nachdem ich den Ärger weggesteckt hatte, kamen Carmen und Ich besser miteinander aus. Der Geburtstag war vorbei, mein Vater überstanden. Wir schliefen aus, Carmen fand Gefallen daran mit mir zu Kuscheln, wir standen dann irgendwann auf und frühstückten. Danach kümmerte sie sich um mein Make-Up. Das genoss ich. Sie saß vor mir, beugte sich über mich, strich mir den Kajal auf, pinselte das Mascara auf die Wimpern, puderte meinen Teint und massierte immer ein wenig meine Schläfen. Das war schön. Nachdem ich jetzt eine Jacke hatte, konnten wir auch ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Ich fror nicht mehr so leicht. Wenn wir in die nähere Umgebung fuhren, stieß ich wegen meiner Aufmachung nirgends auf Irritationen. Allenfalls spöttische Bemerkungen über mein Schuhwerk hörte ich: „Da tippelt die hier in Pumps rum.“ – „Da brechen bestimmt gleich die hohen Absätze.“ Nichts dergleichen geschah.

Donnerstag wachte ich früh auf. Carmen lag eng umschlungen an mir. Sie lächelte so süß. Ich mochte es gar nicht glauben. Ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn, strich ihr durch die Haare und entzog mich vorsichtig. Ich wollte sie nicht wecken. Carmen war gestern Nachmittag noch kurz in der Stadt gewesen. Für den Morgen hatte sie mir einen neuen Slip rausgelegt. Ganz schwarz war er und hatte eine ungewohnte Form. Er war etwa länglicher, um den Po rum etwa weiter und oben im Bauchbereich sehr eng. Das war ja ein Mieder. Ich hatte mir die stets so groß vorgestellt. Ich zwängte mich hinein und meine Taille zeichnete sich deutlicher ab. Ich betrachtete mich im Spiegel. Mit meinem schwarzen BH sah ich absolut weiblich aus. An diesem Tag fiel es mir auch schwer von meinem Alt-Ton in die tieferen Bässe zu gleiten. Meine Stimme war tief, aber doch auch im Rahmen von Frauenstimmen. Ich schaute mich versonnen im Spiegel an und streifte dann das Kleid vom ersten Tag wieder drüber.

Inzwischen war Carmen wach geworden. Sie winkte mich zu sich. Ich setzte mich an den Bettrand. Sie umarmte mich von der Seite und sprach leise in mein linkes Ohr. „Gleich frühstücken wir, ich helfe dir beim Make-Up und dann gehen wir noch einmal schwimmen.“ Da war das Idyll vorbei. Keine zwölf Ferraris würden mich noch einmal in dieses verluderte Bad bringen. Ich zuckte zurück. „Sorry, unser letzter Besuch in der Therme, das war gemein von mir. Irgendwie wollte ich dir wohl eins auswischen.“ – „Das war ganz schön fies von dir.“ – „Ich weiß, schau mal in die Tüte.“ – „Das Mieder, oh danke dafür, das sitzt gut.“ – „Nein das meine ich gar nicht.“ Ich stand auf und ging noch mal zum Ankleidetisch und holte eine Einkaufstüte. Ich sah hinein und zog einen neuen Bikini heraus. „Den anderen schmeißen wir weg.“ Carmen hatte wohl was gut zu machen. Türkisfarben und richtig viel Stoff – kein String. „Zieh in mal an.“ – „Jetzt gleich.“ – „Ja, darin siehst du bestimmt sexy aus.“ – Ich tat, was sie wünschte. Raus aus Kleid und Mieder. Rein in den Bikini. „Dreh dich um.“ Ich drehte mich. Ich hatte wohl etwas zu viel Schwung. Meine Brüste wippten etwas nach links als ich die Drehung beendet hatte. „Du hast so einen sexy Po.“ Carmen war ganz begeistert.

Nachdem die letzten beiden Tage gut gelaufen war, Charly reichlich Gelegenheit hatte seine Klosünden zu büßen und wir einige Spaziergänge unternommen hatte, besserte sich mein Gefühl für Charly enorm. Zunächst bekam ich ein schlechtes Gewissen wegen des Schwimmbades. Das musste ich korrigieren. Diese Tat konnte so nicht stehen bleiben. Ich beschloss ihr einen neuen Bikini zu kaufen. In der Stadt sah ich dann in dem neuen Dessous-Geschäft dieses Mieder im Schaufenster. Ich nahm es einfach für Charly mit. Das würde ihrer Feminität noch mal einen Schub geben. Als ich Donnerstag -Morgen aufwachte und sie in ihrem Kleid sah, unter dem sich Charlys Taille stärker abzeichnete, machte mich das an. Dann drehte sie in sich diesem türkis farbigen Bikini vor mir und ihre Brüste wippten so begierig. Da war es um mich geschehen. Ich wollte Charly vernaschen. Das kam so über mich. Von dem ersten Abend mit Nicole wusste ich, wie es funktionieren würde. Mein Vorspiel war nicht ganz so aufwendig. Ich griff Charly an ihrer Taille, zog das Bikini-Höschen runter und sie ins Bett zurück. Sie fiel über mich, rollte hinter mich und ich drehte mich ihr zu. Ich gab ihr einen heftigen Kuss und löste in ihrem Rücken die Bikini-Körbchen, streifte sie ab. Ich war ohnehin noch nackt.

Carmen hatte mich so plötzlich neben sich ins Bett gezogen, dass ich gar nicht wusste, wie mir geschah. Sie küsste mich dann und im nächsten Moment war ich nackt, da erkannte ich ihre Absicht. „Was hast du vor“, hauchte ich. „Ich vernasch dich“, hauchte sie zurück. Carmens Körper über mir fühlte sich schön an. Carmen ließ ihre Brüste über meinen hängen, stützte sich in den Ellenbogen neben mir und drückte ihr Becken zwischen meine Schenkel. Ich spreizte sie. Da rutschte ihr Becken nach und ich spürte ihre Vulva auf mir, feucht, warm und etwas Festes. Sie rieb sich an mir und ich merkte es erregte mich. Ich drückte sie an mich, streichelte ihren Po. Sie wurde sehr intensiv. Ich spürte eine starke Spannung. Sie kam und stöhnte sehr laut. Ich war danach nass im Schritt. Carmen sank neben mich und sagte, „das war schön“. So richtig was erlebt hatte ich nicht; War zu eingeklemmt. Es ging mir zu schnell. Ich stand auf und duschte mich.

Wir fuhren dann später noch mal ins Schwimmbad. Das war wie ausgetauscht. Mütter mit ihren Kindern, ältere Leute, ein paar Studentinnen, die trainierten und einige andere waren im Becken und tummelten sich im Trockenen. Ich fiel überhaupt nicht auf. Ich konnte einige Bahnen schwimmen und ich genoss es immer mehr, wie sich das Wasser zwischen meinen Brüsten teilte. Carmen schwamm neben mir und lächelte mich immer wieder an. Wir waren drauf und dran die Rollen zu tauschen, nur dass wir beide Frauen waren und sie die Rolle des Mannes übernommen hatte. Ihre Dominanz wurde immer stärker, sie traf die Entscheidungen – ich war die Dankbare.

Freitag sollte ich zum Pilates gehen. Dieser Sport könnte mir gut tun, meinte Carmen. Carmen hatte mich in einer Schnupperstunde angemeldet. Sie meinte Yoga wäre nichts für mich. Pilates sei ähnlich und passe besser zu meiner Figur. Wie sie das immer meinte. In meinem alten Sportverein hatten die Jungs immer wieder über diesen Frauensport gelästert. Im Winterhalbjahr absolvierten wir regelmäßig ein Krafttraining in einem Fitnessstudio. Es lag im 2. Stock eines riesigen Gebäudekomplexes. Das Studio verfügte über große Außenfenster, die auf einen Innenhof zeigten. Schon an unserem ersten Trainingsabend hatte einer der Jungs auf der anderen Seite des Innenhofs Frauenturnen entdeckt. Schnell standen wir anderen am Fenster. Schon begann das Gefeixe. „Sexy Ballett-Übungen.“ – „Problemzonenquarantäne“ – „Boa, hatt`die `nen geilen Arsch“ – Männer halt unter sich. Mir war also schon etwas mulmig bei dem Gedanken in so einem Kurs anzufangen. Ich konnte mir das nicht anstrengend vorstellen. Pilates sollte mir gut tun?

Carmen drängelte mich, gab mir eine neue lila Sporttasche. „Darin findest du alles, was du benötigst. Komme wir haben es jetzt eilig“. Sie fuhr mich ins Studio und traf sich dann woanders mit Nicole zum Yoga. Sie setzte mich vor dem Gebäude ab, dass ich schon kannte. Mir wurde mulmig. Ich ging hinein, da rief mir eine junge Frau in bester Stimmung ein Hallo entgegen. „Neu hier?“ – „Ja, ich bin zum Pilates angemeldet.“ Sie fragte nach meinem Namen, suchte eine Karte heraus und blickte mich mit ihren grünen Augen an. „Zum ersten Mal beim Pilates?“ Ich bejahte. „Das wird bestimmt gut. Die anderen Mädels sind alle sehr nett.“ Das hatte ich wohl verdrängt. Diesen `Sport´ übten nur Frauen aus. Sie zeigte mir noch den Weg in die Umkleide, öffnete mir die Tür und ich war mittendrin. Die Luft war leicht feucht. Einige Frauen kamen in ihre Handtücher eingewickelt vom Duschen, andere saßen in Slip und BH auf Bänken und quatschten und wieder andere zogen sich gerade ihr Turnzeugs an. Einige blickten auf mich und taxierten mich blitzschnell, sagten aber nichts. Nun gut fröhliche Hallos hörte ich schon und neugierige Fragen nach meinen Vorerfahrungen.

Ich öffnete meine Sporttasche und war wieder auf eine von Carmens Frivolitäten gefasst. Aber ich irrte mich. Carmens letzte Charme-Offensive schien festere Grundlagen zu haben. Ich fand absolut ungewöhnliche Sportsachen in der Tasche. Eine ¾-Hose in schwarz mit lila Bund der im Schritt eine Herzform andeutete. Dazu ein knappes lila T-Shirt. Ich fand noch ein lila Handtuch. Das war es schon. Einige der Frauen machten sich auf den Weg, blickten zurück und fragten mich: „Willst du auch zu Eileen?“ So hieß meine Trainerin. Ich nickte. „Komm beeil dich, wir kratzen nicht.“ Zwei der Frauen kicherten kurz. Ich stand auf, verstaute mein Klamotten im Spind und es ging los.

Eileen begrüßte mich, stellte mich den anderen vor und bat mich im vorderen Bereich zu bleiben, damit sie selbst besser sehen könne, ob ich die Übungen auch korrekt ausführen würde. Was sollte ich tun, verstecken war nicht. An der Frontseite hatte der mittelgroße Raum eine Spiegelwand auf der rückwärtigen Seite Fenster. Im Spiegel konnte ich mich, die anderen Frauen sehen und auch, dass im Fitness- Studio nichts los war; keiner an den Fenstern, immerhin. Die anderen Frauen legten ihre Handtücher auf die Matten. Ich tat es ihnen nach.

Eileen blickte mich an und erklärte. „Wir beginnen mit Vorübungen, zum Aufwärmen. Zunächst bitte die Hände unter den Brustkorb legen und das Power House bilden.“ Noch bevor ich fragen konnte, sprach sie in meine Richtung. „Das ist als wenn du vom Beckenboden her einen Reisverschluss schließen würdest. Den Bauch ziehst du zur Wirbelsäule hin und den Beckenboden spannst du an. So als müsstest du dringend zur Toilette.“ Das ging ja gut los. „Spannung halten. Jetzt in den Brustkorb durch die Nase einatmen und durch den Mund wieder raus. Beim Pilates haben wir eine laute Atmung.“ Was das bedeutete merkte ich gleich. Wir waren zu siebt im Raum. Sechs `Schülerinnen´ und Eileen. Die anderen hatten keine Hemmungen. Ihr Atmen klang fast schon wie ein Stöhnen. Ich war da verhaltener.

Nach den Vorübungen begannen die Pilates-Übungen. Die erste hieß „The Hundred“ – wir lagen mit dem Rücken auf dem Boden, Power-House inklusive, Beine in der Table -Top-Position, d.h. Oberschenkel senkrecht zur Hüfte gestreckt, in den Knien 90 Grad geknickt, die Arme nahe dem Körper auf dem Boden ausgestreckt. „Die Füße zeigen Point. Beim Pilates haben wir zwei Fußstellungen. Point bedeutet, sie sind gestreckt. Flex heisst, sie werden zur Wade herangezogen.“ Das bekam ich locker hin. „Kopf und Schultern vom Boden heben. Schultern tief. Arme strecken, die Handflächen zeigen nach oben und jetzt mit fünf Einatmungen die Arme heben, die Hände drehen und mit fünf Ausatmungen zurück.“ Das bereitete mir keine Schwierigkeiten. So weit ich sehen konnte, den anderen auch nicht. „Das ist ja wie im Kreißsaal.“ Allgemeine Heiterkeit. Nur ich lachte nicht wirklich. Die nächste Übung hieß „Criss Cross“. Die Ausgangsposition wurde beibehalten. Wir mussten nun die Hände an die Ohren nehmen und die Ellenbogen ausrichten. Wenn der linke Arm zu Boden ging, musste das rechte Bein zum Boden hin gestreckt werden. Anfangs war das kein Problem. Doch bei der dritten Wiederholung atmete ich angestrengt und mir war heiß geworden, die Spannung im Bauch konnte ich kaum noch halten. ;Von wegen „Mädchen-Tralala“. Und es kamen noch einige Übungen hinterher; Swimming, Heel Beats, Rolling Like a Ball, Side Kicks und Shoulder Bridge. In den Pausen dazwischen quatschten die anderen Frauen. Eileen sparte in ihren Anleitungen nicht an Bemerkungen wie „Die Übung macht einen schönen Po.“ – „Die Übung strafft die Oberschenkel.“ Und Ähnliches. Ich will nur noch eine Übung beschreiben. „Leg Pulls Down“. Wir starteten wieder die Beine senkrecht gestreckt, dann mussten wir beim Einatmen die Beine über den Kopf führen, den Boden berühren. Das war gar nicht so einfach. So weit kam ich erst bei der dritten Wiederholung. Mit der Ausatmung mussten wir die Beine spreizen. Mit der nächsten Einatmung die gespreizten Beine wieder zurück in die Senkrechte über der Hüfte führen, beim Ausatmen die Beine schließen, Füße Point, dann die Beine absenken und zurück in die Ausgangsposition. Diese Übung hatte es in sich. Und ich hoffte immer, oben an den anderen Fenstern mögen keine Männer stehen. Zum Schluss gab es noch Abwärmtraining, drei Entspannungseinheiten.

Eileen trat hinterher zu mir, berührte mich am Arm und fragte mich, „Na wie hat es dir gefallen?“ – „Ich fand es anstrengend und schön.“ – „Dafür, dass es dein erstes Mal war, sah es schon sehr gut aus. Ich glaube du hast Talent und Körpergefühl für diese Sportart. Kommst du wieder?“ Ihr Lob machte mich verlegen. „Ja, ich denke schon.“ Eileen lächelte. Die anderen Mädels hatten den Raum schon verlassen. Ich ging in die Umkleide. Meine Trainingspartnerinnen hatten ihr verschwitztes Zeug ausgezogen und waren nackt. Sie blickten mich an und riefen, komm mit wir duschen noch, das ist immer spaßig.“ Sollte mich Carmen am Ende doch wieder in einen Szene-Club gelockt haben? So verschwitzt wie ich war, musste ich mich der Situation stellen.

In der Dusche geschah dann absolut nichts, was ich nicht erzählen könnte. Die Mädels alberten rum, ließen ihre Brüste wippen und cremten sich wechselseitig ihre Rücken mit Duschgel ein. Einige wuschen sich auch wechselseitig die Haare. Lioba, die Namen konnte ich mir im Lauf der nächsten Wochen allmählich merken, hatte plötzlich einen Schlauch in der Hand und spritze uns anderen lachend ab. Brrr, war das kalt. Ein Gekreische - und viel Lachen. „Musst nicht denken, dass wir alle lesbisch sind.“ Lioba hatte sich in der Umkleide neben sich gesetzt und streifte sich gerade ihren BH über. „Wir sind schon länger zusammen hier beim Pilates. Und da hat es sich eines Tages so ergeben. Wir waren nach ein paar Übungen so gestresst, dass – du ich weiß gar nicht mehr, wer es war – eine anfing, einer anderen den Rücken zu schrubben. Das war so angenehm entspannend. Wenn du willst, nächste Woche können wir es ja mal versuchen. Magst du, du kommst doch wieder oder?“ Ich nickte, als ich in meinen Slip schlüpfte. „Schön, ich glaube, du passt gut in unsere Clique, oder was denkst du?“ Nach dem Duschen fühlte ich mich besser, war guter Stimmung und nickte mit dem Kopf. Wir scherzten noch eine Weile, wäre ich ein Mann gewesen, hätte ich gedacht, Lioba flirtete mit mir. „Kommst du noch mit ins Café nebenan. Wir trinken noch Bionade zusammen.“

Als Carmen mich im Studio abholen wollte, war ich im Café. Carmen musste alleine nach Hause fahren. Ich saß mit einigen der fünf Frauen im Café und lauschte ihrem Frauengespräch und nahm mir vor ein paar Frauenzeitschriften zu kaufen, damit ich beim nächsten Mal besser mitreden konnte.


Ich hatte mich auf das Yoga mit Nicole gefreut. Zwischen den Übungen lächelten wir uns an. Die anderen Frauen aus unserem Kurs merkten nichts. In den Pausen zwischen den Kursen scherzten wir über Männer, das Übliche halt und einige hatten ein paar Fragen zur Glyx-Diät. Obwohl die Übungen anstrengend waren – Power-Yoga – verging die Zeit auf angenehme Weise. Zwischen Nicole und mir baute sich eine erotische Spannung auf. Wir legten unsere Matten zum Ende des Kurses langsam in ihre Boxen zurück, plauderten noch mit Marleen, unserer Trainerin, und gingen dann in die Umkleide. Wir waren dort die letzten. Wir wussten die anderen würden sich beeilen. Und wir wussten, nach unserer Yogastunde wäre in unserem Club erst einmal Mittagspause. Wir halfen uns beim Auskleiden. Nicole hatte so einen schönen Körper. Ihre Bauchmuskeln zeichneten sich straff ab; Keine Sixpacks, aber ein wohlgeformter flacher Bauch. Wir gingen in die Dusche. Außer uns war keine mehr dort. Wir duschten lange. So kam es, dass ich verspätet zu Charlys Pilatesstunde fuhr. Sie war schon weg. Na, dachte ich, sie weiß sich jetzt wohl allein zu helfen. Und fuhr nach Hause. Charly war nicht dort.

Noch eine Kindheitserinnerung

Nicole war ganz irritiert als ich erst um 16 Uhr nach Hause kam. Wie schaute sie erst, als sie Lioba von unserem Haus fortfahren sah, während sie mir die Tür öffnete. „Wird wohl langsam Zeit, dass unser Urlaub zu Ende geht. Wenn die wüsste, wer du wirklich bist, Charly, die hätte dich nie nach Hause gefahren.“ – „Wieso denn nicht?“, gab ich keck zurück und hob die linke Hüfte etwas an. „Frauen stehen nicht auf Transen.“, gab sie mir trocken zurück. Sie wollte gar nicht wissen, wer mich nach Hause gefahren hatte. Sie ging nach oben. Merkwürdig.

Ich wusste, ich hatte noch etwas Hausarbeit zu leisten. Ich packte meine verschwitzten Sportsachen aus und legte sie in die Wäsche. Morgen würde ich noch einmal eine Maschine starten. Das wäre dann mein letzter Hausdienst als Hausfrau. Ich atmete durch. Ich begann meinen Dienst, na klar, mit dem Kloputzen. Nicole hatte es nicht sein lassen können. Es nervte. Ich ging dann in den Keller. Dort hatten wir einen Hausarbeitsraum. Ich hatte noch zu bügeln. Das machte ich jede zweite Woche. Nur dieses Mal war es extrem viel. Ich wusste gar nicht, wo das alles herkam. Carmen hatte einfach die Wäsche von Nicole untergeschmuggelt. Mir fiel das damals gar nicht auf. Heute würde ich auf so etwas nicht mehr reinfallen.

Ich begann das Bügeln der Slips. Wieso hatte Carmen nur in dieser einen Woche so viele Slips getragen? Und wo kamen die ganzen Strings her? Gut, Frauen waren sehr hygienisch. Daran schien Carmen festhalten zu wollen. Sie war ja auch Krankenschwester. Nach einer Weile hatten sich meine Handhabungen automatisiert. Ich glitt in einen milden Rhythmus hinein. Meine Gedanken begannen zu fließen. Ich konnte mir keinen Reim darauf machen. Vielleicht arbeitete mein Unbewusstes im Stillen weiter, nachdem ich Sonntag auf erste Kindheitserinnerungen gestoßen war. Beim Bügel fiel es mir wieder ein.

Meine Schwester hatte nicht so einfach plötzlich aufgehört mich nachts zu besuchen. Wir bekamen kurz nach meinem zwölften Geburtstag, ein halbes Jahr nach dem Tod unserer Mutter, eine Gouvernante. Mir fiel plötzlich auch ihr Name wieder ein, Frau Strass. Nun aber der Reihe nach; ich versuchte meine Assoziationen zu ordnen. Ich hörte dumpfe Geräusche im Haus. Irgend etwas anderes musste mich aus meinem Schlaf geweckt haben. Es war eine unruhige Herbstnacht. Möglicherweise hatte ein Ast gegen mein Fenster geklopft. Die Geräusche, welche ich hörte, schienen aber aus unserem Haus zu kommen. Ich wurde neugierig und ging ihnen nach. Sie führten mich zu unserem Partykeller. Nach Mutters Tod wurde er nie wieder für Feiern benutzt.

Die Geräusche waren deutlicher zu Vernehmen. So als schlüge jemand auf eine Milchtüte ein. Es konnte kein fester Schlag sein. Das Geräusch wiederholte sich unregelmäßig. Ich lukte durch das Schlüsselloch. Ich sah nicht viel. Ich blickte auf ein seitwärts stehende Frau im schwarzen Lederkorsett. Einen älteren Herrn im Kostüm eines englischen Schulmädchens. Er lag bauchlings auf zwei zusammen geschobenen Stühlen. Seine Beine waren gespreizt. Er trug einen String. Immer wieder rauschte eine Lederpeitsche auf ihn herab. Ich musste einige Minuten durchs Loch gucken, um alles erkennen zu können, was ich sah. Zum Schluss ahnte ich, der ältere Herr war mein Vater. Ich erschrak, rumpelte und sprang davon. Etwas später stand mein Vater an meinem Bett. Ich hatte die Bettdecke bis zu den Schultern hochgezogen, die Hände über die Decke gelegt und stellte mich schlafend. „Das muss der Wind gewesen sein. Charles schläft fest.“ Mein Vater ging raus. Ich blinzelte und sah die Dame im Lederkorsett – Frau Strass.

Am nächsten Morgen war ich irritiert.- Ich hatte inzwischen fünf Blusen und acht Handtücher gebügelt. – Meine Erinnerungen kamen bruchstückhaft in mir hoch. Frau Strass machte uns das Frühstück. Mein Vater kam herein. Alles wie sonst üblich. Ich schaute genau hin. Frau Strass musste es gesehen haben. Ich bemerkte keine Veränderung an beiden. Mein Vater war von keinen sichtbaren Spuren der Nacht gezeichnet. Am Abend desselben Tages wollte ich aufpassen. Das Zimmer von Frau Strass lag auf unserem Flur, damit sie im Krankheitsfall rasch bei uns Kindern sein könnte. Mein Vater schlief parterre. Ich hatte mein Periskop in Stellung gebracht und beobachtete damit die Schlafzimmertür von Frau Strass. Kurz nachdem wir Kinder zu Bett geschickt worden waren, tauchte Elisabeth auf dem Flur auf. Sie ging auf Zehenspitzen. Sie blickte kurz über beide Schultern und verschwand dann im Zimmer von Frau Strass. Ich wusste in unserem Haus gab es keine Zimmerschlüssel. Ich näherte mich also wieder dem Schlüsselloch. Ich sah noch so gerade wie Elisabeth unter der Bettdecke von Frau Strass verschwand; von den Füßen her. Was hatte das zu bedeuten? Machte Elisabeth an Frau Strass das, was ich zuvor an ihr hatte ausüben müssen? Ein Geräusch im Haus erschreckte mich und ich stieß leicht mit dem Kopf an die Türklinke. Im nächsten Moment lag ich wieder in meinem Bett. Nichts geschah.

Ein paar Tage später. Es war ein Nachmittag. Ich hatte meine Schularbeiten erledigt und sie Frau Strass vorgelegt. Sie schloss das Heft, stand auf und kam zu mir. Sie griff mir unter den rechten Arm und zog mich hoch. Sie blickte mir streng in die Augen: „Auf die Knie!“ Ich kniete nieder. „Bist du wohl ein böser Junge?“ – Ich verstand nicht. Hatte ich so viele Fehler in den Übungen geschrieben? Ich schüttelte den Kopf. „Verstockt bis du auch noch. Komm mit.“ Sie zerrte mich hinter sich her. Wir gingen auf ihr Zimmer. „Zieh deine Hose aus. Du wirst bestraft. Du bist ein böser Junge. Dein Vater hat mir die Straferlaubnis erteilt.“ Ich wusste, das stimmte. Mein Vater hatte uns ausdrücklich darauf hingewiesen. Wir sollten zu gesunden, klugen Menschen erzogen werden. Da könnten Strafen nicht ausbleiben. Das waren in etwa seine Worte gewesen. „Zieh dich aus – die Unterhose auch“ Die Stimme von Frau Strass war kalt. „Leg dich auf das Bett.“ Ich tat was sie sagte. Sie spreizte meine Beine. Sie berührte mein Glied kurz mit beiden Fingern. Dann öffnete sie eine Schublade ihrer Kommode, entnahm Draht und eine Zange. Sie schnitt den Draht zurecht und wand ihn um meinen Penis. Sie nahm einen Kettengürtel und legte ihn um meinen Bauch. Sie wickelte den Draht so, dass dieser mit einer anderen kürzeren Kette verdrahtet werden konnte. Ich sollte mich aufs Bett knien. Sie ging um mich rum. Dann zog sie an der Kette und befestigte diese hinten an dem Kettengürtel. Mein Penis war straff an den Bodenbecken gezogen. Es war ungewöhnlich, schmerzte aber nicht besonders. Sie ging wieder vor mich. Blickte mich an und sagte: „Schon besser.“ Sie betatschte mich im Schritt. Dann schob sie meine Hoden höher, nahm ein Klebeband und klebte es quer über die Stelle an der mein Penis aus dem Bauch ragte bis über beide Schenkel. „Viel besser.“ Sie griff nach meinen Haaren. „Könnte gehen“, murmelte sie, holte zwei Haargummis aus ihrer Handtasche und flocht mir hinten zwei Zöpfe. Kurz darauf rief sie Elisabeth.

In einen roten Rock gekleidet kam sie ins Zimmer. Sie trug einige Sachen auf dem Arm, die sie gleich Frau Strass reichte. Meine Schwester strahlte als Frau Strass mich ihr vorführte. „Schau Elisabeth, das ist deine neue Schwester.“ Da trat Elisabeth näher. Sie verstand es als eine Aufforderung mich zu untersuchen. Sie betrachtete meine Ketten und kicherte. Mit ihren Händen befingerte sie meine leeren Hosensäckchen. „Das ist ja wie bei mir. Wie hast du es geschafft ihn in ein Mädchen zu verzaubern? Hast du seinen Lümmel tatsächlich abgeschnitten?“ Frau Strass beugte sich über sie, umarmte sie von hinten und sagte laut, „wir Frauen sind stark. Wir brauchen keine Angst vor Jungs zu haben. Ich habe magische Kräfte.“ – „Kann ich sie untersuchen? Du hast es versprochen.“ Frau Strass wies mich an, mich auf das Bett zu legen. Elisabeth setzte sich neben mich und strich mit ihrer rechten Hand über meinen Körper, über Beine, Hüfte, Bauch. Die rechte Brust versuchte sie zu formen. „Das ist noch nicht so mädchenhaft. Dann strich sie mir über den Kopf und die Haare. „Die Zöpfe finde ich niedlich.“ Sie hatte noch nicht genug. Sie befingerte noch einmal meinen verschwundenen Penis. „Wirklich, das ist wie bei mir. – Wieso ist denn da ein Klebeband?“ Frau Strass antwortete im Nu. „Das tragen böse Mädchen. Daran erkennst du sie.“ Elisabeth ließ ihre Hand die Kette entlang gleiten, sagte aber nichts mehr. Sie drehte sich zu Frau Strass, schaute sie mit ihrem kindlichsten Blick an und fragte schüchtern: „Muss meine Schwester für meine Untersuchung bezahlen?“ Frau Strass nickte. Elisabeth stand auf. Ich musste vor ihr niederknien. Frau Strass beugte mich. Elisabeth hob ihren Rock. Sie war nackt. Ich ahnte, was sie sich als Bezahlung vorstellte. Frau Strass sah dabei zu. Als Elisabeth genug hatte, zog sie an meinen Zöpfen.

Ich musste mich danach einkleiden. Es waren die Sachen, die Elisabeth mitgebracht hatte. Es war offensichtlich ihre Aufgabe, mir die Kleidung anzureichen. Zuerst erhielt ich eine neue Unterhose. Diese war sowohl an den Beinen als auch zum Bauch hin länger als ich es sonst gewohnt war. Ich schlüpfte vorsichtig hinein. Die war ganz schon eng und drückte meinen Taille zusammen. Ich musste mich dann um mich drehen. „Gut, nichts zu sehen und schöne Kurve. - Hier, diese Strumpfhose trägst du die nächsten Tage.“ Ich erhielt eine graue Wollstrumpfhose. Sie kratzte auf der Haut. „Das kratzt?“, fragte Frau Strass hämisch. Als nächstes reichte sie mir ein rosa Kleid, es war im Brustbereich dreieckig ausgeschnitten. Ich schlüpfte hinein. Das ärmellose Kleid reichte mir bis knapp über den Po. Sein Ausschnitt zeigte viel meiner flachen Brust. Wenn ich mich vorbeugte, waren meine Brustwarzen zu sehen. Als Schuhe gab sie mir rosa Ballettschläppchen „Fast perfekt.“ Ich musste mich um mich drehen und dann vor beiden einen Knicks machen.

Frau Strass lachte laut und Elisabeth lachte mit. Zu mir gewandt: „In diesem Kostüm ist dein Name Aschenputtel. Merk dir das. Wir werden dich auch so behandeln, damit du den Namen nicht vergisst.“ Ich musste dann vor beiden in die Küche hinuntergehen. Elisabeth kicherte hinter mir. Bei jedem Schritt hob sich wohl mein Kleid ein wenig. Der Slip betonte meinen Po, das spürte ich. Zurück in der Küche ging Frau Strass an einen Schrank, nahm eine Tüte mit grünen, eine mit roten und eine mit schwarzen Linsen heraus. Sie schütte diese auf dem Boden aus. „Sortiere das. Ich fahre mit jetzt Elisabeth ein Eis essen. Nachher bist du fertig. Und alles ist hier sauber. Sie schüttete noch Mehl über alles aus.“

In dieser Zeit kam unser Vater erst spät abends nach Hause. Morgens war er wieder außer Haus bevor wir mit dem Frühstück begannen. Zum Glück hatten wir Herbstferien. Frau Strass hatte mir klar zu verstehen gegeben, dass ich die ganze Woche in Strumpfhose und Kleid herumlaufen sollte. Sie stellten mir jeden Tag neue Aufgaben im Haushalt. Die beiden ließen mich etwa Kekse backen. Wenn ich den Teig angerührt hatte, kam Elisabeth und spuckte hinein. Ich musste wieder von vorne anfangen. Frau Strass schimpfte: „Böser Junge, pass doch auf.“ Ich fühlte mich mitten im Grimm`schen Märchen. Nur wo blieb mein Prinz?

Es kam immer nur Frau Strass. An einem Abend führte sie mich wieder in ihr Zimmer. Ich musste die Strumpfhose und den engen Slip ausziehen und vor ihr Tanzen. Sie hatte Schlagermusik auf ihren Plattenspieler gelegt. Sie gab mir genaue Anweisungen, wie ich mich zu bewegen hatte. Ich musste mich schwungvoll drehen. In solchen Momenten flog mein rosa Kleid hoch bis zum Bauch. Frau Strass blickte mich mit großen Augen an. Als sie genug gesehen hatte, sollte ich mich auf ihr Bett legen – auf den Bauch und meine Beine spreizen. Sie setzte sich neben mich. „Du bist ein schlimmes Mädchen, Aschenputtel. Mich so zu verführen.“ Ihre Hand ging die Kette entlang. Da spürte ich ihren langen Fingernagel an der Spitze meines Penis. Sie schob ihren Nagel in dessen Einkerbung. Das schmerzte etwa. Sie zog zurück und schob den Nagel wieder rein. „Oh, das gefällt dir, wusste ich es doch. Du wirst feucht, du schlimmes Mädchen.“ Etwas später stand sie auf: „Du bist so ein böses Mädchen, ich habe dich gewarnt.“ Sie prügelte meinen Po mit einem Stock. Danach schob sie etwas in mich hinein. Als ich wieder allein war, spürte ich einen kurzen Faden an meinem Po hängen. Frau Strass sagte dann noch: „Ich weiß, du hast deine Tage. Deswegen bist du so böse. Das bleibt drin. Wenn du groß auf Toilette musst, wirst du mir Bescheid sagen. Ich wechsle es dann aus. Wenn ich merke, dass du es herausnimmst, dann werde ich dich hart bestrafen.“ So fummelte mir Frau Strass über acht Tage lang mehrmals am Tag am Po rum.

Als ich wieder in die Schule gehen musste, befreite mich Frau Strass von allem. Das einzige, was sie mir auch an Schultagen weiterhin befahl, war es rosa Mädchenslips mit Rüschen zu tragen. Im Sportunterricht hatte ich viel damit zu tun, mich möglichst geschickt umzuziehen, damit die anderen Jungs nichts merken würden. Das war ziemlich unangenehm. An Wochenenden war ich wieder das Aschenputtel. Ich musste aufpassen, meinem Vater in diesem Kostüm nicht zu begegnen. Er interessierte sich in dieser Zeit nicht für mich. Er hatte im Betrieb viel Arbeit. Ich sah ihn eigentlich nie. Frau Strass Anweisung hätte mir sagen können, dass sie sich über das Ausmaß ihrer Strafgewalt nicht so ganz sicher war. Aber ich war viel zu verängstigt. An wen hätte ich mich auch wenden sollen? Während des nächsten halben Jahres musste ich einmal im Monat für ein paar Tage die spezielle Pobehandlung über mich ergehen lassen. In der Schule ging ich nicht groß auf die Toilette. Szenen, wie diejenige, die mit der Prügelstrafe endete, wiederholten sich einige Male. Wie oft es war, kann ich heute nicht mehr genau sagen.

Ein Detail hatte ich noch vergessen. Gerade fällt es mir wieder ein. Elisabeth durfte mir jeden Morgen beim Anziehen zusehen. An meinen „Tagen“ zappelte sie an dem Bändchen, welches aus meinem Po ragte. „Es ist noch drin“, meldete sie Frau Strass weiter. „Gut, Kleines“, gab Frau Strass zur Antwort. Manchmal durfte Elisabeth zusehen, wenn Frau Strass das Ding wechselte. Sie sagte dann: „Da siehst du, was für ein schmutziges Mädchen deine Schwester in diesen Tagen wieder ist. Du bist zum Glück nicht so.“

Nach einem halben Jahr war der Spuk vorbei. Frau Strass ging so schnell, wie sie gekommen war. Mein Vater hatte ihr in einer furchtbar lauten Szene fristlos gekündigt. Ich war besonders auf meine Schwester sauer. Sie ging mir geschickt aus dem Weg. Vater schickte sie kurze Zeit, nachdem er Frau Strass gekündigt hatte, auf ein Internat in Frankreich. Bis zur Geburt ihrer Kinder redeten wir nicht viel miteinander. Erst in den letzten Jahren konnten wir bei den seltenen familiären Zusammentreffen etwas small talk betreiben.

„Oh Mist.“ Ganz in Gedanken versunken, hatte ich ein Loch in ein Handtuch gebügelt. Ich war mit dem Bügeln fertig. Ich räumte alles beiseite und verstaute die Kleidung in Schränken und Schubladen. Ich merkte später, wie Carmen einiges davon in einen Koffer umräumte. Vorher machte ich mir noch einen Café. Meine Erinnerungen hatten mich überwältigt. Ich musste mich setzen. Der nächste Gedanken, der mir durch den Kopf schossen war – ich müsse dringend zu einer Psychotherapie. Zweierlei wurde mir klarer: ich hatte mich auf das Experiment eingelassen, weil ich durch meine Kindheit schon darauf vorbereitet war. Vielleicht hatte mir manches am Aschenputtel-Spielen doch auch gefallen. In Carmen hatte ich mich wohl auch wegen ihrer Impulsivität verliebt, gewiss hatte ich intuitiv die Dominanz einer Frau geahnt, die in dieser Woche an ihr zu Tage getreten war. Als ich den Café getrunken hatte, bereitete ich das Abendbrot vor: Crèpes, süsse und saure.

luna

Re: Das Geschenk

Post 19 im Thema

Beitrag von luna » Mi 7. Okt 2009, 20:02

wieder eine tolle Geschichte. Bitte,bitte schreib das Buch von dem wir gesprochen haben. LG luna

martina
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Re: Das Geschenk

Post 20 im Thema

Beitrag von martina » Mi 7. Okt 2009, 21:47

hallo robotobo,
ich war ja überrascht, heute wieder eine geschichte von dir zu finden, weil du ja angekündigt hattest, dass du wahrscheinlich vor donnerstag nicht dazu kommen würdest. aber ich hab wieder sehr gern gelesen :-) dankeschön :-)
liebe grüsse
martina
Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

Christina37

Re: Das Geschenk

Post 21 im Thema

Beitrag von Christina37 » Mi 7. Okt 2009, 23:17

Hallo robotobo ,
Wunderbar dieser Teil Deiner Geschichte .
Schreib bitte weiter und lass uns nicht zu lange warten .

LG Christina

robotobo

Re: Das Geschenk

Post 22 im Thema

Beitrag von robotobo » Do 8. Okt 2009, 16:19

Hallo Freundinnen,

so ich habe ich nochmal richtig reingehängt, oder die story hat sich aus mir rausgedrängt. Kann ich nicht unterscheiden. Ich hoffe, die Vertipper halten sich in Grenzen. Gleich geht die Urlaubswoche von Charly zu Ende.

:)p Viel Spaß beim Lesen )..)c

Robotobo

Mein letzten Augenblicke als Frau

Carmen bevorzugte die sauren Crèpes, ich die süßen. Wir tranken dazu etwas Rießling. Rote Weine waren im letzten halben Jahr auf meiner Zunge nicht mehr so sanft säuerlich glitschig. Sie schmeichelten dem Gaumen nicht weiter. Stattdessen erlebten Weißweine ein Comeback. Das würde auch mir bald bevorstehen. Es war der letzte Abend unserer Urlaubswoche. Morgen am Samstag, so hatte Carmen mir versprochen, würde sie mich aus dem Urlaub verabschieden. Als wir nun beieinander saßen, die Crépes verspeisten – ich bestrich meine mit Erdbeersahne und Carmen ihre mit Limetten und Johannisbeergelee – Toasts auf uns aussprachen, da merkte ich wie erstaunlich eng ich mit meiner Urlaubsrolle verwachsen war. Die künstlichen Brüste waren Kunstwerke. Sie schmiegten sich nun so an meinen Körper als gehörten sie dazu. Ich beugte mich bei den Toasts immer ein Stück vor. Ich genoss den Moment, wenn die Brüste vornüber wippten. Carmen merkte das wohl. Sie lächelte suffisant. Ich eröffnete ein langes Gespräch mit den Worten.

„Irgendwie schade, dass unser Urlaub vorübergeht. Auch wenn ich den Alltag – na ja, nicht gerade herbeisehne – auch wenn ich meine alte Lebensweise kaum vermisse, weiß ich doch, es muss wieder gehen.“ Was sagte ich da? Carmen reagierte mit einer kleinen Verzögerung. „Du willst den Urlaub gar nicht beenden? Verstehe ich das richtig? – Wie soll das gehen. Du musst wieder zur Arbeit. Ohne dein Gehalt können wir uns das Haus nicht leisten.“ – „So meinte ich es ja auch nicht. – Aber weißt du, ich merke gerade, wie sehr ich mich an mein Leben als Frau gewöhnt habe.“ Carmen prustete ins Glas. „Gewöhnt? Hast du denn die ersten Tage vergessen?“ – „Die waren nicht so schön. Da hätte ich am Liebsten den Urlaub abgebrochen und die Hotelmanagerin verklagt.“ – „Die hätte dich wohl nur ausgelacht.“ – „Ja, du warst so dominant – die ganze Woche so dominant. Das verstehe ich immer noch nicht so ganz. Musstest du mich so vorführen.“ – „Manches tut mir ja wirklich leid, das weißt du ja. Und weißt du, was wir gleich machen werden?“ – „Nein!“ – „Wir gehen in den Garten und verbrennen dort den String-Bikini, ich habe ihn noch gar nicht weggeworfen.“ – „Wie die alten Feministinnen in den 1970er Jahren ihre BH´s verbrannt haben?“ – „Ja genauso – nimm es als ein Fanal zur Befreiung der Frau in dir, die ja die Rückkehr zum Mann bedeuten wird, die alten Emanzen wollten doch auch bessere Männer sein.“ – „Na, wenn du dich da mal nicht irrst.“ Carmen stand tatsächlich auf und wurde aktiv. Unser Gespräch schien sie zu irritieren. Sie hatte den Bikini geholt und schickte mich, unseren Tischbrenner zu holen, den wir oft zur Zubereitung von Crèmes Brulèes einsetzten. Sie zündete die Flamme, ich durfte den Bikini hineinhalten und warf ihn rechtzeitig zu Boden, bevor das Feuer meine Finger versenken würde. Ich durfte die Flammen auf dem Boden austreten. Als alles vorüber war, nahm mich Carmen in den Arm und küsste mich. „Ich freu mich auf meinen alten Charly.“

„Nun bitte, versuche mir zu erklären, warum du plötzlich so dominant wurdest“, setzte ich ein. „Da bin ich mir nicht so sicher. Als Krankenschwester muss ich meine Patienten manchmal ganz schön kommandieren, damit wir die Arbeit in der vorgesehenen Zeit überhaupt schaffen können. Die unterstützen uns ja so wenig. Vielleicht ist dieser Ton in unseren Urlaub geschwappt.“ – „Nein, das glaube ich nicht.“ – „Nicole sieht das ähnlich.“ – „Nicole?“ – „Ja, du weißt doch, ich hatte in der Woche Gelegenheit zum Gespräch mit ihr. Ich habe ihr einiges erzählt und sie hat nachgebohrt. Sie erklärte mir, dass eine körperlich veränderte Wahrnehmung die Seele des Menschen ändern könnte.“ – „Wie meinst du das.“ – „Nicole, du weißt, sie ist Dozentin an der Volkshochschule, erzählte mir die Geschichte eines Jungen, welche sie aus der vorbereitenden Lektüre einer Veranstaltung kannte. Der Junge war mit einer jungen Frau zusammen, die ihn mit ihrem Finger anal stimulierte. Es war sein erstes Erlebnis. Der fand das toll und dachte er sei schwul.“ – „Was ist denn das für eine Story. Was redest du denn mit Nicole?“ – „Wir sind beste Freundinnen. – Als ich letzten Samstag an deiner Brust aufwachte, und spürte, ich genieße diese Lage an der Brust einer Frau – im ersten Moment fürchtete ich, ich könnte lesbisch sein.“ – „Uh, was haben wir da nur angerichtet.“ Ich brachte das auch gleich mit ihrer Aktion zusammen, als sie mich neulich morgens vernascht hatte.

„Nein Charly, ich dachte weiter, wenn ich mich an deiner Brust so gut fühle – du bist ja ein Mann – was für eine Art erotisches Gefühl ist das wohl. Ich kann mir das bis jetzt kaum richtig vorstellen. Dein Penis ist – auf Urlaub, nicht da. Was wir sonst so im Bett treiben, geht nicht. Aber das was ich von dir spürte, an dir spürte, das erregte mich doch. Ich wusste nicht so recht und ich glaube auch deswegen wurde ich aggressiv und ich merkte mit meiner Dominanz komme ich durch, sie tat mir gut.“ Ich schwieg und schien auf hinter meinen Augen im zu verschwimmen. In mir stiegen die klammen Nebel meiner Phantasie auf; Die Kindheitserinnerung hatte mich im Griff. Blitzhaft sah ich Carmen als Frau Strass vor mir. Da war das Bild auch schon wieder weggezappt. Ich spürte Carmens Hand auf meinem Arm. „Was ist mit dir. Habe ich dich so erschrocken?“ Sollte ich ihr erzählen, was mir aus meiner Kindheit wieder eingefallen war. Ich mochte es aber nicht in Worte fassen. Irgendetwas sträubte sich in mir dagegen. „Dein dominantes Gehabe ist mir an den ersten Tagen ungeheuer auf den Nerv gegangen. Vor allem. weil ich dich in dazu in meinem Hemd rumlaufen sah, und weil du mein After-Shave benutzt hast.“ – „In mir ging so viel durcheinander. Als ich dabei war, dich zu vermädlichen – nun ich blickte zuerst auf deinen nackten Körper und war irritiert. Sollte ich wirklich unsere Verabredung durchführen. Du sahst so knackig aus. So ein schöner Mann. Halb im Sinken begriffen, teils danach strebend begann ich. Als die Brüste an dir klebten, konnte ich ein Lachen nicht verkneifen. Ich habe ein Foto geschossen, wenn du willst, zeige ich es dir gleich.“ Ich hatte mich aus meiner Versunkenheit wieder befreit. Das Foto – es gab Fotos von mir? – klar wollte ich das sehen. Carmen ging in den Flur hinaus. Es dauerte eine Weile, bis sie zurückkam. Sie hatte unseren digitalen Fotorahmen geholt. Sie stellte ihn auf den Tisch vor mich hin und schaltete ein. Da lag ich hingestreckt als Hermaphrodit. Carmen hatte sich in mich gestellt, und legte ihre Arme um meine Schultern. Ihre Fingerspitzen glitten in mein Dekoltèe. „Sieht doch niedlich aus“, erklang ihre Stimme leise an meinem linken Ohr. Ich schluckte, war verwirrt, Carmens Zärtlichkeit und die schroffe Wahrheit auf dem Bildschirm. So ganz bekam ich das nicht zusammen. Nun gut der Abend war eine emotionale Achterbahnfahrt, Schussfahrt war angesagt – der Looping schien voraus zu liegen. Carmen setzte sich wieder und erzählte weiter. „Mein Lachen hielt nur kurz an. Ingenieurinnengefühle, das Wort scheint mir jetzt am besten zu passen, meldeten sich in mir. Diese Situation kontrollieren zu können, in der wir jetzt waren – am Steuer zu sitzen, in deinem BMW durfte ich ja nie fahren – ich merkte, das gefällt mir. Ich machte weiter.“ Carmen verstummte, lehnte sich zurück und legte ihre Füße auf einen Stuhl. „Möchtest du ein Café?“ – „Ja, das ist lieb von dir.“ Woran dachte sie gerade nur? Genoss sie noch einmal ihr Ingenieursgefühl? Als ich den Café aufbrühte, dachte ich über den Vorwurf nach? Wo hatte ich mich noch in unserer Ehe so machohaft verhalten? Als ich ihr den Café hinstellte, sagte ich: „Du hast aber auch nie verlangt, fahren zu dürfen.“ – „Lass das, ist jetzt nicht so wichtig.“ Ich wollte mich wieder setzen. Carmen sagte noch: „Full Service, please? – Bring mir den Café noch einmal, reiche ihn mir und mache einen Knicks!“ Das kam so überraschend, ich war übertölpelt. Es dauerte ihr wohl zu lange. „Mach es!“, sagte sie forsch, „mir zu liebe und ich verzeih dir deine BMW-Sünden.“ Mechanisch, wie an einer inneren Kette gezogen, tat ich es. Da war er, der Looping. Carmen grinste.

„Hatten wir denn wirklich auch verabredet, dass wir meinen Penis so kaschieren würden?“ – „Nein nicht wirklich. Ursprünglich hatten wir vorgehabt, ihn mit einem engen Mieder wegzudrücken. Du hattest dir schon Bilder im Netz angesehen und warst der Überzeugung, das würde ausreichen.“ – „Ja und, warum hast du das dann getan?“ – „Das waren meine Ingenieurinnengefühle. Und es war auch Zufall.“ – „Zufall?“ – „Ja“, sie zuckte kurz mit ihren Schultern, „es war noch Kleber übrig. Silikon auf Haut – dann müsste ja auch Haut an Haut kleben. Ich versuchte es. Mit dem Ergebnis war ich hinterher gut zufrieden. Du sahst aus, wie ein Mädchen, das kurz vor der Pubertät steht. Das war mein erstes Bild von dir. Schau es dir selbst an.“ Sie schaltete den Fotorahmen wieder ein. Da lag ich, das jungfräuliche Geschöpf meiner Frau. Sie zeigte mir dann noch die anderen Fotos. Ich auf Toilette sitzend, meine ersten Gehversuch, bei Melly im Stuhl – von unten fotografiert, das Auge der Kamera lugte unter mein Kleid, die Hand meines Vaters an meinem Po; Ja selbst ein Bild aus dem Schwimmbad war dabei, von der oberen Galerie aufgenommen – wie hatte sie das nur gemacht? Sie lag doch neben mir. – was sah ich obszön aus.

„Die nächsten Tage ging es rauf und runter in mir. Dieses Chaos ist immer noch in mir.“ Carmen erzählte weiter. „Die neue Art meiner Toilettenbenutzung war ein spontaner Einfall. Ich fand schnell, es sei eine herrliche Idee. Du würdest dir vielleicht dauerhaft merken, warum es sinnvoll sein kann immer auf Toilette zu sitzen. Aber das habe ich dir ja auch schon gesagt.“ – „Ja deine Aggressivität habe ich deutlich gespürt. Aber wie kam es zu deinem Sinneswandel? In der Mitte der Woche wirktest du entspannt, wurdest zärtlich.“ – „Ja ich merkte, ich war wohl doch mitunter zu weit gegangen. Auch wenn ich da immer noch der Ansicht war, den Crash-Kurs in weiblicher Alltagserfahrung solltest du mitnehmen können. Und dann fühlte ich auch noch, meine Zärtlichkeit für dich – unsere Ehe, ach ja in den letzten Jahren war es nicht immer beglückend, aber unsere sexuelle Anziehung funktionierte noch. Und gestern am Morgen, du im Bikini vor mir tanzend, das fand ich so erotisch. Es kam über mich.“ – „Und da hast du mich vernascht?“ – „Ja, du hast ja auch nicht immer gefragt, ob ich Lust hatte, mit dir zu schlafen. Ich dachte, es würde dir auch gefallen. Du schienst zufrieden mit deinem Körper.“ Kurze Pause. „Ich lag dann auf dir. Es machte mir so einen Spaß. Dich schien es auch zu erregen.“ Ich erzählte ihr von meiner Spannung. „Ja, es ist sicherlich nicht so ganz leicht für dich gewesen. Das erste Mal Sex als junges Mädchen. Das ist für uns ja selten schön gewesen. Später lernst du als Frau, Männer sind halt so und kommst mit den kurzen Momenten zurecht und irgendwann hast du halt einen Orgasmus, oder was er dafür hält. Als du deine Spannung fühltest, hättest du auch einen Orgasmus vortäuschen können. Ich hatte jedenfalls einen. So einen hatten wir vorher noch nie.“ Ein Glanz schien auf ihren Augen. „Ich glaub, du hast mich richtig angetörnt. Dieser Mann in der Frau, die Frau als Mann, ach ich weiß nicht, ich weiß nur, es war schön.“ Sie schwieg von da an. Sie lächelte mich an, strich mir über den Arm. Ich war baff. Diese entwaffnende Ehrlichkeit über unser Eheleben hatte ich nicht erwartet. Hatte sie mir tatsächlich so oft etwas vorgespielt? Sie wirkte doch immer so zufrieden danach. „Ach weißt du, irgendwann wird das nicht mehr so wichtig“, hörte ich auf meine Nachfragen. „Vor dir hatte ich einige, wie ich jetzt sagen würde, echt brutale Kerle. Die gingen rücksichtslos vor. Der eine oder andere wollte mehrmals in einer Nacht. Mit keinem habe ich es lange ausgehalten. Und doch fiel ich immer wieder auf diese Typen herein. Mit dir war ich glücklich. Mehr, dachte ich, geht nicht. Du nahmst dir Zeit für ein zärtliches Vorspiel, allzu viel nun auch nicht, und dann kam stets der Augenblick, in dem du – na ich sag mal, hektisch wurdest. Manchmal war ich hinterher zufrieden, weil es vorher schön war oder es war das Glück über mein Schauspiel.“

Was war das für eine Woche, was kam da alles zum Vorschein. Ich erzählte ihr noch, nicht ganz so ausführlich, von meinem sich mehrendem Selbstgefühl als Frau. Und das ich begonnen hatte, mich auch in unserer veränderten Rollenbeziehung wohl zu fühlen. Genauer vielleicht, die veränderte Rollenbeziehung wirkte sich nicht hemmend auf mein neues Selbstgefühl aus – das mit der Dominanz wirkte höchst ambivalent in mir.

Carmen war nun wieder aufgestanden. „Komm mach es noch einmal.“ – „Wie bitte? „Na, einen Knicks, vor mir. – Komm, bitte.“ Sie bat mit warmem Ton darum. Als ich niederkniete, drückte sie meinen Kopf in ihren Schoss. Sie presste ihr Becken vor. „Oh, ich habe Lust auf dich. Wir tun es noch einmal. Diesmal findest du es bestimmt schöner. Wenigstens einmal guten Sex als Frau.“ Sie zog mich hoch, gab mir einen Kuss. Ich kann immer noch gar nicht genau sagen wie es kam, ich verschmolz mit ihr. Es ging durch. Nach einer Weile führte sie mich in unser Schlafzimmer. Es sollte schön werden.


Carmen dimmte unser Licht. Sie trat hinter mich, umarmte mich, streichelte über meinen Bauch und hob meine Brüste leicht an. „Die fühlen sich schön an.“, hauchte sie in mein Ohr, „Lass mich machen, ich will dich. Es wird wunderschön werden.“ Und schon zog sie am Zapper des Reißverschlusses und schob die Träger des Kleides über die Schultern. Das Kleid rutschte mir auf die Hüfte. Mit zarten Bewegungen half Carmen nach. Ich war entkleidet. „Leg dich aufs Bett.“ Ich sank nieder. Dann begann sie zu tänzeln und begann einen Striptease vor mir. Was konnte sie sich lasziv bewegen. Ihre vollen Hüften kreisten so wollüstig. Mir wurde heiß. Zuletzt streifte sie ihren BH ab und brachte ihre Brüste rhythmisch ins Wippen. Sie legte sich neben mich. „Hat es dir gefallen?“ Bevor ich noch was sagen konnte, hatte sie ihre Hand im Schritt. „Oh ja, es hat.“ Ich fühlte wieder diese Spannung, wie beim letzten Mal. Sie zog meinen Slip aus. Dann setzte sie sich rücklings über mich und zog sich ihren Slip aus. Dabei streckte sie mir ihren Po nah vors Gesicht. Ich konnte ihren Anus sehen. „Gefällt dir das.“ Ich nickte und stöhnte ein Ja. Sie krabbelte auf allen Vieren vom Bett und sprach in meine Richtung, „Warte kurz. Ich hole nur etwas.“ Sie kam mit einer kleinen Schale wieder. Das ist warme Schokolade. Was hatte sie vor? „Keine Angst, es tut bestimmt nicht weh.“ Sie ergoss die warme Schokolade auf meine Brüste und verteilte sie dann mit massierenden Bewegungen ihrer Hände.

Einerseits waren die Brüste inzwischen mit mir, sagen wir ruhig, verwachsen. Ihre Temperatur unterschied sich nicht von der Wärme meines Bauches. Es galt aber weiterhin, selbstverständlich fühlte ich nicht, was an ihnen geschah. Ich sah wie sich die warme Schokolade auf meine Brüste ergoss. Ich fühlte nichts. Carmen hatte ihr Vergnügen. Sie ließ die Schokolade abkühlen. Sie legte sich auf die linke Seite von mir und leckte die rechte Brust frei und dann begab sie sich auf die andere Seite. Während sie an den Brüsten leckte, hatte sie eine Hand in meinem Schritt. Sie befingerte meine `Schamlippen´ und rieb zwischen Ihnen. Ab und zu glitt ihre Hand tiefer. Sie schob einen Finger unter meine Vorhaut und schmierte dann etwas Feuchtes über meinen Damm bis zwischen die Lippen. Zuletzt war es dort sehr feucht. Kurz darauf hatte sie die Brüste abgeleckt. Na ja fast. Sie war so erregt, dass sie stark keuchte. Sie schob ihren Körper über meinen. Ich spürte etwas Festes zwischen meinen Lippen. Carmen begann sich zu reiben. Sie stützte sich in die Ellenbogen ab. Ihre Brüste wippten über mir. Ich tat ihr den Gefallen, ich spielte mit. Ich bewegte mein Becken auf. Sie schob es zurück. Es ging hin und her – süß und sauer. Ich massierte ihren Po. Sie stöhnte immer mehr. Sie rieb sich intensiver. Sie presste sich so fest an mich, dass es mich fast schmerzte, und stöhnte dabei. Ich stöhnte auch. Da kam sie. Nachher war ich wieder sehr nass im Schritt. Sie strahlte. „Schön war das. Und du?“ – „Oh, es war auch schön.“ – „Du, darauf falle ich nicht so leicht rein. Gleich geb` ich`s dir.“ Sie drehte mich um und streichelte meinen Po. Sie streichelte meine Vorhaut und schob einen Fingernagel an die Eichel. Sie rieb. Es schmerzte leicht, aber es war auch kribbelig lustvoll. „Wir wollen diese Spitze deinen Kitzler nennen.“ Sie sagte es zärtlich. Wie kam sie darauf? Später sollte ich es wissen. Meine Vagina war mir sehr natürlich vorgekommen. Ich hatte mir Carmens nicht so genau angeschaut. Vorher hatte ich nicht viele Erfahrungen mit Frauen. Carmen war meine große Liebe. Carmen massierte mich weiter. Ich fühlte wieder diese Spannung. „Na das gefällt dem kleinen Lümmel, oder, jetzt markiert er den großen Macker, das haben wir gleich?“ Ich stöhnte. Carmen stand auf und holte etwas. Ich erkannte ein kleines, bläuliches Schwämmchen in ihrer Hand. „UUh, war das kalt.“ Die Spannung fiel in sich zusammen. Carmen fuhr mit ihrer Hand von hinten zwischen meine Beine und führte ihre Finger bis an meine Lippen. Sie befeuchtete ihren Finger in der feuchten Masse, in der ich immer noch schwamm. Langsam wurde es kühler. Da fühlte ich wie mir Carmen einen Finger in den Po schob. Der Finger war feucht und glitt nach Überwindung ersten Widerstandes leicht in meinem Po hin und her. Die anderen Finger drückten gegen meinen Po. Carmen hatte mich voll im Griff. Ich spürte ihren Finger in mir. Sie berührte irgendeine Stelle, die Signale großer Lust verströmte. Carmen ließ ihren Finger zart gleiten und auch mit festem Druck. Dieser Wechsel törnte mich an. Ich kam gar nicht dazu, die Welt nicht zu verstehen. Ich war ihr ergeben. Ich ejakulierte. So etwas Intensives hatte ich noch nicht erlebt. Ich drehte mich um und kuschelte mich an Carmen, legte meinen Kopf an ihren Busen. Sie streichelte mich zärtlich. „Das war doch schön?“ – „Ja sehr.“ Wir küssten uns noch ausgiebig und mit ungeheurer Lust.

„Komm mit in die Dusche.“ Wir duschten zusammen und massierten uns gegenseitig, wuschen uns die Haare und Körper auch wechselseitig. Die Zärtlichkeiten gingen unter laufendem Wasser weiter. „Wollen wir es jetzt beenden?“, fragte Carmen. „Gerade jetzt, als Frau hatte ich noch nie so schönen Sex – als Mann auch nicht.“ – „Wie willst du weiter eine Frau bleiben? Das hatten wir doch heute Abend schon.“ – „Nein, aber ich will noch weiterschmusen.“ – „Du, dann machen wir es gleich noch einmal, aber als Mann und Frau.“ Wir lachten beide.

Das waren wirklich zwei schöne Stunden mit Charly gewesen. Ich hatte nicht gedacht, dass wir so zärtlich würden werden können. Ich empfand doch noch sehr viel Liebe für ihn und viel Lust auf ihren Körper. Nicole hatte Recht damit. Die Idee, Charly die Prostata zu massieren, hatte ich von ihr. Nicole sagte, Männer haben die Prostata nicht nur, um daran zu erkranken. Die könnten auch eine Menge Spaß daran haben. Die meisten wüssten nichts davon oder wollten es einfach nicht wissen. Schließlich seien sie nicht schwul. Als ob das so wichtig wäre, wenn es um körperliche Lust ginge. Nicole hatte gut reden. Ich wusste nicht, ob ich mich wirklich trauen würde, meinen Finger in den Arsch von Charly zu stecken und an seiner Prostata zu reiben. Aber es war gar nicht eklig, auch ich fand, es fühlte sich gut an, Charly zu - na, mir fällt kein schönes Wort ein, Mist, na dann eben, ficken. Ich ging in die Küche und holte das Lösemittel für den Kleber. Bald ´würde Charly wieder der alte sein. Ich ging zu Charly, sagte ihm, er solle sich hinsetzen und begann die Lösung aufzutragen.

Carmen war in die Küche gegangen und kam mit einer Tube zurück. „Mit diesem Mittel wird alles wieder abgehen. – So, auf dem Beipackzettel stand, wir müssten eine Stelle der Brustprothese abheben, das Mittel unterträufeln, einwirken lassen und dann würde sich die Brust ablösen.“ Das war dann doch wieder eine mulmige Sache. Ich stellte es mir unangenehm vor, zu sehen, wie mir eine Brust abfällt, so stark hatte ich meine neue Körperform in mein Selbstbild einbezogen. Ich wusste, es musste sein. Wir könnten den Urlaub ja noch einmal wiederholen; sei es nur für ein Wochenende. So dachte ich. Carmen hantierte inzwischen an meiner Brust. „Mist, was geht das schwer. Ich will sie ja auch nicht zerstören. Ich finde gar keinen Übergang.“ – „Au!“ Carmen hatte mich mit ihrem Nagel in meine Brust gekniffen. Sie merkte nichts. Sie machte verbissen weiter. „Das gibt es doch nicht.“ Sie fluchte vor sich hin. „Aua!“. Sie hatte mich wieder gekniffen. „Sag mal spinnst du, was schreist du denn Aua. Silikon ist doch unempfindlich.“ – Das stimmte. Wieso schrie ich Aua. „Du hast Recht. Kneif mich noch mal.“ Carmen tat es. Ich schrie. Verflucht, tat das weh. Wir waren beide sehr perplex. Carmen streichelte um meine Brustwarze. „Merkst du das?“ – „Ich spürte gar nichts.“ Das konnte ja auch nicht anders sein. Was war mit mir los. Es war auch Carmen ein Rätsel. Etwas später sollten wir es lösen können.

Im Moment waren wir ziemlich ratlos. An den Hüften erlebten wir das Gleiche. Und im Schritt, nichts löste sich. Carmen schaute noch mal auf den Beipackzettel. „Au weia.“ – „Was ist?“, ich war beunruhigt. „Auf dem Zettel steht, man solle es nicht Haut an Haut kleben. Das könnte Probleme geben. – Oh Mensch, war ich dumm. Das war ja nur für Silikon-Haut-Verbindungen gedacht, was habe ich nur gemacht.“ – „Scheiße, das kommt von so was.“ Ich war sauer. Was tun? „Aber das erklärt ja nicht, warum die Prothesen so anhaften.“ Carmen dachte nach. Ihr fiel plötzlich ein. „Moment, da war Montag etwas in der Post, ich glaube von dem Versandhaus.“ Sie ging in unser Wohnzimmer und kam mit einem ungeöffneten Brief zurück. Sie riss ihn auf und las vor. „Sehr geehrte Frau, … wir bedauern Ihnen Unannehmlichkeiten bereiten zu müssen. Bedingt durch einen Fehler unserer Mitarbeiterin haben Sie eine spezielle Warensendung erhalten, die aufgrund eines anderen Kundenwunsches speziell hergestellt wurde. Wir bitten Sie dies zu entschuldigen. Wir hoffen, dass sie das Produkt noch nicht angewandt haben. Es könnte große Schwierigkeiten geben. Senden Sie es bitte umgehend zurück. Sie können uns für weitere Informationen jederzeit unter der Nr. …. Erreichen. Wir rufen in jedem Fall zurück.“ Carmen rief dort an. Es meldete sich nur ein AB. „Da haben wir den Salat, Carmen, was hast du nur angestellt.“ – „Wieso ich, das war unsere Entscheidung.“ – Ich wurde mit einem Mal aggressiv. „Was musstest du auch mein bestes Stück einkleistern.“ Die Achterbahn setzte sich wieder in Bewegung. Wir hatten ein neues Ticket gelöst. „Wir könnten ins Krankenhaus fahren. In unserer Ambulanz hatten wir schon Patienten, deren Penis steckte in einem Staubsauger, andere hatte Schwierigkeiten Tampons aus dem Arsch zu bekommen. Dir braucht nichts peinlich zu sein. Da ist die Schweigepflicht vor.“

Carmen wies mich an, mich anzukleiden. Ich zögerte. Da klingelte unser Telefon. Carmen ging ran. Es war der Versandhandel. Guter Service, trotz allem. Carmen stellte unser Telefon laut. Ich hörte alles mit. Es sprach eine weibliche Stimme: „Hören Sie, das ist uns wirklich sehr peinlich. Wir haben so einem abstrusen Kundenwunsch entsprochen. Wir glauben ja selbst nicht, dass dessen Idee funktionieren könnte. Sie haben keinen großen Schaden angerichtet. Schicken Sie uns die Brüste einfach zurück. Neue befinden sich schon auf dem Weg zu ihnen. Ach, und auch wenn sie schon getragen wurden, alles halb so schlimm. Dem Kunden haben wir längst Ersatz geliefert.“ Es stellte sich weiter heraus, dass es gar keine Silikonbrüste waren, sondern zwei sich selbst auflösenden Spezialfolien, die ein verdichtetes Hormongel umhüllten. Die Idee des Kunden war, mit Hilfe des Hormongels natürliche Brüste zu bekommen. Es sollte sich um ein revolutionäres, neues Medikament zur Brustvergrößerung handeln, welches im Internet beworben würde. Äußerlich wäre die Folie sehr strapazierfähig. Die Hülle würde sich erst nach vier Wochen von selbst auflösen. Bis dahin würde die Brust um zwei Körbchengrößen gewachsen sein. Das sei natürlich eine ausgewachsene Idiotie. Aber wenn Kunden es wollten, würde sie selbst den speziellen Wunsch realisieren eine Kunstbrust aus geliertem Wodka zu produzieren. Carmen sprach noch mit der Dame und legte wieder auf. „Natürlich hängende Brust, Tropfenform“, Carmen lachte, "wir hätten gewarnt sein können."

Carmen hätte gewarnt sein können, jetzt da ich die ganze Geschichte erzähle weiß ich es ja besser. Irgendwie war mir unbehaglich. Irgendwie war ich müde. Und irgendwie war es ein schönes Gefühl. Das Medikament schien zu wirken. Die Übergänge waren bereits naturalisiert. Wie hätte ich sonst die Kniffe von Carmen merken sollen. Selbstgefühl, mein Selbstgefühl als Frau – hing das mit dem Hormongel zusammen. Jetzt kann ich es so benennen. Damals fühlte ich es kaum. Erste leise Gefühle einer richtigen Frau meldeten sich in mir. „Komm wir fahren ins Krankenhaus.“ Mit großem Unbehagen stieg ich ein.

Auf der Fahrt ins Krankenhaus überlegte ich. Ich wusste plötzlich nicht mehr, was ich eigentlich wollte. After You, Who. Der Song von Helen Merrill kam mir in den Sinn. Wann hatte ich den zuletzt gehört? Ich erinnerte mich, vor einer Woche, an jenem Abend. Wer war ich? Nach mir als Frau – ich als Mann? Nach mir als Frau – als Frau, was wäre das für ein Leben. Was wäre ich für eine Frau, mit Brüsten und mit Penis. Ich konnte mir plötzlich gut vorstellen, mit den Brüsten, falls sie wirklich weiter wachsen sollten, weiter zu leben. In den Kleidern hatte ich mich zuletzt sehr wohl gefühlt. Es ging auf den Sommer zu. Luftige Kleidung war da bestimmt angenehm. Nie wieder in Hosen schwitzen, dachte ich mir. In der Ambulanz fiel ich nicht auf. Wir warteten fast eine Stunde, da lag ich auf dem Untersuchungstisch. Machen Sie sich bitte frei, Frau …. Carmen nannte meinen Namen. „Ach, Frau Kollegin.“ Der Oberarzt grinste. Als ich meinen Slip auszog, stutzte der Oberarzt. Was haben wir denn da. Eine Klitoridektomie? Er untersuchte meine Schamlippen. Gut verheilt. Er schaute noch einmal hin, und lachte los. Schallendes lautes Gelächter. Er konnte nicht anders und fragte prustend: „Was haben sie denn mit sich gemacht? Ich habe ja schon viel gesehen, aber das. – Frau Kollegin“, er wandte sich Carmen zu, „erklären sie wenigstens.“ Er entschuldigte sich für sein Benehmen und wurde wieder ernst. Carmen war das alles peinlich. Ich sah überraschend zu. „Ich weiß nicht, ich kam vorhin nach Hause, da fand ich ihn so. `Es geht nicht wieder ab, es geht nicht wieder ab´, jammerte er. Ich habe ihn zum ersten Mal bei diesem perversen Spiel erwischt. Sie habe ihn gleich hergefahren. Mehr kann ich nicht sagen.“ Sie verabschiedete sich mit den Worten, „ich warte draußen, das muss ich mir hier nicht antun.“

„Hm, hm. Mit Kleber gespielt. Nun letzte Woche wurde hier einer eingeliefert, der mit Sekundenkleber auf einer Klobrille feststeckte. Das war auch ein Bild für die Götter. Aber eine Frau mit Klitoridektomie, die ein Mann ist, hatten wir noch nie.“ Der Arzt sprach in ruhigem Ton zu mir. „Ihren Penis haben wir schnell wieder hergestellt.“ Er holte eine Spritze und tropfte Lösemittel an meine Hodensäckchen und meine Penis entlang. Es dauerte nicht lange und alles baumelte ganz natürlich. Ich fand aber, das störte irgendwie. „War das gefährlich, dass die Hoden verschoben wurden.“ – „Ganz genau kann ich Ihnen das nicht sagen, aber das Krebsrisiko steigt. Haben sie Vorfälle in der Familie?“ Ich verneinte. „Dann ist das wohl alles halb so wild.“ Er untersuchte meine Brust. Spüren sie das. Er kniff in meinen Übergang. „Autsch.“ – „Sie spüren.“ – „Ach, ach, ach, ich fürchte, ich fürchte …“ mit diesen Worten ging er aus dem Raum. Er wollte den Chefarzt dazuziehn. Ich war mit der Krankenschwester allein im Raum. Sie blickte mich an. Sah mich mit Penis und Brüsten. „Die Brüste sehen doch hübsch aus. Lassen Sie doch dran. Ich finde das sexy ein Mann mit Brüsten. Sie können ihren Slip wieder anziehen.“ Hatten wir Vollmond? Das würde einiges erklären.

Lautes Lachen. Ich hörte die Ärzte wiederkommen. Auch der Chefarzt schaute sich die Bescherung, wie er es nannte genau an. „Interessanter Fall. Wie heißt das Mittel? Ich denke, wir ziehen auch die Gynäkologin hinzu.“ Sie wurde antelefoniert. Diesen Fall wollte sie sich wohl nicht entgehen lassen. Mensch, war die schnell da. Sie untersuchte mich besonders eingehend. „Hm, wirklich interessanter Fall. Hier, Herren Kollegen, hier haben sich ganz normale Knötchen gebildet – und wenn wir weiter vortasten, leere Masse, nichts.“ Das Nichts hatte sie besonders scharf durch die Zähne gezogen ausgesprochen. „Nichts.“ – „Wenn wir die Brust restrukturieren wollen, dann müssen wir ..“, der Chefarzt fiel ihr ins Wort, „ja, das hatte ich auch schon vorgeschlagen, amputieren. Schwester machen sie die Amnesie. Und rufen sie im OP an. Wir brauchen einen Tisch. Amputieren, amputieren!“ Es fehlte nicht viel, und er wäre singend davongegangen. Ich fragte den Arzt: „Das wird doch Narben geben?“ – „Ja“, sagte er trocken, „klar. Kennen sie alte Piratenfilme. Wenn die manchmal in bestimmten Szenen ihre Hemden hoch hoben, die Krusten auf dem Rücken haben sie die vor Augen?“ Ich nickte. „So ähnlich werden sie auch aussehen. Nur vorne. Wird aber nicht ganz so schlimm werden. Wir arbeiten nicht mit der Peitsche, wir haben heutzutage minimalinvasive Methoden entwickelt.“ Er musste ein Sadist sein. Das war mir klar. Ich überlegte nicht lange. Ich griff meinen BH und mein Kleid, sprang auf, am verdutzten Arzt vorbei, schubste die Schwester beiseite. Das hatte zur Folge, dass ihre Hand, in der sie eine aufgezogene Spritze, wohl mit dem Seditativum, welches sie mir applizieren wollte, in den Oberschenkel des Oberarztes stach. Dieser fluchte und im nächsten Moment sank er weg. Ich konnte ihm gerade noch ein: „Leck mich!“, entgegenfluchen und stürzte schon zur Tür hinaus. Ich rief Carmen zu, „lass uns abhauen“. Ich rannte im Slip und oben ohne, Kleid und BH in beiden Händen haltend, über den Flur. Carmen rannte hinter mir her. Es saßen nur wenige Patienten im Wartebereich. Die staunten nicht schlecht. Einer pfiff mir hinterher, kurzlang. Heute würde ich sagen, das war das Moment, in dem ich die Frau in mir befreite. Wir fuhren nach Hause. Ich immer noch oben ohne. Es war dunkel. Wer sollte uns schon sehen.

Bianca D.
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Re: Das Geschenk

Post 23 im Thema

Beitrag von Bianca D. » Do 8. Okt 2009, 20:06

Hallöchen,

Coole Nummer zum Schluß im OP!Geht es noch weiter?

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial

robotobo

Re: Das Geschenk

Post 24 im Thema

Beitrag von robotobo » Do 8. Okt 2009, 20:40

Hallo Bernie,

danke für das Lob. Meine Schreibzeit wird leider etwas knapper werden, da ich mich ab nächster Woche wieder stärker auf meinen Job konzentrieren muss. Es juckt mir ungeheuer in den Fingern und beim Schreiben überraschen mich meine Einfälle, die mit Assoziationen einiger Worte zusammenhängen können. Sollte weitere Leserinnen eine Fortsetzung wünschen, dann wird sie online gehen. Allerdings wohl nicht ganz so schnell, wie die letzten Fortsetzungen.

)..)c LG Robotobo )..)c

joana
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Re: Das Geschenk

Post 25 im Thema

Beitrag von joana » Fr 9. Okt 2009, 06:07

Hallo
Ich fand die Story fantastisch.Es würde mich brennend interesieren wie es weiter geht mit Charly als Mann mit Busen.

Cynthia

Re: Das Geschenk

Post 26 im Thema

Beitrag von Cynthia » Fr 9. Okt 2009, 22:23

Hallo Robinchen,

die Geschichte finde ich richtig Klasse! Einen besonderen Leckerbissen finde ich die Sache mit dem "gebliebenén Busen". Auf solche Sachen wie "gefangen in der Feminisierung" oder Teilen davon wie das mit dem Busen, da stehe ich drauf. Ich bin natürlich riesig gespannt, wie es mit dem Altag und dem Busen so weiter geht.

Lass uns nicht zu lange warten!

Bis bald! )))(:

luna

Re: Das Geschenk

Post 27 im Thema

Beitrag von luna » Sa 10. Okt 2009, 15:06

Ganz tolle Geschichte,einfach klasse. Lg luna

robotobo

Re: Das Geschenk

Post 28 im Thema

Beitrag von robotobo » Mo 12. Okt 2009, 16:02

Hallo liebe Freundinnen es geht wieder weiter.

Viel Spaß beim Lesen. Den nächsten Teil werde ich wohl erst Sonntag online stellen können.

)..)c LG Robotobo )..)c

Fortsetzung Das Geschenk:

Die Katastrophe

Da hatte ich mich geirrt. Ich saß selbst am Steuer meines BMW´s. Selbst wieder zu fahren, nach einer Woche Pause, das konnte ich jetzt gut gebrauchen. Plötzlich tauchte die Ampel auf. Nein falsch, die Gelb-Phase war wohl schon angezeigt, es tauchte Rot an der Ampel auf. „Leck mich“, ich musste an meine letzten Worte zum Oberarzt denken, und trat das Gaspedal durch. Ich kam nicht weit. Die Herren in Grün hatten es gesehen, sie winkten uns heraus. Carmen schwieg immer noch. Als die Beamten näher kamen sah ich, eine von ihnen war eine Frau. Nicht allzu groß, breite Hüften, die Form ihrer weiteren Figur verschwand unter der geöffneten Uniformjacke, kurz geschnittene Herrenfrisur; ihre Brüste waren nicht größer als meine. Ihre Brüste waren nicht größer als meine. „Oh, verdammt“, fluchte ich in Richtung Carmen. „Bedeck dich, schnell.“ Es wurde hektisch. Sie half mir mit dem BH, hakte ihn ein. Da stand die Polizistin schon an unserer Tür. Sie hielt ein Foto in ihrer Hand. Ich kurbelte das Fenster herunter. „Meine Dame. Sie sind bei Rot über die Ampel da vorne gefahren. Und – sie stockte kurz - sie saßen nackt am Steuer.“ Das Wort nackt betonte sie barsch. „Unsere Dienststelle hat uns hierher beordert, weil aufgeregte Verkehrsteilnehmer Meldung gemacht hatten. Da fährt eine nackte Frau auf der Friederike-Hopfentau-Str. stadtauswärts. Sind sie betrunken? Hauchen sie mich bitte an.“ Ich hauchte hinaus in die Nacht. „Nein, ich glaube sie haben nicht getrunken.“ Die Polizistin ging um den Wagen herum. Dann bat sie mich. “Öffnen Sie bitte den Kofferraum.“ Ich stieg also aus, in Slip und BH. Die Beamtin starrte mich an. „Hey, Werner!“ – „Ja, was ist Tilla?“ – „Ich glaube, wir haben den großen Coup gelandet.“ – „Die Frau im Slip ist ein Mann.“ Ich wusste, abhängen ist nicht gut. Werner kam rasch näher. Er richtete seine Pistole auf mich. „Sofort auf den Boden legen!“ Es musste geregnet haben. War das kalt und nass auf dem Boden. Zu Carmen in den Wagen hinein: „Und du Püppi, Hände aufs Armaturenbrett, aber dalli! Tilla übernimm du die Schnalle!“ Dieser respektlose Ton ließ nichts Gutes ahnen. Ich konnte nicht sehen, was die Polizistin machte. Es klang, als zerrte sie Carmen aus dem Wagen. Ich hörte das Zuschnappen von Handschellen.“ Werner stellte sich über mich und taxierte mich. „In Ordnung. Kannst aufstehen! An den Wagen, Hände aufs Dach und Beine breit.“ Er sprach langsam mit tiefem Bass. Er untersuchte mich. Besonders intensiv, wo auch sonst, an Po und Brüsten. Seine Berührungen der unterer Abhebung meiner Brüste schmerzte. „Bist wohl unbewaffnet. War nicht einzuschätzen. Wer sich so tarnt wie du, zaubert im nächsten Moment `ne Wumme aus den falschen Brüsten, und aus ist´s. – Hände auf den Rücken!“ Auch an meinen Händen spürte ich Handschellen zuschnappen. Was für eine Katastrophe.

Wir fuhren auf die Wache. Unterwegs funkten Tilla, das durch, was sie für eine gute Nachricht hielt. „Kannst dem Chef sagen, wir haben sie. Der Mann, der als Frau verkleidet den Juwelier in Haselünne überfallen hat und seine Komplizin. Von der Beute noch keine Spur. Hat die echte Frau wahrscheinlich versteckt. Ich untersuche sie gleich genau.“ Carmen wurde ganz anders. Sie lief rot an und guckte grimmig in meine Richtung. Auf der Wache war dann großes Tohowahu. Der Nachtdienst bildete Spalier. Da mussten wir durch. Ich konnte mir blöde Sprüche anhören und Carmen musste gierige Blicke ertragen. Der letzte Beamte, den wir passierten – insgesamt waren es wohl acht – riss mir die Perücke vom Kopf. „Die brauchst du nicht mehr, ist ein Beweisstück. Hä,hä.“ Alle lachten. Das Perückencap musste ich die ganze Zeit tragen. „Frierst sonst, Süße.“
Wir ließen den erkennungsdienstlichen Dienst über uns ergehen. Carmen musste mit Tilla in einen Nebenraum. Nach zehn Minuten kamen sie da wieder heraus. Carmen war sichtbar geknickt. Mit schlaffen Schultern schleppte sie sich über den Gang. „Wir fahren ins Krankenhaus. Vielleicht hat sie es verschluckt.“ Carmen zuckte, ihre Hände vorne mit Handschellen verschlossen – als Verbrecherin würde sie gleich an ihrem Arbeitsplatz vorgeführt werden. Das musste sie schaudern lassen. „Wir sind unschuldig, wir haben nichts getan.“ – „Haben sie ein Alibi für den Nachmittag zwischen 17 und 18 Uhr?“ Wir hatten keine Zeugen. Immerhin, bislang waren wir nicht straffällig. Das hatte Ihnen ihr Computer gesagt. Dennoch wurde ich über Nacht eingeschlossen. Am nächsten Tag sollte ich der Haftrichterin vorgeführt werden. Zum Glück hatte ich eine Einzelzelle. Für die Nacht hatte ich noch eine einfache Baumwollhose und eine einfache dünne Jacke bekommen. Ich legte mich hin. Ich war schon eingeschlafen. Scheppernde Geräusche weckten mich. Draußen schien der Mond. Jemand öffnete meine Tür und kam herein. „Steh auf“, hörte ich Tilla sagen. „Das Licht ging an.“ Sie trat ein und schloss die Tür. „Du willst eine richtige Frau sein? Du weißt doch gar nichts! Zieh dich aus.“ Sie hatte ihren Schlagstock dabei. Was wäre wohl passiert, hätte ich mich geweigert. Immerhin sie hielt mich für einen Kriminellen. Wie ich Montag in der Zeitung lesen sollte, hatte der als Frau verkleidete Räuber eine Angestellte krankenhausreif geschlagen und so den Inhaber eingeschüchtert. Ich legte Hose und Jacke ab. „Den BH auch.“ Sie trat näher und befummelte mich. Viel spürte ich nicht, nur als sie die Brüste hinauf glitt, durchzuckte es mich. „Das spürst du nicht, wie auch“, sie klang knurrig. „Den Slip runter.“ Sie hielt ihren Gummiknüppel an meinen Bauch und schob ihn unter den Saum des Slips. „Mach schon. – Hier hört dich keiner.“ Das klang nicht gut. Wollte sie mich foltern? Verprügeln? Ich bekam Angst. Als ich nackt vor ihr stand, schaute sie auf und ab. Ich musste mich umdrehen. Sie dirigierte mich mit ihrem Stock. Als ich ihr wieder zugewandt stand, hob sie mit ihrem Knüppel meine Penis an. Sie lachte. „Was ist denn das für ein Kleiner. Das ist ja eine Klitoris größer!“

Ich hatte es ja vorhin schon angedeutet. Ich lernte erst später, was eine Klitoris war und an welcher Stelle der Frauen sie saß. Ihr glaubt mir nicht. Nachdem meine Schwester Elisabeth ins Internat geschickt worden war, schirmte mich mein Vater vor sexuellen Informationen ab. Aufgeklärt wurde ich durch Mitschüler. Worte, die ich hier nicht wiedergeben möchte, bezeichneten die verschiedenen Geschlechtsteile von Jungen und Mädchen. Aber Klitoris kannte ich noch nicht.

Tilla lachte schmutzig. „Na Kleine, da wird es Zeit, dass du eine wirkliche Erfahrung als Frau machst. Dreh dich um und beug dich.“ Ich musste eine Weile so stehen. Würde sie mich jetzt schlagen. Sie zog Latexhandschuhe an. „Schau nicht her!“ Sie befingerte meinen Po. Dann schob sie etwas hinein. „Das bleibt drin, bis morgen früh.“ Sie lachte wieder, hast halt deinen Tag. Ich musste so stehen bleiben. Sie nahm ein Handy aus ihrer Hemdtasche und fotografierte mich. Ich sah ein Blitzlicht. „Jetzt leg dich auf den Boden.“ Sie stellte sich breitbeinig über mich. Sie beugte sich nieder und verband mir die Augen. Ich sah nichts mehr. Sie musste sich wieder hingestellt haben. Ich hörte sie sagen: „Mund auf.“ Ich spürte ihren Knüppel an meinem Hals. Ich hörte das Klappern ihrer Gürtelschnalle, das Rascheln ihrer Hose. Sie führte den Knüppel in meinen Mund. „Auflassen!“ Das klang drohend. Stille. Was würde passieren. Es klang wie ein Rauschen. Ich wurde nass. Zunächst war es warm. Rasch wurde es kalt. Es lief über meinen Bauch, in meinen Schritt, über den Busen, den Hals hinauf – in meinen Mund. Das ging schnell. Ich schluckte. Dann spürte ich den Strahl an meiner Nase. Wieder in meinem Mund. Ich prustete, ich schluckte. „Auflassen.“ Sie schien jetzt ihr Ziel gefunden zu haben. Ich musste heftig schlucken. Sie lachte. „Das schmeckt dir nicht! Denkst du deine Schläge vergisst die Kleine aus dem Juwelierladen so schnell – du perverses Schwein. Schläge schrecken dich nicht. Das hier wirst du so schnell nicht vergessen.“ Es hörte auf. Sie zog sich an und ging hinaus. Ich krümmte mich auf dem Boden. Ich fühlte mich eklig. Ich stank. Wenn ich mich jetzt daran erinnere, kann ich mir nicht vorstellen – und ich weiß es auch nicht mehr – ob und wie ich geschlafen habe. Am Morgen kam zuerst ein Wachmann herein. „Boah. Wie stinkt es denn hier. Du Schwein.“ Er duschte mich kalt ab. Da war ich wach. Er gab mir ein Handtuch und ein Wischtuch. Ich konnte mich abtrocknen und musste dann den Boden trocken wischen. Nur mit dem Tuch. Dann kam Tilla herein. „Na Mädchen, wieder frisch. – Beug dich vor.“ Sie hantierte an meinem Po und zog einen Tampon heraus. Das schmerzte etwas. „Du willst eine Frau sein.“ Tilla lachte wieder schmutzig. Dann ging sie hinaus.

Eine Stunde später war Tilla nicht mehr im Revier. Es war Schichtwechsel. Kurz darauf kam ein anderer Polizist in meine Zelle. Würde ich jetzt zur Haftrichterin geführt werden? „Wir müssen uns bei ihnen entschuldigen. Meine Kollegen haben gestern einen Fehler gemacht. Das konnten sie aber nicht wissen. Es gab einen weiteren Fehler im Computer. Daran lag es überhaupt erst, technisches Versagen. Die tatsächlichen Täter konnten schon bald nach der Tat gefasst werden. Die Beute wurde bei ihnen gefunden. Entschuldigen Sie, aber sie haben sich durch ihr Verhalten verdächtig gemacht. Jetzt können Sie gehen.“

Das war alles. Ich konnte zu meinem Wagen gehen. Er stand im Hinterhof der Wache. Ich holte mein Kleid. Ich zog mich um. Die Perücke blieb verschwunden. Ich erkundigte mich nach meiner Frau. Sie war schon eher entlassen worden. Sie hatte die Nacht schlecht geschlafen und war abgeholt worden. Als ich dann hinausging, lachten alle. „Zieh dir wieder die Hosen an. Und nimm die Brüste ab.“ Ich beeilte mich. Ich fuhr aber vorsichtig nach Hause. Punkte hatte ich genug gesammelt.

Unterwegs hielt ich noch an einer Tankstelle an. Ich ging hinein – die Blicke der Leute nahm ich überhaupt nicht wahr – packte mir zornig eine Flasche Vodka und eine Kiste Wasser. Der Geschmack der letzten Nacht war mir aufgestoßen. Es ekelte mich. Zu Hause angekommen griff ich Vodka und Wasser, stürzte in die Küche, setzte mich an unseren Tisch und dachte nur: wegspülen, durchspülen. Ich trank die erste Flasche Wasser so schnell weg, wie ein Fallschirmspringer in der Freiflugphase runterrauscht. Ich fühlte mich im freien Fall, als hätte ich den Auslöser eines Fallschirms betätigt, nur dass dieser sich nicht öffnen wollte. Ein großes Glas Vodka war der Notfallschirm. Er brannte auf unangenehme Weise in meinem Hals, reizte mich zum Husten. So verbrannte ich den Geschmack der Vollmondnacht. Weitere zwei Flaschen Wasser später musste ich aufs Klo. Ich hätte schon eher gehen können. Ich wollte massiven Druck. Den bekam ich. Ich hetzte zum Klo, spannte impulsiv mein Powerhouse an – es half tatsächlich – und setzte mich aufs Klo. Es schoss nur so aus mir raus. Ich merkte gar nicht, was ablief. Und es dauerte. Die letzten Tropfen verhallten gerade, da dachte ich: „Was machst du denn? Warum sitzt du denn auf dem Klo?“ In der Woche zuvor hatte ich wohl eine neue Gewohnheit angenommen.

Hinterher fühlte ich mich erleichtert, aber nicht rein. Ich trank weiter Wasser. Der Vodka schmeckte einfach nicht. Nach drei Flaschen Wasser stimmte der Druck im Kessel und ich hetzte wieder los. Es war so gegen 16 Uhr. Carmen kam nach Hause. Sie setzte sich in die Küche, schaute mich müde an und schwieg. „Konntest du nicht aufpassen. Bei Rot über die Ampel?“ – „Die hätten uns ohnehin gestoppt.“ Carmen wirkte selbstversunken. Ich wollte wissen, wie sie die Nacht verbracht hat. „Jetzt nicht“, war ihre Antwort. „Du, ich bin nur kurz hier, ich schlafe erstmal bei Nicole. Ich wollte ein paar Sachen abholen.“ – „Was soll ich tun – bitte sag was.“ Sie hatte gar nicht hingehört. Sie redete nach einer Pause weiter. „Nicole hat völlig Recht. Ich - wir hätten etwas merken müssen. Dass deine Brüste so gar nicht auffielen, die Ränder hätten sich doch im Schwimmbad auflösen müssen oder die Schminke hätte verwaschen sein müssen. Es war jedoch wirklich nichts zu sehen. Das hätten wir merken müssen.“ – „Was wäre denn dann geschehen?“ – „Vielleicht hätten wir die Chose noch aufhalten können. Was willst du denn jetzt tun, so zur Arbeit gehen?“ Da hatte ich noch gar nicht dran gedacht. Die Kollegen, die würden mich – ich musste an Manuelas Geschichte denken, meiner maskulinen Kollegin, die gekündigt hatte – fertig machen.

Ich schlotterte kurz mit den Beinen. Ich weiß nicht, welcher Grund mich trieb, plötztlich hörte ich mich sagen: „Abhängen war nicht so cool. Mach ihn wieder fest!“ Carmen sah erstaunt zu mir rüber. „Dein Ernst? Ich hab aber kein neues Katheder.“ Es ging alles sehr schnell. Carmen holte den Kleber, eine dreiviertel Stunde später, war ich wieder im Urlaub. Als ich mich im Spiegel sah, bemerkte ich eine Zellulitis an meiner linken Hüfte. Ich kontrollierte die andere Seite. Auch dort kleine Orangenfältchen. Mein Körper wurde weiblicher. Carmen sagte nur noch: „Wir sind quitt. Jetzt muss du dir selber helfen.“ Sollte dies das Ende unserer Ehe sein? Was war vorgefallen in der Nacht auf der Wache. Hatte sie Ähnliches wie ich erlebt? War sie vergewaltigt worden? Carmen schwieg. Nun ich hatte ja auch keine Lust von der Nacht zu erzählen. Ich konnte Carmen verstehen. „Kommst du wieder?“ – „Mal sehen, im Moment fühle ich mich so leer“, Mehr Katastrophe konnte ich mir nicht vorstellen. Danach musste der Selbstmord kommen. Carmen ging aus dem Haus.

Was tun?

Allein am Küchentisch zurückgelassen hämmerte es in meinem Kopf. Was tun? Was tun? Was tun? Was nun? Ich hatte keine Perücke, nur das eine Kleid, das ich trug und die Schnürpumps. Langsam wuchs meine Verzweiflung. Es war Sonntag. Wo sollte ich das besorgen, was mir für halbwegs passende Bürokleidung geeignet schien? Mir fiel lange nichts ein. Wen hätte ich anrufen können? Ich wusste nicht, wo Carmen sich aufhielt. Klar, ich hätte daran denken können bei Nicole anzurufen, aber das fiel mir nicht ein. Carmen hatte ja auch betont, ich sollte mir selber helfen. Ich musste wieder aufs Klo. Es ging auch ohne Katheder.

Nur ein Name fiel mir ein. Da musste ich mich wohl outen. Da hatte ich große Angst vor. Ich holte meine Handtasche und kramte drin herum. So eine Handtasche, ich kam noch nicht so gut damit zu Recht, war furchtbar unordentlich. So ein kleiner Zettel mit einer Telefonnummer war gar nicht so einfach zu finden, zwischen Lippenstift, Handcreme, Mascara, Puder, einem formschönen Flakon, Kugelschreibern und Tempos. Schließlich hatte ich die Nummer in der Hand, die Lioba mir gegeben hatte. Es war reine Verzweiflung. Ich hätte nie geglaubt, dass Lioba tatsächlich kommen würde; am Sonntagabend.

Ihr Wagen fuhr scheppernd vor. „Mist Charly“, sie war aufgeregt, „der Auspuff ist mir abgefallen, auf dem Weg hierhin.“ – „Oh, das ist ärgerlich. Ich kann dich nachher zurückbringen. Gib mir die Schlüssel, dann fahre ich dein Auto in eine Werkstatt.“ Ich sprach deutlich tiefer als in unserer Pilatesstunde. „Bist du ein Mann?“ – „Entschuldige, ja.“ Was würde passieren? Mein Herz raste, ich atmete flach. „Ich glaub, da fahr ich … ach was, jetzt bin ich neugierig.“ Mein Blick heiterte sich auf. Ich führte sie hinein. Wir gingen in die Küche. „Du betrinkst dich gerade? Was ist denn dein Notfall.“ – „Ja, ähm, nein“, ich stotterte,“ich wollte, aber der Vodka, ich mag den wohl nicht.“ Lioba schien beruhigt zu sein. Sie setzte sich an den Küchentisch. Ich begann zu erzählen. Ihre Augen wurden immer größer. Zwischendurch lachte sie. Zum Schluss war sie ganz ernst. Ich hatte ihr alles erzählt. Irgendwie konnte ich nicht anhalten. Meine Erzählung war so im Fluss, Lioba wurde so auch über die letzte Nacht informiert.

„Irgendwie kamst du mir seltsam vor. Aber ich fand nichts Auffälliges an dir. Gut die Stimme, die war schon etwas tief. Ich habe aber schon Frauen mit tieferen Stimmen erlebt.“ Lioba sah mich mit freundlichen Augen an. „In der Dusche ist ja nicht viel passiert. Du konntest uns zusehen. Wir haben dich aber auch nackt gesehen. Na, ein klein wenig ist das von dir schon voyeuristisch gewesen. Allen wird das nicht gefallen.“ – „Du erzählst es weiter?“ – „Das kann ich nicht für mich behalten. - Und du willst wirklich weiter als Mann im Frau weiterleben?“ – „Im Moment fühle ich mich eher als Frau im Mann. Aber du hast sicher Recht. Ich will ja mehr wie eine Frau aussehen. Ich kann dir aber nicht erklären wieso. Allein am Urlaub kann das nicht liegen.“ – „O.K. ich will versuchen dir zu helfen, unter einer Bedingung. Du kommst wirklich weiter zum Pilates.“ Ich stimmte gern zu.

Ich sollte den späteren Abend noch länger über die Gründe meiner Entscheidung nachdenken. Lioba überlegte, dann fiel ihr Carla ein. „Carla hat dieselbe Figur wie du. Na ja, so ziemlich. Und sie sammelt Perücken.“ – „Kenn ich Sie.“ – „Nein, sie hat Freitag gefehlt. Die kann dir also auch nicht böse sein. Sie wird dir helfen.“ Lioba fragte, wo unser Telefon stehe, und rief jemanden an. „Wir können fahren, Maria wird dir helfen. Wir nahmen meinen BMW. Lioba durfte ans Steuer. Sie freute sich.

Die Fahrt dauerte nicht lange. Lioba erzählte mir von ihrem Sonntag. Sie habe lang ausgeschlafen, dabei Musik von John Johnson, Dido und Marit Larsen gehört und im Bett gefrühstückt. Mit strahlenden Augen sprach sie über das sonntägliche Telefonat mir ihrer Mutter. Ich beneidete sie. An meine Mutter hatte ich überhaupt keine Erinnerung mehr. Die letzten Jahre vor ihrem Tod war sie immer wieder für Monate in einem Krankenhaus gewesen. Den schönen Nachmittag war sie mit zwei Mädels aus der Pilates-Gruppe lange am Fluss spazieren, der durch unser City floss. Die Fahrt dauerte doch eine halbe Stunde. Lioba hielt vor einem freistehenden Haus.

Maria begrüßte uns an der Tür. Sie wirkte resolut. Kräftige Arme, schmale Hüfte nicht viel Taille, flache Brust. „Du brauchst also ein Kleid? Ich glaub, ich kann dir helfen.“ Wir gingen ins Haus, aber nicht ins Wohnzimmer oder in die Küche, sondern schnurstracks in den Keller. „Mein Mann darf nichts merken. Seid bitte leise.“ Die Anprobe lief ab wie eine geheime Kommandosache. Lioba und Maria warfen sich stumme Blicke zu und Maria reichte mir zwei Stiftröcke. Ich streifte mein Kleid ab. In Slip und BH wollte ich gerade in den graukarierten Rock steigen, da bemerkte Maria ganz trocken: „Meine Blusen werden nicht passen. Deine Kleine hat ja ordentlich was vor der Hütte.“ Beide kicherten. „Ja für einen Mann ganz schön viel.“ – „Und die gehen wirklich nicht mehr ab?“ – „Schneiden ginge, sagt e- sie.“ –„Wär´ bestimmt nicht so schön.“ Scherzten die beiden? Es war eine ungewöhnliche Situation. Der Rock passte nicht. Der andere auch nicht. „Das wundert mich nicht. Du hast zwei Problemzonen mehr als ich.“ Tatsächlich ich hatte die breiteren Hüften von uns beiden. „Sehr feminin.“ Sie überlegte eine Weile, ging dann in einen Nebenraum. „Das ist das einzige aus meiner Zeit vor Pilates. Seit ich Sport treibe, habe ich 8 Kilo abgenommen“, sagte Maria voll Stolz. „Du sollst nicht immer so angeben. Du hast ja auch einen Mann im Nacken, der meint, 52 kg sei dein Idealgewicht bei 1,78.“ – „So leicht bin ich auch nicht.“, ich hörte fast einen bedauernden Ton. „Alles Muskeln“, Lioba zwickte Maria in den Bauch.

„Ich soll im Dirndl ins Büro?“ Maria hielt ein pinkes Dirndl in den Händen. Sie wedelte damit vor mir. „Die Kollegen kennen dich doch eh nur als Mann, da kommt es so nicht drauf an.“ – „Ich weiß nicht.“ – „Das hier ist das einzige Kleid, das du bis zum Morgengrauen finden wirst. Probier es an, nimm es oder vergiss es.“ Krank melden, gleich nach dem Urlaub, kam im Büro überhaupt nicht gut an. Mein Chef hatte mir klar gesagt, nächsten Montag bist du wieder da. Ich hatte schon eine Abmahnung vom letzten Urlaub. Ich probierte das Dirndl. „Sitzt wie angegossen.“ Maria und Lioba staunten nicht schlecht. Maria erklärte, „es hat so schöne Pailetten, sieh Lioba“, sie fasste an das Dirndl und berührte meine Brust. „Ja, und so feine Stickereien.“ Lioba schien entzückt zu sein. Sie band mir zwei Schürzen um, eine schwarze und eine weiße. „Die gehören dazu. Jetzt noch schnell die Perücke.“ Maria kam mit einem braunhaarigen Modell, in der Mitte gescheitelt, schulterlang. „Eine andere habe ich nicht zum Verleihen.“ Was blieb mir übrig, ich nahm sie. Ich zog mich wieder um.

Lioba setze mich zu Hause ab und fuhr dann mit meinem BMW weg. Ich gab mein Auto freiwillig ab. Was ging in mir vor? Lioba hatte versprochen mich morgen früh an der Werkstatt abzuholen. Es war spät geworden. Ich wusste, ich würde früher aufstehen müssen, am nächsten Morgen. Ich hing das Dirndl auf einen Kleiderbügel an den Schrank. Nach dem Abendessen sah ich noch etwas fern. Es war Sonntag; Rosamunde Pilcher tat mir wieder gut. Danach machte ich mich bettfertig, zog das Nachthemd an. Ich lag im Bett und schaute noch auf das Dirndl. Was sollte nur werden, morgen im Büro? Mit Sorgen schlief ich ein.



Wirklich weiter so?

Ich hatte schlecht geschlafen. Tilla verfolgte mich im Traum. Ich rannte nackt vor ihr davon, über eine offene Wiese. Das Gras war kniehoch. Im Laufen wippten meine Brüste hin und her. Ich fürchtete sie könnten abreißen. Noch mehr Angst hatte ich davor stehen zu bleiben. Ich rannte weiter. Tilla kam näher. Ich stolperte über eine Bodenwelle oder schon über Tillas ausgestrecktes Bein? Zuletzt stand Tilla breitbeinig über mir und lachte mich aus. „Schmutziges Mädchen!“ Ich wachte auf. Schlief wieder ein. Träumte erneut. Dieser Traum verfolgte mich noch einige Nächte.

Ich stand also schon früh auf. Ich ging ans Fenster. Der Tag schien schön zu werden. Wir hatten Mitte Mai. Ich ließ die Luft des frühen Morgens in mein Schlafzimmer; angenehm mild. Es war deutlich wärmer als in der Woche zuvor. Ich duschte ausgiebig, cremte meinen Körper ein, betastete meine Brüste. Hatte sich etwas verändert? Nein, die Empfindungen waren den Brustwarzen nicht näher gewandert. Meine Beine gefielen mir nicht. Es fiel mir ein, dass ich im Hinausgehen an Mellys Studio das Schild „Waxing to Go“ gelesen hatte. Ich würde vor der Arbeit bei ihr vorbei fahren. Da fiel es mir wieder ein. Hoffentlich war Lioba pünktlich. Hilfsbereit war sie wohl, aber auch wirklich zuverlässig. Ich stieg in das Dirndl, wand mich unter den Bemühungen den Reißverschluss am Rücken zu schließen und betrachtete mich im Spiegel. Es war besonders ungewohnt, was ich da sah. Vielleicht würden die Kollegen ja doch cool bleiben und alles für einen Scherz halten. Für solch einen Gedanken ausreichend krass sah ich mich Spiegel stehen. Ich ging in die Küche. Es war inzwischen acht Uhr. Ich setze Café auf und schob einen Toast ein.

Überraschend klingelte es an der Tür. Ich hatte Lioba gar nicht vorfahren hören. „Du dein BMW ist Klasse, mit dem kann man ja super leise fahren.“ Sie hielt mir die Schlüssel hin. „Ich bin ein bisschen früh, ich weiß. Ich dachte nur, du könntest vielleicht noch ein bisschen Hilfe brauchen.“ Sie lächelte charmant und hatte ihren Kopf ein wenig geneigt. Ich bot ihr einen Kaffee an. Sie trank ihn schwarz. Nach kurzem Small talk über das schöne Wetter am morgen, sagte sie, „Ich glaube, wir sollten dich noch schminken!“ Das hätte ich völlig vergessen. Sie schleppte mich ins Bad, setzte mich auf einen Stuhl und legte los. Sie hatte extra ihren Schminkkoffer mitgebracht. Flink war sie fertig. Ich beschaute ihre Mühen im Spiegel. Ich war eine andere. Volle pinke Lippen, tongenau abgestimmt auf die Farbe des Dirndls, Mascare, Kajal und grünen Lidschatten, frisches Rouge auf den Wangen. „Du siehst Klasse aus!“ Irgendwie fand ich das auch. Anschließend nahm sie eine schwarze Bluse mit kurzen gepufften Ärmeln: „Zieh die Bluse noch unter. Sie peppt dein Outfit noch auf. Da brauchst du heute keine Jacke.“ Ich betrachtete mich im Spiegel: die junge Maid aus Füssen auf dem Weg zum Oktoberfest auf die Wies´n. Fesch.

Lioba durfte weiter fahren. Wir holten ihren Wagen an der Werkstatt ab und ich wechselte in ihren. Ich fand, das hatte sie sich verdient. Ich fuhr mit einem Honda Colt weiter. Wir wollten abends telefonieren. Bei Melly ging es wirklich schnell. Sie war erstaunt mich wiederzusehen. Legte die Wachsstreifen an, riß sie wieder ab, eingecremt: „so fertig, 28 € - `tschuldige. Das Wochenende war hart. Sonst habe ich montags so früh keine Kundinnen. Sorry, das nächste Mal bin ich wieder gesprächig.“ Meine Beine konnte ich jetzt sehen lassen.

Als ich in unser Großraumbüro trat, schauten die Jungs auf. Einige hatten bereits ihre schwarzen Overalls übergestreift, in denen sie zu unseren Kunden aufsuchten, um deren Probleme vor Ort zu beheben. Einige pfiffen mir nach. „Fesch, fesch!“, hörte ich. Ich zitterte unmerkbar, aber für mich überdeutlich spürbar. „Hoffentlich geht das gut“, dachte ich. Sie erkannten mich tatsächlich nicht. „Ist das die Neue, die für – wie hieß die Lesbe noch mal – für“, Kurt war es, der fortsetzte und ihren Namen sagte, „Melanie, die schmalhippige Zicke“. Wie würden die mich erst bezeichnen. Ich klopfte an der Tür des Chefs und er rief mich hinein? Er sah auf: „Frau … - nein das bist ja du Charly“, die letzten Worte zog er durch die Zähne hoch. Dann lachte er. „Dreh dich mal.“ Ich kreiste um mich selbst. „Überzeugend. Du machst das gut. Aber was soll das. Ah, eine Wette. Wirklich du hast Mut.“ Der Einfall mit der Wette war nicht schlecht. Ich hätte etwas Zeit gewonnen. Im selben Moment stieß ich darauf. Was sollte sich an meiner Lage so schnell ändern. Ich war die, wie ich war. „Das ist keine Wette Chef.“ Ich sagte ihm, ich würde jetzt immer als Frau kommen müssen. Arbeitsrechtlich spreche nichts dagegen, erwiderte er mir. Er werde beobachten, ob mein Verhalten den Betriebsfrieden stören würde. „Na wie du meinst.“ – „Er öffnete sein Sichtfenster zu den Technikern und rief laut hinaus: „Jungs das ist Charly, euer Kollege. Sie arbeitet von heute an für Melanie im Call-Center.“ Ich sah allgemeines Erstaunen. Es folgte großes Gelächter. Kurt tat sich mit Sprüchen hervor. „Hat deine Frau dich jetzt unter der Fuchtel und all deine Hosen verbrannt, du siehst ja aus wie eine Schwuchtel, ans andere Ufer geschwommen, was?“ Die anderen legten sich ab vor Lachen. Schrecklich.

Mein Chef wies mich an ins Call-Center zu gehen. Die Kunden hingen zu lange in der Warteschleife, seit Melanie gekündigt hatte. Ich sollte Heike und Katy unterstützen. Als Frau sei ich fürs Telefonieren zuständig. Wollte ich in die Technik zurück, dann nur als Mann. Er grinste und schickte mich raus. Als ich in den hinteren Bereich unseres Büros kam und an meinen Schreibtisch trat, legte Heike gerade den Hörer ab. Sie lächelte mich an. „Ach, Charly, da bist du ja. Das wirst du schon schaffen. Manche Kunden freuen sich darüber, wenn wir mit tiefen Stimmen sprechen.“ Die Schreibtische mit den Monitoren und den Headsets waren im Dreieck aufgebaut. Wir konnten uns über die Monitore hinsehen. Heike stand auf, zeigte mir meinen Platz wies mich ein und schon klingelte es das erste Mal. In der ersten Stunde durfte ich ihr über die Schulter schauen. Ich begriff schnell, wie ich die standardisierten Dateien abrufen musste, um die Kundenfragen rasch bearbeiten zu können. Die schwierigen Fälle, welche Wartungsarbeiten an den Rechnern bei den Kunden zu Hause erforderten, mussten wir Frauen an die Männer in der Technik weiterleiten. „In dieser Woche übernehmen wir die Verbindungsarbeit. Vielleicht hat der Chef ja bis zur nächsten Woche eine neue Kommunikationsassistentin gefunden.“ Katy hatte mich während der ganzen Zeit gemustert. Ihr Staunen war nicht zu übersehen.


Heike blickte kurz zu mir auf: „So, jetzt du, ich geh an meinen Platz zurück.“ Katy meldete sich: „Falls dann gleich noch Probleme auftauchen sollten, ich bin ja auch noch da“, sie lächelte freundlich. Schon leuchtete das Signal an meinem Bildschirm und ich hörte ein Fluchen: „Ich hau dich gleich in die Tonne. Deine ewigen Aufhänger – deine Dates mit den Trojanern bin ich leid, Helena.“ Katys Stimme erklang in meinem Headset: „Die Stimme kenne ich, du Armer.“ Offenbar gab es eine Mithörfunktion. Das Fluchen ging weiter: „Verdammt, ist denn da keine …“, ich merkte, ich musste mich melden. „Zickt Helena wieder rum? Nu, wenn Sie ihren Computer Helena nennen, müssen Sie sich über das die Launen nicht wundern“, ich bemühte mich um ausgesuchte Kundenfreundlichkeit. „Wow, ich dachte Barry White wäre gestorben, aber der hat wohl nur die Seite gewechselt.“ Ich sah Heike und Katy grinsen. Hatte ich wirklich so tief gesprochen. „Bist wohl neu in dem Laden?“, die Kundenstimme klang jetzt unaufgeregt. Ich erkundigte mich nach seinem Problem, gab die Suchfunktion ein und schilderte ihm die Lösung. Eigentlich ganz simpel. Das Spybot-Programm auf seinem Rechner hätte er doch auch selbst finden und starten können. Ich wunderte mich. Schließlich war unsere Hotline nicht ganz billig. Meine Stimme schien ihm zu gefallen. Ich musste die einfachsten Details mehrmals wiederholen. Ich hörte immer wieder ein: „Nicht so schnell!“ Oder: „Noch einmal!“ Unser Gespräch dauerte einige Minuten. Ich sah die Warteschleife blinken und wollte schnell zum nächsten Kunden. Der Chef sollte zufrieden mit mir sein. „Yo, es klappt wieder alles. Danke.“ Ich bedankte mich ebenfalls und verabschiedete mich freundlich: „Bei weiteren Problem mit dem PC, Vir-Busters hilft schnell“. Der Kunde schickte noch einen Satz hinterher: „Deine Stimme geht mir runter wie Kokosmilch. Vielleicht können wir uns mal treffen?“ Da musste ich Lachen. „Süßer, heute nicht.“

Heike und Katy applaudierten leise. „Ja, das war gut von dir.“ Sie lobten mich, ermunterten mich und zeigten mir die Mithörtaste. Bis zur Mittagspause hatte ich Gelegenheit immer mal wieder kurz in ihre Gespräche hineinzuhören. Viele Anrufe gingen trocken über unsere Kanäle. Nur ein paar verliefen ähnlich wie mein erster. „Kommst du mit uns ins Bistro. Wir sind doch jetzt Kolleginnen.“ Sie hakten mich unter und nahmen mich in ihre Mitte, bevor ich reagieren konnte. “Du gibst selbstverständlich einen Einstand.“ Die Jungs vorne in der Technik waren längst in der Pause. Einige hatten wohl auch Außendienst. Auf dem Weg zum Bistro brauste einer unserer schwarzen Minis mit dem Firmenlogo an uns vorbei. Die Leuchtdiodenkette, die statt der Zierleisten am Dach montiert war, blinkte mit ihren lila und weißen Lichtern. Es hupte auf unserer Höhe. Katy und Heike winkten zurück. Ich schaute wehmütig hinterher.

Im Bistro bestellten wir Baguettes. Schinken-Käse für Heike, Salat-Thunfisch für Katy und Lachs-Ei für mich. Wir nahmen alles mit an einen Steh-Tisch. „Puh, heute Morgen hat mir Kurt wieder die Hand gereicht. Die roch nach seinem After-Shave und ich hatte den Geruch danach an meiner Hand. Dass die Männer sich nach dem Rasieren nicht die Hände waschen, eklig. Der schöne Zitrus Geruch meiner Handcreme hatte sich verflüchtigt, und mir hing dieser Männergeruch am Handgelenk.“ Katy lachte. „Ja, Heike, das kenne ich.“ Sie wandte sich mir zu: „Ich habe dir zugeschaut. Du machst eine gute Figur in deinem neuen Job. Deine Stimme hast du auch höher geschraubt. Respekt.“ Heike fuhr fort: „Mutig bist du ja, im Dirndl aufzulaufen. Das hat unser Chef sofort ausgenutzt. Der hatte dich seit der Sache mit Doreen ohnehin auf dem Kieker.“ Ich fragte nach und die beiden erzählten mir von der letzten Arbeitswoche und von einigen Bemerkungen, die in meine Richtung deuteten. Das hatte ich noch nicht erwähnt. In dem Mobbing-Konflikt hatte ich Doreen verteidigt und im Gespräch mit unserem Chef die Entlassung von Dieter und Kurt gefordert, die beide als Drahtzieher in der Sache aufgefallen waren. Ich dachte mir mein Teil. Katy wechselte das Thema: „Sag mal, wieso bist du denn heute als Frau gekommen?“ Und auf ihre direkte Art setzte sie hinzu. “Legst du dich bald auf den OP-Tisch? Ich habe da zuletzt einiges im Fernsehen gesehen über Transsexuelle. Das kommt heutzutage wohl schon mal vor. Aber gleich bei uns in der Firma?“ –„Nein, das nicht. Ist schwer zu erklären. Es fing alles an …“ Ich begann mit einer kleinen Erzählung. Die beiden hörten interessiert zu. Unser Essen kam und wir krümelten uns durch die Baguettes. Ich erzählte nicht alles, nannte es eine spleenige Idee von mir und meiner Frau. „Ja, und nun dachten wir, schauen wir mal, wie es im Job so läuft.“ –„Ihr seid ja irre.“ Katy lachte. „Dass deine Frau das mitmacht“, Heike war erstaunt. Ich verschwieg, dass mein Aussehen, nicht so leicht veränderbar sein würde. Auf dem Weg zurück ins Call-Center merkte Heike noch an: „Dein Dekoltee ist absolut überzeugend. Käme nie drauf, dass da was gefaked ist. Gut übergeschminkt.“

Unser Weg zurück durch die Technik war nicht mehr ganz so still. „Charly, tu uns den Gefallen, wackle mit deinem Arsch.“ Dieser Spruch und das folgende Gejohle waren noch von harmloserer Art. Die Arbeit ging am Nachmittag schnell vorüber. Unsere Hotline war sehr gut besucht. Mein Einsatz löste die Warteschleife auf. Mein Chef rief mich noch kurz zu sich und erklärte mir, er sei zufrieden. „Ach ja, du bist jetzt nicht mehr in der Technik. Die Telefonarbeit ist anders vergütet. Du wirst auf ein Drittel deines Gehalts verzichten müssen. Der Änderungsvertrag ist zu morgen fertig. Wenn du nicht unterschreibst, fliegst du fristlos.“ Die Jungs waren alle schon weg, als ich das Büro des Chefs verließ. Ein Drittel weniger Gehalt. Ich würde den BMW abstoßen müssen und ich bräuchte einen Zweitjob. Heike und Katy hatten mir noch ans Herz gelegt, ich möge mir ein Büro-Dress zulegen. Einen Tag im Dirndl sei ja o.k. Ich fuhr nach Hause, erfrischte mich unter der Dusche, buchte einen Termin bei einem Psychologen und fuhr noch einmal in die Stadt. Den Psychologen würde ich zum Ende der Woche besuchen können. Als nächstes brauchte ich Bürokleidung.
Zuletzt geändert von robotobo am Mo 12. Okt 2009, 22:10, insgesamt 1-mal geändert.

luna

Re: Das Geschenk

Post 29 im Thema

Beitrag von luna » Mo 12. Okt 2009, 21:53

Hallo, die Geschichte ist wieder sehr gut und spannend. Übertriffst dich selbst bei jeder Fortsetzung. Lg luna

Cynthia

Re: Das Geschenk

Post 30 im Thema

Beitrag von Cynthia » Mo 12. Okt 2009, 23:45

huhu Robinchen,

ich finde, Du wirst immer besser. Mach weiter so!
Ich würde es unserer "Hauptrolle" mal wünschen, in ruhigeres Wasser zu kommen. Bin mal auf ihren weiblichen Namen gespannt.

Lass uns mit der nächsten Folge nicht zu lange warten!

bis bald ))):s

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