Die Wette - eine Geschichte
Die Wette - eine Geschichte - # 4

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Melli

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 46 im Thema

Beitrag von Melli » Di 27. Nov 2012, 15:10

Freitag (3. Woche 5. Tag)
Der Wecker klingelte. Sabrina stand auf, wobei die Brüste kaum noch weh taten. Auch das Gesicht schien immer weniger geschwollen zu sein. Dennoch machte die OP ihr zu schaffen und sie war lange noch nicht wieder bei 100 %. Sabrina wusch und rasierte sich, nahm die Pille, dann ging es zur Reinigung zu Eva. Danach zog Sabrina sich an. Durch die Implantate schienen ihr Brüste empfindlicher zu sein. Es schien Sabrina, als würde sie den Stoff des BH sensibler wahrnehmen. Sabrina zog das grüne Kleid an und nahm dazu die silbernen Sandalen mit den hohen Absätzen. Sie schaute auf den Tisch. Dort lagen zwei silberne Ohrringe. Es waren rautenförmige Hänger, die einen grünen Stein hatten, der zum Kleid passte. Sabrina nahm die Stecker aus den Ohren und tat die Ohrringe hinein. Sie musste etwas probieren, bis der Ohrring durch war. Die Ohrringe baumelten an ihrem Ohr und übten leichten Zug aus. Das war nichts im Vergleich zu ihren neuen Brüsten. Frau sein schien zu bedeuten, dass alles hängt und zieht, die Haare, die Ohrringe, die Kleider und auch die Brüste. Zwar hatten die fast aufgehört zu schmerzen, doch ihr Gewicht war trotz der letzten zwei Wochen noch ungewohnt. Sie schaute in den Spiegel und ihr schaute eine Frau entgegen. Die männlichen Züge waren jetzt weg. Sie schminkte ihr neues Gesicht. Es war seltsam, wenn eine unbekannte Frau aus dem Spiegel schaute, die sie so nicht kannte. Aber es war jetzt eindeutig eine Frau, die ihr aus dem Spiegel entgegen schaute. Sie hatte dieses Gefühl schon oft gehabt, wenn sie sich von einem Mann in eine Frau verwandelte, aber nie so intensiv wie jetzt. Sabrina übte ein wenig ihre Mimik: Lächeln, zwinkern, erstaunt sein, verführerischer Blick... Selbst wenn sie nun ein männliches Gesicht machte, war es eine Frau, die ihr entgegen schaute. Zusammen mit den jetzt echten Brüsten konnte sie niemand mehr für einen Mann halten.
Als Sabrina zum Frühstück kam, lag eine aufgeschlagene Zeitung vor ihr. Auf der ersten Seite wurde vom Tod eines Mannes berichtet. Das Phantombild des Opfers sah Baldauf ziemlich ähnlich. Man hatte ihn in seiner Wohnung überrascht, mehrere Knochen gebrochen und schließlich die gesamte Wohnung mitsamt der Leiche angezündet. Die Polizei bedauert die Unterlagen, die in der Wohnung mit verbrannt waren, denn Baldauf war ein Messi, der alle möglichen Dinge sammelte. Dennoch seien einige Beweise sichergestellt worden. Scheinbar ist die gesamte Wohnung vor dem Anzünden durchwühlt worden. Als Sabrina den Artikel gelesen hatte, schaute sie Eva an. „Tja, wer mit dem Feuer spielt, darf sich nicht wundern, wenn er sich verbrennt.“ War Evas Kommentar. „Das Schwein hat es verdient.“ schoss es Sabrina durch den Kopf und dann gleich der Gedanke „Das wollte ich nicht.“
„Sabrina, ich möchte, dass du dich ab heute selbst anziehst. Immerhin bist du fast eine richtige Frau und da wird es Zeit, dass du dich ein wenig mit Mode befasst. Du hast ja schon eine ganze Menge Kleidung mitgebracht, aber jetzt wird es Zeit, dass du die Auswahl triffst und ich bewerte, was du anhast. Natürlich bleiben die Voraussetzungen für die Strümpfe, die Schule und die Kleider bestehen.“ „Ist gut, Frau Kraft. Aber ich kenne mich da nicht wirklich gut aus.“ „Ich vertraue auf deinen guten Geschmack – der hat doch bisher auch funktioniert. Heute stehen Formalia auf dem Programm, also – wir müssen früh los. Als erstes müssen wir nach Hamburg.“ „Was wollen wir denn da – wollen sie mich so Regina vorstellen?“ „Nein, Nein, du brauchst eine Geburtsurkunde.“ Kurz darauf saßen Sabrina und Eva im Auto. Auf dem Weg nach Hamburg erklärte Eva Sabrina, dass sie mit der Geburtsurkunde in Hamburg hinterlegt sein müsste. Ansonsten könnte ihre Identität ganz schnell aufgedeckt werden.“ „Sagen sie mal, Frau Kraft“ „Ja, Sabrina“ „Wer sind sie eigentlich. Ihnen gehören mehrere Geschäfte, Friseursalons, mit ein paar Anrufen schaffen sie es, eine nicht registrierte Gesichtsoperation zu organisierten, und ein Berno Baldauf scheut vor ihnen, weil sie ihn ins Gefängnis bringen können.“ „Pass mal auf, Mädchen, sagen wir, ich wohne eine Zeit in FFM und habe dabei die Augen aufgehalten. Nebenbei kenne ich ein paar Leute, die mir etwas erzählen und denen ich etwas erzähle. Und manchmal tue ich auch jemanden einen Gefallen, so wie jetzt dir. Ich bewahre dich vor dem Knast und verschaffe dir eine Identität, solange bis Gras über die Sache gewachsen ist. Vielleicht kannst du mir ja auch irgendwann einmal einen Gefallen tun. Immerhin kennst du dich ja mit Computern aus.“
Die Fahrt verlief schnell und Sabrina und Eva betraten Sebastians alte Wohnung. Eva verlangte, die Geburtsurkunde zu sehen. Sabrina holte die Unterlagen und zeigte Eva die Urkunde. Eva schmiss Sebastians Computer an. „Sabrina, wärst du so gut, dieses Dokument einzuscannen und daraus eine Geburtsurkunde von dir zu erstellen?“ Sabrina tippte ihr Passwort ein und scannte die Urkunde. Sie nahm ihr selbstgeschriebenes Zeichenprogramm und machte aus Sebastian Sabrina. Die Handschrift lies sich sehr schlecht nachzeichnen. Nach einer halben Stunde war sie fertig und druckte das Dokument doppelt aus. Eine Kopie war schwarz/weiß, die andere farbig – so gut, dass man sie glatt für ein Original halten könnte. Eva schaute sich das Dokument an. „So – sehr gut, lösch jetzt die Bearbeitung, damit niemand deinen Rechner mitnimmt.“ Sabrina tat wie ihr geheißen. “Und jetzt geht’s auf zum Einwohnermeldeamt.“
Beide Frauen kamen nach ein paar Minuten im Einwohnermeldeamt an. Inzwischen hatte Eva Sabrina in ihren Plan eingeweiht. „Guten Tag.“ begrüßte Sabrina Frau Richter, die hinter dem Tresen saß. „Guten Tag“ antwortete die Frau hinter dem Tresen. „Mein Name ist Sabrina Wohlfahrt und ich habe eine Unregelmäßigkeit beim Bestellen meines Personalausweises festgestellt. Könnten sie da einmal nachsehen?“ „Worum handelt es sich denn?“ „Meine Geburtsurkunde muss irgendwo verloren gegangen sein. Ich hatte das schon einmal. Der Aussteller hat bei der Geburt meines Bruders und mir dieselben Registriernummern eingetragen. Ich habe Ihnen die Kopie meiner Geburtsurkunde mitgebracht. Das Original habe ich auch da, wenn sie es sehen wollen.“ Sabrina legte die Kopie auf den Tresen. „Nein, Nein, ist nicht nötig.“ antwortete Frau Richter. Ich kümmere mich darum. Können sie sich ausweisen? Sabrina legte ihren Ausweis vor und die Frau prüfte ihn nach. „nanu – ich bekomme hier einen Sebastian Wohlfahrt.“ „Das ist mein Bruder – dann haben wir auch noch dieselbe Personalausweisnummer? Das darf doch wohl nicht wahr sein und ich wundere mich, warum ich nie von der Stadt angeschrieben werde...“ „Oh, das tut mir sehr leid. Ich schaue sofort nach.“ Frau Richter nahm die Urkunde und verschwand. Etwa 15 Minuten kam sie wieder. „Also, ich habe ihren Bruder gefunden und ihre Urkunde muss verschwunden sein. Ich richte sie gerade nachträglich ein. Es tut mir sehr leid wegen der Komplikationen.“ Frau Richter legte eine neue Akte an und etwa 30 Minuten später war Sabrina Wohlfahrt wieder in Hamburg registriert. Eva und Sabrina traten den Rückweg an.
Beide kamen gegen Mittag in FFM an. Sie kehrten in einer Bar ein und nahmen einen großen Salat. Danach liefen sie zu Evas Salon. Eva bat Sabrina in den Geschäftsraum und dort wurde der Arbeitsvertrag unterzeichnet. Sabrina begann eine Ausbildung als Friseurin. Sie sollte sich auch direkt auf der Berufsschule anmelden. Ihr wurde ganz anders bei dem Gedanken, noch einmal die Schulbank zu drücken. Schließlich sollte Sabrina sich noch in FFM mit erstem Wohnsitz anmelden und eine Lohnsteuerkarte beantragen. Sabrina wählte den Weg über das Internet und konnte den meisten Formalkram noch in Evas Büro auf diese Art erledigen. Schließlich waren die Ämter am Freitag zu.
Im Salon war die Hölle los. Schließlich kam das Wochenende und so waren alle Friseurinnen voll beschäftigt. „mach dich nützlich“ kam von Eva. So tat Sabrina das, was sie konnte: Kaffee kochen, Haare weg kehren und zuschauen. Sie stellte sich auch nach einer kurzen Einweisung hinter die Kasse und kassierte. Ihr Dienst zog sich bis um 21.00 Uhr hin. Danach fuhr sie mit Eva zur Tanzschule. Sie fühlte sich beim Tanzen ein wenig wie die kleine Meerjungfrau, denn bei jedem Schritt schmerzten ihre Füße. Dennoch tanzte sie sehr gerne und sah sich im Spiegel. Schließlich war morgen ihr großer Tag. Und ihre Bewegungen wurden natürlicher und geschmeidiger.
Als sie um 22.30 Uhr mit Eva nach Hause kam, war Eva unerbittlich. Auch heute musste das Workout stattfinden. Sabrina schminkte sich ab und machte sich dann auf ins Bett.

Samstag (3. Woche 6. Tag) Ball
Als der Wecker am Samstag klingelte, freute sich Sabrina: Samstag Balltag!! Heute würde sie es sich gut gehen lassen. Sie stand auf, sprang unter die Dusche, machte sich sauber, lies sich wie jeden Morgen fesseln und säubern und zog sich schließlich zur Shoppingtour an. Ein Sommerkleid in Mintgrün mit heller Feinstrumpfhose. Sabrina schminkte sich sorgfältig – es war ihr schon eine Gewohnheit geworden. Allerdings merkte sie, dass das permanent Make up, welches sie zu Beginn bekommen hatte, langsam verblich. Eigentlich müsste man es demnächst erneuern dachte sie. Sie übte noch ein wenig, ihr neues Gesicht einzusetzen – lachen, verliebt schauen, Augenaufschlag... Ob Jens sie überhaupt noch erkennen würde? Eva rief: „Sabrina, beeil dich, wir wollen los.“ Sabrina machte sich auf. Eva erwartete Sabrina schon in einem Strickrock, der ihr bis auf die Oberschenkel ging und einer schwarzen Strumpfhose. „Bist du bereit?“ „Ja“ antwortete Sabrina. „Du hast auch eine Menge durchgemacht, die letzten Tage.“ „Soviel habe ich sonst in Jahren nicht erlebt.“ Als erstes gingen beide sich nach einem Ballkleid umschauen. Sabrina mochte gern schlichte gerade Schnitte, die ihre Figur betonten und ihren hübschen Hintern Geltung verschafften. Bildete sie sich das ein, oder hatte ihr Hintern weiblichere Formen angenommen? Das lag bestimmt an den Korsagen, die sie immer tragen musste – oder der Wunsch war Vater des … Sabrina fühlte sich als Frau – ihre neuen Brüste und das neue Gesicht verschafften ihr größere Sicherheit. Niemand schaute sie mehr zweifelnd an, um sich zu fragen – ist das ein Mann, oder eine Frau. Durch das ständige Hungern hatte sich sogar eine kleine Taille ausgebildet. Und sie gefiel sich heute selbst in der Rolle. Eva wurde an diesem Freitag mehr zu einer Freundin für sie. Heute lernte Sabrina sie von der menschlichen Seite kennen. Beide schauten sich Männer an und lachten viel. Sie zogen Kleider an, und drehten sich voreinander, machten sich Komplimente und berieten sich. Schließlich bot Eva Sabrina das Du an. Sabrinas Wahl fiel auf ein grünes Abendkleid, welches schulterfrei war. Dafür hatte es einen Schal, der um ihre Schultern lief. Vor der Brust waren Pailletten angebracht. Dazu hatte sie eine Kette mit silbernen Steinen und die passenden Ohrringe, sowie ein passendes Armband. Eva zog ein schwarzes Kleid vor, welches seitlich einen Schlitz hatte, so dass ihre Beine immer wieder hervorblitzen konnten. Das konnte sie gut machen, denn ihre Beine waren schlank und gut geformt. Es war sehr elegant mit einem silbernen Oberteil.
Als beide auf dem Weg zu P und C waren, begegnete ihnen Herr Radler – in zivil. Sabrina freute sich.“Hallo Herr Radler.“ „Hallo Frau Wohlfahrt.“ Auch Herr Radler lächelte. Sabrina stellte ihm Eva vor. „Guten Tag Frau Kraft.“ „Wollen Sie nicht einen Kaffee mit uns trinken?“, Fragte Sabrina. Herr Radler setzte sich mit den beiden Frauen an einen Tisch. Radler schaute Sabrina mehrfach länger an – als ob er nicht recht glauben wollte, dass sie wirklich Sabrina ist. Als Sabrina das bemerkte lächelte sie ihn verführerisch an. Renner bemerkte „Sie haben sich irgendwie verändert.“ „Ich schminke mich nur ein wenig anders – so wie damals, als ich das Passbild gemacht habe - ich hoffe, dass es nicht zu aufdringlich ist.“ „Oh, nein. Neinnein, es ist schon gut.“ Renner war das sichtlich peinlich. Sie bestellten und er berichtete, dass die Verhandlungen um Herrn Baldauf weitergingen. Man hatte ihn in der Nacht observiert und als eine Gruppe von stadtbekannten Drogendealern in das Lager gekommen sei, habe man zugeschlagen. Im Grunde war Baldauf schon lange unter Verdacht gewesen, aber sein Versteck war noch unklar. „Ich danke ihnen sehr für ihre Aussage.“ Radler lächelte „Mit diesen Typen ist nicht zu spaßen, aber die Prüfungen haben ergeben, dass sie nichts mit der Sache zu tun haben, Frau Wohlfahrt. Ganz im Gegenteil – wir haben gefunden, was Baldauf mit ihnen getan hat. Leider wird er dafür nicht mehr sitzen.“ Sabrina und Eva schauten sich betreten an. Eva fasste Sabrina am Arm. „Was ist passiert?“ Sabrina antwortete und unterdrückte die Tränen – „Er hat mich wieder gezwungen, die Lewinski Nummer zu machen.“ Herr Radler schaute betroffen. „Keine Sorge Frau Wohlfahrt, sie haben eine Menge durch, aber die Sache ist bald ausgestanden. Mich wundert nur, dass es so wenig Dokumente von ihnen gibt – keinen Arbeitsvertrag, keine Lohnsteuerkarte, noch nicht einmal eine Meldebestätigung.“ „Ich war bei Frau Kraft angestellt und sollte erst Probearbeiten, bevor ich den richtigen Arbeitsvertrag bekommen hatte. Ich habe heute unterzeichnet.“ Sabrina machte einen traurigen Gesichtsausdruck. „Da hatte ich mich noch nicht umgemeldet, weil ich nicht wusste, ob ich bleiben konnte. Und dann hat Frau Kraft mich an Herrn Baldauf weitergegeben, weil ich ihm kurzfristig aushelfen sollte.“ „Ich wusste ja nicht, was das für ein Verbrecher ist.“ schob Eva dazwischen. „Ich hätte sonst alle Hebel in Bewegung gesetzt – das können sie mir glauben. Aber jetzt ist der Arbeitsvertrag unter Dach und Fach und die Lohnsteuerkarte ist auch schon beantragt.“ Eva schaute den Polizisten an
„Ach so...“ Herr Radler atmete auf. „Und ich dachte schon, dass wir bei ihnen eine illegale Einwanderin haben. Denn es gibt auch sonst keine Dokumente über sie. Aber sie sind keine Einwanderin – dafür ist ihr Deutsch zu gut – und auch ihre Schrift. Trotzdem ist es so, als ob sie gar nicht existieren würden. Bei dem Baldauf war ich auf alles gefasst. Wissen sie, was der mir erzählt hat: Sie, Sabrina, sollen in Wirklichkeit ein Mann sein. So ein Blödsinn – wir haben die Festplatten durchgesehen und die gelöschte Dateien gefunden, bei denen er sie sexuell belästigt. Für mich ist klar, dass der versucht hat, ihnen etwas anzuhängen, um seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Bei der Beweislage hatte er keine Chance – Erpressung, Drogenhandel, sexuelle Belästigung – der hätte mindestens 8 Jahre gesessen. Und da er zu Protokoll gegeben hat, dass sie eigentlich ein Mann sein sollen, kommt noch versuchte Täuschung eines Beamten hinzu.“ „Muss ich jetzt nachweisen, dass ich wirklich eine Frau bin?“ fragte Sabrina kleinlaut. „Nein nein, wir haben die Videos wiederhergestellt, die Baldauf gelöscht hat und daraus geht eindeutig hervor, dass sie eine Frau sind. Sie werden wahrscheinlich gar nicht zum Amtsarzt müssen – das wäre ja noch schöner... Es wird jetzt ein wenig hart für sie, aber glauben sie mir, ich sorge persönlich dafür, dass diese Typen für ihre Verbrechen büßen.“ Immerhin haben sie sich an ihm gerächt – oder man hat versucht, ihm das Maul zu stopfen, bevor er mehr aussagen kann.
„Es ist Zeit, wir haben noch einen Termin – ein schönes Wochenende Ihnen noch, Herr Radler.“ „Oh, wohin geht es denn?“ „Wir sind heute beim Ball im Golfclub eingeladen.“ antwortete Eva. „Leider hat mein Bekannter kurzfristig abgesagt. Ich weiß noch nicht, ob ich allein gehen soll.“ Radler schaute Eva etwas ratlos an. „Naja, einen kleinen Tanzkurs habe ich auch mitgemacht, wenn ich Ihnen damit helfen kann.“ „Wirklich und sie haben heute noch nichts vor?“ „Nein, eigentlich nicht...“ „Na dann, würde ich mich sehr freuen. Eva gab Radler ihre zweite Ballkarte.“ Sabrina und Eva verabschiedeten sich von Radler. Kaum war er um die Ecke standen beide auf. „Sag mal Eva bist du wahnsinnig – du kennst den doch kaum.“ „Ach Quatsch – das ist ein anständiger Junge, das merkt man doch, aber ich glaube, er ist noch nicht überzeugt, dass du echt bist.“ „Aber das hörte sich eben ziemlich sicher an.“ „Für mich nicht – der spielt uns was vor – glaubst du nicht? Und er hat noch Zweifel wegen der Dokumente – wie gut, dass wir gestern die Geburtsurkunde eingesetzt haben.“ „Wie kann ich ihn denn überzeugen, Eva?“ „Als erstes gibst du heute eine perfekte Dame ab. Du musst ihn überzeugen, dass du kein Mann bist. Dein Ausschnitt ist schon ein ziemlich gutes Argument. Aber er braucht noch mehr – das merke ich. Vielleicht gehst Du mal mit ihm in die Sauna.“ „Und was ist mit meiner Hose? Er wird sie sofort in einer Sauna bemerken.“ „Nicht, wenn wir es geschickt anstellen. Auf jeden Fall muss er zu 100% sicher sein, dass du eine Frau bist, sonst sind wir geliefert.“ „Also gut, was soll ich machen?“ „Wirst du bald erfahren – jetzt ist erst einmal Ballzeit.“
Sabrina und Eva betraten nach kurzem Fußmarsch den Friseursalon. „Hallo Steffi!“ „Hallo Frau Kraft!“ „Ist alles vorbereitet?“ „Aber natürlich. Hallo Sabrina – wir werden heute eine Königin aus Dir machen. Freust du dich?“ „Oh ja, sehr – ich bin sehr gespannt.“ Kaum hatte sie die Worte gesagt, erschienen sie ihr auch schon fremd. Aber sie waren wahr. Sabrina freute sich, zu einer Ballkönigin zu werden. Beide Frauen nahmen auf den Friseurstühlen Platz.

„Zuerst Sabrina habe ich mir überlegt, deine Haare hochzustecken. So würde niemand merken, wie kurz sie eigentlich sind. Aber Eva war dagegen. Also machen wir etwas anderes. Sabrina wurde umgedreht und bekam ein blaues Cape übergezogen. Steffi nahm ihre Haare heraus.
„Ich werde dir Locken machen. Zuerst aber machen wir einen Kreatin Komplex, damit Deine Haare nicht so widerspenstig sind.“Sabrinas Haare wurden mit einem übel riechenden Mittel behandelt. Danach kam sie unter die Haube, während das Mittel wirkte. Sabrina nahm sich in dieser zeit eine Frauenzeitschrift und schaute sich neue Frisuren an. Sie kam sich sehr weiblich vor – und doch passte es zu ihr, was so geschah. Sie schämte sich nicht unter der Haube und es war ihr auch nicht peinlich. Immerhin hatte seit mindestens drei Wochen niemand mehr bemerkt, dass sie keine Frau war. Danach spülte Steffi ihr die Haare aus. Steffi drehte Sabrinas Haare auf Wickel, wobei sie das Pony ausließ. Steffi tat noch einen Haarfestiger hinzu. Nach einer Viertelstunde wurden die Haare von den Wicklern genommen. Steffi bürstete, Föhnte und formte, bis schließlich aus Sabrinas Bob eine Lockenfrisur geworden war. Steffi steckte Sabrina noch ein Diadem an. Sie nahm die Haare locker zurück und steckte ihr ein Haarteil an. Der Blick in den Spiegel zeigte Sabrina eine fertige Ballkönigin. Sie sollte das Schneiden und Stylen in ihrer kommenden Zeit hier im Salon auch lernen. Sie fragte sich, ob sie dazu Talent hatte.
Dann endlich die Haare an Sabrinas Kopf perfekt in Form. Sabrina wurde fotografiert. Auch Eva war fertig. Ihre Haare waren zu einer Banane auf dem Hinterkopf zusammengenommen, während einzelne Strähnen verspielt ihr um den Kopf hingen. Steffi machte ein paar Ballfotos von beiden, die noch zwei Stunden hatten, bis der Ball losgehen sollte. „Lass uns Essen gehen, meinte Eva.“ Beide machten sich auf zum nächsten Chinesen und setzten sich zusammen hin. Sie bekamen Sushi und ließen es sich gut gehen. Als Sabrina auf Toilette ging, konnte sie sehen, wie ihr die Blicke einiger Männer folgten. Sie war mittlerweile sehr sicher in ihren Schuhen. Eine Frau stand neben ihr und frischte ebenfalls ihr Makeup auf. Sie beachtete Sabrina nicht. Nachdem sie sich frisch gemacht und noch ein wenig Parfum nachgelegt hatte, kam sie zu Eva zurück.
Es war Zeit für den Ball mit Jens. Beide fuhren in die Tiefgarage des Ballsaales. Man konnte mehrere Paare sehen, die sich auf den Weg zum Aufzug machten. Sabrina und Eva gingen zum Fahrstuhl. „Hast du eigentlich auch ein Date?“ fragte Sabrina. „Aber glaubst du denn, dass ich alleine komme?“ Oben angekommen bogen beide um die Ecke zur Garderobe. Sie legten ihre Mäntel ab und gingen die Treppen hinauf zum Festsaal. Jens wartete schon in einem Nagelstreifenanzug. Er lächelte Sabrina an und begrüßte sie mit einem Kuss auf die Wange. „Du siehst bezaubernd aus.“ „Danke schön. Das ist Eva, meine Freundin.“ „Sehr angenehm antwortete Jens. Warten sie auch auf jemand?“ „Ja, dort unten steht er.“ „Eva winkte nach unten, wo Radler stand. Auch der Polizist hatte sich sehr in Schale geworfen.“ „Er sieht ziemlich knackig aus, nicht wahr?“ raunte Sabrina Eva zu. „Ich habe ja auch Geschmack.“ war ihre Antwort.
Jens nahm Sabrinas Hand und brachte sie zu ihrem Platz. Der Golfclub hatte sich sehr in Unkosten gestürzt, eine achtköpfige Liveband war engagiert worden. Und Jens und Sabrina fingen an, über das Parkett zu gleiten. Sabrina freute sich an ihren Bewegungen und auch Jens lächelte an diesem Abend viel. Sie sprachen über die Ballkleider und wie gut Sabrina ihres steht. Ein wenig später gesellten sich Eva und Radler zu ihnen. Auch Ulrich, Sabrinas Tanzpartner aus der Tanzschule war anwesend. Der Abend lief ziemlich gut. Der Boden war ziemlich glatt, so dass sich Sabrina immer wieder an den Männer festhielt. Diese nahmen diese Form des Körperkontakts gerne auf. Dann blieb Sabrina mit dem Pfennigabsätzen in einer Buchse auf dem Boden stecken und es rutschte ihr in Sebastians Stimme ein „Mist“ heraus. Natürlich konnte sie sofort wieder Sabrina sein, doch Radler schaute sehr irritiert. Jetzt musste sie spielen – so, als wäre nichts gewesen. Sie lächelte und redete mit ihrer Frauenstimme weiter – „Ich hoffe, ich habe ihn nicht abgebrochen.“ Auch er tat , als wäre nichts gewesen. Dennoch blieb bei Sabrina eine gewisse Grundnervosität und der Abend war total gelaufen. Warum musste ihr das bei Radler passieren, warum nicht bei Jens, wo doch soviel von Radlers Urteil abhing.
Der Abend war zu Ende und Sabrina entschloss sich, ihren Fehler Eva später im Auto zu beichten. Eva war außer sich. Sie fluchte und fuhr sie an. Wie blöd sie denn sein könnte und was sie denn denken würde. „Kannst du dich nicht ein paar Stunden am Riemen reißen? Wir hängen hier beide mit drin, ist dir das nicht klar?“ Sabrina hielt es nach 15 Minuten nicht aus und fing an zu weinen. „Das hilft dir auch nichts – jetzt geht alles von vorne los. Der Radler wird sich auf deine Versen setzen und wir müssen umso mehr tun, damit er dir glaubt.“
Eva lies Sabrina an diesem Tag noch zwei Stunden auf dem Laufband laufen und es gab kein Abendessen. Danach fiel sie erschöpft ins Bett.

micaela
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Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 47 im Thema

Beitrag von micaela » Di 27. Nov 2012, 20:57

Wahnsinn, welche wendungen DU da gefunden hast, Melli!!

Ich bin hin und weg!

Ich bin total gespannt, was jetzt noch kommt ...!?
Noch ne OP an den Stimmbändern? Oder die "große Lösung"?

Ich wüsste an Sabrinas/Sebastians Stelle glaube ich nicht mehr, wer ich mal war ...
LG micaela

Exuser-2014-02-18

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 48 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 » Mi 28. Nov 2012, 22:27

Eine sehr schöne Fortsetzung ))):s
Wahnsinn, wie Du das hingekriegt hast.
Bis kurz vor Schluß sieht alles so aus, als ob es Richtung "Happy End" gehen würde und
dann ein neues Problem !
Also steigt die Spannung wieder !
Sehr schön, ich freu micht immer wieder über eine Fortsetzung, vielen Dank

LG Tina ---)))

Anne-Mette
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Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 49 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 30. Nov 2012, 09:38

Moin,

mich erreichte ein Gastkommentar

Gruß
CPG

Ich habe (noch) nicht vor, im Forum anzumelden. Aber da ich die Geschichte gestern Nacht in einem Zug gelesen habe und ich sie interessant und spannend finde, sonst hätte ich jetzt (vielleicht) keinen Schlafmangel :D, möchte ich gern einen Kommentar abgeben.

Hoffentlich ist es möglich, dass Sie ihn für mich posten?
Von mir aus auch den Großteil dieser E-Mail.

Zu der Geschichte:
Ich finde sie wirklich spannend, trotz dass die Autorin gewechselt hat.
Es gibt nämlich ein paar kleine(ß) aber feine(ß) Unterschiede.

Christina hat die Geschichte schön vorangetrieben und sich immer wieder neue und immer schrecklichere Dinge einfallen lassen. Ja teilweise waren sie sogar versaut.
Melli zählt schön die Tage (nicht bös gemeint). Die Spannung wird auch weiter aufgebaut.
Es wird bei beiden nicht an Fantasie und Einfallsreichtum gespart.
Die Schwerpunkte scheinen jedoch etwas anders zu liegen.
Zuerst das Thema „Wie quäle ich eine Möchtegern-Frau?“… später geht es mehr auf die Gefühle und das Unterstützen.
Aber irgendwie ging mir das daran gewöhnen und tiefere Gefühle für „das andere Geschlecht(?)“ entwickeln, etwas schnell. Könnte aber auch an den Pillen liegen, die Sabrina komischer Weise nicht hinterfragt hat.
Aber gut, ich war noch nie in solch einer Situation (vielleicht leider) und kann daher nicht wissen, wie ich reagieren würde.

Gut finde ich an der Geschichte noch, dass viele mögliche Methoden aufgezeigt werden, wie man welches Problem angehen kann. Damit meinte ich jetzt nicht die OP, sondern schon beim Höschen angefangen, bishin zum medizinischen Kleber.

Einwas frage ich mich.
Wie wird die Geschichte ausgehen.
Wie heißt Sebastians Frau wirklich?
Renate oder Regina. Oder vielleicht doch Rut?
Oder habe ich mich gegen Ende aufgrund der langen Nacht doch verlesen?

Achja, ich bin für ein Happy End.
Noch ist der Baum nicht gefällt.

Somit verbleibe ich in Erwartung.

M. Bia

Melli

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 50 im Thema

Beitrag von Melli » Fr 30. Nov 2012, 14:05

Hallo Bia, das ist sehr nett gesagt und sehr genau gelesen. Ja, es gibt den Unterschied und ich habe den Namen leider falsch in Erinnerung gehabt. Ich werde es abändern - in den kommenden Kapiteln. Die Tagezählung dient mir zur Orientierung. Ich habe ein Konzept erarbeitet, was an welchem Tag passieren soll und wie ich die Geschichte fortsetze. Es soll ja eins auf das andere aufbauen und möglichst wenig logische Brüche geben. Da war mir der Tagebuchstil am hilfreichsten.

Liebe Grüße,

Melanie

Julia65
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Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 51 im Thema

Beitrag von Julia65 » Fr 30. Nov 2012, 16:12

Uff, da stolpere ich heute gegen Mittag auf die Geschichte und konnte nicht anders als sie komplett, soweit sie eben bisher ist, durchzulesen. Trotz Änderung der Autorin gibt es keinen Qualitätsverlust. Eine Entspannung der Härte wird sicher für einige eher schade, für andere eher schön sein. Der Krimi-Anteil gibt dem Ganzen eine seriöse Note. Fabelhaft. Renate heisst jetzt Regina, ok, macht nix. Beim Lesen kam ich immer mal an den Gedanken: Was macht Regina in der Zeit. Versucht sie sich nicht mal nach ihrem "Mann" zu erkundigen? Versucht sie nicht mal Eva anzurufen um zu fragen wie die Chancen stehen, die Wette zu gewinnen? Da ich selber gerne schreibe konnte ich nicht anders als an einer Lösung zu arbeiten, nur im Gedanken zwischen den Zeilen. Mit Verlaub werde ich sie hier mal kundtun, vielleicht gibt das der Autorin ja Impulse für IHR Ende, bzw weiteren Verlauf:

Regina hat Sebastian vor allem deshalb die Wette vorgeschlagen, weil sie etwas Zeit für sich brauchte. Sie steckt nämlich schon seit Wochen in einer verzwickten Situation. Wie auch immer es geschehen sein mochte, hat sie sich in eine Arbeitskollegin verliebt. In eine Frau; ganz was Neues; und diese Kollegin hatte durchaus Interesse an Regina. Was nun? Lesbisch? Bi? Um sich dessen klar werden zu können und um sich zunächst noch ungestört mit ihr treffen zu können, kam ihr ihre eigene Idee mit der Wette sehr gelegen. Das hatte sie motiviert, diese Wette so ausgiebig und zeitaufwändig zu gestalten. Und nun? Sie war tiefer in eine Affäre mit ihre Kollegin geschlittert und hat festgestellt dass sie eigenlich nicht mal bi, sondern lesbisch ist. Nach einem schweren Streit mit ihrer neuen Liebe brach die Liebe auseinander und unter Tränen schreibt sie einen Brief an Sebastian, den sie ihm über Eva zukommenlassen will. Sie macht reinen Tisch und beichtete ihre Affaire und bedauerte, dass es so gekommen sei und dass sie Sebastian immer geliebt habe, und ihn noch immer liebe, aber mit ihm nicht zusammenbleiben könne, denn er sei ja ein Mann. Daher sähe sie keine Zukunft für sie beide. Sie würde wohl eine Frau brauchen.

Später gibts natrürlich die passende Lösung - breitgrins- hach könnte doch ein romantisches glückliches Ende sein.
Naja, nur mal so eine Idee...
Auf jeden Fall bin ich sehr neugierig auf die Fortsetzung.
Das im Thread mit eingestellte Bild konnte ich leider nicht sehen, ich bin für Bilder im Forum gesperrt worden! Das war echt ärgerlich.
LG
Julia
17 Monate HRT-Timeline: http://www.youtube.com/watch?v=jU1AkhmDL_s

Anne-Mette
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Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 52 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 30. Nov 2012, 16:27

Moin,
ich bin für Bilder im Forum gesperrt worden! Das war echt ärgerlich.
Das ist nicht ganz richtig. "Worden" gehört nicht dazu. Ganz neue User haben keinen Zugriff auf Fotos. Damit soll vermieden werden, dass hier "Bildersammler" ihr Unwesen treiben. Das hat also nicht individuell mit Dir etwas zu tun.

Gruß
Claus-Peter

Melli

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 53 im Thema

Beitrag von Melli » So 2. Dez 2012, 11:16

Und nun der letzte Teil, viel Spass damit,

Melanie

Melli

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 54 im Thema

Beitrag von Melli » So 2. Dez 2012, 11:17

Sonntag (3. Woche 7. Tag)
Es war 6.00 Uhr, als Eva in das Zimmer kam. Aufstehen – na los. Heute wird gearbeitet und wehe, wenn du noch einmal so einen Fehler machst wie Gestern. Sabrina schaute sie verschlafen an. Ich komme ja schon – kam es mit Sebastians Stimme. Eine schallende Ohrfeige tönte durch den Raum.- „Sag mal, wie wahnsinnig bist du eigentlich?“ „Ich erinnere dich noch einmal an deine weibliche Seite und du redest trotzdem wie ein Mann. „Aber ich hab doch noch geschlafen.“ Kam es von Sabrina zurück. „umso schlimmer – du musst dich absolut und in jeder Situation mit dieser Stimme unterhalten, die du jetzt hast, sonst können wir beide einpacken. Hast du mich verstanden? Jetzt mach dich fertig.“
Sabrina nahm den Epilady und begann, ihre Beine von Haaren. Dann sprang sie unter die Dusche, zog sich den Bademantel am und ging zur morgendlichen Säuberung. Schließlich zog sie ihre Strümpfe, ein kurzes blaues Kleid und die schwarzen Pumps am, stylte sie ihre Haare und legte das Make up auf.
Dann ging sie zum Frühstück. Neben dem Kaffee lag schon ihre Pille. Sabrina setzte sich. „Was ist da eigentlich drin?“ „Kaffee, was sonst“ gab Eva pampig zurück. „Nicht in der Tasse, in der Pille?“ „Ein Schmerzmittel – habe ich dir doch gesagt - gegen deine Probleme mit der Hose. Du hast doch immer Schmerzen gehabt. Sind die jetzt weg?“ „Ja, schon...“ „Siehst du, dann hat es auch gewirkt.“ Sabrina nahm die Pille ohne Wiederworte – Widerspruch gegen Eva war heute keine gute Idee – eigentlich war es nie eine gute Idee.
Heute wirst du wieder auf der Burg arbeiten. Ich erwarte Perfektion. Du wirst dich niemanden zu erkennen geben. Sabrina nickte. Beide frühstückten fertig und setzten sich dann in das Auto zur Burg. Eva lies Sabrina aus dem Wagen. „Ich komme heute Mittag wieder.“ Sabrina machte sich wie gehabt in der Küche nützlich, nachdem sie ihre „Dienstkleidung“ angezogen hatte. Sie vermied es zu sprechen. Statt dessen setzte sie sich schüchtern in eine Ecke.
Gegen Mittag kam Eva zurück. „Hallo Sabrina, ich habe etwas für dich besorgt.“ Sie zeigte Sabrina eine kleine Schachtel, in der ein Halsband im Stil der 20er Jahre lag. „Zieh es um.“ Sabrina legte es an und schaute in einen großen Wandspiegel. Es stand ihr recht gut mit dem, Pagenschnitt gab es ein natürliches Bild. „Vielen Dank.“ „Bedank dich nicht zu früh, siehst du den Stein vorn?“ „Ja natürlich.“ Der ist extra für Leute wie dich entwickelt worden. Er nimmt die Frequenz deiner Stimme wahr und wenn sie zu niedrig ist, wirst du von dem Halsband erinnert.“ „Was???“ – Sabrina wollte das Halsband ablegen. „Hör zu, ich mache das für dich – Deine Tarnung muss perfekt sein, sonst wird dich Radler auf jeden Fall fertigmachen. Willst du noch einmal ihm einen Hinweis geben, so wie gestern? - Vielleicht hast du ja Glück gehabt und er hat es nicht registriert – manchmal sind Männer langsam.“ Sabrina seufzte.
Der Tag verlief ziemlich normal, Sabrina bediente bei einer weiteren Hochzeit. Die Braut hatte ein sehr schönes Diadem, welches in ihren blonden langen Haaren angebracht war. Glücklicherweise gab es keinen, der ihren Hintern berühren musste und auch keinen Stress mit einem Betrunkenen. Die Leute benahmen sich gut. Das Band schlug ein oder dreimal an – beim Husten, beim Räuspern und als sie in einem unbedachten Moment „Wie bitte“ sagte.
Eva schien sich zum Abend hin beruhigt zu haben. Der Tanzkurs und das Stimmmtraining schloss den Abend ab. Ab jetzt sollte sie das Band immer tragen.

Montag (4. Woche 1. Tag)
In der Nacht von Sonntag auf Montag klingelte es an Sabrinas Tür. Sabrina dachte, es sei Eva und öffnete im Morgenmantel. Vor der Tür standen zwei Polizisten und ein Mann, der sich als Pfarrer Morgenthal vorstellte. „Sind sie Frau Wohlfahrt?“ „Ja, das bin ich.“ Antwortete Sabrina, die in diesem Moment sehr froh über ihre Implantate und das Höschen war. „Wir sind Herr Renner und Herr Turm. Wir müssen Ihnen eine traurige Nachricht überbringen, Ihr Bruder Sebastian und seine Frau sind leider heute Nacht verstorben.“ „Was?“ Ihr Halsband erinnerte sie an die Höhe, mit der sie sprechen sollte. Sabrina schoss es durch den Kopf: Sebastian, das konnte nicht sein, wie sollte das gehen? – sie war doch Sebastian. Moment – Stimme halten – schoss es ihr durch den Kopf. „Wie ist das geschehen?“ „Wir werden Ihnen auf der Fahrt alles erklären. Könnten Sie sich bitte anziehen und dann mit uns nach Hamburg fahren?“ „Ja, natürlich, bitte kommen Sie doch herein.“ Auch Eva war wach geworden und schlappte im Morgenmantel herein. Ihre Augen wurden groß und das Entsetzen machte sich in ihrem Gesicht breit, als die zwei Beamten am Tisch Platz nahmen. Sabrina machte einen Kaffee. Dass Renate tot sein sollte und sie selbst auch, war ein zu absonderlicher Gedanke, als dass sie ihn begreifen konnte. Die Polizisten erzählten von einem Raubüberfall, bei dem die Wohnung verwüstet wurde und ihr Bruder, sowie ihre Schwägerin getötet worden seien. Als Sabrina erfuhr, dass Renate tot sein sollte, schossen ihr die Tränen ins Gesicht. Auch Eva war zu Tode erschreckt – Renate war doch ihre beste Freundin. Die Polizisten wollten Sabrina mitnehmen, um die Leichen zu identifizieren. Zunächst nahmen sie aber von Sabrina die Daten auf. Als der Computer beim einscannen von Sabrinas ID den Namen Sebastian ausspuckte, konnte Sabrina den Schock auf dem Gesicht des Polizisten sehen. „Das darf doch wohl nicht wahr sein – hier liegt ein Computerfehler vor. Keine Sorge Frau Wohlfahrt – ich werde mich darum kümmern. Ich nehme an, dass sie Zwillinge sind – sie und ihr Bruder.“ „Ja“ antwortete Sabrina verlegen, die damit rechnete, dass gleich die gesamte Tarnung auffliegen würde. Der Polizist verließ einen Moment lang den Raum und telefonierte auf dem Flur. Sabrina hörte Sprachfetzen: „Schlamperei“ „Wer hat da vor 30 Jahren im Einwohneramt gesessen?“ „Das darf doch wohl nicht wahr sein – die Frau sitzt hier vor mir“ „Natürlich ist sie es – die Ähnlichkeit mit ihrem Bruder ist unverkennbar.“ „Was soll das heißen, noch nicht eingepflegt. Es ist 30 Jahre her, seit sie geboren wurde – die Deppen auf dem Einwohneramt werden doch wohl in 30 Jahren Daten einpflegen können. Aber Daten liegen vor.“ Pause „Na gut, die wird erstmal reichen – kümmern Sie sich Montag drum?“ „Alles klar, manmanman...“ Sabrina wusste sich nicht weiter zu helfen – jetzt war alles aus. Gleich würde er hereingestürmt kommen und dann wäre sie reif für den Knast. Tatsächlich kam er herein und fragte Sabrina: „Frau Wohlfahrt, ich habe eben in Hamburg angerufen. Dort liegt zwar ihre Urkunde vor, aber die Daten sind nicht eingepflegt. Es ist mir sehr unangenehm, aber können sie mit etwas anderem, als ihrem Ausweis ihre Identität bestätigen?“ Sabrina dachte nach - „Meine Zeugnisse und Papiere waren in der Wohnung meines Bruders.“ „Vielleicht haben sie etwas anderes – einen Führerschein, oder eine Versicherungskarte?“ „Ich habe ein Konto eröffnet – geht das auch?“ „Aber sicher Frau Wohlfahrt, wenn ich um die Karte bitten darf.“ 30 Minuten später bestätigte Herr Underberg am Telefon die Identität von Sabrina, denn er hatte „persönlich bekannt“ in ihre Unterlagen eingetragen. Sabrina konnte es sehen, als die Polizei die Unterlagen prüfte. Herr Underberg sagte am Telefon aus, dass er Sabrina aus der Schule kenne. Sabrina bestätigte das. Der Polizei jedenfalls reichte es vorerst. Sabrina fuhr mit den Beamten nach Hamburg, um die Identität ihres Bruders zu bestätigen – mittlerweile war es 6.00 Uhr geworden. Herr Oberwachtmeister Turm sicherte ihr auf der Fahrt zu, dass er sich notfalls selbst um den neuen Personalausweis kümmern werde.
Als Sabrina ihre alte Wohnung betrat, konnte sie sie nicht wiedererkennen. Es war alles verbrannt. Sabrina zeigte den Beamten wo was in der Wohnung gestanden hatte und auch, wo die verbrannten Papiere waren. Sie konnte den Beamten sagen, wo vielleicht noch Verstecke in der Wohnung waren, die die Räuber nicht geplündert hatten. Doch es fand sich nichts. Die Leichen, die Sabrina im Leichenschauhaus inspizieren sollte, waren unkenntlich. Irgendjemand hatte ihnen die Zähne ausgeschlagen und Blumendraht in ihren Mund gewickelt. Wer auch immer diese Leichen so zugerichtet hatte, er kannte keine Gnade. Eva heulte und hielt sich an Sabrina fest. „Warum hat jemand diesen Draht benutzt?“ fragte Sabrina. „Das ist das Zeichen, dass jemand zuviel geredet hat. Diese Gangstergruppe haben das zu ihrer Visitenkarte gemacht.“ Sabrina konnte Renate anhand der Tätowierung auf ihrem Rücken identifizieren. Sabrina nannte die Tätowierung, obgleich die Tätowierung durch das Feuer nicht mehr kenntlich war. Der Pathologe konnte sie bestätigen. Wenn einer der Polizisten noch Zweifel hatte, dass Sabrina wirklich Sabrina war, dann verflogen sie in diesem Moment. Der Mann, der neben Renate lag, schien Sabrina zunächst unbekannt, doch dann erkannte sie die typischen weißen Schuhe von Renates Arbeitskollegen. Sabrina dachte kurz nach und gab zu Protokoll, dass Sebastian der linke kleine Finger fehlte. (Das war ihr einmal bei diesem Mann aufgefallen, als sie sich trafen. Sebastian hatte sich damals gewundert, dass der Kollege Renates ihn so komisch angesehen hatte. Und dass er einen so seltsamen Händedruck hatte.) Und tatsächlich, der Gerichtsmediziner konnte auch dies bestätigen. „Wo hat man sie denn gefunden?“ fragte Sabrina. „Beide waren nackt im Bett gefesselt und hingerichtet worden.“ Aus Sabrinas Augen schossen die Tränen – Renate hatte Sebastian betrogen. Und jetzt hatten die Verbrecher sie zusammen in seiner Wohnung gefunden. Der Mann, der ihm die Frau ausgespannt hatte, hatte ihm das Leben gerettet. Am liebsten hätte sie geschrien, aber sie brach statt dessen heulend zusammen. Herr Turm und Herr Morgenthal kümmerte sich um sie, brachte sie aus der Leichenkammer und auf die Wache.
Am Abend kehrte Sabrina mit Eva und den Polizisten zurück. Beide Polizisten ließen sie am Abend allein. Sabrina fühlte sich fertig. Ihre Frau war tot und hatte sie betrogen und sie selbst wäre auch tot, wenn sie zu Hause gewesen wäre. Im Grunde war Sebastian jetzt gestorben. Sabrina konnte nie mehr Sebastian Wohlfahrt sein, ohne diese Geschichte aufzudecken. Eva nahm sie in den Arm, Sie trösteten sich gegenseitig an diesem Abend. Eva und Sabrina erzählten sich von den Erlebnissen, die sie mit Renate gehabt hatten. Schließlich sagte Eva „Sabrina – du bist eine echte Freundin. Ab heute ist Schluss mit diesem Dominaspielen. Ich helfe dir, dich vor diesen Typen zu verstecken. Ich fürchte aber, dass du ganz zu einer Frau werden musst. Wenn sie merken, dass sie den falschen Sebastian umgebracht haben, kommen sie zu mir. Aber wenn du wieder ein Mann sein willst, kann ich das gut verstehen. Ich hatte kein Recht, so über dich zu bestimmen.“ Sabrina dachte einen Moment lang nach. Sollte sie wieder zu Sebastian werden und zu Radler gehen, um alles aufzuklären? Radler würde ihr nie wieder etwas glauben. Nein, sie musste die Rolle zu Ende spielen, schon allein, um Eva herauszuhalten. „Wir müssen versuchen, die Tarnung so perfekt zu machen, wie es geht.“ Sabrina nahm Eva in den Arm. „Hör zu Eva, wir werden das zu zweit schaffen. Bis jetzt hat noch niemand mitbekommen, was passiert ist. Ich helfe dir. Ich bleibe deine Freundin – ich bleibe Sabrina.“ „Danke, Sabrina, du bist eine echte Freundin. Und ich werde dir helfen, eine ganze Frau zu werden.“

Dienstag (4. Woche 2. Tag)

Und wieder lag eine Zeitung vor Sabrina. Was sie aber jetzt las, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Es war das Hamburger Abendblatt. Raubüberfall auf Ehepaar in Altona. Sabrina sah ihre Wohnung, sie sah Ihr Haus, welches Brandmale aufwies. Das Abendblatt schrieb: Es ist von einem Racheakt auszugehen, denn die Leichen seien in Positionen gefunden worden, die auf Rache an Zeugen schließen lasse. Beide Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, und man habe ihnen die Zähne aus dem Mund gebrochen und den Kiefer mit Blumendraht gewickelt. Sebastian und Renate W. wurden in den frühen Morgenstunden überrascht. Die Polizei stellte ihre Identität mittels Identifikation durch ein Familienmitglied fest. Sabrina ging Duschen, machte sich fertig.
Eva schaute Sabrina an. „Heute habe ich wieder einen Termin mit den Ärzten gemacht. Sabrina, was wir jetzt tun, wird sich nicht umkehren lassen. Bist du bereit?“ „Ja, worauf warten wir. War Sabrinas Antwort. Wenn diese Typen uns kriegen, dann sind wir beide dran.“
Sie fuhren wortlos durch die Stadt und wieder hatte Eva Sabrina die Augen verbunden. Wieder gingen sie die Treppen hoch und wieder legte Sabrina ihre Kleidung ab. Sie schaute an sich hinunter, über die neuen Brüste, die jetzt schon zu ihr gehörten und hinunter auf das, was bald nicht mehr zu ihr gehören würde. Sie freute sich, diesen dämlichen Ring und die Hose los zu sein. Aber dieser Eingriff würde durch nichts mehr rückgängig zu machen sein. Andererseits war alles besser als das Gefängnis. Ein Leben in Freiheit als Frau, oder als Transe im Gefängnis. Eine andere Wahl hatte sie nicht – und sie wusste das schon lange. Weiter konnte Sabrina nicht nachdenken. Eva kam, verband ihr wieder die Augen und sie legte sich auf den Tisch. Die Injektion war das letzte, was sie spürte.
Als Sabrina erwachte, merkte sie, dass sie wie in einer Windel lag. Etwas steckte in ihr. Dort, wo sonst ihr bestes Stück war, fühlte sie etwas, sie merkte auch einen seltsamen Druck dort, wo etwas neues angelegt war. Langsam erwachte sie. Eva saß neben ihr. „Herzlich Willkommen Sabrina, du bist jetzt eine richtige Frau.“ Sabrina wusste nicht, was sie antworten sollte. Sie hatte den letzten Schritt gegangen und jetzt war es nicht wieder rückgängig zu machen. Sie würde ihr Leben lang eine Frau bleiben. Aber was war das in ihr? Eva erklärte ihr, dass dies „das Phantom“ sei. Es dient dazu, die neue Wunde zu dehnen und offen zu halten, damit auch später Sabrina als ganze Frau fühlen konnte. Jetzt brauche sie Ruhe – ein paar Tage müsse die Wunde verheilen.
Ich habe dir ein paar Bücher mitgebracht. Wenn du sie lesen möchtest – das Superweib, Moppel ich und noch ein paar mehr. Sabrina lag wieder in ihrem Bett. Sie lies die vergangenen Wochen an sich vorbeiziehen. Die Zeit, die sie in Windeln zugebracht hatte, die Geschichte mit Baldauf und dann sah sie sich in Gedanken vor dem Spiegel – als sie anfing, als Frau auszugehen und dann, als sie ihr neues Gesicht hatte und nun, wo alles an ihr eine Frau war. Sie schaute sich an – ihre Brüste, ihre Fingernägel, ihre Hände. Wieder wurde sie von ihren Gefühlen überwältigt und musste losheulen – sie wusste noch nicht einmal warum. Vielleicht war es der Stress, vielleicht war es die Erlaubnis, endlich weinen zu dürfen, weil sie jetzt eine Frau war. Als sie sich wieder beruhigt hatte, begann sie in den Büchern zu lesen, die Eva ihr mitgebracht hatte. Sie fragte sich, was sie für eine Frau werden würde – eine emanzipierte Frau, ein kleines graues Mäuschen, eine Tussi, ein Mannsweib? Mit diesen Gedanken verbrachte sie den Nachmittag.
Sabrina erholte sich in den kommenden Wochen. Langsam fingen die Workouts wieder an. Eva eröffnete ihr, dass die Pillen Östrogene waren. Sie hielten den Trieb in Grenzen, aber sie sorgten auch für eine weibliche Fettverteilung. Sabrinas Brüste wuchsen auch in der folgenden Zeit von B auf C. Sabrina schätzte es, denn mit dem Wachstum dunkelten auch ihre Brustwarzen ein und wurden empfindlicher. Hinzu kamen weibliche Kurven, die dafür sorgten, dass sie ihr Korsett nicht mehr tragen musste. Es war eine große Erleichterung, dieses Ding nicht mehr um zu haben.
Radler und Sabrina trafen sich immer wieder. Es schien, als habe er alles vergessen, was beim Ball passiert war. Zudem hatte er echtes Mitgefühl, dass Sabrina ihren Bruder verloren hatte. Sie fing an ihn zu mögen.

Epilog
Sabrina nahm das Fotoalbum aus dem Schrank. Sie betätigte die On Taste und es erschienen viele Ordner. Sabrina schaute sich noch einmal Evas Hochzeit an. Eva hatte Jens geheiratet und sie, Sabrina, war Trauzeugin gewesen. Wie schön sie damals aussah und nichts erinnerte an ihr früheres Leben. Sie spulte zu ihrer Gesellenprüfung – sie hatte als Beste des Jahrgangs abgeschlossen. Schade, dass es bei der Meisterprüfung so nicht geklappt hatte. Dann die Urlaube mit Radler in Ägypten, in Mecklenburg Vorpommern, in Israel und in den USA. Schließlich rief sie ihre Hochzeit auf. Jetzt hieß sie Sabrina Radler. Und sie hatten den kleinen Tilo adoptiert.
„Sabrina“ Radler rief aus dem Wohnzimmer. „Ja, Schatz“ Sabrina kam ins Wohnzimmer. Weißt Du Schatz, du könntest ruhig mal wieder etwas mehr auf dich achten. Seit wir Thilo haben, lässt du dich so hängen. Früher bist du immer in schönen Klamotten herumgelaufen – jetzt bist du nur noch im Trainingsanzug unterwegs. „Du weißt gar nicht, was du verlangst. Hast du mal versucht, den ganzen Tag auf Stilettos herumzulaufen? Und immer gestylt zu sein, halte ich auch nicht durch. Ich wette, dass du schon nach einer Woche zusammenbrechen würdest.“ „Würde ich nicht.“ antwortete ihr Ehemann „Ich wette um unseren nächsten Urlaub, dass du das nicht schaffst. Gibst du nach 2 Wochen auf, darf ich bestimmen, wo unser nächstes Ziel liegt.“ „Und wenn ich gewinne, darf ich das Urlaubsziel wählen und du bist den ganzen Tag gestylt wie früher.“ Sabrina wollte gerade „Top“ sagen, als ihr eine dunkle Erinnerung kam.

Ende

Melli

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 55 im Thema

Beitrag von Melli » So 2. Dez 2012, 11:22

Liebe Julia,
ich habe Deine Idee jetzt nicht eingebaut, weil die Geschichte damals, als du das geschrieben hast, schon fertig war. Ich schicke immer erst ein Kapitel raus, wenn ich das nächste Kapitel schon fertig habe. (Was draussen ist, kann man nicht mehr ändern) Aber nächstes Mal nehme ich gerne Anregungen auf und baue sie ein.

LG,

Melanie

Julia65
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Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 56 im Thema

Beitrag von Julia65 » So 2. Dez 2012, 15:51

Hallo Melli,
Der letzte Teil der Geschichte liest sich wie ein ordentliches Aufräumen. Alles ist geregelt, alles geklärt, alle sind glücklich. So wie man es mag. Gut, män hätte das Ganze villeicht noch etwas in die Länge ziehen können, vielleicht in 3 bis 4 Schüben.
Aber der Epilog ist genial. Die letzten Sätze habe ich quasi Inhaliert, auf diese Idee wäre ich nicht gekommen, aber sie ist einfach klasse.
Vielen Dank, dass du meine Idee nochmal erwähnst, mir scheint, sie hat dir durchaus gefallen.
Ob wir eine neue starten sollten? Soll ich mal anfangen? Hm, mal sehen.
LG
Julia
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Kerstin
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Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 57 im Thema

Beitrag von Kerstin » So 2. Dez 2012, 23:30

Was für ein Ende für diese Geschichte!
Herzlichen Dank (flo)

Liebe Grüße
Kerstin

Exuser-2014-02-18

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 58 im Thema

Beitrag von Exuser-2014-02-18 » Mi 5. Dez 2012, 16:49

Hallo Melanie,

Hast Du Suuuuuuper hingekriegt. Applaus Applaus.

Grausam und schön. Und der Epilog....prima

Manch einer könnte zwar sagen, warum mußten hier Unschuldige zu Opfern werden, (Renate und ihr Lover).
Aber ist es nicht im wirklichen Leben auch manchmal so ?

Insgesamt eine schöne Mischung aus Wirklichkeit und Phantasie.

Liebe Grüße Tina ))):s

PS bin schon gespannt auf Deine nächste Geschichte )..)c

Melli

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 59 im Thema

Beitrag von Melli » Mi 5. Dez 2012, 19:06

Naja, also Wirklichkeit war da nicht soviel dabei,

LG,
Melanie

Sofia281088

Re: Die Wette - eine Geschichte

Post 60 im Thema

Beitrag von Sofia281088 » Di 13. Jan 2015, 23:23

Ansich eine schöne Geschichte mit großen Logiklücken leider. Wieso heiratet Jens nicht Sabrina er wollte die ganze Zeit was von Ihr und hat Sabrina auch die Ballkarten geschenkt und Eva hat den Polizisten zum Ball eingeladen. Am Ende war es auf einmal ander rum. Zwischenzeitlich wurde seine Frau Regina und dann wieder Renate genannt.

Wären die Logiklücken nicht drinne hättest du eine sehr sehr schöne Geschichte geschrieben. Aber Glückwunsch bei der Menge. Zum Teil habe ich mir auch gewünscht eine Freundin wie Eva zu haben.

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