Wunder-BH (Sci-Fi)
Wunder-BH (Sci-Fi) - # 4

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Melli_
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 46 im Thema

Beitrag von Melli_ » Mo 24. Okt 2016, 12:46

Hallo Ihr alle. es war viel los in der letzten Zeit, doch jetzt komme ich wieder zum Schreiben.

LG,
Eure Melanie

Teil 9
Es ist ein Friseur. Nein, Bisher kann man Kleider ausziehen und Make Up abwischen – selbst wenn die Augenbrauen nicht so schnell nachwachsen – Haare sind ziemlich permanent. Nadja schaut mich an. „Nein Nadja, ich kann da nicht reingehen.“ Warum nicht? „Weil die Haare nicht mehr umzustylen sind, wenn der Schnitt erst mal drin ist.“ „Keine Sorge antwortet mir Nadja, wir machen etwas Androgynes.“ „Klar antworte ich ihr, ich gehe mit einem Kleid und Make Up in den Laden und die Friseurin macht mir einen androgynen Schnitt.“ „Natürlich, wenn wir sie darum bitten, macht sie das. Zudem sind deine Haare nicht besonders lang – etwas wirklich weibliches geht damit ohnehin nicht.“ Naja denke ich mir – da hat sie schon recht. Trotzdem so recht wohl ist mir dabei nicht. Wer weiß, wie ich am Schluss aussehe. Andererseits sagt eine Stimme in mir, dass ich ganau das sehen will. „Ich will mich selbst als Frau sehen. Ich liebe Friseure und gutes Aussehen.“ „Komm jetzt“ Nadjas Stimme reißt mich von den Stimmen fort. „Ich komme ja.“ Nadja erinnert mich noch: „Denk dran, deine Stimme ist noch immer sehr männlich. Wenn du redest, sprich leise und am besten hälst du ganz den Mund. Du willst doch nicht auffliegen, oder? Das wäre echt peinlich in einem Damensalon.“ Beim Wort Damensalon schießt mir wieder durch den Kopf „ich will in einen Damensalon, ich will den trendigsten Schnitt, ich will gut aussehen.“ Nadja öffnet mir die Tür und ich gehe in den Laden. Der Salon ist schön hell und sehr modern eingerichtet. Eine Treppe an der linken Seite führt hinauf. Uns begrüßt eine kleine blonde Frau mit einem Pagenschnitt. Sie ist sehr hübsch, obgleich sie nicht den GNTM Modelmaßen entspricht. „Hallo, ich bin Olga, was kann ich für euch tun.“ Sie hat eine nette, etwas hohe Stimme ohne Akzent. Dann sieht sie Nadja und lächelt. „Ah, Nadja, natürlich. Du hattest einen Termin für zwei gemacht.“ Nadja und Olga tauschen Wangenküsse aus. „Und du bist Mandy.“ Neiiin, nicht schon wieder dieser Name. Am Liebsten würde ich mit „Jo, Mandy Hoeusten von dr Linkspordei“ antworten. Statt dessen lächele ich gequält und nicke. Olga nimmt auch mich in den Arm – sie ist einen ganzen Kopf kleiner als ich. „Kommt mit.“ Olga bringt uns nach oben. Wir bekommen zwei Kaffees gereicht. Dann stellt mir Olga Felicitas vor. Sie ist jetzt im zweiten Lehrjahr. Felicitas lächelt schüchtern, was ich erwidere. Olga wird sich um Nadja kümmern. Nadja weiß, was sie will. Sie hat ein Bild dabei und es sieht aus, als habe Olga dieses Bild auch schon mehrfach an Nadja realisiert. Dennoch bleiben Nadja und ich erst mal zusammen sitzen, denn wir sollen ja auch zusammen die Haare geschnitten bekommen. Felicitas fragt mich: „Wie hätten Sie denn gern die Haare geschnitten?“ Au, falsche Frage. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, als wieder die Stimme in meinem Kopf auftaucht. „Blond, Scheitel, Ashlee Simpson“ schießt es mir durch den Kopf. Wer ist Ashlee Simpson? Egal, ich muss schnell antworten. Leise gebe ich ein „Vielleicht wie Ashlee Simpson...“ von mir. Felicitas nickt. Hmmmhmmm. „Ja, ich glaube, dass dir das gut stehen würde. Mit dem Scheitel hier...“ Felicitas kämmt meine Haare zu einem Scheitel. „Den müsstest du noch etwas wachsen lassen. Stimmt es eigentlich, dass ihr beide heute Abend auf einen Ball geht?“ In meinem Kopf entsteht ein großes Loch. Was Ball – so ein Quatsch! Davon war nie die Rede. Eine zweite Stimme sagt: „Keine Szene machen. Lächeln und nicken.“ Nadja hat die Unterhaltung gehört. Stimmt Felicitas eine sehr elegante Angelegenheit. Kannst Du uns etwas für den Abend machen? Felicitas lächelt - „Ja natürlich, so etwas mache ich am liebsten.“ Ich bekomme ein wenig Angst. „Du wirst sehen, Mandy, Du wirst super aussehen.“ Ich verkneife mir den Kommentar und frage mich immer noch, wer Ashlee Simpson ist. Während dessen geht Felicitas in einen Nebenraum, um alles vorzubereiten.

Theresa-Annalena
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 47 im Thema

Beitrag von Theresa-Annalena » Mo 24. Okt 2016, 13:26

Hi Melli,

klasse das Du die Geschichte weiterschreibst.
Ist wirklich spannend.

LG
Tessa.
Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.

Kim
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 48 im Thema

Beitrag von Kim » Mo 24. Okt 2016, 13:35

Supiiiii
Freu mich schon auf den nächsten teil.
Lg Kim

Melli_
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 49 im Thema

Beitrag von Melli_ » Mo 24. Okt 2016, 20:35

Ich freu mich, dass es Euch gefällt, da bin ich gleich motiviert, weiterzuschreiben...

Drachenwind
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 50 im Thema

Beitrag von Drachenwind » Di 25. Okt 2016, 15:38

Endlich geht es weiter, weiter so!

Melli_
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 51 im Thema

Beitrag von Melli_ » So 30. Okt 2016, 08:01

Hallo Mädels,
es geht weiter,
LG, Melanie


Teil 10
Nadja steht auf und schießt wieder ein Bild von mir. „Ich möchte gerne ein Vorher-Nachher Bild machen. Schließlich hat man so eine Verwandlung nicht jeden Tag vor sich.“ Ich tue das, was ich ohnehin schon die ganze Zeit mache: Lächeln. Das Handy nimmt mich 4,5,6, 7 mal auf. Nadja macht es einen irren Spaß. Irgendwie finde ich es jetzt auch schön, fotografiert zu werden. Dieses Kleid und das Makeup machen mich mehr zu dem, was ich sein möchte. Aber da ist noch eine weitere Stimme in meinem Kopf. „Das ist falsch! Du bist doch ein Mann, Jack, du musst dich wehren. Lass das nicht mit dir machen. Schau mal, wie du dasitzt...“ Andererseits macht es mir Spass, ein wenig zu posieren, die Beine übereinanderzuschlagen oder mit der Kamera und Nadja zu flirten. Dann kommen Olga und Felicitas wieder. Felicitas hat einen Wagen dabei. Auf dem Wagen sind die Scheren und einige Chemikalien. Olga schaut Felizitas an - „Hmmm – wie Ashlee Simpson wird das wahrscheinlich nicht. Deine Haare am Vorderkopf sind zu kurz. Was hälst du von einem Pony?“ Nadja schaltet sich ein. „Klar, Pony geht auch.“ Sie zieht ihr Handy und zeigt den anderen ein Video von Mahnaz. „GNTM vorher nachher - Schaut mal, ist das nicht toll?“ Olga und Felicitas sind sofort dabei. Das geht. Dafür sind ihre Haare auch lang genug. Ich bereue es, dass ich das letzte Jahr kaum beim Friseur war. „Nadja, du bist doch einverstanden, wenn es eine Überraschung gibt, oder?“ „natürlich.“ Sage ich und lächele. Warum sage ich natürlich? Was machen die mit mir und warum lasse ich mir das alles so einfach gefallen? Felicitas führt mich zum Waschbecken, um meine Haare zu waschen. Das Wasser ist schön warm und unter ihren massierenden Händen entspanne ich mich. Es ist schön hier zu sein. Alles, was ich trage und die Art, wie man mich hier behandelt passt zusammen. Ich genieße das Gefühl meiner Wäsche auf der Haut zusammen mit den Händen von Felicitas. Als sie fertig ist, werde ich zum Spiegel geführt und bekomme meinen Schnitt. Wenigstens das kann ich sehen. Die Seiten bleiben lang, während am Hinterkopf ziemlich viele Haare fallen. Sie rührt eine weiße Paste an, in die sie genau einwiegt, wieviele andere Pasten hineinkommen. Dann beginnt sie damit, meine Haare Partie für Partie abzuteilen und mit der Paste von der Kopfhaut an einzustreichen. Olga schaut ihr dabei über die Schulter. „Bist du das erste Mal blond?“ Blond – nein, ich will nicht blond sein. Ich nicke. „Wir haben ein sehr schönes Lichtblond gemischt – schön hell. Du wirst es mögen.“ Verdammt, ich komme hier nicht mehr weg. Mir bleibt nur zuzusehen, wie eine Strähne meines Haares nach der anderen mit dem Zeug eingestrichen wird. Danach komme ich unter die Haube – bzw unter so eine Dreierkralle, die ebenfalls meinen Kopf mit Wärme versorgt. Ich lasse mir eine Frauenzeitschrift geben und blättere darin herum. Während dessen bekommt Nadja die Haare gewaschen und geschnitten. Olga schneidet eine gute halbe Stunde an Nadja herum, damit sie danach so aussieht, wie vorher. Auf den Boden liegen nur ein paar kleine Schnippel. Anders bei mir, da hat Felicitas schon ziemlich viel weggefegt. Nachdem die Farbe aus meinen Haaren gewaschen ist, kommen erneut Schere und Kamm und zum Einsatz. Am Schluss wird das Ganze mit dem Glätteisen in Form gebracht und dann erkenne ich, was das für eine androgyne Frisur ist. Ich habe ein Pony, was ein bisschen als Scheitel fällt. Ich bin weißblond (nein, lichtblond mit honigblond – großer Unterschied!!) und habe einen Pagenschnitt (nein, einen supermodernen kurzen Bob!), so dass mein Kopf auf meinen Schultern aussieht wie ein großer Ball. Gefühlt habe ich jetzt doppelt soviel Kopf wie vorher. Wenn ich nicht wüsste, dass ich männlich bin, jetzt hätte ich es nicht mehr geglaubt. Ich sehe aus, wie eine hübsche junge Frau. Nadja macht wieder ein paar Fotos. Als ich aufstehe, ist wieder ein großer Teil Weiblichkeit zum Bild hinzugekommen. Ich habe keine Ahnung, wie ich so eine Frisur zu Hause hinbekommen kann. Wir wenden uns zum gehen und lassen noch einmal viel Geld am Ausgang. Als wir den Friseur hinter uns lassen, stelle ich fest, dass mich die Männer ein wenig länger ansehen, als vorher. Verdammt, diese Frisur ist nicht nur weiblicher, sie ist auch viel auffälliger als die andere. Nadja und ich schlendern weiter, bis eine neue Schaufensterscheibe sie magisch anzieht. Schmuck. Au Wei, denke ich, jetzt wird es richtig teuer...

micaela
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 52 im Thema

Beitrag von micaela » Sa 25. Nov 2017, 18:21

Hi Mellli,

ich hab eben mal wieder in den "alten" Geschichten gestöbert.

Schade das Deine dort gelandet ist ...

GLG micaela

stefanw79
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 53 im Thema

Beitrag von stefanw79 » Sa 3. Mär 2018, 12:28

micaela hat geschrieben:
Sa 25. Nov 2017, 18:21
Hi Mellli,

ich hab eben mal wieder in den "alten" Geschichten gestöbert.

Schade das Deine dort gelandet ist ...

GLG micaela
Ja Melanie,
hoffe du schreibst die Geschichte vielleicht weiter ;-)

Drachenwind
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 54 im Thema

Beitrag von Drachenwind » Sa 3. Mär 2018, 21:13

Ich glaube, es warten viel mehr Fans dieser Geschichte
auf eine Fortsetzung.

Ich auch!

Susannehk
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 55 im Thema

Beitrag von Susannehk » Mo 5. Mär 2018, 09:56

Drachenwind hat geschrieben:
Sa 3. Mär 2018, 21:13
Ich glaube, es warten viel mehr Fans dieser Geschichte
auf eine Fortsetzung.

Ich auch!
Ich auch, wäre schön wenn Du die Geschichte fortsetzt. ))):s

Liebe Grüße Susanne

ExuserIn-2018-07-10

Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 56 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-10 » Mo 5. Mär 2018, 14:08

Drachenwind hat geschrieben:
Sa 3. Mär 2018, 21:13
Ich glaube, es warten viel mehr Fans dieser Geschichte
auf eine Fortsetzung.

Ich auch!
Hallo
Auch ich warte auf Fortsetzung dieser wunderbare Geschichte!
Bitte weiter schreiben

Grüsse José

Melli_
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 57 im Thema

Beitrag von Melli_ » Sa 24. Mär 2018, 23:20

O.K.
Ich mache weiter.

Liebe Grüße, Eure Melli

Melli_
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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 58 im Thema

Beitrag von Melli_ » Sa 31. Mär 2018, 19:45

Hallo Ihr alle,
nach 17 Monaten kommt nun ein weiterer Teil.

Liebe Grüße,
Melanie
Zuletzt geändert von Melli_ am Sa 31. Mär 2018, 19:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 59 im Thema

Beitrag von Melli_ » Sa 31. Mär 2018, 19:51

Oh - trotz Korrekturlesen ein Fehler - also nochmal

Melanie

Teil 11 Schmuck
Wir treten ein. Die Bedienung, eine recht große etwa 40 Jahre alte Frau begrüßt uns. Sie trägt einen dunklen Bürorock und eine weiße Bluse.
„Hallo, was kann ich für euch tun?“
fragt sie uns mit einem gewinnenden Lächeln.
„Och, wir hätten gerne ein paar Ketten gesehen.
„Und Ohrringe“ fügt Nadja hinzu.
„Oh, ja, natürlich. Wir haben da auch passende Stücke – oder mögt ihr lieber einzeln kaufen?“
„Wir schauen erst einmal.“ sage ich.
Nadja schaut mich abschätzig an. Was ihr wohl an mir nicht gefällt?
Die Bedienung kommt mit einem Tablett voller Ohrringe. „Hier hätte ich eine erste Kollektion. Ich heiße Manuela.“
„Ich bin Nadja.“ Stellt sich Nadja vor. Manuela schaut mich an. Mit dieser Frisur und dieser Schminke im Gesicht kann ich kaum sagen: „Hallo, ich bin Jack.“
Auf der anderen Seite bin ich mit der Stimme total unsicher. Manuela schaut mich fragend an – so als ob ich meinen Namen vergessen habe. Die einzige Rettung ist Mandy. Ich hasse Mandy.
„Ich bin Mandy.“ flüstere ich mehr als dass ich sage.
Nadja und Manuela lächeln sich zu.
Ja, jetzt ist es raus, denke ich.
Mein Blick fällt auf die Sammlung. Als erstes fallen mir zwei etwa 4 cm durchmessende Goldringe auf, in deren Mitte ein Herz baumelt. Passend dazu die Kette mit denselben Herzen.
Manuela ist meinem Blick gefolgt. „Oh ja, die sind sehr schön, und man kann sie sowohl an der Arbeit, als auch abends tragen. Magst du sie einmal anlegen?“
„Ich – ähm.“
Manuela nimmt die Ohrringe aus der Schatulle und reicht sie mir.
„Ich glaube, dass die dir gut stehen. Halt mal an.“ Meint Nadja.
Ich nehme einen Ohrring und halte ihn an mein rechtes Ohr. Dann betrachte ich mich im Spiegel. Bei den kurzen Haaren fallen die doppelt auf – aber sie passen zum blond.
„Ähm...“ Ich schüttele mit dem Kopf.
Nadja schaut mich an – „oh natürlich. Du hast ja gar keine Ohrlöcher.“
Der Begriff Ohrlöcher jagt einen kalten Schauer meinen Rücken herunter. „Nein...“ druckse ich und ziehe meinen Kopf ein.
„Das ist gar nicht schlimm. Komm, heute machen wir das.“ sagt Nadja und lächelt.
„Tut auch nicht weh.“ fügt Manuela hinzu.
„Nein, ich möchte keine Ohrlöcher.“
„Wie wäre es mit Clipanhängern. Die haben wir auch da, aber da kann man nicht so große Ohrringe tragen.“ Manuela baut mir eine Brücke. Erleichtert schaue ich sie an. „Schöner sind natürlich die für Ohrlöcher, aber vielleicht kommt das noch.“
Ich nicke.
Manuela und Nadja, sind etwas enttäuscht, aber scheinbar geben sie sich geschlagen.
Ich hätte hier ein paar schöne Clip ons. Sie nimmt das Tablett wieder mit und geht in den hinteren Raum.
Ich schaue Nadja erwartungsvoll und erleichtert an. Glück gehabt.
Kurze Zeit später ist Manuela wieder mit einem Tablett da. Diese Ohrringe haben anstelle eines Steckers eine Schraubzwinge. Auch hier gibt es kleine Hänger. Manuela erklärt „Weil die nicht so viel Gewicht aushalten, sind die Ohrringe auch etwas kleiner. Leider gehen sie oft verloren.“
Nadja meint – „komm probier doch mal die Blauen an, Mandy.“
Ich nehme die Blauen und halte sie an mein Ohr. Das Mandy habe ich überhört.
Steht mir eigentlich.
Dann nehme ich ein paar Kleinere die ganz einfach gearbeitet sind. Einfach wie ein doppelter, dicker, glänzender Draht, den man über das Ohr schiebt. Die halten gut, wenn man sie ansteckt, üben aber immer einen gewissen Druck auf das Ohr aus. Trotzdem ist die Auswahl ziemlich eingeschränkt und sie sehen auch nicht wirklich modern aus – eher so Oma Schmuck.
So gibt es zwei goldene Muscheln, die man sich anklippen kann. Nee, da sehe ich total doof aus.
„Die mit dem Schraubverschluss kann man auch in anderen Farben haben – wir haben noch rot und grün da.“ meint Manuela.
Als ich wieder einen Ohrring an mein Ohr halte, schießt Nadja wieder ein Bild.
Da sie schon genug hat, denke ich mir, mache ich sie ein wenig netter. Ich lächele in die Kamera. Und Nadja lächelt zurück.
Schließlich probiere ich noch ein paar Ketten an. „Du könntest die neuen Ohrringe auch gleich anlegen.“ „Und die Kette auch.“
„Na klar.“ Irgendwie macht es mir Spaß einzukaufen. Es ist lange nicht so peinlich, wie ich es mir vorgestellt hatte. Bisher scheinen mich alle als Frau zu akzeptieren – oder sie lassen sich wenigstens nichts anmerken.
Ich öffne die Schraube und stecke den Ohrring an. Dann drehe ich die Schraube zu, so dass ich jetzt ständig einen Druck auf den Ohrläppchen habe. Es ist, als hätte ich eine Wäscheklammer am Ohr. Ich lächele und lasse mir nichts anmerken, denn die Alternative ist mir nur zu bewusst.
Dann ziehe ich die Kette um. Sie passt schön zum Kleid, denn die Stelle am Hals sieht ganz ohne Schmuck ziemlich kahl aus. Ich mag diese Kette. Allein das Blau passt nicht ganz zum Kleid – da brauche ich eine andere Garderobe. Schließlich verlasse ich den Juwelier mit ein Paar roten und einem Paar blauen Ohrringen zum Schrauben und einer passenden Kette mit einem blauen und roten Stein – jeweils in Tränenform. Vor der Tür hakt mich Nadja unter.
„So meine Süße, jetzt beginnt ein neues Leben. Du hast noch eine Menge vor Dir.“ deutet Nadja an.
Mir schwant nichts gutes. In der Tiefgarage will ich ins Auto einsteigen, doch mit meinem Sommerkleid funktioniert das nicht so richtig. „Setz dich erst rein und dann nimmst du die Beine zusammen hinein.“
Ich will gerade ins Auto steigen, als sich keine 10 Meter von mir entfernt eine Autotür öffnet und der stellvertretende Chef meiner Firma aussteigt.

ExuserIn-2018-07-10

Re: Wunder-BH (Sci-Fi)

Post 60 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-10 » So 1. Apr 2018, 08:32

Hallo Melli.
Nach 17 Monaten ist die Geschichte so spannend wie zuvor.
Du kannst schreiben und wie! (ap) (ap)
Bitte weitergehen.

Liebe Grüsse
José

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