Kerstins literarische Ecke

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Kerstin1958
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 76 im Thema

Beitrag von Kerstin1958 »

Liebe Mitmenschen,

heute müsst ihr meinen Text bestimmt zweimal lesen!?



transfraus gestern & heute

gestern einfach nur:

traurig zwar
& aber auch stolz

traurig zwar
& aber auch glücklich

traurig zwar
& aber auch ich

doch heute einfach nur:

stolz & glücklich & ich


(c) by Kerstin5858


Aber vielelicht lohnt es sich ja, das Lesen?

Liebe Grüße
Kerstin
Juliane
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 77 im Thema

Beitrag von Juliane »

Liebe Kerstin.

Es lohnt sich immer deine Texte zu lesen. Manchmal auch zweimal, oder öfter.

Denn gelegentlich erschließt sich einem der Sinn erst dann! Erst, wenn man einfach noch einmal mit
anderen Pausen zwischen den Zeilen und Worten liest. Oder sich deine Texte selbst einmal laut vorliest.

Ich jedenfalls möchte nicht darauf verzichten. Schon deshalb nicht, weil da so viel Wissen und Erfahrung
dahinter stecken. Wissen um unser gemeinsames und doch so unterschiedliches -Anderssein-

Liebe Grüße, Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
Magdalena
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 78 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Kerstin,

Deine Texte regen immer zum Nachdenken an.
Stolz und Glücklich kannst Du sein, weil Du
die Fessel gelöst hast, welche Dich traurig gemacht hat.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Kerstin1958
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 79 im Thema

Beitrag von Kerstin1958 »

Liebe Mitmenschen,

hier kommen nun schon wieder neue Gedanken von mir.
Eine Rückschau, nicht euphorisch, eher etwas nachdenklich.


viel zu lange

viel zu lange
durfte ich nicht
sollte ich nicht

konnte ich nicht
nein,
ich konnte wohl nicht

mich wehren gegen
die normen
die erwartungen
die ängste
die hilflosigkeit
die sie gegen mich verwendeten

viel zu lange
konnte ich nicht
nein,
ich konnte es wohl nicht

mich wehren gegen
die, die mir ihre unterstützung
& auch ihre liebe
verweigerten


© by Kerstin5858


Und wie schon mehrfach betont, nicht alles, aber vieles ist gut geworden für mich.
Und warum soll das nicht auch für die eine oder andere von euch gelten?

Die Daumen drückt...
Kerstin
Juliane
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 80 im Thema

Beitrag von Juliane »

Liebe Kerstin.

Wieder einmal Gedanken, die ich zum Großteil gut nachvollziehen kann. Auch wenn mein Weg, zu dem was ich heute bin,
ein anderer war und ist.

Und Du schreibst auch, dass nicht alles gut ist!

Doch laß es mich einmal so versuchen zu erklären:

Was noch nicht gut ist, ist noch nicht fertig :D .


Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Juliane
Die mich kennen mögen mich. Die mich nicht mögen können mich. Frei nach Konrad Adenauer
Magdalena
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 81 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Kerstin,

manchmal denke ich, Du kennst mein Leben.
Und doch weißt Du wenig über mich.
Und doch finde ich mich in Deinen Texten wieder.

Juliane schrieb, "Was noch nicht gut ist, ist noch nicht fertig." Da frage ich mich, ob es je geschehen wird, fertig zu sein. Wohl kann es sein, zufrieden mit dem Erreichten zu sein. Wissend, es gibt noch Verbesserungen.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
Kerstin1958
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 82 im Thema

Beitrag von Kerstin1958 »

Liebe Mitmenschen,

an jedem einzelnen Tag der vergangenen Woche wollte ich euch einen Text spendieren, doch irgendwie kam immer wieder etwas dazwischen.
Nun ja, wie bei einem Würfelspiel habe ich da wohl einmal ausgesetzt!
Aber nun kommt doch ein neuer ('alter') Text für euch daher:


ich habe es nicht gewusst

ich habe einfach nicht gewusst
dass sie nicht nein sagen könnten

ich habe einfach nicht gewusst
dass ich ja sagen dürfte

zu mir & meinem ich

- bis gestern -
denn da habe ich einfach ja gesagt zu mir
einmal endlich ja zu mir gesagt

- bis gestern -
habe ich es einfach nicht gewusst

doch jetzt
ja, jetzt
weiß ich es nur zu genau
dass ich ja sagen durfte


© by Kerstin5858


Ein schönes Wochenende wünscht
Kerstin
Juliane
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 83 im Thema

Beitrag von Juliane »

Liebe Kerstin.

Wir dürfen nicht nur ja sagen zu dem, was da in uns schlummert, drängt, bohrt oder pocht. Nein, wir müssen ja sagen,
ohne zu "Ja-sagern" zu werden. Denn wenn wir das, was in uns ist, nicht herauslassen können und dürfen, dann, dass ist auch
meine Erfahrung, dann werden wir krank.

Krank in der Seele und krank im Körper. Denn beständiges verstecken, vertuschen, verdrängen macht auch körperlich krank.
Meine Hausärzte und ich, wundern uns heute, nach über 22 Jahren, noch immer darüber, wie schnell und umfassend die diversen
Medikamente abgesetzt, oder zumindest in der Dosierung verringert werden konnten, nachdem der Deckel vom überkochenden
Topf genommen worden war.

Ich wünsche mir, dass das auch viele andere erleben dürfen, und der Welt zeigen können, hier sind wir, und wir sind so wie wir sind.
Und egal, ob Gott, Mutter Natur, Budda, oder Mohamed, oder wer auch immer dafür verantwortlich sein soll, nehmt es als gegeben
hin. Akzeptiert euch so wie ihr seid.

Puh, jetzt ist es doch tatsächlich schon wieder fast einmal das Wort zum Sonntag geworden :o .

Liebe Grüße, Juliane
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 84 im Thema

Beitrag von Kerstin1958 »

Liebe Mitmenschen,

oft, sehr oft ist mein Blick in die Zukunft gerichtet.
Doch gelegentlich, das ist hier wohl schon deutlich geworden, schaue ich auch einmal zurück...


eine trans*frau und ein kleiner junge

nicht einmal
die augen muss ich schließen
nicht einmal
betrinken muss ich mich

um
diesen kleinen jungen wieder zu treffen
um
ihn in in seiner heimlichen welt zu beobachten
seine not zu spüren
seine verzweiflung zu wissen

all' die
sehnsucht
angst
panik
hilflosigkeit
in seinen gedanken

nicht einmal die augen muss ich schließen
nicht einmal betrinken muss ich mich
um
mich wieder an diesen kleinen jungen von damals zu erinnern
wieder dieser kleine junge von damals zu sein


© by Kerstin5858


In diesem Sinne, bleiben wir hoffnungsvoll und mutig!

Kerstin


PS: Liebe Juliane, vielen Dank für dein 'Wort zum Sonntag'!!!
Ich weiß deine Gedanken zu schätzen.
Juliane
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 85 im Thema

Beitrag von Juliane »

Liebe Kerstin.

Oooh, wie gut kann ich, können wohl soviele hier, deine Worte nachvollziehen.

Diese Sehnsucht, die Sachen selber einmal anzuziehen. Diese Kleidung, die doch eigentlich den Mädchen und Frauen vorbehalten war.

Diese Angst erwischt zu werden und sich auszumalen, was dann passieren könnte.

Diese Panik, wenn dieser Fall eingetreten ist und man (Kind) einfach nicht weiß, was jetzt passiert.

Diese Hilflosigkeit wenn Mutter dann droht, ....... damit droht alles Vater zu erzählen, ...... und ins Heim gesteckt zu werden.

Diese Verzweiflung, die Schläge, die Drohungen, ........... sie lassen einen hilflos zurück.

Und dabei wollte man doch nur einmal, für ganz kurze Zeit spüren, wieder einmal spüren, wie es sich anfühlt, die richtige Kleidung zu tragen.

Endlich wieder einmal ein Kleid anzuziehen, spitzenverzierte Wäsche, seidige Strümpfe, hochhackige Schuhe und Mutters Lippenstift zu schmecken.

Einiges ist damals in den 60er Jahren, innen drin, an der Seele, kaputt gegangen, kaputt gemacht worden.
Um so froher bin ich jetzt, dass ich nun, seit über 20 Jahren, mithin inzwischen ein gutes Drittel meines Lebens, mich nicht mehr verstecken muss.
Dass ich im Rückblick mein absolut bestes Stück meines Lebens, jetzt so lebe wie ich möchte.
Dass ich diesen Gefühlen Raum geben kann. Dass Juliane leben kann und so viele um mich herum, mich so akzeptieren oder tolerieren.

Ich Glückspilz ich :D
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 86 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Liebe Kerstin,

wieder einmal hast Du dass ausgedrückt, womit sich viele von uns ihren Zwiespalt durchlebt haben. Nicht tun zu dürfen, wonach sie sich sehnten. Eingeschüchtert, in sich gekehrt, verschlossen.

Da der Tag der Befreiung, Outing, Freude verlieren und neue Freunde und Freundinnen gewinnen. Die Achterbahn der Gefühle durchleben.

Irgendwann angekommen, doch der kleine Junge von damals ist tief in uns drin. Und ich finde, es nist gut so. Zeigt uns doch der kleine Junge, die Frau von heute wäre ohne den kleinen Jungen nicht.

Viele liebe Grüße von Magdalena
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Re: Kerstins literarische Ecke

Post 87 im Thema

Beitrag von Kerstin1958 »

Liebe Juliane, liebe Magdalena,

habt vielen Dank für eure Anmerkungen!
Was wären meine bescheidenen Worte und Zeilen, wenn ihr sie nicht mit euren Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen und Leben zum Leben erwecken würdet!
Vielen lieben Dank für eure Begleitung!
Kerstin
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