Ein Autist ist keine Frau
Ein Autist ist keine Frau - # 3

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Helga
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 31 im Thema

Beitrag von Helga »

doppeldoppelx hat geschrieben: So 13. Sep 2020, 20:32 Frage ist, wie man das den Leuten so rüberbringt, dass man dafür keinen ganzen Fachartikel schreiben muss. Darin war ich noch nie gut.
Hallo doppeldoppelx,
die Frage ist, warum meinst du, dass du den Leuten das rüberbringen musst? Warum musst du den Leuten permanent erklären weshalb du so bist, wie du bist, und suchst dafür krampfhaft nach wissenschaftlichen Erklärungen?
Ich komme auf meinen Post weiter vorne zurück: Ich habe mich jahrzehntelang vor mir selbst wegen meiner vermeintlich perversen Neigungen zu Frauenkleidern geschämt. Ich habe krampfhaft nach einer Erklärung dafür gesucht, warum ich anders bin als die Masse. Letztlich aber nicht um anderen gegenüber eine Entschuldigung dafür zu haben, dass ich eine "Transe" bin, sondern nur weil ich dadurch ein riesen Problem mit mir selbst hatte. Ich war nicht in der Lage mich selbst zu akzeptieren und habe nach der Begründung gesucht, die mir die Erleichterung geben sollte: "Deshalb kann ich nicht anders". Ob eine solche Begründung tatsächlich die erhoffte Erleichterung gebracht hätte, erscheint fraglich. Wahrscheinlich hätte eine entsprechende Wissenschaftliche Aufarbeitung noch mehr Fragen aufgeworfen und Unschärfen generiert. Für andere Menschen habe ich übrigens nie eine Erklärung gebraucht: Die Leute, für die mein Crossdressing ok ist, brauchen keine Erklärung. Die Leute, für die es nicht ok ist, wollen keine Erklärung.
Ich habe gelernt mich selbst zu akzeptieren und zu mögen wie ich bin. Ich habe gesehen, dass ich eine Menge positive Eigenschaften und Fähigkeiten habe, die dem ordinären cis- Mann völlig fehlen. Ich bin anders als die Masse- aber im positiven Sinn. Ich muss mich weder vor mir selbst noch vor anderen dafür entschuldigen.
Kannst du dich selbst so akzeptieren wie du bist? Oder suchst du auch nur nach einer Entschuldigung die niemand hören will ausser dir selbst? Dies ist aus meiner Sicht die wichtigste Baustelle.
Verliere dich bitte nicht in wissenschaftlichen Abhandlungen- du bekommst kein Testat auf deine Posts.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Momo58
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 32 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Liebe Helga,

das hast du soo schön geschrieben; ich danke dir dafür.

GLG Manuela
Die Vergangenheit ist meine Wurzel, der Stängel ist die Gegenwart, die Zukunft ist die Blüte
doppeldoppelx
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 33 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

Bevor wir zu den Antworten kommen, kurz, ich habe noch etwas ganz interessantes gefunden:
Männer und Frauen unterscheiden sich in
einigen kognitiven Leistungen. Diese werden durch u. a. durch
Sexualhormone moduliert. Dadurch verändern sich die
Denkprozesse bei transexuellen Menschen im Verlaufe der
hormonellen Intervention.

Frauen sind während des Monatszyklusses ebenfalls einem
Auf und Ab einiger Sexualhormonen ausgesetzt. Könnten sich
dadurch kognitive Prozesse und ein Teil der Hirnorganisation
verändert werden?
https://nwg-info.de/sites/nwg-info.de/f ... rueger.pdf, 2009, Folie 56, 14.9.20

Diese Folien geben weitestgehend wieder, woran ich forsche. Ich fand das sehr gut wissenschaftlich beschrieben.
Für Freunde der bildgebenden Verfahren gibt es dieses Video:

https://www.youtube.com/watch?v=s4EpoS5qjiA

Es handelt von den verschiedenen Veränderungen im Gehirn durch die Einwirkung der Sexualhormone.

Helga:
die Frage ist, warum meinst du, dass du den Leuten das rüberbringen musst? Warum musst du den Leuten permanent erklären weshalb du so bist, wie du bist, und suchst dafür krampfhaft nach wissenschaftlichen Erklärungen?
Weil mich die Menschen so nicht wollen wie ich bin und ich wegen meiner abgeschlossenen Hirnentwicklung zum Teil aber nichts dafür kann.
Hätten die Leute kein Problem mit mir, dann gebe es die Diagnose gar nicht.

Das Hauptproblem sind Mythen, die durch stark betroffene männliche Personen entstanden sind und auf mich als Frau wegen genau diesen Ursachen nicht zutreffen können.

Crossdressing ist nach der heutigen Kenntnis keine Diagnose mehr, da sie nach dem heutigen Stand keinen krankheitswert mehr hat.
Eine Person ist krank, wenn sie sich in ihren körperlichen, seelischen oder psychischen Zustand unwohl fühlt. Mit seelisch ist das Wohlbefinden allgemein gemeint.
Eine irreführende Beschreibung, nach der alle am Montagmorgen krank sind.
Verliere dich bitte nicht in wissenschaftlichen Abhandlungen- du bekommst kein Testat auf deine Posts.
Ich brauche kein Testat. Ich habe bereits ein Testat, dass ich die Diagnose habe. Darauf wird nie etwas gegen die Mythen stehen.
Es geht um solche Vorfälle, wo angezweifelt wird und wurde, ob ich wegen meiner Diagnose mit Kindern in Kontakt kommen dürfte.

Stell dir mal vor:"Die Helga lassen wir nicht auf die Kinderstation. Die ist ja gar keine richtige Frau und das würde die Kinder nur verstören. Die oder der, was auch immer, weiß doch gar nicht mit Kindern umzugehen. Also wenn es da zu einem Kind käme, ja dann..."

Ja, dann... was dann? Abtreiben und gleich mit sterilisieren oder besser vorher zwangssterilisieren?

Was tun gegen solche Argumente? (Nein, solche Leute erschießen ist leider verboten.)

Verena:
Tatsache ist, man muss sich auf Jeden individuel einstellen.
Aber auch einen strengen Ablaufplan einhalten.
Da auf kleine Zeitabweichungen oder Ablaufabweichungen durchaus heftige Reaktionen folgen konnten.
Was die Chromosomen betrifft ist das wohl eine der individuellen Begebenheiten?
Natürlich muss man das. Autismus ist die Behinderung, so wie jemand einen gelähmten Arm hat. Es ist ja auch nicht jeder Gelähmte gleich.
Jeder hat immernoch seinen eigenen Charakter.

Es gibt Autisten, die schnell ausrasten und damit die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Leute wie ich, die man dann wegen genau solchen Leuten auch in Wohngruppen vermittelt, damit ihnen "geholfen" wird, fühlen sich dann gar nicht gut, weil es auch Autisten gibt, die sich wegen der Angst sich falsch zu verhalten eher zurückziehen. Das hat zur Folge, dass sie sich in Wohngruppen nicht durchsetzen können. Es entsteht ein Ungleichgewicht, so kommt es zu Zank und am Ende endet es so wie bei mir in einem Desaster.

Die meisten verbinden Autismus indes mit einer geistigen Behinderung. Ja, die meisten Autisten sind geistig behindert. Zumindest war das vor dem Autismus-Spektrum-Störungsmuster so gewesen, weil man damals wild mit Diagnosen um sich geworfen hatte.
Im ewig angekündigten ICD 11 gibt es diese Diagnosen nicht mehr. Dort unterteilt man dann z.B. in sprachfähig, geistig behindert; kann nicht sprechen, nicht geistig behindert usw. Das bringt dann zwar wieder andere behördliche Probleme mit sich, aber das wird nicht mehr mein Problem sein. Ich habe meinen Ausweis auf lebenszeit, sprich bis ich ins Gras beiße.


Mir kommt es darauf an, dass ich als Frau physiologisch auch im Gehirn anders aufgebaut bin, daher auch andere Symptome habe, trotzdem bei den Ärzten ernst genommen werden möchte und bei Nichtärzten nicht über einen Kamm gescherrt werden möchte.

In erster Linie geht es also darum, die Diagnose irgendwie biologisch zu erklären und auch zu erklären, warum sie nicht wie typisch bei Männern ausfällt.
doppeldoppelx
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 34 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

https://www.biozentrum.uni-wuerzburg.de ... r-medizin/

Korrespondenz mit der Uni Würzburg aufgenommen.

Evtl. fahre ich doch noch früher runter.
doppeldoppelx
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 35 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

Der Vortrag findet am 23.9. online statt.

Ich erhalte Zugang zum Server der Uni Würzburg und darf der Lesung beiwohnen.


Zusätzlich findet bald Korrespondenz mit der Referrentin statt.

Jetzt nur nicht aufgeben. ))):s


Update: So eben noch erfahren. Am 24.9. ist die Korrespondenz mit dem Verband für Trans- und Intersexuelle.

Dann wollen wir die Gesetzeslage mal genau prüfen.
Anne-Mette
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 36 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

doppeldoppelx hat geschrieben: Di 15. Sep 2020, 17:33 Dann wollen wir die Gesetzeslage mal genau prüfen.
Was heißt das genau?

Gruß
Anne-Mette
gagalady
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 37 im Thema

Beitrag von gagalady »

]
doppeldoppelx hat geschrieben: ...
Es geht um solche Vorfälle, wo angezweifelt wird und wurde, ob ich wegen meiner Diagnose mit Kindern in Kontakt kommen dürfte.

Stell dir mal vor:"Die Helga lassen wir nicht auf die Kinderstation. Die ist ja gar keine richtige Frau und das würde die Kinder nur verstören. Die oder der, was auch immer, weiß doch gar nicht mit Kindern umzugehen. Also wenn es da zu einem Kind käme, ja dann..."

Ja, dann... was dann? Abtreiben und gleich mit sterilisieren oder besser vorher zwangssterilisieren?

Was tun gegen solche Argumente? (Nein, solche Leute erschießen ist leider verboten.)

...

Es gibt Autisten, die schnell ausrasten und damit die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Leute wie ich, die man dann wegen genau solchen Leuten auch in Wohngruppen vermittelt, damit ihnen "geholfen" wird, fühlen sich dann gar nicht gut, weil es auch Autisten gibt, die sich wegen der Angst sich falsch zu verhalten eher zurückziehen. Das hat zur Folge, dass sie sich in Wohngruppen nicht durchsetzen können. Es entsteht ein Ungleichgewicht, so kommt es zu Zank und am Ende endet es so wie bei mir in einem Desaster.
Danke für diese Zeilen, immerhin verstehe ich jetzt ein klein wenig besser, wo das Problem möglicherweise liegt, aber es bleibt die Frage, was genau die eigentliche Ursache für Deine Diagnose ist (ich meine das jetzt nicht im medizinischen Sinn).
VG GL
ohne Worte
doppeldoppelx
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 38 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

Anne-Mette hat geschrieben: Di 15. Sep 2020, 17:46
doppeldoppelx hat geschrieben: Di 15. Sep 2020, 17:33 Dann wollen wir die Gesetzeslage mal genau prüfen.
Was heißt das genau?

Gruß
Anne-Mette
Darüber, worüber ich genau die ganze Zeit schreibe.

Wenn Autismus ein männliches Gehirn bedeutet, dann liegt eine organische Ursache vor, die bei Frauen das dritte Geschlecht begründet.

Ich erinnere nochmal daran, dass ich die Gesetzeslage nicht mache, sondern nur auslege, was leider häufig falsch von Laien interpretiert wird.
gagalady hat geschrieben: Di 15. Sep 2020, 18:58 Danke für diese Zeilen, immerhin verstehe ich jetzt ein klein wenig besser, wo das Problem möglicherweise liegt, aber es bleibt die Frage, was genau die eigentliche Ursache für Deine Diagnose ist (ich meine das jetzt nicht im medizinischen Sinn).
VG GL
Die Ursache liegt in einer Mutation der Gene NGLN3 und NLGN4.
[...]In addition, some patients with ASD were found to have variations in syndromic Mendelian genes (e.g., FMR1 for fragile X syndrome, TSC1 and TSC2 for tuberous sclerosis, and MECP2 for Rett syndrome; Liu & Takumi, 2014). The identification of variations in neuroligin genes (NLGN4X and NLGN3X) in patients with ASD suggested that proteins involved in synapse formation and synaptic transmission play an important role in the etiology of ASD.[...]

NRXN1, NLGN3/4X, and SHANK3 genes, which encode proteins involved in neuronal cell adhesion and in the regulation of synaptic transmission, are considered strong candidate loci for ASD (Weiss & Arking, 2009). Variations in those loci have also been detected in several patients with ASD (Anney et al., 2010; O'Roak et al., 2011; Table 1).
Autism through genetics:https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6085908/,15.9.20

Panelinformationen für genetische Tests gibt es hier:
https://www.medizinische-genetik.de/ind ... arent=true

XL = x-linked (x-chromosomal bestimmt)
AD = autosomal dominate (autosomal dominant)


Das Gen ist da. Die hormonalen Entwicklungsunterschiede sind aber zu beachten.
Zuletzt geändert von doppeldoppelx am Di 15. Sep 2020, 22:10, insgesamt 1-mal geändert.
Anne-Mette
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 39 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Morgen,
doppeldoppelx hat geschrieben: Di 15. Sep 2020, 22:09 Wenn Autismus ein männliches Gehirn bedeutet, dann liegt eine organische Ursache vor, die bei Frauen das dritte Geschlecht begründet.
Manches, was Du schreibst, ist mir unverständlich.
Ich kann verstehen, dass Du ein großes Interesse an "Forschungen in eigener Sache" hast.
Du solltest allerdings vermeiden, Deine Erkenntnisse auf andere Menschen zu übertragen oder eine "Allgemeingültigkeit" anzunehmen.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 40 im Thema

Beitrag von gagalady »

doppeldoppelx hat geschrieben: Di 15. Sep 2020, 22:09
Die Ursache liegt in einer Mutation der Gene NGLN3 und NLGN4.
Hallo doppeldoppelx,
Darauf wollte ich nicht hinaus. Mich interessiert, um welche Vorfälle es sich handelt, wenn Du schreibst: "Es geht um solche Vorfälle, wo angezweifelt wird und wurde, ob ich wegen meiner Diagnose mit Kindern in Kontakt kommen dürfte.", vielleicht habe ich mich da bei meiner Frage ungeschickt ausgedrückt.
Danke und vG GL
ohne Worte
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 41 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

Achso. Der Grund der Äußerungen wurde alleinig auf die Diagnose bezogen.
Es hätte mich auch gewundert, wenn es anders wäre, da ich vorher nie mit Kindern gearbeitet habe. Ich war in einem Verein, der auf die Arbeit mit Kindern im Krankenhaus vorbereitet hat, aber ein Kontakt hat nie stattgefunden, weil genau dort auf einmal diese Befürchtungen geäußert wurden.
Meine Arbeit im Krankenhaus hat rein mit Erwachsenenstationen zu tun gehabt. In der Familie habe ich mich auch nie um den Nachwuchs gekümmert. Das lag einfach daran, dass ich tagsüber zur Schule gehen musste.
In der Schule kam meine ehem. Deutschlehrerin mal mit einem Zeitungsartikel auf mich zu, um mich wohl davor zu warnen, dass ich als Autistin kein Kind erziehen könnte. In der Zeitung stand sowas ähnliches.


Ich habe bezüglich euer Erklärungsversuche einen Artikel gefunden, der alles gut ordnet. Weiter unten findet man die verschiedenen Theorien, die es zur Zeit gibt.
Ich untersuche momentan die biologische Theorie, da jene erstmal mittels Ergebnissen greifbar ist (und es auch fraglich ist, was geschlechtlich typisch ist...).
In dem Artikel steht auch die Extrem-männliches-Gehirn-Theorie beschrieben. Wenn diese zutrifft, so liegt ein organischer Grund für das dritte Geschlecht vor.
In diesem Falle soll das dritte Geschlecht bei mir dazu dienen Vorurteile zu beseitigen und so eine vorurteilfreie Diagnostik/Hilfestellung zu bewirken.
https://www.fernarzt.com/wissen/studien ... ei-frauen/, 16.9.20


@Anne-Mette: Wenn die Ursache nach meiner Theorie auf dem X-Chromosom liegt, dann betrifft es doch irgendwie alle, denn es könnte vererbt werden. Auch wenn man nicht selbst betroffen ist, wie wir von anderen Beispielen wie der Bluterkrankheit wissen.
doppeldoppelx
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 42 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

Stipendium möglich.

Aufgrund meiner guten Noten in Biologie könnte ich bei einem Studium in diesem Fach gefördert werden.

Problem ist, mir sind wegen des beschriebenen Problems mit dem Aberglauben der Zusammenarbeit mit Menschen ehrenamtliche Tätigkeiten weitestgehend verwehrt.
Kennt jemand ehrenamtliche Tätigkeiten ohne Menschenkontakt (Nötig fürs Stipendium)?
Zuletzt geändert von doppeldoppelx am Do 17. Sep 2020, 21:03, insgesamt 1-mal geändert.
Anne-Mette
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 43 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Abend,

bei allem Respekt und Wohlwollen; ich muss Dir sagen, dass ich deine Äußerungen als suspekt empfinde.
Wer soll dir eine "ehrenamtliche Tätigkeit mit Menschen" verwehren?
Hast Du einen Eintrag in Verzeichnissen oder ist es dir per Gerichtsbeschluss verboten?

Ein großes Problem ist, dass eine gewisse Kompatibilität mit anderen Menschen erforderlich ist, um mit ihnen (auch ehrenamtlich) zu arbeiten.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 44 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

Daher suche ich ein Ehrenamt ohne Menschen.
Wenn das die billigende Mehrheit (alle Menschen mit gutem Glauben und gutem Gewissen in etwa) sagt, dann ist dies so hinzunehmen.

Bitte bedenke, dass ich meinen alten Beruf nicht mehr ausüben kann und daher umschwenken muss. Eben gerade weil er mit Menschen zu tun hat und ich Autist bin.

Die Einschreibungsfrist ist beendet. Die Entscheidung ist gefallen. Ein Umschwenken auf ein Studium für Physik oder Mathematik ist daher nicht mehr möglich und auch nicht empfehlenswert, wenn die Patientin im Abitur 0 Punkte geschrieben hat (So viel zu: Jeder Autist ist gut in Mathe. Ich schiebe das jetzt mal auf mein X-Chromosom. Mir fehlt wohl das andere Y hierfür.)
Ein Studium auf Lehramt ist zulässig, da das Studium nicht für einen Beruf alleine ausbildet. Es orientiert sich am Geschlecht.
Ein Studium der Biologie wäre nach den Noten empfehlenswert. Es wäre eine Förderung hierfür möglich. Allerdings müsste hierfür der soziale Hirnanteil komplett ausgeschaltet werden, da das Angstzentrum störende Urängste aufweist (Angst vor tiefem Wasser, Insekten, Fischen und komisch aussehenden Pflanzen). In diesem Fall läuft man aber Gefahr, dass ich nicht nur auf die Viecher losgehe, da ich dann keine sozialen Hemmungen mehr hätte (Habe ich die als Autist überhaupt?).

Für eine Förderung bedarf es in diesem Fall einer ehrenamtlichen Tätigkeit (Auflage der Stiftung).
Dies ist kein Wunschprogramm von mir, da ich dazu als Autistin nicht fähig bin. Ich habe keine Wünsche zu haben. Erst Recht keinen Kinderwunsch, denn wenn eine Autistin ein Kind kriegt, dann hat die Welt ein Problem. Dann müsste eine Autistin mit Menschen interagieren und das kann sie ja nicht oder?
Komisch ist nur, dass es sogar Ärzte mit dem Syndrom gibt. Dr. Christine Preißmann als Beispiel hier genannt. Müssen bestimmt alles Fehldiagnosen sein.
Aber gut, ein anderes Thema.

Warum eure Vorschläge, die sich an ADHS-Betroffenen orientieren, nicht helfen, steht hier:
http://www.autismus-etcetera.de/Untersc ... m-ADS.html

Autistische Menschen werden oft mit ADHS-Patienten verwechselt oder haben beides.
Der klassische Unterschied besteht darin, dass der Autist die sozialen Regeln nicht versteht und sie auch nicht durch Erziehungsmaßnahmen erlernt. Er lässt sich in der Regel nicht von seinen Interessen ablenken (springt nicht von einer Sache zur nächsten) und ist nicht impulsiv, sondern wiederholt oft Aktionen.

Schöne emotionale Phrasen ohne Begründung sind wirkungslos. Sie reden mit reiner Intelligenz ohne Emotionen. So wie ihr es selbst beschrieben habt.


PS: Habe nochmal über die Theorie nachgedacht. Ein total autistisches Verhalten würde entweder ein total männliches Gehirn implizieren (Extrem-Male-Brain-Theorie) oder zwei betroffene X. Zwei Betroffene X können es nicht sein, da ein Elternteil normal ist (insofern es nicht auf die Triplets ankommt...).

Gehen wir mal von einem extrem männlichen Gehirn aus, dass nicht fähig ist, sozial komplex zu denken. In diesem Falle würde eine Abwandlung des Geschlechts vorliegen und somit dürfte §45b Abs. 1 oder 3 PStG zutreffen.


Beim Karyogramm dürfte nichts hinweisendes rauskommen, da keine Symptomatik vorliegt.

Kennt jemand einen Link zu einem gültigem Antrag in MV?
Zuletzt geändert von doppeldoppelx am Fr 18. Sep 2020, 02:07, insgesamt 1-mal geändert.
Jaddy
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 45 im Thema

Beitrag von Jaddy »

doppeldoppelx hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 01:14So viel zu: Jeder Autist ist gut in Mathe. Ich schiebe das jetzt mal auf mein X-Chromosom. Mir fehlt wohl das andere Y hierfür
Non sequitur. Weder in die eine, noch in die andere Richtung.
doppeldoppelx hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 01:14Ein total autistisches Verhalten würde entweder ein total männliches Gehirn implizieren (Extrem-Male-Brain-Theorie) oder zwei betroffene X
Dies auch nicht.

Was ich bisher an angeblichen Indizien - Artikel - gesehen habe für
• "männliche" vs "weibliche" Gehirne
• Zusammenhang von Chromosomen zu "geschlechtlichen" Gehirnen
war durchweg fringe bis outright bullsh*t. Was auch ziemlich logisch ist, weil ausser ein paar biologischen Grundfunktionen die meisten Verhalten und Vorlieben kultürlich und nicht biologisch sind. Und auch da gibt es so viel Bandbreite und Varianten, dass eine Unterscheidung nach Geschlechtern (biologisch, sozial, wie auch immer) für einen Einzelfall - zum Beispiel dich - völlig unsinnig ist.
doppeldoppelx hat geschrieben: Fr 18. Sep 2020, 01:14Beim Karyogramm dürfte nichts hinweisendes rauskommen, da keine Symptomatik vorliegt.
Was heisst das jetzt? Hast du nun eine genetische Auffälligkeit oder spekulierst du ausgehend von Autismus-Diagnose, Genderempfinden und sehr unglaubwürdigen Pseudo-Studien über deine Chromosomen?
Antworten

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