Ein Autist ist keine Frau
Ein Autist ist keine Frau - # 2

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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doppeldoppelx
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 16 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

Céline hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 16:57 Also....ja ...ja ...und nochmals ja...
Ich gebe dir ja in fast allen Recht aber meinst wir sollten hier Dinge klären die wir hier an einem Ort des Miteinander nicht beseitigen können? Du hast Recht ich bin Transident aber auch da musste ich mich so einigen unterziehen!! Selbst meine Chromosomen wurden untersucht um körperliche Dinge auszuschließen. Nur damit ich meinen Weg beginnen durfte!!!
Gemerkt?? Wir haben ja was gemeinsam!!
Wir haben in dem Punkt nichts gemeinsam, weil ich nicht transsexuell bin. Ich versuche nur einen Weg zu finden, den Leuten zu erklären, warum eine autistische Frau massiv anders ist, als ein autistischer Mann. Ich sehe meine Begründung hierbei in der genetischen Ausstattung, die auch anhand anderer Krankheiten plausibel erscheint.

Eine reine Anstrebung der Änderung des Geschlechts aus irgendwelchen mir nicht bekannten Wunschgründen liegt nicht vor. Es widerspricht sich in meiner Logik schon, durch Verhaltensweisen an ein Geschlecht zu knüpfen, obwohl beide gleichberechtigt sein sollen, aber das ist wiederrum ein Thema, das könnte man endlos ausdiskutieren.

Wenn die Gesellschaft mich als Frau nicht akzeptieren kann, so wie ich bin, dann bin ich eben gar nichts. Ist mir doch wurscht auf dem Briefkopf später steht.
Mir scheint aber du suchst für all deine Fragen die Antwort in Messbaren Größen und greifbaren Beweisen.
Was meinst du, warum mir ein Jurastudium empfohlen wurde. Ein Haus ist für ein Jurist noch lange kein Haus.
Céline
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 17 im Thema

Beitrag von Céline »

Ach je, warum alles kaputt diskutieren?
Ganz ehrlich? Zum Jurastudium reicht mein Verständnis und vielleicht auch mein Intelekt nicht. Und natürlich können wir noch 100 Post darüber diskutieren ob ein Haus ein Haus ist genauso wie Schwarz für mich anderst aussieht wie für Dich aber eines sage ich jetzt im meiner direkten offenen Art wie viele mich hier jetzt kennen:
Warum müssen wir das Thema so grandios zerreden wenn du eigentlich keine andere Meinung hören möchtest und nur Gegenargumente vorbringst und ich wollte nur eines...DICH ALS Mensch KENNEN LERNEN
Deswegen bing ich hier raus

Céline
heike65
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 18 im Thema

Beitrag von heike65 »

Ich verstehe dein Anliegen nicht @ TE, ich weiss nicht warum du dir dieses Forum gewählt hast.
Lorelai74
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 19 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Das Autismusbild hat ein breites Spektrum.
Es gibt Da den Satz:
„Kennst du einen Autisten,
Dann kennst du einen Autisten“
Soll heißen: Aus der Diagnose kann nicht gefolgert werden was für Eigenschaften ein Mensch mit Autismus hat.

Nach DSM V gibt es inzwischen auch ADHS mit Autismus. Dazu passt eine Emotionalität zum Beispiel.

Viele Grüße
Lori
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford
Erich_Erika
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 20 im Thema

Beitrag von Erich_Erika »

Ich gebe jetzt auch auf.

Ich habe mit gelesen und versucht zu verstehen. Dabei ist es geblieben. Was Autismus mit männlich oder weiblich zu tun haben soll erschließt sich mir als Enby (nicht-binär, weder m noch w) überhaupt nicht. Mein Gehirn ist irgend etwas jenseits von männlich oder weiblich, und damit wäre es auch mein Autismus oder AD(H)S oder was auch immer man da diagnostizieren würde, falls ich es wissen wollte und zum Arzt ginge.

Gruß Erika
MichiWell
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 21 im Thema

Beitrag von MichiWell »

Lorelai74 hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 10:50 Das Autismusbild hat ein breites Spektrum.
Es gibt Da den Satz:
„Kennst du einen Autisten,
Dann kennst du einen Autisten“
Hallo Lorelai, Hallo zusammen,

das kann ich aus eigenem Erleben nur unterstreichen. Es gibt genau so wenig den/die typische(n) Autist(e/i)n, wie den/die typische(n) Transsexuelle(n).
Lorelai74 hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 10:50 Soll heißen: Aus der Diagnose kann nicht gefolgert werden was für Eigenschaften ein Mensch mit Autismus hat.
Und auf Grund des Thread-Themas möchte ich noch ergänzen: Es kann auch nicht gefolgert werden, welches Geschlecht ein Mensch mit Autismus hat.

Und .. last but not least .. kann ich mich nur all denen anschließen, die hier versucht haben, mitzulesen und zu verstehen, worum es wohl geht. Ich habe mit Bedauern aufgegeben; es ist mir zu wirr. In den wilden Kreuz-und-Quer-Sprüngen zwischen Medizin, Genetik, Geschlechtlichkeit, Psychologie, Jura, Wissenschaft und Pseudo-Wissenschaft, Gesellschaft und was noch allem habe ich den Faden verloren, sofern da überhaupt einer da ist. Und das passiert mir ausgesprochen selten.


Ratlos
Michi
Brauchst Du Hilfe und hast niemanden zum quatschen? Dann schick mir ´ne PN!
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 22 im Thema

Beitrag von Helga »

doppeldoppelx hat geschrieben: Fr 11. Sep 2020, 20:12 Ein Haus ist für ein Jurist noch lange kein Haus.
Das ist wohl richtig, wobei der Jurist, solange er nicht Richter ist, keineswegs eine objektive Sichtweise der Dinge annimmt, sondern den Sachverhalt subjektiv aus der Sicht seines Klienten erklärt. Bedeutet: Für den Juristen, der den enttäuschten Bauherrn vertritt, ist das Haus eine katastrophale Anhäufung von Baumängeln. Für den Juristen, der den Unternehmer vertritt, ist das Haus im vertragsgemäßen Zustand auf Basis des Standes der Technik zum Zeitpunkt der Übergabe. Um die Wahrheit herauszufinden muss der Richter, der auch Jurist ist, einen Nichtjuristen bemühen, einen vereidigten Bausachverständigen.
Jede Wissenschaft fusst irgendwo auf "weichen" Kriterien. Um unerklärliche Phänomene doch erklären zu können, müssen unbewiesene Annahmen getroffen werden, die mangels Alternativerklärung solange als Fakt gelten bis sie widerlegt werden. Ob eine wissenschaftliche Entdeckung von anderen Wissenschaftlern anerkannt wird, hängt stark davon ab, wer diese Entdeckung gemacht hat. Vielleicht ist die Oberärztin, die Frauen die Fähigkeit zum Autismus absprechen möchte, ihrer Weiterbildungsverpflichtung lange nicht mehr nachgekommen.
Ich kann deinen Wunsch nach einer wissenschaftlichen Erklärung für die Besonderheiten deiner Persönlichkeit durchaus nachvollziehen. Auch ich habe mich lange damit beschäftigt, warum ich, als biologisch voll ausgebildeter, zeugungsfähiger und heterosexueller Mann das Bedürfnis habe mir ein weibliches Äußeres zu geben. Es gab eine Reihe von Erklärungsversuchen: Ich wurde nicht gestillt und versuche auf diese Weise den fehlenden "Erstkontakt" zu einer Frau nachzuholen. Meine Mutter hatte sich eigentlich eine Tochter gewünscht und diesen Wunsch auf mich projeziert. Nachdem sich im Mutterleib meine primären Geschlechtsteile herausgebildet hatten, gab es bei der anschließenden Entwicklung meines Gehirns im Körper meiner Mutter einen starken Östrogeschub, der mein Gehirn verweiblicht hat. (Um nur einige Erklärungsansätze zu nennen.) Das alles klingt logisch, lässt sich im nachhinein aber weder verifizieren noch widerlegen. (Bei den Chromosomen habe ich nicht gesucht. Möglicherweise findet sich ja irgendwann ein zusätzliches X, das außer Funktion scheint...)
Nur selbst wenn es eine schlüssige Erklärung für mein Crossdressing gäbe, was würde mir das nützen? Brauche ich die Erklärung für mich selber? Oder für meine Umwelt? Ob mit oder ohne Erklärung, ich muss mit dieser Seite meiner Persönlichkeit umgehen. Diesen Umgang mit mir selbst zu lernen hat mich Jahrzehnte gekostet. Der Lernprozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Aber ich habe erstaunt zur Kenntnis genommen: Wenn ich mit mir selbst vernünftig umgehe, geht auch meine Umwelt vernünftig mit mir um.
Vielleicht solltest du, statt nach Erklärungen in den Chromosomen zu suchen, nach einem Weg suchen dich selber so anzuerkennen wie du bist, damit auch deine Umwelt dich anerkennen kann, ohne juristisch dazu gezwungen werden zu müssen. (Nimm mir den letzten Satz bitte nicht übel)
Du hast dich hier in einem sehr stark Emotions- betonten Forum angemeldet. Zu Recht wie ich meine. Du solltest versuchen deine Probleme auf emotionaler Ebene zu lösen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Erich_Erika
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 23 im Thema

Beitrag von Erich_Erika »

Helga hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 23:51 Jede Wissenschaft fusst irgendwo auf "weichen" Kriterien. ...
Danke Helga,

Du hast den Einstieg offensichtlich gefunden. Ich habe bei dem ganzen chaotischen Mix aus Jura, Biologie, Medizin, Genetik, Psychologie und was weiß ich sonst noch keinen Ansatz für eine Antwort gesehen. Auch mich interessiert es nicht, ob ich Autist*in bin, AD(H)S habe, im Mutterleib die falschen Hormone aktiv waren oder ob es bei meinen Genen etwas auffälliges geben könnte. Dazu gibt es mir zu viele verschiedene Sichtweisen oder Auslegungen in den jeweiligen Disziplinen der Wissenschaft.

Ich bin an meiner Rolle als Mann gescheitert und suche jetzt einen Weg mich innerhalb der Gesellschaft zu definieren. Vom Crossdresser bin ich dabei über die Möglichkeit des Trans-Weges dazu gekommen mich als nicht binär zu sehen. So kann ich mich als das zeigen, was ich bin, statt nur eine Rolle zu spielen.

Gruß Erika
Momo58
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 24 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Doppeldoppelx beschäftigt dich so intensiv mit x und y Chromosomen, dass der Eindruck entsteht, dass hier eine Form von Authismus vorliegen könnte. Mit einer authistischen Person zu diskutieren führt zu keinem Ergebnis. (Bin übrigens mit einer Authistin verheiratet).
Die Vergangenheit ist meine Wurzel, der Stängel ist die Gegenwart, die Zukunft ist die Blüte
doppeldoppelx
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 25 im Thema

Beitrag von doppeldoppelx »

[...]"Die männliche oder weibliche Geschlechtsidentität entsteht mehr durch soziale als biologische Prozesse. Die persönliche Geschlechtsidentität jedes Menschen spiegelt sich übrigens in der Vernetzung zwischen Hirnregionen wider.[...]"
Geschlechtsidentität: https://www.gesundheit.gv.at/krankheite ... irn-gender, 12.09.20

Ich habe nochmal meine Neuronen bruzzeln lassen und überlegt, wie ich an Quellen komme, die ein männliches und weibliches Gehirn unterscheiden.

Eine sehr interessante Begründung lässt sich in dieser Quelle finden.


Ich beziehe mich auf den Aspekt der Gendermedizin. Dass eine Frau im Punkt Autismus nicht wie ein Mann diagnostiziert und behandelt werden kann, wenn es nach der Theorie zwei verschiedene Arten von Gehirnen gibt, ist begründend.

Frage ist, wie man das den Leuten so rüberbringt, dass man dafür keinen ganzen Fachartikel schreiben muss. Darin war ich noch nie gut.
Laila-Sarah
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 26 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo doppeldoppelx,

Die Wissenschaft funktioniert aber nicht wie eine Religion oder Ideologie. Anstelle von Dogmen gibt es Theorien und Hypothesen, die aufgestellt werden. Falls diese durch Experimente oder Berechnung nachgewiesen werden, werden sie übernommen und solange als "wahr" betrachtet bis sie durch andere Thesen wiederlegt werden.

Die Sachen, die du hier aufbringst sind in der ersten Kategorie. Also noch nicht 100% erwiesen und als zweifellos "wahr" übernommen.

Vielleicht setzt du dich erstmal hin und überlegst dir: Was du überhaupt vermitteln wirst? Was deine Ziele sind? Und was du in diesem Forum erreichen willst? Danach könntest du es den Menschen hier vermitteln: Hier ist mein Problem, dies sind meine Ziele und jenes würde ich gerne mit euch Diskutieren oder mich beraten lassen. Denn ein ist klar: Wenn du eine feste Meinung hast muss auch nichts beredet werden.

Und da du ja gerne Bücher liest, lies doch mal ein über Sozialkompetenz. Denn so wie du Leute angehst kommt man im richtigen Leben nicht weiter. Das meine ich ernst ohne Hintergedanken, da ist ein großer Defizit bei dir.

VlG
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 27 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

leider mit "Bezahlschranke": "Esra kann nichts dafür" (Spiegel Online)

Gruß
Anne-Mette
Jaddy
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 28 im Thema

Beitrag von Jaddy »

doppeldoppelx hat geschrieben: So 13. Sep 2020, 20:32Ich beziehe mich auf den Aspekt der Gendermedizin. Dass eine Frau im Punkt Autismus nicht wie ein Mann diagnostiziert und behandelt werden kann, wenn es nach der Theorie zwei verschiedene Arten von Gehirnen gibt, ist begründend.
Ich fürchte, ein wesentliches Problem liegt im Übergang von Satz 1 zu Satz 2.

Gendermedizin im Sinne von physiologisch messbare Unterschiede aufzeigen und berücksichtigen ist sinnvoll und notwendig. D.h. Satz 1 lässt sich an Beispielen klar zeigen.

Aber bei Gehirnen sind die messbaren Unterschiede nach aussen - eigene Wahrnehmung und Verhalten - hauptsächlich psychologisch und weniger physiologisch. Gehirne werden so stark durch Erlebnisse, Gedanken und Erinnerungen in ihrer Funktion verändert, dass physiologische Unterschiede ausgeglichen werden können. Wenn du auf der Suche nach Studien bist, dann guck doch mal nach solchen, die mit fMRT und anderen funktionalen Tests neurodiverse Personen aus dem Asperger/Autismusspektrum und neurotypischen (wer auch immer in die Sparte fällt...) untersuchen _und_ nach chromosomalem Geschlecht _und_ Gender differenzieren.

Ich wette drauf, dass die Abweichungen neurodiverser VP im Bezug auf chromosomales Geschlecht und_oder Gender nicht signifikant sind. Sprich: Ich bezweifle, das schon irgendwer einen Chromosomen- oder Gender-Unterschied innerhalb der neurodiversen Gruppe gegenüber den neurotypischen überhaupt zeigen konnte. Daher gehst du bei Satz 2 meines Wissens von einer reinen Hypothese aus.

Das heisst nicht, dass es solche Unterschiede nicht geben könnte oder das einzelne Personen und Untergruppen nicht differenzierter behandelt werden sollten. Ich würde aber nach Pareto erst mal die 80% angehen, d.h. Autismus generell und dann erst nach den Feinheiten gehen. Und! Ich würde nicht versuchen, _alles_ an einer Ursache festzumachen. Weder an Chromosomen, noch am Autismus.

Persönliche Meinung aufgrund von Erfahrungen mit mir und vielen anderen Menschen, sowohl trans, als auch neurodivers: Die Ursache ist irrelevant für die Lösung. Die Ursache in der Vergangenheit - Chromosomen oder hormonelle Schwankungen in der Schwangerschaft oder (die aktuell unbekannte Ursache für) Autismus oder was auch immer - kann nicht aus dem Jetzt heraus beseitigt werden. Und sie liefert auch keine Hilfestellung, jetzt und in Zukunft damit umzugehen.

Das heisst, ich empfehle die Fragestellung zu ändern, von "warum bin ich so geworden" zu "a) wie bin ich eigentlich und b) wie würde ich gerne sein". Und dann pragmatisch an eine experimentelle Strategie gehen. Experimentell heisst, diese beiden Fragen a und b regelmässig neu zu stellen und die Lösungsansätze und ihre Ergebnisse danach zu beurteilen und zu modizifieren. Das eigene Leben als Forschungsobjekt.

P.S. vorderste Forschungsfront zum Thema Neurodiversität und Gender: Es gibt möglicherweise unter trans Personen überproportional viele neurodiverse Menschen. Ob es aber einen funktionalen Zusammenhang in die eine oder andere Richtung gibt - "trans macht autistisch" / "autistisch macht trans" - oder zum Beispiel eine Testverzerrung(1) oder ob bei NT aufgrund der anderen Verarbeitung und Einordnung sozialer Signale die Wahrnehmung von Gender einfach weniger Sinn ergibt oder... - das ist wohl noch nicht klar. Deshalb ist das zwar möglicherweise ein interessanter Fakt, der aber eben nichts zur eigenen Lebensbewältigung beiträgt.


---
(1) seit einiger Zeit wird vermehrt auch Asperger/Autismus getestet, trans Personen kriegen für die Indikation auch die aktuellen Standardtests wg Komorbiditäten, werden also mehr getestet als die nicht trans Bevölkerung...
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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 29 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Lorelai74 hat geschrieben: Sa 12. Sep 2020, 10:50 Das Autismusbild hat ein breites Spektrum.
Es gibt Da den Satz:
„Kennst du einen Autisten,
Dann kennst du einen Autisten“
Soll heißen: Aus der Diagnose kann nicht gefolgert werden was für Eigenschaften ein Mensch mit Autismus hat.

Nach DSM V gibt es inzwischen auch ADHS mit Autismus. Dazu passt eine Emotionalität zum Beispiel.

Viele Grüße
Lori
Hallo!
Ich hatte mal in einer Wohngruppe für Autisten gearbeitet.
Die Wenigsten waren nur autistisch.
Bei den Meisten kam noch eine andere Behinderung oder psychische Störung hinzu.
Down- Syndrom, Epilepsy oder Schizophrenie mal als Beispiele genannt.
Das war in den 90'ern, als man Vieles noch nicht wußte.
Tatsache ist, man muss sich auf Jeden individuel einstellen.
Aber auch einen strengen Ablaufplan einhalten.
Da auf kleine Zeitabweichungen oder Ablaufabweichungen durchaus heftige Reaktionen folgen konnten.
Was die Chromosomen betrifft ist das wohl eine der individuellen Begebenheiten?
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

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Re: Ein Autist ist keine Frau

Post 30 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Jaddy hat geschrieben: Mo 14. Sep 2020, 11:17
doppeldoppelx hat geschrieben: So 13. Sep 2020, 20:32Ich beziehe mich auf den Aspekt der Gendermedizin. Dass eine Frau im Punkt Autismus nicht wie ein Mann diagnostiziert und behandelt werden kann, wenn es nach der Theorie zwei verschiedene Arten von Gehirnen gibt, ist begründend.
Ich fürchte, ein wesentliches Problem liegt im Übergang von Satz 1 zu Satz 2.

Gendermedizin im Sinne von physiologisch messbare Unterschiede aufzeigen und berücksichtigen ist sinnvoll und notwendig. D.h. Satz 1 lässt sich an Beispielen klar zeigen.

Aber bei Gehirnen sind die messbaren Unterschiede nach aussen - eigene Wahrnehmung und Verhalten - hauptsächlich psychologisch und weniger physiologisch. Gehirne werden so stark durch Erlebnisse, Gedanken und Erinnerungen in ihrer Funktion verändert, dass physiologische Unterschiede ausgeglichen werden können. Wenn du auf der Suche nach Studien bist, dann guck doch mal nach solchen, die mit fMRT und anderen funktionalen Tests neurodiverse Personen aus dem Asperger/Autismusspektrum und neurotypischen (wer auch immer in die Sparte fällt...) untersuchen _und_ nach chromosomalem Geschlecht _und_ Gender differenzieren.

Ich wette drauf, dass die Abweichungen neurodiverser VP im Bezug auf chromosomales Geschlecht und_oder Gender nicht signifikant sind. Sprich: Ich bezweifle, das schon irgendwer einen Chromosomen- oder Gender-Unterschied innerhalb der neurodiversen Gruppe gegenüber den neurotypischen überhaupt zeigen konnte. Daher gehst du bei Satz 2 meines Wissens von einer reinen Hypothese aus.

Das heisst nicht, dass es solche Unterschiede nicht geben könnte oder das einzelne Personen und Untergruppen nicht differenzierter behandelt werden sollten. Ich würde aber nach Pareto erst mal die 80% angehen, d.h. Autismus generell und dann erst nach den Feinheiten gehen. Und! Ich würde nicht versuchen, _alles_ an einer Ursache festzumachen. Weder an Chromosomen, noch am Autismus.

Persönliche Meinung aufgrund von Erfahrungen mit mir und vielen anderen Menschen, sowohl trans, als auch neurodivers: Die Ursache ist irrelevant für die Lösung. Die Ursache in der Vergangenheit - Chromosomen oder hormonelle Schwankungen in der Schwangerschaft oder (die aktuell unbekannte Ursache für) Autismus oder was auch immer - kann nicht aus dem Jetzt heraus beseitigt werden. Und sie liefert auch keine Hilfestellung, jetzt und in Zukunft damit umzugehen.

Das heisst, ich empfehle die Fragestellung zu ändern, von "warum bin ich so geworden" zu "a) wie bin ich eigentlich und b) wie würde ich gerne sein". Und dann pragmatisch an eine experimentelle Strategie gehen. Experimentell heisst, diese beiden Fragen a und b regelmässig neu zu stellen und die Lösungsansätze und ihre Ergebnisse danach zu beurteilen und zu modizifieren. Das eigene Leben als Forschungsobjekt.

P.S. vorderste Forschungsfront zum Thema Neurodiversität und Gender: Es gibt möglicherweise unter trans Personen überproportional viele neurodiverse Menschen. Ob es aber einen funktionalen Zusammenhang in die eine oder andere Richtung gibt - "trans macht autistisch" / "autistisch macht trans" - oder zum Beispiel eine Testverzerrung(1) oder ob bei NT aufgrund der anderen Verarbeitung und Einordnung sozialer Signale die Wahrnehmung von Gender einfach weniger Sinn ergibt oder... - das ist wohl noch nicht klar. Deshalb ist das zwar möglicherweise ein interessanter Fakt, der aber eben nichts zur eigenen Lebensbewältigung beiträgt.


---(1) seit einiger Zeit wird vermehrt auch Asperger/Autismus getestet, trans Personen kriegen für die Indikation auch die aktuellen Standardtests wg Komorbiditäten, werden also mehr getestet als die nicht trans Bevölkerung...

Also ich nehme mal auf das Zitat bezug.
Es gibt Studien, demzufolge sich die Gehirne von Mann und Frau nicht unterscheiden.
Es gibt außer der Größe keine Unterschiede.
Die Gehirne werden unterschiedlich genutzt, das ist was Anderes.
Hier wurden zwischen MzF- Transpersonen und Frauen Gemeinsamkeiten festgestellt.
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

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