Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)
Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung) - # 4

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 46 im Thema

Beitrag von jessy83 » Di 27. Mär 2018, 18:51

Teil 17

Lauras Geburtstag

Lauras Mama hatte ihr Ok für die Geburtstags- und Kostümparty gegeben.

Was sollte ich anziehen? Ich wollte ja nicht dasselbe wie beim Maskenball in der Schule tragen. Mom, der ich davon erzählte, meinte:
„Dann werden wir eben wieder in die Stadt fahren und etwas Hübsches kaufen.“

Als Mädchen gestylt, ähnlich wie beim Maskenball in der Schule, ging’s dann bei nächster Gelegenheit zum Einkaufsbummel.

Es gab so viele Sachen, die mir gefielen, aber ich hatte mich letztendlich für ein 4-teiliges Set aus rot-schwarzem Schottenmini, weissem Shirt mit Herzaufdruck ‚Love Rock‘, kurzem schwarzem Gilet mit Pailletten und schwarzen Midi-Leggings entschieden, das nur 39.95 Euro kostete. Dieses Outfit würde ich dann zu Lauras Geburtstag anziehen.
Zudem kauften wir noch einen Jeans-Mini mit Glitzersteinchen, Jeans-Shorts mit Fransen, eine schwarz-weisse Karobluse und ein blaues Trägerkleid. Weiter noch Feinstrumpfhosen in 15 und 18 Den, hautfarbene und schwarze sowie eine schwarze mit feinem Netzmuster. Wir einigten uns, dass ich mich mit meinem Taschengeld an den Ausgaben beteiligen solle.
„Einverstanden.“

„Könnten wir noch in ein Schuhgeschäft und uns nach einem schönen Paar Sneakers umsehen?“
Mom nickte zustimmend.

Unauffällige blue-denim Sneakers sind es dann geworden, die auch Jungs anziehen könnten. Diese hatte ich ausgewählt, weil es ein Ausverkaufsangebot war und ich diese dann auch in der Schule tragen konnte, wo ich als Junge angezogen hingehen musste, aber wusste, dass es eigentlich Mädchen-Schuhe sind.

„Für Laura sollte ich noch ein passendes Geburtstagsgeschenk haben“, sah dabei Mom etwas verschämt an, denn wir hatten schon reichlich Geld ausgegeben. Zum Glück verdiente mein Vater als Chemiker gut, so dass wir es uns leisten konnten.
„Du könntest ihr ein feines Parfüm schenken“, schlug Mom vor. – „Ja, gute Idee.“
Und ab in die Duftwässerchenabteilung des Kaufhauses. Wir liessen uns von der jungen und hübschen Verkäuferin beraten.
„Ist das Parfüm für dich?“, fragte sie. Auch sie hatte nicht bemerkt, dass da eigentlich ein Junge und kein Mädchen vor ihr stand.
„Nein, für meine Freundin, die Geburtstag hat.“
Sie zeigte uns ein paar Flakons für Mädchen im Teenie-Alter und liess uns mit Duftstäbchen daran riechen. Unter Mithilfe von Mom entschied ich mich für das Parfüm mit Namen ‚Papillon‘, das gemäss Inhaltsangabe Essenzen von Pfirsich, Grapefruit und Kirsche sowie Jasmin in der Herznote enthielt. Sehr gut gefiel mir auch das Flakon mit seiner liebevollen, naiven Blumenmalerei, das süsse Romantik mit sonniger Lebensfreude verband – wie treffend für meine Liebste. Die Verkäuferin fand dies eine gute Wahl, empfahl aber die ‚Eau de Parfüm‘-Variante, auch wenn die etwas teurer war.

Wir liessen ‚Papillon‘ schön einpacken. Die Verkäuferin zog all ihre Register und zauberte ein super schönes Geschenkpäckchen hin.

Gut eine Woche vor ihrem Geburtstag bat mich Laura, ihr beim Schreiben der Einladungen für ihre Party behilflich zu sein. Keine Frage, dass ich mich darauf freute.
9 Mädchen und 7 Jungs, mich bei den Jungs mitgezählt, erhielten eine Einladung, die alle von Hand geschrieben und mit Sticker und Zeichnungen verziert waren. Leider mussten zwei Mädchen und ein Junge wegen anderweitigen Verpflichtungen absagen.

Interessant war im Vorfeld der Party, dass sich lediglich die Jungs erkundigten, ob sie schon in Mädchensachen erscheinen müssten oder ob sie sich bei Laura umziehen dürften. Laura stellte es ihnen frei.
Nur Peter, der zur Karnevalsparty als Blumenmädchen gekommen war, und ich erschienen schon im Mädchen-Outfit.
Ich hatte mich in den letzten Wochen schon so oft selber geschminkt, dass mir das immer leichter aus der Hand ging. Ich trug Schottenrock-Outfit, darunter der leicht formgebende BH, einen weissen Slip, fast unsichtbare FSH und meine Lack-Pumps. Dazu hatte ich mir die grossen Creolen in die Ohren gesteckt, die Haare waren wie meist zu einem Pferdeschwanz zurückgebunden, diesmal mit rotem Haargummi, der zum Rot des Schottenrocks passte.

Die Mädchen hatten es einfacher in Jungen- oder Herrenkleidung zu erscheinen. Anzug (blau, grau, beige) und Hemd mit Krawatte waren der Trend, zwei erschienen im Blazer mit dazu passender Hose und ein Mädchen kam im Smoking, der ihr ein bisschen zu gross war. Dafür passte der Zylinder perfekt. Beim Schuhwerk hatten sie sich auch bei ihrem Papa oder grossem Bruder bedient. Fast alle hatten sich auch auf ‚männlich‘ geschminkt, zwei sogar einen Schnurrbart angeklebt.

Und Laura? Ja, Laura hatte sich etwas Besonderes ausgedacht und kam als Charlie Chaplin. Das Kostüm hatte sie bei einem Karnevalskostümverleih besorgt. Einfach Spitze sah mein Schätzchen aus.

Sogar die Jungs hatten sich ziemlich viel Mühe gegeben, zogen sich bei Laura um und mussten sich von den Girls, ob sie wollten oder nicht, noch schminken lassen.
Zur Modenschau erschienen drei Kleider (1 x Jeanskleid, 1x Mini und 1 x Midi), zwei kurze Jupes mit ein Mal T-Shirt und ein Mal Bluse, Peter mit schwarzem Cocktailkleid und ich. Ein paar hatten auch eine Feinstrumpfhose angezogen, BHs waren auch auszumachen. Peter und noch zwei andere Jungs hatten sich auch eine Perücke besorgt. Besonders amüsant war, wie sich die Jungs in den Damenschuhen bewegten, die sie sich in ihrer Familie ausgeliehen hatten. Diverse Pumps, Sandalen und Ballerinas waren angesagt, Peter kam in 12 cm hohen High Heels, in denen er kaum gehen konnte. Alle lachten, als er sich präsentieren musste.

Die Situation ‚rettete‘ ich für ihn, als ich ihn auffordert, die Heels auszuziehen und meine Pumps zu montieren. Sie waren ihm etwas zu klein, aber es ging. Mir waren die Heels etwas zu gross, so dass ich Laura bat, ein Paar Socken zu holen, damit ich guten Halt hatte.
Es sah zwar etwas ‚Sch…e‘ aus, aber dafür konnte ich einen super Catwalk hinlegen; mein Training hatte sich ausbezahlt.
Applaus brandete auf.
„Wo hast du das gelernt?“, „Du bist wahrlich ein Naturtalent.“, „An dir ist ein Mädchen verloren gegangen“, und so weiter waren die Kommentare der Anwesenden. Balsam auf meine Seele.
Dann tauschten wir die Schuhe wieder, Peter unternahm noch einen Versuch mit den High Heel, der wieder kläglich ausfiel, liess es dann aber bleiben und zog seine Latschen an, mit denen er gekommen war.

Ein Junge hatte eine Disco-Kugel inklusive Farbspot mitgebracht, um das Wohnzimmer zu einem richtigen Partyraum werden zu lassen. Als DJ amtete die Mama von Laura, unterstützt von Tom, der auch dabei sein durfte. Nur Peggy war zu Nachbarn ausquartiert worden.
Tanzspiele wie Flaschendrehen, Spaghettitanzen (Nudel wird im Mund, Hände auf dem Rücken, wenn Nudel bricht ist das Paar ausgeschieden), Partnertausch bei Musikstopp und Damenwahl sorgten für reichlich Spass. Kleine Schleckereien als Preise für das jeweilige Siegerpaar waren motivierend. Und wer will schon verlieren?

Irgendwann unterbrach Sandra, Lauras Mama, das Geschehen und bat zu Tisch. Sie hatte einen selbst gemachten Hackbraten mit Kartoffelsalat zubereitet, was grossen Anklang fand. Diverse Limos gab’s zu Trinken. Und als Nachspeise ein Erdbeer-Tiramisu, eine ihrer Spezialitäten, wie mir Laura verriet.

Danach war wieder Tanzen angesagt. Etwas später hiess Sandra Tom die Rollläden runterzulassen; es war fast ganz dunkel im Wohnzimmer. Sandra kam mit einer grossen Quarktorte mit 14 brennenden Kerzen darauf herein und stellte diese mitten auf den grösseren der beiden Tische. Laura schaffte es dann unter Applaus und Gegröle tatsächlich, alle Kerzen auf einmal auszublasen. Tom schaltete das Licht wieder ein und wir machten uns hinter die mega feine Torte.

Anschliessend durfte Laura ihre Geschenke auspacken. Nagellack und Lippenstift, Badesalz und ein Pinselset Make-up, einen Büchergutschein und ein Kartenspiel, eine CD und Pulswärmer. Dazu natürlich mein ‚Eau de Parfüm‘. Von ihrem Bruder Tom bekam sie ein Set Haargummis, das er selber von seinem Taschengeld gekauft hatte. Dazu gab es noch Geschenke von den Eltern und den Grosseltern, vor allem Geld, wie es sich Laura gewünscht hatte. Nachdem sie sich bei allem mit einem Kuss bedankt hatte, wurde wieder bei Dämmerlicht getanzt.

Je länger der Nachmittag dauerte, umso langsamer wurden die Musikstücke, was vielen recht war, hatte sich doch das eine oder andere neue Liebespaar gefunden. Laura und ich genossen es, eng umschlungen und fest aneinander gedrückt, einen langsamen Schritt um den anderen noch langsameren zu tun, bis wir nur noch stillstanden und uns mit geschlossenen Augen einen minutenlangen Zungenkuss gaben. Wie wir diesen beendeten, sahen wir, dass niemand mehr am Tanzen war und uns alle beim Küssen zugeschaut hatten. Wir bekamen sogar noch Applaus.

Irgendwann war dann Schluss, die Gäste verabschiedeten sich, die Jungs natürlich nicht ohne sich vorher wieder umzuziehen. Ich blieb noch und half beim Aufräumen. Am Abend kam auch Lauras Papa nach Hause, der den Samstagnachmittag mit meinem Dad beim Fussball verbracht hatte.


(Fortsetzung folgt, Jessy)

Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 47 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Di 27. Mär 2018, 19:02

Sehr schöne Fortsetzung.
Bin gespannt wann es rauskommt das er als Mädchen leben möchte...
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

ExuserIn-2018-07-10

Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 48 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-10 » Mi 28. Mär 2018, 08:48

Ich schließe mich Lorelai an

jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 49 im Thema

Beitrag von jessy83 » Fr 30. Mär 2018, 11:54

Teil 18

Ein gewagter Schritt

Ganz kurzfristig hatte Mom bei der Kinderärztin einen Termin bekommen.
Mom meinte, ich solle mich so anziehen, dass ich wie ein normaler weiblicher Teenager aussehe. Also zog ich über eine Feinstrumpfhose Jeans an, dazu ein Träger-Shirt, darüber die Karobluse und eine Jacke sowie die niedrigen Sneakers ohne Socken. Offene Haare, ein wenig Make-up und der kleine Ohrring links; rechts hatte ich immer noch Lauras Herz drin. Niemand hätte gemerkt, dass ich kein Mädchen bin.

Gemeinsam betraten wir das Sprechzimmer und ich schilderte der Frau Doktor was meine Probleme, Gefühle und Wünsche sind. Auch die Freundschaft mit Laura erwähnte ich. Sie wollte alles ganz genau wissen. Wir sassen und redeten beinahe eine Stunde. Zum Abschluss des Gesprächs eröffnete sie uns, dass sie in dieser kurzen Zeit nicht 100-prozentig sagen könne, ob es sich bloss um eine Geschlechtsidentitätsstörung handle oder ob ich tatsächlich transsexuell sei. Dies bedürfe genauerer Abklärungen und Tests, für die sie mich aber an einen Kinderarzt und Experten für Transsexualität an die Uniklinik in der Landeshauptstadt überweisen wolle. Sie meinte, dass dies so rasch wie möglich geschehen müsse, damit ich vor dem Einsetzen der Pubertät eine allfällige Hormontherapie beginnen könne.

Sie liess sich mit der Uniklinik verbinden, erklärte der zuständigen Praxisangestellten meinen Fall und bat um einen raschen Termin.
„Du kannst schon nächste Woche zu Herrn Dr. Schneider, Dienstag um 10:00 Uhr, Dauer circa 3 bis 4 Stunden. Vom Schulunterricht musst du dich für diesen Tag entschuldigen lassen.“

Der bevorstehende Termin machte mich nachdenklich, in der Schule war ich nicht so offen und fröhlich wie sonst und konnte mich überhaupt nicht konzentrieren. In einer Pause am Freitag kam Laura zu mir und klagte: „Du bist so gar nicht gut drauf. Was ist mit dir? Bist du krank?“
„Ich erzähle es dir am Samstag“, liess sie stehen und rannte in eine stille Ecke des Schulhofes und fing an zu heulen. Weil ich nicht wollte, dass mich jemand als Häufchen Elend sah, bin ich zu spät zurück in die Klasse gegangen.
„Mir ist schlecht“, log ich dem Deutschlehrer vor.
„Willst du nach Hause gehen?“
„Nein, ich versuche die restlichen Stunden durchzubeissen, damit ich keinen Stoff verpasste“, sagte der Streber in mir.
Nach der Schule bin ich sofort losgerannt, habe mich nicht einmal von Laura verabschiedet, wie das sonst üblich war. Das Handy stellte ich ab.

Fürs Wochenende hatten meine Eltern Lauras Familie zum Essen eingeladen. Zum ersten Mal seit ich mit Laura zusammen war, konnte ich mich irgendwie nicht richtig freuen.
Auch Mom merkte, dass mit mir etwas nicht in Ordnung war.
„Dani, was ist? Hast du eine schlechte Zensur bekommen? Hast du Streit mir Laura?“
„Nein, nichts“, verzog mich in mein Zimmer und schloss ab.
Wenige Augenblicke später klopfte es an meine Türe, die Türfalle wurde gedrückt, vergeblich.
„Dani, lass mich rein.“
Zuerst zögerte ich, öffnete dann aber doch, warf mich in Moms Arme und begann bitterlich zu weinen. Sie sagte nichts, drückte mich an sich und wartete bis ich mich beruhigt hatte.
„Na, sag schon, was ist?“
„Wie soll ich das alles Laura beibringen? Ich habe solche Angst sie zu verlieren.“
„Eine sehr schwierige Situation. Meiner Meinung nach, musst du ihr die Wahrheit erzählen und auf ihre Grossherzigkeit hoffen. Und heute ist doch die Gelegenheit dazu.“
Ich nickte wortlos.

Zur Begrüssung von Laura und ihrer Familie bemühte ich mich möglichst locker aufzutreten, war innerlich aber sehr aufgeregt und angespannt. Ich hatte mich fast gleich angezogen wie zur Konsultation bei der Frauenärztin, allerdings ohne mich zu schminken.
Auch Laura war ganz schlicht gekleidet, Bluse und Leinenrock, dazu flache Schnürschuhe.

Mom bekam einen grossen Blumenstrauss, mein Vater eine Flasche Hochprozentiges und Laura hatte mir ein rotes Kissen in Herzform mitgebracht. Für einen Moment taute ich auf und bedankte mich bei Laura mit einem herzhaften Kuss.

Tom freute sich, dass er beim Essen neben mir sitzen durfte, so auch Laura, die an unserem grossen, runden Auszieh-Esstisch auch neben mir sitzen konnte.
„Mama, ich möchte mir die Haare auch so lang wachsen lassen wie Dani“, und warf erwartende Blicke zu seinen Eltern.
„Ja, ein wenig länger dürfen sie schon sein wie jetzt“, war die Antwort, die den Sohnemann beruhigte.

Mom zauberte ein wunderbares Essen auf den Tisch, das von allen gerühmt wurde.

Ich half nach den einzelnen Gängen Mom beim Abtischen. Auch Laura wollte mittun, wurde von Mom aber geheissen, sitzen zu bleiben. In der Küche forderte mich Mom auf, nach der Nachspeise meine Geschichte zu erzählen.
„Aber Tom ist doch da. Ich will nicht, dass er das mitbekommt.“
„Lass ihn doch in deinem Zimmer am Computer spielen.“ – „Super Idee!“

„Tom, möchtest du mal mein Zimmer sehen?“ – „Klar.“
Mein Zimmer war sauber aufgeräumt, es lagen keine Mädchensachen sichtbar herum.
„Willst du ein bisschen am Computer spielen?“
„Ja, hast du ein Autorennspiel?“ – „Nein, ich habe keine Renn- oder Ballerspiele, aber ich kann dir ‚Moorhuhn‘ starten.“ – „Oh, ja, das kenn ich, hat mein Freund auch.“
Ich startete den PC und das Moorhuhn Spiel, Tom war überglücklich.
„Ich geh mal wieder ins Wohnzimmer, um noch ein bisschen mit den anderen zu schwatzen.“
„Mach das, die Quatscherei ist eh langweilig“, meinte der Kleine.

Zurück am Esstisch blickte ich zu Mom, die nun das Wort ergriff und kundtat, dass ich eine ganz schwierige Entscheidung fällen müsse, die mich schwer belasten würde.
Zuerst ganz gefasst begann ich über meine Gefühle und Wünsche, Ängste und Bedenken zu erzählen. Je mehr ich von mir preisgab, umso emotionaler wurde es und ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Laura hat meine Hand genommen, um mir moralisch beizustehen.

„Deshalb wird mich Mom am kommenden Dienstag in die Uniklinik zu Tests und Abklärungen begleiten. Dann weiss ich vielleicht schon mehr.“

Zunächst herrschte eine kurze Weile betretenes Schweigen, ehe Lauras Mutter das Wort ergriff und sagte: „Dani, das ist mutig von dir, uns das alles so unverblümt zu erzählen. Meine Hochachtung.“
Und Laura ergänzte zu mir gewandt mit verklärtem Blick: „Freundinnen bleiben wir auf jeden Fall, komme was wolle“, und gab mir einen Kuss auf den Mund.

Mir war ein Stein vom Herzen gefallen, ich konnte wieder lachen und merkte wie meine Lockerheit zurückkehrte.

Wir diskutierten noch lange wie es denn weitergehen würde. Welchen der Wege, die die Frauenärztin aufgezeigt hatte, ich gehen würde, das war aber alles noch offen.
Und Laura wollte wissen, wie es denn in der Schule sein würde. Ich antwortete ihr: „Ich werde mir Rat vom Kinderpsychologen holen. Vorläufig solltest du das für dich behalten.“
„Ja, ich verrate sicher niemandem etwas.“

Der Nachmittag neigte sich dem Ende zu, Laura und ihre Familie bedankten und verabschiedeten sich. Nur Tom war nicht erfreut, schon gehen zu müssen.
„Kann ich wieder einmal bei dir zum Spielen kommen?“, wollte er beim Hinausgehen noch wissen. Ich nickte ihm zu, wir gaben uns ‚High Five‘.


(Fortsetzung folgt, Jessy)

Satinxsilk
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 50 im Thema

Beitrag von Satinxsilk » Fr 30. Mär 2018, 12:06

Wieder eine sehr schöne Fortsetzung. Und langsam wird es ernst für Dani. :)

ExuserIn-2018-07-10

Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 51 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-10 » Fr 30. Mär 2018, 17:23

Ich bin sehr gespannt wie es mit Dani geht.
Es ist auch aufregend für Laura und die anderen Familienmitglieder.

Liebe Grüsse
José

Dana X07
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 52 im Thema

Beitrag von Dana X07 » Fr 30. Mär 2018, 20:08

Das war wieder eine ganz tolle Fortsetzung und löste bei mir wieder mein Kopfkino aus . Meine Emotionen gehen dann auch mit mir spazieren . Ich bin schon auf den nächsten Teil gespannt , in welche Richtung es Dani verschlägt...

LG Nicole
Im Alter wird man meißt schlauer , deswegen " ICH BIN ICH " . Das lasse ich mir auch nicht mehr nehmen .....

Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 53 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Fr 30. Mär 2018, 20:53

Toll aufgebaut und aufgelöst.

Jetzt zeigt sich auch was hinter dem Freundschaftsring steckt. Kann Laura auch als Dani lieben??

Dankeschön Jessy!!
Viele liebe Grüße
Lorelai

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jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 54 im Thema

Beitrag von jessy83 » Di 3. Apr 2018, 11:30

Teil 19

In der Uniklinik

Rechtzeitig sind Mom und ich am Dienstag losgefahren, um ja nicht zu spät in der Uniklinik zu sein. Der Morgenverkehr war schon vorbei, so dass wir gut durchkamen und bei der Klinik auch schnell einen Parkplatz fanden.
Ich hatte mir den Jeansjupe angezogen, darunter die knielange Leggings, aber keine Strumpfhose. In den Ballerinas war ich barfuss. Am Oberkörper trug ich wieder ein Träger-Shirt, darüber die Karobluse und eine leichte Jacke. Etwas Schminke hatte ich mir auch erlaubt und die Haare nach hinten zu einem Pony zusammengebunden.

Wir wurden direkt ins grosse Sprechzimmer von Kinderarzt und Hormonspezialist Dr. Schneider geführt. Eine Kinderpsychologin war auch noch anwesend, Frau Dr. Roth. Nach der netten Begrüssung legten Mom und ich erst mal Mantel und Jacke ab und setzen uns gegenüber den beiden Ärzten an den grossen Schreibtisch. Ich schlug die Beine übereinander.

Dann musste ich von mir erzählen und viele, sehr viele Fragen beantworten.

Dr. Schneider erklärte mir das weitere Vorgehen. Es sollten heute noch ein paar Tests durchgeführt, ein Gespräch mit Frau Dr. Roth unter vier Augen stattfinden und medizinische Abklärungen gemacht werden.

Danach zeichnete er einen ersten ungefähren Weg auf, falls sich bei mir eindeutig Transsexualität herausstellen sollte.
„Eine operative Angleichung des Geschlechts ist deinem Alter noch nicht möglich, da müssen wir warten bis du 18 oder 19 Jahre alt bist. Konkret würden wir abwarten bis du dein Abitur gemacht hast.“
Ich hatte unter anderem auch erzählt, dass ich ein Gymnasium besuche und gerne das Abi machen würde.
Er fuhr fort: „Wenn du tatsächlich transsexuell bist, wirst du das auch im Alltag ausleben müssen und den Schritt machen, auch als Mädchen in die Schule zu gehen.“
Er erklärte weiter, dass das Coming Out ein schwerer Schritt sei, weil bestimmt Angst aufkommen würde, gehänselt zu werden und Ärger mit den ganzen Leuten zu bekommen.

„Zu diesem Schritt müsste ich dich aber drängen, denn mit zunehmendem Alter würde es immer schwieriger. Erstes Ziel muss es dann so schnell wie möglich sein, mit Hormonblockern die männliche Pubertät zu stoppen, damit der Stimmbruch und der Bartwuchs nicht einsetzen, denn einen Stimmbruch könnte man nicht rückgängig machen. Diese Pillen müsstest du jeden Tag einnehmen.
Zusätzlich bedarf es einer Hormontherapie. Diese weiblichen Hormone, Östrogene, die man alle vier Wochen spritzen wird, führen nach etwa 1 Jahr zur Brustentwicklung und dass der Körper weibliche Formen bekommt und die Zunahme der Körperbehaarung und die typischen männlichen Verhaltensweisen verhindert, das heisst sie machen dich allmählich zur Frau.“

Weil ich in meiner körperlichen Entwicklung eher ein wenig zurückgeblieben war, hatte die Pubertät noch nicht richtig eingesetzt. Dr. Schneider meinte aber, dass die Zeit dränge, da ich ja bereits die ersten Samenergüsse gehabt hätte, wie ich ihm offen erzählt hatte.

Den Rest des Tages folgten Psychotests, Gespräche und medizinische Abklärungen; die Körpergrösse, Hände und Füsse wurde vermessen und das aktuelle Gewicht bestimmt, auch Blut wurde entnommen, das in einem Labor untersucht werden würde.

Zum Austrittsgespräch für diesen Tag trafen wir uns wieder im Sprechzimmer von Dr. Schneider.
„Junges Fräulein, in einer Woche sehen wir uns wieder. Da haben wir die ersten Ergebnisse und je nach dem beginnen gleich wir mit der Therapie. Einverstanden?“, fragte er und schaute Mom und mich an.
„Ja, auch wieder um 10 Uhr?“
„Um 14 Uhr reicht, so verpasst unser Fräulein nicht noch mehr Schulstunden, sonst wird nichts mit dem Abi“, sagte er schmunzelnd und nach einer kurzen Pause:
„Etwas kann ich aber heute schon verraten. Die medizinischen Berechnungen ergaben, dass du ausgewachsen etwa 172 bis 175 cm gross wirst und deine Füsse ungefähr Schuhgrösse 41 oder 42 haben werden, egal ob du ein Junge bleiben oder ein richtiges Mädchen werden wirst.“
Mom und ich lächelten uns an und freuten uns ob der guten Botschaft.

Die Schulleitung hatte grosses Verständnis für meine Absenzen, die noch bevorstünden. Auf die Frage, ob es denn etwas Schlimmes sei, entgegnete Mom ohne auf Details einzugehen, dass man die Ergebnisse der Uniklinik abwarten müsse.

Eine Woche später sass ich zu 100 Prozent als Mädchen gekleidet wieder bei Herrn Dr. Schneider im Zimmer. Wie es der Doktor angeordnet hatte, war auch Dad mitgekommen.
„Wie hast du die Woche verbracht, Dani?“
„Recht gut, aber ich bin draussen und in der Schule immer noch als Junge unterwegs gewesen, obschon ich mir gewünscht hätte, als Mädchen angezogen herumzulaufen.“
„Das wollte ich von dir hören. Die Tests und die Gespräche mit Frau Dr. Roth haben nämlich ergeben, dass es sich bei dir mit allergrösster Wahrscheinlichkeit um Transsexualität handelt. Das heisst, dass du ein Mädchen bist, das im falschen Körper geboren wurde.“

Und zu meinen Eltern gewandt: „Wenn Sie einverstanden sind, werden wir heute noch mit der Therapie beginnen. Dazu müssten Sie aber dieses Papier, eine Art Vertrag, unterzeichnen, dass Sie mit dem Vorgehen einverstanden sind, wie ich es letzten Dienstag erklärt habe. Lesen Sie die Seiten in Ruhe durch und falls Sie es möchten, können Sie es auch draussen noch zusammen besprechen.“

Meine Eltern lasen den Vertrag sorgfältig durch, schauten sich an, nickten, um dann zu mir gewandt zu fragen:
„Dani, bist du sicher, dass du das so machen willst?“
„Jaa!“
Sie setzten ihre Unterschriften unter den Vertrag. Ich atmete tief durch und frohlockte innerlich.

Eine Krankenschwester führte mich dann in einen Untersuchungsraum, wo ich mich oben bis auf das Top, das ich an diesem Tage trug, freimachen musste. Nach kurzer Zeit erschien auch Dr. Schneider, zeigte mir die Hormonspritze und liess mir die Wahl Oberarm oder Gesäss.
„Oberarm, … oder tut es so weh, dass ich den dann nicht mehr richtig gebrauchen kann?“
„Du wirst nur einen kleinen Pieks spüren, sonst nichts.“
Und mit breitem Grinsen meinte er spasseshalber weiter: „Dann warten wir fünf Minuten und können zuschauen, wie deine Brüste zu wachsen beginnen.“
Offenbar hatte ich ihn dabei so entgeistert angeschaut, dass er erschrocken meinte: „Nein, natürlich nicht, das wird mehrere Monate dauern, bis eine Veränderung zu sehen sein wird“ und weiter: „Beruhigt?“
„Ja, danke.“
Er setzte die 1. Hormonspritze, Pieks, kaum gemerkt, das war’s an diesem Tag.
„Wir sehen uns in 4 Wochen wieder. Und vergiss nicht jeden Tag die Hormonblocker-Pillen zu nehmen.“
„Ganz sicher nicht.“
„Alles Gute und mach’s gut!“ Weg war er.

Diese Hormonspritze wiederholte sich bis zu den Sommerferien nun alle vier Wochen. Körperlich habe ich eigentlich keine Veränderung feststellen können. Vielleicht hätte ohne diese Spritzen der Stimmbruch eingesetzt. Wer weiss.
Psychisch ging es mir aber sehr gut, ich war innerlich so was von befreit.

Die einzigen Personen ausser Mom und Dad, die davon wussten, waren Laura und ihre Eltern. In der Schule merkte auch (noch) niemand etwas. So gingen Laura und ich nach wie vor als Liebespaar durch.
Die Beziehung zueinander war nicht mehr ganz die gleiche wie in den ersten Wochen, aber wir genossen es immer noch beieinander zu sein, küssten und umarmten uns. Laura hat immer mehr Gefallen daran gefunden, mir die Haare zu kämmen und flocht auch mal kleine Zöpfchen ins immer länger gewordene Haar. Mir machte es Spass, ihr durch ihre Haare zu streicheln.

Viele Nachmittage verbrachten wir bei mir oder bei ihr. Sehr oft aber auch draussen zusammen mit anderen aus der Klasse oder dem Dorf. Da es in unserem Städtchen keinen richtigen Jugendtreff gab, versammelten wir uns auf dem Schulhof. Mehrheitlich trug ich Jungenkleidung, bis auf die Unterwäsche, die immer feminin war.
Als ich wieder einmal zum Nachtessen bei Laura bleiben durfte, Lauras Bruder Tom war nicht da, eröffnete mir Sandra:
„Dani, ich habe mit deinen Eltern telefoniert. Wenn du möchtest, darfst du in den Sommerferien mit uns zwei Wochen nach Italien ans Meer fahren? Wir sind in einem Hotel, das gleich am Strand steht, es hat nur eine Strasse dazwischen. Vom Zimmer aus hat man freie Sicht aufs Meer.“
Ich schaute zu Laura, die nur zwinkerte und mit dem Kopf nickte.
„Und meine Eltern sind einverstanden?“
„Ja, mit einer kleinen Bedingung. Weil du nach den Sommerferien dein Coming Out haben sollst, musst du oder soll ich sagen darfst du den ganzen Urlaub als Mädchen verbringen. Du darfst kein einziges männliches Kleidungsstück mitnehmen.“
In meinem Innern jubilierte es. Ich stand auf, rannte zu Sandra, umarmte diese und gab Lauras Papa einen Kuss. „Danke, danke, danke.“
Danach bekam auch noch Laura meine Freude zu spüren.
Wir besprachen weiter ein paar Details: So dürfe ich mit Laura in einem Doppelzimmer sein und Tom bekäme ein kleines Einzelzimmer. Und ich müsste mich als Klassenkameradin von Laura ausgeben, als Daniela. Letzteres war wirklich das kleinste Problem, da mich ja fast alle immer Dani riefen. Damit Tom sich vor den Ferien nicht verplapperte, würde er erst auf der Hinreise informiert.

Überglücklich kehrte ich an diesem Abend nach Hause zurück, wo mich Mom und Dad schon erwarteten und sofort bemerkten, wie entzückt und froh gelaunt ich war.
„Aha, sie haben dir vom Urlaub in Italien erzählt.“
„Danke Mom, danke Dad, dass ich mitfahren darf.


(Fortsetzung folgt, Jessy)

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 55 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Di 3. Apr 2018, 12:05

Es geht mit großen Schritten voran!
Ich bin gespannt was der Urlaub so bringt-
Vor allem in der Beziehung zu Laura und wie Sicht Dani mit der HET fühlt.
Viele liebe Grüße
Lorelai

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 56 im Thema

Beitrag von Joe95 » Di 3. Apr 2018, 15:26

Einfach nur schön...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

Dana X07
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 57 im Thema

Beitrag von Dana X07 » Di 3. Apr 2018, 19:59

Wau , toll ... Ich bin gespannt wie es weiter geht . (fwe3)
LG Nicole
Im Alter wird man meißt schlauer , deswegen " ICH BIN ICH " . Das lasse ich mir auch nicht mehr nehmen .....

jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 58 im Thema

Beitrag von jessy83 » Mi 4. Apr 2018, 13:24

Teil 20

Urlaub in Italien, Vorbereitungen und 1. Tag

Für die warme Jahreszeit hatte ich keine Mädchensachen zum Anziehen, so dass wieder einmal ein Einkaufsbummel bevorstand.
Zwei bunte, kurze Sommerkleider, ein fliederfarbenes, ärmelloses und ein weisses mit kurzen Ärmeln, zwei BHs, diverse Tops mit und ohne Ärmel, Slips, ein kurzer Cordrock, ein weiterer Mini-Jeansjupe, eine beerenrote Strickjacke mit durchgehendem Reissverschluss und andere Kleinigkeiten wie das grosse, zu einem Mädchen passende Strandtuch mit Delfinen drauf, landeten im Einkaufskorb. Im Schuhgeschäft durfte ich noch zwei Paar Flip-Flops aussuchen, eines aus Plastik für den Strand, rosa, und eines aus Stoff, beige, für die anderen Gelegenheiten. Dazu zwei Paar Sandaletten, weisse mit kleinem 1-cm-Absatz und silbrige Sandaletten im Römerstil.
Die grösste Herausforderung war aber, was ich zum Baden anziehen sollte. Unten war ich ja noch ein Junge. Bikini mit Höschen ging gar nicht, auch bei einem Badekleid hätte man ‚es‘ gesehen.
Wir fanden dann einen Badeanzug mit angenähtem Schösschen und einen Bikini mit Rockunterteil, die meine kleine ‚Ausbuchtung‘ versteckten.
Zu guter Letzt gingen wir noch auf die Suche einem Beauty-Case, das wohl zur Ausrüstung eines Mädchens gehören würde, meinte Mom. Und weil es dieses als schönes Set mit Rollkoffer gab, erstanden wir das Set in königsblau.
„Einen Strohhut kaufst du dir in Italien am Strand oder auf dem Markt.“

Weil wir gut in der Zeit waren, schlug Mom vor, dass ich mir die Haare etwas kürzer schneiden lassen könnte. Das wäre für die Badeferien sicher bequemer.
Meine Haare waren wirklich schon sehr lang geworden, reichten bis Mitte Rücken.
Ich willigte ein. Wir suchten einen Damensalon auf, um spontan einen Termin zu bekommen. Im zweiten hat es dann geklappt.
„Wie kurz möchtest du die Haare geschnitten haben?“
„Etwas länger wie schulterlang, bitte.“
Nach einer Dreiviertelstunde verliessen wir den Salon und fuhren wieder nach Hause.

Endlich waren sie da, die Sommerferien. Die Versetzung in die nächste Klasse war auch kein Problem. Am zweitletzten Schultag hatten meine Eltern zusammen mit mir einen Termin bei der Schulleitung verlangt. An diesem Treffen eröffneten wir der Schulleiterin und meinem Klassenlehrer, der auch dabei war, was mit mir alles los sei, weshalb ich in vergangenen Monaten so oft in die Uniklinik musste und dass ich deshalb nach den Sommerferien als Mädchen in die Schule kommen würde. Natürlich waren beide überrascht, fanden meinen Entscheid aber mutig und konsequent.
Herr Lehmann meinte: „Ich bin froh, dass es so ist und nicht anders, denn ich befürchtete nämlich, dass du eine schlimme Krankheit hättest, Leukämie oder so.“

Wir besprachen noch das Vorgehen am 1. Schultag nach den Ferien. Herr Lehmann schlug vor, dass ich eine halbe Stunde vor Schulbeginn zu ihm ins Lehrerzimmer kommen solle, bevor die anderen Schüler aufs Schulgelände kämen. Anschliessend würden wir zusammen ins Klassenzimmer gehen, wo ich den anderen meine Situation erklären könnte, also mein Coming Out geben.

Die ersten drei Ferienwochen verbrachte ich zu Hause, ging mit Laura und den Kameradinnen und Kameraden aus der Schule häufig Baden, damit unsere Haut ein bisschen Farbe bekam, oder machten eine Radtour, gingen zum Shoppen, mein Beauty-Case musste doch irgendwie gefüllt werden. Bei schlechterem Wetter schauten wir Filme oder hingen einfach so herum. Heute würde man chillen dazu sagen.
Draussen war ich in Jungenkleidern unterwegs, zu Hause und wenn ich mit Laura alleine war, zog ich mich als Mädchen an.

Kurz vor dem Italien-Urlaub lud mich Lauras Mama ein, mit ihr und Laura in die Stadt zum Shoppen mitzugehen.
Als erstes steuerten wir den Juwelierladen an, in welchem ich meine beiden Ohrlöcher gestochen bekommen hatte.
„Laura will sich noch zwei weitere Löcher machen lassen“, erklärte Sandra den Grund des Besuchs im Juweliergeschäft. „Wenn du willst, darfst du auf meine Kosten auch welche stechen lassen. Deine Mama wäre einverstanden, wie sie mir am Telefon bestätigte.“
„Ja, sehr gerne, danke.“
Laura und ich einigten uns auf vergoldete Ohrstecker mit kleiner, imitierter Perle in der Mitte.
Nach der Piekserei verriet uns ein Blick in den Spiegel: „Sieht gut aus!“
Wir bedankten uns bei Sandra mit einem Kuss.

Der Einkaufsbummel mit Sandra und Laura war sehr abwechslungsreich und auch amüsant, wollte Laura doch verschiedene Kleidungsstücke für den Urlaub haben, die der Mama aber häufig etwas zu sexy waren, so dass es jeweils zu kleinen Disputen kam nach denen sich meist Sandra durchsetzte. „Wer zahlt befiehlt!“, sagte sie zwei oder drei Mal energisch zu ihrer Tochter.
Laura ging natürlich nicht mit leeren Händen nach Hause. Die beiden einigten sich auf diverse Sachen, mit denen beide leben konnten.
„Würdest du das auch anziehen?“, fragte Laura ein paar Mal. – „Ja, schon, gefällt mir gut, würde ich auch tragen“, rettete ich mich jeweils aus der Situation.
Abschliessend suchten wir noch den Kosmetikbereich in einem Kaufhaus auf, wo wir Nagellack, Nagelfeilen, Lippenstifte, Lipgloss, Sonnencreme, Mascara und vieles mehr kauften. Alles wurde doppelt eingepackt, einmal für Laura und einmal für mich. Zu guter Letzt durften wir uns noch je eine Sonnenbrille aussuchen, eine farbige natürlich. Laura wählte hellgrün, ich orange.

Schon ganz kribbelig war ich am Tag vor der Abreise nach Italien. Mom wollte mir unbedingt beim Packen helfen. Weshalb merkte ich dann aber erst in Senigallia, wo wir hinfahren würden. Davon aber später.
Zuerst legten wir alle Sachen für die Reise bereit: Slips, BHs, Spaghettitops, Jeans-Minis, Blüschen, Cardigan, die Schuhe und viele Dinge mehr. Danach zeigte mir Mom wie man einen Koffer richtig packt, hatte ich vorher ja noch nie selber machen müssen.

Dann sollte ich mich früh noch ein bisschen hinlegen, denn ich wurde um Mitternacht abgeholt, weil Lauras Papa nicht im Stau am Gotthard stecken bleiben wollte. Um halb zwölf weckte mich Mom. Vom leichten Frühstück, das sie zubereitet hatte, brachte ich fast keinen Bissen hinunter. Den Kakao und ein halbes Brot schaffte ich aber.

Pünktlich fuhr Lauras Familie vor. Ich verabschiedete mich von Mom mit Kuss, Dad war nicht extra aufgestanden, ihm hatte ich am Vorabend ‚Tschüss‘ gesagt. Kurze Begrüssung der Eltern und Laura, Tom schlief schon und bemerkte demnach nicht, dass ich in Mädchensachen eingestiegen war. Wir Kinder sassen hinten, Tom und ich am Fenster, Laura in der Mitte. Und los ging die rund 12-stündige Fahrt. Rund alle zwei Stunden gab es eine kleine Pause, nach der sich die Eltern am Steuer abwechselten. Beim ersten Halt musterte mich Tom und fragte im Halbschlaf: „Warum hast du Mädchensachen an?“ Ich hatte mir im Vorfeld der Reise überlegt, was ich auf diese Frage, die ich von ihm erwartet hatte, antworten sollte. Doch ehe ich etwas sagen konnte, nahm Sandra ihren Sohn zur Seite und sagte zu ihm: „Das werden wir dir erklären, wenn wir im Hotel sind.“ Es blieb ihm nicht viel anderes übrig, als es zu akzeptieren.

Am Gotthard kamen wir in einen kleinen Stau, der uns rund 1 Stunde kostete. Es sollte nicht die letzte Warterei sein. An der Grenze zu Italien und an jeder Zahlstelle auf den italienischen Autobahnen staute sich der Verkehr. So wurden aus 12 eben 17 Stunden Fahrzeit, die Pausen mit eingerechnet.

Es war schon später Nachmittag wie wir in Senigallia, das liegt ein Stück weiter südlich von Rimini an der Adriatischen Küste, ankamen. Die Eltern checkten im Hotel ein, während wir fragten, ob wir an den Strand gehen dürften. Wir durften. Nichts wie los.
„Passt auf über die Strasse!“, rief uns Sandra noch hinterher. Sandaletten aus, durch den Sand gerannt und rein ins Meer, bis zu den Knien. Tom hatte dann keine bessere Idee wie eine kleine Wasserschlacht anzuzetteln. Aber Laura und ich waren zu zweit gegen einen. Wie wir ihn dann an Händen und Füssen gepackt und in hohem Bogen ins Wasser geschmissen hatten, fand er es nicht mehr lustig, begann zu weinen und rannte klitschnass davon, um uns ganz bestimmt bei den Eltern zu verpetzen.

Nach ein paar Minuten kehrten auch wir ins Hotel zurück, wo wir schon erwartet wurden. Es gab aber keinen Anschiss, sondern Tom entschuldigte sich bei uns und meinte, dass er wohl selber schuld gewesen sei. Die Eltern hatten bestimmt das ihrige dazu beigetragen, dass er das sagte, kannten sie doch ihren Pappenheimer.

Wir bezogen in der 2. Etage unser Hotelzimmer, das ziemlich gross, aber recht einfach eingerichtet war. Nebst einem Doppelbett, waren da noch ein Kleiderschrank, eine Kommode und ein Tisch mit zwei Stühlen. Wir schmissen unsere Koffer aufs Bett und stürzten uns als erstes auf den Balkon, von welchem wir eine wunderbare Aussicht aufs Meer geniessen konnten.
Der Erdkundler in mir, oder sollte ich Erdkundlerin sagen, gab zum Besten: „Von hier aus werden wir den Sonnenaufgang betrachten können. Ich muss mich erkundigen, wann die Sonne am Morgen aufgeht.“
Danach warfen wir einen Blick ins Badezimmer. Eine geräumige Dusche, WC, Lavabo und noch so ein Waschbecken gehörten zur Ausstattung. Laura bemerkte meinen fragenden Blick und meinte schnippisch: „Weiss die Dame für was dieses Ding da ist?“, und zeigte auf dieses eigenartige Waschbecken.
„Um die Füsse zu waschen?“, fragte ich zurück.
„Nein, meine Liebe, das ist ein Bidet“, erklärte sie mit leicht schnippischem Tonfall.
„Ein Bidet? Noch nie gehört.“
„Ein Bidet wird überwiegend von Frauen benutzt, um sich die äusseren Geschlechtsorgane und den Hintern mit Wasser zu reinigen.“
„Und die Füsse darf man da drin nicht waschen?“
„Doch, doch, das mache ich jeweils auch.“
Kaum war das geklärt, klopfte es an der Türe. Sandra wollte unser Zimmer sehen und schauen wie es uns gehe.
„Um 19:30 Uhr ist das Nachtessen. Zieht euch bitte etwas Nettes an. Wir treffen uns fünf Minuten vorher in der Hotellounge.“
Über eine Stunde war noch Zeit. Wir beschlossen auf eine kleine Erkundungstour zu gehen. „Duschen und Umziehen können wir uns danach“, schlug Laura vor.
„Und auspacken?“
„Machen wir nach dem Essen.“

Also spazierten wir in der Nähe des Hotels herum. Laura, die nicht zum ersten Mal in Senigallia war, zeigte mir eine grosse Gelateria, in der es über 30 verschiedene Eissorten hatte, eine Kleiderboutique, das Strandcafé und einen Souvenirladen.
„Auf das Eis freue ich mich ganz besonders. Welche Sorten hast du am Liebsten, Dani?“
„Schokolade, Stracciatella und Erdbeere.“
„Du musst aber noch andere ausprobieren, das empfehle ich dir. Nach dem Essen werden wir bestimmt noch einen Spaziergang mit meinen Eltern machen. Und so wie ich meinen Dad kenne, gibt er hundertprozentig ein Gelato aus.“

Zurück im Hotelzimmer liess ich Laura als Erste duschen. Die Wartezeit nutzte ich, um meinen Koffer auszupacken. Beinahe zuunterst kam noch ein Päckchen zum Vorschein. „Was ist das?“, fragte ich mich. Auf der kleinen Etikette stand ‚Von deinen Eltern, schöne Ferien‘. Ich riss die Verpackung auf und durfte eine wunderschöne Mädchenarmbanduhr herausnehmen. Hellblaues Ziffernblatt mit Strass versetzt, silbrige Zeiger, dunkelgraue Einfassung und ein hellblaues Armband aus Lederimitation. Meine Eltern wussten genau was mir gefallen würde und dass ich die sehr wohl gebrauchen könnte, weil ich meine Knabenuhr zu Hause lassen musste.

Laura trat aus dem Badezimmer. „Dusche ist frei.“
„Schau mal, was mir meine Eltern heimlich in den Koffer gelegt haben.“
„Zeig mal. Die ist wirklich wunderschön.“

Nach dem Duschen, Haare föhnen und zusammenbinden schminkten wir uns ein wenig, zogen beide ein Sommerkleid an und Laura ihre edlen Flip-Flops aus mit Strass besetztem Leder, ich meine Römer-Sandaletten.

Pünktlich trafen wir die anderen in der Lounge. Zusammen steuerten wir den riesigen Speisesaal an, wo wir mitten drin einen 6er-Tisch zugewiesen bekamen. Ein Tisch am Fenster wäre natürlich schöner gewesen, aber das wünschten sich sicher alle Gäste.

Zuerst konnten wir die Getränke bestellen, Vino rosso für die Eltern, Aqua minerale für uns Kinder. Ratet mal, wem dies nicht passte.
„Und warum ist Dani als Mädchen gekleidet“, stürmte Tom sofort los. Zum Glück redete er nicht so laut, dass die Leute um uns herum dies mitbekommen hatten.
„Wir erklären dir das nach dem Essen, sicher nicht hier im Speisesaal, wo uns alle zuhören können. Klar?“
„Ja, ja.“

Bevor serviert wurde, liess ich meine Augen durch den Speisesaal schweifen. Ich entdeckte noch andere Jugendliche in unserem Alter.

Als Vorspeise durfte man aus einer Suppe oder Pasta auswählen. Alle entschieden sich für die Pasta mit Tomatensauce, die wunderbar schmeckte.
Zum Hauptgang wurde ein Schnitzel mit Gemüse aufgetischt, dazu Salat für alle in einer Schüssel. Sandra mischte zuerst die Salatsauce, Öl, Essig, Salz und Pfeffer, denn in Italien ist es fast überall üblich, dass man das Dressing selber anrichten muss.
Während des Essens kam einer der Kellner vorbei und brachte einen Zettel, auf dem man ankreuzen konnte, was man am darauffolgenden Tag zu essen haben wollte. Sandra erklärte mir die Sitten und Gepflogenheiten im Hotel und die Essgewohnheiten.
Die Nachspeise war auch sehr lecker, eine Panna cotta mit Karamell-Sauce.

Wie Laura angekündigt hatte, lotste uns Lauras Papa nach dem Essen in die nahegelegene Gelateria, wo er uns ein erstes Gelato offerierte, das man entweder in einer Waffel oder in einem Becher bekommen konnte. Tom musste den Becher nehmen, aus Erfahrung, wie Sandra meinte. Alle anderen bekamen es in der Waffel, im cono. Und da fast alle je zwei verschiedene Sorten ausgewählt hatten, begann ein munteres, gegenseitiges Ausprobieren.

„Was ist jetzt mit Dani?“, begann Tom alsbald zu stürmen.
Wir suchten uns an der Strandpromenade eine ruhige Bank aus und erklärten dem Kleinen was Sache ist.
„Aber er hat doch einen Pipimann und Mädchen nicht!“, gab er zum Besten.
Völlig ungläubig nahm er dann zur Kenntnis, was mit mir mit 18 oder 19 Jahren geschehen würde. Er sagte nichts mehr, in seinem Gehirn muss es mächtig gerattert haben, damit er das Gehörte verarbeiten konnte.

Weil wir von der langen Fahrt doch alle ziemlich mitgenommen und müde waren, gingen wir an diesem Abend früh zu Bett. Laura und ich kuschelten noch ein bisschen miteinander und wünschten uns mit einem langen Lippenkuss ‚Gute Nacht‘.

Lange Zeit konnte ich nicht einschlafen, wälzte mich hin und her und liess den Tag Revue passieren. Zum ersten Mal den ganzen Tag als Mädchen unterwegs gewesen zu sein. Was für ein wundervolles Gefühl. Ich war stolz auf mich, dass ich mich geoutet hatte, ich fühlte mich richtiggehend befreit.

Laura drehte sich zu mir herüber und fragte leise: „Schläfst du schon?“
„Nein, ich denke die ganze Zeit über den vergangenen Tag nach, 100 Prozent als Mädchen, einfach nur schön.“
„Mir geht die Sache mit dir auch nicht aus dem Kopf. Vor einer Woche noch mein Freund, und jetzt ‚bloss‘ noch meine Freundin. Ein wenig Schade finde ich es schon, dass ich nun keinen Freund mehr habe. Ich weiss gar nicht, ob ich jetzt schon bereit wäre für eine neue Beziehung. Aber so lange du deine OP nicht hattest, bist du noch ein Junge und bleibst in meinem Herzen mein Freund“, und weiter: „Kannst du das verstehen und kommst du damit klar?“

Weil ich grosse Angst hatte, Laura zu verlieren, war ich hocherfreut, was sie gesagt hatte, kuschelte mich an sie und streichelte sie am ganzen Körper.
„Ich bin so erleichtert über alles was du gesagt hast. Danke.“
Mit einem sehr langen Zungenkuss entflohen wir ins Land der Träume.


(Fortsetzung folgt, Jessy)

chriss
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 59 im Thema

Beitrag von chriss » Mi 4. Apr 2018, 16:50

Eine wunderschöne Geschichte. Da werden ja fast Träume wahr. Weiter so und danke für alles bislang geschriebene. Christian-e

Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 60 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Mi 4. Apr 2018, 17:14

❤️❤️❤️❤️Super Fortsetzung!Du bist richtig beflügelt!
Ich bin gespannt was am Strand so passiert - wenn vielleicht ein hübscher italienischer Junge auftaucht und den beiden schöne Augen macht.
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

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