Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)
Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung) - # 2

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Brigitta
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 16 im Thema

Beitrag von Brigitta » Di 20. Feb 2018, 19:23

Hallo Jessy,
)))(:
tolle Geschichte und packend erzählt ...
:()b
... auch ich bin begeistert ...
und freue mich auf die Fortsetzung!
(ki)

Liebe Grüße
Brigitta ))):s
Nicht jede Frau kann eine Gazelle sein. (Elena Uhlig)

Dana X07
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 17 im Thema

Beitrag von Dana X07 » Di 20. Feb 2018, 20:57

Ich muss es schon wieder sagen , einfach toll geschrieben 😍 . Die Geschichte läuft bei mir im Kopf wie ein Film ab ... Einfach super 👍 ...

LG Nicole
Im Alter wird man meißt schlauer , deswegen " ICH BIN ICH " . Das lasse ich mir auch nicht mehr nehmen .....

jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 18 im Thema

Beitrag von jessy83 » Fr 23. Feb 2018, 22:33

Teil 8

Kostümparty in der Schule

Der Freitag vor dem Rosenmontag war da.
Am Vortag hatten wir nach der Schule alles vorbereitet, das Frühstück und die Party konnten steigen.

Lauras Mutter brachte ihre Tochter zu uns nach Hause, wo wir uns für die Schule zu Recht machten. Sie anerbot sich auch, uns zur Schule zu fahren, mit dem Hintergedanken mich einmal als Mädchen zu sehen. Den Gefallen konnte ich ihr machen.
„Vergiss die Marmelade nicht!“, rief mir Mom zu.
„Die habe ich schon eingepackt.“

Im Treppenhaus begegneten wir einer unserer Nachbarinnen, die etwas entgeistert stehen blieb und uns nachschaute. Es war mir in diesem Moment völlig egal, denn auch auf dem Weg zum Auto liefen uns ein paar mir bekannte Gesichter vorbei. Niemand sagte aber etwas, man lächelte sich höflich an.

In der Schule angekommen stiegen wir aus, gingen über den Schulhof. Und da wir die einzige Klasse waren, die eine Kostümparty veranstaltete, waren wir schon der Hingucker für alle anderen. Ich war mir aber nicht sicher, ob mich auch alle wirklich erkannt hatten.

Wir waren fast die letzten, die im Klassenzimmer eintrafen. Was für ein Aufruhr! Anerkennde Zurufe. Aber auch ein paar Sprüche musste ich einstecken. War mir aber völlig egal. Herr Lehmann kam auf uns zu und meinte: „Daniel? Dich hätte ich auf der Strasse nicht erkannt. Du siehst grandios aus.“ Das tat gut. Die Sprücheklopfer, die das auch gehört hatten, verstummten.

Zwei Hexen, zwei Piraten, ein Cowboy und ein Indianer, eine Prinzessin, ein Vampir, zwei Schlumpfinen, ein Eisbär, Superman, ein Zwerglein, natürlich Laura als Leopardengirl, dann noch Peter, der als Blumenmädchen kam, leider nur ganz wenig geschminkt, trug zudem nur Leggins unter dem Rock und seine Jungsturnschuhe, und einige andere weniger gelungene Figuren mehr gab es zu bestaunen. Aber die meiste Aufmerksamkeit bekam eindeutig ich, vor allem von den Mädchen, die sich fast nicht satt sehen konnten und es nicht glauben konnten, dass da ihr Klassenkamerad Daniel vor ihnen stand.

Das Frühstück schmeckte ausgezeichnet. Ein Junge, dessen Vater eine der beiden Bäckereien im Städtchen führte, hatte super feines und frisches Brot mitgebracht. Nichts blieb übrig. Auch die Marmelade von Mom war im wahrsten Sinne des Wortes leergefressen. Das was von restlichen Sachen doch noch übrig geblieben war, teilten wir nach dem Aufräumen auf. Joghurt, Zucker, Milch, Orangensaft, Cornflakes und anderes mehr fanden ihre Abnehmer. Ich wollte nichts mit nach Hause nehmen, nur die beiden leeren Marmeladengläser. So wie es Mom mir aufgetragen hatte.

Auf in den grossen Singsaal, wo unsere beiden DJs, einer als Gorilla, der andere als Clown kostümiert, bereits Musik abspielten. Nicht so laut wie sie das gerne gehabt hätten, aber doch laut genug, dass man kaum ein Wort miteinander reden konnte. Herr Lehmann musste immer wieder eingreifen und darum bitten, die Musik ein wenig leiser zu stellen.

Wir tanzten, machten Tanzspiele und vergnügten uns. Zum Tanzen wurde ich ‚nur‘ von Mädchen aufgefordert, die Jungs schämten sich wohl und dachten, dass sie dann als schwul abgestempelt würden. Ich hatte mit den Mädchen viel Spass, aber natürlich besonders mit Laura.

Wie es kommen musste, hatte ich urplötzlich den Drang auf Toilette zu müssen.
„Laura, kommst du mit, ich muss auf Toilette“ sagte ich mit breitem Grinsen, weil ich mich häufig darüber lustig gemacht hatte, dass die Mädchen immer mindestens zu zweit auf Toilette gehen müssen.
„Ja, klar, ich muss auch mal.“
Instinktiv steuerte ich auf das Jungs-WC hin. Dort standen drei Jungs aus oberen Klassen, die nur meinten: „Das ist eine Jungen-Toilette! Verpiss dich!“ Sie hatten mich offenbar nicht erkannt.
„Komm mit!“, sagte Laura und zog mich ins Mädchen-WC, wo ich eine freie Kabine aufsuchte. Da ich zu Hause auch immer im Sitzen pinkeln musste, war es für mich nichts Besonderes. Es dauerte etwas länger ehe ich wieder richtig angezogen war, so dass Laura rief: „Alles in Ordnung?“ – „Ja, ja, ich komme gleich.“

Wir gingen wieder zurück zur Party, die sich bald dem Ende zuneigte. Es war Zeit für die Maskenprämierung. Herr Lehmann verteilte allen Anwesenden eine Nummer, auch den DJs. Herr Lehmann erklärte das Abstimmungsprozedere. Zu dieser Wahl hatte er auch die Schulleiterin und die anderen Lehrkräfte, die an unserer Klasse unterrichten, eingeladen. Fast alle waren da.

Wir stellten uns im Kreise auf, so dass jede(r) jede(n) sehen konnte. Die Lehrer gingen aussen vorbei. Mehr als einer von ihnen blieb stehen als ich in dessen Blickfeld war. Mehrmals konnte ich ein zustimmendes Nicken ausmachen.
Jeder hatte drei Stimmen, die er oder sie auf den Zettel schreiben und in die bereitgestellte Kartonschachtel werfen musste. Als alle Zettel abgegeben waren, verschwand Herr Lehmann mit einem Kollegen, um das Ganze auszuwerten. In der Zwischenzeit durfte noch ein wenig getanzt werden. Etwas überrascht war ich schon, als der junge Chemielehrer auf mich zukam und fragte: „Darf ich bitten, holdes Fräulein?“ Dabei lächelte er mich an. Ich gab ihm natürlich keinen Korb. Die DJs liessen gerade ein langsames Stück laufen, so dass mich der Lehrer ganz eng an sich heranzog, um mit mir zu tanzen. Laura beobachtete uns, schmunzelte und warf mir einen Kussmund zu.

Wenige Minuten später kehrte Herr Lehmann mit dem Ergebnis zurück. Zwei Jungs hatten für die Siegerehrung ein provisorisches Podium errichtet. Herr Lehmann machte es spannend und begann mit Platz 3, den Melissa belegte, die als Hexe gekleidet war.
„Platz 2 geht an die Nummer 17, Anton, den Vampir“, verkündete Herr Lehmann anschliessend. Anton hatte sich wirklich super geschminkt. Ihm und auch Melissa hatte auch ich eine meiner Stimmen gegeben. Die dritte Stimme war für Laura, logisch.
„Und nun zu Platz 1. … Platz 1 belegt die Nummer …, die auf fast allen Stimmzetteln notiert wurde. Platz 1 geht an die Nummer … … 5, Daniel oder soll ich besser Daniela sagen!“ Jubel brauste auf, die DJs spielten ‚We are the Champions‘. Wie wir drei auf dem Podest standen, trat die Schulleiterin vor, bedankte sich bei allen für die schöne Party und dass sie so reibungslos verlaufen sei. Sie überreichte jedem von uns einen Briefumschlag mit einem Gutschein von der Eisdiele in unserem Städtchen. Als ich später den Umschlag öffnete, sah ich die Zahl 30 aufleuchten. Nicht schlecht, dachte ich, das gibt mehr als ein Eis für mich und Laura.

Ich bedankte mich ganz artig mit einem Knicks bei der Schulleiterin, die mir nochmals ein paar anerkennende Worte für mein Outfit und den Mut dazu entgegenbrachte.

Das Aufräumen war auch schnell erledigt. Herr Lehman verabschiedete sich einzeln von jedem von uns und entliess uns in den Karnevalsurlaub.

Auf dem Schulhof wollte Laura ihre Mutter anrufen, ob sie uns abholen könne. Aber ihr Handy war offenbar ausgeschaltet. Da ich wusste, dass meine Mom auch nicht zu Hause war, blieb uns nichts anderes übrig als den Heimweg zu Fuss anzutreten. Weil Laura ihre Sachen bei mir deponiert hatte, musste sie gezwungenermassen mitkommen.

Während des Fussmarsches kam mir in den Sinn, dass die Verkäuferin vom Schuhladen von mir verlangt hatte, dass ich mich ihr präsentieren sollte, wenn ich als Mädchen mit den Pumps unterwegs war. Und weil das Geschäft am Rosenmontag wahrscheinlich geschlossen sei, sagte ich zu Laura:
„Ich muss noch im Schuhgeschäft vorbeischauen, wo ich die Pumps gekauft habe.“ Da ich ihr die ganze Geschichte schon einmal erzählt hatte, wusste sie worum es ging.

Es war nur ein kleiner Umweg zum Schuhgeschäft. Dort angekommen, traten wir ein. Ich erblickte die Frau sofort, die mich damals bedient hatte. Sie kam auf uns zu und fragte: „Was darf es sein, die Damen?“ Sie erkannte mich nicht.
„Hallo!“ … „Sie haben doch von mir verlangt, dass ich nochmals vorbeischauen sollte, um ‚Hallo‘ zu sagen, weil Sie mir die Pumps verbilligt verkauft hatten.“
Nun dämmerte es ihr, sie schaute auf die Schuhe, erkannte diese und dann auch mich, und:
„Nein, das gibt es ja nicht, dich hätte ich nie und nimmer wiedererkannt. Super siehst du, gratuliere! Wie geht es mit dem Laufen in den Pumps?“
„Kein Problem.“ Ich ging im eleganten Stil durch den halben Laden, so wie wenn ich immer solche Schuhe getragen hätte.
„Doch, das ist sehr gut wie du das machst.“
„Und das Schmusekätzchen da ist deine Freundin?“ – „Ja.“

Wir wollten uns bereits verabschieden als die Verkäuferin uns bat, noch einen Moment zu warten. Sie verschwand im hinteren Teil des Ladens und kam dann mit einer Schuhschachtel zurück.
„Grösse 38 hast du, oder?“ – „Ja.“
„Schau, was ich für dich habe. Das ist ein Paar Ballerinas, die ich nicht verkaufen kann, weil sie hier einen kleinen Schaden haben. Ich schenke sie dir.“
Ich strahlte über beide Backen und sagte natürlich nicht nein, bedankte mich für das Geschenk. Dann verabschiedeten wir uns, verliessen das Geschäft und gingen zu mir nach Hause.

Bei mir angekommen, zog Laura ihr Leoparden-Kostüm ab, denn sie hatte beim langen Nachhauseweg darunter zu schwitzen begonnen.
„Kann ich bei euch rasch duschen?“, fragte sie.
„Ja, klar.“ Ich ging mit ins Badezimmer, zeigte ihr wo alles ist und gab ihr noch ein frisches Badetuch. Dann verschwand ich in mein Zimmer und probierte die Ballerinas an. Sie sassen wie angegossen. Es war aber auch ein eigenartiges Gefühl nach so langer Zeit in hohen Pumps unterwegs gewesen zu sein, wieder fast flache Schuhe zu tragen.

Laura kam dann vom Badezimmer zurück, die Haare waren trocken geblieben. Sie war aber etwas ratlos, was sie nun anziehen sollte. BH, Top, Slip und Leggins waren durchgeschwitzt. Ich hatte auch nur eine Garnitur an Mädchenwäsche, so dass ich vorschlug, dass wir mal in Moms Sachen nach etwas Passendem suchen könnten.

Laura war einverstanden und folgte mir ins Schlafzimmer meiner Eltern, wo wir in der Wäschekommode nach geeigneten Teilen suchten. Wir fanden sofort einen einigermassen passenden Slip und ein schönes, schwarzes Top, das nurein wenig zu gross war. Bloss einen BH fanden wir keinen in ihrer Grösse. Auch Leggins waren keine da, denn die trug meine Mom nie.
„Aber du könntest eine von meinen FSH anziehen, die schwarze.“
„Ok.“

Zurück in meinem Zimmer legte Laura das Badetuch beiseite und stand splitternackt vor mir. Ich hatte in meinem Leben noch nie ein Mädchen nackt gesehen. Ich war fasziniert vom Anblick, was auch Laura bemerkte.

„Ich habe kalt“ sagte sie, schmiss das Badetuch auf einen Stuhl, ging zu meinem Bett und kuschelte sich unter die Bettdecke.
„Komm, her!“, befahl sie. Ich zog mich aus und legte mich neben sie ins Bett, wo wir uns umarmten, gegenseitig streichelten und küssten. Eng umschlungen sind wir dann tatsächlich für eine kurze Zeit eingenickt.

„Nun sind wir doch ein richtiges Paar geworden, nicht?“, fragte ich sie nach dem kurzen Nickerchen.
„Ja, und hoffentlich bleiben wir das auch ganz lange.“

Wir standen auf und nach einem gegenseitigen Blick auf unsere Körper und einem weiteren Zungenkuss zogen wir uns wieder an, ich wieder einmal als Junge, der aber immer noch geschminkt war. Laura stieg wieder in das Leopardenköstum, das wieder einigermassen trocken war.

Kurze Zeit später kam auch Mom nach Hause und wollte wissen, wie es in der Schule gelaufen sei. Wir erzählten ihr alles, auch die Geschichte vom Schuhladen und dass wir für Laura ein Top und einen Slip von ihr ausgeliehen hatten, aber nicht was in meinem Schlafzimmer abgegangen war.

Mom nickte zustimmend und fragte dann, ob Laura noch zum Abendessen bleiben wolle.
„Nein, ich kann nicht, heute Abend habe ich mit meiner Gardetanztruppe den ersten Auftritt und muss um 18 Uhr beim Reisebus sein, der uns zum Aufführungsort fährt.“
„Du bist ein Tanzmariechen?“, fragte Mom. Laura erzählte, dass sie schon fünf Jahre in der Gardetanztruppe einer Karnevalsgesellschaft in der Stadt mitmachen würde.
„Aha. Na, dann ruf deine Mutter an, dass ich dich gleich nach Hause bringen werde.“ Weil es erst kurz nach 16 Uhr war, reichte die Zeit problemlos.
„Mach ich, danke.“

Bevor Laura mit Mom wegfuhr eröffnete mir meine Freundin, dass wir uns die nächsten Tag kaum sehen könnten, müsste sie doch mit ihrer Tanzgruppe von Auftritt zu Auftritt eilen. Ich musste es wohl schweren Herzens akzeptieren. Dafür verabschiedeten wir uns gebührend für die ‚sehr lange‘ Zeit in welcher wir uns nicht sehen würden.

Bald einmal kam Dad nach Hause und wir nahmen alle drei gemeinsam das Abendessen ein. Dad erzählte ich von den Ereignissen des Tages. Er beglückwünschte mich zum 1. Rang bei der Maskenprämierung. Mitten im Essen läutete das Telefon, Schwesterchen Julia erkundigte sich wie es gelaufen sei.

Im Bett liess ich den Tag in Gedanken nochmals Revue passieren, um dann glücklich und über beide Ohren verliebt (he) , aber müde und geschafft, sehr rasch einzuschlafen.


(Fortsetzung folgt, Jessy)

Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 19 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Sa 24. Feb 2018, 15:54

(ap) (ap) (ap) (ap) (ap) (yes)

Tolle neue Fortsetzung!
Weiter so...
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

Jasmine
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 20 im Thema

Beitrag von Jasmine » Sa 24. Feb 2018, 16:13

jessy83 hat geschrieben:
Di 13. Feb 2018, 08:16
Mir gefielen besonders die schwarzen Lack-Riemchen-Pumps, die ich ja schon vorher ausfindig gemacht hatte.
Schöne Geschichte.
Konservative Lackschuhe.JPG
Liebe Grüße Jasmine
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

jessy83
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 21 im Thema

Beitrag von jessy83 » Mi 28. Feb 2018, 16:17

Teil 9

Lauras Auftritt

Am Samstagmorgen läutete unser Telefon, das Mom abnahm. Am anderen Ende war Lauras Mutter. Sie redeten sehr lange miteinander, ohne dass ich verstand, um was es ging. Ich wurde nervös.

Als Mom aufgelegt hatte bombardierte ich sie mit Fragen. „Nur, ruhig, Dani“, sagte Mom mit stoischer Ruhe, setzte ein Lächeln auf und berichtete:
„Die Eltern von Laura fahren heute zu einem ihrer Auftritte. Und weil Brüderchen Tom lieber zu seiner Oma wollte, tanzende Mädchen fände er ätzend, hatten sie eine Eintrittskarte übrig, die sie mir gerne überlassen würden. Ich solle gegen 12 Uhr verpflegt bei ihnen sein, wenn Laura, Tom und Peggy alle schon weg seien, damit es für meine Freundin eine Überraschung würde.“

„Das freut mich aber gewaltig. Ja, da gehe ich natürlich hin. Super. Weisst du, ob ich mich maskieren soll?“, sprudelte es aus mir heraus.
„Darüber haben wir nicht gesprochen. Ruf doch zurück und frag selber.“

Die Anfrage bei Lauras Mama ergab, dass ich mich nicht speziell maskieren müsste. Sie schlug aber vor, dass ich mal das Leoparden Kostüm anziehen könnte, falls es mir nicht zu klein wäre. „Keine schlechte Idee“, habe ich mir gedacht und mich für die Einladung bedankt.

Wenige Minuten vor zwölf Uhr erreichte ich mit meinem Fahrrad das Haus von Laura Eltern. Die Mama nahm mich herzlich in Empfang, küsste mich und fragte: „Was hast du bloss mit meiner Tochter angestellt? Die ist so lieb und brav, auch zu Tom, strahlt den ganzen Tag über beide Backen und sieht einfach nur glücklich aus.“
Ich lief rot an und meinte nur: „Mir geht es auch so, das sind wohl die Schmetterlinge im Bauch, die erste Liebe halt!“
Sie lächelte.

„Komm, wir gehen ins Zimmer von Laura, wo du das Leopardenkostüm probieren kannst.“
„Was soll ich drunter anbehalten?“
„Die Jeans und den Pulli würde ich ausziehen, da das Kostüm eh ein wenig knapp sein wird.“
Bevor ich das Kostüm anzuziehen begann meinte sie weiter: „Ich gebe dir eine Leggins von mir, damit du nicht an die Beine frierst.“
Sie ging hinaus, kam wenig später mit einer weissen Leggins und Socken im Leopardenmuster wieder zurück.
„Schau, die habe ich bei mir auch noch gefunden, denn deine Socken passen nicht so ganz.“

Ich zog alles an, das Kostüm passte einigermassen. Die Beine und die Ärmel waren etwas zu kurz, aber sonst ging’s.
Dann rümpfte sie ihre Nase und meinte noch: „ Mit diesen Turnschuhen sieht das aber auch nicht gerade schick aus“, und zeigte in Richtung meiner ausgetretenen Pilz-Container.
„Welche Schuhgrösse hast du?“ – „38.“
„Passt, ich gebe dir von mir ein paar schwarze Sneakers, Grösse 39. Das müsste gehen.“

Ich sah sofort, dass das Damensneakers waren. Aber sie gefielen mir sehr, zog sie an – sie passten.

Danach wurde ich noch geschminkt und sah dann wie ein richtiges Kätzchen aus. Wie ich mich im Spiegel betrachtete, musste ich mir zugestehen, dass man mich nicht mehr als Dani beziehungsweise als Junge erkennen würde.

Die Fahrt zum Ort, wo Lauras Truppe auftreten würde, war fast eine Stunde Fahrzeit entfernt. Der Kindernachmittag der Karnevalsgesellschaft begann um 14 Uhr. Wir hatten recht gute Plätze in der Mitte des Saales auf der Seite, wo auch die Eltern der anderen Mädchen und Begleiter Platz gefunden hatten. Wir bestellten Getränke und warteten auf den Beginn der Veranstaltung.

Lauras Mutter wusste, dass der Gardetanz als fünfte Nummer im Programm war. Die Warterei hielt sich also in Grenzen.

Dann war es soweit, die Mädchen wurden von der Präsidentin des Kinder-Elferrates hereingerufen. Von zackiger Marschmusik begleitet kamen die Mädchen im Gleichschritt auf die Bühne.
„Was für schöne Kostüme!“, ging mir durch den Kopf. Gelb-blaue uniformähnliche, mit Strass bestückte Jacken, einen weissen, ganz kurzen Faltenrock, hautfarbene Glitzerstrümpfe, spezielle, weisse Tanzschuhe sowie eine schwarze Perücke mit Zöpfen und ein Art Federhut trugen sie.

Und weil alle so gleich aussahen und auch noch geschminkt waren, konnte ich Laura auf die Distanz gar nicht ausmachen.

„Die sechste von links ist Laura“, flüsterte mir die Mama zu.
„Ja logo, das ist sie.“

Dann legten sie los. Sprünge, Überschläge, Beine hoch, Spagate und so weiter und so fort. Gut vier Minuten dauerte der Auftritt und strengte auch an. Nichtsdestotrotz hatten immer alle ein Lächeln drauf. Es gab grossen Applaus, einige Zuschauer riefen noch „Zugabe, Zugabe!“. Die gab es aber nicht. Abmarsch.

Lauras Mutter hiess mich mitzukommen, denn wir würden rasch zur Garderobe gehen, um Laura zu überraschen. Sie ging hinein, ich wartete draussen. Wenige Augenblicke später kamen beide heraus. Laura schaute mich an, erkannte mich aber sofort und fiel mir um den Hals.
„Hast du den Auftritt gesehen?“, wollte sie wissen.
„Logo, darum sind wir ja hierhergefahren.“
„Und, hast du mich erkannt? Hat es dir gefallen?“
„Ja, … äääh, … nein, deine Mama musste mir helfen. Aber ihr seht ja auch alle völlig gleich aus. Aber hübsch. So was möchte ich auch einmal tragen“, rutschte es mir noch heraus.
„Danke, dass du gekommen bist, Kätzchen. Damit hast du mir eine Riesenfreude gemacht, … wo wir uns doch schon so lange nicht mehr gesehen haben!“, und küsste mich.
„Und du hast sogar von meiner Mama die schönen Sneakers an. Mir hat sie das noch nie erlaubt, denn die hätte ich auch schon gerne einmal getragen“, sagte sie und verschwand in der Garderobe mit: „Ich muss, denn wir fahren gleich weiter zur nächsten Aufführung.“
Und weg war sie.
Auch die Mama strahlte. Wir gingen zurück in den Saal, wo das Programm seinen Lauf genommen hatte, blieben noch bis zur Pause und fuhren danach nach Hause.


(Fortsetzung folgt, Jessy)

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 22 im Thema

Beitrag von jessy83 » Do 1. Mär 2018, 21:59

Teil 10

Am Faschingszug

Am Sonntag fuhr ich mit meinen Eltern in eine andere Stadt im Süden, in der am Nachmittag ein Kinder- und Jugendfaschingszug stattfinden würde. An diesen Anlass ging ich wieder als Mädchen gekleidet. Das Schminken und das Anziehen waren schon richtig zur Routine geworden. Zum Schluss riet mir Mom, den Lack der Fingernägel aufzufrischen. Und die grossen Creolen zog ich mir auch wieder an.
„Die Nägel lackierst du dir nun selbst. Du weisst ja jetzt wie das geht.“

Weil es nicht mehr ganz so warm war wie in den vergangenen Tagen, gab mir Mom einen gestreiften Wollschal, eine weisse Wollmütze und eine brombeerrote Daunenjacke. Vor dem Weggehen betrachtete ich mich im Spiegel und musste mir eingestehen: „Sieht gut aus!“

Der Umzug machte viel Spass. Einen kleinen Schrecken bekam ich dann aber doch noch. Eine Hexengruppe machte Jagd auf hübsche Mädchen. Und so packten auch mich zwei Hexen und luden mich in auf eine mit Stroh gefüllte Schubkarre, überwarfen mich kiloweise mit Konfetti, um mich dann irgendwann wieder frei zu lassen. Und sie hatten nicht bemerkt, dass sie einen Jungen und kein Mädchen in ihrer Schubkarre hatten. Zu Fuss gings dann zurück zu meinen Eltern, die sich köstlich amüsiert hatten. Mein Vater eröffnete mir voller Stolz: „Ich habe alles auf Video!“

Nach dem Faschingszug wärmten wir uns im nächstgelegenen Kaffeehaus mit Kaffee, meine Eltern, und einer heissen Schokolade auf, ich, ehe wir dann wieder nach Hause fuhren.

Gegen Abend telefonierten Laura und ich noch miteinander und erzählten uns gegenseitig wie der Sonntag verlaufen war. Sie freute sich schon, bei nächster Gelegenheit, das Video betrachten zu dürfen.
Sie sagte mir zum Schluss, dass sie recht müde sei von den vielen Auftritten und dass am Abend nochmals zwei auf dem Programm stünden. Ich wünschte ihr viel Glück und Spass.

Übrigens: Zur ‚Freude‘ meiner Mom fanden wir noch wochenlang später immer wieder Konfetti in der Wohnung!


(Fortsetzung folgt, Jessy)

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 23 im Thema

Beitrag von jessy83 » Mo 5. Mär 2018, 15:55

Teil 11

Rosenmontag

Endlich war er da, der Rosenmontag, der aber dadurch etwas getrübt wurde, dass Laura und ich nicht gemeinsam dem Rosenmontagszug beiwohnen konnten, weil sie selber mitmarschieren musste.

Ich war mit ein paar Leuten aus der Klasse da, die alle auch maskiert waren. Wie dann die Gardetanztruppe bei uns vorbeimarschiert, löste sich Laura aus der Reihe, kam auf mich zu, umarmte und küsste mich. Rundherum gab es sogar Applaus dafür. Dann lief sie zurück zu ihrer Gruppe. Weniger später hielt mir jemand von hinten die Augen zu und fragte mit verstellter, tiefer Stimme: „Wer bin ich?“
„Laura?“, löste mich aus der Umklammerung und drückte sie fest an mich. „Warum bist du nicht mehr bei deiner Truppe?“, fragte ich.
„Tja, ich habe meiner Trainerin vorgemunkelt, dass mir ein Fuss etwas weh täte und ich diesen schonen wolle für die nächsten Auftritte.“
„Und das hat sie dir geglaubt?“
„Ja, ich wollte mein Herzkäferchen doch noch etwas für mich haben.“

Wir schauten uns den Rosenmontagszug bis zum Schluss an, nicht ohne uns immer wieder zu küssen.

Eine ältere Dame meinte zu uns: „Ihr seid aber zwei dicke Freundinnen, dass ihr euch so gern habt.“
Keine Hemmungen mehr habend antwortete ich: „Ich bin ein Junge, kein Mädchen!“ Sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Nein, sowas. Das kann man aber nicht erkennen. Du wärst aber ein hübsches Mädchen. “
Gibt es ein grösseres Kompliment als dieses?

Kaum war der Faschingszug vorbei, gingen alle aus der Klasse, die da waren, gemeinsam in die Eisdiele und genehmigten sich einen grossen Eisbecher oder tranken etwas. Leider musste sich Laura schon bald einmal verabschieden, weil sie zu ihrer Tanztruppe zurück musste. Wir anderen blieben noch ein Weilchen.

Dienstag und Aschermittwoch war ich auch wieder als Mädchen unterwegs. Man traf sich im Dorf, auf dem Schulgelände, im Park und wo auch immer. Schade war halt nur, dass Laura nicht dabei sein konnte. Die Rolle als Tanzmariechen hatte in diesen Tagen Vorrang. So freute ich mich, wie schon lange nicht mehr, auf den Schulbeginn am Donnerstag.

So sehr ich mich auf den Donnerstag gefreut hatte, so sehr kam in mir Wehmut auf, denn nun würde ich ja nicht mehr als Mädchen gekleidet auf die Strasse gehen können. Ich hatte das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlen würde.

Was sollte ich dagegen tun?

(Fortsetzung folgt, Jessy)

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 24 im Thema

Beitrag von jessy83 » Mo 5. Mär 2018, 15:58

Teil 12

Mit Mom in der Stadt

Zur Schule ging ich wieder als Junge. Der einzige Unterschied zu früher war, dass ich nun zwei Ohrringe trug, die kleinen, die mir Julia geschenkt hatte.

Der Freundschaft mit Laura tat das Jungensein keinen Abbruch, aber ab und zu wünschte ich mir schon wieder einmal Mädchensachen tragen zu können. Ich habe dann begonnen Feinstrumpfhosen unter der Jeans zu tragen, Tarnsocken mit dazu. Dies machte ich aber nur an Tagen, an welchen wir keinen Sport hatten.

In einer grossen Pause sassen Laura und ich wieder auf dem Mäuerchen.
„Was meinst du dazu, wenn wir uns gegenseitig Freundschaftsringe kaufen?“, fragte sie.
„Das ist eine gute Idee. Lass uns mal in die Stadt fahren und uns welche anschauen.“
„Ich frage mal meine Mutter, ob sie uns fährt.“
„Ja, gib mir dann Bescheid.“

Die FSH nahmen unter den Jeans durch das viele Tragen Schaden und bekamen Löcher oder Laufmaschen. Ich musste mir also irgendwie neue besorgen.

Der Ausflug mit Laura verzögerte sich, weil ihre Mutter keine Zeit hatte, weil Tom krank wurde und sie ihn nicht alleine zu Hause lassen wollte.

Ungefähr zwei Wochen später war Kleiderkaufen mit Mom in der Stadt angesagt. Ich brauchte neue Jeans, Shirts, Pullover, Slips und auch neue Turnschuhe.
Zuerst suchten wir eine neue Jeans. Alle Knabengrössen waren viel zu lang. Da meinte meine Mutter, dass wir mal eine Mädchenjeans probieren sollten, die seien meist kürzer. Mein Herz schlug höher. Und tatsächlich, die enge Hose aus der Girlie-Abteilung sass wie angegossen. Dass es eine Mädchenjeans war, sah man auch nicht. Nur das Muster auf den Gesässtaschen war leicht feminin angehaucht.
Den rot-weissen Pullover, ein schwarzes T-Shirt und das Slip-Set in blau und grau kauften wir dann wieder in der Jungen-Abteilung.
„Mom, ich habe in der Mädchenabteilung noch ein wunderschönes weisses T-Shirt mit silbernen Sternen darauf gesehen, das ich auch noch haben möchte.“
„Bist du sicher, dass du das haben willst? Das ist doch für Mädchen.“ – „Ist mir egal! Es gefällt mir einfach.“ Und weil es keine 10 Euro kostete, legte es Mom zu den anderen Sachen und bezahlte alles an der Kasse.

Danach suchten wir ein Sportgeschäft auf, um Sneakers für mich zu finden. Mom meinte, ich solle gleich ein Paar in Grösse 39 oder 40 anprobieren. Wir suchten in der Kinderabteilung. Mom dachte, dass es ein schwarzes oder weisses Paar werden würde, so wie bei Jungs üblich. Aber ich wählte aus der Damenabteilung ein jeansblaues, hohes, mit seitlichem Reissverschluss und Pseudoschnürung sowie ein hellrotes Paar zum Anprobieren aus, beide in Grösse 40, weil Grösse 39 zwar passte, aber wahrscheinlich bald zu klein gewesen wäre. Es waren keine Markenschuhe von Nike oder Adidas, aber das störte mich nicht. An unserer Schule war nicht der Markendruck zu spüren, von dem ich schon mehrfach gehört und gelesen hatte. Dementsprechend waren sie auch nicht so teuer, so dass mir gleich Mom beide kaufte.

Dann trennten sich unsere Wege, weil sie noch Sachen für sich kaufen wollte. So konnte ich nochmals alleine und ungestört die Mädchenabteilung im Kaufhaus aufsuchen. Geld hatte ich wohlweislich mitgenommen. Dort legte ich mir einen Bund kurze Mädchensocken, 6 Stück in diversen Pastellfarben, ein 5er-Pack Mädchenpanties, multicolor, und einen weissen Bustier in den Einkaufskorb. Gerne hätte ich mir noch das schöne bis knapp unters Knie reichende Marken-Nachthemd in cherry rot für 19.95 Euro gekauft, wofür aber das Geld nicht gereicht hätte. In der Damenabteilung legte ich noch 5 Feinstrumpfhosen mit 18 bis 30 DEN dazu, schwarze und hautfarbene. Die 50 Euro vom Weihnachtsgeld reichten gerade mal. Nach dem Bezahlen verstaute ich alles in meinen Rucksack, damit Mom meine Einkäufe nicht sehen konnte.

Ich hatte noch Zeit, bis ich mit Mom treffen wollte. So schlenderte ich noch in der Fussgängerzone umher und betrachtete mir in den Schaufenstern Freundschaftsringe. Ich erschrak darüber wie teuer die waren, auch in der einfachsten Ausführung.

Am vereinbarten Ort traf ich Mom wieder, sie mit Einkaufstüten vollgepackt und mich fragend: „Und du, hast nichts gekauft?“ – „Nein“, und zu ihrem Erstaunen sagte ich dann „aber ich habe ein schönes Nachthemd für 19.95 Euro gesehen. Kaufst du mir das noch? Ich kann es dir zu Hause von meinem Taschengeld zurückzahlen.“
Ich führte Mom in die Mädchenabteilung des Kaufhauses und zeigte ihr das gute Stück meiner Begierde. Zunächst schaute sie mich etwas verdutzt an, sagte dann aber „Einverstanden“.

Wir suchten noch ein Café auf, tranken Tee und assen ein Stück Kuchen dazu.
„Mom, Laura und ich möchten uns Freundschaftringe kaufen. Ich habe mir in verschiedenen Geschäften welche angeschaut. Aber die sind ja alle mega teuer.“
„Im Kaufhaus gibt es in der Schmuckabteilung auch günstigere, es müssen doch sicher nicht goldene oder silbrige sein, oder?“
„Da hast du Recht.“
„Lass uns mal welche anschauen gehen. Kaufen werden wir aber keine können, weil du Laura mitentscheiden lassen solltest und du ihre Ringgrösse eh nicht kennst.“
„Ja, klar.“

Also nichts wie los und erneut ins grosse Kaufhaus am Marktplatz. In der Schmuckabteilung sahen wir uns die Auslage an Ringen an. Mir gefielen zwei, drei Paar, alle so um 60 bis 80 Euro herum. Wir hatten genug gesehen und fuhren nach Hause.

Zurück im trauten Heim musste ich ein gutes Versteck für die Mädchensachen finden. Zuunterst in meinem Pult würde Mom hoffentlich nicht suchen, deckte die Sachen aber noch Computerheften zu.

Nach dem Abendessen verabschiedete ich mich bald einmal in mein Zimmer.
„Gute Nacht, zusammen.“ – „Gute Nacht.“
Endlich konnte ich das Nachthemd anziehen, dazu die Ballerinas, die zu meinen Hausschuhen geworden waren. Es war wieder ein herrliches Gefühl, so herumzugehen. Ich ging noch kurz ins Badezimmer um die Zähne zu putzen. Danach ging es auf direktem Weg ins Bett, wo ich noch etwas im Buch las, das wir vom Deutschlehrer als Auftrag bekommen hatten. Wie so oft am Abend vor dem Zubettgehen rief ich noch Laura an, um ihr eine Gute Nacht zu wünschen.

(Wird fortgesetzt, Jessy)

Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 25 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Mo 5. Mär 2018, 19:02

Oh da verselbstständigt dich was...
Danke für die Fortsetzungen..
Und ich habe das leise Gefühl das Laura das unterstützen wird .
☺️
Viele liebe Grüße
Lorelai

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 26 im Thema

Beitrag von Dana X07 » Mo 5. Mär 2018, 19:22

Tolle Fortsetzung und ich bin schon ganz gespannt wie es weiter geht ... Eventuell doch als Mädchen in die Schule ... Da Spiel meine Fantasie Purzelbäume 😍...
LG Dana Nicole
Im Alter wird man meißt schlauer , deswegen " ICH BIN ICH " . Das lasse ich mir auch nicht mehr nehmen .....

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 27 im Thema

Beitrag von jessy83 » Fr 9. Mär 2018, 11:20

Teil 13

Ringe

In der Schule erzählte ich Laura, dass ich mir am Vortag mit Mom in der Stadt Ringe angeschaut hätte und fragte: „Was meinst du, wann können wir mit deiner Mutter fahren?“
„Ich frage sie und gebe dir Bescheid.“

Mitten im Nachmittag läutete das Telefon. Laura war’s.
„Wir könnten heute fahren, heute ist verkaufsoffener Abend. Sobald mein Papa da ist, der auf Tom aufpassen kann, holen wir dich ab.“
„Super, danke.“ Ich weihte Mom in den Plan ein.
„Hast du genügend Euro?“ – „Ja, es müsste reichen.“
„Hier hast du doch einen kleinen Zustupf“, und gab mir 50 Euro.

„Wir fahren jetzt los“, sagte mir Laura am Telefon. Ich machte mich in Jungenklamotten und weiblicher Unterwäsche bereit und ging schon mal nach draussen, wo ich keine Minute warten musste.

In der Stadt lotste ich die beiden zur Schmuckabteilung im Kaufhaus, um Laura die Ringe zu zeigen, die ich schon mal angeschaut hatte.
„Diese würden mir am Besten gefallen“, sagte Laura und zeigte auf ein Paar, die mir auch schon ins Auge gestochen waren. Der Mädchenring hatte noch drei zusätzliche Steinchen drauf, unechte logischerweise bei dem Preis, der Jungenring war schlicht gehalten. 69 Euro hätte das Paar gekostet.

„Nein, das könnt ihr nicht machen“, mischte sich Lauras Mutter ein. „Wir gehen in richtiges Schmuckgeschäft, einen solchen ‚Schrott‘ kauft ihr mir nicht.“ Gesagt, getan.

Wir liessen uns diverse Ringe vorführen, die alle wunderschön waren. Nur wurde es mir ein bisschen mulmig als ich die Preise sah. Lauras Mutter konnte offenbar meine Gedanken lesen und sagte:
„Macht euch wegen dem Preis keine Gedanken, die schenke ich euch.“
Ich überliess Laura die Auswahl, denn die Frauenringe waren jeweils immer etwas spezieller wie die der Männer.
Laura suchte sich ein Paar aus 925er Silber aus. Der ihrige hatte noch 5 kleine Diamäntchen mit zusammen 0.1 Karat, meiner war ohne jeglichen Schnickschnack, obwohl mir die Steinchen auch sehr gefallen hätten. Zusammen kosteten die Dinger 289 Euro!
„Wünschen Sie noch eine Gravur?“, fragte die Verkäuferin.
Laura und ich sahen uns fragend an. Ehe wir etwas antworten konnten, meinte Lauras Mama:
„Ja. ‚Alles Liebe, Dani‘ und ‚Alles Liebe, Laura‘.“
„Kommen Sie doch in einer Stunde zurück, dann sind die beiden Ringe mit Gravur bereit.“
Laura und ich strahlten. Mama bezahlte die Ringe an der Kasse, mit den Gravuren kosteten sie 309 Euro.

Die Wartezeit verkürzten wir uns mit Currywurst, Pommes und Cola. Wir schlenderten noch etwas in der Fussgängerzone umher. Während des Spazierens sagte die Mama: „Dani, du kannst mir ‚DU‘ sagen, ich bin die Sandra.“ – „Oh, danke, Sandra.“

Zurück im Schmuckgeschäft hiess uns Sandra draussen zu warten, sie wollte die Ringe allein abholen.

„Gibst du sie uns, bitte?“ bat Laura ihre Mutter wie sie wieder draussen war.
„Nein, die bekommt ihr jetzt noch nicht“, entgegnetet sie „das ist doch nicht romantisch, Ringe einfach so auf der Strasse anzuziehen. Da werden wir uns einen speziellen Anlass aussuchen.“
Laura und ich schauten uns ein wenig verdutzt an, hatten dann aber schnell für Verständnis für ihren Plan.
„Was ist ein spezieller Anlass?“, wollte Laura genauer wissen.
„Fräulein Neugierig wird dies noch rechtzeitig erfahren.“

„Geht schon mal vor!“, befahl sie uns. „Ich muss noch rasch etwas erledigen“, und verschwand in den Leuten.

Beim Auto trafen wir sie wieder. Gepannt wie wir waren, fragten wir:
„Hast du noch etwas gekauft?“ – „Nein“, war ihre sehr kurze Antwort.
Dass sie in einer ruhigen Ecke mit meinen Eltern telefoniert hatte und diese und mich am Wochenende zum Mittagessen eingeladen hatte, erfuhr ich erst am Vormittag des Einladungstages. Auch Laura wurde nicht in die Verabredung eingeweiht.


(Fortsetzung folgt, Jessy)

Lorelai74
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 28 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Fr 9. Mär 2018, 22:51

Oh so spannend
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 29 im Thema

Beitrag von Tranja » Sa 10. Mär 2018, 11:37

Eine wirklich sehr schöne Geschichte!!! :)

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Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)

Post 30 im Thema

Beitrag von Silke61 » Sa 10. Mär 2018, 16:48

Wundervolle Geschichte, toll geschrieben!

Ganz lieben Dank, bin gespannt wie es weiter geht.
Silke

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