Nicoles Galaxie
Nicoles Galaxie - # 8

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
Antworten
Nicole Doll
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 785
Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
Geschlecht: gefühlt weiblich
Pronomen:
Membersuche/Plz: Simmern / Hunsrück
Hat sich bedankt: 442 Mal
Danksagung erhalten: 418 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Nicoles Galaxie

Post 106 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 29. Okt 2018, 14:37

Kapitel 18; Nicole dreht am Rad

Was nun folgt, gab es schon einmal recht ausführlich in einem anderen Forum, wo ich mich mit zwei MusikerInnen austauschen konnte. Hier meinte ich, dass dieses Thema wie schon meine Schreiberei auf wenig Interesse stoßen würde. Außer einigen PN mit Laila-Sarah, die sich mit Musik beschäftigt, gab es dazu in diesem Forum noch nichts. Dann geriet ich mit dem Admin des anderen Forums immer wieder aneinander, bis der mir wegen einer dummen Kleinigkeit vorläufig den Zugang sperrte. Und damit war es für mich endgültig vorbei mit diesem Forum.

Worüber ich jetzt berichte, begann mit dem alten Stinkstiefel in mir, der wieder einmal der Realität entfliehen musste. Auslöser war ein Interview mit der Gruppe Faun bei Youtube, in dem die Musiker behaupteten, im frühen Mittelalter habe die Musik mit der Naturtonleiter ganz anders geklungen als heute. Es folgte zunächst eine theoretisch-mathematische Untersuchung der Brüche bei der Wellenlänge der Naturtöne im Vergleich zur heute verwendeten temperierten Stimmung. Nach einigen PN mit Laila-Sarah installierte ich dann auf dem Computer eine Software, mit der ich das hörbar machen kann. Ergebnis: Der Unterschied zwischen Naturtönen und temperierter Stimmung ist gering und für die meisten kaum oder gar nicht hörbar.

Inzwischen stöberte ich bei Youtube nach Mittelalter-Musik, oder vielleicht eher das, was man sich so darunter vorstellt, herum (Beispiel: Saltatio Mortis). Dabei kam der Wunsch auf, die Naturtöne nicht elektronisch, sondern mit einem der früheren Zeit entsprechenden akustischen Instrument zu erzeugen. Ich experimentierte mit PVC-Rohren herum um daraus eine Flöte zu basteln. Dabei musste ich feststellen, dass es viel Aufwand bedeutet dabei die richtige Größe und Position der Löcher zu bestimmen. Da war es einfacher eine Flöte für 25 € zu kaufen.

Schließlich faszinierte mich als altes Instrument eine Drehleier.

Bild

Ich schaute mich bei Ebay um. Da werden einfache gebrauchte Drehleiern, die neu für etwa 600 € zu bekommen sind, für um die 800 € ersteigert. Bei solchem Unsinn mache ich nicht mit. Und für ein einigermaßen anspruchsvolles Instrument muss man 2000 bis 3000 € ausgeben. Also erwachte der Modellbauer in mir. Es sollte nun eine Drehleier selbst gebaut werden.

Ich erinnerte mich an die Laute, die meine Mutter früher einmal gespielt hatte. Deren aus dem Leim gegangener Resonanzkörper hat genau die richtige Größe. Trotz der Spalten im Holz, mit denen ein richtiges Stimmen nicht mehr möglich war, konnte man den früher einmal recht guten Klang der Laute noch erahnen. Also sollte die Laute zur Drehleier umgebaut werden. Ich nahm erst einmal den defekten Resonanzkörper auseinander.

DCFC0008_1.jpg

Nun sammelte ich alles, was ich im Netz über Drehleiern, deren Bau und dem Spielen darauf finden konnte. Mir wurde schnell klar, dass sich der Korpus der Laute für eine Drehleier wenig eignete. Da gibt es viel mehr Saiten, die dazu noch weit vom Korpus entfernt angebracht sind. Die erzeugen große Kräfte, die alles verbiegen wollen. Eine Drehleier muss also viel stabiler gebaut sein als die Laute.

Ich entschied mich also die Drehleier komplett neu zu bauen und Leimte den Korpus der Laute wieder zusammen. Die kann jetzt wieder gespielt werden, und gibt hoffentlich einen Eindruck von dem Klang, den der im Maßstab 1:1 nachgebaute Korpus der Drehleier einmal haben wird.

DCFC0045_1.jpg

Bei den Informationen aus dem Netz fand ich auch etwas zu Naturtönen bei einer Drehleier. Mit dem immer gleichen Ton der Bordun-Saiten (ähnlich wie bei den Bordun-Pfeifen eines Dudelsacks) ergibt sich ein Problem mit der temperierten Stimmung. Etliche Töne der Tonleiter reiben sich mit dem Bordun-Ton und es klingt unsauber. Abhilfe wäre eine reine (Naturton-)Stimmung, die aber beim Zusammenspiel mit einem Klavier, einem Keyboard oder einer Gitarre nicht funktioniert. Solo oder zusammen mit Streichern wie Violine oder Cello bietet sich dagegen die reine Stimmung für eine Drehleier an. Damit soll sie erheblich sauberer und harmonischer klingen. Was die Sache nun kompliziert macht, ist dass eine Drehleier chromatisch mit allen 12 Halbtönen gestimmt ist, was mit der alten 7-stufigen Naturtonleiter zunächst einmal nicht zusammen passt.

Da ich sowieso nicht unbedingt vor habe mit anderen zusammen zu spielen, soll meine Eigenbau-Drehleier die reine Naturton-Stimmung erhalten. Damit hätte ich genau das, was ich mir am Anfang vorgestellt habe. Mit der bei einer Drehleier üblichen verstellbaren Tastenmechanik ist zudem auch, falls gewünscht, die temperierte Stimmung möglich. Es sind dann „nur” 29 * 3 = 87 Tangenten für die drei Melodiesaiten neu zu justieren. Hier noch mein erster Entwurf für die geplante Drehleier:

DCFC0023_1.jpg

So viel erst einmal zu meinem neuesten Projekt, bei dem Nicole bald mit der Kurbel am Rad einer Drehleier drehen wird.

Eure Nicole
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Antworten

Zurück zu „(Eigene) Berichte und Geschichten“