Nicoles Galaxie
Nicoles Galaxie - # 8

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Nicole Doll
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Re: Nicoles Galaxie

Post 106 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 29. Okt 2018, 14:37

Kapitel 18; Nicole dreht am Rad

Was nun folgt, gab es schon einmal recht ausführlich in einem anderen Forum, wo ich mich mit zwei MusikerInnen austauschen konnte. Hier meinte ich, dass dieses Thema wie schon meine Schreiberei auf wenig Interesse stoßen würde. Außer einigen PN mit Laila-Sarah, die sich mit Musik beschäftigt, gab es dazu in diesem Forum noch nichts. Dann geriet ich mit dem Admin des anderen Forums immer wieder aneinander, bis der mir wegen einer dummen Kleinigkeit vorläufig den Zugang sperrte. Und damit war es für mich endgültig vorbei mit diesem Forum.

Worüber ich jetzt berichte, begann mit dem alten Stinkstiefel in mir, der wieder einmal der Realität entfliehen musste. Auslöser war ein Interview mit der Gruppe Faun bei Youtube, in dem die Musiker behaupteten, im frühen Mittelalter habe die Musik mit der Naturtonleiter ganz anders geklungen als heute. Es folgte zunächst eine theoretisch-mathematische Untersuchung der Brüche bei der Wellenlänge der Naturtöne im Vergleich zur heute verwendeten temperierten Stimmung. Nach einigen PN mit Laila-Sarah installierte ich dann auf dem Computer eine Software, mit der ich das hörbar machen kann. Ergebnis: Der Unterschied zwischen Naturtönen und temperierter Stimmung ist gering und für die meisten kaum oder gar nicht hörbar.

Inzwischen stöberte ich bei Youtube nach Mittelalter-Musik, oder vielleicht eher das, was man sich so darunter vorstellt, herum (Beispiel: Saltatio Mortis). Dabei kam der Wunsch auf, die Naturtöne nicht elektronisch, sondern mit einem der früheren Zeit entsprechenden akustischen Instrument zu erzeugen. Ich experimentierte mit PVC-Rohren herum um daraus eine Flöte zu basteln. Dabei musste ich feststellen, dass es viel Aufwand bedeutet dabei die richtige Größe und Position der Löcher zu bestimmen. Da war es einfacher eine Flöte für 25 € zu kaufen.

Schließlich faszinierte mich als altes Instrument eine Drehleier.

Bild

Ich schaute mich bei Ebay um. Da werden einfache gebrauchte Drehleiern, die neu für etwa 600 € zu bekommen sind, für um die 800 € ersteigert. Bei solchem Unsinn mache ich nicht mit. Und für ein einigermaßen anspruchsvolles Instrument muss man 2000 bis 3000 € ausgeben. Also erwachte der Modellbauer in mir. Es sollte nun eine Drehleier selbst gebaut werden.

Ich erinnerte mich an die Laute, die meine Mutter früher einmal gespielt hatte. Deren aus dem Leim gegangener Resonanzkörper hat genau die richtige Größe. Trotz der Spalten im Holz, mit denen ein richtiges Stimmen nicht mehr möglich war, konnte man den früher einmal recht guten Klang der Laute noch erahnen. Also sollte die Laute zur Drehleier umgebaut werden. Ich nahm erst einmal den defekten Resonanzkörper auseinander.

DCFC0008_1.jpg

Nun sammelte ich alles, was ich im Netz über Drehleiern, deren Bau und dem Spielen darauf finden konnte. Mir wurde schnell klar, dass sich der Korpus der Laute für eine Drehleier wenig eignete. Da gibt es viel mehr Saiten, die dazu noch weit vom Korpus entfernt angebracht sind. Die erzeugen große Kräfte, die alles verbiegen wollen. Eine Drehleier muss also viel stabiler gebaut sein als die Laute.

Ich entschied mich also die Drehleier komplett neu zu bauen und Leimte den Korpus der Laute wieder zusammen. Die kann jetzt wieder gespielt werden, und gibt hoffentlich einen Eindruck von dem Klang, den der im Maßstab 1:1 nachgebaute Korpus der Drehleier einmal haben wird.

DCFC0045_1.jpg

Bei den Informationen aus dem Netz fand ich auch etwas zu Naturtönen bei einer Drehleier. Mit dem immer gleichen Ton der Bordun-Saiten (ähnlich wie bei den Bordun-Pfeifen eines Dudelsacks) ergibt sich ein Problem mit der temperierten Stimmung. Etliche Töne der Tonleiter reiben sich mit dem Bordun-Ton und es klingt unsauber. Abhilfe wäre eine reine (Naturton-)Stimmung, die aber beim Zusammenspiel mit einem Klavier, einem Keyboard oder einer Gitarre nicht funktioniert. Solo oder zusammen mit Streichern wie Violine oder Cello bietet sich dagegen die reine Stimmung für eine Drehleier an. Damit soll sie erheblich sauberer und harmonischer klingen. Was die Sache nun kompliziert macht, ist dass eine Drehleier chromatisch mit allen 12 Halbtönen gestimmt ist, was mit der alten 7-stufigen Naturtonleiter zunächst einmal nicht zusammen passt.

Da ich sowieso nicht unbedingt vor habe mit anderen zusammen zu spielen, soll meine Eigenbau-Drehleier die reine Naturton-Stimmung erhalten. Damit hätte ich genau das, was ich mir am Anfang vorgestellt habe. Mit der bei einer Drehleier üblichen verstellbaren Tastenmechanik ist zudem auch, falls gewünscht, die temperierte Stimmung möglich. Es sind dann „nur” 29 * 3 = 87 Tangenten für die drei Melodiesaiten neu zu justieren. Hier noch mein erster Entwurf für die geplante Drehleier:

DCFC0023_1.jpg

So viel erst einmal zu meinem neuesten Projekt, bei dem Nicole bald mit der Kurbel am Rad einer Drehleier drehen wird.

Eure Nicole
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Nicole Doll
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Re: Nicoles Galaxie

Post 107 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mi 3. Apr 2019, 14:05

Hallo Forum,

an anderer Stelle wies mich EmmiMarie darauf hin, dass ich offensichtlich nicht wegen meiner Rolle als Mann, sondern wegen meiner Über-Mutter in die Einsamkeit abgerutscht bin. Auf einem Einwand der Starterin des Threads hin, dass dies vom Thema weg führt, habe ich meine Antwort hier hin verschoben.

Hier also meine Antwort:


Hallo Marie,

es ist vollkommen richtig, dass Du hier geantwortet hast - also kurz eine Antwort off topic (vielleicht ist es ja für noch jemanden interessant - sonst hätte ich eine PN geschickt).

Es war meine Mutter, die ständig dafür sorgte, dass ich nie so etwas wie Selbstwertgefühl entwickelte. Und wenn da kein Selbst ist, für das man bereit ist sich in dieser brutalen Gesellschaft durch zu setzten, wird diese ganze lästige Mühe irgendwann sinnlos. Am Anfang hatte ich noch Kraft für einen Hochschulabschluss, am Ende für überhaupt nichts mehr.

Dann starb meine Mutter und mit ihr auch ihr kleines dummes Muttersöhnchen, dem immer mit logisch plausiblen Argumenten klar gemacht wurde, dass alles, wovon es träumt oder was es liebt, völliger Schwachsinn ist. Also lebte ich diese Dinge nur in meinen Hobbys und meiner Freizeit alleine für mich aus, und nicht im richtigen Leben, wo ich versuchte den starken Mann zu spielen. Ich nehme an, Mama wollte damit erreichen, dass ich sie liebte - aber ich hasste sie, brauchte sie aber auch als Zuflucht in meiner Einsamkeit. Nach ihrem Tod entsorgte ich sie sachgerecht und war sein dem nicht wieder am Grab.

Mit meinen Partnerinnen telefonierte meine Mutter andauernd. Sie instruierte ihnen wohl, dass sie mir die Flausen austreiben sollten, weil es ihr selbst ja nicht wirklich gelang. Wenn ich dann versuchte über meine Träume und Wünsche zu sprechen, stieß ich immer nur auf Unverständnis - bis es nicht mehr ging.

Und wenn ich jetzt eine Partnerin suche, ist sicherlich meine Mutter nicht wirklich tot. Sobald ich also bei einer Frau Eigenschaften entdecke, die mich an meine Mutter erinnern, was ja bei einer Frau zu erwarten ist, heißt es in meinem Kopf "ALARM, antreten, Panzer aufrüsten, Marsch, Marsch!" - Schwul sein wäre da vielleicht einfacher.

So viel zu dem, wie jetzt mein Verstand diese Dinge bewertet. Soweit ist es logisch und sollte sich auch ändern lassen. Nur die Gefühle kennen keine Logik.

Du hast mich jetzt dazu angeregt, meinen Versuch so etwas ähnliches wie ein Tagebuch zu schreiben weiter zu führen und meine Über-Mutter in "Nicoles Galaxie" aufzuarbeiten. Da mich dieses Thema stark belastet, verdränge ich es jedoch möglichst. Also wenn mehr zu diesem (meinem eigenen) Thema kommt, dann dort.

LG Nicole
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Re: Nicoles Galaxie

Post 108 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Fr 10. Mai 2019, 15:03

Kapitel 19; zweiter Versuch außerhalb des Internet gesellschaftlich aktiv zu werden

das Trübe Wetter im Winter und nicht zuletzt die Notwendigkeit mich zwecks Sicherung meiner Existenz bei Jobcenter zu melden, hat mich in ein tiefes Depressions-Loch gestürzt. Und das hat bei mir - oder besser bei dem alten Stinkstiefel - "traditionell" die Folge, dass ich über alles, was irgendwie damit zusammen hängt, möglichst kein einziges Wort verliere. Dazu kam dann noch das Scheitern der Selbsthilfegruppe, was mir nun Ärger mit Queer Mittelrhein eingebracht hat. Das Drehleier-Projekt war mir in meinem Loch auch ziemlich egal, weshalb ich immer wieder Gründe fand mit dem Bau des Instruments noch nicht anzufangen. Da waren noch Fragen offen, die ich hätte klären müssen, wozu ich mich aber nicht aufraffen konnte.

Nun kommen aber Frühlingsgefühle bei mir auf. Und heute startete ich einen neuen Anlauf. Ich schickte folgende Nachricht zum Ortsverband der SPD in Simmern - Mal sehen, was dabei heraus kommt.
Hallo Genoss*innen,

Ich würde mich gerne als Gast bei den Aktivitäten der SPD in Simmern einbringen. Mir geht es dabei vor allem um die ökologische und soziale Katastrophe (Überbevölkerung, Klimawandel, Artensterben, ...), auf die weltweit unsere Regierungen zu steuern. Da haben viele offensichtlich immer noch nicht begriffen, wie Demokratie funktioniert - oder sie wollen es einfach nicht begreifen. Des weiteren geht es mir auch um eine Kritik an am aktuellen Entwurf zur Änderung des TSG und die aktuelle Fassung des PSTG 45b. Mehr über mich gibt es hier: https://www.facebook.com/nicole.doll.1804
oder hier: https://www.bookrix.de/_ebook-nicole-do ... s-bin-ich/.

Als Autor*in Nikolai Fritz /(*_?) Nicole Doll habe ich mich mit meiner Parawissenschaft immer wieder mit Verschwörungstheorien auseinander setzten müssen. Da werden durchaus nachweislich bedrohliche Fakten (wie beispielsweise die Daten zum Klimawandel) als Anlass genommen mit kühnen Behauptungen ohne jeden Beweis dafür die abenteuerlichsten Theorien aufzustellen. Die Folge ist, dass die wahren Hintergründe für viele, die wegen der Belastung aus Arbeit und Familie keine Zeit finden sich umfassend zu informieren, ins Lächerliche gezogen werden. Hier suche ich jetzt die Diskussion mit "ganz normalen" Menschen und nicht wieder einmal in einer gut getarnten Echokammer im Internet (zu denen auch leider nicht selten Transgender-Plattformen zählen).

Ich bin wie viele (Ex?)-Genoss*innen über den Kurs der Bundes-SPD zutiefst enttäuscht und habe mehrfach aus Protest und um eine GroKo zu schwächen die Linke gewählt. Deshalb ist auch aktuell eine Mitgliedschaft keine Option für mich. Trotzdem bin ich immer noch im Geiste Sozialdemokrat*in.

Liebe Grüße
Nicole Doll
Anmerkung: Was ich da zu Transgender-Plattformen anbringe, bezieht sich natürlich nicht auf dieses Forum. (moin)

Eure Nicole
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