Valeries Welt
Valeries Welt - # 40

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Valerie Bellegarde
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Post 586 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 10. Apr 2019, 12:00

Teil 2 Kapitel 38 (zweite Fortsetzung)

Letzte Woche endeten wir mit einer recht indiskreten Frage von Delphine, die man sich eigentlich nur unter guten Freundinnen stellt, und die darauf abzielte zu klären, wie es Valerie eigentlich so mache mit Männern, so ganz ohne eigene Muschi. Wie sie es bei sich selbst mache und auch mit Männern. Valeries Antwort war ohne Zögern gekommen. Sie war ja nicht mehr ganz unerfahren.

"Ecoute, J'ai deux trous, ma bouche et mon cul, ca c'est suffisant à mon avis"

(Die Antwort versteht sich ebenfalls aus der Natur der Sache und eine wörtliche Übersetzung wäre eigentlich banal, deshalb entfällt sie).

Sie fuhr fort: "Et aussi, j'utilise mes deux mains" (und meine beiden Hände habe ich ja auch noch)

Damit war dieser Aspekt auch abgehakt, denn Delphine, ihre Freundin, gab durch ein diabolisches Grinsen zu verstehen, ja, sie habe verstanden. Mund und Popo, klar. und die Hände hat sie ja auch noch. Und es ist bekannt, es gibt sehr gute und sehr geschickte Handwerkerinnen.
Eine Sache war allerdings noch offen.

"Mais, voilà... dis-donc… est-ce-que tu fais… la turlutte"? (machst du es ihnen auch mit dem Mund?).

Kurz zur Erklärung: La turlutte ist das, wozu der Sexualmediziner "Fellatio" sagt, der moderne Mensch aber nennt es blowjob.

"Ca c'est clair, je suis une specialiste sur la turlutte" (klar, logo, blowjob ist eine meiner Spezialitäten)

antwortete Valerie, was wohl ein ganz klein wenig übertrieben war, aber doch, in gewisser Weise hatte sie schon Recht, und sie hatte ja schon wirklich lange genug geübt mit diesen Chiquitas, deepthroat hatte sie inzwischen ganz gut drauf, (bloß ruhiger atmen dabei, das mußte sie noch besser lernen).

So in dieser Art war es in der jüngeren Vergangenheit schon mal gelegentlich ein wenig hin- und hergegangen zwischen den beiden Mädels, jede wollte besser im Bett sein, und Valerie wollte schon gar nicht zurückstehen, bloß weil ihr die Muschi fehlte. So kam es schließlich auch dazu, dass Valerie ihrerseits zu einem unfairen Mittel griff, sie schwindelte nämlich:

"Quand-meme, la meilleure chose, crois-moi, c'est quand je suis enculée…" (am allerbesten find ich's wenn ich von hinten genommen werde, im Po, kannste mir wirklich glauben)

Sie verdrehte die Augen zum Zeichen, wie geil sie diese Gefühl angeblich fand. So eine Schwindlerin.

Denn das was sie sagte, war ja nun wirklich eine Lüge, und das genaue Gegenteil war ja wohl wahr, denn sie mochte dieses Gefühl überhaupt nicht, wenn ein Mann "a tergo", also von hinten in sie eindrang, also in ihren Popo, vor allem wenn sie nicht darauf vorbereitet war, mit viel eincremen, Vaseline, und so weiter. Zwar ließ sie es gelegentlich zu, weil sie inzwischen wirklich gemerkt hatte, Männer wollen so etwas. Aber ehrlich gesprochen hatte sie bisher überhaupt keine geilen Gefühle dabei entwickelt, wenn so eine Aktion abging und sie merkte, mein Lover will das... Also erwähnte sie logischerweise auch mit keinem Wort mehr ihre kleine Dildo-Sammlung, die sie im Laufe der letzten Jahre in ihrer Nachttischschublade angesammelt hatte. Dildos waren für Anfängerinnen. War sie inzwischen nicht mehr, Dildos fand sie inzwischen fast zum Abtörnen, so Valeries Meinung inzwischen.

Delphine hatte aber noch einen weiteren Trumpf auf der Hand:

"Voilà... à mon avis, la plus belle chose pour moi c'est quand il me leche…" (am tollsten ist's für mich als Frau, wenn er mich leckt, also ich seh' das so...)

Dazu konnte Valerie nun überhaupt nichts mehr sagen, da konnte sie nicht mehr mitgehen oder auftrumpfen, unmöglich. Minderwertig als Frau fühlte sie sich deswegen aber nicht, keineswegs. Wer das glaubt, täuscht sich sehr in ihr.

Sie träumte noch eine kleine Weile ziel- und absichtslos weiter, während sie noch eine ganze zeitlang an ihrem Busen herumspielte, und ließ ihre Gedanken dabei wandern. Nein, eigentlich war sie gar nicht unzufrieden mit den Möglichkeiten, die ihr blieben, um Liebe zu machen. Menschliche Sexualität hat viele Aspekte, das wusste sie, und sie hatte ein paar Spielarten gefunden, die sie gut draufhatte und sie wusste, was ihr und ihrem Körper gut tat.

Valerie war in der Vergangenheit lange genug Crossdresser gewesen, und seit sie durch ihre Brustimplantate und die begleitende leichte Hormontherapie noch konsequenter in die Frauenwelt eingestiegen war, ist sie zwar noch keine transsexuelle oder transidente Person geworden, jedoch ist sie sehr gut in der Lage mitzureden, wenn es um das erotische Körpergefühl geht oder zum Beispiel auch um Mittel und Wege, dieses anzureizen und auch zu steigern, nämlich erotische Wäsche. Und ihre sogenannten "erogenen Zonen" kannte sie inzwischen auch recht genau.

Im Grunde war unsere kleine Protagonistin aber konservativ in ihrer Sexpräferenz geblieben, sozusagen stinknormal, denn jetzt, wo sie sich äußerlich nur noch als Frau darstellte, suchte sie den Sex nur noch mit Männern, Frauen waren diesbezüglich kein Thema für sie, nein, auf einen solchern Gedanken wäre sie niemals gekommen. Diese frühere Sache, damals mit Erica, blieb nur ein Ausrutscher, und jetzt, mit einem quasi "runderneuerten Körper" lag ihr die Idee noch viel ferner, Frauen reizten sie sexuell nicht.

Was bleibt übrig? Klar, Männer, was für eine Frage. Sie steht auf Männer, eindeutig und ohne Frage. Und zu ihrem Selbstbild als Frau gehört deshalb auch alles, womit sie Männer anmachen kann, nämlich alles was eindeutig weiblich und auch erotisch konnotierte ist, also Damenkleidung wie Röcke, Kleider, hochhackige Schuhe, zarte Wäsche, dekorative Kosmetik, Körperpflege, Styling, Frisuren, alles Dinge, die zwar äußerlich sind, aber ohne die es für sie überhaupt nicht ging und die ihr Selbstbild als Frau Valerie Bellegarde erst komplett machten.

Männer trifft man jeden Tag. Hat man aber besondere Ansprüche wie Valerie, dann muss man schon etwas gezielter suchen.




Soviel für heute.

Die Verfasserin muss in den nächsten Tagen wieder reisen und kommt erst am WE dazu, weiterzuschreiben.

Viel liebe Grüße bis dann.

Eure Valerie :()b
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Mi 10. Apr 2019, 18:28, insgesamt 3-mal geändert.

Valerie Bellegarde
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Post 587 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 10. Apr 2019, 13:56

Das wird nun doch etwas später mit der angekündigten Reise. Habe also jetzt noch ein wenig Zeit und Muße, deshalb noch ein kleines Zwischenkapitel zum Zeitvertreib, die Episode geht heute noch online, bis bald...
L.G., Valerie

Valerie Bellegarde
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Post 588 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 10. Apr 2019, 15:29

Teil 2 Kapitel 39: Jogging und so weiter.

Männer trifft man jeden Tag. Hat man aber wie Valerie, besondere Ansprüche an das Aussehen und andere qualitative Aspekte eines Mannes, dann muss schon etwas länger und intensiver gesucht werden.

Wo trifft man sich? Da gibt es doch den Sport, Sport verbindet, so heißt es. Gut, und wo gibt es ein Sportstudio? Was am nächsten lag, war im wahrsten Sinne des Wortes der Sportplatz vor ihrer Wohnung mit einem immergrünen Fußballfeld sowie einer roten Tartanbahn, die 400 Meterstrecke, die um das Feld herumführte. Nicht dass Valerie jetzt etwa angefangen hätte, systematisch und professionell zu trainieren auf dieser Laufstrecke, aber die ganze Anlage war so schön angelegt und auch oft so bevölkert, dass praktisch immer irgendwo Aktion war, und das war auch der Grund dafür, dass das abendliche Jogging dort auf diesem Platz für Valerie bald zur Gewohnheit wurde.

Beim Jogging trifft man leicht auf Gleichgesinnte, und darunter sind gelegentlich auch mal ein paar Männer die interessanter scheinen als der brave Durchschnitt. Es gab dort Männer jeden Alters und jeder Couleur, aber sie interessierte sich natürlich weniger für die älteren Semester, die sich dort ausdauernd aber vergeblich damit abmühen, ihre Bierbäuche abzutrainieren, nein, Valerie hielt stets die Augen offen und erblickte dort auf ihren Joggingrunden durchaus auch mal den einen oder anderen durchtrainierten Typen in ihrem Alter oder nur leicht darüber, der ihr so äußerlich eventuell gefallen oder zugesagt hätte. Und das eine oder andere mal bemerkte sie auch, sie wurde von solchen Männern ebenfalls wahrgenommen und geriet ihnen sozusagen ins Visier. Eine Frau bemerkt so etwas sofort, solche Blicke, solche Begegnungen auf dem Platz oder auf dem Weg zur Umkleide, die beim ersten mal scheinbar zufällig sind, sich dann aber wiederholen und spätestens dann weiß sie, was los ist.

Solche Kontakte oder Fast-Kontakte, oder Kontakte in statu nascendi (man kann es nennen, wie man will) kamen ihr schon mal unter, das eine oder andere mal, ja, sicher, Valerie ist ja eine attraktive Frau, so auf den ersten Blick zumindest. Was tut eine Frau in so einem Fall? Bloß nicht zu viel machen, bloß kein Interesse zeigen! Sehr gefährlich! Gut, was sie aber tat, ist klar, sie ließ es zu, angeschaut und betrachtet zu werden, es gefiel ihr, sie genoss diese Blicke wirklich, aber sie blieb scheinbar passiv, versäumte es aber dennoch nicht, ein wenig Figur zu zeigen, ein wenig mehr Profil, den Kopf hoch, seine schöne Seite präsentieren, darauf verstand sie sich schon, den Busen bisschen herausgestreckt, mit der Hand durch die Haare fahren, so etwas. Aber niemals sich umdrehen. Bloß keinen Blickkontakt suchen, das nicht, nein, das muss von ihm kommen...

Soweit die Theorie oder diese Spielereien, die jede hübsche Frau kennt und einigermaßen beherrscht. In der realen Praxis tat sich allerdings zunächst wenig. Das heißt, die konkreten Folgen ließen auf sich warten, die Kontakte mit Männern dort auf dem Sportplatz blieben eher flüchtig und spielerisch, obwohl Valerie im einen oder anderen Fall schon mehr gewollt hätte, dann erwartete sie eigentlich auf eine Avance von der Gegenseite, die etwas weiter ging, aber diese blieb bisher aus.

Nur so unverbindliches "Hallo, wie geht's, auch wieder hier?", so etwas in der Art.

"Il fait beau temps…"

Klar, das sah sie auch, dass heute schönes Wetter war.

Was man eben so redet.

Valerie bewahrte trotzdem die Geduld und auch die Contenance, reagierte keineswegs hektisch, nie wäre sie auf die Idee gekommen, sich an irgendwen ran zu schmeißen, lassen wir ihr also Zeit, sie ist erst zweiunddreißig Jahre alt, hat noch viel Spielraum, kann und wird noch viel ausprobieren und sicher auch Fehler machen, andere als sie bisher schon gemacht hat, aber natürlich gehört zu einer Beziehung, die langfristig gelingen soll, auch Glück dazu.
Lassen wir also das Thema Männer erst mal kurz etwas beiseite und kehren wir zum Thema "Klamotten" zurück. Das ist ein weites Feld, fast unendlich groß und vielgestaltig, dort kann man sich eine ganze Weile aufhalten, und es ist das Feld der Frauen.

"Durch meine Kleider lernte ich erst spüren, was es heißt, eine Frau zu sein"

Valerie erinnerte sich nicht, wo und von wem sie diese scheinbar simple Wahrheit zum ersten mal hörte oder las. Von wem war das nur? War es Coco Chanel? Oder irgendwas mit Karl Lagerfeld? Irgendeiner dieser Modeleute musste es wohl gewesen sein.

Nein, sie erinnerte sich wirklich nicht, aber der Satz ging damals, das war zu Beginn der Zeit, als sie beschlossen hatte, nur noch als Frau in der Öffentlichkeit aufzutreten, damals ging das gewissermaßen in ihr Basis-Wissen über, er verwandelte sich in einen ihrer Grundsätze. Kleider und Wäsche, das war es. Durch sie lernte sie, zu spüren, was eine Frau war. Sie glaubte an das, was sie spürte, das wird es wohl sein, sie glaubte es, das Gefühl wurde zur Realität. Kleider machen Leute. Erotische Wäsche macht erotische Frauen.


Ihre Gefühle waren stark, diese Gefühle bestimmten ihre weibliche Identität, sie trugen sie auch über den Alltag hinweg, der reichlich von Arbeit ausgefüllt war und ihr eigentlich kaum Zeit ließ für diese Träume, Fantasien und Spintisierereien, aber sie war dann ja auch meistens allein in ihrem Büro und am Schreibtisch, sie arbeitete konzentriert am Computer oder am Telefon, oder sie hatte irgendwo auf einem städtischen Amt zu tun und musste sich durch komplexe Texte durcharbeiten und in juristische Themen einarbeiten, was meistens schwer ist, wirklich eine fachlich komplizierte Angelegenheit. Ihre Arbeit als Immobilienhändlerin, die nicht immer so einfach war wie sich das der eine oder andere vielleicht vorstellt, und auch Einsatz und Initiative erforderte (und die sie wirklich auch brachte), diese Arbeit lenkte sie auch ab und brachte sie auf andere Gedanken, weg von diesen dauernden Fragen nach ihrer eigentlichen Identität, oder von der Frage bin ich nun Mann oder Frau oder warum kann ich nicht diesen Sex haben, den Frauen haben, ich meine genau denselben, wie jede andere Frau auch, das spüren was Frau spürt, wenn ein Mann sie nimmt?

Anders waren ihre Nächte, dann blieb mehr Zeit fürs Grübeln, aber glücklicherweise hatte sie ja dann noch ihren Sport, der sie meistens von allzu viel fruchtloser Grübelei und Schlaflosigkeit bewahrte. Denn wenn sie beispielsweise abends nach dem Abendbrot noch eine Stunde gerannt war um ihren Sportplatz herum, allein oder zusammen mit wem auch immer, dann war sie hinterher meistens so erschöpft und ausgepowert, dass sie zuhause den Fernseher gar nicht erst einschaltete, sondern sich nach dem Duschen nur noch mit einem großen Frottee-Badetuch abrubbelte und dann nackt unter die Decke legte, und während ihr nassgeschwitzter BH , das Höschen und ihr Trikot über der Badewanne zu trocknen begannen, war sie meistens schon eingeschlafen und wenn sie Glück hatte, hielt der traumlose Schlaf bis zum nächsten Morgen an.



Fortsetzung voraussichtlich irgendwann in der kommenden Woche 16.

Lieben Gruß,

Eure Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 589 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 10. Apr 2019, 16:52

Lilo hat geschrieben. Danke dir, Lilo für deine lieben Zeilen und für deinen anstehenden Urlaub wünsche ich dir viel Vergnügen, und zieh' dort auch mal ein paar von deinen Frauensachen an, wenn sich Gelegenheit ergibt, o.k.? versprochen?

L.G. Valerie

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Re: Valeries Welt

Post 590 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 14. Apr 2019, 12:19

Teil 2, Kap. 40: Erst mal wieder runterkommen.

Unser Leben, das wissen wir alle, besteht nicht nur aus Feiertagen, das war auch Valerie bekannt, und obwohl ihr vergangenes Wochenende und vor allem der gestrige Sonntagnachmittag sehr angenehm und voller schöner Gefühle für sie persönlich verlaufen war, der gewissermaßen eine ganze Reihe von erotischen Höhepunkten und Entdeckungen für sie bereitgehalten hatte (vgl. die beiden letzten Episoden), ging auch dieser sonnige Tag mal zu ende, und nach einer traumlosen und viel zu kurzen Nacht erwachte sie am nächsten Morgen und war anfangs noch etwas orientierungslos, will sagen, etwas zerschlagen und ziemlich kaputt.

Sie versuchte, klarzukommen und die Nacht abzuschütteln. Was tun wir heute? Welcher Tag war es überhaupt? Was stand an? Sie brauchte eine Weile, um einen klaren Kopf zu bekommen. Es war Montag (ächz), ein normaler Arbeitstag, und ein Blick aus dem Fenster bestätigte ihr: Ja, es würde ein grauer Montag werden, kein Sonnenschein mehr, das schöne Wochenendwetter schien vorbei. Sie versuchte, runterzukommen von ihren wunderbaren Wochenend-Erlebnissen und verschwand erst mal unter der Dusche, danach war sie frischer und der darauffolgende Kaffee tat ein Übriges, um sie wieder auf normale Betriebstemperatur zu bringen. Wie es ihre Art war, ging sie die bevorstehende Woche in Gedanken durch. Was war alles zu tun?

Das Verkaufsprojekt Dr. Engel würde wohl bald in die nächste Runde gehen, sie hatte in den vergangenen Wochen diverse Unterlagen gesichtet und vorbereitet, so dass mit dem anstehenden Besuch ihres Chefs der Verkaufsauftrag wohl bald aufgesetzt werden würde, dann stünden wohl eine Menge von Besichtigungen an, ein paar zahlungskräftige Kunden würden dann wohl einfliegen, die sie am Flughafen Montpellier abholen musste und die sie danach zu betreuen hätte. Darauf freute sie sich, so etwas lag ihr, das machte sie gern. Ist doch auch eine tolle Sache, wenn man als Immobilienhändler ein solch schönes Objekt an der Hand hat wie das Anwesen des Dr. Engel dort unten an der Lagune von Prat de Cest, und im Erfolgsfall würde ihre Firma auch noch fünf Prozent vom Verkaufspreis dem Kunden in Rechnung stellen können.

Im Büro ging sie ihren Kalender durch: Michaels Besuch stand für Donnerstag an, am Freitag wären sie dann gemeinsam bei Dr. Engel vor Ort. Sie stutzte. Huch..., das waren ja nur noch fünf Tage bis Freitag, und sogar noch ein Tag weniger bis sie Michael am Flughafen abholen musste! Und mußte vorher nicht auch noch ihr Auto zum TÜV ? Valerie fiel es plötzlich wieder ein, ja ja, der TÜV, eine lästige Pflicht, die sie immer wieder verschoben hatte? Aber das musste jetzt wirklich mal sein.

Sie fischte ihre carte grise aus der Handtasche (das ist der französische Kfz-Schein, nur dass er grau ist und nicht grün wie in der Heimat) und stellte fest: jawoll, CT war abgelaufen. Also auf der Stelle anrufen für einen neuen TÜV Termin. TÜV heißt in Frankreich CT (für controle technique) und kann praktisch überall gemacht werden, ohne lange Anmelderei oder Wartezeiten. Sie hatte auch Glück, wie so oft. Sie kriegte auch auf der Stelle einen Termin in Narbonne für übermorgen. Wie sie das machte? Bisschen rumreden am Telefon, bisschen auf kleines Mädchen machen, sie habe es halt vergessen, es sei aber sehr wichtig für sie, sie bräuchte das Auto dringend in dieser Woche. Es klappte, Valerie kann die Leute schon um den Finger wickeln. Natürlich war ein junger Mann am anderen Ende der Leitung, sie hatte es gleich bemerkt, und sie wusste, den kriege ich rum.

Die darauffolgenden Tage verliefen mit Vorbereitungen für Michaels Besuch. Viele Telefonate und eMails gingen raus und kamen bei ihr rein. Hotel für drei oder vier Tage buchen, Einbettzimmer. Donnerstagabend ein Restaurant in Montpellier oder Narbonne, soweit alles klar, den folgenden Tag vor Ort unten in Prat de Cest, und mit viel Glück wäre dann alles unterschrieben an diesem Tag, und am darauffolgende Wochenende könnte dann die Siegesfeier stattfinden, sozusagen.

Der Besuch beim TÜV verlief schnell und problemlos. Sie hatte sich in letzter Minute noch eine Warnweste und einen Sanitätskasten samt Warndreieck bei Alain ausgeliehen, das ist wichtig, danach schauen sie immer zuerst. Dann den kleinen Peugeot einmal durch die Waschstraße und vor allem innen sauber gereinigt. Valerie wusste, mit einem sauberen Auto hat sie bessere Chancen. Nun war ihr kleiner weißes Löwe ja noch keine Krücke, wohl über 8 Jahre alt, aber er hatte kaum mal 80 Tausend Kilometer auf dem Tacho, also kaum gefahren das Auto. Sie war die erste in der Werkstatt am Mittwochmorgen und hatte es mit einem Chef und 4 jungen Mechanikern zu tun, die sich quasi alle um sie rissen. Nun ja, Frauen tricksen gerne in so einer Situation, wo es darauf ankommt, welchen ersten Eindruck jemand macht. Sie hatte also einen Rock angezogen und einen hellen Lippenstift aufgelegt an diesem Morgen beim TÜV, also sozusagen das gehobene Büro-Outfit drauf, nicht ihr Alltags-Styling, das aus Jeans und Pulli bestand. Und an Werktagen trug sie eigentlich keinen Lippenstift, auch keinen hellen.

Es funktionierte alles so wie geplant. Nach einer Wartezeit von einer halben Stunde (sie lief in der Zeit vor der Halle auf und ab und zeigte ihre Beine) wurde sie ins CT-Büro gebeten und der Chef überreichte ihr mit großer Geste ihre neue CT-Plakette.

"Dürfen wir das gleich für Sie an die Windschutzscheibe ranmachen?"

Man durfte. In Frankreich klebt die CT-Bescheinigung an innen an der Windschutzscheibe, nicht unten am Nummernschild wie in Deutschland. Valerie war zufrieden, alles verlief nach Plan und das würde voraussichtlich auch so weitergehen in dieser Woche, in der ja noch allerhand anstand. Da war sie fast sicher. Große Dinge werfen ihren halt ihren Schatten voraus. Sie musste eben nur alles planen und gedanklich im Griff halten, soweit das überhaupt möglich war. Nichts dem Zufall überlassen, das war sozusagen einer der Grundsätze unserer kleinen Protagonistin.



Wer wissen will, wie es weitergeht (vor allem am kommenden Wochenende, das sie dann ja zusammen mit Michael verbringen würde), der muss sich noch eine Woche lang gedulden. Fortsetzung wahrscheinlich an Ostern, wenn alles läuft wie geplant.


Für heute liebe Grüße von

Valerie :()b
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am So 14. Apr 2019, 19:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Post 591 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 14. Apr 2019, 15:21

Übrigens, ich vergaß euch allen noch ein schönes Rest-Wochenende zu wünschen, was hiermit getan sei. Hier im Süden haben wir heute am Palmsonntag fast 20 Grad, ich hörte in Deutschland habe es dieser Tage nochmals geschneit, ist das wahr?

L.G. Valerie

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Post 592 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Do 18. Apr 2019, 17:01

Teil 2, Kapitel 41: Büro-Alltag.

Die Sache mit der Technik-Kontrolle, (CT), zu deutsch TÜV, hatte wie geschildert ohne Probleme funktioniert, sie hatte ihre neue Plakette am Auto und am nächsten Tag brachte Valerie den von Alain ausgeliehenen Verbandskasten und das Warndreieck zurück ins Büro.

"Q'est-ce-que vous avez ici de beau? (was haben wir denn hier Schönes?)

sagte der Mann an der Tiefgaragen-Kasse verwundert zu ihr, als Valerie aus dem Aufzug trat und an seiner Box vorüber stöckelte, die Sachen unter den linken Arm geklemmt, und ohne den Mann eines Blickes zu würdigen.

"De rien… c'est pas volé " (ist nix... ich hab's nicht geklaut)

antwortete Valerie kurz angebunden, ging an der Box vorbei ohne groß reinzuschauen und ärgerte sich ein wenig über den Tolpel. Schon des Öfteren war ihr aufgefallen, dass dieser Mensch, der da so den ganzen Tag lang so einsam in seiner Box saß, sich wohl einen Zeitvertreib daraus machte, sie in irgendein Gespräch zu verwickeln, sooft er sie zu Gesicht bekam, sie schien ihn irgendwie zu interessieren, was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruhte, also reagierte sie bisher auch nicht auf seine Avancen.

Die Tiefgarage zwischen Markthalle und Kanal lag sehr geschickt für sie, und wenn sie, was so etwa einmal pro Woche vorkam, am Abend nach dem Büro noch in der Markthalle einkaufen wollte, dann benutzte sie den Platz, der für das Immobilienbüro reserviert war, und erledigte ihren Wocheneinkauf in der Markthalle, die superschön war und total romantisch wie alle französischen Markthallen und außerdem ein tolles Angebot an frischen Lebensmitteln hatte. Einziges Problem, sie musste eben an diesem Tölpel vorbei.

Sie öffnete die Bürotüre mit ihrem Schlüssel, als niemand auf die Klingel öffnete, weder Alain noch Delphine waren da.

Auf ihrem Tisch lag ein Zettel

"Delphine est malade, vient pas, moi je fais des courses, Alain." (Delphine ist krank, ich muss einkaufen, Alain)

Sie legte die Auto-Sachen ab, die sie unter dem Arm hatte, sie würde sie später zurückgeben. Sie griff zum Telefon und wählte Delphines private Nummer. Delphine meldete sich sofort.

"Coucou c'est moi, Valerie." Que se passe? (Hallöchen, ich bin's, Valerie, was ist denn los, bist du krank, was hast du denn?)

Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang tatsächlich ein wenig angegriffen, Aber nein, sie solle sich mal bloß keine Sorgen machen. Es sei nichts Großartiges, überhaupt nichts Schlimmes.

"Nö, nicht krank, ich habe bloß meine Tage, weißt du, und diesmal ist es irgendwie bisschen stärker... Aber mach dir keinen Kopf."

Valerie war beruhigt, so wie Delphine geantwortet hatte, schien sie ja nicht ernstlich krank zu sein. Ihre Tage hatte sie, ja das geht ja auch wieder vorbei. Valerie blieb nachdenklich. Wieder so eine Sache, die ihr erspart bliebe. Aber die wirklichen Frauen, die Biofrauen, die mussten sich mit dieser Sache herumplagen, jeden Monat von Neuem. Was das wohl für eine Gefühl war, wenn frau ihre Tage hatte? Ob es weh tat? Valerie wollte gerade wieder in ihre üblichen grüblerischen Gedanken verfallen, da ging die Bürotür schwungvoll auf und das lange Bein von Alain erschien, danach trat der ganze Mann ein, eine Einkaufstüte in jeder Hand.

"Bonjour ma belle" ( ' Tag meine Schöne)

Er warf ihr einen klitzekleinen Luftkuß zu und verwand danach gleich in seinem Büro

Valerie hatte heute gut zu tun, sie musste die vor ihr liegende Woche in jedem Detail so organisieren, dass möglichst alle Rädchen ineinandergriffen und auch gewiss keines knirschte, denn in dieser Woche würde alles mit allem zusammenhängen, und wenn nur ein wenig Sand im Getriebe wäre, dann wäre ihr Ziel in Gefahr, nämlich die Unterschrift von Dr. Engel unter den Verkaufs-Auftrag, die wäre dann gefährdet und in der Folge könnte sie ihre schöne Provision dann in den Wind schreiben.

Das soll aber so nicht sein, nein Valerie.

Also nochmals jeden Schritt durchgehen. Hier der Vertragsentwurf. Einmal auf Deutsch, den deutschen Vertrag würde man durchsprechen mit dem Doktor zusammen, dort unten in seiner schönen Villa am Meer. Dann noch einmal dasselbe, aber diesmal die französische Übersetzung, von Valerie Wort für Wort übersetzt und danach notariell beglaubigt vom Bezirksnotariat. Sie schaute den prächtigen Stempel des Notars unter dem Dokument an und war fast ein wenig stolz auf sich selbst.

Sie griff zum Hörer, wählte die Nummer des Natoriats Narbonne und ließ sich mit Maitre Elouard, dem Notar verbinden.

Die Stimme des Tangotänzers ging ihr immer noch genau so unter die Haut, wie damals an dem bewussten Abend vor einigen Wochen.



Fortsetzung, soweit alles gutgeht, in etwa einer Woche (so ca. Ende Woche 17)


Lieben Gruß an alle Leserinnen und Leser


Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 593 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Sa 20. Apr 2019, 23:04

Kleiner Tip für alle diejenigen, die nicht regelmäßig mitlesen: Der Tangotänzer tritt zum ersten mal in Kapitel 13 auf, das ist Post 436. Zeitlich liegt das schon eine Weile zurück, ich denke das war so etwa Oktober 2018, aber sie hat ihn nicht vergessen... Valerie war damals hin und weg von dem Typen, obwohl das Treffen mit Thierry Elouard damals nur ganz kurz war, eigentlich waren das nur wenige Tänze in einer Bar, in der argentinischer Tango getanzt wurde.

Neue Episode wie gesagt ca. in einer Woche.

L.G. Valerie

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Re: Valeries Welt

Post 594 im Thema

Beitrag von Maria T » Sa 27. Apr 2019, 13:24

Hallöchen,
Jetzt hab ich nach ner Woche mal wieder lust und zeit gehabt zu lesen. Freu mich auf mehr, jetzt kommt ja bald ihr Chef...
LG und schönes Wochenende
Maria
Einfach ist am schwersten.

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Re: Valeries Welt

Post 595 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 28. Apr 2019, 14:54

Hallo Maria,
danke für deine Anregung, ich setz mich dann gleich mal an die Tastatur. So bis in zwei Stunden, würde ich mal annehmen, kannst du wieder reinschauen.
LG, Valerie

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Post 596 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 28. Apr 2019, 16:39

Teil 2 Kap. 42: Michael reist nach Süden

Michael saß in einer Embraer 145 der Air France, der zweimotorige Jet sollte ihn von Stuttgart nach Lyon bringen. Dort am Flughafen Lyon würde er einen halbstündigen Aufenthalt haben, danach sollte es weitergehen zum Regionalflughafen Montpellier, wo Valerie ihn am mit ihrem Auto abholen würde. Er reiste nicht zum ersten mal mit Air France, allerdings war er vorher noch nie in einem solchen Embraer Jet gesessen, der brasilianische Flieger schien ihm klein und eng, was einerseits seiner Körpergröße zugeschrieben werden muss, denn Michael ist fast 1,90m groß. Anderseits ist es ja klar und es liegt in der Natur der Sache, dass die europäischen Fluglinien nur die großen Flughäfen mit ihren großen und komfortablen Jets bedienen, während sie für kleine und mittlere Strecken eben auch kleinere Flugzeuge einsetzen. Und Montpellier ist zwar eine Universitätsstadt, aber eben doch kein europäisches Zentrum...

Seine Sekretärin in Stuttgart hatte es zuerst bei Ryan Air versucht, die Iren flogen mit ihren großen Boeing Jets zwar direkt nach Montpellier, aber ihr Chef hätte dazu erst mit dem Zug nach Weze in Norddeutschland fahren müssen, was sie ihm dann auch wieder nicht zumuten wollte. Der ehemalige britische Militärflugplatz Weze ist heute so etwas wie ein europäisches Drehkreuz für Ryan Air geworden, leider liegt es für Süddeutsche Reisende aber weit ab in der norddeutschen Pampa, unerreichbar für einen Stuttgarter Geschäftsmann. Einzige Alternative wäre ein Direktflug von Stuttgart nach Nizza gewesen, aber klar, was sollte er in Nizza, wenn er eigentlich nach Narbonne musste, das sind mehr als vier Stunden Autofahrt, die wollte er Valerie nicht zumuten, und außerdem (jetzt meldete sich der Kaufmann in ihm) wäre das auch reine Zeitverschwendung gewesen und insgesamt die unwirtschaftlichste Lösung, das erkannte er auf den ersten Blick. Also flog er nun mit Air France, saß in in einem brasilianischen Jet nach Lyon und hatte dort Zwischenlandung bis nach Montpellier.

Er schaute aus dem Fenster und langweilte sich ein wenig, als sich der Flieger Lyon näherte, unter ihm lag deutlich erkennbar das breite Tal der Rhone im Licht der westlich stehenden Nachmittagssonne, man erkannte alle Linien und Kurven des großes Flusses, unterbrochen von den Schatten der Weinberge, welche den Fluss in südlicher Richtung begleiteten. Michael ließ seinen Gedanken freien Lauf, das heißt, er blickte quasi absichtslos ins Leere. So leer war diese Leere aber nicht, denn sein Blick folgte fast automatisch der jungen Stewardess, die ihren Servierwagen an seinem Platz vorbei schob, durch die engen Sitzreihen nach vorne. Sie hatte ein eng sitzendes Kostüm an und Nylons. Sein Blick glitt auf ihren stramm auf den Hüften sitzenden Rock und blieb dort auf ihrem Popo hängen, Michael geriet ins Träumen.

Sie hatte braune Augen, war dunkelhaarig und jung, so etwas über Zwanzig, so schätzte er. Viel zu jung für Michael, aber was soll's, träumen wird man ja noch dürfen, dachte er bei sich. Verdammt, wer kam eigentlich auf die Idee, dass Mädels immer Hosen tagen müssen? Röcke sind doch viel schöner...

Er würde nur zukünftig noch mit den Franzosen fliegen, beschloss er, hier hatten die Flugbegleiterinnen wenigstens noch Geschmack...

Sie kam zurück, ohne Servierwagen, aber mit einem professionellen Lächeln im Gesicht und überprüfte die Sicherheitsgurte. Seiner war noch offen, er bemerkte es nicht, denn seine Aufmerksamkeit galt im Augenblick völlig ihre Figur, sein Blick lag auf ihrem eng sitzenden Rock, der wirklich gut geschnitten war. Sie blickte ihn an, ihre Augen trafen sich.

"On s'approche à l'aeroport de Lyon, donc voudriez-vous s.v.p. attacher votre ceinture ? "

(wir nähern uns Lyon Airport, bitte schließen sie also ihren Sicherheitsgurt ?)

sagte sie zu ihm mit einem Lächeln, das durchaus charmant war und trotzdem total professionell. Es war im Grunde eine Anweisung, aber sie sagte es so nett und charmant, dass es fast wie eine Frage oder Bitte klang. Michael tat jedenfalls gerne, was ihm aufgetragen wurde, und schon war sie wieder verschwunden und er war mit seinen wieder Gedanken alleine.

In Lyon hatte er kurz Aufenthalt und musste einen neuen Abflugschalter suchen, er kannte sich in der dortig Abflughalle nicht aus und war erst ziemlich orientierungslos, fand aber schließlich doch das Gate nach Montpellier und befand sich wenig später schon über der Mittelmeerküste, die in der Abendsonne lag, ein Bild wie aus einem Reisebüro-Prospekt. Er sah es mit dem Auge des Profis und beschloss so ein Foto oder ein ähnliches für die Werbeschriften zu verwenden, die er für sein neues Frankreichgeschäft demnächst in Auftrag geben würde. Valerie würde dort drunten auf ihn warten, er freute sich auf sie, aber immer noch hatte er das Bild der jungen Stewardess im Gedächtnis, konkret dachte er an ihre braunen Augen aber auch ihren Po, ihren engen Rock, und ihre Nylons. Er fragte sich, welche Augenfarbe Valerie wohl hatte und konnte die Frage nicht beantworten. Er beschloß der Sache weiter nachzugehen.


Soviel für dieses Wochenende. Fortsetzung folgt wie üblich baldmöglichst.

Liebe Grüße,

Valerie :()b

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Post 597 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 29. Apr 2019, 11:11

"Fortsetzung baldmöglichst" ist natürlich ein blöder Spruch ohne Inhalt, konkret heißt das am kommenden Wochenende, falls nichts dazwischenkommt.

Grüße an alle Leserinnen und Leser

Valerie

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Re: Valeries Welt

Post 598 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 10. Mai 2019, 15:20

Hallo ihr Lieben,
wollte nur kurz mitteilen, dass ich gerade an Kapitel 43 sitze. Geht wahrscheinlich heute Abend auf Sendung.

Liebe Grüße

Valerie

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Re: Valeries Welt

Post 599 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 10. Mai 2019, 16:44

Teil 2 Kapitel 43: Sub und Domme.

Das neue Kapitel, an das ich mich heute (zugegeben mit etwas Verspätung) dranmache, klingt auf den ersten Blick etwas reißerisch, gebe ich zu. Aber natürlich hat das Thema Sub und Domme irgendwie schon auch mit Valeries Geschichte zu tun, und wer hier schon längere Zeit mitliest, weiß auch, dass Subordination und Dominanz eine nicht unbeträchtliche Rolle spielen im Leben unserer kleinen Protagonistin.

Was ich eigentlich meine damit?

Nun, gemeint ist das, was Valeries Welt immer sehr wesentlich mitbestimmt, wie sie ihre kleine Welt gestaltet, also die Art und Weise, wie sie die Welt um sich wahrnimmt und aufbaut, oder zumindest die Teile davon, auf die sie Einfluss nehmen kann. Gemeint ist ihr Wesen, ihr Charakter. Oder wenigstens Teile davon, Grundzüge davon.

Im Zusammenhang mit Valeries Wesen habe ich euch oft über ihre Neugier als ganz wichtige Triebkraft erzählt. Wie sie immer neugierig darauf war und ist, ihre neue Frauenrolle besser kennenzulernen. Wie sie alles wissen will, was eine Frau spürt, mehr Details, jeden Tag, sieben Tage die Woche und 24 Stunden lang am Tag, und insbesondere natürlich dann, wenn es interessant wird, wenn sie Sex mit einem Mann hat.

Letzteres war aber nie ohne Probleme.

Aber nicht nur der Sex, auch ihre gesamte Beziehung zu Männern war ja nie unkompliziert, das haben alle erfahren, die hier schon eine Weile mitlesen. Mit dem Begriffspaar Sub und Domme kommt nun etwas Neues dazu, das Valeries Beziehung zum anderen Geschlecht kennzeichnet. Stellt man sich (wie Psychologen und Marktforscher das tun oder auch bei Marketingleuten ist so eine Positionierung gebräuchlich), stellt man sich also das Begriffspaar Sub-Domme als zwei getrennte Polaritäten vor (beide bezeichnen Gegenpole, man kann nicht beides gleichzeitig sein), macht man das, dann würde es nämlich ziemlich leichtfallen, Valerie hier dazwischen einzuordnen. Wo nämlich?

Sicherlich ist Valerie nicht genau bei "Dominant" zu verorten, aber auch nicht eindeutig bei "Subordination". Vielleicht kommt es der Realität recht nahe, wenn wir hier einfach mal sagen, Valerie war in Bezug auf Männer 80% Sub, sie ordnete sich also gerne unter, und die nur restlichen 20% war sie Domme. Falls überhaupt so viel, nein, nur von Zeit zu Zeit konnte sie auch mal dominant sein, aber wohlgefühlt hat sie sich dabei eher nicht.

Eines steht fest: Domme war sie nicht. Nein, dominant war sie keineswegs, was ihre Beziehungen zu Männern und überhaupt ihre gesamten Männergeschichten angeht. Sie wollte einen Mann nicht beherrschen, nein, so war Valerie nicht gestrickt... Fest steht aber andererseits, sie hat sich immer wohlgefühlt, wenn sie mit dominanten Männern zusammen war, also mit Chefs denen sie in jeder Beziehung untergeordnet war, sie mochte instinktiv richtig große und starke Männer, zu denen sie aufschauen konnte, war gerne zusammen mit Männern, die ihr klar sagten, wo es langgeht, bei denen sie aber auch als Frau das Gefühl hatte, sie könne sich anlehnen, sie können mal kurze Zeit ein wenig nachlassen, zeitweise auch mal ein paar Zuständigkeiten abgeben. Männer, bei denen sie spürte (man kann es nicht anders nennen als "spüren"), der Mann hat Macht, er hat mehr Möglichkeiten als sie selbst, finanzielle, und auch intellektuelle Möglichkeiten...

Michael, ihr Chef war für sie ein derartiger dominanter Mann, aber auch Thierry Elouard gehörte zu dieser Sorte Mann, der Notar, den sie in Narbonne kürzlich angerufen hatte, um einen Besuchstermin zu vereinbaren. Seltsam, wie so ein Eindruck bei einer Frau entsteht, aber bei Thierry wusste sie sofort: Er ist mir überlegen, er weiß mehr, er kann mehr, er ist reicher als ich und er hat viel mehr Möglichkeiten im Leben. Dabei, was war eigentlich gewesen zwischen den beiden? Eigentlich nichts, kaum etwas, nur ein paar Tänze und ein wenig unverbindliches Geplauder in diesem Nachtlokal, und man hatte zusammen Tango getanzt. Aber gespürt hatte sie ihn schon, diesen Eindruck. Und wohlgefühlt hatte sie sich auch in seiner Gegenwart, spontan. Bewunderung war es vielleicht nicht, was sie bei diesem Mann spürte, aber Wohlfühlen, ja so kann man es wirklich nennen.

Sie erinnerte sich an das kurze Telefongespräch mit seinem Notariat, kurz darauf. Sie hatte angerufen. Aber hatte er sie nicht sofort wiedererkannt? Hatte das vielleicht etwas zu bedeuten? Und gewünschte den Termin hatte sie sofort bekommen, man würde sich noch in dieser Woche zusammensetzen, am kommenden Freitag, um einige offene Details zu klären, betreffend den anstehenden Verkauf der Villa Dr. Engel dort unten in Prat de Cest, an dieser hübschen Lagune am Mittelmeer.

Ihre aktuellen Geschäfts-Termine fielen ihr wieder ein. Heute war Mittwoch, und sie würde Michael in Montpellier abholen, Sein Hotelzimmer in Narbonne war gebucht, die übrigen Termine waren klar. Ob überhaupt noch Zeit für etwas anderes bliebe? Sie dachte nicht lange darüber nach, das würde sich ergeben oder auch nicht. Sie jedenfalls hätte nichts gegen neue Entwicklungen. Sie würde aber auf jeden Fall die Initiative dem Mann überlassen. Trotzdem, und wahrscheinlich geschah das eher unbewusst, auf jeden Fall aber ohne lange nachzudenken, zog sie sich etwas Hübsches an, als sie sich für Montpellier fertigmachte, verbrachte ein wenig länger als sonst vor dem Badezimmerspiegel als sonst, und legte auch etwas Lippenstift auf, den hellen, nicht den dunklen Lippenstift für abends.

Sie würde mindestens eine Stunde brauchen zum Flughafen. Sie drehte sich noch ein wenig vor dem Spiegel, betrachtete ihr Profil. Perfekt! Sie war zufrieden mit sich und der Welt. Draußen schien die Sonne, richtiges Urlaubswetter, auf jeden Fall aber hervorragende Bedingungen für jemanden wie Valerie, der in dieser Woche noch Großes vorhatte, nämlich ein bedeutendes Immobiliengeschäft anzuschieben.


Soviel für heute. Wem es gefallen hat, der darf übrigens gerne ein "like" hinterlassen.


Lieben Gruß,

Valerie :()b

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 600 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 10. Mai 2019, 22:38

Kleiner Nachtrag zum obigen Kapitel:
Heute Abend wurde die Nachricht an mich herangetragen, so etwas wie oben in Episode 43 könne nur ein alter Macho-Sack schreiben, so rückständig seien Frauen heute nicht mehr. Ich möchte dazu nur sagen, eine Erzählung ist grundsätzlich immer fiktional und hat nichts mit der Realität zu tun.
Andererseits war und ist Valerie stets zwiespältig und in sich widersprüchlich gewesen und ich denke, solche Leute gibt es, wir sollten uns nicht über sie erheben oder ihnen vorwerfen, sie seien so, wie sie nun mal sind.

V.B.

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