Valeries Welt
Valeries Welt - # 38

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Svenja80
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Re: Valeries Welt

Post 556 im Thema

Beitrag von Svenja80 » Fr 15. Mär 2019, 17:36

@Valerie
Hast du die "Finde den Fehler" Sache extra eingebaut ;)

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 557 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 15. Mär 2019, 18:03

Du meinst, weil Rudi Völler in den 80er Jahren noch Spieler war? Nein, das habe ich anders gemeint. Das Interview (das es wirklich gab) ist erst neuerdings entstanden, da war er schon Sportdirektor in Leverkusen. Ich liebe meine Leser. Und merke: Es gibt nur ein Rudi Völler.

L.G. Valerie.

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Re: Valeries Welt

Post 558 im Thema

Beitrag von Svenja80 » Fr 15. Mär 2019, 21:03

ne, das meinte ich nicht. Ich würde bezweifeln, das Epson vor 40 Jahren schon Drucker gebaut hat, und wenn, waren die so teuer, die wären nie auf einem Flohmarkt angeboten worden. Gleiches gilt für Disketten, 8", damit konnte ein privater einfach nichts anfangen.
Andererseits, dichterische Freiheit ;)

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 559 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 15. Mär 2019, 21:47

Nee nee ist schon richtig so mit dem Drucker. Epson Seiko baut schon lange Drucker, Nadeldrucker, Tintenstrahler, Laser. Wurden auch in Frankreich in den 70er schon auch an kleine Firmen verkauft. Werbeagenturen, Druckereien, so was. Wir selbst hatten in unserem Institut in den Achtzigern noch diesen Tintenstrahldrucker FX oder RX, weiss nicht mehr so genau, die Dimensionen waren so ähnlich wie heute, aber sehr viel größer waren die nicht. Um die 600 Mark damals, schätze ich mal. Und man musste bei dem immer die Tonerkartusche auswechseln, an Feinstaub haben wir sicher was mitbekommen damals. Google erzählt zum Thema weiter, Laserdrucker in D und F waren dann ab 84 im Handel, Name SQ und GQ (1987). Die kenne ich auch noch. Und jeder Arbeitsplatz bei uns hatte dann seinen eigenen Drucker. Mann die alten Zeiten... Und wir hatten auch Kodak Kopierer, schnell und laut, Kodak war ein sehr guter Kunde bei uns, Kodak ging dann aus Deutschland weg um die 2000 herum. Hat damals einen sehr großen Betrieb in Stuttgart einfach zugemacht. Alte Technologie. Ich erinnere mich noch an amerikanische Kunden, die kamen aus Rochester.

Andererseits ich muss dir was sagen zum Thema zeitliche Korrektheit bzw. "dichterische Freiheit": Es ist fast nicht möglich, eine Geschichte die in der Vergangenheit spielt, interessant und lebendig zu erhalten, wenn man sich auf diejenigen Utensilien beschränkt, die damals gebräuchlich waren. Also auch hier sollten wir locker bleiben. Ein Handy wird Valerie allerdings nie kriegen von mir.

Und übrigens noch Dankeschön für deine Bemerkung, ich mag solche Gespräche.

Elizabeth
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Re: Valeries Welt

Post 560 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Sa 16. Mär 2019, 00:03

Gute Besserung,
und ich empfehle Dir ein ansteigendes Fußbad:
mit Wasser in Körpertemperatur beginnen und dann während ca 20 min Temperatur auf 42°C steigern.
Sonst ins Bett und die Sache rausschwitzen, viel Vitamin C.

LG Elly

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 561 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Sa 16. Mär 2019, 13:31

danke dir, Elly, und lieben ruß ausm Bett

Valerie

Yvette.85C
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Re: Valeries Welt

Post 562 im Thema

Beitrag von Yvette.85C » So 17. Mär 2019, 17:07

Valerie Bellegarde hat geschrieben:
Di 5. Mär 2019, 21:46
Teil 2, Kapitel 33: Das Leben geht weiter. (Zitat Rudi Völler)

Wenn ich mich richtig erinnere, dann war es der unvergessliche Rudi Völler, der nach einer null zu vier-Niederlage seiner Leverkusener (gegen Schalke) den bemerkenswerten Satz prägte: "Läbbe geht weiter".
Das stimmt nicht ganz. Es war der serbisch-hessische Philosoph Dragoslav Stepanovic alias "Stepi", der mit der Eintracht am letzten Spieltag die Meisterschaft in Rostock vergeigte. Aber er wurde dann Trainer in Leverkusen und somit ist Rudi Völler wieder im Spiel.

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 563 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 17. Mär 2019, 19:00

Ach herrje, wieder so ein Flüchtigkeitsfehler. Du hast recht, Yvette, es war der Stepi Stepanovic. Wie ich aus Google entnehme, wurden über Stepi auch schon wieder Bücher geschrieben, und gerade auch speziell über diesen Satz, mit dem er wohl in die Ewigkeit eingegangen sein dürfte.
Dass es aber nur ein Rudi Völler gibt, läßt du mir aber stehen, gell, Yvette?

L.G. Valerie

P.S. die neue Valerie-Episode kommt dieser Tage. Sie geht nicht über Fußball.

Yvette.85C
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Re: Valeries Welt

Post 564 im Thema

Beitrag von Yvette.85C » Mo 18. Mär 2019, 14:14

Aber sicher doch!

LG Yvette

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 565 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 18. Mär 2019, 19:58

Teil 2 Kapitel 35: Zeit heilt alle Wunden

Die nächsten Tage und Wochen waren voller Arbeit und Stress. Der Verkauf des Engel'schen Objekts musste vorbereitet werden, die Sache wurde immer konkreter, je mehr die Zeit voranschritt. Dr. Engel hatte Valerie noch ein paarmal angerufen in dieser Sache. Für Valerie standen jetzt Besuche beim städtischen Notariat an, sie beantragte und bekam Einsicht ins kommunale Grundbuch, und so konnte sie sich Schritt für Schritt einarbeiten in das diffizile Thema mit dem Ziel, einen wasserdichten Verkaufsauftrag mit dem Kunden abschließen zu können. Die Arbeit bedeutete auch Ablenkung und brachte den unschätzbaren Vorteil mit sich, dass Valerie abends oft abgearbeitet und müde war und nicht mehr die Zeit und Muße hatte, in der Stille ihres Wohnzimmers viele unnütze und fruchtlose Gedanken zu wälzen über ihr persönliche Beziehungswirrwarr und überhaupt ihre Situation als Frau an sich, oder über Männer im Allgemeinen, oder gar über den Sex, den sie bisher mit diesen Männern hatte.

Wie bekannt ist, neigte sie ja gelegentlich zu diesen Selbstbetrachtungen, sie versank dann oft geradezu darin. Böse Zungen benutzen das abwertende Wort "Bauchnabelschau" für diesen Zustand, man mag es nennen wie man will, jedenfalls führt es meistens zu nichts.

Zurück zur Arbeit. Valerie hatte die Angewohnheit, Dinge, die nicht sofort im Büro erledigt werden konnten (oder die sie aus irgendeinem Grund jetzt nicht erledigen wollte) einfach mal auf einen Zettel oder auf ein rotes oder gelbes post-it zu schreiben, diese Zettel lagen dann in der Regel eine Weile auf ihrem Schreibtisch herum, oder waren an die Pinnwand vor ihrem Arbeitsplatz geheftet, was ihrem Arbeitsplatz immer einen leicht chaotischen Anstrich verlieh. Im Laufe der Zeit wurden diese Zettel von ihr abgearbeitet oder aber auch weggeworfen, wenn sich eine Sache auch einmal quasi von selbst erlegt hatte. Viele Dinge erledigen sich von selbst, wenn man sich einfach mal eine Zeitlang nicht um sie kümmert. Das Dumme war nur, ab und zu kamen wieder neue Zettel dazu, und es schien als bliebe die Summe aller Zettel auf ihrem Tisch immer gleich. Den Zettel mit der Telefonnummer von Dr. Engel hatte sie inzwischen mehrfach mit Markerstift gelb und rot eingefärbt, was ihm einen gewissen Prio-Status verlieh.

Eine eigene Wohnung hatte sie inzwischen auch bezogen, es war eine hübsche kleine Mietwohnung in einem der östlichen Narbonner Vororte in Richtung auf's Meer, leicht mit dem Auto vom Büro aus zu erreichen und den Parkplatz hatte sie direkt vor dem Haus. Die Wohnung war von ihren Freunden Alain und Delphine vermittelt worden, klar, dort hatte man natürlich die notwendigen Kontakte, und es handelte sich um eine niedliche Zweizimmerwohnung mit Küche und Bad, gelegen im zweiten Stock eines kleinen Mietshauses. Von Valeries Terrasse aus konnte sie auf den Sportplatz einer Schule runterschauen, daneben gab es noch weitere Grünflächen eines "Zentrums für Gesundheit und Freizeit", also lebte sie jetzt quasi im Grünen. Der Umzug war schnell vonstatten gegangen, weil sie praktisch keine Möbel und Einrichtungen besaß außer Kaffeemaschine und Toaster, also zog sie mit Koffer und zwei Pappschachteln im Taxi um.

Nach dem Einzug hatte sie sich auch angewöhnt, abends gelegentlich wieder mal selbst zu kochen, die Küche in ihrer neuen Wohnung war zwar nicht allzu groß, hatte aber alles was nötig war, und zur Markthalle hatte sie nur drei Busstationen zu fahren. Die Narbonner Markthalle ist wie alle "halles" der Region ein kulinarischer Treffpunkt um nicht zu sagen ein städtisches Kommunikationszentrum. Sie hat mehrere Restaurants, dort geht es meistens gedrängt zu und laut. Es wird auch gesagt, die Halle sei ein kulturhistorisches Zentrum für die ganze Region, eine alte und ehrwürdige Stahlkonstruktiuon mit viel Glasflächen. Mehrere Fischhändler werden morgens mit frischem Fang beliefert vom Nahen Meer aus. Seefisch ist jeden Tag zu kriegen, aber auch Krustentiere, Schnecken und Krebse und Austern, die kommen von einer nahen Aufzuchtstation am nahegelegenen Etang de Gruissan, der den dortigen Yachthafen, aber auch einen klitzekleinen Fischerhafen mit dem Mittelmeer verbindet.

Ansonsten hocken auf engstem Raum aufeinander: Bäcker, Konditoren, Gemüsehändler, es gibt daneben Stände mit Südfrüchten der Gegend, dazu Metzger und Fleischer, die alles Tierische anbieten vom Geflügel jeder Größe über Hasen, Rehe, Wild, Rind, Schwein, Wildschwein, was immer das Herz begehrt. Franzosen kochen und essen faktisch alles Tierische was im Stall gehalten oder draußen gejagt oder sonstwie eingesammelt werden kann, das Angebot ist außerordentlich vielfältig und nicht zu vergleichen mit einer deutschen Markthalle. Beispielsweise gibt es in Frankreich eine Spezialisierung der Metzger, der "boucher" ist nur auf Fleisch spezialisiert, während der "charcutier" sich in Charcuterie auskennt, also in Wurstwaren (was wiederum dem boucher ein fremdes Gebiet ist.)

Überhaupt das Kochen und das Essen. Seit Valerie in der eigenen Küche wieder mehr kochte (meistens mit Freunden zusammen abends wie gesagt)
ist dummerweise aber auch wieder ein Nebeneffekt eingetreten, der sie störte, nämlich eine unleugbare Gewichtszunahme. Moderne Synthetik-Unterwäsche ist ja elastisch, daran bemerkt man so etwas nicht gleich, also der BH und das Höschen weitet sich quasi unmerklich mit aus, aber an ihrem engen schwarzen Businessrock, und zwar am Bund, da merkte sie es schon, sie war deutlich dabei, zuzunehmen an Körpergewicht. Sie versuchte es mit mehr Jogging, drehte abends zusammen mit anderen Berufstätigen ihre Runden um den Sportplatz vor ihrer Wohnung, aber die Anstrengung schien erst einmal fruchtlos, ein Erfolg stellte sich nicht so schnell ein.

Für heute verabschiedet sich mit lieben Grüßen

Eure Valerie :()b
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Mo 18. Mär 2019, 22:12, insgesamt 2-mal geändert.

Maria T
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Re: Valeries Welt

Post 566 im Thema

Beitrag von Maria T » Mo 18. Mär 2019, 20:21

Hallo, erstmal hoffentlich geht's dir wieder gut.
Nach 2 Wochen anderes verarbeiten konnte ich mal wieder lesen.
Wieder schön geschrieben 😊
Lg Maria
Einfach ist am schwersten.

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 567 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Di 19. Mär 2019, 12:50

Danke Maria, es geht mir wieder gut, es wird auch wärmer, und morgen ist ja nun endgültig Frühlingsanfang, wie schön.
Lieben Gruß,
Valerie

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 568 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Do 21. Mär 2019, 10:57

Teil 2 Kapitel 36: Spaghetti nach Valerie Art mit Salbei

Der mittelmeerischen Küche sagt man nach, sie sei leicht und bekömmlich. Leider kann Valerie das nicht ganz bestätigen, denn seit sie wieder in der eigenen Küche werkelt, hat sie offenbar wieder etwas zugenommen, schon seit mehreren Wochen kontrolliert sie genau ihr Körpergewicht, weil sie sich Sorgen darüber macht. Der Zeiger der Waage scheint sich nämlich auf das Ende der 60er-Skala zuzubewegen, er hat offenbar die 70-Kilo Marke bereits ins Visier genommen, Valerie sieht es mit Ärger. Leichte Küche ist also angesagt, vielleicht sogar fleischlos?

Oder am besten gleich vegan?

Frankreich und Deutschland unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, und wir wollen in dieser Episode nur kurz mal das Thema "Essen" betrachten. Schon die einfache Statistik der Ausgaben für Lebensmittel zeigt, dass der Durchschnittsfranzose wesentlich mehr Geld im Supermarkt ausgibt als der Deutsche. Woran das liegt, mögen Politiker und Wirtschaftsleute beantworten. Der Politiker würde vielleicht sagen: Die Kosten der Lebenshaltung sind in Deutschland niedriger. Der Franzose oder der Frankophile würde vielleicht sagen, es liegt daran, dass die Franzosen höhere Ansprüche stellen an die Qualität dessen, was sie täglich einkaufen und zu sich nehmen. Eines scheint aber sicher zu sein: Dem Franzosen bedeutet das Essen sehr viel mehr als nur die simple Nahrungsaufnahme, nein in diesem Land ist das eher eine kulturelle Besonderheit mit vielen Regeln und Eigenarten, auf die man sich hier aber auch etwas einbildet. Auch die sogenannten kleinen Leute halten sich daran. Nicht umsonst ist die französische Küche überall draußen in der Welt berühmt und neben dem Aufwand, der bei der Zubereitung von Mahlzeiten betrieben wird, existieren aber auch recht diffizile und strikte Tischsitten, die vorschreiben, was man wo und in welcher Reihenfolge isst und trinkt, die also genau bestimmen oder verbieten, was sich bei Tisch gehört und was nicht. Man muss nicht so weit gehen wie die professionellen Restaurantführer von Guilt Millau oder Guide Michelin, die das ganze sozusagen zur Kulturtechnik hochstilisieren. Aber es fällt schon auf, dass auch einfache Leute sich besser anziehen und gesitteter benehmen, wenn sie einander zum Essen besuchen (über französische und deutsche Kinder in einem Restaurant will ich gar nicht erst reden).

Eine Mahlzeit hat jedenfalls schon ein wenig von einer Theateraufführung, d.h. sie wird nach festen Regeln zelebriert und kann sonntags schon mal bis fünf am Nachmittag gehen, bis das letzte Dessert verzehrt ist und der letzte Kaffee getrunken. Ist der Kaffee eventuell dann aber ein "café gourmand", dann kommt der auch noch mal mit einem kleinen Sortiment an Pralinés und Confiserien.

Valeries Erfahrungen in der Küche waren noch recht gering, aber die beiden Freunde Alain und Delphine, die sie an diesem späten Vormittag zum Kochen und Essen eingeladen hatte, waren nun auch keine anspruchsvollen Superprofis oder Restauranttester, also traute sie sich schon, etwas Mehrgängiges zu versuchen. Und gesund sollte es natürlich ebenfalls sein. Das heißt natürlich, naturbelassen, nicht industriell vorbehandelt.

Wie es sich gehört, genehmigten sich den Aperitif (ein Glas Limoux mit einem Spritzer Erdbeersirup) noch bevor man in die Küche ging und die Schürzen umband. Alain seinerseits blieb beim Pastis (alle französischen Männer lieben Pastis). Pastis wird in der Regel nach der Methode 1/5 zubereitet, also ein Fingerbreit Pastis wird mit fünf Fingerbreit stillem Wasser vermengt.

Alains Job war es jetzt, fünf große Zwiebeln zu schälen und kleinzuhacken, die wurden mit etwas Butter in einem Topf auf kleiner Flamme glasig geschmelzt, während die Mädels Tomaten in kleine Stücke zerteilten, die dann in eine größere Kasserolle kamen und etwa 20 Minuten bei ebenfalls kleiner Flamme köchelten, bis die Tomatensoße gar war. Das Ganze wurde dann noch etwas angedickt mit italienischem Tomatenmark aus der Dose, dann wurden Alains gehackte Zwiebeln dazugegeben und untergemischt. Die ganze Masse (das Sugo) blieb dann noch eine Weile auf dem Herd um später mit Gartenkräutern (Thymian, Rosmarin, sowie schwarzer Pfeffer und Salz) gewürzt und abgeschmeckt zu werden.

Dann war Arbeitsteilung angesagt. Alain hatte den Tisch zu decken und den Wein zu öffnen, denn der muss atmen. Delphine kümmerte sich darum, die Spaghetti für drei Personen genau 8 Minuten lang abzukochen und anschließend durch ein Sieb zu geben und auf einem Rechaud warmzustellen. In der Zeit wusch Valerie unter dem Hahn zwei Handvoll vorbereitete Salbeiblätter, schnitt die Stängel ab (wichtig!) und trocknete sie anschließend sorgfältig unter Papiertüchern. Die trockenen Salbeiblätter kamen dann in eine heiße Pfanne und wurden dort in zerlassener Butter ein paar Minuten gebraten, bis sie glasig waren. Der Salbei ist das A und O an diesem Gericht, denn sind die Blätter nicht ALLE gut kross durchgebraten, ist das ganze nicht essbar. Erst die buttergetränkten krossen Salbeiblätter machen das Gericht zu einem Genuss.



Soviel erstmal für heute. Der zweite Teil der Episode kommt eventuell heute Nachmittag oder morgen/übermorgen


Lieben Gruß

Valerie :()b

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 569 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Do 21. Mär 2019, 14:37

Teil 2 Kapitel 36/2 Fortsetzung

Voilà ! Das Essen war jetzt fertig.

Alles setzte sich um den Tisch, in dessen Mitte standen das Rechaud mit den Spaghetti, die Kasserolle mit der selbstgemachten roten Sugo-Soße, dazu Streukäse, sowie ein Teller mit den Salbeiblättern. Auf Valeries Zeichen nahm sich jeder etwas Spaghetti auf seinen Teller (dazu gibt es eine interessante Schöpfkelle mit einem nach oben gezackten Rand, die Zacken verhindern, dass die Nudeln beim Servieren wieder von der Kelle flutschen). Darüber kommen ein oder zwei Schöpflöffel mit der selbstgemachten roten Tomatensoße. Darüber kamen jetzt die in Butter angedünsteten Salbeiblätter (über die Nudeln streuen), und nach Belieben konnte jeder noch Parmesan oder auch jeden anderen Streukäse drüberstreuen. Das Ganze ergab auch farblich einen interessanten Kontrast: Die gelben Nudeln als Basis, darüber die rote Soße, wieder darüber gestreut die grünen Salbeiblätter und dann wieder der gelbe Parmesan.

Zu Valeries Spaghettis trank man einen kräftigen Rotwein aus dem Aude-Tal, der Wein war von der lokalen Kelter und ist in der Gegend sozusagen obligatorisch zu Nudel- oder Fleischgerichten. Aber auch Wassergläser standen auf dem Tisch, dazu eine Flasche Perrier-Sprudel, daneben auch aufgeschnittenes Weißbrot in einem Korb, aus dem sich jeder bedienen konnte.

Den Dreien schmeckte es wirklich, entsprechend hob sich die Stimmung und auch dem Wein wurde kräftig zugesprochen. Nach dem Nachtisch (Vanilleeis) und dem obligaten Käse (drei Sorten sollten mindestens auf dem Präsentierteller sein) gab es dann noch Espresso, sehr schwarz. sehr heiss, sehr süss.
Danach erklärte Valerie der Freundin noch einmal die Besonderheiten ihres Spaghettigerichts:

"Voilà, im Grunde ist das total simpel, ein Nudelgericht halt, aber das besondere an der Sache ist, man kann es völlig vegan machen, wenn man will. Du kannst aber auch Hackfleisch reingeben, wenn dir danach ist, oder falls dein Mann es lieber fleischig mag".

Delphine und Alain schauten sich an.

"Bien oui, il aime la viande" (Fleisch mag er schon, aber ja)

"Ja gut" sagte Valerie

"Dann nimmste halt Hackfleisch in die Tomatensoße, dann ist es halt das normale Spaghetti Bolo, das kennt jeder, das habt ihr sicher schon hundert mal gegessen, sag' ich mal."

"Klar"

"Gut" sagte sie.

"Aber wenn du es vegetarisch machst, was ja gesünder sein soll, oder sogar vegan wie heute, dann lässt du das Hackfleisch aus der Soße weg, die besteht dann nur noch aus Tomaten und Zwiebeln, die sind an sich schon sehr kräftig im Geschmack, und für den besonderen Touch nimmst du entsprechend viel von den in Butter angerösteten Salbeiblättern. Und von dem Streukäse kann sich jeder nehmen oder auch nicht, je nachdem wie er grad drauf ist, und ich sage dir, es schmeckt immer richtig lecker, mit oder ohne Käse."

"Eines ist sehr wichtig" setzte sie noch hinzu.

"Die Salbeiblätter müssen in der Pfanne richtig kross geröstet werden, und die geschmelzte Butter muss die Blätter alle durchtränken, Bleibt der Salbei aber lappig und grün, schmeckt er zu sauer und du kannst es wegschmeißen"

Delphine hatte ein Fragezeichen im Gesicht.

"ja der Salbei verliert völlig seine natürliche Säure dadurch, dass die Butter aufgenommen wird" antwortete Valerie.

Delphine nickte.

"Und die Stängel von jedem Blatt immer schön abschneiden, habe ich gesehen, ja?"

"Ja, klar," antwortete Valerie. Nur die Blätter kommen in die Pfanne, ohne die Stängel"

Wo kriegst du den Salbei her? fragte Delphine.

"Markthalle Narbonne" sagte Valerie.

"Kostet fast nix".





Soviel für heute zum Thema Kochen. Kocht es mal nach, traut euch.

Beste Grüße von

Valerie :()b
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Do 21. Mär 2019, 18:13, insgesamt 1-mal geändert.

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 570 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Do 21. Mär 2019, 16:33

Zum heutigen Frühlingsanfang allen Leserinnen und Lesern alles Gute und viel Spaß beim Nachkochen von Valeries Spaghettirezept.

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