Valeries Welt
Valeries Welt - # 31

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Elizabeth
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Re: Valeries Welt

Post 451 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Do 1. Nov 2018, 00:07

Ich fang grad an zu träumen: mit 30 Jahren hat mir Größe 42 noch gepaßt - wär das schön, wenn das immer noch so wäre!
LG Elly

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 452 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Do 1. Nov 2018, 09:45

ach Elly, Größe 40, oder 42, was soll's ? Das ist doch nur ein ewiger Kampf, also bleiben wir eben, wie wir sind... heute haben wir dafür mehr Erfahrung und Durchblick in vielen Dingen, oder?? Und es bleiben uns doch unsere Träumereien, und dafür schreibe ich euch diese Geschichte (he)

L.G. Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 453 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Di 6. Nov 2018, 19:55

Hallo ihr Lieben,
ich wollte nur kurz ankündigen, dass ich an einer neuen Episode dran bin. Ist aber noch unfertig, und braucht danach bestimmt noch ein bisschen Politur, aber ich denke, so in zwei, drei Tagen gehe ich wieder auf Sendung mit Kap. 17 von VALERIES WELT.

L.G. Valerie :()b

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Post 454 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 9. Nov 2018, 15:13

Teil 2 Kapitel 17: Tage am Meer

Fragte man heute eine zufällig ausgewählte Stichprobe von Menschen in Deutschland, welches der fünf Weltmeere wohl das wildeste und gefährlichste sei, dann käme vielleicht der Nordatlantik oder das nördliche Eismeer als besonders ungemütlich und stürmisch heraus, aber sicherlich nicht das Mittelmeer. Im allgemeinen Verständnis gilt das mittelländische Meer eher als romantisch und ungefährlich, und der Name dieses Meers wird eigentlich hauptsächlich mit so netten Begriffen verbunden wie Sommer, Sonne, Strand, Wärme und easy living, oder, wie die Franzosen sagen würden: "la vie en rose".

Die Wahrheit kann aber auch anders sein. Das Mittelmeer kann dann ganz anders aussehen als in den Katalogen der Reisebüros. Man darf nämlich den Wind nicht vergessen, der hier unten auch mal ganz gewaltig blasen kann, man glaubt es kaum. Zum Beispiel gibt es in Südfrankreich oder im Languedoc, wo Valerie sich jetzt schon einige Wochen aufhielt, so viele und so starke Winde, dass die Einheimischen ihnen schon eigene Namen gegeben haben: Im Rhone-Tal bläst von Norden her der bekannte Mistral, und im Tal der Aude kennt man den kalten Tramontane ("...der über die Berge bläst"). Es gibt alte Leute, die erzählen, der Tramontane habe früher so stark geweht, dass es den Eseln fast die Ohren abgerissen habe.

Valerie hatte sich ein paar Tage Ferien genommen. Als Freelancer fiel ihr das leicht, sie brauchte dafür keinen Urlaubsantrag auszufüllen und auch keine Genehmigung vom Chef, es genügte ein kurzer Anruf im Stuttgarter Hauptbüro, damit die dort Bescheid wussten, wo sie sich aufhielt. Das Ferienhotel, in dem sie seit gestern logierte, war klein und unbedeutend, kein Mensch hätte es je im Internet gefunden, so unscheinbar war dieses Cabanes de Fleury, so nannte sich der winzige Fischerort, dort wo die Aude ins Mittelmeer mündet. Was sie dort hinzog? Eben die Einsamkeit war es was sie suchte, sie brauchte Ruhe. Der Ort bot überhaupt nichts was erwähnenswert war, nur ein paar Häuser, die um einen kleinen Fischerhafen herum gruppiert waren, dazu ein großer Campingplatz, der war jetzt aber auch leer und verlassen, und dazu eben dieses ärmliche Hotel mit kleinem Restaurant, aber auch diese Herberge war jetzt bis auf wenige Gäste fast leer.

Das Wetter am Meer war entsprechend trist und passte zur ungemütlichen Szenerie: Der Himmel grau und bedeckt und leicht regnerisch. Das Meer war stürmisch, denn von Osten her wehte ein kräftiger Wind, die Wellen brachen sich an der großen Hafenmole, und die Brandung war so laut, dass sie noch durch die geschlossenen Hotelfenster zu hören war. Die Einheimischen nennen diesen Ostwind "Marin", und auch er kann ungemütlich sein, allerdings ist der Marin selten so stark wie der Tramontane, der von der anderen Seite her weht von Westen, vom Atlantik her.

Sie war allein ans Meer gefahren, weil sie den Kopf freikriegen wollte. Ein paar Tage lang nicht an die Arbeit denken, und auch nicht an die Männer. Bloß lange Spaziergänge machen am Strand entlang, oder den Fischern bei der Arbeit zuschauen, das war ihr Plan. Obwohl... eigentlich hatte sie überhaupt keinen Plan. War das wieder einmal eine dieser "kleinen Fluchten von der Welt"? War ihr nicht unbekannt, diese kleinen Fluchten.

Sei es wie es sei, jedenfalls hatte sie erst mal nur für drei Tage eingecheckt in diesem einfachen Ferienhotel in Cabanes de Fleury, das jetzt bis auf ein paar wenige Gäste ziemlich leer war, nur drei oder vier Zimmer waren belegt. Die erste Nacht schlief sie fest und traumlos wie ein Murmeltier, früh am nächsten Morgen weckte sie die Meeresbrandung. Ein Blick aus dem Fenster verschaffte schnell Klarheit: Immer noch grauer Himmel, mit anderen Worten: Draußen war Pullover-Wetter.

Noch vor der Abreise hatte sie sich in Narbonne im Kaufhaus einen hübschen himmelblauen Pulli aus Kaschmirwolle gekauft, der so himmlisch weich war, dass sie ihn direkt auf der Haut tragen konnte. Sie mochte dieses Gefühl, das zarte Streicheln der weichen Kaschmirwolle auf der Haut. Nach dem Frühstück unten in der Gaststube ging sie nochmals auf ihr Zimmer und verwendete dann eine volle Stunde darauf, sich die Fuß- und Fingernägel in Form zu schneiden und knallig karmesinrot zu lackieren, auf Lippenstift verzichtete sie dann allerdings. Wozu eigentlich sich die Lippen malen? So dachte sie bei sich. Das Dorf war winzig klein, Menschen gab es kaum, also...

Später am Vormittag sehen wir sie, in kurzen Stiefeln mit flachen Absätzen, darüber eine enge blaue Jeanshose und ein olivgrüner Anorak, die Hafenmole hinaus spazieren. Sie schaut einem Fischerboot zu, das in Richtung offenes Meer fährt. Das inzwischen schon ziemlich lange und naturgewellte Haar trägt sie offen, aber zum Schutz gegen den frischen Ostwind hat sie ihr Hoodie über den Kopf gezogen.

"Elle est bien agitée la mer aujourd'hui, hein?"

so spricht sie ein Spaziergänger von der Seite an, der sie in flottem Schritt überholt hat. Sie nickt, ja, das Meer ist recht aufgewühlt heute früh. Sie hat das Näherkommen des Mannes nicht gehört, denn die Brandungswellen, die der stramme Ostwind mit Kraft vor sich hertreibt, knallen mit einem derartigen Lärm auf die Wellenbrecher und Felsbrocken, die man zum Schutz der Mole aufgeschichtet hat, dass man kaum etwas anderes hört als den Brandungslärm und kaum etwas anderes spürt als die Urgewalt des Meeres. Ab und zu kriegt man sogar noch ein paar Salzwasser-Spritzer ab.

"Lassen Sie uns lieber umkehren, oder? was denken Sie?"

sagt der Fremde zu ihr und lacht.

Und er hat Recht, denn erstens ist die Hafenmole hier sowieso bald zu Ende, und zweitens weht der Sturm hier draußen dermaßen ungemütlich, dass sein Vorschlag im Grund "alternativlos" ist, wenn man es recht bedenkt.

Sie erinnert sich, den Mann gestern Abend im Hotelrestaurant gesehen zu haben. Also wechselt man ein paar Worte, dann kehrt man um und unterhält sich auf dem Rückweg ein wenig über dieses und jenes, ob man auch im gleichen Hotel abgestiegen sei, ob man Urlaub mache oder was, solche Belanglosigkeiten eben, die man gemeinhin austauscht, wenn es sich nicht vermeiden lässt, dass man mit einem Fremden ein paar Meter zusammen zu Fuß gehen muss.

Zurück in der Hotellobby hat man sich dann aber bereits mit dem Namen bekannt gemacht, und sie erfährt dann auch, dass der Mann ebenfalls gestern erst eingecheckt hat und beruflich hier ist, für irgendwelche Computer-Installationen an der Hafenmeisterei, ein Techniker also, ein Computermensch, und nur für kurz hier gelandet am Ende der Welt sozusagen. Er wird voraussichtlich morgen schon wieder abreisen. Vielleicht sieht man sich aber zum Abendessen im Restaurant ? Die Frage kommt von ihm.

"Wäre doch nett" setzt er hinzu.

Sie denkt, er hat ein offenes Gesicht, und er wirkt nicht unsympathisch.

Trotzdem zuckt sie die Schultern und lässt ihn erst mal im Ungewissen. Eigentlich will sie keine Gesellschaft, aber dann graut ihr doch vor dem Gedanken, den ganzen Abend allein vor ihrem Teller zu sitzen, und sie sagt doch zu. Also gut, einverstanden, man sieht sich später zum Essen... so gegen sieben Uhr heute Abend?


Wie es weitergeht, erfahrt ihr bald.

Lieben Gruß,

Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 455 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 9. Nov 2018, 17:14

Schönen Dank, Marianne, hat es dir gefallen?

Kennst du auch diese "kleinen Fluchten"? Ich denke wir brauchen das alle, so ab und an.

L.G. Valerie

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Post 456 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Sa 10. Nov 2018, 10:34

Dankeschön, liebe Svenja !

L.G. Valerie

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Post 457 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Sa 10. Nov 2018, 13:22

Bisous, Elly

V.B. (ki)

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Re: Valeries Welt

Post 458 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Sa 10. Nov 2018, 19:39

Hallo Susi,
du bist doch seit langem eine meiner treuesten Leserinnen, und es wird dir sicherlich aufgefallen sein, dass sich bei Valerie bald mal wieder etwas "anbahnt"... richtig?

Falls ja: Mit der Vermutung liegst du nicht falsch.

viele Liebe Grüße

Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 459 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 12. Nov 2018, 15:09

Teil 2 Kap. 18: Espadon à la marinière (Schwertfisch Müllerin Art)

In der letzten Episode habt ihr erfahren, dass sie sich eine kleine Auszeit genommen hatte, drei Tage in diesem kleinen Ferienhotel am Meer. Vielleicht eine dieser kleinen Fluchten aus der Realität, die sie ab und zu wirklich nötig brauchte und sich dann auch selbst genehmigte, denn als Freelancer war Valerie ja Herrin ihrer Zeit, sie musste niemanden um Erlaubnis fragen.

Für heute Abend war sie in Cabanes de Fleury mit Jean-Claude, einem anderen einsamen Hotelgast, zum Essen verabredet. Sie hatte diesen Jean-Claude, einen EDV-Techniker auf der Durchreise, am gleichen Morgen beim Spazierengehen kurz kennengelernt, und diese Verabredung zum Essen mit einem Mann, von dem sie nicht viel mehr kannte als den Vornamen, war eigentlich eher dem Gefühl der Einsamkeit geschuldet, das sich bei ihr einzuschleichen begann, oder vielleicht auch als eine bewusste Aktion gegen die aufkommende Langeweile zu verstehen, denn das Hotel war fast leer, typische Nebensaison, leere Zimmer und wenig Atmophäre im Haus, beinahe meinte man die Tristesse des Herbstes zu spüren.

Die beiden, Valerie und dieser Fremde mit Namen Jean-Claude, schienen dann auch gegen sieben Uhr die einzigen Restaurantgäste zu sein, und auch später am Abend blieb die Gaststube fast leer, entsprechend war die Stimmung im Raum anfänglich gedämpft. Was allerdings kaum auf Valerie persönlich zutraf, denn sie war sogar ein wenig gespannt darauf, wie sich dieser Abend mit ihrer Zufallsbekanntschaft noch entwickeln würde, man könnte fast sagen, sie war ein wenig aufgeregt, fast hippelig, wie sie manchmal so ist.

Was war los mit ihr? Nun, wir kennen sie gut genug und wissen, sie hatte die Idee für diesen Kurzurlaub am Meer nur deshalb verfolgt und in die Tat umgesetzt, um gedanklich zur Ruhe zu kommen und vor allem Klarheit über die bestehenden Verhältnisse zu bekommen, ich meine ihre permanenten Männergeschichten, die alte und eingefahrene Beziehung zu Gunnar in Deutschland und dann diese neue Beziehung hier in Frankreich, die sich da anzubahnen schien zu diesem geheimnisvollen Maitre Elouard, diesem begüterten und einflussreichen Makler und Notar, der sie sozusagen überall angefasst hatte beim Tango und dann auch eingeladen, ihn beim Vornamen zu nennen, der gutaussehende Thierry.

Ja und was war nun passiert?

Sie saß dort am Restaurant-Tisch mit einem dritten Mann, der sich als Jean-Claude vorgestellt hatte, EDV-Techniker auf Durchreise, er wirkte sympathisch auf sie, beide waren sie allein, und morgen würde er womöglich schon wieder abreisen und sie würde ihn nie wiedersehen. "Two lonely strangers in the night", um hier mal Frankieboy zu zitieren...

Wer jetzt sagt: "Typisch Valerie", der hat wahrscheinlich nicht ganz unrecht.

Sie hatte wirklich eine ausgeprägte Fähigkeit, ihre Beziehungskisten zu Männern, die per se schon nicht immer einfach waren für sie als Transe, weiter zu komplizieren. Verschlungene Fäden, die sie kaum versucht hatte zu entwirren, verschlangen sich weiter zu unentwirrbaren woolings. Und die lagen dann im Wege rum...

Ein typisches Beispiel für ein derartiges emotionales wooling ist die Art und Weise, wie sie mit dieser eigentlich untragbaren Situation umging (ich meine, dass sie gleichzeitig (obwohl halbherzig) versuchte, ehrliche und geregelte Beziehungen zu zwei Männern aufzubauen, nämlich Gunnar und Thierry), aber dann gleich wieder damit begann, sich einen Dritten an Land zu ziehen, anstatt das erste wooling zu lösen. Ob sie sich darüber bewusst war, dass es jetzt noch schwieriger wird für alle Beteiligten? Oder ob diese Sache mit dem Dritten eher unbewusst geschah, sozusagen instinktiv? War ihre Handlungsweise doch vielleicht eine Art Fluchtreaktion auf die unübersichtliche Lage?

Das mögen Psychologen beantworten, die etwas davon verstehen, wie man solche komplexen Beziehungskisten entwirrt. Wir bleiben in der Story hier bei den simplen Facts, nämlich dabei, das zu beschreiben, was wirklich geschah.

Vielleicht war es aber auch ganz anders, Vielleicht wollte Valerie an diesem Abend gar keine neue Beziehung aufbauen, vielleicht wollte sie nur Sex. Einfachen, kurzen, geilen Sex, eine Weile rumvögeln ohne viele Emotionen. Ohne große Beteuerungen, wie sehr man sich liebe, nur ein wenig rammeln, das rein-raus Spiel, sich vögeln lassen, einfach sich guttun einen Abend lang, und das war es dann auch... Aus ihren früheren Beziehungen wurde eines schon sehr klar: Valerie hat sich immer geholt, was sie brauchte, ob das jetzt Sex von einem Mann war oder Sex in welcher Form auch immer, sie hat sich genommen, was sie wollte.

Zunächst jedoch nahmen die beiden Protagonisten erst einmal das Diner gemeinsam ein, schließlich war man ja in Frankreich, und hier legt man gerade beim Essen sehr viel Wert auf Form und Stil. Das Restaurant hatte hauptsächlich Fisch auf der Karte (ist klar, man war ja in einem Fischerort). Und so begannen sie beide mit jeweils sechs Austern als Vorspeise und danach bestellte sich Valerie eine Scheibe vom Schwertfisch aus der Pfanne, sehr lecker riechend und ganz locker im Biss, hübsch hellrot gebraten war dieser "espadon à la marinière", und er schmeckte ihr auch ganz herrlich. Schwertfisch ist ähnlich im Geschmack wie Kalbfleisch.

Die Flasche Weißwein, die sie sich zum Essen teilten, war bald leergetrunken und trug dazu bei, die Stimmung am Tisch weiter zu lockern, und schließlich kam man sich schnell näher und nach ein paar Berührungen und tiefen Blicken in die Augen (Jean-Claude hatte braune Augen) war er es schließlich, der die Initiative ergriff und vorschlug, aufs Zimmer zu gehen und eventuell den Nachtisch und Café dort einzunehmen. Sie war nicht abgeneigt, warum auch, sie war ungebunden, sie war niemandem verpflichtet außer sich selbst und wie wir auch wissen, war sie stets neugierig auf Sex, gerade diese weibliche, passive und eher hinnehmende Form von Sex war es, die sie kennenlernen und auskosten wollte. Allzu groß waren ihre diesbezüglichen Erfahrungen damals ja noch nicht. Und weil der Mann, der ihr gegenübersaß, ihr vom Äußerlichen her gefiel und von seiner Art her sehr sympathisch schien, willigte sie dann in einen "one night stand" ein, denn mehr sollte es ja nicht werden.

Bloß eine einzige wichtige Sache war vorher noch abzuklären. Valerie holte tief Luft.

"Tu sais,que je suis speciale. Ca veut dire je suis ni homme ni femme, alors, je suis entre les deux sexes, tu comprends bien?"

Damit war sie heraus, diese Frage aller Fragen, die Frage nach der Identität, sie hatte sich ihm geoutet. Und die Antwort gleich mit dazu. Wer oder was sie nun eigentlich sei, Frau, Mann, oder genau dazwischen, diese Ortsbestimmung, in welche Schublade sie nun eigentlich reingehörte. All das kam ihr inzwischen sehr leicht über die Lippen.

Ja, eben. Sie liege genau dazwischen, zwischen Mann und Frau. und sie setzte noch dazu:

"Et ni pute aussi, crois-moi. Non je ne suis pas une pute"

(und 'ne Nutte bin ich auch nicht, kannste mir glauben)

Er schien so etwas in der Art bereits geahnt oder vermutet zu haben, jedenfalls reagierte er ganz locker, lächelte breit, stand auf, kam um den Tisch herum, nahm sie an der Hand und zog sie zu sich her, um sie in den Arm zu nehmen. Sie ließ es geschehen, es gefiel ihr, seine Wärme zu spüren.



Soviel für heute. Und bitte nicht ungeduldig werden. Fortsetzung demnächst, hier in diesem Theater.

Liebe Grüße,

Valerie :()b

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Post 460 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Di 13. Nov 2018, 09:06

Danke für die Blumen, Christiane und Svenja !

L.G. Valerie

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Post 461 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Di 13. Nov 2018, 15:40

...und natürlich auch an dich, Marianne !
lieben Gruß
Valerie

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Re: Valeries Welt

Post 462 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 14. Nov 2018, 09:16

Lieben Gruß auch an dich, Steffi !

P.S. heute, Mittwoch kommt am späteren Nachmittag noch eine weitere Episode (Kap. 19), danach Pause bis zum WE.

L. G.
Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 463 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 14. Nov 2018, 17:53

Teil 2 Kap. 19: Strangers in the night.

In diesem Welthit von 1966 besingt Frank Sinatra zwei einsame Fremde, Mann und Frau, die sich eines Nachts in den hell erleuchteten Boulevards einer großen Stadt begegnen, sich im Vorbeigehen kurz in die Augen schauen, um sich dann sofort, sozusagen auf den ersten Blick, also Knall auf Fall, ineinander zu verlieben und zu versprechen, von da an nie mehr auseinander zu gehen. Die Melodie des romantischen Schlagers komponierte Bert Kaempfert, sie ist ein richtiger Ohrwurm und so eingängig, wie der Text verlogen und schwülstig ist. Aber wie gesagt, das Lied wurde sofort zum Welthit, um dessen Tantiemen-Millionen dann hinterher lt. Wikipedia auch jahrelang später noch gerichtlich gestritten wurde. Ausgang unbekannt.

Cabanes de Fleury ist keine hell beleuchtete Weltstadt sondern das genaue Gegenteil, nämliches ein winziges tief verschlafenes Fischerdorf am Mittelmeer, jedoch wiederholt sich dort die oben erwähnte Story von den zwei Fremden, hier haben sie sogar Namen, nämlich Valerie und Jean-Claude. Auch sie haben sich vorher noch nie gesehen aber vergucken sich trotzdem sofort ineinander, sozusagen stantepede und heftig, und beschließen dann auch, miteinander ins Bett zu gehen. Im Grunde ein oft erzählte und immer wiederkehrende Geschichte, aber trotzdem nie langweilig, schon von der Thematik her.

Was Jean-Claude eigentlich zu seiner erotischen Avance in Richtung auf Valerie motivierte, ist im einzelnen unbekannt, vielleicht hat er irgendwas gespürt, irgendein Signal, was von ihr ausging, vielleicht auch nicht. Möglicherweise war es auch die reine Lust am Abenteuer, oder er war eben scharf darauf, mal eine Transe aufzureißen (man muss sich keine Illusionen machen und sollte es deshalb auch in diesen Worten formulieren, Worte, die die meisten Männer benutzen würden, wenn sie in eine solche Situation kommen: aufreißen). Und Valerie hat es ihm ja auch von vorneherein klar gesagt, wer oder was sie ist, nämlich etwas Spezielles, eine Transe halt, die zwischen Mann und Frau steht, genau in der Mitte eben.

Gut soweit. Was Valerie andererseits betrifft, so war es bestimmt keine Liebe, die sie zu dem Abenteuer motivierte, und nachgeben musste sie dem Drängen des Mannes auch nicht, denn das, was er vorschlug, war mindestens genauso sehr ihr eigener Wunsch wie der seinige, nämlich zusammen Liebe zu machen, faire l'amour, sich ohne lange nachzudenken einzulassen in diesen one night stand, mein Gott was ist denn schon dabei.

Sagen wir es, wie es ist. Sie wollte es, sie war geil und ihr war langweilig. Sie hatte lange genug pausiert mit Sex, sie wollte wieder einmal einen Mann haben, der sie bestieg und durchvögelte, der sie besaß, der ihr das Gefühl gab, eine Frau zu sein. Sie wollte ihn in sich fühlen, seine Kraft spüren, seinen heißen Atem in ihrem Genick haben, und ja, sie wusste, es würde ihr verdammte Lust machen, sich diesem Mann ganz hinzugeben, diese eine Nacht, und mehr sollte es ja auch nicht sein...

Sie fühlte sich wohl in seiner Umarmung dort im Restaurant, blieb an ihn gekuschelt und löste sich auch nicht daraus, bis er sie freigab. Es war ihr völlig gleichgültig, was die Wirtsleute hinter der Theke von der Sache hielten, die bestimmt bemerkt hatten, was sich zwischen den beiden abspielte. Und die wohl auch ahnten, dass Valeries Bett heute Nacht unberührt bleiben würde. Jean-Claude war unverfroren genug, mit Valerie im Arm die Treppen zu den Zimmern hochzugehen und im Vorübergehen beim Wirt noch einen Flasche Champagner auf sein Zimmer zu bestellen.

"Aber bitte erst für später, so in einer Stunde etwa"

"Oui, d'accord, ob servira la bouteille plus tard, dans une petite heure à la chambre" bestätigte der Wirt und verzog das Gesicht keinen Millimeter.

Für die nächste Stunde wollte der Gast in Zimmer 6 also seinen Ruhe. Oder keine Störung, besser ausgedrückt.

Zimmer 6, das fast eine Kopie ihres eigenen war, nur weniger aufgeräumt, lag dem ihrigen genau gegenüber, wie praktisch. Der Schlüssel war innen im Türschloss kaum umgedreht und die Tür verriegelt, da hatte er sie von hinten schon umschlungen, mit beiden Armen hielt er sie umfasst, ihre Brüste in seinen Händen, sie blieb passiv, machte die Augen zu und überließ ihm ganz die Initiative. Seine Hände gingen auf Wanderschaft, strichen an ihren Körperseiten herab, zeichneten die Linie von Taille, Hüfte und Po nach, landeten auf den Oberschenkel, und kamen zurück, machten den gleichen Weg noch einmal aufwärts. Zweimal, dreimal spürte sie, wie seine Hände diese Erkundungsfahrt an ihren Körperseiten hinauf und hinunter machten, sie genoss sein Streicheln und hielt die Augen geschlossen, drehte sich dann aber nach einiger Zeit zu ihm hin, um ihn anzuschauen, er ließ sie dann auch los.

Suchte dann aufgeregt in seinen Taschen und anschließend auf dem Nachttisch herum, fand aber offenbar nicht, wonach er suchte.

"Mince ! Ich hatte das Dings doch dabei und jetzt ist es verschwunden"

(Für die, die nicht so gut französisch können: Mince ist die gehobene Form von merde. Also, wenn ein gebildeter Franzose einmal "scheisse" sagen will, dann sagt er normalerweise mince und nicht merde, aber eben mit der entsprechenden Schärfe und Betonung. Richtig betont, kommt mince als Fluch genauso gut wie merde).

"Putain, il est disparu, ce petit truc" (Putain, es ist weg, das kleine Dingsda)

sagte er und zuckte hilflos mit der Schulter.

"Putain" ist ebenfalls ein Fluch, ein ziemlich heftiger Ausdruck sogar, und ebenfalls sehr unangemessen, obwohl, man hört das Wort oft, in allen Lebenslagen.

Er wusste kurzzeitig nicht weiter, aber sie blieb ganz locker und half ihm bei der Suche, und schließlich brachen beide in großes Gelächter aus. Zu dumm, dass so ein kleines Dingsda immer dann verschwindet, wenn man es so dringend bräuchte. Das Lachen entspannte die Lage.

"Du wirst es nicht brauchen, falls du ein Präservativ suchst, denn ich werde heute Abend sicher nicht schwanger von dir, da bin ich mir sehr sicher"

sagte Valerie und begann damit, sich auszuziehen. Ihre Selbstsicherheit imponierte ihm und er verfolgte genau, mit welcher Gelassenheit sie aus ihren Jeans schlüpfte und dann den himmelblauen Pulli mit verschränkten Armen anhob, um ihn anschließend über Busen und Kopf zu heben, ohne die Haare allzu sehr in Unordnung zu bringen. Sie konnte das, und es sah richtig gut und elegant aus, diese Bewegung, wirklich sehr weiblich. Natürlich hätte sie es ebenso leicht geschafft, selbst ihren BH-Verschluss auf dem Rücken aufzuhaken, alle Frauen können das. Aber logisch, sie tat so, als schaffte sie es nicht allein (ungeschicktes Weibchen)und bat ihn, ihr dabei zu helfen. Und ja, schon wieder hatte er dann seine großen warmen Hände auf ihrem Busen, als ob er ihr Gewicht abschätzen wollte, und fuhr anschließend fort, beide Brüste leicht zu massieren und zu kneten, sie mochte das sehr und sagte es ihm auch. Brav fuhr er mit der Massage fort und befingerte dabei auch ihre Nippel, indem er sie leicht zwischen Daumen und Zeigefinger zwirbelte. Wieder dieses Wohlgefühl. Der Mann schien tausend Hände zu haben, denn irgendwie spürte sie seine Finger überall, und noch während er sie rücklings aufs Bett legte, sorgsam wie einen kostbaren Gegenstand, bemerkte sie auch, wie er mit der anderen Hand versuchte, den eigenen Hosengürtel zu öffnen um aus den Hosen zu kommen. Keine Leichte Übung, das wird jedermann leicht verstehen, der schon einmal in dieser oder einer ähnlichen Situation war.



Hier muss vom Erzähler leider eine kleine Pause eingelegt werden. Die Story wird aber fortgesetzt, wie üblich am kommenden Wochenende, falls nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt.


Liebe Grüße,

Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 464 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Do 15. Nov 2018, 17:43

Bisous und liebe Grüße wieder an Elly, Steffi, Marianne und Svenja !
Und ebenso an alle anderen Leserinnen und Leser.

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Re: Valeries Welt

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Beitrag von Svenja80 » Fr 16. Nov 2018, 00:00

Ganz nebenbei verpasst du uns noch einen Französisch Sprachkurs ;) da lohnt das lesen doppelt.

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